Hallo Leute,
zuerst einmal vielen Dank für eure Resonanz auf mein Posting!
Sven:
Ja, gucken will gelernt sein. Da ist etwas dran.
Ich habe schon oft erlebt daß ich bei der Planetenbeobachtung
über mittelmäßiges Seeing verärgert war und ans einpacken dachte,
und nur 1 Stunde später konnte ich bei besserem Seeing ein Unmenge
von Details genießen. Gedult ist gefragt, ein Standort abseits
von Luftunruhe fördernden Faktoren (Schornsteine im Winter,
von der Sonne erhitzte Hausdächer im Sommer) wird gebraucht,
und das Teleskop muß gut justiert sein und brauchbar sein.
Dirk (TanFan):
Ja, Beobachtungsbericht schreiben. Ich mache es fast nie.
Die Gründe dafür:
Es ist mühselig und wenn ich spät Nachts reinkomme habe ich
keine Lust und keine Zeit (auch ich muß für meinen Lebensunterhalt
arbeiten und morgens halbwegs einsetzbar sein) das zu tun.
Später dann frage ich mich wozu es gut ist. Denn erstens
sieht jeder ein wenig (oder sehr stark, siehe Farbfehlerdebatten)
verschieden. Ich denke da z.B. an feine pastellfarbige Bögen
in den Jupiterbändern. Schwer zu Beschreiben daß sich ein Anderer
der nicht mit durchschaute etwa darunter vorstellen kann.
Einen BB zu schreiben macht deshalb vor allem für mich selbst Sinn.
Ein anderer kann damit nicht einmal ableiten was ER mit einem
Teleskop gleicher Öffnung sehen würde / könnte / sollte.
Günther:
Ja, um wissen zu können was mit einem
guten Teleskop
einer bestimmten Öffnung gehen kann muß man ein solches Teleskop
einmal bei gutem Seeing an einem entsprechenden Objekt eingesetzt haben.
Leider führt das bei vielen Leuten nur über die Bastelecke.
Denn im Bereich der Newtons findet man durchdachte Teleskope selten.
Und das Geld alternativ einen 6" oder 7" Vollapo eines der
renommierten Herstellers einzusetzen hat kaum jemand zur Verfügung.
Deadlock:
Ja, man möchte mit dem Teleskop gerne alles auf einmal machen können.
Das dies nicht geht, daß es die "eierlegende Wollmilchsau"
nicht gibt muste auch ich erst einmal lernen. Und dabei stand
bei mir Photo nicht mal zur Debatte.
Aber selbst die verschiednen Bereiche der visuellen Beobachtung
verlangen schon nach mehreren spezialisierten Teleskopen.
Dirk (47 Tau):
Der Himmel gibt durch Lichtverschmutzung zunehmend weniger her.
Da ist wirklich etwas dran. ich weis noch daß es früher Käffer
im Sauerland gab bei denen es nach Mitternacht vollkommen duster war.
Heutzutage sind da mehr Häuser, mehr Straßenlampen, mehr Strahler
mit Bewegungssensor (auch ein Igel soll wohl Nachts was sehen können).
Dazu diese Unsitte der "Skybeamer". Die können in weitem Radius
den Himmel ruinieren.
Dein Punkt daß selbst etwas zu sehen nicht mehr "kick" genug ist
ist wohl auch stichhaltig. Ich habe auch schon erlebt wie jemand
trotz bester Sichtbedingungen meinte daß man das Gleiche
auf Bildern doch "so viel besser sehen" könnte.
Chris (Watkin):
Ich sehe deinen Punkt, daß Photographen mehr Geld ausgeben
als es visuelle Sternfeunde tun, als zutreffend an. Aber:
Auch "Visuelle" geben zum Teil einen Haufen Geld aus.
Ich kenne einen Sternfreund welcher u.a. einen 180mm Fluorit-Apo hat.
Er hat im Laufe der Zeit mehrere teure Teleskope besessen
un dwieder verkauft, dazu einen Haufen hochwertiger Okulare
wie Zeiss Orthos, Nagler, Ethos, Pentax XW.
Man sollte den visuellen Sternfreund als Händler also nicht
als wenig interessanten Billigkäufer geringschätzen.
Selbst die die wie ich mit einem "billigen Newton" einsteigen
geben im Laufe der Zeit (wenn sie denn dabei bleiben und nicht
wegen lausiger Teleskope das Handtuch werfen) einen Haufen Geld
für Okulare aus. Mein Teleskop aus der 400 Euro Klasse hat
mich
durch massive Optimierungen etwas noch einmal diesen Betrag gekostet.
Abe die Okulare und Barlowlinsen summieren sich auf den (Neu-)Wert
von etwa 2400 Euro.
Und wie ich aben schon schrieb, ich bin deiner Meinung:
Ein guter BB kostet viel Zeit und Aufwand.
Tommy:
"Es ist auch im visuellen Bereich, wenn man optimal arbeiten will,
eine Trennung von Richfield und Hochvergrösserung nötig".
Genau meine Meinung.
Und ich bin auch der Ansicht daß der Dobson einen Aufschwung
der visuellen Beobachtung gebracht hat.
Nur leider sehe ich in jüngster ZEit daß es im Bereich der
erschwinglichen Teleskop einen Trend zum "eines muß für Alle
und für alles reichen" gibt. Es gibt dann diese Röhren
je nach VErtriebsweg in unterschiedlicher Farbe, auch Okulare
in unterschiedlichem Outfit, aber innen ist das selbe drin.
Das täuscht Vielfalt vor wo Monokultur vorherrscht.
Preisdruck wird wohl die Ursache für solche (Fehl-)Entwicklungen sein.
Aber die Händlerschaft strickt daran mit. Wenn man immer nur
auf "Bestpreise" abhebt anstatt auf die inneren Werte von Teleskopen
zu verweisen muß man sich nicht wundern wenn genau das passiert was derzeit passiert.
"Daher denke ich dass ein komakorrigierendes Okular oder
ein OAZ mit Irisblende nur einem Edelhersteller mit gutem
Namen und zahlungskräftigster Kundschaft vorbehalten sein wird."
Ein Superweitwinkelokular mit Komakompensation für Newtons
kann nicht billig sein. Aber es kann aus guter Produktion
für einen Preis wie ein Nagler angeboten werden.
Den Preis wäre ich bereit zu zahlen, einige mir persönlich
bekannte Beobachter auch, aber ich fürchte, daß Niemand
das Risiko eingehen will so ein Projekt anzugehen.
Vielleicht klappt das ja wenn die globale Ökonomie irgendwann
einmal wieder besser läuft.
Norman:
Ja, es nerft, nicht wahr? Was soll ein (eh schon recht hoher)
Auszug am 8"f/6 auf den man für die eobachtung erst noch
eine etwa 50mm lange Hülse stecken muß damit man mit dem Okular
in den weit über dem Tubus liegenden Fokus kommt? Hallo?!
Das ist eine fehlenticklung für die 2 Sternfreunde die den Tubus
später dann rinmal auch ein e Montierung packen wollen um
damit Photos zu machen. Welche Montierung packt einen 8"f/6 photographisch?
Ja genau, keine die auch nur halbwegs erschwinglich wäre.
Und deshalb ist so ein Auszug am 8"f/6 DOBSON Mumpitz.
Photographisch geht auch unter mäßign Bedingungen etwas,
visuell braucht man schon bessere Bedingungen, da würde
ich dir zustimmen.
Aber st da ein Grund sämtliche Newtons nun photographisch auszulegen?
Selbst Dobsons mit viel zu hohen Brenpunktlagen zu bauen?
Ich denke: Nein.
Leider habe ich eine "Infektion der Luftwege" und muß deshalb
Schluß machen um mich auszuuhen.
Deshalb nur noch kurz zu dem was Manfred (NGC224) geschrieben hat:
ein wunderbares aesthetisches Erlebnis
Genau das kann und soll visuelle Astronomie für mich sein.
Gruß, Karsten