Tachchen,
Im Großteleskopbau sind die Cassegrains bisher immer noch die einzige akzeptierte Bauform. Warum wohl?
der Grund ist die Zugänglichkeit der Brennebene.
Ansonsten braucht man im Bereich der Prpfiastronomie auch für
den klassischen Cassegrain einen mehrlinsigen Korrektor.
Denn wie der Newton korrigiert der klassische Cassegrain
nur einen Abbildungsfehler:
Die sphärische Aberration für den Achspunkt.
Abseits der Achse leidet der Newton an:
1) Koma
2) Astigmatismus
3) Bildfeldwölbung
Abseits der Achse leidet der klassische Cassegrain an:
1) Koma
2) Astigmatismus
3) Bildfeldwölbung
Dabei ist das Ausmaß an Koma bei Newton und klassischem Cassegrain
bei gleicher Öffnung und gleicher f/ratio vergleichbar groß.
Wenn man dagegen einen Ritchey-Chretien-Cassegrain nimmt
kann man die Koma loswerden. Das Bildfeld wird aber immer
noch stark begrenzt, diesmal durch Astigmatismus.
Siehe dazu den Vergleich beider Cassegrain-Typen bei Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ritchey-Chrétien-Cassegrain-Teleskop
Wenn ein grßeres Feld abgebildet werden soll werden auch
am Ritey-Chretien Korrektorlinsen fällig.
Bei kleinen RC sowiso, da sie eine störende Bildfeldwölbung aufweisen, wenn man die Spiegelradien so wählt,
daß die Brenneben außerhalb des Tubus zu liegen kommt und
die Obstruktion gleichzeitig nicht extrem groß wird.
Trotzdem liegt sie beim 6"f/9 RC bei deutlich über 40%.
Die Auswirkung einer so großen Obstruktion auf die Eignung
als visuelles Allroundteleskop ist stark:
Für die Planetenbeobachtung wählt man besser etwas anderes.
Doch weiß ich auch, dass man hier Abstriche machen muss, wenn man über einen erweiterten Spektralbereich redet.
Nein. Wie kommen sie denn darauf? Man kann einen Komakorrektor
so bauen daß er bis in den Infrarotbereich gut abbildet.
Das ist alles eine Frage des Aufwandes den mantreiben will.
Im Amateurbereich werden viele Newtons sogar mit einem
2-linsigen Korrektor betrieben der sphärische Abeerration
auf der Achse einführt(!)
Nur weil die Kameras der Amateure lange Zeit nicht in der Lage
waren den Abbildungsfehler im Bild zu zeigen. Mit heutigen
feinpixeligen CCDs nimmt man besser einen besseren Komakorrektor.
Das gilt auch für alle anderen Systeme.
Standart-Refraktoren mit 2 Linsen vorne haben Farblängsfehler,
Sphärochromatismus auf der Achse, abseits kommen noch Bild-
feldbwölbung und Astigmatismus dazu.
Dito 3-Linser wo alle linsen vorne liegen, da kann aber
der Farblängsfehler schon sehr klein sein und der Sphärochromatismus
kann ebenfalls sehr gering ausfallen. Bildfeldebner mit
Korreektur des Astigmaimus braucht auch der Dreilinser.
Und so weiter. Und so fort. Jedes System hat seine Abbildungsfehler.
Mir ging es aber nicht um die Photographie, sondern darum, daß einem visuell interessierten Sternfreund neuerdings
nur noch Newtons mit turmhoher Brennpunktlage angeboten werden.
Begründung scheint zu sein daß man dann nicht 2 Newtons
die jeweils unterschiedlich ausgelegt sein müssen braucht:
1) mit hoher Brennpunktlage, großem Fangspiegel Einbauoption für Komakorrektor für Photofreunde
2) mit niedriger Brennpunktlage, kleinem Fangspiegel für Beobachter
3) oder sogar: mit niedriger Brennpunktlage, mittlerem Fangspiegel,
Einbauoption für Komakorrektor für Beobachter die das Teleskop
sowohl für die Planetenbeobachtung als auch für ausgedehnte
Objekte nutzen wollen.
Man wirft also nur einen Newton mit hohem Brennpunkt unter
das Volk, da können die Knipser dann ihre DSLR dranhängen,
(als wenn ein echter Knipser einen f/6 Newton für Photo
kaufen würde! Der nimmt sich einen f/4 mit Komakorrektor, der belichtet schneller aus und zeigt mit Korrektor
in den Ecken trotzdem eine viel bessere Sternabbildung)
und meint wohl:
Kauf dir den, oder laß es eben bleiben.
Im Bereich der Linsenteleskope sind es dann EDs die mit
einer schlechten Linsenfassung daherkommen. da wird es zur Glücksache wenn das Teleskop auch nach mehreren Transporten
noch kollimiert ist (wenn es das ab Werk überhaupt war).
Und die polychromatischen Strehlwerte eines solchen dajustierten EDS
liegen unter noch denen eines kollimierten guten Newtons
mit einer guten Optik. Gucksuda:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/posts/769337
Na Mahlzeit...
Und was auflösungsvermögen und Kontrastübertragungsvermögen betrifft
kann so ein Winzling sowiso nicht mit einem 6"f/6 Newton mithalten.
Aber auch das war nicht Thema meines Anfangsveitrages.
Ich konstatiere weiterhin daß man Herstellerseits viel für
die Photographen tut, die Beobachter aber stark vernachlässigt.
CS,Karsten