Gestern war es endlich so weit. Mein Carly hatte sein First Light! Die Bedingungen waren sehr mäßig. Zwar keine Wolken am Himmel, aber am Beobachtungsort war dennoch viel zu hell, vor allem in Horizontnähe. Aus der Ferne störten vor allem Frankfurt und der Flughafen. Zwischen 22 und 23 Uhr hatte ich das Equipment aufgebaut (dh den Tubus in die Montierung gehängt - ist schon super, wie schnell das geht). Transport war dieses Mal auch weit weniger anstrengend, denn der Tubus ließ sich in der Geoptik-Tasche wesentlich einfacher transportieren (mit dem Telrad drauf lässt sie sich allerdings nicht mehr ganz schließen).
Zunächst habe ich den Telrad mit Jupiter justiert und dann gleich mal angeschaut. Durch das 13 mm XWA konnte man sehr schön die Monde sehen und auch die Wolkenbänder. Das Seeing war auch nicht sehr gut und mit dem 5 mm Okular war das ganze dann mehr oder weniger eine unscharfe warbernde Masse, die sehr schnell aus dem Blickfeld verschwand. Danach folgte ein kurzer Blick auf Saturn. Viel Zeit war allerdings nicht, da die beiden gerade drohten, hinter einem Baum zu verschwinden.
Weiter ging es mit h und chi perseii. Hier kam dann zum ersten Mal das 42 mm Erfle zum Einsatz und wow - jetzt verstehe ich, warum teilweise geraten wird, bei mäßigem Himmel eher kürzere Brennweiten (also unter 35 mm) empfohlen werden. Obwohl h und chi recht großflächig sind und daher durchaus einen größeren Himmelsausschnitt bräuchten, wurde mit dem 42 mm Erfle der Himmelshintergrund dermaßen hell, dass es schon schwierig wurde, die Sterne zu sehen. Aufgrund der generell schlechten Bedingungen konnten die Sterne des Sternbildes selbst auch nur schwer wahrgenommen werden, so dass wir (ich hatte Unterstützung durch die netten Jungs aus der Sternwarte) eine ganze Weile suchen mussten. Im 13 mm Okular präsentierten sich h und chi dagegen von ihrer besten Seite. Ein Wahnsinns-Anblick. Übrigens mit Telrad und 13 mm XWA noch keine Gegengewichte beim Dobson nötig
Nach h und chi bekam ich von den Jungs zu Lernzwecken einige Aufgaben - zunächst M 11. Uff - hier wurde mir erstmals klar, dass man am besten vorher in etwa lernt, welches Objekt wo liegt. Das hantieren mit dem Deep Sky Atlas macht kein Spaß, wenn man in der anderen Hand irgendwie noch das Licht halten muss. Aber gut. Los ging es auf die Suche. Also der Adler hat da so ein kleines Schwänzchen und da irgendwo... Ja, nur das "Schwänzchen" am Himmel zu sehen war ein Ding der Unmöglichkeit. Nur Fischen im Trüben. Also sind die Jungs wieder ran. Und selbst diese mussten sich nach geraumer Zeit vom Wildentenhaufen geschlagen geben.
Danach sollte ich M82 suchen. Und was soll ich sagen - das war eine Punktlandung! Auf M81

Ein milchiges Fleckchen. M82 war ja irgendwie gleich daneben, aber ohne Hilfe konnte ich die Galaxie nicht ins Okular bekommen. Dh vielleicht war sie schon drin, aber mehr zu erahnen als tatsächlich zu sehen.
Kurzer Schwenk zu M31. Die konnte schnell gefunden werden. Ein milchiger Fleck mit einem kleinen weiteren milchigen Fleck links oberhalb. Struktur war natürlich Fehlanzeige, was aber zu erwarten war.
Den Abschluss machte M13. Hier tat ich mich wieder schwer, da ich nicht mal die Trapezsterne des Herkules ausmachen konnte. Mit Hilfe konnte M13 dann aber aufgespürt werden. Im 13 mm Okular zeigten sich die Randsterne aufgelöst. Ein schöner Anblick.
Von dem Abend habe ich mitgenommen, dass das 13 mm Okular wirklich ein toller "Allrounder" ist - dieses Okular kam am meisten zum Einsatz. mit den 100 Grad auch sehr beeindruckend. Und ich habe erst einmal deutlich gemerkt, wie hell der Himmel eigentlich selbst in der Nacht ist. Ich freue mich auf unseren Urlaub an der Nordsee in den kommenden Tagen - das Wetter soll mitspielen, der Mond ist auch nicht da - also nahezu perfekte Bedingungen. Ich bin gespannt, wie sich die Himmelsobjekte dann im Okular präsentieren.
Soweit zu meinem ersten Beobachtungsbericht. Natürlich ist das alles sehr laienhaft beschrieben, aber für Anfänger, die sich dafür interessieren, was man im Okular eines 8 Zoll Dobson unter schlechtem Himmel sieht, vielleicht trotzdem lesenswert

. Ach so - mein Gedanke nach gut 10 min Beobachtung: Hättest du doch mal ein Teleskop auf Stativ und Montierung gekauft. Aber das ist sicher alles irgendwie Gewöhnungssache. Die leichte Bedienung des Dobson entschädigt jedenfalls für vieles. Den Telrad konnte ich so gut wie gar nicht gebrauchen, da ich ja meistens nicht mal die Sterne, die die Anhaltspunkte zum Einstellen des Telrads bilden, am Himmel sehen konnte. Geschweige denn durch den Telrad. Gestern nach war also wirklich mehr ein suchen in der ungefähren Gegend, in der sich das Objekt befinden sollte.