Zitat von *entfernt*:
- Informationsquellen für Beobachtungsziele oder Anregungen zum beobachten.
Hier greife ich gerne auf das altmodische Medium Buch zurück. Im Night Sky Observers Guide schlummern noch viele Objekte für viele Nächte. Inzwischen gibt es einige wirklich gut gemachte Webseiten wo man sich wunderbar informieren kann. Mein persönlicher Favorit ist www.deepskylog.org. Zwar sind die meisten Texte der Beobachtungsberichte in Niederländsich abgefasst (weil das Projekt dort aufgezogen wurde), aber durch ein standardisiertes und recherchefähiges Format der Objektdaten und Beobachtungen kann man auch dann Nutzen daraus ziehen wenn man den eigentlichen Text nicht versteht.
Auf deepskylog.org kann mam Beobachtungen heraussuchen, die mit ähnlicher Öffnung und/oder unter ähnlichen Bedingungen gemacht wurden wie man sie selbst antrifft. Man kann dann die Trefferliste als PDF ausgeben lassen oder sie als XML-Datei runterladen, die wiederum in ein E&T-Projekt geladen werden kann. So hat man ruckzuck die Anregungen und Kandidaten für die nächsten Beobachtungsabende. Leider habe ich nun etliche solche Projekte, aber mal wieder wegen des Wetters kaum was davon bisher vor den Spiegel bekommen.
- Schnelle und genaue Informationen für den Fall das es etwas besonderes zu beobachten gibt.
Dank Internetforen sehe ich da keinen Engpass. Wir sind eigentlich bestens versorgt mit Hinweisen auf Besonderheiten. Wenn wir selbst suchen. Hier ist noch Verbesserungspotenzial in Richtung mehr Komfort. Mir sind Aktivitäten bekannt, die hier attraktive und praxisgerechte neue Angebote schaffen werden ;-)
- Infos oder ein Datenpool zu alternativen Orten in Europa die noch mit dem Auto erreichbar sind, und die auch vom Standort und Ausstattung für unsere Zwecke geeignet sind. Vor allem auch als Ausweichmöglichkeit für Schlechtwetterperioden oder die Wintermonate.
Ausweichmöglichkeiten für Schlechtwetterperioden sehe ich nicht, wenn der Platz noch per Auto erreichbar sein soll. Für eine spontane Flugreise hat nicht jeder das Geld und auch nicht die Zeit. Ich schätze es sehr, meine eigene Ausrüstung dabei zu haben denn dann brauche ich mir keine Gedanken darüber machen, dass irgendwas nicht funktioniert.
Was auch für mich noch wichtig wäre, das man Teleskope vor Ort mieten könnte, damit man nicht alles an Ausrüstung zur das Land fahren muss.
Da gibt es einige Angebote. Solltest Du nicht meinen wwas ich meine, dann schau' doch mal in eine Zeitschrift. Die einschlägigen Anbieter haben regelmäßig ihre Anzeigen drin. Wahrscheinlich gibt's noch mehr Angebote. Ich vermute mal, dass man in Foren oder beim Suchen im Web schon was finden kann.
Der größte Teil der Beobachter in unseren Breitengraden hat doch weniger das Problem der technischen Ausstattung, sondern das Problem überhaupt beobachten zu können. Sei es das dass Wetter nicht passt, oder Arbeit, Familie oder sonstige Verpflichtungen dazwischen kommen.
Sehr richtig, sehe ich genauso. Daher werde ich nicht müde zu empfehlen, dass man für die plötzlichen Gelegenheiten eine Optik braucht, die ganz schnell einsatzbereit ist. Ich Esel habe mir erst vor vier Jahren einen kleinen Refraktor gekauft. Das hätte ich zwanzig Jahre früher tun sollen!
Durch den 80er oder das 15*70 Fernglas gucke ich bei viel mehr Gelegenheiten als durch den Dobson. Wenn der allerdings mal klaren Himmel sieht, stehe ich da stundenlang. So denke ich, dass ich mit kleiner und großer Optik etwa gleich viel Zeit verbringe, nur eben öfter und kürzer mit der kleinen Optik. Die alte Weisheit sagt bekanntlich, dass das beste Teleskop das ist, das man am häufigsten benutzt. Ich möchte den Bezug zum Himmelsgeschehen nicht monatelang verlieren, weil es sich nicht lohnt oder zu langsam ist, wegen einer Wolkenlücke den Dobson im Garten aufzubauen. Also braucht's mobilere und flexiblere Gerätschaft.
Hinsichtlich des "großen" Teleskops würde ich eigentlich nur eine Anforderung als wichtig betrachten: keine Kompromisse an die Qualität und bei den wichtigen Eigenschaften. Wenn ich beobachte will ich keinen Moment daran denken, dass am Teleskop irgendwas nicht gut genug ist oder man wohl doch besser mehr Geld für was Gescheites ausgegeben hätte. Ich habe es oft erlebt, dass Mitbeobachter mit ihrer Ausrüstung beschäftigt waren statt mit dem Himmel. Das ist schade und vermeidbar. Klar, auch mein Teleskop könnte vor allem etwas leichter sein. Aber vom Handling und der Abbildung her ist es fantastisch, macht jedesmal Freude und lenkt keinesfalls vom Objekt ab. Mit weniger will ich mich nicht zufrieden geben. Bis man dahin kommt, muss man einige Erfahrung sammeln und vielleicht auch Lehrgeld bezahlen. Je besser man weiß, worauf es außer auf Öffnung für einen persönlich noch ankommt, desto wahrscheinlicher kann man sich "richtig" entscheiden. Vor lauter Konzentration auf die Leistung der Optik sollte man nicht vergessen, dass ein Teleskop auch schwere Teile hat die man tragen muss (und niemand wird jünger!), dass es in ein halbwegs normalgroßes Auto reinpassen sollte, dass es sich zuhause praktisch (mit kurzen Transportwegen bis zum Auto) verstauen lässt und dass man möglichst keine Probleme mit einer eventuell notwendigen Stromversorgung hat. Längere Schlechtwetterperiode, plötzlich schön und der dringend benötigte Akku leer? Dagegen kann man selbstverständlich was machen, aber man darf es halt nicht vergessen.
"Es muss ohne Vorbereitung und lange Fummelei funktionieren" ist für mich eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Eigenschaft eines Teleskops. Doch verallgemeinern kann man das nicht. Wer nicht mobil sein will oder muss (eigene Sternwarte!) für den spielen ganz andere Kriterien eine Rolle.
Viele Grüße,
Tom