Bino Aufsatz Frage

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Moin,
du brauchst unbedingt einen Lichtwegausgleich ( Barlowlinse ) dafür.
So ein Bino-Ansatz braucht etwa 110 mm Lichtweg. Das heißt, der Fokus muss um diese Länge weiter nach draußen gelegt werden.
Gruß
Jörg
 
Hallo,

das ist einer der gängigen Binoansätze im unteren Preisbereich. Den bekommst du im gleichen Preissegment auch bei einem der seriösen Händler. Dort kannst du problemlos reklamieren, wenn etwas nicht stimmt.

Bei Newton Teleskopen brauchst du in jedem Fall einen Ausgleich für den Glasweg, sonst kommst du nicht an das scharfe Bild. Bei diesen Modellen beträgt der Unterschied zum monokularen Fokus ca. 11 cm. So viel müsste dein Okularauszug sich weiter nach innen verstellen lassen. Miss ein mal wie viel Fokusierweg nach innen es bei scharfem Bild noch gäbe, dann weist du wieviel Glasweg der Korrektor ausgleichen müsste. Mit dieser Info kann dir ein seriöser Händler mit Beratung sagen, welchen Glasweg Korrektor du benötigst. Dieser wird vorn in den Binoansatz geschraubt und ergibt gleichzeitig eine Verlängerung der Brennweite um einen bestimmten Faktor, einer mit 1,3 würde aus deinem 8" f6 ungefähr einen f8 machen. Die Vergrößerung bei einer bestimmten Okularbrennweite erhöht sich entsprechend. Das erhöht aber die Chance, dass das Gesichtsfeld bei "normalen" 20 - 25 mm Okularen voll ausgeleuchtet wird; der freie Durchlass ist bei den günstigeren Bino Ansätzen nämlich nicht besonders groß, das führt bei längeren Okularbrennweiten und großem Gesichtsfeld zur Vignettierung. Überhaupt passen nicht alle Okulare gut an Binos, deine Nase muss ja auch noch zwischen die Okulare passen.

Wenn man weis, was man tut, kann das Beobachten auch mit solchen Bino Ansätzen viel Freude bereiten. Wenn man deutlich mehr will, dann muss man auch kräftig in die Tasche greifen.

CS Gerhard
 
Ich habe vor, mir ein Skywatcher Flextube zu kaufen.
Da wäre das dann mit dem Focus überhaupt kein Problem, weil ich den Flextube ja einfach kürzer ausziehen kann, oder?
 
Im Prinzip ja, allerdings hast du dann nicht mehr die volle Ausleuchtung, da der Fangspiegel näher zum Hauptspiegel rückt und dann Licht am Fangspiegel wieder vorbei geht.

Gruß Jörg
 
Hallo,

mit dem Flextube könntest du in der Tat auf einen Glasweg Korrektor verzichten. Wenn du ihn nicht ganz ausziehst, damit du in den Fokus kommst, ist der Fangspiegel allerdings ein wenig zu lein. Das ist nicht dramatisch, kostet dich aber etwas effektive Öffnung.

CS Gerhard
 
Ein Bino-Ansatz direkt aus China, incl. Barlowlinsen. Wenn du Glück hast, überlebt er den Transport sogar ohne Dejustage und Doppelbild.

Aber immerhin: Keinerlei Angaben dazu, wie groß die Prismen sind. Mit etwas "Glück" hat er so wenig Durchlass, dass du durch Tubuskürzen kein Licht verlierst, weil der Lichtkegel im Bino sowieso beschnitten wird und ohnehin nur Planeten ins Bildfeld passeno_O Dann aber viel Spaß beim Nachführen am Dobson...

Da musst du den Kaufpreis als Spielgeld ansehen: Entweder er funktioniert, oder funktioniert nicht. Wenn du dir einen Gefallen tun willst, nimm etwas mehr Geld in die Hand und kauf bei einem Händler, der seine Ware kennt und Garantie gibt. Auch die billigen Bino-Ansätze vom Fachhandel leuchten nur Okulare bis rund 24mm Brennweite aus; große Prismen kosten mehr Geld - ebenso wie eine stabile Prismenbefestigung im Bino-Ansatz.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo,

@deirfloo Bei der letzten Preisansteigungen im Astroladen kann ich schon nachvollziehen das man nach alternativen sucht.
Am Dobson allgemein würde ich so ein Bino gar nicht einsetzen, nicht einmal für Planeten mit ~2x GWK wenn sie mal endlich näher sind, und grösser und detailreicher zu sehen sind.
Ich habe mir so einen equivalenten wie von dir vorgeschlagenen Binoviewer geholt von WO, und der ist makellos sauber und justiert bei mir angekommen über einen Deutschen Astro Händler. Aber auch nur aus dem Grund da ich ein langen f11 Refraktor habe mit irrsinnig großzügigen anpassbaren Backfokus. Und der Bino benutze ich nur für die zwei lichtstärksten Objekte, für die Sonne primär im Continuum(mit passender Filterung, Achtung Erblindungsgefahr), und den Mond manchmal secundär.
Für DSO, oder schönere lichtstärkere Sternhaufen ziehe ich immer noch meine 2Zoll Okulare vor im selben Brennweitenbereich. Bringt mir einfach mehr.

Was der Alex oben gemeint hat stimme ich voll zu.

Wenn du irgendwie ein guten Nutzen für so ein Bino hast, und mit seinen Limitierungen gut leben kannst rate ich dir zu den am besten bei einem reputierten Händler den zu kaufen, auch wenn er jetzt bis zu fast das dreifache kostet. Manche sehr wenige Anbieter, wie WO haben gesonderte Bestellungen in China und da wird das dann geprüft.
Willst du jetzt was ganz ordentlichen haben mit wenigeren Limitierungen und der noch fast Großfeld heißen soll, gehts direkt in Richtung Baader und andere, d.h. der zehnfache Preis. Ich war jetzt auch nicht bereit diese Knete auszugeben für die geringere Steigerung im maximalen Durchlass bei meinem Equipment.
Hätte ich mich zu einem (GSO) 8/12"Dob entschlossen, kommt weder dein vorgeschlagener, noch mein WO in Frage, und nur sehr schwer zähneknirschend ein Grossfeld in Frage.
Wäre das jetzt ein ab mindestens 16" passenden no GSO Dob aufwärts, würde ich in diesen Fall vielleicht doch wiederwillig die unsinnigen knapp 2k€ ausgeben. Grossfeld und allendrum und dran.
Da ich aber zu Faul bin so ein riesen Teil rumzuschleppen, und aufzubauen. Und schon bei weitem Genug habe meine kleine EQ mit allendrum und dran aufzubauen, was immense Zeit frisst. Würde ich beim zwei äugigen Sehen, mehr bei Japser/APM Qualitäts Komplett Geräten mit wechselbaren Okularen rumschnuppern, und dort was ganz ordentliches holen. So ein Gerät bleibt dann endgültig bei mir, und hat sich dann gelohnt auf jedem Falle.
Dein Dob Plan mit dieser(/wie meiner) Art von Bino kann ich nur persöhnlich abraten. Wirst nicht glücklich damit werden.

Mit einem Gruss,
CS, Martin
 
Hallo,
den Bino im Amazon Link habe ich mal als Celestron Bino bei eBay-Kleinanzeigen gekauft.
Schrott. Uber Paypal konnte ich das rückgängig machen. Damals für 125€.Jetzt steht das Ding wieder bei eBay-Kleinanzeigen drin, aber für 165€.
Finger weg.
Gruß *entfernt*
 
Danke für die vielen Antworten.
Da ich ein Flextube mit Nachführung kaufen möchte (skywatcher 12" goto) spielt das kleinere erreichbare Sichtfeld keine Rolle, denn ich gehe jetzt mal davon aus, dass das Tracking so gut funktioniert, dass Planeten bzw Mond schön zentriert bleiben.
Die Prismen kann man wahrscheinlich auch bei so einem günstigen Binoansatz justieren, nehme ich an.
Eine gute Barlow hab ich.
Ich habe jetzt einen normalen 8" ohne flextube. Komme ich da mit meiner 2x Barlow wahrscheinlich in den Fokus?
Wie kann ich das berechnen?
Zwei kleine Barlowaufsaetze sind ja auch dabei.
Vielleich warte ich auch einfach noch ein paar Monate, bis sich die Preise wieder beruhigt haben...
 
Optimist. Selbst wenn die Prismen justierbar sind, heißt das noch lange nicht, dass sie die Justage auch halten. Wenn's dumm läuft, hast du verklebte Mini-Madenschrauben in Plastikfassung. Immerhin musst du nur für deinen eigenen Augenabstand justieren - die Knickbrücke ist noch ein zusätzlicher Schwierigkeitsgrad bei der Justage.

Um mal auf einen Fachhändler zu verweisen: Auf
gibt's zwei PDFs zur Ermittlung der Brennweitenverlängerung von Barlows. Dann brauchst du nur noch den Backfokus deines Teleskop (kannst du am Mond ermitteln, indem du ihn auf ein Blatt Papier projizierst und den Abstand misst) und den Abstand zwischen Barlow und Okularen, also den Lichtweg vom Bino incl. Adaption. Die weiß dein Händler, oder du misst selbst nach wenn du ihn in den Händen hast :)

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo deirflo,

wenn man die Beiträge auf cloudynights zum Thema binoviewer liest, scheint es bei den "preiswerten" Binos keine großen Unterschiede zu geben. Die Prismen sind sehr gut vergütet und die Transmission ist ziemlich hoch. Bei mir ist noch kein Bino mit exakter Justage über den Postweg angekommen (auch kein Zeiss). Grobjustage kann man häufig über die Okularstutzen vornehmen - ist kein Hexenwerk, wenn Du es Dir zutraust. Ich nutze den Bino hauptsächlich am Planeten, da bei Deep Sky die Lichteinbuße zumindest mit Prismenbinos recht hoch ist, Spiegelbinos sind etwas besser, aber prinzipbedingt immer noch nur 50% pro Auge. Anders sieht die Sache bei einem Linearbino aus, hier werden zwei Halbbilder in voller Lichtstärke an das Auge weitergereicht, aber das hat auch seine Tücken. :)

CS Roman
 
da bei Deep Sky die Lichteinbuße zumindest mit Prismenbinos recht hoch ist, Spiegelbinos sind etwas besser, aber prinzipbedingt immer noch nur 50% pro Auge. Anders sieht die Sache bei einem Linearbino aus, hier werden zwei Halbbilder in voller Lichtstärke an das Auge weitergereicht, aber das hat auch seine Tücken. :)
Mein 20 Jahres altes Großfeldbino hat eine Transmission von 92%. Das ist bei den neuen sicher nicht schlechter. Das soll mir das Linearbino erst mal vormachen mit 10 Glasluftflächen und einem Spiegel. Der Licht wird da auch aufgeteilt, nur mit einer anderen Methode. Das ist physikalisch gar nicht anders möglich.

Hallo,
Ich hab ein 8" Dobson f6 und vielleicht auch bald ein 12" f5.
Ich würde gern msl einen Binoansatz ausprobieren und wollte kurz hier bei den Spezialisten nachfragen, ob jemand Erfahrungen mit diesem Ansatz (oder einem baugleichen) gemacht hat:

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das was ist. Da sollen für 120 Euro sogar noch 2 Barlow-Elemente mit dabei sein. Wenn man da noch die Mehrwertsteuer und die Marge für Zwischenhändler, den Transport und co abzieht...da kann man eigentlich nichts sinnvolles für produzieren.

Im Gegensatz zu den Aussagen der anderen habe ich mit meinem Dobson fast ausschließlich mit dem Bino beobachtet. Das geht sehr wohl. Auch ohne Glaswegkorrektor bei 7mm Austrittspupille, wenn man einen Okularschlitten hat. Ich habe mir auch mal ein Riesenbino aus zwei 8" Newtons gebaut. Beim Vergleich mit einem 12" f/5 mit Binoansatz liegen beide Teleskope erstaunlicherweise gleichauf im mittleren Vergrößerungsbereich. Im oberen Bereich ist der 12"er klar vorne wegen der höheren Auflösung. Vom Farbfehler sieht man bei 7mm Austrittspupille trotz f/5 und dem Unken im Internet erstaunlicherweise nicht groß was. Dazu ist die Vergrößerung zu niedrig. Bei niedrigen Vergrößerungen liegt logischerweise das Riesenbino vorne, da man dort mit dem großen Dobson gar nicht hinkommt wegen der dann zu großen Austrittspupille. Das Riesenbino bringt dann noch dieses ruhige saubere Bild. Das hat schon etwas, ist aber mechanisch extrem anspruchsvoll.

Bei einem normalen Dobson mit Grayford Auszug hat man kaum Backfokus, d.h. dort muss man den optischen Weg des Binos komplett ausgleichen. Jeder seriöse Hersteller bietet Glaswegkorrektoren inklusive Angabe des kompensierten optischen Weges an. Je größer der Faktor desto größer die Kompensation. Ganz kompensieren die Glaswegkorrektoren den optischen Weg allerdings nicht. Den Rest bekommt man kompensiert, in dem man den Abstand des Korrektors vom Bino vergrößert. Damit habe ich die 114mm meines Großfeldbinos komplett kompensiert. Allerdings erhöht das auch die Gesamtbrennweite. Damit ist man auf hohe Vergrößerungen festgelegt. Bei meinem f/5 war ich schätzungweise bei f/14 und damit bei maximal um 2mm Austrittpupille. Damit muss man seine Objekte erstmal finden...

CS Joachim
 
...wie gesagt, das Prinzip eines Linearbinos ist komplett anders und was dort an jedem einzelnen Auge ankommt ist trotz Transmissionsverlusten prinzipbedingt immer noch deutlich heller als bei einem konventionellen Bino, super duper Großfeld hin- oder her. ;-)
 
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Meins hat 92% Transmission. Von 1000 Photonen, die von meiner Optik gesammelt werden, kommen 920 wieder am Bino raus, 460 auf jeder Seite. Theoretisch können es maximal 500 je Seite sein, also insgesamt die 1000, die vor rein kommen. Egal welches Prinzip. Mehr als die geht physikalisch nicht, auch nicht mit einem Linearbino.

Rechne es mal an dem Beispiel mit 1000 Photonen vor.
 
Wegen der halbkreisförmigen Austrittspupillen sieht es heller aus, solange man nicht durchguckt.
 
Es ist doch ganz einfach: ein klassisches Bino produziert zwei vollständig runde Austrittspupillen, jeweils mit 50% Intensität (Transmissionsverluste vernachlässigt). Der Linearbino teilt die ursprüngliche AP in zwei Hälften mit jeweils 100% Intensität, aber eben zwei Halbkreise. In der Prxis scheint dieses Prinzip für Objekte, die in die jeweiligen Halbkreise passen, gut zu funktionieren. Allerdings berichten einige Nutzer, dass das Zusammenführen/ Merging der Bilder je nach Vergrößerung und Augenabstand des Binos unterschiedlich gut gelingt. Aber darum ging es hier nicht, ist jetzt eh alles offtopic, der gute deirfloo wolte sich doch nur ein preiswertes Bino schießen, was ich übrigens immer noch für eine gute Idee halte, allein ob die beigelegten Barlow in der vorgesehenen Konfiguration funktionieren habe ich Zweifel. :cool:
Ich gehe jetzt wieder beobachten, mit meinem Aktivbino, der schießt über eine Stromquelle zusätzliche Photonen ein. :ROFLMAO: :ROFLMAO::ROFLMAO:
 
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Das war nur eine Veranschaulichung, drum hatte ich geschrieben: Transmissionsverluste vernachlässigt ;)
 
Ich weiß nicht, ob du das nicht kapieren willst oder kannst. Es kann nicht mehr hinten rauskommen, als man vorne rein steckt. Du kaperst den Thread hier, der TE ist längst abgehängt. Argumenten bist du nicht zugänglich, verhöhnst Leute, übermäßige Verwendung von Auslach-Emojies Ich pack dich mal auf meine Ignorierliste.
 
@deirfloo Ich würde dieses Bino nicht kaufen. Ich kenne es zwar nicht, aber für den Preis kann man nichts vernünftiges produzieren und es ist aus den Angaben nicht klar, inwiefern die beiliegenden Barlow-Elemente den Glasweg ausgleichen. Diese Info brauchst du aber beim Newton, den dort muss fast der gesamte Glasweg ausgeglichen werden.

Wenn man mit dem Bino beobachten will, muss man etwas Geld in die Hand nehmen. Da hilft nichts. Es muss kein Großfeldbino sein (TS hat z.B. ein relativ günstiges im Angebot), aber alleine die zum Bino dazu kommenden Komponenten wie der Glaswegkorrektor und jeweils ein Okularpaar statt einem einzelnen Okular machen das ganze einfach teuer.

Wenn du das am Newton einsetzen willst, brauchst du meiner Meinung eine fachliche Beratung, wegen des Ausgleichs des Glaswegs. Mir hat z.B. damals Baader eine Kombination aus Glaswegkorrektor und Verlängerungshülsen zusammengestellt, die den Glasweg komplett kompensieren. Da der Korrektor dann aber ziemlich weit vorm Bino sitzt, wird das Setup anfällig für Relektionen. Deshalb habe ich mir meinen Dobson umgebaut, damit ich mehr Backfokus habe und ohne die Verlängerungen auskomme.

CS Joachim
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hatte in meinem Ausgangsposting nur eine Nebenbemerkung gemacht, die als Anregung gedacht war. Ursprünglich habe ich sehr zielgerichtet auf die Frage des Themenstarters geantwortet. Gekapert haben den Thread andere, weil nicht sein kann was nicht sein darf. Und dann wurde ich verunglimpft, mit Münchhausen verglichen etc. Das ist die bekannte Rhetorik hier.
Und nochmal: wer sich die Erfahrungsberichte auf CN durchließt kommt zu dem Schluß, dass die preiswerten Prismenbinos sogar eine höhere Transmission aufweisen können als etwas ältere Großfeldbinos. Das sagt freilich noch nichts über die restliche Qualität aus. Aber wenn man damit leben kann ist es eine gute Wahl.
 
Es wird mir also in erster Linie wegen der problematischen Glaswegkorrektur abgeraten.
Wenn ich aber ein Flextube Teleskop habe, kann ich doch mit dem längeneinstellbaren
Tubus den Lichtweg verkürzen.?
Ok, es geht dann vielleicht etwas Licht am FS vorbei, aber bei lichtstarken Objekten sollte das kein Problem sein, oder?
 
Hallo Freunde

Hier scheinen wohl noch einige Irrtümer und Unwissenheiten über Binokularansätzen zu grassieren.

Nun, fangen wir mal ganz von Vorne an.

Eines erst mal vorweg: So ein Bino hat mit einem zu kleinem Fangspiegel zu engem Okularauszug oder dem Taglichtblendrohr in einem Cassegrain einiges gemeinsam. Das Lichtbündel jeder Optik ist, in dem Bereich wo der BA (Binokularansatz) das Licht im Strahlengang abgreift, deutlich größer als die vordere Öffnung des BA. Daher kommt es je nach Öffnungsverhältnis mehr oder weniger zu Defiziten in der Ausleuchtung. Der Bildkreis der in der Bildebene noch zu 100% ausgeleuchtet wird ist nochmals deutlich kleiner als der Durchmesser am Binoeingang. Wie groß der tatsächlich zu 100% ausgeleuchtete Bildkreis ist könnt ihr dieser Tabelle von verschiedenen BAs entnehmen. Auch das ist abhängig vom Öffnungsverhältnis. Wie man nun sieht ist hier mal ein langsames Öffnungsverhältnis deutlich bevorteilt!

Zu nächst einmal benötigt jeder BA (Binokularansatz) Lichtweg mit nur einer Ausnahme, aber das ist ein Sonderfall den ich nicht empfehlen möchte denn der bringt wieder andere Nachteile mit sich.
Beim Großfeldbino beträgt der benötigte Lichtweg ca. 110 mm. Jetzt muß man sich vorstellen wo dieses Bino mit seinem Eingang von 28mm das Lichtbündel vom Strahlengang abgreift und wie das Lichtbündel an diesem Punkt, also 110 mm vor der Primärbildebene, dimensioniert ist!
Wie Ihr ja alle wissen solltet verläuft das Lichtbündel von der bildgebenden Optik (Linsenobjektiv / Hauptspiegel) her zur Bildebene in einem Winkel, der durch das Öffnungsverhältnis definiert wird, spitz zu bis zum Brennpunkt / Bildebene. Der Bildkreis an dem nun das Bino das Licht abgreift ist dadurch deutlich größer als der Bildkreis den das Bino erfassen kann. Um wie viel der Bereich größer ist hängt von Öffnungsverhältnis ab und damit dem Winkel in den das Lichtbündel zum Brennpunkt verläuft. Und hier verliert man das meiste Licht!
Bei 110mm Lichtweg des BA ändert sich der Durchmesser vom Lichtbündel bei:
-F4,5 um 24,4mm
-F5 um 22mm
-F10 um 11mm
-F20 um 5,5mm
Daher erreicht eine F20-Optik auch eine bessere Feldausleuchtung als die schnelleren Optiken siehe nochmals die Tabelle! Bei kleinen BAs tendiert der zu 100% Ausgeleuchtete Bildkreis bei F5 gegen Null wo gegen der Bildkreis bei einer F20-Optik immer noch bei über 20mm liegt! Wir verschenken an Schnellen Optiken also auch Öffnung und Auflösung!

Um nun bei schnellen Optiken die Ausleuchtung zu verbessern muß das Strahlenbündel wesentlich näher an der Teleskopbildebene / Primärbildebene abgegriffen werden wo das Lichtbündel im Durchmesser wesentlich kleiner ist. Damit bekommen wir mehr Licht ins Bino.
Und hier bekommen nun die Lichtwegkorrektoren ihren wahren Sinn!
Mit diesen Korrektoren wird die Bildebene nach hinten hinaus verlagert und wir können das Primärlichtbündel näher an der Primärbildebene abgreifen wo es nun mal wie vorhin beschrieben im Durchmesser kleiner aber auch intensiver gebündelt ist und so mehr Licht ins Bino gelangt! Wir nutzen dann praktisch mehr Öffnung! Hier liegt der währe Sinn eines Lichtwegkorrektors!
Wir verlieren über die Brennweitenverlängerung zwar an Flächenhelligkeit, die bekommen wir aber wieder herein in dem wir nun längere Okularbrennweiten verwenden um an eine gleiche Austrittspupille zu kommen. Allerdings verlieren wir am maximalen Gesichtsfeld. Es wird kleiner. Das ist dann der Preis den wir für eine bessere Ausleuchtung und ein helleres Bild zahlen müssen!

Wer das nun alles einigermaßen verinnerlicht hat dem sollte nun klar sein das es bei einem Bino um eine möglichst großen Eingang und einem möglichst kurzem Lichtweg ankommt um optimale Ergebnisse zu erzielen. Das alles ist mit Kompromissen behaftet und der eigentliche Preis bleibt ein vergleichsweise kleines wahres Gesichtsfeld.

Was nun das ganz am Anfang erwähnte Billig-Bino anbelangt so scheint es hier im Forum noch ein Haufen an Vorurteilen zu geben. Wer hat denn nun hier wirklich mal durch so ein Teil hindurch geguckt? Ich denke, hier gibt es am Markt noch einige versteckte Produkt-Gleichheiten von ein und dem selben Hersteller!

Dazu empfehle ich auch sich hier einmal durch den schon vom Klaus empfohlenen Beitrag von 25 Seiten hindurch zu kämpfen. Google übersetzt mir das automatisch. Das hat vielfach seine Längen bringt aber in der Gesamtheit einen brauchbaren Überblick über das Marktgeschehen mit seinen Vor- und Nachteilen in Sachen Qualität sowie Produktgleichheiten unter verschiedenen Labels.

Zum Flex Tube-Dobson:
Die Verwendung eines BA an einem F5-Flex Tube Dobson ohne Glaswegkorrektor ist aus oben ersichtlichen Gründen ein Irrweg. Man gewinnt zwar beim maximalen Gesichtsfeld verliert aber an Öffnung wie bei einem Newton mit zu kleinem Fangspiegel der keinerlei Ausleuchtung zu 100% mehr bieten kann!

Freunde, laßt Euch das noch einmal richtig durch den Kopf gehen und lest das bitte mehrmals falls ihr die ganzen Zusammenhänge noch nicht begriffen habt.

Und damit wünsche ich noch allen viel Glück fürs neue Jahr!

Peter
 
Hallo Peter (arago),

deine Bemerkungen zur ausleuchtungsbegrenzenden Wirkung eines Binokularansatzes stimmen zwar prinzipiell, gleichwohl sind sie insofern nicht ganz praxisgerecht, als Harrie Siebert in seiner Tabelle nur das zu 100% ausgeleuchtete Feld betrachtet. Das menschliche Auge hat ja einen logarithmischen Response und nimmt einen Helligkeitsabfall zum Bildfeldrand erst bewusst wahr, wenn die Ausleuchtung mindestens um 30% gegenüber dem achsialen Wert abgefallen ist. Wer das nicht glaubst, dem empfehle ich die Lektüre eines alten Threads hier im Forum, wo es um die Ausleuchtung von Schmidt-Cassegrain-Optiken ging.

Für visuelle Anwendungen, und dabei handelt es sich ja bei Binokularansätzen immer, ist es stattdessen sinnvoller, die Feldgröße zu betrachten, wo die Ausleuchtung am Feldrand auf die Hälfte des zentralen Wertes abgefallen ist. Mit einiger Überlegung kann man für nicht zu schnelle Optiken eine Näherungsformel finden, siehe dazu Ausleuchtung am Newton

d_1/2 = B f/(f-f ')

dabei ist

d_1/2 = Felddurchmesser, wo die Ausleuchtung am Rand auf 50% abfällt
B = Durchmesser der Aperturblende beim Refraktor bzw. kleiner Durchmesser vom Fangspiegel beim Newton
f ' = Abstand der Blende vom Fokus bzw. seitliche Ablage der Brennebene von der optischen Achse beim Newton
f = Brennweite des Objektivs

Wenn im vorliegenden Fall der Eingang vom Binokularansatz die effektive Blende darstellt und diese in einem Abstand f ' vor der Brennebene steht, dann ist das am Bildrand zur Hälfte ausgeleuchtete Feld mindestens so groß wie die Apertur vom Binokularansatz, jedenfalls solange die Öffnungszahl der Optik f/D > f '/B ist.

Z.B. für einen Newton mit f/D = 5, f = 1000 mm, f ' = 120 mm und eine Apertur B = 24 mm erhält man theoretisch immerhin ein brauchbares Feld von

d_1/2 = 27 mm

Wohingegen das zu 100% ausgeleuchtete Feld eine Größe von null hat:

d = [B - (f '/f) D] / (1-f'/f)

Tatsächlich hat man zunächst aber erst mal das Problem, ausreichen Backfokus für den Binokularansatz zu schaffen, und deshalb führt jedenfalls bei den konventionellen Typen mit dem Strahlteilerprisma kein Weg an einem Glaswegkorrektor vorbei. Der Effekt mit der Ausleuchtung kommt noch dazu, ist aber wie oben erklärt meines Erachtens weniger gravierend.

Was bei der Diskussion von diesem "linearen" oder "Nullweg" Binokularansatz hier völlig unter den Tisch gefallen ist, sind die Beugungseffekte von der Dachkante im Strahlengang, welche jedenfalls Anwendungen bei hohen Vergrößerungen insbesondere an Planeten erheblich einschränken. Man kennt das ja von Amici-Prismen. Siehe dazu Tecnosky Horizon Binocular und Diskussion dazu.

Gruß und alles Gute zum Neuen Jahr,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Namensvetter

Ich habe einen 16-Zoller F4,5. An dem verwende ich einen Glaswegkorrektor von Siebertoptics. Mit einem Verlängerungsfaktor von nominal 1,3 ist der in der Lage die gesamten 110mm Lichtweg vom Bino zu überbrücken. Die Feldlinse vom Korrektor seinerseits liegt mit der dazu gehörigen Distanzhülse dann immer noch rund 69mm vor der Primärbildebene. Die Feldlinse hat hier 22,5mm Durchmesser und liegt damit rund 179mm vor der Bino-Bildebene.
Das Newton kann ohne Bino mit dem 88mm Fangspiegel ein Feld von 7mm zu 100% ausleuchten. Bei 28mm Felddurchmesser bleiben noch etwa 88% am Rand.
Auf den 69mm von der Primärbildebene bis zur Feldlinse des Korrektors weitet sich der Strahlengang um rund 15,3mm auf. Die Feldlinse vom Korrektor hat aber hier nur einen Durchmesser 22,5mm.
Soll das Newton einen Bildkreis von 27mm ausleuchten so wie bisher so ist 69mm vor der Primärbildebene mindestens ein freier Durchgang von 42mm notwendig. Es sind aber nur 22,5mm! Der Lichtverlust ist hier nicht das Entscheidende sondern der Öffnungsverlust denn von der Vignettierung ist in erster Linie das Licht vom Außenbereich des Haupspiegels betroffen! Abgesehen davon habe ich auf der Achse noch die Abschattung vom Fangspiegel der 67mm vor der Bildebene bei F4,5 auch noch einen Durchmesser von mindestens 15mm vereinnahmt und von wo nichts kommt.
Bei Lichte betrachtet reduziere ich den 16-Zoller mit diesem Korrektor auf rund 200-220mm Öffnung mit 88mm Obstruktion! Der Helligkeits- und Auflösungsverlust ist hier deutlich sichtbar!
Um diesen Licht und Auflösungsverlust in Grenzen zu halten eignet sich da eher eine 2"-Barlowlinse mit einem freien Durchgang von 37mm oder der große Korrektor in 2"!
Mit der F20-Optik habe ich diese Probleme nicht. Hier habe ich auch ohne Glaswegausgleich am Bino immer noch ein zu 100% ausgeleuchteten Bildkreis von 22,5 mm Durchmesser!

Gruß Peter
 
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