Einstieg (auf dem niedrigsten Level) | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Einstieg (auf dem niedrigsten Level)

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Hallo,
ich suche ein Teleskop für den unregelmäßigen aber schnellen Blick in den Himmel.

Meine „Wurzeln“: das Thema Astronomie begleitet mich in vielen Facetten schon seit 15 Jahren, ohne dass ich je tiefes Wissen angehäuft hätte. Es ist einfach ein warmes und wohliges Gefühl und eine Grundentspannung, wenn ich etwas zu dem Thema lese, sehe oder in den Nachthimmel schaue.

Meine Ansprüche: leicht zu verstauen, platzsparend und schnell bei der Hand. Ich gehe nicht mit dem Anspruch daran, dass ich unbedingt Objekt X oder Y einfangen muss. Ich will einfach ein (günstigeres) Gerät, das man abends oder beim Grillen mit Freunden mal schnell auf den Gartentisch oder die Fensterbank stellt und mal eben einen Blick in den Himmel wirft.

Des Weiteren habe ich ein dreijähriges Kind und mir liegt viel daran, dass das Kind mit „Chancen“ aufwächst. Sprich, dass es in einem Umfeld aufwächst, das zu Hobbies und Interessen anregt. Und für das wissenschaftliche Interesse ist es sicherlich nicht von Nachteil, wenn es einfach die Möglichkeit der Himmelsbetrachtung gibt (wenngleich das natürlich noch ein paar Jahre dauert. Aber das steht der Anschaffung jetzt ja nicht im Weg).

Meine Umstände: Ich wohne in Marburg/Hessen und bin nicht mobil - Lichtverschmutzung also durchaus in einem unschönen Bereich. Ich war am Wochenende kurz davor bei AstroMedia das Pappmodell des Newton Teleskops zu bestellen. Nicht weil ich mir davon klare Sicht erhoffe - einfach wegen des Bastelspaßes. Den Impulskauf habe ich allerdings vorerst mal unterbunden und es zum Anlass genommen, mich mal nach einer „richtigen“ Lösung im low budget Bereich zu kümmern.

Bei dieser - zugegeben - naiven, oberflächlichen und vor Unwissenheit strotzenden Recherche bin ich an folgenden Varianten hängen geblieben, weil sie mir für mein Vorhaben sinnvoll erschienen:

1) NATIONAL GEOGRAPHIC 114/500
2) Über den YouTuber "astrobiscuit" bin ich auf die AC 80/400 (insb. StarTravel) gestoßen. BEST BUDGET TELESCOPE | astrobiscuit

Ich kann mein Ziel gerade gar nicht genauer definieren. Einfach, weil es sich hier eher um eine potentielle „Bauch“ und „Gefühls“-Anschaffung handelt.
Vielleicht kann ja jemand nachfühlen und sich in meine Situation reinversetzen.

Grüße Karl
 

markusd112

Mitglied
Hallo Karl,

was hälst Du davon, wenn Du Dir ein ordentliches Fernglas zulegst? Ich liebe es, mich nachts in den Gartenstuhl zu setzen/legen und mit einem Fernglas über den Sternenhimmel zu wandern. Und was man alles entdecken kann, ist faszinierend. Vorteil: preisgünstig, sofort einsetzbar, platzsparend und auch für andere Zwecke verwendbar.
Beim Teleskop verliert man schnell den Spaß, wenn man hier zu billig einsteigt: wackelige Montierung, schlechte Okulare, minderwertige Optik, usw. Klar kann man auch mit billigen Teleskopen erste Erfahrungen sammeln. Aber nach Deinen Schilderungen würde ich Dir zu einem guten Fernglas raten.

Ich habe z.B. ein Nikon Action 10x50 CF und bin damit sehr zufrieden.

Und dann z.B. dieses passende Buch dazu: Oculum | Astronomie neu erleben

Gruß

Markus
 

Takeshi Kovacz

Mitglied
Das Startravel 80/400 war mein erstes Teleskop als ich wieder angefangen hab und ich war sehr angetan davon. Ich benutze inzwischen teurere APOS zum fotografieren, aber zum einfach durchschauen ist das Teil schwer zu schlagen und ich hab es nur aus Platzgründen weggegeben. Ich denke die Empfehlungen die Astrobiscuit abgibt haben absolut Hand und Fuß !
 

VisuSCor

Mitglied
Hallo Karl,

nachdem was Du geschrieben hast, fiel mir auch spontan das Fernglas ein. Damit kann man relativ unbedarft über den Himmel schweifen. Großer Durchmesser mit geringer Vergrößerung! Dann siehst Du nachts am meisten.

Für die Benutzung eines Fernrohrs oder Teleskopes muss man sich schon etwas mit der Astromomie beschäftigen. Einfach so in den Himmel gucken bringt wenig, denn Sterne sind einfach nur Lichtpunkte. Andere Objekte wie Nebel und Galaxien muss man gezielt suchen und man sieht sie auch erst mit einer gewissen Übung. Auch brauchen die Augen Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Also neben dem Grillen mal eben noch astronomische Beobachtungen machen wird nicht zufriedenstellend funktionieren.

Zu allem Überfluß ist es mit einem Teleskop allein nicht getan, denn fast noch wichtiger ist eine stabile Montierung mit einem guten Stativ. Die Einsteiger-Sets, die beim Teleskophandel angeboten werden, haben aber genau da ihre Schwachstellen. Zu guter Letzt gehören noch ein paar vernünftige Okulare zu einer Grundausstattung, leider auch hier Fehlanzeige bei den Einsteiger-Sets.

Also lieber Fernglas, eventuell mit Stativ, und Teleskop nur, wenn Du bereit bist, Dich intensiver mit der Astronomie zu beschäftigen!

CS.Oli
 

pulti

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Hallo Karl,

schau dir mal diese Angebote an:
oder wenn's ein bisschen größer sein soll:
Gute Qualität und alles Zubehör für den Einstieg dabei.
 

Rocknrollo

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Hallo Karl,
ich stand vor drei Monaten als Einsteiger vor derselben Frage und bin das Problem dann von der theoretischen Seite angegangen: Was will ich sehen, was kann ich mir leisten und habe mich dann erstmal belesen. Nach vier Wochen habe ich mir einen Refraktor, also Linsenteleskop Skywatcher 90/900 gekauft und bin damit erstmal sehr zufrieden. Mond-, Planeten- und Sonnenbeobachtung gelingt damit sehr gut und selbst die Astrofotografie funktioniert mit etwas Zubehör, natürlich aber in Grenzen.
Im Hinblick auf dein Kind halte ich sowas auch für nicht verkehrt, denn ein solches Teleskop eignet sich später auch als Einsteigerteleskop fürs größer werdende Kind.
Die Investitionen halten sich mit 400-500 Öre m.E. auch in Grenzen, falls Du nicht weitermachen willst.
Lg
Roland
 

AstroPZ

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Hallo Karl,

sobald sich aufgrund der Vorschläge dein Budget doch Richtung 300€ verschiebt habe ich diesen Vorschlag:


Das hat die tolle Starsense Technologie. Damit wirst du mit dem Smartphone am Teleskop zum gewünschten Objekt geführt.
Ich habe mir das obwohl ich einige deutlich grössere Teleskope habe auch gekauft.
Allerdings nur wegen dem Starsense System. Das bekommt man sonst nicht anders.

Das kleine Teleskop habe ich mal kurz ausprobiert und konnte damit sogar hellere Messier Galaxien deutlich beobachten. Vieles andere geht dann natürlich auch.
Ich war überrascht wie gut das ging. Also von mir eine Empfehlung, besonders halt wegen der Starsense Unterstützung.

Das ist auch in dem Preisbereich mM das beste Starsense Teleskop, da es die grösste Öffnung (nur das zählt, nicht Brennweite) hat.

Gruß
Peter
 

Benutzername

Mitglied
(...) was hälst Du davon, wenn Du Dir ein ordentliches Fernglas zulegst? (...)
Lieber Markus, grundsätzlich bin ich der Idee eines ordentlichen Fernglases nicht abgeneigt und hatte das gedanklich auch schon einmal durchgespielt. Vor allem die anderweitige Verwendung ist - v.a. mit Kind - ein wirkliches Argument. Mit einem Stativ-Adapter kommt man damit in Sachen "Welt erkunden" schon ziemlich weit.
(...) Für die Benutzung eines Fernrohrs oder Teleskopes muss man sich schon etwas mit der Astromomie beschäftigen. Einfach so in den Himmel gucken bringt wenig, denn Sterne sind einfach nur Lichtpunkte. Andere Objekte wie Nebel und Galaxien muss man gezielt suchen und man sieht sie auch erst mit einer gewissen Übung. (...)
Lieber Oli, ich kombiniere deine Antwort mal mit der von Markus.
Ich habe meine Wurzeln und Ansprüche etwas sehr vereinfacht. Ich bin durchaus willens und intellektuell auch in der Lage ein Teleskop mit Struktur zu bedienen. Mein "mal schnell einen Blick in den Himmel werfen" meint schon durchaus ein gezieltes Vorgehen und kein wildes Lichtpunkt-Springen. Pardon für diese starke Vereinfachung/Ungenauigkeit.

An Markus und Oli (und natürlich an alle): bei meinem angesprochenen Gedankenspiel zum Fernglas bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ein Fernglas ganz losgelöst von einer Anschaffung eines Teleskops eine gute Idee wäre. Denn ein Punkt lässt mich noch nicht an einem Teleskop los: ich verbinde mit einem Teleskop einfach einen Entdeckerdrang. Stelle ich mir das Kinderzimmer eines vor Neugierde strotzenden Kindes vor, dann steht da ein Teleskop in der Ecke (und vermutlich liegt auch ein Fernglas im Bücherregal). Das ist natürlich eine total romantisierte Vorstellung, aber ein Teleskop ist in meiner Vorstellung mehr als nur ein Werkzeug/Objekt, sondern auch Ausdruck einer forschenden, neugierigen und aufgeschlossenen Geisteshaltung. Es geht mir v.a. darum einfach ein Element in diese Familie einzubringen, die das Hirn anregt.

Liebe Alle, ich habe alle Nachrichten gelesen. Die explizit genannten Produkte schaue ich mir erstmal genauer an. Vor allem Peters StarSense Explorer sieht auf den ersten Blick sehr interessant aus. Ein Punkt noch, auch weil Peter es ansprach: Ich habe gar kein wirkliches Budget und ich weiß, dass es das auch für eine Beratung eher komplizierter macht. Das Gesamtpaket muss einfach passen. Ein guter Tubus mit mickriger Mechanik wird mir, wie Oli es schon angesprochen hat, schnell den Zahn ziehen. Es gibt nichts schlimmeres als Technik, die nicht das tut (oder wenigstens willig dabei mitwirkt), was man will.
 

VisuSCor

Mitglied
Hallo Karl,

ich wollte Dir nicht unterstellen, dass Du Astronomie als Hobby nicht ernst nimmst. Ich musste bei Deinen Worten nur an meinen eigenen Einstieg denken. Zuerst hatte ich ein Mak, weil ich mir auch nicht sicher war, ob das Astrohobby was für mich ist. Mit dem Mak kann man halt auch tagsüber was anfangen, so meine Überlegung. Dann kam der Skywatcher ST 80 hinzu, der schon erwähnt wurde.

Damals dachte ich auch, ich könnte einfach etwas am Himmel spazierenschauen. Aber da kommt nix raus dabei - jedenfalls mit dem Teleskop. Der Himmelsausschnitt ist dazu einfach zu klein und die Objekte, die man visuell erreichen kann sind nicht so dicht gesät und auch schwer erkennbar. Man muss wissen wo und sehr genau hinschauen und auch mal ne Weile beobachten, bis man etwas erkennt.

Alles andere kommt dann, wenn man sich für das Hobby begeistern kann. Mehr Öffnung, noch mehr Öffnung und vielleicht auch mehr Technik - hat bei mir innerhalb von jetzt fast 3 Jahren zum Ausprobieren von 10 verschiedenen Optiken geführt, von denen ich jetzt noch 5 besitze. Und schließlich war mir der Blick durch das Okular zu wenig und deshalb benutze ich statt Okular jetzt Kameras und ein Notebook für meine Beobachtungen.

Wohin es Dich dann treibt, entscheidet sich in der Praxis am erlebten Objekt. Ein einfacher Einstieg ist auf jeden Fall eine gute Idee! Steigern tut man sich sowieso von selbst, wenn man Spaß am Hobby hat.

CS.Oli
 

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Oli, habe es auch nicht als Affront aufgenommen. Ich war nur selbst zu vage in meiner Beschreibung - und bin es vermutlich immer noch. Ich kenne ja auch diese Einsteiger-Threads. Egal ob es um PC Hardware, Teleskope oder was auch immer geht: man muss den Einsteigern ja immer erklären, dass man doppelt kauft, wenn man billig kauft.
 

markusd112

Mitglied
…und wenn das Budget keine Rolle spielt kann ich für die visuelle Beobachtung meinen eigenen Favoriten empfehlen: ein Celestron CPC800 plus StarSense: solide Montierung, gerade so noch zusammengebaut vom Wohnzimmer in den Garten tragbar, dank eingebautem GPS Empfänger, Goto und StarSense in wenigen Minuten einsatzbereit, 8“ Öffnung bietet viele Möglichkeiten. Für abendliche Spaziergänge am Himmel mit möglichst vielen Objekten in kurzer Zeit meine pers. Empfehlung. Aber da nicht klar ist, was genau Du erwartest und sehen möchtest und wie hoch Dein Budget ist, bleibt es fraglich, ob mein Favorit auch für Dich passt.

Das Fernglas ist auf jeden Fall eine gute Ergänzung und macht Spaß. Damit machst Du (glaube ich) nichts falsch.

Viel Erfolg und viele Grüße

Markus
 

VisuSCor

Mitglied
Hallo Markus,

ich hätte es nicht besser sagen können :)

edit: ich hatte mich in das CPC verliebt, seit ich es hier zum ersten Mal gesehen hatte.

ALLERDINGS würde ich mich heute vermutlich für ein Celestron Evo 8 entscheiden. Das ist einfach kompakter und flexibler, denn die Evolution-Montierung kann ich halt auch mal für einen Refraktor benutzen, während der Tubus beim CPC fest eingebaut ist.

CS.Oli
 
Zuletzt bearbeitet:

Schmitti

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Hallo Karl,

gestern habe ich mich erst mal zurückgehalten. Nachdem jetzt aber so reichlich Vorschläge kommen, von denen einige aber nicht mehr viel mit deinem ursprünglichen Anliegen zu tun haben, will ich etwas eigene Erfahrung beisteuern. Gleich vorneweg, ich bin noch von früher und Sterngucker seit 1962. Aus dieser Zeit bin ich natürlich noch den einfachen Einstieg gewohnt.

1.) Ein Fernglas gehört in jeden Haushalt - ob Sterngucker oder nicht. Es muss auch nicht hunderte Euronen kosten; von einigen extrem billig Angeboten muss ich aber abraten.

2.) Von den von dir ins Auge gefassten Geräten ist ein 80/400 oder vielleicht der eins größere Bruder 100/500 durchaus eine Option. Sie zeigen große Gesichtsfelder und sind eher für moderate Vergrößerungen geeignet. Trotzdem kann man mit Vergrößerungen im Bereich bis 50fach bereits auf dem Mond spazieren gehen, die Saturnringe und die Hauptbänder auf Jupiter sehen, die Gestaltenänderungen der Venus verfolgen und und und......
Wichtig ist ein solider Unterbau. Da die Röhren leicht und kurz sind, reicht hier zum Beispiel eine AZ3 Montierung. Übrigens kann man das 80/400 auch tagsüber als Spektiv einsetzen (Vögel im Nest, Tiere am Waldrand).
So etwas können Kinder unter Aufsicht dann auch so ab Schulalter sinnvoll händeln.

Da du in Marburg wohnst, könnten wir uns auch mal direkt beraten, falls dir das weiterhilft.

CS Gerhard (Sterngucker Frankenberg e.V.)
 

SkyBob

Mitglied
Was man beachten sollte , ist die Aussage : Mal beim Grillen aufstellen.

Wann Grillen die meisten Leute?
Im Sommer!
Was hat man da?
Die sogenannten Weißen Nächte.
Also eigentlich kaum wirklich astronomischen Himmel.
Dazu die Lichtverschmutzung.
Da wird man nicht viel sehen.

Ansonsten für schnell aufstellen, intuitiv bedienbar, relativ helles Bild, kompakt, geringer Pflege und Justage Aufwand, bin ich auch bei einem Widefield/Kometensucher wie dem 90/500 Omegon oder dem oben genannten skywatcher.

Nach Möglichkeit mit 2" Auszug.
Das ganze auf einer Alt/AZ Montierung und ein einfacher leuchtpunktsucher.
Evtl. noch ein einfaches 2" 28er LET Okular oder halt die Beigabe Superplössel Okulare.

Falls ein Stabiles Foto/Videostativ (6-8kgTragkraft) vorhanden ist, kann man das Tele sogar als OTA (also ohne Stativ/Montierung) erwerben.

Bis auf die Montierung bekommt man das oben genannte auch oft hier im Biete Board etwas günstiger gebraucht.
Evtl. Noch ein visueller UHC Filter bei und gut ist.
Für Mond noch ein einstellbarer Polfilter.

Wenn man dann Spaß hat kann man immer noch andere Okulare wie z.B. ein Zoom oder eine Barlow (wenn nicht schon im Set dabei) nachkaufen.

Ein Dobson ist natürlich Preis/leistungs technisch optimal.
Benötigt aber auch mehr Justage.

Gruß Markus
 

AstroPZ

Mitglied
...
Ein Dobson ist natürlich Preis/leistungs technisch optimal.
Benötigt aber auch mehr Justage.
...
Genau, da finde ich immer diesen hier als sehr empfehlenswert:


Ist wirklich ein gutes Teleskop mit 2" OAZ, deswegen PRO, aber etwas teurer. Noch nicht zu gross (Tischdobson), aber Öffnung ist gross genug um alle Messier Objekte zB von meinem Vorstadt Himmel zu sehen. Damit habe ich mit einer EQ-Plattform auch schon schöne Astrofotos hinbekommen.
Hat PushTo, man sieht auf der Stenkarte (SkySafari App auf Smartphone) wohin das Teleskop zeigt und kann es dann manuell zum Objekt positionieren.

Gruß
Peter
 

Benutzername

Mitglied
Ich habe heute leider gar nicht viel Zeit, daher nur eine kurze Reaktion auf die Vorschläge bisher:
1. vielen Dank für alle Vorschläge
2. ich versuche die Produkte nach und nach durchzuschauen und zu "verstehen". Das dauert eine Weile.

Ich habe heute angefangen ein bisschen was zum StarSense Produkt zu lesen. Ist das meine erste Überreaktion oder ist die StarSense-Technologie schon sowas wie ein "game changer"? Was ich so lese und auf YouTube sehe ist es damit ja wirklich ein spielerisches Erlernen des Nachthimmels.Vor allem so niedrigschwellig und günstig.
 

SkyMax96

Mitglied
Hallo Karl,

ich bin erst seit knapp einem Jahr dabei und nutze Starsense jetzt seit fast 3 Monaten. Für mich (und viele mit denen ich gesprochen habe) ist es ein Game Changer. Aufsuchen ohne Starsense ist, abhängig vom Objekt, nicht ganz so einfach, wenn man am Anfang steht. Und die Zeit, die man investiert um auf herkömmliche Weise zu suchen ist teilweise schon lang. Mit Starsense hat man einfach mehr Zeit zum Beobachten und verschwendet weniger Zeit beim Suchen. Starhopping hat sicher auch seinen Reiz, aber es kann durchaus Frust entstehen, wenn man Objekte einfach nicht findet - und evtl. liegt es nur daran, dass sie zu schwach sichtbar sind. Klar - man lernt die Sternbilder etc. nicht so gut kennen, wenn man sich einfach nur navigieren lässt. Dafür findet man Objekte schnell, und das mit einer sehr hohen Genauigkeit. Jetzt könnte man statt Starhopping -> Objecthopping betreiben. ;) Für mich ist es genau das was den Ausschlag geben kann, ob ein Anfänger nun enttäuscht aufgibt oder eben viele faszinierende Dinge spielend einfach sehen kann.

CS Max
 

VisuSCor

Mitglied
Hallo Karl und Max,

wenn damit das Starsense Autoalign gemeint ist, dann ist das ja nur eine Hilfe, um das Alignment des Teleskops zu erleichtern und zu automatisieren. Mit dem Alignment sagt man dem Computer eines Goto Teleskopes, wie es aufgestellt ist. Danach kann es Objekte aus einer Datenbank automatisch anfahren.

Bei meinem CPC800 mache ich das Aligment einfach so, dass ich mit dem Teleskop (nach Aufforderung durch die Software) 3 beliebige Sterne anfahre. Danach errechnet sich die Software die aktuelle Ausrichtung des Teleskopes und findet die Himmelsobjekte ebenso und fährt sie automatisch an.

Das Verfahren, das hinter den Starsense steckt, nennt man Platesolving. Zum echten Gamechanger wird das für mich erst im Zusammenhang mit EAA, weil das gesamte System dadurch präziser und einfacher zu bedienen ist.

Mit den Sternbildern sollte man sich trotzdem beschäftigen, denn je nach Jahreszeit sind ja bestimmte Sternbilder (besser) sichtbar. Für die Beobachtungsplanung ist es also von Vorteil, wenn man sich die Objekte nach Sternbildern sortiert und weiß wann diese günstig stehen.

CS.Oli
 

SkyMax96

Mitglied
Hi Oli,

es geht um die Starsense Explorer App bzw. Teleskope. Die App funktioniert ja auch über Platesolving, nur braucht man dazu nur ein Smartphone und keine sonstige Elektronik.

Mit den Sternbildern gebe ich dir Recht. Aber das kann man sich nebenbei auch mit oder ohne Starsense aneignen. Das eine schließt das andere ja nicht aus. Ich dachte nur, dass man als Einsteiger wohl erst Mal den Fokus darauf legt möglichst viele Objekte zu finden und zu beobachten, damit man sieht was man von dem Teleskop oder dem Hobby allgemein erwarten kann. Danach setzt man sich früher oder später automatisch mit Sternbildern auseinander.

CS Max
 

VisuSCor

Mitglied
Danke, Max. Das kannte ich noch garnicht. Ist natürlich eine preiswerte Hilfe, um die Hinmelsobjekte leichter zu finden.

Man sollte vielleicht bedenken, dass beim GoTo das Teleskop die Objekte nicht nur automatisch anfährt, sondern auch automatisch am Objekt bleibt. Es wird automatisch nachgeführt. Das erleichtert die Beobachtung erheblich.

CS.Oli
faszinierend, was man mit einem Smartphone so alles machen kann!
 
Hallo Max, hallo Oli!
es geht um die Starsense Explorer App bzw. Teleskope.

Ich verwende beides und beiden liegt die Plate-Solving Technologie zu Grunde. Das Starsense Autoalign Modul besteht aus eine Kamera und einem "Ersatz-" Handkontroller. Ich verwende es an meinem EAA Setup zusammen mit ener azimutalen Celestron GoTo Montierung. Die Platesolving Technologie hier wird in der Tat nur für das vollautomatische Alignement verwendet. Dabei werden durch die Kamera Bilder gemacht und ausgewertet und ein "Rechenmodell" für die Montierung erstellt. Danach kann man auf dem Handkontroller ausgewählt zu den gewünschten Objekten die Montierung drehen lassen und es wird natürlich dann auch angekommen, automatisch nachgeführt. Man kann aber auch die Montierung z.B. mit einem PC verbinden und dann in der Stellariums Software die Position der Montierung sehen und dann auch Objekte im Stellarium auswählen und anfahren. Allerdings findet dabei kein "weiteres" Platesolving mehr statt und unterscheidet sich dann auch nicht von einer GoTo-Montierung mit "nur" händischem Alignement.

Hier ein Foto der Starsense Kamera auf meinen Newton im EAA-Setup.
kamera-starsense.jpg


Anders bei der Starsense Explorer App, die ich mit dem entsprechenden "Smartphone-Spiegel-Halter" auf meinem Dobson mit Newton verwende. Dort braucht es gar kein Alignement, denn die Smartphone APP macht zu Beginn schon mit der Smartphone Kamera über den im Halter integrierten Spiegel Fotos und weiß per Platesolving wohin (bei mir) der Newton zeigt. Das ist bei mir aber quasi eine Bastellösung, denn von Celestron gibt es den Halter und den zum Betrieb der APP benötigten Freischalt Code nicht einzeln zu kaufen sondern nur immer in einem Paket mit "manuellem" Stativ/Montierung und Teleskop. In der APP kann man dann ähnlich wie oben für mein EAA-Setup beschrieben, ein Objekt in der Smartphone APP Software, welche eine angepasste Skysafari Version ist, Objekte auswählen und die APP zeigt einem dann an wohin man das Teleskop schwenken muss. Allerdings macht die APP laufend weiter Fotos, "plate-Solved" diese laufen und synchronisiert damit die auf der Sternenkarte der APP angezeigte Position. Es gibt hier ja mangels Sensoren keine Rückmeldung wie und wohin das Teleskop geschwenkt wird. Das ist dann anders wie mit dem zuerst beschriebenen Starsense Autoalign Modul an einer Goto Montierung welches keine laufende Positions Überprüfung per Foto und Platesolving nach dem Aligenment mehr vornimmt, aber über die Sensoren weiß (zumindest meint zu wissen ) wohin das Teleskop ausgehend vom dem anfänglichen Alignement zeigt.

Hier ein Foto von meinem "Gebastelten" Smartphone Halter auf dem f/5, 10" Newton (mit Schutzkappe über dem Spiegel)
starsense-halter-rossone-01.jpg


Ich finde, dass beides eine sehr gute Empfehlung für einen Anfänger ist. Der Unterschied zwischen einem Voll-Automatischen Goto mit Starsense Option und einem händisch geführten Teleskop mit Starsense Explorer APP ist nicht nur schlicht weg eine Frage des Budgets, das zwar auch. Aber bei einem Teleskop in Kombination mit der Starsense Explorer App spart man sich eine elektrische Montierung und damit nicht nur Geld, sondern auch die Notwendigkeit für eine Stromversorgung und nicht zu letzt auch Gewicht ein, aber man muss halt dann auch die Objekte per Hand nachführen. Das ist jetzt nicht per Definition ein Nachteil, sollte man nur wissen und verstehen!

MünchenBeiNacht - Ewald
 
Zuletzt bearbeitet:

thludwig

Mitglied
Hallo Karl.

Ich bin blutiger Anfänger, von daher kannst du von mir leider keine all zu guten Tipps erwarten.

Sie sind bisher nicht genannt worden, vielleicht haben sie einen schlechten Ruf? Keine Ahnung.
Bei meiner Recherche, bevor ich mir dann ein gebrauchtes 10" Dobson gekauft habe, bin ich über die "Tisch-Dobsons" gestolpert. Die kann man wirklich einfach auf den Tisch stellen und anfangen, (mit seitlichem Einblick) nach oben zu schauen. Der Justageaufwand hält sich in Grenzen, wenn man mit dem Teil einigermaßen sorgsam umgeht. Sicherlich machen höhere Ansprüche eine genauere (und häufigere) Justage erforderlich, aber für den Anfang finde ich sowas nicht schlecht. Es braucht nicht viel Platz, ist schnell aufgestellt und die Dinger sind preislich echt im unteren Bereich.
Ich habe ein 10" Dobson von Omegon und bin als Anfänger/Amateur mit der Qualität sehr zufrieden.

Dobsons beim Astroshop, preislich aufsteigend


Gruß
Thorsten
 

AstroPZ

Mitglied
Hi Thorsten,
...
Sie sind bisher nicht genannt worden, vielleicht haben sie einen schlechten Ruf? Keine Ahnung.

Dobsons beim Astroshop, preislich aufsteigend
...
Nein, die Dobsons haben absolut keinen schlechten Ruf.
Sie sind, wenn man das wichtigste beachtet, die Grösse der Öffnung, die beste Wahl für visuelle Astronomie.
Das Problem ist mM, dass Anfänger ein anderes Bild eines Teleskops im Kopf haben, langer Tubus auf kompliziert aussehender Montierung mit Einblick am Ende und deswegen die Dobsons am Anfang ignorieren. Später verstehen sie dann, dass zB Brennweite wenig zählt, aber Öffnung. Dann ist es oft schon zu spät. ;)

Ich hatte oben übrigens schon einen mM empfehlenswerten Dobson, da er PushTo, gute Öffnungszahl und 2" OAZ hat, aus der Astroshop Serie verlinkt.


Gruß
Peter
 

thludwig

Mitglied
Servus Peter.

Ich meinte speziell die kleinen Dobsons, die man auf den Tisch stellen kann, dass die vielleicht einen schlechten Ruf haben. Das 150er ist ja schon wieder recht groß und kostet auch gleich etwas mehr (wir wissen ja noch nicht, wie hoch Karls Budget ist, das er dafür erübrigen möchte/kann). Wenn dann noch das eine oder andere Okular oder anderes Zubehör dazu kommt, gehts schnell nach oben.
Wenn ich mir Karls Wünsche so durchlese, fällt mir eigentlich als erstes so ein Mini ein: platzsparend, günstig, (relativ) große Öffnung=viel Licht, kann auch mal am Grillabend schnell auf den Tisch gestellt werden, z.B. um einfach mal den Mond anzuschauen, wenn er sich gerade toll präsentiert....das geht ja durchaus auch im Sommer. Für die kleinen sind auch recht günstige Sonnenfilter zu kaufen oder sogar zu basteln, damit kann auch mal in die Sonne geschaut werden (Filter für den Sucher nicht vergessen!!). Meiner Meinung nach ein sehr guter Start, ohne gleich ein Vermögen ausgeben zu müssen :)

Gruß
Thorsten
 

SkyBob

Mitglied
Auch sollte man sich die Frage stellen,
"Was kann ich überhaupt visuell sehen?"

Grad bei Lichtverschmutzung hört der Spaß ja schnell auf.
Zumindest ohne Filter.

Die ganzen schönen Bilder Spiegeln ja nicht im entferntesten das wieder was man sieht.

Der Leitsatz bei Motoren heißt ja,
Nur Hub bringt Schub.

Bei Teleskopen halt,
Nur Öffnung bringt Licht ins Dunkel.

Ich mag hier nichts madig machen.
Habe ja selber nur kleine Öffnungen bis 150mm.

Nur sollte man sich als Beginner damit auch Mal auseinander setzen, das bei den genannten Begebenheiten visuell wohl nur
Mond, Sternenbilder (Haufen), oder die absolut hellsten Fackeln möglich sind bei kleinen Systemen.
Und es natürlich ordentlich an Farbe fehlt,
da das All für unser Auge grau in grau ist.

Gruß Markus
 

markusd112

Mitglied
Von einem Gedanken habe ich mich mittlerweile gelöst: dass ein Anfänger sich vorab intensiv erkundigt und überlegt, welches Teleskop seine Anforderungen zu 100% erfüllt und dann einmalig das "perfekte Teleskop" kauft. Denn woher soll er das wissen ohne Erfahrung? Ich denke, jeder muss hier seine eigene Lernkurve durchlaufen. Und auch Mond und die hellen DS Objekte machen schon Spaß, selbst im kleinen Billigteleskop. Und wenn ich dran denke, wie ich mich gefreut hatte, die Jupitermonde als Pünktchen zu erkennen. Das sind doch auch wichtige Lerneffekte. Und je mehr Erfahrungen man sammelt, desto klarer wird auch das Bild, was man denn wirklich haben möchte. Und wer von den erfahreneren Kollegen hat denn nicht auch einen "Zoo" an Teleskopen und Montierungen daheim rumstehen, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben? Und jedes hat für bestimmte Konstellationen seine ganz eigenen Vorteile und man wählt dann aus dem "Zoo" das gerade passende Instrument aus, um den Abendhimmel zu erkunden.

Und ich finde das gar nicht schlimm. Schlimmer finde ich, dass man von 10 Leuten 20 Meinungen bekommt, die alle richtig und berechtigt sind. Aber welchem Rat soll man dann folgen? Meine Devise: ein wenig informieren (klar) und dann einfach mal anfangen. Vielleicht auch mal im Gebrauchtmarkt schauen und wenn man es nach einiger Zeit wieder gebraucht verkauft, ist der finanzielle Verlust auch überschaubar. So sammelt man ganz praktische Erfahrungen, die Gold wert sind.

Viele Grüße

Markus :)
 
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