Reinhard_Lauterbach
Aktives Mitglied
Hallo allerseits,
nachdem wir hier nun ein eigenes Board für die Veränderlichen-Beobachtung haben, vielen Dank an die Moderation, möchte ich damit beginnen, dieses mit Inhalt füllen.
Seit etwa einem Jahr beobachte ich nun den Stern "T Corona Borealis", von dem man weiß, dass er in absehbarer Zeit zur Nova werden und dann für kurze Zeit bei um die 2 Mag. mit freiem Auge zu sehen sein wird. Zur Zeit bedarf es bei etwa 10 Mag. dazu noch eines Teleskops oder fotografischer Mittel.
Ich nutze für meine Beobachtung eine normale digitale Spiegelreflex-Kamera, meine betagte EOS 450d, und ein 135mm / f3,5 Teleobjektiv, ein Zeiss Sonnar MC welches noch älter ist. Bei der Belichtungszeit begrenze ich mich auf 3,2 Sekunden. Bei 400 ASA ist die Abbildung des Sterns auf den Rohbildern so grade zu erkennen und es bilden sich bei nicht nachgeführter Kamera noch keine nennenswerten Strichspuren. So kann die Kamera auf ein normales Fotostativ und ist mit einer Hand in Windeseile in den Garten gestellt. Das ist wichtig, denn es erleichtert die Überwindung des inneren Schweinhunds und erhöht somit erheblich die Messrate ;-).
EOD 450d mit Zeiss Sonnar MC 135mm / f3,5 auf Fotostativ:
Zuerst möchte ich einen kurzen Rückblick auf das letzte Jahr zeigen:
Ziel war es, einen gewissen Vorlauf für eine eventuelle Lichtkurve des Ausbruchs von T-CrB zu bekommen. Das Ganze wuchs dann zu einer etwas längeren Aktion aus. Es zeigte sich nämlich, dass ich mit der einfachen Methode in der Lage war, die Helligkeitsschwankungen und damit den Umlauf der beiden Komponenten des Doppelsternsystems nachzuweisen. Das führte dann zu einer näheren Beschäftigung mit den Eigenschaften des Systems und zur weiteren Beobachtung. Hier die finale Helligkeitskurve aus dem letzten Jahr (2024):
Die ganze Geschichte lässt sich hier im Forum unter folgendem Link nachlesen (lohnt sich):
https://forum.astronomie.de/threads/t-coronae-borealis-soeben-helligkeitssteigerung.358587/
Nun ist es nicht so, wie man vielleicht vermuten könnte, dass es sich bei dem Doppelstern um einen Bedeckungsveränderlichen handelt. Wir schauen unter einem Winkel von 67° auf das System und so sehen wir jederzeit beide Komponenten.
Allerdings wird der Rote Riese durch die Anziehungskraft des Weißen Zwergs so weit verformt, dass uns seine "Breitseite" (siehe Darstellung unten) eine relevant größere Oberfläche zeigt als die "Schmalseite". Das führt zu einer zyklischen Helligkeitsmodulation. Überlagert wird diese allerdings durch kurzzeitige Helligkeitsausbrüche, die auf den variierenden Materialtransport aus der Atmosphäre des Roten Riesen auf die Akkretionsscheibe zurückzuführen sind.
Quelle: Wikipedia
Nach eine gewissen Winterpause habe ich mittlerweile die Beobachtung des Systems wieder aufgenommen. Die bisher gesammelten Messdaten geben allerdings noch keine vernünftige Helligkeitskurve des Umlaufs her. Deshalb sind die Diagramme bisher noch auf den Dynamikbereich eines möglichen Ausbruchs skaliert. Wenn der noch auf sich warten lässt, dann werde ich natürlich auch wieder eine geglättete Kurve, die den Umlauf zeigt, anfertigen.
Hier also meine bisherigen Messungen in 2025:
Nun noch etwas gestreckt (das lässt schon einen Teil des Umlaufs erahnen):
Und meine Messwerte in Tabellenform:
(Die in der Tabelle angegebenen Zeiten entsprechen teilweise nicht den tatsächlichen Messzeitpunkten. Messungen die vor Mitternacht lagen habe ich auf 00:00 Uhr gesetzt, damit sie in der Grafik nicht um einen ganzen Tag verschoben erscheinen. Dabei habe ich MEZ bzw. MESZ genutzt und nicht UT. Asche auf mein Haupt!)
So, das wärs dann mal fürs Erste
Viele Grüße, CS und
füllt fleißig das neue Board,
Reinhard
nachdem wir hier nun ein eigenes Board für die Veränderlichen-Beobachtung haben, vielen Dank an die Moderation, möchte ich damit beginnen, dieses mit Inhalt füllen.
Seit etwa einem Jahr beobachte ich nun den Stern "T Corona Borealis", von dem man weiß, dass er in absehbarer Zeit zur Nova werden und dann für kurze Zeit bei um die 2 Mag. mit freiem Auge zu sehen sein wird. Zur Zeit bedarf es bei etwa 10 Mag. dazu noch eines Teleskops oder fotografischer Mittel.
Ich nutze für meine Beobachtung eine normale digitale Spiegelreflex-Kamera, meine betagte EOS 450d, und ein 135mm / f3,5 Teleobjektiv, ein Zeiss Sonnar MC welches noch älter ist. Bei der Belichtungszeit begrenze ich mich auf 3,2 Sekunden. Bei 400 ASA ist die Abbildung des Sterns auf den Rohbildern so grade zu erkennen und es bilden sich bei nicht nachgeführter Kamera noch keine nennenswerten Strichspuren. So kann die Kamera auf ein normales Fotostativ und ist mit einer Hand in Windeseile in den Garten gestellt. Das ist wichtig, denn es erleichtert die Überwindung des inneren Schweinhunds und erhöht somit erheblich die Messrate ;-).
EOD 450d mit Zeiss Sonnar MC 135mm / f3,5 auf Fotostativ:
Zuerst möchte ich einen kurzen Rückblick auf das letzte Jahr zeigen:
Ziel war es, einen gewissen Vorlauf für eine eventuelle Lichtkurve des Ausbruchs von T-CrB zu bekommen. Das Ganze wuchs dann zu einer etwas längeren Aktion aus. Es zeigte sich nämlich, dass ich mit der einfachen Methode in der Lage war, die Helligkeitsschwankungen und damit den Umlauf der beiden Komponenten des Doppelsternsystems nachzuweisen. Das führte dann zu einer näheren Beschäftigung mit den Eigenschaften des Systems und zur weiteren Beobachtung. Hier die finale Helligkeitskurve aus dem letzten Jahr (2024):
Die ganze Geschichte lässt sich hier im Forum unter folgendem Link nachlesen (lohnt sich):
https://forum.astronomie.de/threads/t-coronae-borealis-soeben-helligkeitssteigerung.358587/
Nun ist es nicht so, wie man vielleicht vermuten könnte, dass es sich bei dem Doppelstern um einen Bedeckungsveränderlichen handelt. Wir schauen unter einem Winkel von 67° auf das System und so sehen wir jederzeit beide Komponenten.
Allerdings wird der Rote Riese durch die Anziehungskraft des Weißen Zwergs so weit verformt, dass uns seine "Breitseite" (siehe Darstellung unten) eine relevant größere Oberfläche zeigt als die "Schmalseite". Das führt zu einer zyklischen Helligkeitsmodulation. Überlagert wird diese allerdings durch kurzzeitige Helligkeitsausbrüche, die auf den variierenden Materialtransport aus der Atmosphäre des Roten Riesen auf die Akkretionsscheibe zurückzuführen sind.
Quelle: Wikipedia
Nach eine gewissen Winterpause habe ich mittlerweile die Beobachtung des Systems wieder aufgenommen. Die bisher gesammelten Messdaten geben allerdings noch keine vernünftige Helligkeitskurve des Umlaufs her. Deshalb sind die Diagramme bisher noch auf den Dynamikbereich eines möglichen Ausbruchs skaliert. Wenn der noch auf sich warten lässt, dann werde ich natürlich auch wieder eine geglättete Kurve, die den Umlauf zeigt, anfertigen.
Hier also meine bisherigen Messungen in 2025:
Nun noch etwas gestreckt (das lässt schon einen Teil des Umlaufs erahnen):
Und meine Messwerte in Tabellenform:
(Die in der Tabelle angegebenen Zeiten entsprechen teilweise nicht den tatsächlichen Messzeitpunkten. Messungen die vor Mitternacht lagen habe ich auf 00:00 Uhr gesetzt, damit sie in der Grafik nicht um einen ganzen Tag verschoben erscheinen. Dabei habe ich MEZ bzw. MESZ genutzt und nicht UT. Asche auf mein Haupt!)
So, das wärs dann mal fürs Erste
Viele Grüße, CS und
füllt fleißig das neue Board,
Reinhard
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