Einstieg gemacht - welches Teleskop?

Astrozoom GM

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Hallo claus,

nunja diese Vorsicht

Die Information entstammt der Beschreibung zu den Galaxy-Dobsons auf der Website von Intercon Spacetec. Konkret heißt es da, dass der 10-Zöller Beobachtungen auch in Stadtnähe zulässt, die mit dem 8-Zöller nur unter guten Bedingungen möglich sind (Bsp. Kugelsternhaufen mit Einzelsternen).

Wahrscheinlich ist die Aussage mit Vorsicht zu genießen, da sie werblichen Zwecken dient.

Claus
ist nie ganz unberechtigt, aber ICS gehört für mich zu den "Guten", wie die meisten hier werbenden Händler auch.

Das ist halt sehr pauschal und ungenau und daher nicht ganz zutreffend.
Es gibt Kugelsternhaufen die löst man mit 5" Öffnung auf und welche, da reichen 15" nicht aus.
Allerdings gilt immer, dass man 1 Mag fehlende Grenzgröße, also z.B. den Unterschied zwischen 6 Mag und 5 Mag Himmel schlicht nicht kompensieren kann. Jedes Fernrohr setzt bei der Himmelsqualität an die vorgefunden wird.

Im Prinzip habe ich das bei meiner Kugelsternhaufentour mit dem 6-Zöller z.B. an M 5 beschrieben.
5 mag Himmel, bestenfalls 5,5 Mag Himmel, ein Wattebausch in der Übersicht mit 32fach, Sterne ab 15 mm Okular, bester Anblick mit 9 mm Okular, 100fach und 1,5 mm AP.
Unter 4,5 Mag Himmel und noch schlechter verschiebt sich das nach unten. Das bedeutet, dass der Wattebausch in der Übersicht eventuell schon ziemlich schwer aus dem aufgehellten Umfeld herauszuholen ist und man für ähnlichen Kontrast zwischen Hintergrund und Objekt schon ein 20 mm Okular nötig hat, wobei das Objekt durch höhere Vergrößerung auch an Fläche gewinnt.
Erste Sterne zeigen sich dann eventuell erst mit 12 mm oder 10 mm Okularbrennweite und möglicher Weise reicht schon ein 6mm Okular für 150fach und 1 mm AP nicht mehr aus um einen ähnlich schönen (Auflösungs)Eindruck des Objekts zu erhalten wie unter besseren Bedingungn bei 100fach.
1 Mag verlorene Grenzfröße holt man so nicht rein.

Eine Öffnungssteigerung auf 8 Zoll kann dann unter schlechteren Bedingungen M 5 so zeigen wie ihn der 6-Zöller unter den guten Bedingungen zeigt.

Einziger Nachteil dieses Spiel ist, dass man es massiv nach obern fortsetzen und mit 10, 12, 16, 22 Zoll spielen kann.

Es gibt da auch das umgekehrte Spiel, wonach ein 10x50 Fernglas auf einem Alpengipfel mehr zeigt, als ein Teleskop in der Stadt.
Das Spiel spielt sich auch nur so lange gut mit dem FG, bis das Teleskop auch auf dem Alpengipfel steht.

Also....größer geht immer, mehr Öffnung bedeutet unter allen Umständen mehr Auflösung, das ist aber nicht immer als Ziel sinnvoll, gewünscht und/oder machbar.

Gruß
Günther
 

Sperbereule

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Hallo Günther,

Einziger Nachteil dieses Spiel ist, dass man es massiv nach obern fortsetzen und mit 10, 12, 16, 22 Zoll spielen kann. Es gibt da auch das umgekehrte Spiel, wonach ein 10x50 Fernglas auf einem Alpengipfel mehr zeigt, als ein Teleskop in der Stadt. Das Spiel spielt sich auch nur so lange gut mit dem FG, bis das Teleskop auch auf dem Alpengipfel steht.
Worauf du hinweist, ist ja das Zusammenspiel der Faktoren Himmelsqualität und Öffnung und den Kompromiss den man wegen der vorhandenen Bedingungen und Ausrüstung immer eingehen muss.

Ich kann ja schlecht das 10 "-plus-Teleskop auf den Alpengipfel tragen, das Fernglas kann ich aber bequem im Rucksack mitführen. Einen 22 "-Dobson rolle ich vielleicht aus der Garage in den Garten, er wird sich aber wohl nicht so einfach im Pkw zum Beobachtungsort auf dem Land transportieren lassen, es sei denn ich habe einen Anhänger.

Insofern lässt sich dann auch nicht sagen, dass ein 10 "-Dobson grundsätzlich besser als ein 8-Zöller ist - wichtig für die Entscheidung sind die Aspekte Himmelsqualität, Transportierbarkeit, Zielsetzung usw.

Also....größer geht immer, mehr Öffnung bedeutet unter allen Umständen mehr Auflösung, das ist aber nicht immer als Ziel sinnvoll, gewünscht und/oder machbar.
Das fasst es noch einmal gut zusammen.

Grüße von

Claus
 

klawipo

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Der ist wohl auch ein ganzes Stück weit hochgelaufen, ich bin aber grad zu faul den Beobachtungsbericht zu suchen. So ein schnittiger 12 Zoll Reisedobsons muss halt nicht schwerer als 12 Kilo sein. Aber als Einstieg ist so ein Gerät mit seinem Aufbau, der nötigen Nachjustage und dem recht schnellen Öffnungsverhältnis nicht unbedingt passend, außer vielleicht man hat jemanden, der einen ein bisschen an die Hand nimmt.

VG Klaus
 

Sperbereule

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Hallo zusammen,

nachdem mehr als ein Monat vergangen ist, poste ich heute, um von meinen Erfahrungen zu berichten.

Ich habe jetzt seit mehreren Wochen mein Teleskop - es ist der Skywatcher Dobson N 200/1200 Skyliner Classic DOB geworden. Darüber hinaus habe ich in Zubehör investiert:

- Okulare Baader Hyperion 8 mm, 21 mm und 31 mm
- Winkelsucher 9 x 50
- UHC-Nebelfilter und ND-Filter 0,9

Einige Male war ich jetzt draußen (leider war es ja meistens bedeckt) und habe Mond, Jupiter, Saturn, einige Doppelsterne und gestern M13 angesehen. Die ersten Eindrücke vom Mond haben mich schon begeistert! Es ist dann auch toll, M13 in Einzelsternen aufgelöst zu sehen - kein Vergleich zu dem Lichtfleck, den mein Spektiv zeigt. Oder den Farbkontrast von Albireo völlig unverfälscht zu genießen.

Die rein manuelle Orientierung mit dem Gerät ist nicht ganz einfach und erfordert Übung. Der Winkelsucher mit dem seitenrichtigen Bild macht die Sache leichter, aber ich muss vorher ohne Hilfe drüber hinweg peilen. Ich erwäge, mir zusätzlich noch einen Telrad-Sucher oder Leuchtpunktsucher zu montieren, der diesen ersten Schritt vereinfacht.

Mit der Qualität der Okulare bin ich zufrieden. Am Mond könnte ich etwas mehr Vergrößerung gebrauchen. Ich hatte die Idee, hierfür die effektive Brennweite meines 8-mm-Okulars mit dem Hyperion-Feintuning-Ring zu reduzieren. Ist die Verwendung der Feintuning-Ringe empfehlenswert?

Neulich habe ich den Tubus erstmals mit dem Laser kollimiert, was recht gut funktionierte. Allerdings zeigt der Laser bei Neumontage leicht abweichende Ergebnisse an. Woran kann das liegen? Möglicherweise habe ich ihn bei der Montage leicht verkantet. Auch wenn die Kollimierung vielleicht nicht perfekt ist, scheint die Abbildung einigermaßen fehlerfrei zu sein.

Der Transport des Dobson mit allem Drum und Dran ist einigermaßen aufwendig, aber sei's drum. Tubus auf die Rückbank, Rockerbox auf den Beifahrersitz - Rückbank umklappen, wenn jemand mitfährt.

Ich bin jetzt gespannt auf die erste Deep-Sky-Nacht bei Bortle 4 auf dem Land und warte auf den weiter abnehmenden Mond.

Nochmals Danke an alle, die mich hier im Forum zum Teleskopkauf beraten haben - die Entscheidung für den Dobson war wohl richtig. Und vielen Dank an Thomas für die Einladung zur Sternwarte, wo ich viele interessante Anregungen bekommen habe.

Viele Grüße

Claus
 

Astrozoom GM

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Hallo Claus,

diese positive Rückmeldung ist erfreulich, da haben wir doch einigermaßen richtig gelegen.

Die Orientierung und das manuelle Auffinden ist sicher ein wenig tricky, aber für viele von uns(nicht alle) eben ein positiver Teil des Hobbys.
Ein Winkelsucher erhöht auch für mich dem Komfort dabei ungemein und dazu gehört m.E. ein durchaus ein Peilsucher. Der sollte aber dann möglichst leicht sein, daher rate ich zum Rigel-Quickfinder oder gar zu einem einfachen Peiler (red Dot). Der Telrad ist mir persönlich zu groß, zu schwer und sperrig, zumal ich selbst diese Peiler so weit wie möglich vorne, also in Richtung Öffnung positioniere, was, wie auch eine gewisse Höhe über Tubus den Einblick erleichtert.
Man muss nicht gleich so übertreiben wie ich

Link zur Grafik: https://www.astrozoom.de/images/Tubusverlngerung-8-zoll--043.jpg

aber diese Sucherkombi wird als auswechselbare Einheit nicht nur am 8-Zöller, sondern auch am 12er und 16er eingesetzt.
Rigel und 8x50 Sucher mit Taukappe, wobei die rigel-Basis auf der Taukappe des 8x50 sitzt.
Okular ist hier ein Ortho, meist jedoch ein Okular mit beleuchteten Doppelfadenkreuz.

Noch ein Link, wie sich das Suchen und Finden bei mir so entwickelt hat und immer noch weiter entwickelt.

Alles was man im OAZ festzieht klemmt jedes Mal ein klein wenig anders, auch der Laser.
Ich persönlich bevorzuge das Concenter.

Weil es gerade passt:


Gruß
Günther
 
Zuletzt bearbeitet:

Sselhak

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Hallo!

Ich habe ja ebenfalls einen 200/1200 Skywatcher Dobson. Und ich verwende dabei einen leichten Leuchtpunktsucher und einen optischen Winkelsucher zusammen. Dazu nutze ich diesen Adapter um 2 Sucher am gleichen Sucherschuh zu nutzen. Klappt super und kann ich nur empfehlen.
(Solltest du mal mit Filter (!) die Sonne beobachten, ist das Teil auch noch ein Sonnensucher).

Und weiterhin viel Spaß - du hast dir ein tolles Teleskop ausgesucht!

Mario
 

Sperbereule

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Hallo Günther,

Man muss nicht gleich so übertreiben wie ich
Link zur Grafik: https://www.astrozoom.de/images/Tubusverlngerung-8-zoll--043.jpg
aber diese Sucherkombi wird als auswechselbare Einheit nicht nur am 8-Zöller, sondern auch am 12er und 16er eingesetzt.
Auf dem Bild fällt mir auf, dass du den Winkelsucher mit Einblick zur Seite montiert hast. Ist das so üblich? Ich habe meinen Winkelsucher erst mal unverändert aufgesetzt, d. h. mit Einblick von oben. Das hat natürlich den Nachteil, dass ich zum Suchen aufstehen muss, aber es kam mir vom Einblickverhalten her komfortabler vor.

Noch ein Link, wie sich das Suchen und Finden bei mir so entwickelt hat und immer noch weiter entwickelt.
Danke, werde bei Gelegenheit hineinlesen.

Grüße von

Claus
 

Sperbereule

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Hallo Mario,

Ich habe ja ebenfalls einen 200/1200 Skywatcher Dobson. Und ich verwende dabei einen leichten Leuchtpunktsucher und einen optischen Winkelsucher zusammen. Dazu nutze ich diesen Adapter um 2 Sucher am gleichen Sucherschuh zu nutzen. Klappt super und kann ich nur empfehlen.
Auf diese Möglichkeit bin ich auch schon aufmerksam geworden. Etwas Vergleichbares findet sich hier: Omegon Tri-Finder Sucherhalterung

Grüße von

Claus
 

Sselhak

Mitglied
Auf diese Möglichkeit bin ich auch schon aufmerksam geworden. Etwas Vergleichbares findet sich hier: Omegon Tri-Finder Sucherhalterung
Ja, das ist auch so ein Adapter für mehrere Sucher.
Je nachdem wie nahe der Sucherhalter des Teleskops am Okularauszug montiert ist, kann es mit dem von Omegon jedoch knapp werden, da der doch etwas ausladender ist.
Hab schon von Fällen gelesen, in denen dann damit keine Sucher montiert werden konnte, da dieser dann dem Okular im Okularauszug im Weg gewesen wäre.

Mario
 

Sperbereule

Mitglied
Ja, das ist auch so ein Adapter für mehrere Sucher. Je nachdem wie nahe der Sucherhalter des Teleskops am Okularauszug montiert ist, kann es mit dem von Omegon jedoch knapp werden, da der doch etwas ausladender ist. Hab schon von Fällen gelesen, in denen dann damit keine Sucher montiert werden konnte, da dieser dann dem Okular im Okularauszug im Weg gewesen wäre.
Danke für den Hinweis. Ich werde das ausmessen, bevor ich den Adapter bestelle. Erst einmal probiere ich, ob ich mit dem Winkelsucher allein auskomme. Ich kann ja später auf den von dir empfohlenen kup3 zurückkommen, wenn es mit dem Omegon nicht passt.

Grüße von

Claus
 

Astrozoom GM

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Hallo Claus,

die Drehung des Winkelsuchers zur Seite hat den Zweck, dass der Einblick genau so liegt wie beim Newton darunter, nur etwas höher.
Das ist eine alte Angewohnheit, ich hatte früher auf meinen größeren Dobsons 102/500er oder 100/600er Richfielrefraktoren als "Supersucher" und Weitfeldgerät.

Link zur Grafik: https://www.astrozoom.de/images/atb08_dobtuningtotal.jpg

den Link zum Starhopper und die Empfehlung gabs m.E. früher schon mal.


Gruß
Günther
 
Zuletzt bearbeitet:

Sperbereule

Mitglied
Hallo Günther,

die Drehung des Winkelsuchers zur Seite hat den Zweck, dass der Einblick genau so liegt wie beim Newton darunter, nur etwas höher. Das ist eine alte Angewohnheit, ich hatte früher auf meinen größeren Dobsons 102/500er oder 100/600er Richfielrefraktoren als "Supersucher" und Weitfeldgerät.
O.k., dachte schon, ich hätte den Sucher falsch montiert. Ist sicher Geschmackssache, der gleiche Winkel für Okular und Sucher ist natürlich praktisch.

den Link zum Starhopper und die Empfehlung gabs m.E. früher schon mal.
Der Link funktioniert leider nicht. Geht es um deine Website?

Grüße von

Claus
 

Astrozoom GM

Mitglied
Hallo Claus,

"Der Starhopper" ist ein m.E. empfehlenswertes Buch von
Thomas Jäger, erschienen im
Oculum Verlag und noch im Handel erhältlich.

Gruß
Günther
 

Sperbereule

Mitglied
Hallo Günther,

das Buch "Der Starhopper" ist anscheinend vergriffen. Ich werde es mir bei Gelegenheit antiquarisch kaufen.

Grüße von

Claus
 
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