Der Letzte seiner Art ?

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Re: Zubehör für Newtons

Hallo Arnold,
danke für Deine ausführlche Antwort!
Werde ich in einer ruhigen Stunde ausprobieren. Praktisch bin ich mit der Leistung des Paracorr sehr zufrieden, aber die ganze Theorie dahinter ist ebenfalls interessant.
Hier eine Fundstelle, das Original-Paper von Frank E. Ross zum korrektor des 5m Spiegels. Schon ein Zweilinser ist ohne Raytracer eine komplizierte Sache!
Steht übrigens auch drin: Koma ist beim Zweilinser nur auf Kosten der SA zu kurieren.

Viele Grüße
Kai
 
Re: Neue Newtons braucht das Land ...

Hi Ralf,
werden bestimmte Okulare für einige Hunderter "vertickt", obwohl der Produzent sich mittlerweile auch zum halben Verkaufspreis noch dumm und dämlich verdienen würde etc.
Höre ich daraus den Neid, nicht in der Lage zu sein, ein Produkt mit Alleinstellungsmerkmal auf den Markt zu bringen?

Im übrigen, es sind zwei Dinge zu unterscheiden:
- das was ich tun (bzw kaufen) würde
- und das was ich dann tatsächlich mache (bzw kaufe)
In der Psychologie ist dieser Unterschied wohlbekannt. Wenn sich ein Hersteller die ganzen Konjunktive allein dieses Threads zu Herzen nehmen würde, ginge es vermutlich direkt in die Pleite.

Da lobe ich mir die Ansage von Tassilo, daß der neue Korrektor evtl für unter 200 Euro zu haben ist! Wow! Dieser Preis sieht in Verbindung mit den gezeigten Spots nach einem Alleinstellungsmerkmal aus :super:

Viele Grüße
Kai

ps.
Warum ist Ikea so erfolgreich?
Weil die einfachen aber *zeitaufwendigen* Arbeiten dem Kunden überlassen werden! Das ist insgesamt trotzdem effektiv, weil die eigene Freizeitzeit nicht besteuert werden kann.
Wie wäre es mit einem Ikea-8"-f/6 mit ausführlicher Tuninganleitung?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Neue Newtons braucht das Land ...

Hi Tassilo,

insofern hast da Recht, dass das theoretisches "Blabla" ist. Aber die "Prinzipien" gelten in der Praxis für jeden Hersteller einer "Nicht-Massenware", die aber in grösserer Serie vertrieben werden könnte ...

Ich kann natürlich nicht an "belastbare" Zahlen kommen, denn ich würde bei einer Anfrage eben nur die Stückkosten genannt bekommen, mit denen ein externer Auftraggeber belastet wird. Die reinen "Selbstkosten" wird so schnell keiner rausrücken.

Da aber die Giros, wenn wir mal bei dem Beispiel bleiben, angeblich von TO selbst "mit modernsten CNC-Maschinen" hergestellt werden, sind solche externen Herstellungskosten ja wohl obsolet.

Und dass hier die Herstellungskosten so hoch sind (sein sollen), liegt dann vielleicht am "Manufaktur"-Verhalten des Herstellers ... kleinste Serien zu (unnötig?) hohen Kosten und dann Preisen. Kannst Du Dir nicht vorstellen, dass, wenn der Verkaufspreis dieser Teile (da wäre natürlich nun der EK-Preis der Händler und deren Marge sehr interessant ?) ) deutlich abgesenkt würde, das zu einem deutlich höheren Absatz mit all seinen Folgen für die Herstellungskosten etc. führen würde?

Aus Sicht eines Unternhmers mag es zunächst mal egal sein, ob ich so oder so auf meine Kosten komme, wenn man mal nur den Profit im Auge behält. Sollte ich aber Interesse an einer langfristig gefestigten und "ausgedehnten" Position am Markt haben, würde ich lieber den Umsatz steigern und dafür ein bisschen weniger "Stückprofit" in Kauf nehmen.

Der einzige Punkt, wo ich auch bei einer richtigen Serienfertigung einen deutlichen, zusätzlichen Kostenfaktor sehe, wäre die Qualitätskontrolle, die zumindest bei "Manufakturfertigung" personal- und somit auch kostenintensiv sein wird. Aber auch sowas lässt sich heutztage auch "im kleinen Rahmen" relativ gut automatisieren und rationalisieren - bei ebenso relativ wenig Investition für sowas.

@Kai
Ne, kein "Neid", da ich (noch) nix produziere ... ausser Posts hier ... mit oder ohne "Alleinstellungsmerkmal" ;)

@allerseits
Sorry, wenn das hier "ein bisschen" sehr OT geht ... Tassilo hat auch insofern Recht, dass ich meine "Erkenntnisse" und Erfahrungen aus diversen anderen Bereichen habe, die nicht unbedingt eins zu eins hier "anwendbar" sind. Da ist er ganz klar näher am Astromarkt :)
 
Re: Neue Newtons braucht das Land ...

Hallo Ralf,

ob die Kosten bei einem externen Zerspaner oder intern entstehen ist nebensächlich. Es gibt im Zerspanermarkt eine sehr deutliche Konkurrenz. Da wirst Du kein "Mondpreisangebot" bekommen. Der Aufschlag auf die reinen "Zerspankosten" also Verwaltung etc. fallen ja auch im Haus an.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Karsten,

ich habe diesen kilometerlangen Thread nicht gelesen und schaue kaum noch ins Forum. Der Grund ist einfach: ich bin ein visueller Beobachter und brauche außer klarem Himmel eigentlich überhaupt nichts. Mit mir ist als Kunde für Astro-Hardware fast kein Geld (mehr) zu verdienen. Mit meiner Ausrüstung komme ich prima zurecht. Über Ausrüstung diskutiere ich nicht mehr. Ich kann auch nichts empfehlen, weil ich mich nicht auf dem Laufenden halte. Wozu auch? Das Thema ist einfach durch.

Ich diskutiere gerne mit den lokalen Sternfreunden über Objekte und Beobachtungen, schaue mir gerne ihre Bilder an und staune, was sie so machen. Und sie staunen manchmal wenn ich ihnen erzähle, was ich gesehen habe. Aber aktuell ist wetterbedingt nicht viel möglich und so widme ich mich (um wenigstens "irgendwas" in Sachen Astro zu machen und das Hobby nicht komplett auf Winterschlaf zu stellen) der Fortentwicklung meiner Software, die sich an die aktiven visuellen Beobachter wendet. Die Nachfrage und das Interesse daran besteht nach wie vor, ich würde auf gar keinen Fall sagen wollen, dass wir eine aussterbende Art sind. Nur machen wir das halt in erster Linie für uns selbst und deswegen muss darum kein großer Rummel sein.

Wir sind auch kein Schwerpunkt des Marktes: wir brauchen nicht häufig bessere Montierungen, rauschärmere oder größere Kameras oder noch bessere Optiken. Ich habe vor etwa 25 Jahren bewusst die Entscheidung getroffen, das Geld in visuell zu nutzende Hardware zu investieren statt in die ewige Spirale der Nachrüstung einzusteigen. Das ist so ähnlich wie bei Freunden, die Musik machen: die Keyboarder kaufen immer wieder mal was Neues. Gitarristen und Bassisten dagegen kaufen irgendwann mal ein, zwei richtig gute Instrumente, einen erstklassigen Verstärker und das Zubehör und dann wird abgerockt statt wieder im Music Store wie die hungrigen Wölfe um die neuesten Errungenschaften herum zu schleichen.

So sehe ich den Bedarf der visuellen Beobachter eher bei verbesserten Informationen und Möglichkeiten zum Austausch von Erfahrungen und Anregungen. Dazu versuche ich auf meine Weise beizutragen.

Viele Grüße von Fossil zu Fossil,
Tom
 
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Servus,

ich habe diesen Thread auch nur teilweise mitverfolgt.

Ich sehe es wie Tom.
Was ich weniger benötige ist das perfekte Teleskop, schon mit dem auf dem Markt erhältlichen Teleskopen kann man gut beobachten.

Was für mich als visuellen Beobachter wichtiger ist, sind:

- Informationsquellen für Beobachtungsziele oder Anregungen zum beobachten.
- Schnelle und genaue Informationen für den Fall das es etwas besonderes zu beobachten gibt.
- Ausgereifte und einfach zu bediente Software wie E & T und auch Kartenprogramme.
- Infos oder ein Datenpool zu alternativen Orten in Europa die noch mit dem Auto erreichbar sind, und die auch vom Standort und Ausstattung für unsere Zwecke geeignet sind. Vor allem auch als Ausweichmöglichkeit für Schlechtwetterperioden oder die Wintermonate.

Was auch für mich noch wichtig wäre, das man Teleskope vor Ort mieten könnte, damit man nicht alles an Ausrüstung zur das Land fahren muss.

Der größte Teil der Beobachter in unseren Breitengraden hat doch weniger das Problem der technischen Ausstattung, sondern das Problem überhaupt beobachten zu können. Sei es das dass Wetter nicht passt, oder Arbeit, Familie oder sonstige Verpflichtungen dazwischen kommen.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Gerd,

ich denke nicht, dass es das perfekte Teleskop gibt, auch nicht dass es das je geben wird.
Es wird immer mal Teleskope geben die perfekt zu den eigenen Anforderungen zu passen scheinen, so wie mein derzeitiges Teleskop nach einigen Umbaumaßnahmen.
Von daher siehst Du das auch eher nicht wie Tom und wir könnten uns eventuell darauf einigen, dass bessere Teleskope auch Dich in der Ausübung des Hobbys gemäß Deiner Einstellung nicht behindern würden!?
;)

Gruß
*entfernt*

 
Zuletzt bearbeitet:
Zitat von *entfernt*:
- Informationsquellen für Beobachtungsziele oder Anregungen zum beobachten.
Hier greife ich gerne auf das altmodische Medium Buch zurück. Im Night Sky Observers Guide schlummern noch viele Objekte für viele Nächte. Inzwischen gibt es einige wirklich gut gemachte Webseiten wo man sich wunderbar informieren kann. Mein persönlicher Favorit ist www.deepskylog.org. Zwar sind die meisten Texte der Beobachtungsberichte in Niederländsich abgefasst (weil das Projekt dort aufgezogen wurde), aber durch ein standardisiertes und recherchefähiges Format der Objektdaten und Beobachtungen kann man auch dann Nutzen daraus ziehen wenn man den eigentlichen Text nicht versteht.

Auf deepskylog.org kann mam Beobachtungen heraussuchen, die mit ähnlicher Öffnung und/oder unter ähnlichen Bedingungen gemacht wurden wie man sie selbst antrifft. Man kann dann die Trefferliste als PDF ausgeben lassen oder sie als XML-Datei runterladen, die wiederum in ein E&T-Projekt geladen werden kann. So hat man ruckzuck die Anregungen und Kandidaten für die nächsten Beobachtungsabende. Leider habe ich nun etliche solche Projekte, aber mal wieder wegen des Wetters kaum was davon bisher vor den Spiegel bekommen.

- Schnelle und genaue Informationen für den Fall das es etwas besonderes zu beobachten gibt.
Dank Internetforen sehe ich da keinen Engpass. Wir sind eigentlich bestens versorgt mit Hinweisen auf Besonderheiten. Wenn wir selbst suchen. Hier ist noch Verbesserungspotenzial in Richtung mehr Komfort. Mir sind Aktivitäten bekannt, die hier attraktive und praxisgerechte neue Angebote schaffen werden ;-)

- Infos oder ein Datenpool zu alternativen Orten in Europa die noch mit dem Auto erreichbar sind, und die auch vom Standort und Ausstattung für unsere Zwecke geeignet sind. Vor allem auch als Ausweichmöglichkeit für Schlechtwetterperioden oder die Wintermonate.
Ausweichmöglichkeiten für Schlechtwetterperioden sehe ich nicht, wenn der Platz noch per Auto erreichbar sein soll. Für eine spontane Flugreise hat nicht jeder das Geld und auch nicht die Zeit. Ich schätze es sehr, meine eigene Ausrüstung dabei zu haben denn dann brauche ich mir keine Gedanken darüber machen, dass irgendwas nicht funktioniert.

Was auch für mich noch wichtig wäre, das man Teleskope vor Ort mieten könnte, damit man nicht alles an Ausrüstung zur das Land fahren muss.
Da gibt es einige Angebote. Solltest Du nicht meinen wwas ich meine, dann schau' doch mal in eine Zeitschrift. Die einschlägigen Anbieter haben regelmäßig ihre Anzeigen drin. Wahrscheinlich gibt's noch mehr Angebote. Ich vermute mal, dass man in Foren oder beim Suchen im Web schon was finden kann.

Der größte Teil der Beobachter in unseren Breitengraden hat doch weniger das Problem der technischen Ausstattung, sondern das Problem überhaupt beobachten zu können. Sei es das dass Wetter nicht passt, oder Arbeit, Familie oder sonstige Verpflichtungen dazwischen kommen.
Sehr richtig, sehe ich genauso. Daher werde ich nicht müde zu empfehlen, dass man für die plötzlichen Gelegenheiten eine Optik braucht, die ganz schnell einsatzbereit ist. Ich Esel habe mir erst vor vier Jahren einen kleinen Refraktor gekauft. Das hätte ich zwanzig Jahre früher tun sollen!

Durch den 80er oder das 15*70 Fernglas gucke ich bei viel mehr Gelegenheiten als durch den Dobson. Wenn der allerdings mal klaren Himmel sieht, stehe ich da stundenlang. So denke ich, dass ich mit kleiner und großer Optik etwa gleich viel Zeit verbringe, nur eben öfter und kürzer mit der kleinen Optik. Die alte Weisheit sagt bekanntlich, dass das beste Teleskop das ist, das man am häufigsten benutzt. Ich möchte den Bezug zum Himmelsgeschehen nicht monatelang verlieren, weil es sich nicht lohnt oder zu langsam ist, wegen einer Wolkenlücke den Dobson im Garten aufzubauen. Also braucht's mobilere und flexiblere Gerätschaft.

Hinsichtlich des "großen" Teleskops würde ich eigentlich nur eine Anforderung als wichtig betrachten: keine Kompromisse an die Qualität und bei den wichtigen Eigenschaften. Wenn ich beobachte will ich keinen Moment daran denken, dass am Teleskop irgendwas nicht gut genug ist oder man wohl doch besser mehr Geld für was Gescheites ausgegeben hätte. Ich habe es oft erlebt, dass Mitbeobachter mit ihrer Ausrüstung beschäftigt waren statt mit dem Himmel. Das ist schade und vermeidbar. Klar, auch mein Teleskop könnte vor allem etwas leichter sein. Aber vom Handling und der Abbildung her ist es fantastisch, macht jedesmal Freude und lenkt keinesfalls vom Objekt ab. Mit weniger will ich mich nicht zufrieden geben. Bis man dahin kommt, muss man einige Erfahrung sammeln und vielleicht auch Lehrgeld bezahlen. Je besser man weiß, worauf es außer auf Öffnung für einen persönlich noch ankommt, desto wahrscheinlicher kann man sich "richtig" entscheiden. Vor lauter Konzentration auf die Leistung der Optik sollte man nicht vergessen, dass ein Teleskop auch schwere Teile hat die man tragen muss (und niemand wird jünger!), dass es in ein halbwegs normalgroßes Auto reinpassen sollte, dass es sich zuhause praktisch (mit kurzen Transportwegen bis zum Auto) verstauen lässt und dass man möglichst keine Probleme mit einer eventuell notwendigen Stromversorgung hat. Längere Schlechtwetterperiode, plötzlich schön und der dringend benötigte Akku leer? Dagegen kann man selbstverständlich was machen, aber man darf es halt nicht vergessen.

"Es muss ohne Vorbereitung und lange Fummelei funktionieren" ist für mich eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Eigenschaft eines Teleskops. Doch verallgemeinern kann man das nicht. Wer nicht mobil sein will oder muss (eigene Sternwarte!) für den spielen ganz andere Kriterien eine Rolle.

Viele Grüße,
Tom
 
Hallo Tom,

Hinsichtlich des "großen" Teleskops würde ich eigentlich nur eine Anforderung als wichtig betrachten: keine Kompromisse an die Qualität und bei den wichtigen Eigenschaften. Wenn ich beobachte will ich keinen Moment daran denken, dass am Teleskop irgendwas nicht gut genug ist oder man wohl doch besser mehr Geld für was Gescheites ausgegeben hätte.

dreh' dich Sache um.

Denke nicht dauernd an das Teleskop, dass daran etwas nicht gut genug sein könnte, sondern beobachte einfach. Ja mehr Geld in die Optik geht, desto mehr wirst du daran denken, dass etwas noch nicht optimal ist und deine Zeit/dein Geld darauf verwenden alles zu optimieren. Das nimmt nie ein Ende und zieht sich durch das ganze Equipment.

Nein, nach meiner Ansicht kann man auch mit wenig perfekten Sachen sehr gut beobachten und ist ob des mittelmäßigen finanziellen Einsatzes recht unbefreit.

Meine Meinung.

CS,
Stefan

 
Hallo Tom und Stefan,


ich denke Ihr habt beide Recht: die Leistung einer definitiv guten Optik (egal ob getestet oder gesehen) macht einfach Spaß wenn man eine der wenigen Gelegenheiten zum Beobachten nutzen kann. Andererseits muß diese kein Vermögen kosten. Daher würde ich sagen daß irgendwo zwischen maximal möglicher Qualität und "kann ich mir noch leisten" jeder den besten Kompromiss für sich finden muß, Bastler sind da evtl. klar im Vorteil.


Viele Grüße Felix
 
Dieser Thread ist echt super zu lesen! Ich habe es nicht geschafft, ihn komplett zu lesen, allerdings bin ich nach ca. 1.5 Stunden gut bis zur Hälfte vorgedrungen. Ein sehr interessantes Thema, das, wie gesehen, viele anspricht.

Ich habe selber mit einem 2.5"Linsenfernrohr(Bresser) angefangen und meine ersten Beobachtungen gemacht. Mein erster Kontakt zum Sternenhimmel war visuell. Mit bloßem Auge und mit dem kleinen, süßen Kaufhausteleskop. Dieser ersten Momente waren sehr eindrucksvoll und werden wohl ewig in Erinnerung bleiben. Gerade diese anfängliche Faszination gilt es beizubehalten. Man muss einfach Spaß daran haben, etwas sehen zu wollen. Viele von euch haben das sehr schön beschrieben; Im Einklang mit der Natur zu sein, sowohl nahe wie auch Lichtjahre entfernt. Jetzt bin ich bei einem 6"Newton(TAL2M) hängengeblieben. Ich mag es eben klassisch und schlicht.

Mit meinen 31 Jahren gehöre ich wohl eher noch zu den jüngeren in unserem Hobby, aber ich bin kein Freund von viel schnickschnack z.B. GoTo usw. Ich finde, wenn man ein Objekt einmal selbst eingestellt hat und alle Hintergründe richtig versteht, dann hat man einen Lernerfolg erzielt, der nicht zu unterschätzen ist. (RA,DE, Sternzeit...) man könnte ja was über unsere Welt lernen wenn man auf Automatisierung verzichtet!


Habe mal'n paar Fragen:
Was versteht ihr denn eigentlich unter einem visuell optimierten Teleskop? Ich meine, ist es denn ein so großes Geheimnis ein Teleskop zu bauen, welches man mit dem Auge nutzen kann?

Ich frage mich ebenfalls, ob denn einige(event. viele) Hersteller es verlernt haben gute Teleskope zu bauen? Man muss sich doch eigentlich nur mal ein gutes altes Buch über Amateurteleskope durchlesen; Ich denke da z.B. das Amateur Astronomers Handbook, von J.B.Sidwick. Wenn man einige Tipps daraus beherzigen würde, dann währen viele Teleskope brauchbarer. Hoffentlich geht dieses Wissen nicht völlig verloren, irgendwann.


Gruß, Christian



 
Hallo Christian,

Du hast, wenn es so ein Tal ist wie ich ihn kennen gelernt habe, also mit gutem 6 F/8 Parabolspiegel, verwindungssteifem Tubus und massivem Unterbau, relativ kleinem Fangspiegel und einer Fokuslage die nicht übermäßig hoch über dem Tubus liegt, eines der wenigen noch erhältlichen Teleskope die sehr viel von dem haben, was ich unter visueller Optimierung verstehe.
Leckeres Teil, ein wenig schwer und rustikal nach heutigen Maßstäben, aber was ich damit am Himmel gesehen habe war schon öffnungsbezogen auf hohem Niveau.

Ich würde da zwecks weiterer Optimierung Velours reinmachen und eventuell einen saugenden Lüfter anbringen, das bringt nochmal Kontrast und häufiger als viele glauben noch Mal einen Tick mehr Hochvergrößerungsfähigkeit für Mond und Planeten.

Der Tal 6" F/8 Tal-Newton den ich kenne, fiel im direkten Vergleich mit (m)einem (fast) durchoptimierten 8" F/6 Chinesen sehr positiv auf, weil die an Mondkratern und -rillen sowie an DS-Objekten beobachtete Minderleistung exakt dem entsprach, was von dem Unterschied zw. 6" und 8" rein von der Auflösung und der Lichtsammelleistung her zu erwarten ist.
Er war nahe dran, sehr nahe. :super:

Das ist eigentlich der Kern der Debatte für mich. Ich will nicht mehr Öffnung schleppen als erforderlich. Wenn ich einen 6-Zöller oder einen 10-Zöller habe, dann will ich visuell auch sehen, was mit 6" oder 10" Newton-Öffnung der bezahlten Qualitätsstufe(!) geht und nicht das, was 5" oder 8" Öffnung billiger aber besser konfiguriert auch zeigen könnten.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
@Günther: danke für deine gute Meinung über mein Teleskop! :) Ich kann auch bestätigen, dass die optische Leitung wohl nahe am Optimum liegen muss. Ich muss wirklich mal zu einem Treffen fahren und vergleichen. Nach meinem Wissen haben die TAL2Ms nur einen Kugelspiegel, das müsste ich allerdings selbst mal an meinem Gerät nachprüfen, mittels Foucault Test. Wenn dies so ist scheint es nicht viel auszumachen. Lüfter weiß ich nicht, ich denke, der Abstand vom Spiegelrand zum Tubus ist groß genug, sodass die Luft gut zirkulieren kann. Ein Lüfter würde wiederum Vibrationen verursachen.


Gruß, Christian

 
Hallo Christian,
in der Massenproduktion wird aber eben nur so gut wie nötig gebaut um den maximalen Gewinn zu erzeugen.
Klar könnte man alles richtig machen, das Wissen dazu ist da, aber es ist eben nicht profitabel.
Ich sehe es inzw. positiv - so bleiben mir noch genug Möglichkeiten für ein paar interessante Bastelstunden, die für mich fest zum Hobby dazu gehören.

 
Hallo Chritian,

den Tal gibt es, so weit ich weiß (!?) sowohl mit Kugelspiegel als auch mit Parabolspiegel.
Die Weite des Tubus habe ich jetzt nicht mehr in Erinnerung.
Der richtige Lüfter, richtig eingebaut und betrieben verursacht KEINE Vibrationen.

Es ist das Problem vieler Verbesserungen, dass ihre Machbarkeit und/oder Wirkung ohne sinnvollen praktischen Test (z.B. vergleichende Beobachtung, Teleskop neben Teleskop) angezweifelt wird.
Das ist dann auch schon der Grund für den Erfolg von halbherzigen und billigen Lösungen (billig im Unterschied zu preisWERT).

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Ralf,

Dein Beitrag ist nur ein halber Beitrag. Es ist ein ganz wesentlicher Fakt, dass viele Dinge schlecht gemacht werden, ohne dass eine richtige Lösung mehr Produktionskosten verursachen würde. Konkret sei die unsinnige 60° Anordnung von Zug- und Druckschrauben der Hauptspiegeljustage bei GSO und dort produzierten Label-Produkten genannt. Die alten Löcher für 120° Anordnung zu Paaren sind noch in den Gussteilen vorhanden!
Oder nimm die Leuchtpunktsucher mit der "Dämmerungsvergütung" - weglassen kann nur Geld sparen!

Man findet noch mehr solche Beispiele, auf die von Amateuren immer wieder hingewiesen wird. Ob das schon auf Händlerebene oder erst beim Importeur (teils in Personalunion mit dem Händler) abgeblockt wird, oder ob wirklich der Hersteller den Hintern nicht vom Eimer bekommt... Fakt ist: Gewinn ist nicht der Punkt. Es steckt auch noch Absicht oder große Dummheit dahinter.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Kartsen,

auch ich bin ein visueller Beobachter, aber auch fotografierender Hobbyastronom. Wenn ich so die wirklich sternkalren Nächte hier in Regensburg - durch meine Beobachtungsbücher kann ich das die letzten Jahre schön nachvollziehen - so hatte ich im Zeitraum 1998-2003 rund 30-35 verwertbare, sternklare Nächte im Jahr. War es mal drei Wochen schlecht, ahben die Leute hier im Forum schon über das sch... Wetter gemurrt.
Seit dem Supersommer 2003 ging die Anzahl sternklarer Nächte seit 2004 bis 2010 KONTINUIERLICH in den Keller, waren es 2004 noch 25, so 2006 nur noch 18, 2009 war mit 13 schon mehr als übel und in 2010 - ich glaub - ich konnte keine 10 kalren Nächte vermelden. Wenn es mal schön war, dann ging das zumeist einher mit großflächiger Schleierbewölkung. Ob das durch Vulkanasche bedingt war - ich weiß es nicht.

Zu den Instrumenten: Vor Jahren wurde bemängelt, es gäbe keine Newtons, mirt denen man mit Kleinbildkameras in den Focus käme, keine vernünftigen Refraktoren mit ebenem Feld und und und... Jetzt gibt es das alles und schon wähnt man visuell brauchbare Instrumente einer aussterbenden Art angehörend.

Ich denke eher, der MArkt ist breiter und die Qualität der angebotenen Produkte in den letzten Jahren um Größenordnungen besser geworden.

Gute Okulare (Nagler, Ethos, Speers Waler et al) gibt es auch im Markt und diese funktionieren allesamt auch an hoch geöffneten Geräten.

Dobsons in allen Größen und Variationen durchdringen die Märkte immer mehr - und das sind ja wohl visuelle Spezialisten par Excellence.

Ich denek, sobald die Großwetterlage mehr sternkalre Nächte hergibt, wird es auch wieder mehr BBs geben.

Viele Grüße

Markus


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Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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DANUBIA - OBSERVATORIUM

Markus A. R. Langlotz
Dr.-Bruno-Sahliger-Str. 8
D-93096 Köfering

Die Astroseite: www.N-T-L.de
Die Starfinderseite: starfinder.N-T-L.de
Die Mailadresse: ntl.observatory (at) freenet.de

 
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