Ich denke, man sollte erstmal mit der ASIair gearbeitet haben UND mit N.I.N.A., um da Vergleiche zu ziehen. Und man muss das aus Sicht eines Newbies/Rookies sehen und aus Sicht desjenigen, der vielleicht schon Erfahrung mitbringt. Die Ergebnisse werden sehr unterschiedlich sein.
Im Prinzip gilt aber natürlich auch alles, was bereits geschrieben wurde: Die ASIair macht den Anfang sehr unkompliziert. Ich weiß das, weil ich mich noch ganz genau erinnern kann, was für ein Gamechanger diese kleine Box für mich war. Nach ein paar Videos bei YouTube war ich fit - zumindest soweit es die Bedienung betrifft. Andere Fehlerquellen (z. B. in der Hardware) kann sie natürlich nicht "heilen".
N.I.N.A. bietet ungleich mehr Möglichkeiten, aber die Einrichtung ist nicht ganz einfach und die Bedienung ebenso wenig. Wenn man es einmal zum laufen bekommen hat, fluscht das sicherlich auch. Aber ich bin noch nicht soweit und manche Sachen finde ich in N.I.N.A. einfach unpraktisch. Mal ein paar Beispiele:
1) Die Koordinaten werden nicht automatisch gezogen bzw brauche ich dafür noch einen extra Dongle oder wer weiß, wie das sonst geht. Für jeden mobilen Fotografen nervig, wenn man die Koordinaten jedes Mal erst ermitteln muss (und auch noch umwandeln - ich musste ne weile googlen, um herauszufinden, welches Format da eigentlich gewünscht wird.
2) Objekte anfahren: Warum kann ich nicht einzelne Sterne direkt anfahren? Ist über die Objektauswahl nicht möglich. Es gibt (wieder unter einem anderen Tab, den man erstmal finden muss), eine Auswahl von Sternen für den Autofokus. Aber was ist, wenn ich einen anderen Stern anfahren möchte?
3) Einstellungen Autofokus: Ich habe wirklich schon viele Videos dazu gesehen, mir Ratschläge eingeholt usw... läuft nicht. Ich bin sicher, der Fehler sitzt vor dem Computer, aber bei der ASIair klappt das ohne zu murren.
4) Man kann schlecht in eine laufende Sequenz eingreifen. Beispiel: Das Objekt sollte zentriert und die Kamera entsprechend der Vorgabe rotiert werden. Die Rotation erfolgt manuell, weil ich keinen Rotator habe. Also habe ich gedreht und hatte dann eine Abweichung von vielleicht 0,2° zur Sollposition. Für mich ausreichend. Für N.I.N.A. nicht. Klar, wenn ich vorher die Vorgabe mache, dass die Abweichung von +/- so und soviel Grad ok ist, würde die Sequenz weiterlaufen. Allerdings war mir das nicht bewusst. Also kam immer wieder die Anweisung, die Kamera zu drehen und es ging nicht weiter. Man konnte auch keinen Button klicken nach dem Motto: Ist jetzt okay für mich, mach bitte weiter.
Die Stolpersteine, die ich bei der Einrichtung hatte, sind da noch nicht mitgezählt. Wlan-Router auf dem Feld? Wo gibt es denn so was? Windows Hotspot ist nicht einfach und die Reichweite kümmerlich. Also wäre wieder ein zusätzliches Gerät vonnöten, zum Mini-PC, der Powerbox und dem Laptop. Apropos Laptop - wie verhält sich das im Feld? Wie bekommt der Strom? Nehmt ihr immer noch zusätzlich ein Tischchen mit oder ähnliches? Irgendwo muss man den ja hinstellen inkl Maus. Daheim ist das sicher bequemer und da wären wir auch schon wieder beim Thema stationärer Aufbau.
Jörg hat schon ganz recht: Für mobile Fotografie ist die ASIair ungemein praktisch, zumal man dann die ganzen Features, die N.I.N.A. so mächtig machen, überhaupt nicht braucht. Und hat man ein Gerät statt vier Stück (plus eventuell Tisch für den Laptop). So ein abgespecktes N.I.N.A in Form einer guten App fände ich sehr praktisch. Fraglich ist nur, ob das nun unbedingt die Zielgruppe von N.I.N.A. ist. Außerdem hat da jetzt Touptek die kleine Box herausgebracht.