Der Letzte seiner Art ?

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Hallo Jan,

Zitat von Jan_Fremerey:
Ob wir nun zusätzlich noch eine Barlow und/oder eine Videokamera mit Bildschirm zwischen das Objektiv und unser Auge schalten, das macht m.E. keinen prinzipiellen Unterschied.

nenne mich altmodisch, oder sentimental, oder was auch immer:

Aber zwischen einem rein mechanischen oder optischen Hilfsmittel, das aus Rohren, Schrauben und geschliffenen Gläsern besteht, und einem schwarzen Kasten mit jeder Menge Elektronik drin ist *für mich* ein extremer Unterschied, wie er extremer nicht sein kann.

Auch der Blick durch eine normale Brille ist doch sehr "direkt" und kaum etwas anderes als der mit ganz bloßem Auge. Dagegen in einen Bildschirm zu schauen, ist eine völlige Trennung vom eigentlichen Geschehen.

Ich möchte damit keinesfalls dagegen argumentieren, irgendwelche Beobachtungen am Bildschirm zu machen.

Ich möchte nur sagen, daß es einfach etwas ganz anderes ist. Mit sicherlich eigenen Vorzügen, aber eben auch Nachteilen.

Wie schon andere schreiben: Leben und leben lassen – jede Variante der Amateurastronomie hat ihre Berechtigung!

LG
Thomas
 
Hi allerseits,

ich denke nicht, dass Karsten gefragt hat "Wer ist der bessere Hobbyastronom" ... ?)

Ich interpretiere seine "eigentliche" Frage bzw, Aussage dahingehend, dass er den Markt sich mehr und mehr auf Astrofotografie und diversen "High-Tech" einstellen sieht, wobei die konsequente "Beackerung" des "visuellen Segments" - insbesondere mit sowas wie Innovationen - sträflich vernachlässigt wird.

Und wenn sich einer lieber "digitalisierte" Photonen anschaut oder solche als (gekünsteltes ;) ) "Werk" festhält, dann soll er's halt tun, andere und ich lassen diese halt lieber als solche unmittelbar "aufs Hirn wirken" :)
 
Hi Ralf

Ich interpretiere seine "eigentliche" Frage bzw, Aussage dahingehend, dass er den Markt sich mehr und mehr auf Astrofotografie und diversen "High-Tech" einstellen sieht, wobei die konsequente "Beackerung" des "visuellen Segments" - insbesondere mit sowas wie Innovationen - sträflich vernachlässigt wird.

Rein vom Markt her nüchtern betrachtet: Die Kohle für die Händler steckt sicherlich in der fotografischen Linie. Man überlege nur mal, welches Zubehör ich benötige, um halbwegs gute Fotos zu machen. Visuell kenne ich aber viele, die kaufen sich das Gerät (egal, ob billig oder Einzelanfertigung), noch ein paar gute Okulare und dann ist fertig (d.h. der Händler wird nicht mehr viel an dieser Person verdienen).
Anders fotografisch (bin selbst nach 20 Jahren visuellen schauen dorthin mutiert. Man glaubt es nicht, was man dazu alles braucht, und selbst wenn man es nicht wirklich braucht, wird es wahrscheinlich doch gekauft, denn der Nachbar hat ja auch so etwas (und dessen Bilder sind immer irgendwie besser) -> also kann es nur an diesem Teil liegen usw. usw. usw.

aber trotzdem gibt es wesentlich mehr visuell beobachtende Sternfreunde, als man glauben mag (man lese z.B. im Astrotreff die vielen Berichte abseits von organisierten Teleskoptreffen)

Grüße aus Innsbruck
Tom
 
Zitat von Thomas_John:
Dagegen in einen Bildschirm zu schauen, ist eine völlige Trennung vom eigentlichen Geschehen.
Zitat von Quentchen:
... andere und ich lassen diese halt lieber als solche unmittelbar "aufs Hirn wirken"
Hallo Thomas und Ralf,

da habt Ihr beide in der Tat Recht, und das ist auch der entscheidende Vorteil der Beobachtung unmittelbar am Okular: Das Auge kann mit rein optischen "Sehhilfen" eine sehr viel größere Helligkeitsdynamik und weitaus feinere Farbabstufungen wahrnehmen als jede Elektronik heutzutage. Das ist jetzt mal ein unbestrittener Sachverhalt aus sinnesphysiologischer bzw. physikalischer Sicht, der aber vermutlich auch ganz wesentlich die Faszination der Beobachtung unmittelbar am Okular - besser noch am Bino - begründet.

Es mag durchaus zutreffen, dass der Markt heutzutage zunehmend die "Bildschirm-Generation" im Visier hat und zu deren Gunsten das Angebot an sinnvoll durchdachten, rein optischen Instrumnten buchstäblich aus den Augen verliert. Diese Entwicklung ist ja bedauerlicherweise nicht nur im Bereich der Optik erkennbar. Musik wird doch auch zunehmend multimedial vermarktet, und wer weiß, wie lange man noch Briefe von Hand schreiben und befördern wird ...

Wer das unmittelbare Erlebnis in optimaler Qualität sucht, muss oft extra Geld aufwenden, und das gilt offensichtlich insbesondere auch für Teleskope.

Gruß, Jan
 
Hallo Zusammen.

Wer meinen Beitrag weiter oben sinnerfassend gelesen hat, wird merken, dass ich "den Visuellen" unterteilt habe in "Sternegucker" und "visuelle Beobachter".

Der Sternengucker, wozu ich mich derzeit (!) zähle, kommt wegen Zeitmangel und Wetter nicht allzu oft ans Teleskop. Da die letzte Beobachung schon weiter zurückliegt, fallen Vergleiche in der Beobachtung schwer und es wird einfach der Himmelsanblick genossen.

Der visuelle Beobachter kommt öfters dazu sein Teleskop aufzubauen und/oder ist auch schon länger dabei. Er hat sicherlich schon viele Abende mit dem verbracht, was der Sternengucker derzeit macht. Deswegen kann der visuelle Beobachter Vergleichen und ist daran interessiert, aus seinem Gerät das bestmögliche Potential auszuschöpfen, um dann den Himmelsobjekten mehr Details und Feinheiten entlocken zu können. Komakompensierendes Zubehör oder sonstige Spezialwünsche werden sicherlich erst vom richtigen visuellen Beobachter verlangt und nicht vom Sternengucker.

Wegen Zeit, Wetter und Deinteresse bleiben viele "Visuelle" sicherlich lange Zeit oder für immer reine Sternengucker.

Im Sommer gab es eine Woche mit gutem Wetter, in der ich mal 5 Abende nacheinander mein Teleskop aufbauen konnte. Am 4. und 5. Abend war ich dann schon eher der "visuelle Beobachter", da ich zeitnah Vergleichsbilder der Vorabende im Kopf hatte und deshalb auch Spass, den Nebeln und Galaxien das letzte bisschen an Details zu entlocken soweit möglich.
Seitdem habe ich nicht öfter als 10 Mal mein Gerät aufgebaut und es so blieb es dann bei mir wieder beim "Sternengucken".

Ich vermute, dass es einigen Leuten so gehen wird wie mir.
Wenn der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Beobachtungsabenden länger wird, werden Vergleiche schwerer und Materialwünsche sicherlich schwächer. Ein heute mit gegebener Ausrüstung gemachtes Foto kann ich jedoch jeden Tag mit Fotos vergleichen, die mit anderer Ausrüstung geschossen wurden und so wird auch der Wunsch nach aufwändigerem Material höher denke ich, welcher dann widerum vom Angebot bedient wird.

Wenn Karsten sich die Frage stellt, ob er der letzte seiner Art ist, denke ich, dass die Antwort ganz klar nein lautet.
Ich denke jedoch, dass nur wenige so tief in der Materie drin sind, das ihnen die Wünsche nach dem von Karsten erwähnten Zubehör aufkommen. Wenn ich öfters Beobachten könnte, dann würde mein Dobson sicherlich auch eher heute als morgen durchoptimiert werden und meine Ansprüche steigen, da ich von Abend zu Abend die Unterschiede in der Leistung sehen würde. Aber da dies nicht so ist und ich nur selten ans Teleskop komme, kann ich mich selbst halt doch nicht zu "dieser Art" hinzuzählen.
Vermutlich werden die Leute zu "dieser Art" gehören, die das Glück haben, oft zum Beobachten zu kommen oder die auf eine so lange Beobachtungserfahrung zurückblicken können, dass Wünsche und Vorstellungen steigen, da man einfach schon mehr Vergleiche erleben konnte und gesehen hat, was in der reinen visuellen Beobachtung möglich ist.
Wenn ein beim Händler angebotenes Teleskop von Anfang an "besser" konstruiert ist, kommt das natürlich beiden Sternfreunden zu Gute. Vom Sternengucker ist wohl sicherlich weniger Rückmeldung über das Gerät oder Forenaktivität zu erwarten, da er seinen Kram beisammen hat und mit den gegebenen Mitteln hin und wieder in den Himmel schaut und dabei mehr oder weniger zufrieden ist.
 
Hallo Bernd,

sehr wichtig erscheint mir, dass es eben eigentlich egal sein könnte, ob da nun ein Gucker ein Teleskop kaufen möchte oder ein Beobachter und man kann durchaus mehrfach in seiner Beobachterlaufbahn vom Gucker zum Beobachter werden und umgekehrt.

Das könnte dem Hersteller, dem Händler und dem Teleskopkäufer ziemlich egal sein. Wenn bei der Konstruktion der Teleskope einige simple, kostengünstige aber eben wichtige Dinge beachtet würden. Das würde den Beobachter vollauf zufriedenstellen und den Gucker wohl kaum stören.

An dieser simplen Tatsache läuft einiges im Marketing und auch in diesem Thread vorbei. Es ist machbar, keineswegs kompliziert und auch nicht teuer wenn es von Haus aus gemacht wird.
wir sind dafür, uns die Wahl zu ermöglichen. Derzeit haben wir sie kaum.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Günther.

Absolute Zustimmung. Das schrieb ich ja im vorletzten Satz. Ein besser gebautes Teleskop ist für jeden Sternfreund von Nutzen.
Da vermutlich jedoch nur die intensiveren Beobachter die Mängel auch ansprechen und die Motivation haben, diese dem Händler/Hersteller vortragen, werden sich diese Mängel leider wohl so lange halten können, bis ein Konkurrent diese beseitigt und sein Produkt dann Vorteile gegenüber einem anderen hat, was dann natürlich werbewirksam sein könnte.
Damit meine ich z.B. die Firmen/Labels, die bei preisgünstigen Dobsonteleskopen untereinander konkurrieren und denke da z.B. an Aussagen von Winfried Werbebrich, der auf Teleskopdatenbank.de den Galaxy 8" Dobson als einen "optimierten GSO" bezeichnet. Wenn der Druck zunimmt, dann steigt hoffentlich auch die Qualität. Man sollte bei den günstigen Teleskopen vielleicht auch einfach mal Geduld haben und "dem Markt" die Zeit lassen, dass das Produkt besser wird.

Der Zhumell-Beitrag im CN-Forum zeigt mir, dass auch im untersten Preissegment Bestrebungen laufen, die Konstruktionsschwächen auszubügeln, die nichts mit Kosten zu tun haben. Darin ging es um genau solche Dinge, wie z.B. griffige Fangspiegelschrauben zu verbauen oder ab Werk anständige Innenschwärzung für Tubus und Okularauszug in Angriff zu nehmen. Das wären dann in meinen Augen "echte Optimierungen".

Die Gedanken darüber, wie gut ein Teleskop (!) ab Werk sein könnte, wenn man nur wollte, passen wohl eher in den 6" f/6 Beitrag. Ich wollte hier nur Karsten meine Gedanken dazu geben, weshalb es vermutlich wenig Interesse an beispielsweise komakompensierendem Zubehör gibt und University Optics z.B. die Klee-Barlow nicht mehr länger im Programm hat.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Bernd,

nach deiner Interpretation bin ich zwischen dem Beobachter und dem Gucker. Ich komme nicht mehr so oft raus, aber wenn, dann kann ich trotzdem 15 Minuten an einem Objekt verbringen und am Abend nur 4 Objekte betrachtet haben.
Geblieben ist aber der Drang gewisse Unzulänglichkeiten an den Geräten durch eigens Pimpen zu optimieren.
Das fängt beim Velour an, geht über einen anderen OAZ, bis zum Sucherschuh für möglichst unterschiedliche Sucher.

Wäre aber schön, wenn viele Dinge davon gleich so am gekauften Gerät wären, da jeder visuelle Beobachter diese haben wollen würde.

Das ist es wohl was Karsten meint, denn einen FS für eine Verringerung der Obstruktion austauschen geht beim Newton, nicht jedoch beim MC/SC. Schöne Blenden oder generell glänzend lackierte Oberflächen im Tubusinneren vermeiden wäre schön. Ein Öffnungsverhältnis, welches bei schnellen Systemen zu unschönen 'Randerscheinungen' führt, benötigt der vis. Betrachter nicht (hier ist f/6 - f/7 schön) , usw.

Aber konsequent wäre ein langsames Öffnungsverhältnis, welches zu weniger Farbfehlern beim Refraktor führt und bei Reflektoren generell den Sekundärspiegel (und damit die Obstruktion) klein hält. Doch visuell jammern dann wieder die GN-Beobachter ...

CS,
Stefan
 
Hallo Leute,

als ausschließlich visueller Beobachter verstehe ich auch nicht, warum die Spezies der "Nurgucker" im Aussterben begriffen ist. Dies ist ja nicht nur in der Amateurastronomie so, auch in der Freizeit, beim Urlaub usw. wird geknipst was das Zeug hält, vom Einsatz des Wunderwerks Auge in Verbindung mit dem Supercomputer Gehirn hält man nicht mehr so viel.

Dabei entgeht den Nurfotografen ein wunderbares aesthetisches Erlebnis. Wenn ich z. B. mit einen guten Richfieldgerät durch die Milchstrasse surfe, sehe ich Tausende nadelpunktfeine Sterne unterschiedlicher Helligkeit, ein Foto kann dies nicht einmal annähernd wiedergeben, die Sterne sind abhängig von ihrer Helligkeit flächig aufgebläht, das ist völlig unnatürlich und einfach hässlich.
Schaue ich mir den Orionnebel an, bin ich vom gewaltigen Umfang an Helligkeitsabstufungen beeindruckt und in der Mitte erfreut mich ein fein aufgelöstes Trapez. Dass ich im Vergleich zum Foto keine Farben sehe, lässt sich leicht verschmerzen, das visuelle Bild ist einfach schöner.

Wie weit es mit dem Bildschirmgucken schon gekommen ist, soll folgende wahre Begebenheit verdeutlichen:
Vor einigen Jahren war ich für eine Woche auf der Astrofarm Tivoli in Namibia. Dort habe ich in jeder Nacht den traumhaften Südhimmel mit einem geliehenen C11 erkundet. Kurz vor meiner Abreise fragte mich ein fotografierender Sternfreund, der die ganze Woche über vor einem Notebookbildschirm verbracht hatte, wo denn Eta Carina zu finden sei. Ich war tief erschüttert, da hat dieser Mensch den tollsten Himmel über sich und schaut nicht einmal hin.

CS

Manfred

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von xbass:
Zitat von chiron:
Der liebe Gott hat uns zwei Augen gegeben, die sollten wir nutzen.

Hmmm und die Bilder gucke ich mit meinen Hintern...
:totlach:
Hm, bei vielen Bildern, egal ob Astro, Street, Architektur, ... sollte man die von Dir angeregte Betrachtungsweise durchaus anwenden. :biggrin:


Das menschliche Auge ist "analog" und insofern unterstütze ich den Wunsch, die Industrie dahingehend aufzufordern, eher Optik und Mechanik "visuell" aufzuwerten.

Gruß
Knut
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Tom,

Man überlege nur mal, welches Zubehör ich benötige, um halbwegs gute Fotos zu machen. Visuell kenne ich aber viele, die kaufen sich das Gerät (egal, ob billig oder Einzelanfertigung), noch ein paar gute Okulare und dann ist fertig (d.h. der Händler wird nicht mehr viel an dieser Person verdienen).

Würde ich nicht so verallgemeinert sagen, es geht auch anders: erstmal kommt der 8-Zöller mit 2" Erfle und drei Plössl, dann werden nach und nach Hyperions und ein 2" Panoptik angeschafft, außerdem ist ein 12" langsam unumgänglich...und weil das Panoptik so schöne Sterne fabriziert werden die Hyperions (wie vorher schon 2" Erfle und Plössl) verkauft und die Okulare auf die 82° Variante des Herstellers des Panoptiks umgestellt. Die sind ja auch für schneller als f5 gut, als muß ein 16er nebst Komakorrektor her. Mist, jetzt gibt es diese Okulare mit 100°, wie geil, schon ist das Konto wieder leer (und der Händler lacht). Da man nach der Umstellung von 82° auf 100° die Okularkisten schon mit der Sackkarre zum Spechtelplatz zerrt kann man eigentlich auch endlich mal ein richtig großes Teleskop...20" oder 24", das ist hier die Frage... :totlach2:


Viele Grüße Felix
 
Sehr schön auf den Punkt gebracht, Felix! :super:

Ich betreibe unser Hobby (ohne fotografische Ambitionen)nunmehr fast 10 Jahre und jedes Jahr hat mein Händler durch mich Umsatz gehabt.

Gruß
Knut
 
Hallo Knut,

freut mich daß ich das nicht alleine so sehe - um so mehr wundert es mich daß dieses Phänomen "visueller Beobachter im Kaufrausch" völlig an den Händlern vorbeigeht...jedenfalls scheinen die nicht-Knipser kaufmännisch gesehen völlig irrelevant zu sein. Gucken wird eh überbewertet...

Andererseits: ich gönne allen Knipsern ihre schnellen fotografischen Newtons, wer will darf sofort einen 8"f3 Newton mit 7" FS auf den Markt bringen, quasi Obstruktion mit etwas Öffnung drumherum - wenn's gewollt ist... :/


Viele Grüße Felix
 
hmm.... so ganz verstehe ich das immer noch nicht: Wenn die "Visuellen" keinen Händler mehr interessieren würden, woher kommen denn dann die ständigen vielen neuen, überarbeiteten und veränderten Okularkonstruktionen?
 
"die ständigen vielen neuen, überarbeiteten und veränderten Okularkonstruktionen"

Achja? Welche schweben Dir da so vor? Oder meinst Du die in andere Hüllen umverpackten, aber inhaltlich nur geklauten Varianten?

Nene, so wirlich viel Neues gibts nicht. Woher auch, die grundlegenden Optik-Möglichkeiten für Okulare sind heute durch. Die nächste ECHTE Innovation ist das Oku ala "wir sind Borg" - ans Auge geflanscht :totlach2:
 
Also langsam finde ich diese Trennung zwischen Vusuell und Foto für Unsin.

Nur weil ich ab und zu (unregelmäßig) eine DSLR Kammera am Objektiv schraube darf ich mich nicht als Visueller Beobachter nennen und ich brauche naturlich keine Okulare.

Und 10% Obstruktion ist sooo groß das ich nur noch blur sehe. UNSIN!
http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/obstruktion.htm

Irgendwie ist das ganze hier sehr seltsam geworden....

schade..
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Igor,

Zitat von xbass:
Nur weil ich ab und zu (unregelmäßig) eine DSLR Kammera am Objektiv schraube darf ich mich nicht als Visueller Beobachter nennen

WER hat Dir das denn untersagt? ;)

Wahrscheinlich gibts "von Deiner Sorte" doch einige unter den Astro-Kollegen. Eben solche, die sich gelegentlich (mit angemessenem Aufwand) mal ans Fotografieren wagen. Das sind dann vielleicht diejenigen Kollegen, die noch am ehesten vom jetzigen "Weder-Noch"-6/6er profitieren ... und dafür "Stellung beziehen" (könnten) ... :)
 
Zitat von Deadlock:
Hallo xbass!
Ich versteh grad nicht wie du das mit den 10% Obstruktion meisnt...

Gruß Deadlock
Ich wette mit dir das du bei der gleiche Öffnung und mittlerem "seeing" kein Unterschied zwischen 23% und 33% Obstruktion siehst.


@Ralf -> wenn ich so ein Thread lese:
Zitat von Thomas_John:
hmm.... so ganz verstehe ich das immer noch nicht: Wenn die "Visuellen" keinen Händler mehr interessieren würden, woher kommen denn dann die ständigen vielen neuen, überarbeiteten und veränderten Okularkonstruktionen?

und auch 2/3 alle Threads hier, dann habe ich so ein gefühl


Grüße,
Igor
 
Zitat von xbass:
Zitat von Deadlock:
Hallo xbass!
Ich versteh grad nicht wie du das mit den 10% Obstruktion meisnt...

Gruß Deadlock
Ich wette mit dir das du bei der gleiche Öffnung und mittlerem "seeing" kein Unterschied zwischen 23% und 33% Obstruktion siehst.

Dann siehst du auch keinen Unterschied zwischen 6" und 5" Öffnung deren Verhältnis in der Fläche ist auch rund 2/3. Obstruktion verringert nun mal die Fläche des einfallenden Lichtes, wie es eine kleinere Öffnung auch tut.
 
Zitat von Sven_Wienstein:
Um hier mal on Topic noch etwas mehr beizutragen: Ein gelungener Beobachtungsabend enthält den typischen Duft einer Sommerwiese nach einem warmen Tag. Es ist nicht ganz der Duft von Heu, schwer zu beschreiben. Und historisch bedingt kann ich es sehr gut leiden, wenn eine Herde Kühe nebst sanftem Kuhglocken-Gebimmel in der Nähe (neugierig) wiederkäuend herumliegt und schaut, was die verrückten Menschen da um die Zeit so machen. (So regelmäßig erlebt in Nordrhein-Westfalen, man muss dafür nicht in den Urlaub fahren.)
Aber auch Kiefernduft oder andere Nadelgehölze gehören zur Stimmung. So wie der Geschmack eiskalter Luft über Schnee, ruhig auch mit viel Wind dabei.
Solche Beobachtungsnächte sind sehr, sehr schöne Gesamterlebnisse.

@Sven

Welch' wahre Worte! :super:
Ich kann noch weitere Hör-Erlebnisse beim Beobachten hinzu steuern. Wie z. B. Waldkäuze, die am Waldrand einem in der Nacht ein Ständchen bringen. Oder Rehböcke, die furchterregend in der Ferne blöhken, während man in den Sternenhimmel vertieft ist. Und man ständig nebenbei hofft, dass der sich nähernde Rehbock hoffentlich nicht allzu nah vorbei kommt. :/ Oder die Wildschweinherde, die sich in unmittelbarer Umgebung schmatzend an Fallobst satt frisst. Oder der Igel, der leise direkt an einem nachts vorbei schleicht und im Laub raschelt.
All' das ist für mich "visuelle und akustische Astro-Meditation" am Instrument in der Nacht!

Ich kann es allerdings bis heute kaum verstehen, warum sich Hobby-Astrofotografen mit ihren kleinen Instrumenten abmühen, Fotos von astronomischen Objekten zu erstellen, die denen von riesigen Großinstrumenten und Profis nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen können. Mit diesem Wettlauf kann man nicht mithalten und so bleibt dem Amateur wenigstens die Möglichkeit, das Licht diverser Objekte, noch mit eigenen Augen zu sehen. Denn wenn ich Fotos von den Objekten sehen will, greife ich auf Hubble und Co. zurück.

OK, ich habe mich als visueller Sternenfreun geoutet. Mein erstes und letztes Astrofoto liegt 28 Jahre zurück.


Grüße, Amin
 
Zitat von mceuskadi:
Zitat von xbass:
Zitat von Deadlock:
Hallo xbass!
Ich versteh grad nicht wie du das mit den 10% Obstruktion meisnt...

Gruß Deadlock
Ich wette mit dir das du bei der gleiche Öffnung und mittlerem "seeing" kein Unterschied zwischen 23% und 33% Obstruktion siehst.

Dann siehst du auch keinen Unterschied zwischen 6" und 5" Öffnung deren Verhältnis in der Fläche ist auch rund 2/3. Obstruktion verringert nun mal die Fläche des einfallenden Lichtes, wie es eine kleinere Öffnung auch tut.

Du meinst dass sich die Teleskop Leistung proportional zur Fläche der freien Öffnung verhält.
Da bist du aber Falsch.
 
Zitat von 47Tau:
"die ständigen vielen neuen, überarbeiteten und veränderten Okularkonstruktionen"

Achja? Welche schweben Dir da so vor? Oder meinst Du die in andere Hüllen umverpackten, aber inhaltlich nur geklauten Varianten?

Ethos? Nur mal so als Beispiel. Modern, zweifellos auch sehr teuer, und mit neuen Eigenschaften, die es davor nicht gab.

Und auch die vielen "umverpackten" China-Okulare zeigen zumindest ja eines: Man versucht, visuellen Beobachtern ständig etwas Neues zu verkaufen. Ob da nun wirklich echte Neuerungen drinstecken oder es nur Marketing-Geschwurbel ist, spielt doch in dem Zusammenhang dieses Threads erstmal keine Rolle; sondern entscheidend ist:

Visuelle Sterngucker gelten nach wie vor als lukrative Zielgruppe – und nicht nur Astrofotografen. Das wär ja aber nicht der Fall, wenn es nur noch Astrofotografen gäbe....
 
Zitat von xbass:
Zitat von mceuskadi:
Zitat von xbass:
Zitat von Deadlock:
Hallo xbass!
Ich versteh grad nicht wie du das mit den 10% Obstruktion meisnt...

Gruß Deadlock
Ich wette mit dir das du bei der gleiche Öffnung und mittlerem "seeing" kein Unterschied zwischen 23% und 33% Obstruktion siehst.

Dann siehst du auch keinen Unterschied zwischen 6" und 5" Öffnung deren Verhältnis in der Fläche ist auch rund 2/3. Obstruktion verringert nun mal die Fläche des einfallenden Lichtes, wie es eine kleinere Öffnung auch tut.

Du meinst dass sich die Teleskop Leistung proportional zur Fläche der freien Öffnung verhält.
Da bist du aber Falsch.
Das habe ich nicht gesagt, linear ist er sicher nicht, du meintest nur das Obstruktion fast keinen Effekt hat und das bezweifle ich doch sehr.
 
Hallo Leute,

zuerst einmal vielen Dank für eure Resonanz auf mein Posting!

Sven:
Ja, gucken will gelernt sein. Da ist etwas dran.
Ich habe schon oft erlebt daß ich bei der Planetenbeobachtung
über mittelmäßiges Seeing verärgert war und ans einpacken dachte,
und nur 1 Stunde später konnte ich bei besserem Seeing ein Unmenge
von Details genießen. Gedult ist gefragt, ein Standort abseits
von Luftunruhe fördernden Faktoren (Schornsteine im Winter,
von der Sonne erhitzte Hausdächer im Sommer) wird gebraucht,
und das Teleskop muß gut justiert sein und brauchbar sein.

Dirk (TanFan):
Ja, Beobachtungsbericht schreiben. Ich mache es fast nie.
Die Gründe dafür:
Es ist mühselig und wenn ich spät Nachts reinkomme habe ich
keine Lust und keine Zeit (auch ich muß für meinen Lebensunterhalt
arbeiten und morgens halbwegs einsetzbar sein) das zu tun.
Später dann frage ich mich wozu es gut ist. Denn erstens
sieht jeder ein wenig (oder sehr stark, siehe Farbfehlerdebatten)
verschieden. Ich denke da z.B. an feine pastellfarbige Bögen
in den Jupiterbändern. Schwer zu Beschreiben daß sich ein Anderer
der nicht mit durchschaute etwa darunter vorstellen kann.

Einen BB zu schreiben macht deshalb vor allem für mich selbst Sinn.
Ein anderer kann damit nicht einmal ableiten was ER mit einem
Teleskop gleicher Öffnung sehen würde / könnte / sollte.

Günther:
Ja, um wissen zu können was mit einem guten Teleskop
einer bestimmten Öffnung gehen kann muß man ein solches Teleskop
einmal bei gutem Seeing an einem entsprechenden Objekt eingesetzt haben.
Leider führt das bei vielen Leuten nur über die Bastelecke.
Denn im Bereich der Newtons findet man durchdachte Teleskope selten.
Und das Geld alternativ einen 6" oder 7" Vollapo eines der
renommierten Herstellers einzusetzen hat kaum jemand zur Verfügung.

Deadlock:
Ja, man möchte mit dem Teleskop gerne alles auf einmal machen können.
Das dies nicht geht, daß es die "eierlegende Wollmilchsau"
nicht gibt muste auch ich erst einmal lernen. Und dabei stand
bei mir Photo nicht mal zur Debatte.
Aber selbst die verschiednen Bereiche der visuellen Beobachtung
verlangen schon nach mehreren spezialisierten Teleskopen.

Dirk (47 Tau):
Der Himmel gibt durch Lichtverschmutzung zunehmend weniger her.
Da ist wirklich etwas dran. ich weis noch daß es früher Käffer
im Sauerland gab bei denen es nach Mitternacht vollkommen duster war.
Heutzutage sind da mehr Häuser, mehr Straßenlampen, mehr Strahler
mit Bewegungssensor (auch ein Igel soll wohl Nachts was sehen können).
Dazu diese Unsitte der "Skybeamer". Die können in weitem Radius
den Himmel ruinieren.

Dein Punkt daß selbst etwas zu sehen nicht mehr "kick" genug ist
ist wohl auch stichhaltig. Ich habe auch schon erlebt wie jemand
trotz bester Sichtbedingungen meinte daß man das Gleiche
auf Bildern doch "so viel besser sehen" könnte.

Chris (Watkin):
Ich sehe deinen Punkt, daß Photographen mehr Geld ausgeben
als es visuelle Sternfeunde tun, als zutreffend an. Aber:
Auch "Visuelle" geben zum Teil einen Haufen Geld aus.
Ich kenne einen Sternfreund welcher u.a. einen 180mm Fluorit-Apo hat.
Er hat im Laufe der Zeit mehrere teure Teleskope besessen
un dwieder verkauft, dazu einen Haufen hochwertiger Okulare
wie Zeiss Orthos, Nagler, Ethos, Pentax XW.
Man sollte den visuellen Sternfreund als Händler also nicht
als wenig interessanten Billigkäufer geringschätzen.
Selbst die die wie ich mit einem "billigen Newton" einsteigen
geben im Laufe der Zeit (wenn sie denn dabei bleiben und nicht
wegen lausiger Teleskope das Handtuch werfen) einen Haufen Geld
für Okulare aus. Mein Teleskop aus der 400 Euro Klasse hat
mich
durch massive Optimierungen etwas noch einmal diesen Betrag gekostet.
Abe die Okulare und Barlowlinsen summieren sich auf den (Neu-)Wert
von etwa 2400 Euro.

Und wie ich aben schon schrieb, ich bin deiner Meinung:
Ein guter BB kostet viel Zeit und Aufwand.


Tommy:
"Es ist auch im visuellen Bereich, wenn man optimal arbeiten will,
eine Trennung von Richfield und Hochvergrösserung nötig".
Genau meine Meinung.
Und ich bin auch der Ansicht daß der Dobson einen Aufschwung
der visuellen Beobachtung gebracht hat.
Nur leider sehe ich in jüngster ZEit daß es im Bereich der
erschwinglichen Teleskop einen Trend zum "eines muß für Alle
und für alles reichen" gibt. Es gibt dann diese Röhren
je nach VErtriebsweg in unterschiedlicher Farbe, auch Okulare
in unterschiedlichem Outfit, aber innen ist das selbe drin.
Das täuscht Vielfalt vor wo Monokultur vorherrscht.

Preisdruck wird wohl die Ursache für solche (Fehl-)Entwicklungen sein.
Aber die Händlerschaft strickt daran mit. Wenn man immer nur
auf "Bestpreise" abhebt anstatt auf die inneren Werte von Teleskopen
zu verweisen muß man sich nicht wundern wenn genau das passiert was derzeit passiert.

"Daher denke ich dass ein komakorrigierendes Okular oder
ein OAZ mit Irisblende nur einem Edelhersteller mit gutem
Namen und zahlungskräftigster Kundschaft vorbehalten sein wird."

Ein Superweitwinkelokular mit Komakompensation für Newtons
kann nicht billig sein. Aber es kann aus guter Produktion
für einen Preis wie ein Nagler angeboten werden.

Den Preis wäre ich bereit zu zahlen, einige mir persönlich
bekannte Beobachter auch, aber ich fürchte, daß Niemand
das Risiko eingehen will so ein Projekt anzugehen.
Vielleicht klappt das ja wenn die globale Ökonomie irgendwann
einmal wieder besser läuft.

Norman:
Ja, es nerft, nicht wahr? Was soll ein (eh schon recht hoher)
Auszug am 8"f/6 auf den man für die eobachtung erst noch
eine etwa 50mm lange Hülse stecken muß damit man mit dem Okular
in den weit über dem Tubus liegenden Fokus kommt? Hallo?!

Das ist eine fehlenticklung für die 2 Sternfreunde die den Tubus
später dann rinmal auch ein e Montierung packen wollen um
damit Photos zu machen. Welche Montierung packt einen 8"f/6 photographisch?
Ja genau, keine die auch nur halbwegs erschwinglich wäre.

Und deshalb ist so ein Auszug am 8"f/6 DOBSON Mumpitz.

Photographisch geht auch unter mäßign Bedingungen etwas,
visuell braucht man schon bessere Bedingungen, da würde
ich dir zustimmen.
Aber st da ein Grund sämtliche Newtons nun photographisch auszulegen?
Selbst Dobsons mit viel zu hohen Brenpunktlagen zu bauen?
Ich denke: Nein.

Leider habe ich eine "Infektion der Luftwege" und muß deshalb
Schluß machen um mich auszuuhen.
Deshalb nur noch kurz zu dem was Manfred (NGC224) geschrieben hat:


Genau das kann und soll visuelle Astronomie für mich sein.

Gruß, Karsten
 
Hallo Amin,

zunächst einmal finde ich die Unterteilung von visuellen Sternfreunden und Hobby-Astrofotografen, zumindest in meinem Falle, ziemlich schwammig. Ich habe lange Jahre gerne und intensiv visuell beobachtet und mich danach auf das Gebiet der Astrofotografie eingeschossen, in dem ich mich jetzt seit einigen Jahren ausgiebig tummle. Vielleicht befällt mich in zwei Jahren wieder die Lust auf visuelle Beobachtung. Dann lasse ich mein astrofotografisches Setup stehen und beobachte wieder visuell. Ähnliche Werdegänge werden sicher viele Hobby-Astronomen mitgemacht haben. Warum also soll ich mich nur unter "Astrofotograf" oder nur unter "visuellem Beobachter" einordnen lassen?

Dann sehe ich mich keinesfalls in Konkurrenz zu Großsternwarten. Dass ich da chancenlos bin, weiß ich selber und das wissen die meisten, nun ja, Hobby-Astronomen, die sich momentan der Astrofotografie widmen, sicher auch. Hierin die Motivation für Astrofotografie zu suchen ist sicher nicht ausreichend.
Für mich persönlich liegt der Reiz meiner Astrofotografie unter anderem darin, die Schönheit der lichtschwachen Geister am Himmel sichtbar zu machen, die sie über das mit eigenen Augen Erfassbare immer auch haben. Eines meiner letzten Fotos war zum Beispiel ein Bild von vdB14 und vdB15. Die kann ich visuell sicher nicht sehen, aber mein Foto zeigt ein, in meinen Augen, ganz wunderschönes und faszinierendes Objekt, welches mir visuell entgangen wäre.

Dazu kommt der Aspekt der "Technik-Meditation". Das heißt das stundenlange Tüfteln an der Montierung, am Teleskop, an der Kamera, an der Bildbearbeitung usw. um meine Ausrüstung an Ihre Grenzen zu treiben. Ich finde es einfach toll, wenn nach langer Arbeit alles gut funktioniert und mir einen der oben beschriebenen tiefen Einblicke in das Weltall gewährt. Ich denke ein ähnliche Art von Faszination kann jeder Modellbauer, Hobby-Eisenbahner usw. nachvollziehen.

Zu guter letzt bedeutet die Beschäftigung mit Astrofotografie ja nicht, dass die ganzen weiteren Reize, die eine klare Nacht bietet, an mir vorbeigehen. Zumindest wenn ich mobil astrofotografisch unterwegs bin, höre und rieche ich genausoviel wie die Hobby-Astronomen die visuelle Beobachtung betreiben.

Wenn wir nach dem Sinn von Hobby-Astrofotografie fragen, ist es genauso erlaubt nach dem Sinn visueller Beobachtung zu fragen. In beiden Fällen finden wir den Sinn meistens nur in der Person die das Hobby betreibt, nämlich der Spaß an der Beschäftigung mit dem Thema "Astronomie". Und dann ist die Vermutung, dass dieses oder jenes ja eigentlich sinnlos sei zwar richtig, aber trotzdem überflüssig. Solange ich meinen Spaß mit der Astrofotografie habe, ist sie als Hobby für mich absolut sinnvoll. Einen übergeordneten, wie auch immer gearteten, Sinn sowohl visueller als auch fotografischer Astronomie kann ich in vielen Fällen nicht entdecken. Aber das ist auch egal, solange das Hobby dem Betreibenden Spaß macht.

Clear skies

Jochen
 
Hallo Leute,

es ist eventuell ein ziemlich simpler Mechanismus der dafür sorgt, dass visuell optimierte Teleskope Mangelware sind.

Fotografen haben den Beweis nicht nur vor dem eigenen Auge sondern können ihn als Bild zeigen, sodass es JEDER sieht.
Ob Bildfeldwölbung, mangelnde Ausleuchtung, ob der Fokus nicht erreicht wird oder was auch immer, Beweisfotos sind kein Problem. Da Kamerahersteller kaum sinnvoll zu veranlassen sind, sich auf die Gegebenheiten des Teleskops einzustellen, muss der Hersteller-/Händler der Astrooptik eben reagieren.

Der visuelle Beobachter kann solche harten Fakten nicht oder zumindest nicht für jeden ersichtlich bieten. Viel zu leicht kann man sowohl gute als auch schlechte Ergebnisse auf Seeing, Justierung, Okulare, Einzelschicksale abwälzen und es ist sogar meistens richtig, erst als allerletze Option einen Teleskopmangel in Erwägung zu ziehen.
Die fotografische Auslegung eines Teleskops ist ja auch kein Mangel im sinne von schlechter Qualität und wo nun die Obstruktion zu hoch der der Farbfehler zu massiv wird, ist ein unendliches Streitthema in Foren.
Hersteller-/Händler können da ruhig zusehen und abwarten, ob man sich denn jemals einig wird.

Einige Weinige (z.B. Karsten und ich) versuchen ja schon länger ein visuelles Anforderungsprofil für Teleskope zu formulieren und zu diskutieren um letztlich auch irgendwo ein Teleskop zu sehen bei dem wenigstens teilweise eine Umsetzung erfolgt, die Ergebnisse sind bislang äußerst dürftig.
Viel Diskussion, durchaus größtenteils konstruktiv, wenig Teleskop.

Gruß
*entfernt*
 
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Zitat von mceuskadi:
Dann siehst du auch keinen Unterschied zwischen 6" und 5" Öffnung deren Verhältnis in der Fläche ist auch rund 2/3. Obstruktion verringert nun mal die Fläche des einfallenden Lichtes, wie es eine kleinere Öffnung auch tut.
Zitat von mceuskadi:
Das habe ich nicht gesagt, linear ist er sicher nicht, du meintest nur das Obstruktion fast keinen Effekt hat und das bezweifle ich doch sehr.

Also ein 6" sammelt 12% mehr Licht als ein 5"
Und du willst mir sagen das ein Gerät mit 33% Obstruktion auch 12% weniger Licht bekommt als einer mit 26%.

Obwohl die LINEARE Obstruktion unterschied bei 7% liegt ist in Bezug auf Licht dies nicht linear und entspricht genau 3,9%

Dein Vergleich (12%) ist 3 X Größer (3,9%)!!


(50cm/150cm) * 100 = 33% Lineare Obstruktion
((50cm/2)2 * 3,14 / (150cm/2)2 *3,14) * 100 = 11% weniger Licht

(40cm/150cm) * 100 = 26% Lineare Obstruktion
(40cm/2)2 * 3,14 / (150cm/2)2 *3,14 = 7,1% weniger Licht

33% - 26% = 7% Größere Obstruktion aber nur 11% - 7,1% = 3,9% Weniger Licht

Falls ich mich irre, dann kann mich gerne jemand aufklären.

Und hier noch ein Link: http://legault.perso.sfr.fr/obstruction.html

CS,
Igor
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Igor,

Du kannst rechnen was Du willst, Deine Behauptung, dass man den Unterschied zwischen 33% und 23% nicht sieht ist für die Mehrheit der visuellen Beobachter in der Praxis schlichtweg falsch, auch bei mittelmäßigem Seeing, welches, so schätze ich mittlemäßig ein, die Vergrößerung auf 1 x maximal 1,5x Öffnungsdurchmesser begrenzt.

Der Unterschied zwischen 33% und 27% an einem 6" F/6 und um die 20% an einem 8" F/6 + ein paar simple Optimierungen hat auf mehreren Teleskoptreffen dafür gesorgt, dass an den optimierten Geräte die Leute Schlange standen und mal zu sehen, wie Jupiter ausschaut. Es waren dabei mehrere Teleskope auf den Plätzen, denen durchaus gute optische Qualität bescheinigt werden konnte, teilweise auch getuned, aber mit originalen Fangspiegelgrößen.

Es hat sich in der Praxis immer wieder erwiesen, dass es leicht ist, hohe Obstruktion um 30% oder darüber am weicheren und gerade bei feinen Details strukturärmeren Bild zu erkennen, wenn ein ansonsten gleichwertiges Vergleichsgerät mit deutlich weniger Obstruktion zur Verfügung steht.
Zwischen 25% und 20% tut man sich dann schon schwerer. Bei gutem Seeing und stehendem Bild in Hochvergrößerung geht auch das problemlos, ist aber schon wirklich sehr hohes Niveau.
Noch weiter runter geht es richtig ins Eingemachte, extremer Anspruch oder gar Obstruktionsphobie ist da schon fast zu unterstellen.
Ich stand mal mit meinem (früheren) 23prozentigen 8" F/6 neben einem 16prozentigen 8" F/8 und der Unterschied war am Mond eindeutig auszumachen. Allerdings hatte der F/8 einen 1 1/4" Auszug und für diesen Unterschied würde ich die 2" Option (mit guter Ausleuchtung) nicht aufgeben.
Der Unterschied zwischen unter 20% und 0% Obstruktion ist dann so gut wie nicht mehr zu erkennen.

Achtung, visuelle Optimierung heißt nicht, den FS gnadenlos zu verkleinern, koste es was es wolle. Mit einem 6" F/6 Teleskop sind knapp 3° Feld möglich, mit einem 8" F/6 2°. Auch das ist eine hervorragende visuelle Option.

Gruß
*entfernt*
 
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Bei 25% Obstruktion sollte dann also der 6 Zöller mit f/6 also max. einen 37 mm Fangspiegel haben. Mit einem 31 mm Fangspiegel (der ja lt. Threadverlauf von GSO in Serie hergestellt wird) wären es etwa 21%.

Reicht denn das nun für 2" bei maximalem Felddurchmesser bzw. für z.B. Cropsensor-DSLR-Kameras schon nicht mehr aus?
 
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