Einlinser/ Chromatischer Refraktor. Kann jemand etwas zu den verschiedenen Linsenformen Sagen?

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Schwastian Beinsteiger

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Hallo,

es gab ja damals vor sehr vielen Jahren auch Einlinsige Teleskope, aber auch heute scheint es noch eine kleine Fangemeinde dieser zu geben.
Auffällig für solche Optiken sind Öffnungsverhältnisse jenseits der f40 und sehr kleine Durchmesser.
Ich selber finde das ganze zumindest interessant genug um den ganzen einen kleinen (langen? :p ) Platz in meiner Sammlung zu geben.

Jedoch fängt hier eine Frage an die garnicht so einfach zu beantworten ist.
Zunächst ein Bild worum es geht:

Screenshot_20220502_162048.jpg

zu sehen ist eine Bikonvexe-, eine Plankonvexe- und eine Meniskus- Linse.

Von einer Quelle hab ich bereits gelesen das die bikonvexe Variante bevorzugt wird, auch selber habe ich in einen (wenn auch sehr billigen) Sucher eine solche Bikonvexe Linse gefunden.
Doch wo liegt bei diesen Linsen nun der Unterschied, Welche ist besser für diese Anwendung geeignet, Wo sind im Detail die Verschiedenheiten in der Abbildung wenn es denn überhaupt welche gibt?

Im Netz selbst findet man nur sehr zäh halbwegs befriedigende antworten, eine kompakte Übersicht von vor und Nachteilen wäre da deutlich angenehmer, auch für andere Leute bestimmt.
Aber um das zu beantworten reicht es wohl nicht einfach hier und da bissl gebaut zu haben, das muss wohl eine ziemlich tiefgreifende Angelegenheit sein.

Ich wäre wirklich sehr dankbar wenn mir da jemand etwas helfen kann.

Konkret zu meinem Plan:
Auch so was bauen, Linsen sollten nicht das problem sein, Die Rohlinge von Brillengläsern sollten quasi perfekt sein, in einer größe von etwa 40mm-50mm und Brennweiten von 1500mm-2000mm (0,75-0,5 Dioptrien)
dazu kann man diese wohl auch gleich mit einer anti Reflex Vergütung versehen lassen, und das zum Schluss für garnicht mal so viel Geld.
Die ersten Teleskope waren doch auch aus Brillengläsern oder nicht? ??

mit freundlichen Grüßen
Florian

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hier mal ein Bild von einem 2" f80 Refraktor in falt Bauweise, hab das im Internet gefunden und fand es inspirierend
 
Hallo Florian,

als von Astro Anfängern noch Teleskope mit einfach Linsen gebaut wurden, verwendete man in der Regel Brillengläser als Objektive. In die selbe Richtung ging hierzulande der Kosmos Linsensatz. Zu dem gehörten eine Bikonvex Linse 50/1000 und 2 plankonvexe Linsen für ein selbst zu bastelndes Huygens Okular.
Damals waren Brillen für Weitsichtige oder als Lesebrillen oft mit bikonvexen Linsen ausgestattet. Relativ neu waren die "Punktalgläser". Das waren für diesen Zweck berechnete Menisken, die ein größeres nutzbares Feld durch die Augenbewegung ermöglichten. Deshalb wurde damals darauf hingewiesen, dass diese Gläser als Fernrohrobjektiv schlechter geeignet wären.

In der weiter zurückliegenden Vergangenheit als Huygens und Kollegen ihre Linsen selbst schliffen, war die Herstellung von Bikonvex Linsen am einfachsten. Man kam mit einer Schleifschale für beide Linsenseiten aus. Betr. Plankonvex Linsen ist zu bemerken, dass die Herstellung guter Planflächen deutlich aufwändiger ist als die sphärischer Flächen.

Lass uns doch mal wissen, wo du das o.g. interessante Teleskop gefunden hast. Das würde sicher auch noch andere interessieren.

CS Gerhard
 
Hallo Gerhard,

danke erstmal für deine Antwort.

Kosmos Linsensatz. Zu dem gehörten eine Bikonvex Linse 50/1000 und 2 plankonvexe Linsen für ein selbst zu bastelndes Huygens Okular.
das klingt doch schonmal nach einem interessanten Ansatz, wer weiß vielleicht kommt man noch an einen herran, die Anlaufstelle Optiker würde letztenendes in einer ähnlichen Linse ausfallen schätze ich.

Das die Herstellung von bikonvexen Linsen einfacher ist bezüglich der vorhandenen Form macht durchaus Sinn.
Bei einer Bikonkaven wird es vermutlich auch ähnlich sein, dann könnte man ein Galileo Fernrohr bauen :D

Das Teleskop wurde bei cloudy nights vorgestellt, dort gibt es hintendran eine längere disskussion.
auf der Seite gibt es hier und da mal solche speziellen Refraktoren,
hier auf astronomie de nicht wirklich, oder zumindest hab ich keine gefunden.

hier der Link

mit freundlichen Grüßen
Florian
 
Hallo Florian,

beim Kosmos Linsensatz wurde das Objektiv auf 25-30mm abgeblendet. Dann war die Abbildung durchaus recht gut. Außerdem konnte man dann das selbst gebaute Fernrohr durch das achromatische 54/1000 Objektiv des R54 boostern, das es in der DM 100,- Klasse für Selbstbauer zu kaufen gab. Das R54 ist übrigens ein prima Fernrohr, ich habe hier noch eins in Benutzung.

Zwecks Konkav Linsen kurzer Brennweite empfehle ich Astromedia oder das Ausschlachten alter Galilei Feldstecher. Bei Astromedia gibt es auch einen Bausatz für ein Galilei Fernrohr mit Einfachlinsen. Das habe ich vor Jahren gerne mit Kindern der Astro AG am Gymnasium zusammengebastelt. Die Begeisterung die größten Mondkrater damit zu sehen war unglaublich. Ein längeres Galilei Fernrohr, wie der arme Galilei es hatte, macht allerdings nur bedingt Freude. Das Gesichtsfeld wird durch den Winkel begrenzt, unter dem man von Okular aus das Objektiv sieht. Deshalb haben Galilei Feldstecher solche Größen wie 2,5x40, damit man noch ein halbwegs brauchbares Gesichtsfeld hat. Bei Galileis 30fachem Fernrohr passte der Mond oder die Plejaden schon lange nicht mehr ins Gesichtsfeld. Um so bewundernswerter ist es, was er und andere (Simon Marius z.B.) damals beobachtet haben!

Viel Spaß beim Basteln und CS Gerhard
 
Hallo Florian,

für einen Einlinser als astronomisches Fernrohrobjektiv wäre von den drei dargestellten Linsen die plankonvexe Form am besten geeignet. Die konvexe Seite muss zum Himmel zeigen. Ausschlaggebende Punkte sind sphärische Aberration, dass die Lichtstrahlen von unendlich kommen und dass die Blende mit der Linse zusammenfällt. Die minimale sphärische Aberration würde man mit einer Linse "bester Form" erreichen. Statt der planen Seite ist diese leicht konvex. In der Bildersuche mal nach "best form lens" suchen.

Die bikonvexe Linse ist besser für eine endlich-endlich Abbildung geeignet, ideal bei Verhältnis 1:1. Die Meniskuslinse ist wiederum gut, wenn die Blende ein gutes Stück von der Linse entfernt steht, und zwar auf der konkaven Seite. Mal die Bildersuche unter dem Begriff "singlet landscape lens" bemühen.

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo,

mein erstes selbstgebautes Fernrohr hatte aus Kostengründen als Objektiv ein Brillenglas. Diese "Präzisionsoptik" hat mich damals glaube ich DM 28,- gekostet. Abgeblendet auf 25mm war das Bild immer noch recht farbig, aber am Mond ging damit schon einiges, Jupiter war aber nur ein farbiges Scheibchen und Saturn nur ein farbiges Oval. In einem zweiten Versuch habe ich dann eine alte Nahlinse mit 0,75 Dioptrien aus den Fotogebrauchthandel in ein Fernröhrchen verwandelt. Das Bild war ein klein wenig besser, aber noch weit von dem entfernt was ein schrottiges Kaufhausfernrohr liefert. Trotzdem hat das Beobachten damit viel Spaß gemacht. Heute würden Anfänger so etwas natürlich nicht mehr anfassen, geschweige denn durchsehen, denn ein 114er Kaufhaus-Newton gilt ja schon als optischer Dreck mit dem man nichts mehr sehen kann. Heute müssen es gleich acht oder besser 10 Zoll Öffnung sein ...

Damals sah das etwas anders aus, denn schon ein nacktes 80mm Objektiv mit 1200mm Brennweite war bei Meade mit DM 795,- gelistet.

Würde ich heute nochmals so ein Projekt durchführen wollen, dann würde ich glaube ich in Richtung eines Fagotts gehen. 60mm Bikonvex mit einer Brennweite um drei Meter, wenn so etwas irgendwo zu einem anständigen Preis zu bekommen ist, und dann auf ein brauchbares maß abblenden. Ich denke 50mm werden wohl halbwegs brauchbar sein.


MfG

Rainmaker
 
Heute würden Anfänger so etwas natürlich nicht mehr anfassen, geschweige denn durchsehen, denn ein 114er Kaufhaus-Newton gilt ja schon als optischer Dreck mit dem man nichts mehr sehen kann. Heute müssen es gleich acht oder besser 10 Zoll Öffnung sein ...
nicht unbedingt, es gibt immernoch (zuviele) "ebay und Amazon" anfänger, und da gibt es dann Gurken im 70/300 plastiklinse, 114/500 Kugelspiegel und ähnliches format für teilweise zu hohe Preise


Damals sah das etwas anders aus, denn schon ein nacktes 80mm Objektiv mit 1200mm Brennweite war bei Meade mit DM 795,- gelistet.
andere Zeiten, heutzutage gibt es dieses Format nichtmal mehr wirklich, villeicht die langen Bresser im normalen markt und hier und da ein paar Spezialitäten.


wenn so etwas irgendwo zu einem anständigen Preis zu bekommen ist,
mir wurde als Tipp Brillenglaseohlinge nahegelegt, die optiker können in diesem rahmen dann auch an der form auf das ein oder andere eingehen und die brennweitenstufen in Dioptrien gibts ohnehin (0,5 =2m bw)
Dann auch gleich mit Antireflexbeschichtung, klingt zumindest nach einer zuverlässigen Anlaufstelle, Fragen kostet erstmal nichts.

mit freundlichen Grüßen
Florian
 
Hallo Florian

Chromaten kommen eigentlich nur in Sonnenteleskopen zum Einsatz, wie z.B. bei Lunt.
Wolfgang Lille verwendete früher einen 12" Chromaten.

Gruß
CS
 
zumindest heutzutage, neben den vereinzelten selbstbauten.

damals mit ihren, wie nannten die sich? - Luftteleskopen... das war eine andere Liga.

ich hörte irgendwo gibt es sogar noch eines dieser Geräte im Betrieb, sehr wahrscheinlich "nur" ein Nachbau, ist aber beeindruckend.

mit freundlichen Grüßen
Florian
 
Hallo Florian,

ich rede nicht von dem frustrierenden Nepp der zu allen Zeiten stattfindet, sondern vom Verhalten von Anfängern und von Wertschätzung. Heute hat für viele scheinbar nur noch etwas einen Wert, weil es einen (hohen) Preis hat oder das größtmögliche Modell ist. Ich habe das inzwischen leider mehr als ein mal erlebt.


MfG

Rainmaker
 
naja gut, ich habe selber mit einem 8" Gerät angefangen, und es war alles andere als eine schlechte Entscheidung, denn auch 10 Jahre später macht das Gerät eine prima Figur, ein 114er wäre zu dem Zeitpunkt längst überfällig/ausgereizt gewesen.
Die geschichten über aussteiger weil das Gerät zu wenig zeigt gibts wie Sand am Meer, ich finde es garnicht mal schlecht das man recht preiswert an Dobsons dieser Größenklasse herankommt, mittlerweile sind jedoch auch dort die Preise wieder nach oben geklettert, ich rede hier von 379€ NP

Was mich dagegen mehr stört ist das viele die in die astronomie Einsteigen direkt nur die Fotografie im Kopf haben, nichts mit drehbare Sternkarte,nichts mit Feldstecher, garnicht mal selber schauen, direkt teleskop, Kamera, Action.
Das finde ich sehr schade da dieses Hobby so viel mehr zu bieten hat und grade beim anfang wenn man sich weder orientiert am Himmel noch orientiert was einem daran gefallen könnte hat.
(nein ich meine damit nicht den schnellen Schnappschuss zwischendurch ;) )

Da hilft dann auch kein 114er Kaufhaus Newton oder 8" Dobson, beide ham kein autoguider anschluss ?

Ist jetzt aber auch nicht das Thema des Beitrags, lasst uns lieber über die altertümlichen Bauformen amüsieren und Hoffentlich auch Testen irgendwann mal, wer weiß vielleicht bekommt man auch mit einem solchen speziellen Gerät einen einsteiger um die finger gewickelt ?

Meine getunte eq1 wäre zumindest für einen 1" f40 refraktor bereit, die hat gestern erfolgreich den 4" Mak getragen, selbst bei max. Vergrößerung

mit freundlichen Grüßen
Florian
 
Ich bin interessiert dem Thread bis hierher gefolgt, und habe mir die Frage "warum soll man sich eigentlich einen f/40 Einlinser bauen, wenn man heutzutage fuer das Geld einer T2-Verlaengerung auf ebay einen 50mm f/15 verkitteten Achromaten bekommt?" verkniffen.
Warum verkneift man sich solche Fragen?
Na was fuer mich pragmatischer Unfug ist (weil ueberholt), ist fuer einen Anderen die Herausforderung ein historisches Design nachzubauen und zu gucken was man damit sehen kann.
Deshalb spart man sich solche Kommentare, denn warum sollte man anderen Menschen ihre Freizeitbeschaeftigung vermiesen?
Aber es gilt dann auch andersherum:

Was mich dagegen mehr stört ist das viele die in die astronomie Einsteigen direkt nur die Fotografie im Kopf haben, nichts mit drehbare Sternkarte,nichts mit Feldstecher, garnicht mal selber schauen, direkt teleskop, Kamera, Action.
Das finde ich sehr schade da dieses Hobby so viel mehr zu bieten hat und grade beim anfang wenn man sich weder orientiert am Himmel noch orientiert was einem daran gefallen könnte hat.

Denn was mich stoert sind Leute die sich an anderer Leute Hobbies stoeren.
Denn Ich finde visuelle Beobachtung von Sternen mit drehbarer Sternkarte und f/40 Optik ist der falsche Weg seine Freizeit zu verbringen, Du solltest dagegen mehr Leichtatletik betreiben.
Das Du das nicht tust ist superschade, denn gerade die Leichtatletik hat so viele Facetten zu bieten.
Du merkst es selber Florian, sowas ist doch Unfug.
Lassen wir mal ohne jeden Paternalismus jeden sein Ding machen. Stecke andere gerne mit deiner Begeisterung an, aber moderiere bitte nicht die Begeisterung anderer Leute an anderen Dingen ab.

Dir daher ein ehrlich gemeintes frohes Gelingen bei deinem Projekt. Ich wuerde die Linse an deiner Stelle uebrigens tatsaechlich selber schleifen, denn wenn schon, denn schon...
Wirklich mal probieren, so schwer (bikonvex, f/40....) ist das gar nicht. Ich kenne den ein oder anderen, der genau so anfing, und jedes Jahr hing die Latte hoeher und die versuchen sich heutzutage teils sehr erfolgreich an hyperbolischen Spiegeln....
Vergueten kannst Du bleiben lassen, denn Transmissionsverluste bei f/40 oder ein nicht ganz so guter Kontrast ist bei einer solchen nicht beugungsbegrenzten Optik nicht besonders tragisch.
Dir also Toitoitoi,
Gruss & CS
 
Denn was mich stoert sind Leute die sich an anderer Leute Hobbies stoeren.
Denn Ich finde visuelle Beobachtung von Sternen mit drehbarer Sternkarte und f/40 Optik ist der falsche Weg seine Freizeit zu verbringen, Du solltest dagegen mehr Leichtatletik betreiben.
Das Du das nicht tust ist superschade, denn gerade die Leichtatletik hat so viele Facetten zu bieten.
Du merkst es selber Florian, sowas ist doch Unfug.
Lassen wir mal ohne jeden Paternalismus jeden sein Ding machen. Stecke andere gerne mit deiner Begeisterung an, aber moderiere bitte nicht die Begeisterung anderer Leute an anderen Dingen ab.
so war das eigentlich auch nicht gemeint, eher das man schritt 3 vor schritt 1 und 2
macht, ich hab hier und da schon mitbekommen das dann weder Orientierung am Himmel noch das justieren der verwendeten Optik in irgendeiner weise sitzt, als würde man auto fahren bevor man die Fahrerlaubnis gemacht hat, und sich dabei einige Abenteuer entgehen lässt die man danach villeicht nie wieder aufgreift.


Dir daher ein ehrlich gemeintes frohes Gelingen bei deinem Projekt
danke!


Ich wuerde die Linse an deiner Stelle uebrigens tatsaechlich selber schleifen, denn wenn schon, denn schon...
Wirklich mal probieren, so schwer (bikonvex, f/40....) ist das gar nicht
wenn man einmal dabei war kann das gut sein, ich habe so gar keine Vorstellung davon, nichtmal ne Ahnung wo ich rohlinge und Apparatur herbekomme, und wie ich das ganze danach messen kann ob was bei raus gekommen ist.
Ich würde es angehen unter der Bedingung es irgendwo in einer art Workshop gezeigt bekomme und dann unter Anleitung das ganze angehen kann.

mit freundlichen Grüßen
Florian
 
so war das eigentlich auch nicht gemeint, eher das man schritt 3 vor schritt 1 und 2
macht, ich hab hier und da schon mitbekommen das dann weder Orientierung am Himmel noch das justieren der verwendeten Optik in irgendeiner weise sitzt, als würde man auto fahren bevor man die Fahrerlaubnis gemacht hat, und sich dabei einige Abenteuer entgehen lässt die man danach villeicht nie wieder aufgreift.
Ich schweife mal ab:
Ich (Oldschool) war mal genau deiner Meinung, habe aber in der Praxis seit dem die genau gegenteilige Erfahrung gemacht und sehe das jetzt anders. Anfaenger (die letztendlich auch Fotografieren wollen) eiern mit der Suche und der Orientierung gerade anfangs dermassen herum, dass die tatsaechlich ueber zwei Stunden herummurksen, ohne je einem ersten Schnappschuss ueberhaupt nahe gekommen zu sein.
Danach bekommt man bereits durchgefrohren und vorfrustriert in der eigentlichen Sache nix mehr gebacken.
Das wird dann sechs Naechte durchexerziert, dann liegt der Krempel in der Ecke und wird nicht mehr angefasst.

Inzwischen ziehe Ich es ganz anders auf:
Erst wird gezeigt wie man aufbaut/verkabelt/einnordet, dann wird gezeigt wie man grob fokussiert, dann wird sofort konsequent Goto zum Laufen gebracht und ab dem vierten Schritt kann man sich dann mit der Kamera und allem Trallala bereits am eigentlichen Objekt austoben. Wenn das steht, dann nimmt die Sache meiner Erfahrung nach dann von selber Fahrt auf und den Leuten macht's Spass.
Viele Leute sind heute nun mal mit Software und Tschingderassabumms sozialisiert und haben mit Software ueberhaupt keine Beruehrungsaengste, finden aber analoge Sachen total Raketentechnik.
Der Angstgegner ist heutzutage "mal einen Autoreifen wechseln" und nicht mehr "verbinde mal dein Android Phone ueber Bluetooth".
Gib mal der "Generation GPS" einen Falkplan (patentgefaltet!). Da kriegt Du nach 16s Fummeln nur einen langen, traurigen Blick zurueck "ehrlich jetzt?".

wenn man einmal dabei war kann das gut sein, ich habe so gar keine Vorstellung davon, nichtmal ne Ahnung wo ich rohlinge und Apparatur herbekomme, und wie ich das ganze danach messen kann ob was bei raus gekommen ist.
Ich würde es angehen unter der Bedingung es irgendwo in einer art Workshop gezeigt bekomme und dann unter Anleitung das ganze angehen kann.

Also fuer Handarbeit braucht du gar keine Aperatur/Maschine (aber klar, Feinoptiker nehmen heutzutage fuer den Grobschliff eine CNC Maschine) und wie schon oben jemand geschrieben hat, eine Sphaere zu schleifen ist "relativ einfach" (eine Planflaeche zu schleifen ist dagegen 10x schwieriger). Grob vereinfacht gesagt, wenn man mit Schleifmittel zwei Glasrohlinge flachgelegt in zentrischer Rotation "richtig" gegeneinander schleift, dann wird eine Seite sphaerisch konkav, die andere sphaerisch konvex. Danach wuerden in deinem Fall beide Rohlinge umgedreht und die andere(n) Seite(n) geschliffen der eine Rohling wird dann bi-konvex, der andere bi-konkav. Mit grobem Schleifmittel robbt man sich in die Naehe der Endform, dann werden die Korrekturen mit feinerem Schleifmittel immer feiner und am Ende wird poliert. Testen kannst Du mit Foucault oder Ronchi.
Beim Spiegelschleifen will man den konkaven Teil behalten (und spaeter i.d.R. dann zu einer Parabel weiterschleifen), bei der Linse halt den konvexen Teil (aber auch Fangspiegel von RCs oder SCs werden so angeschliffen). Grundsaetzlich ist das Verfahren fuer einen Spiegel und eine Linse was den Grundschliff betrifft sehr aehnlich. Wirklich kniffelig, teuer und "von Hand" eine Tortur wird das erst bei grossen schnellen Optiken und Asphaeren (wie Parabeln oder hyperbolischen Spiegeln). Bei solch kleinen Oeffnungen, langen Brennweiten und sphaerischen Formen, die dir da vorschweben, ist dass noch sehr ueberschaubar.

Falls Du wirklich Lust hast da mal hineinzuschnuppern, dann wuerde Ich mich an deiner Stelle mal mit z.B. @Stathis in Verbindung setzten, der ist eine der Referenzen in der Szene (siehe auch hier: Spiegelschleifen Glas Rohlinge Material ) und der kann dich mit Rohlingen, Schleifmittel und Tipps und Tricks bis zum Abwinken versorgen. Der gab auch frueher auf dem ITV Seminare und da gab's meiner Erinnerung nach auch eine Lehr-DVD.
Aber wie gesagt, sowas ist klar eine "der Weg ist das Ziel" Nummer und hat den Sinn, den Du der Sache gibst, Denn eine bi-konvexe Linse 75mm, 1m Brennweite (abblenden ...) bekommst Du heutzutage auf Ebay fuer 20 Euro ( Double Convex Lens, 1000mm Focal Length, 3" (75mm) Diameter - Eisco Labs | eBay ), wenn Du damit herumspielen willst. Ein verkittetes achromatisches Doublett , 90mm 1m Brennweite ( 90mm Optical Doublet Convex Glass Lens DIY Astronomic Telescope Long FL 100cm | eBay ) bekommst Du bereits fuer unter 100 Euro nachgeworfen.
Jede Tiefe des Einstiegs hat einen anderen Reiz ...
Gruss und frohes Basteln ;)
 
Hallo,
mein erstes astronomisches Teleskop war von Quelle, ein 60mm Refraktor mit 900mm Brennweite. Damit habe ich viele Jahre beobachtet. Schöne Doppelsterne, Jupiter mit Monden und Bändern, Saturn mit Ring und natürlich den Mond. Und die Sonne. Mit dem Teleskop kamen auch drei Okulare. Zwei nach Mittenzwey und ein Kellner. Also noch weit weg vom heutigen Plastikmüll, der Anfänger-Teleskopen beigefügt wird. Mit diesem Teleskop habe ich auch meine ersten Astrofotos gemacht. Mit einer Kamera aus "Optikus und Fotomann" direkt auf Fotopapier.
Viele Jahre später, das Nachfolge-Teleskop war ein dreizölliges Newton-Spiegelteleskop, das immer noch in meiner Sammlung ist, zerlegte ich der Refraktor. Riesiges Erstaunen: Die Objektivlinse bestand aus einer einzelnen, sehr dünnen Plankonvex-Linse!
Nie hätte ich gedacht, daß es möglich ist, ein derartig farbreines Teleskop, wie der Quelle-Refraktor es war, mit nur einer einzelnen Linse zu bauen.
Leider habe ich die Objektivfassung zerstören müssen, um an die Linse zu kommen, aber auch sie habe ich immer noch in meiner Sammlung.
Es ist also möglich, mit nur einer einfachen Linse ein durchaus brauchbares Teleskop zu bauen. Und es muß gar nicht unbedingt ein Öffnungsverhältnis von 1:40 sein, 1:15 kann auch schon reichen.
Es wurde hier ja auch schon empfohlen, eine Plankonvex-Linse zu verwenden. Das kann ich aus eigener Erfahrung (von vor über 50 Jahren) bestätigen. Meine Objektivlinse hat übrigens eine Dicke in der Mitte von ca. 2mm. Ich denke, daß auch die geringe Dicke der Linse zur Farbfehlerfreiheit beiträgt.

Grüße
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo *entfernt* (seltsamer Vorname),

bei allem Respekt vor allem für das alte 60/900 von Apollo Optik, da liegst du falsch. Ich hatte so etwas in meiner Jugendzeit (Ende 60er Jahre) gebraucht erworben. Auch heute besitze ich so ein Rohr aus der gleichen Epoche und beobachte gelegentlich damit.

In all den Jahren habe ich etliche Fernrohre und Optiken zerlegt und wieder zusammen gefügt. Das 60/900 aus japanischer Herstellung hat ein FH Objektiv, das heißt einen Fraunhofer Achromaten mit Luftspalt. Da gibt es keinen Zweifel! Da spielt dir deine Erinnerung einen Streich; das ist bei uns alten Vögeln gelegentlich ganz normal.

Und egal wie perfekt eine Einzellinse geschliffen ist. Bei 60/900 würdest du den Farbfehler sehr deutlich sehen. Genau deshalb wurde Objektiv beim Kosmos Linsensatz ja auf 2,5 bis 3 cm abgeblendet.

CS Gerhard
 
Aber zusammenfassend eine beeindruckende Entwicklung,

von ultra langen ein-Linse-Refraktoren die die Startzeit untermauern, über 2 linsige Systeme mit verschiedensten Auslegungen, wohl erst ohne, später mit Lustspalt, dort sind die Geräte dann ein ganzes Stückchen kürzer geworden und können sich bis heute durchsetzen, waren aber dennoch ab einer bestimmten Öffnung wieder Recht lang,
bis zu den Apos von heute die ebenfalls je nach Länge und gewollter Korrektur von 2 Linsen bis 3 linsen Objektive gehen, (mehr hab ich zumindest noch nicht gesehen)
dort sind die Bauarten dann auch nochmals ein großes Stück kürzer geworden.
So sehr das andere Fehler den Farbfehler überholen was die Brennweite angeht.
Bin gespannt ob die Zukunft da auch nochmal einen schritt macht, oder ob die angesprochenen Größenklassen in so einer preislichen höhe liegen das jemand der sich sowas noch leisten kann definitiv auch das Geld für eine größere Kuppel hat und das ganze dann einfach nicht verbessert werden muss...

so zumindest mein Stand der dinge.

was mich grade interessiert wenn ich das mit den 3 linser apos lese, ob es auch versuche gab mit 3 "Standartglas" Linsen eine bessere Korrektur zu erzielen, und da meine ich definitiv nicht sowas wie pezvals, das ist ein anderes Thema (haben sowieso 4, aber in 2 gruppen!)

Auch pezvals sind ein besonderes Thema, so habe ich gelesen das dort ein länger brennweitiges also in sich besser korrigiertes Objektiv verbaut ist, das später durch eine weitere linsengruppe (irgendwo vor dem OAZ) auf ein schnelleres ÖV gebracht wird und zeitgleich das Feld geebnet wird.
Klingt theoretisch ganz geil, Farb"reinheit" eines ich sag mal 100/1000, aber effektiv ein 100/500 mit ebenem Feld, zwar nicht ganz so kurz aber zumindest kürzer als ein normaler f10.
Wenn das pezval Element entsprechend dimensioniert ist könnte man sogar effektiv mehr wahres Gesichtsfeld als mit dem Objektiv allein erzielen.
Letztenendes bleibt es aber zumindest in diesem Achro Beispiel ein Versuch mit den Achros ein wenig den Apo Hype zu erfassen, diese sind ja von Grund aus kompakter bei besserer Farbkorrektur, allerdings ist die sache mit dem ebenem Feld ganz geil, das wird soweit ich weiß auch bei diesen redcats aufgegriffen.

Falls jemand mal durch einen dieser Bresser Petzvals geschaut hat gerne mal schreiben ob es so einen Unterschied macht zu normalen Optiken mit f5

So das war jetzt viel zu viel themawechsel von meiner seite aus xD
Ich schaue Samstag auf der ATT mal was es so für schätze gibt, eventuell finde ich ja sogar direkt etwas für einen solchen einlinser.
Ein 1" f40 wäre für den Einstieg erstmal nicht schlecht, das ist durchaus noch im rahmen um es recht einfach zu Bauen sowie zu montieren,
bei 2" (persönliche Obergrenze) könnte f40 fast schon zu wenig sein, wenns mehr benötigt dann wirds vermutlich in die Richtung faltrefraktor oder Luftteleskop gehen, beides dinge die ich definitiv nicht in meiner Sammlung habe xD

mit freundlichen Grüßen
Florian
 
Hallo Florian,

wenn du mit echtem Standardglas ja sogar einer einzigen Glassorte auskommen willst, ist das Schupmann Medial dein Kandidat.

So was gibt es aber nicht fertig zu kaufen. Die Selbstanfertigung ist eine echte Herausforderung; ich habe mich zwar eingehend theoretisch eingearbeitet, bin von der konkreten Ausführung aber zurückgeschreckt. Ich hatte über die DDR Staatsgrenze hinweg seinerzeit auch persönlichen Kontakt mit Edwin Rolf dem Erbauer des Brachymedial in Rathenow. Das ursprüngliche Medial hat halt ein ziemlich kleines Gesichtsfeld aber wirklich keinerlei verbleibende AC.

Da könntest du dich was trauen.

CS Gerhard
 
was mich grade interessiert wenn ich das mit den 3 linser apos lese, ob es auch versuche gab mit 3 "Standartglas" Linsen eine bessere Korrektur zu erzielen, und da meine ich definitiv nicht sowas wie pezvals, das ist ein anderes Thema (haben sowieso 4, aber in 2 gruppen!)
Das gab es in der Tat oefter und nicht nur "drueben" in der DDR. Die ersten Astro-Physics waren Dreilinser BAK2 Kronglas mit einem relativ teuren Flintglas. Um den Farblaengsfehler mit konventionellen Glaesern zu korregieren muss man auch zu teurem Glas greifen und das Ganze ist dann in der Brennweite/Oeffnungsverhaeltnis trotzdem recht beschraenkt. Sowas kann man heute mit ED-Glaesern einfach besser bauen und das hat daher eigentlich keinen Markt mehr.

Hier hast Du einen Ueberblick, was man da mit konventionellen Glaesern fuer Apos und Halb-Apos so zusammenzimmern kann: SEMI-APO AND APO LENS OBJECTIVE, EXAMPLES

bis zu den Apos von heute die ebenfalls je nach Länge und gewollter Korrektur von 2 Linsen bis 3 linsen Objektive gehen, (mehr hab ich zumindest noch nicht gesehen)
dort sind die Bauarten dann auch nochmals ein großes Stück kürzer geworden.
Auch das gibt es: Optikdesign | APQ JENA

und dort wird auch diese Frage von dir hinreichend beantwortet:
Bin gespannt ob die Zukunft da auch nochmal einen schritt macht, oder ob die angesprochenen Größenklassen in so einer preislichen höhe liegen das jemand der sich sowas noch leisten kann definitiv auch das Geld für eine größere Kuppel hat und das ganze dann einfach nicht verbessert werden muss...
... kostet ein kleines Vermoegen.

Auch pezvals sind ein besonderes Thema, so habe ich gelesen das dort ein länger brennweitiges also in sich besser korrigiertes Objektiv verbaut ist, das später durch eine weitere linsengruppe (irgendwo vor dem OAZ) auf ein schnelleres ÖV gebracht wird und zeitgleich das Feld geebnet wird.
Klingt theoretisch ganz geil, Farb"reinheit" eines ich sag mal 100/1000, aber effektiv ein 100/500 mit ebenem Feld, zwar nicht ganz so kurz aber zumindest kürzer als ein normaler f10.
Wenn das pezval Element entsprechend dimensioniert ist könnte man sogar effektiv mehr wahres Gesichtsfeld als mit dem Objektiv allein erzielen.
Letztenendes bleibt es aber zumindest in diesem Achro Beispiel ein Versuch mit den Achros ein wenig den Apo Hype zu erfassen, diese sind ja von Grund aus kompakter bei besserer Farbkorrektur, allerdings ist die sache mit dem ebenem Feld ganz geil, das wird soweit ich weiß auch bei diesen redcats aufgegriffen.

Petzvals sind ein spezieller Typ von Astrographen. Bei Astrographen sind die Bildfehler abseits der optischen Achse (Bildfeldkruemmung, Koma, Astigmatismus, Farbquerfehler) ebenfalls korregiert. Beim "Spechtelrohr" korregiert mal i.d.R. nur Koma und alles was geht auf der Achse. Daher braucht man fuer einen Astrographen - je nach dem wie gut es im Feld werden soll - noch ein paar optische Elemente mehr, i.d.R. mindestens vier fuer ein moderates Oeffnungsverhaeltnis. Richtig gute und schnelle Astrographen habe auch schnell mal neun optische Elemente in vier Gruppen.
Dein Vergleich ist daher ein Vergleich zwischen Buttermesser und Fischmesser: Die haben ganz verschiedene Anforderungen und unterscheiden sich weit mehr als Du hier anreisst und mit "Apo Hype" hat das gar nichts zu tun.
Ein Feldstecher ist auch keine Fotolinse und eine Fotolinse kein Feldstecher, obwohl beides vergroessernde Optiken mit mit Linsen sind.

Spektakulaer "was die Zukunft noch alles bringt" usw. ist daran eigentlich inzwischen nicht mehr viel, ein schnelles Foto-Teleobjektiv (das auch noch Verzeichnung korregiert und alle Fehler fuer einen viel groesseren Fokusbereich korregieren muss) hat heutzutage locker mal 16 Elemente in 9 Gruppen mit 2-4 ED Elementen.
Und die Neueren werden mit Fresnel-Linsen schon seit ein paar Jahren ultrakompakt gebaut. Dagegen sind dreielementige Apo-Refraktoren eigentlich ziemlich kalter Kaffee. Aber das sind im Kamerasektor andere Stueckzahlen, da bleibt das preislich dann auch im Rahmen. Sowas wie der Redcat ist keineswegs neu, sondern immer mehr Leute machen Astrofotografie und da ist ein neuer lukrativer Markt entstanden, der dann auch bedient wird.

Wie gesagt, mit deinem Einlinser bist Du auf dem Stand von vor 400 Jahren. So ein kleines bischen hat sich da inzwischen ja schon was getan ... ;)
Gruss und CS
 
Die Objektivlinse von meinem Quelle-Teleskop ( Apollo von Quelle gab es erst ab 1969) war definitiv eine Einzel-Linse.
Mit dem 12,5mm-Okular war ja auch nur eine rd.70fache Vergrößerung möglich.
1969 hatte ich aber schon ein Unitron/Polarex von Neckermann. Das habe ich hier vor einigen Jahren verkauft.
Hier aber die Objektiv-Linse von dem Quelle-Teleskop (ca 1960):
IMG_2887.jpg
 
Und das ist sicher kein verkittetes Doublet? Es sieht so i aus als sei der Rand minimal gestuft, oben glatt, unten rauh, was recht typisch bei Doublets ist.
Vllt sehe ich da aber auch nehr als da ist.
LG, Olli
 
Nee, das ist nur eine Fasse. Die untere ist etwas breiter, die obere sehr, sehr schmal. Und der Linsenrand ganz grob verarbeitet. Wie erwähnt, die Linse hat nur ca 2mm Dicke und der chromatische Fehler war bei 72facher Vergrößerung nicht auffällig.
 
als einlinser müsste der Fehler eigentlich enorm sein, nicht ohne Grund sind 2" geräte mit f80 im Netz zu finden, bei f40 hab ich bereits gelesen das es schon viel zu viel war um überhaupt ein scharfes Bild zu bekommen, und 60mm sind doch nichmal ein schritt weiter statt 50mm
 
Probier' es doch mal aus, anlesen kann man sich vieles. Und die drei Okulare, die zu meinem Teleskop gehörten, ließen nur Vergrößerungen von etwa 30fach, etwa 50fach und 72fach zu.
Allerdings kenne ich jetzt keine Bezugsquelle für dünne Plankonvexlinsen in dieser Art. Brillengläser sind meist ja Meniskuslinsen.
 
Hallo,

damals mit dem Kosmos Linsensatz hat natürlich jeder auch erst mal ausprobiert, was passiert, wenn man die 50mm Linse nicht abblendet also f/20 hat. Dann war die 40fache Vergrößerung am Mond nicht wirklich schön, die Farbe deutlich und der Versuch scharf zu stellen mühsam und unbefriedigend. Bei f/40 bekam man ein schönes Bild, das mit 40facher Vergrößerung das Auflösungsvermögen von 25mm Öffnung halt voll ausschöpfte.

Der Umstieg auf ein achromatisches Objektiv gleicher Brennweite, wie bei meinem R54 war ein echter Durchbruch. Auf ein mal war 4mal so viel Licht da und Vergrößerungen bis knapp 100fach wurden am Mond, den Planeten und Doppelsternen möglich. Hätte das eine Einfachlinse gekonnt, hätte es dieses Fernrohr zu seinem damals strammen Preis nicht gegeben.

Ich schreibe nicht von Theorie sondern von eigener Beobachtungserfahrung der letzten fast 60 Jahre.

CS Gerhard
 
Hallo,

ja, genau das war damals die Story mit dem Kosmos Linsensatz für 4,80 DM.
Habe so einen Bausatz heute noch.
Nur wer diese Phase der Amateutastronomie miterlebt hat, kann sich die Freudensprünge vorstellen, als dann mein erster 150mm Parabolspiegel fertig poliert und parabolisiert war und das erste Planetenlicht, reflektiert von der Sonne in mein Auge gelenkt hat und das zunächst unverspiegelt.
Das war gegenüber dem abgeblendeten Brillenglas ein unvorstellbarer Sprung in wahrlich andere Welten.
Zur damaligen Zeit konnte sich kaum jemand ein Teleskop von Zeiss leisten und ein erschwinglicheres Aangebot gab es in der Fülle von heute schon gar nicht.
Da blieb nur der Selbstschliff, der auch sehr viel Spaß gemacht hat.

Richtig, Gerhard, auch ich schreibe das aus eigener Beobachtungserfahrung seit über 60 Jahren, die junge Leute bei den relativ günstigen Angeboten an Teleskopen nur sehr schwer nachvollziehen können.

Bemerkenswert finde ich, daß sich jetzt trotzdem noch jemand mit Brillengläsern zur Nutzung als Teleskop beschäftigt.

CS Peter
 
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