eVscope getestet | Seite 6 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

eVscope getestet

waloszek

Mitglied
@Gerd_Duering : Danke für Deine Antwort! Ich habe das mal mit M 27 in Herbst in Simulationen in SkySafari und Stellarium durchgespielt und mir die "Wackelbewegung" für verschiedene Längengrade von Pol zu Pol angesehen. Bei uns ähnelte es einer asymmetrische Sinusbewegung, anderswo waren die Bewegungen sehr unterschiedlich, oder wie Du auch schreibst, fast nicht vorhanden. Und das mit Westen/Osten gegenüber Süden konnte man damit auch simulieren (mit anderen Objekten).
Wenn man will, könnte man sich auf diese Weise optimale Zeiten heraussuchen, wo sich die "Schwingung" in der Nähe des Umkehrpunktes befindet und deshalb weniger zum Tragen kommt...
Viele Grüße, Gerd
 

Achim22051

Mitglied
Dann schreibe ich doch noch mal, wie es bei mir mit EAA los ging. Vorab: Meine Welt sind immer schon die SNs bzw. Quasare wegen Helligkeitsbestimmungen für die AAVSO, sowie Galaxien (z.B. Markarians Kette) außerhalb der lokalen Gruppe. Also alles jenseits 12m. Messiers oder schöne Astrofotos mit Stunden Belichtungszeit: Das machen andere.

Ich habe schon Jahre einen 12" Dobson, den ich aber kam genutzt habe. Im März habe ich den auf GoTo umgerüstet. Weniger als 10 Min braucht der Aufbau inkl. des 2-Sterne-Alignments.

In meiner Bortle 4 Gegend komme ich runter auf 14.5m. Aber der Reiz war, noch tiefer zu sehen. Ein Bekannter erzählte mir von einer ASI, die direkt in den 1 1/4" OAZ eingesteckt wird. Ich hoffte, dass ich damit wenigstens 16.5m erreichen könnte.

Und dann das WOW, was ich immer noch nicht richtig glauben kann: Nach 4 Minuten (gestackte 5-10 sec Aufnahmen) bin ich unten bei 20m und PGCs bei 18m sind sichtbar. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal eine PGC selber "sehen" könnte. Und damit brauche ich jetzt den vollständigen Gaia-Katalog, sowie den Hyperleda der PGCs :cool:

Gruß Achim
 

AstroPZ

Mitglied
Bevor ich mich mit einem 20“ Monster rumplage wie in Peters Beispiel würde ich sogar lieber den Aufwand für die klassische Astrofotografie mit wesentlich kleinerer Öffnung auf mich nehmen.
Da müsste ich dann zwar etliche Kabel anstöpseln, exakt einnorden und mich ums Guiding kümmern aber so rumplagen wie beim schleppen des 20“ Monsters müsste ich mich nicht.
Hi Gerd,
nichts für ungut, mach mir doch meinen 20 Zöller nicht madig. ;)

Schwer ist er eigentlich nicht und an die Leiter hab ich mich auch schon ein bisschen gewöhnt.
Er steht, wenn eine Beobachtung ansteht, vorbereitet, aufgebaut in der Garage, wird einfach auf den Transporträdern rausgezogen und "zack" wird beobachtet.
Wirklich schnell und einfach. Wenn man ihn allerdings an einen "dunklen" Ort transportieren will, kommt der Auf/Abbau dazu.
Aber der ist eigentlich auch ziemlich einfach. Lass dir mal einen "modernen", transportablen Gitterrohrdobson zeigen.
Du wirst überrascht sein wie schnell und einfach das geht.

Sorry für die Abschweifung. Das musste jetzt sein. ;)

Gruß
Peter
 

waloszek

Mitglied
Nun noch einmal Fotos, die ich gestern (20.2.2021) bei hellem Halbmond mit dem eVscope aufgenommen habe!
Bei allen habe ich länger belichtet, habe mir aber die Zeiten nicht notiert (M 78 war über 20 Minuten, die anderen wohl über 10 Minuten). Außerdem habe ich bei den meisten Nebeln manuell in die "Belichtung" eingegriffen, um die Objekte besser hervortreten zu lassen (typischerweise "Belichtung" auf heller, "Hintergrund" auf dunkler). Das ist wie immer Geschmacksache, aber vielleicht nützlich als Hinweis an eVscope-Besitzer, die sich nur auf die Automatik verlassen! Die Automatik ist oft die beste Wahl, aber bei einigen Objekten sieht man ohne Automatik mehr!
Viele Grüße, Gerd

eVscope-20210220-201630_750.jpg

M 78 (Orion), über 20 Minuten belichtet, Feldrotation oben sichtbar

eVscope-20210220-204017a_750.jpg

Pferdekopfnebel B33, Feldrotation sichtbar (oben links, unten rechts), "manuell" belichtet

eVscope-20210220-210939a_750.jpg

Running Man Nebula, "manuell" belichtet, oben links Feldrotation sichtbar

eVscope-20210220-212418a_750.jpg

Flammennebel NGC 2024, "manuell" belichtet, unten rechts Feldrotation schwach sichtbar

eVscope-20210220-215707a_750.jpg

Eulennebel M 97, nun mit drei starken Hotpixeln...
 

Gerd_Duering

Mitglied
Hallo Gerd,

da hast du den Effekt ja schön dokumentiert.
Ich denke damit kann man leben, man muss halt das Bild nur etwas beschneiden und gut is.
Wenn man diese Ecken im Bild lässt stört das natürlich weil man zwangsläufig da hinschaut und so immer dran erinnert wird das da was nicht so schön ist.
Wenn man das Bild beschnitten hat merkt man gar nicht das es diesen Effekt überhaupt gibt und man wird auch kaum bemerken das das Bild geringfügig kleiner ist.
Also was Solls.
Wenn man sich dran stört das man nicht die maximale Bildgröße hat die der Sensor eigentlich liefert so ist das eher ein psychologisches Problem weil man immer glaubt eigentlich ginge da noch mehr.
Aber wenn wir die Sache mal pragmatisch sehen dann ist das ein sehr guter Kompromiss mit der Kompensation der Bildfelddrehung beim Stacken und anschließendem beschneiden des Bildes da die Vorteile diesen kleinen Nachteil bei weitem überwiegen und damit ist das ja auch sehr vernünftig.

Einen Akku sollte man ja auch nur 80% aufladen damit er möglichst lange seinen Dienst tut.
Aber man denkt dann immer man verschenkt Kapazität.
Wenn der Hersteller aber gleich sagt bei einem eigentlichen Ladestand von 80% ist der Akku voll und diesen Ladestand mit 100% anstatt mit 80% ausweist dann hat man irgendwie ein besseres Gefühl. Aber das ist eben nur rein psychologisch.
Und genauso ist es mit dem von dir dokumentierten Effekt der wegen der Kompensation der Bildfelddrehung beim Stacken entsteht ja auch.
Also einfach das Bild ein klein wenig beschneiden und sich da nicht unnötig heiß machen.
Viel wichtiger ist doch das die Bildfelddrehung kompensiert wurde denn die deswegen zu Strichen verzogenen Sterne könnte man durch geringfügiges Beschneiden des Bildes nicht wieder punkförmig erscheinen lassen.

Grüße Gerd
 

waloszek

Mitglied
@Gerd_Duering: Ich denke auch, dass man damit leben kann. Ich selbst werde nicht mal die Störungen entfernen, jedenfalls nicht auf meinen "Doku-Bildern" auf meiner Website. Anders wäre es natürlich, wenn ich für bestimmte Zwecke besonders schöne Bilder produzieren möchte...
Viele Grüße, Gerd
 
Hallo Allerseits,
Ich habe die vergangenen Tage aufgrund der Wetterlage sehr oft zum beobachten oder besser gesagt zum beobachtografieren nutzen können und zwar sowohl vor Mitternacht (mit Mond) als auch in den frühen Morgenstunden ohne Mond. Einerseits vor unserem Haus als auch einmal im Gebirge bei klarstem Himmel jedoch mit bereits über 50% beleuchtetem Mond. Das Fazit für mich persönlich ist das das Teleskop bis auf die paar Tage um Vollmond herum sehr gut mit einem aufgehellten Himmel klarkommt speziell wenn es um die Beobachtung Flächiger Objekte mit geringem Kontrast geht. Und zwar wesentlich besser als meine anderen Instrumente. Die Spiralarme von M33 und M101 sind beispielsweise problemlos und deutlich zu erkennen mit den bekannten Verdichtungen und Dunkelwolken. Jedoch stellte ich fest das dieses Instrument erst unter exzellentem Himmel seine wahre Größe offenbart - Atemberaubende Ansichten von bekannten Galaxien und Planetarischen Nebeln sind die Folge. Ich ordne das eVscope für mich persönlich unter die Visuellen Instrumente ein mit dem zusätzlichen Gadget Erinnerungsfotos machen zu können welche auf keinem Fall Anspruch auf Perfektion erheben können. Ganz besonders erwähnenswert finde ich waren die Eindrücke bei fortgeschrittener Mondphase im Gebirge die Spiralarme von M51 zu beobachten während die verschneite Landschaft in Mondlicht getaucht war. Erstens beobachte ich sonst nicht unter diesen umständen und wenn ich es trotzdem mal tue dann vermeide ich tunlichst den Blick Richtung Mond um meine Adaptation nicht zu gefährden, da dies alles beim Digiscope keine Rolle spielt konnte ich das ganze mehr genießen nicht zuletzt auch noch deshalb weil das übliche zukneifen des unbenutzten Auges nunmehr obsolet geworden ist. An den Kleinen Okularscreen habe ich mich mittlerweile auch gewöhnt und mir wird beim Blick in eines meiner 100° Okus fast Angst das ich reinfallen könnte o_O. Nein im ernst man gewöhnt sich doch recht schnell an ein solches Downgrade des SG`s.
Hier noch ein paar Bilder der vergangenen Tage.
Schöne Grüsse
Christian
 

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AstroPZ

Mitglied
Hi Christian,

schöne Bilder.

Ich ordne das eVscope für mich persönlich unter die Visuellen Instrumente ein mit dem zusätzlichen Gadget Erinnerungsfotos machen zu können welche auf keinem Fall Anspruch auf Perfektion erheben können.
Aber sorry, das ist für mich definitiv kein visuelles Instrument!
Was ist da visuell dran?

Es ist, wenn überhaupt, eine reine EAA Lösung. Es hat ja nicht einmal einen OAZ.

Gruß
Peter

PS: Sorry, mir kommen deine Berichte immer wie Werbung vor.
 

Gerd_Duering

Mitglied
Hallo Peter,

Aber sorry, das ist für mich definitiv kein visuelles Instrument!
Was ist da visuell dran?

Es ist, wenn überhaupt, eine reine EAA Lösung. Es hat ja nicht einmal einen OAZ.

da kann man unterschiedlicher Meinung sein und ob da ein OAZ dran ist oder nicht ist für mich kein Kriterium.
An meinem MAK mit HS Fokussierung habe ich auch keinen OAZ und du willst mir doch jetzt nicht etwa erzählen dass der deswegen kein visuelles Teleskop wäre.
Entscheidend ist das ein Okular dran ist und das ist es auch beim eVscope.

Das das ankommende Licht jetzt nicht direkt auf die Netzhaut fällt sondern einen kleinen Umweg über einen Sensor und nachfolgendem Display nimmt ist für mich da auch nicht entscheidend.
Entscheidend ist für mich das die vom Licht übertragene Information ankommt.
Und wenn man da mal ehrlich ist auch unsere Netzhaut ist ja auch nur ein Sensor und auch sie wandelt das ankommende Licht in elektrische Signale um, also letztlich auch nicht anders wie der Sensor im eVscope.
Der einzige Unterschied ist das der im eVscope auf Silizium basiert während der in unserem Auge mit lebenden Zellen arbeitet.
Aber letztlich wandeln trotzdem Beide das Licht in elektrische Signale um.

Schau mal hier ein Digitales Fernglas.


Ich sehe das als visuelles Instrument genau wie herkömmliche Ferngläser auch. Das es etwas anders funktioniert ist für mich da nicht entscheidend.
Genausowenig wie für mich entscheidend ist ob ein Fernglas ein Porro oder Dachkant ist.
Entscheidend ist nur das ich es genauso wie jedes andere Fernglas auch nutzen kann, ich also in ein Okular schaue und dann ein vergrößertes Bild sehe und das ist auch bei dem Digitalem Fernglas gegeben.

Grüße Gerd
 

AstroPZ

Mitglied
Hallo Peter,



da kann man unterschiedlicher Meinung sein und ob da ein OAZ dran ist oder nicht ist für mich kein Kriterium.
An meinem MAK mit HS Fokussierung habe ich auch keinen OAZ und du willst mir doch jetzt nicht etwa erzählen dass der deswegen kein visuelles Teleskop wäre.
Entscheidend ist das ein Okular dran ist und das ist es auch beim eVscope.

Das das ankommende Licht jetzt nicht direkt auf die Netzhaut fällt sondern einen kleinen Umweg über einen Sensor und nachfolgendem Display nimmt ist für mich da auch nicht entscheidend.
Entscheidend ist für mich das die vom Licht übertragene Information ankommt.
Und wenn man da mal ehrlich ist auch unsere Netzhaut ist ja auch nur ein Sensor und auch sie wandelt das ankommende Licht in elektrische Signale um, also letztlich auch nicht anders wie der Sensor im eVscope.
Der einzige Unterschied ist das der im eVscope auf Silizium basiert während der in unserem Auge mit lebenden Zellen arbeitet.
Aber letztlich wandeln trotzdem Beide das Licht in elektrische Signale um.

Schau mal hier ein Digitales Fernglas.


Ich sehe das als visuelles Instrument genau wie herkömmliche Ferngläser auch. Das es etwas anders funktioniert ist für mich da nicht entscheidend.
Genausowenig wie für mich entscheidend ist ob ein Fernglas ein Porro oder Dachkant ist.
Entscheidend ist nur das ich es genauso wie jedes andere Fernglas auch nutzen kann ich also in ein Okular schaue und dann ein vergrößertes Bild sehe und das ist auch bei dem Digitalem Fernglas gegeben.

Grüße Gerd
Hi Gerd,

sorry, ich beginne jetzt keine Diskussion darüber wie ein visuelles Teleskop definiert ist.
OAZ ist aber tatsächlich keine notwendige Bedingung.

Für mich ist klar, eine Lösung über eine Digitalisierung und sogar SW Prozessierung, ohne dass die original gesammelten Photonen auf das Auge treffen, ist kein visuelles, optisches System mehr.

Aber klar, in Zukunft wird man bei einem Teleskop immer noch angeben müssen, ob es auf optischen visuellen (analogen) oder digitalen Prinzipien beruht. ;)

Gruß
Peter

PS: Ihr eVscope Jünger seit schon sehr hartnäckig. ;)
 

Wintergatan

Mitglied
Was visuell ist und was EAA, da ist man sich im wesentlichen einig. Die gezeigten Resultate von Christian sind wirklich nett. Wenn ich mal EAA-Videos sah, dann war das spannendste für mich tatsächlich der Aufbau des Bildes selbst, wie es Frame für Frame mehr Details bot. Das starre Photo am Ende war lustiger Weise für mich nur halb so interessant.
Natürlich finde ich die Langzeitbelichtungen und "echten" Astrophotographien hier im Forum auch herausragend, schließlich fließt da Handwerk mit Erfahrung, Fachwissen, Umgang mit dem (teuren) Gerät hinein.

Wenn mal ein paar wenige Pixel flackern oder ein NSG geringfügig szintiliert, wird mir klar dass Live-Ansicht mein Favorit ist (nur am liebsten mit beiden Augen offen).
 

Easyrider

Mitglied
Und zwar wesentlich besser als meine anderen Instrumente.

Jedoch stellte ich fest das dieses Instrument erst unter exzellentem Himmel seine wahre Größe offenbart - Atemberaubende Ansichten von bekannten Galaxien und Planetarischen Nebeln sind die Folge.


das ganze mehr genießen nicht zuletzt auch noch deshalb weil das übliche zukneifen des unbenutzten Auges nunmehr obsolet geworden ist.

Mich erinnern diese Passagen mittlerweile auch eher an die Formulierungen eines klassischen Marketingteams anstatt an einen Bericht eines Astrokollegen und deswegen...

PS: Sorry, mir kommen deine Berichte immer wie Werbung vor.

...teile ich diese Meinung.
 

nobby

Mitglied
Hallo Zusammen,

Als EAA-Fan und Gelegenheitsfotografierer bin ich vom eVscope als Produkt nicht sonderlich beeindruckt, aber es gibt, wie dieser Beitrag ja zeigt, durchaus hochzufriedene Kunden, und damit ist die Welt doch in Ordnung. Was mich, und das geb ich offen zu, neidisch macht, ist die Tatsache, dass Unistellar für diesen Erfolg ja auch nur mit Wasser gekocht hat. Revolutionär ist hier eigentlich nur die konsequente Umsetzung und Verbindung verschiedener, vorhandener Konzepte.
Und angesichts der ewigen Lieferzeiten ist anzunehmen, dass das Ganze auch hätte schief gehen können (und wer weiß, wieviel wirklich investiert werden musste). Insofern Hut ab vor der unternehmerischen Leistung und dem Durchhaltevermögen.
Bei der Technik wurde von vornherein auf das Machbare gezielt. Daher das „kleine“ Scope, der feste Fokus, die kleine, ungekühlte Kamera und die azimutale Aufstellung. Da sind viele potentielle Schwachstellen in weiser Voraussicht weggelassen worden. Allerdings ist die Performance dadurch nach oben schon ziemlich gedeckelt.

Warum nervt es aber viele der EAAler und Fotografen ? Ich denke das liegt schon am ersten Auftreten und der Selbstdarstellung von Unistellar, als hätten sie Stacken, Platesolving und Bildverarbeitung neu erfunden. Bei den ersten Ankündigungen war ja noch die Rede von neuartiger Verstärkungstechnologie und ähnlichem. Bei der Bildfeldrotation wurde man auch im Unklaren gelassen, ob sie denn hardwaremäßig implementiert war oder nicht. Neue Technik gegen Lichtverschmutzung (das Auge kann halt nicht stretchen) ist auch so eine Seifenblase.
Ich denke da kommt sehr schnell dieses „ja sooo kann ich das aber auch...“ -Gefühl durch.

Wer schon ein bisschen positive Erfahrung mit digitalen Bildaufnahmen gemacht hat, den wird’s auch in Zukunft nicht vom Hocker reißen, aber wer sich das Aufbaugedöns sparen will, dem ist der Spaß auch zu gönnen. Das Ding füllt eine Marktlücke und wird seine Kunden schon finden.
Der Preis ist hoch, aber wir kaufen täglich Produkte mit weitaus höherer Wertschöpfung und regen uns (meistens) auch nicht auf. So what.

An Gerd W. hätte ich noch die Frage, ob er sich das Teil zusätzlich gekauft hätte, wenn er seine eigenen Erfahrungen mit Infinity und Co schon vorher gemacht hätte.

Gruß
Norbert
 

holger_merlitz

Mitglied
Wie man an den Fotos erkennt, scheint das Ding ja zu tun, was es verspricht. Ob man das nun als Werbung ansieht oder nicht ist sicher eine persönliche Entscheidung. Ein funktionierendes Instrument wirbt schon irgendwie für sich selbst ...

Viele Grüße,
Holger
 

waloszek

Mitglied
@nobby: Ich habe die Infinity gekauft, nachdem ich das eVscope unterstützt hatte -- in "weiser Voraussicht", dass das Warten lang werden würde. Und so war es dann ja auch! Erste Testbilder vom eVscope gab es zu der Zeit bereits. Und damit konnte ich also meine Atik-Infinity-Ergebnisse vergleichen. Mit letzteren wurde ich nie so ganz glücklich und bin es immer noch nicht. Aber das liegt wohl auch an mir! Jedenfalls habe ich zumindest für M 42/43 mit der Infinity bald bessere Ergebnisse als für das eVscope gezeigt wurden, erzielt. So blieb die Hoffnung, dass das endgültigere Produkt bessere Ergebnisse liefern würde als die Prototypen. Dem scheint aber nicht so zu sein... So bleibt mir nur die Hoffnung, dass Unistellar noch ein bisschen (oder viel) nachbessert. Eigentlich sollten die Ergebnisse doch vergleichbar sein!
Das war keine Antwort auf Deine Frage, sondern nur der "Hintergrund"! Grundsätzlich schätze ich die Einfachheit des eVscopes und nehme dafür die schlechteren Ergebnisse in Kauf. Die Infinity habe ich fast zwei Jahre lang nicht benutzt, weil mir das zu viel Aufwand war und viele der Ergebnisse, die ICH erhielt, mich nicht befriedigten. Ob ich das eVscope heute für 3000 € kaufen würde, wenn ich bereits eine Infinity o.ä. besitzen würde, vermag ich nicht zu sagen -- wohl wegen des Preises eher nicht, sondern ich würde versuchen, mich mit der Infinity (mit einfachrem Equipment, das ich jetzt habe) "durchzukämpfen"...
Viele Grüße, Gerd
 

lunarus

Mitglied
Für Astronomieeinsteiger, die das nötige Kleingeld, aber nicht die nötige Geduld und Aufmerksamkeitsspanne mitbringen,
hat das eVscope im Plug-And-Play-Zeitalter durchaus seinen Platz in der Astronomie. Die Fotos sind besser als meine
derzeitigen Ergebnisse als Astrofoto-Einsteiger (ich experimentiere noch) und solang damit nicht dieses Angeberverhalten
"mein Teleskop, meine Ausrüstung, meine Fotoergebnisse" einhergeht, hat jeder Weg zu den Sternen seine Berechtigung.

Aber bei der Einordnung als visuelles Instrument stimme ich meinem Namensvetter Peter aka @AstroPZ zu.
Aber sorry, das ist für mich definitiv kein visuelles Instrument!
Was ist da visuell dran?

Nachdem ich 2020 zum erstenmal in meinem Leben Astrofotografie mit meinem Kaufhausteleskop versucht habe und das fotografische
Ergebniss deutlich (im possitiven Sinne) vom visuellen Eindruck abweicht, bin ich der Meinung, dass jedes Bild, welches mit einer Astrokamera
erzeugt wird, nur eine Interpretation aller an diesem Prozess beteiligter elektronischen Hard- und Software ist und nicht die Realität abbildet.

just my five cents

Peter
 

waloszek

Mitglied
Als ich mal meinte, dass unser Auge (und Gehirn) die Realität abbildet, hat ein Wahrnehmungspsychologe leicht gehüstelt (später habe ich dann selbst Lehrveranstaltungen zu dem Thema halten dürfen...). Das, was unser Auge mit "angehängtem Gehirn" (Computer) produziert, ist auch eine Interpretation! Und dass wir keine Farben sehen, liegt daran, dass unsere Farbrezeptoren nicht empfindlich genug sind. Usw. usf. ...
Aber ich möchte nicht "besserwischerisch" sein und glaube zu verstehen, was Du meinst...
Viele Grüße, Gerd
 

Wintergatan

Mitglied
Und dass wir keine Farben sehen, liegt daran, dass unsere Farbrezeptoren nicht empfindlich genug sind. Usw. usf. ...
Und wenn man dann noch über Farben mit seiner Frau diskutiert die Tetrachromasie hat... aber ich schweife ab. Das Forum hier mit den vorgestellten Setups, Optiken sowie den Eindrücken der Benutzer finde ich immer wieder sehr hilfreich. Sogar erfrischend dass wir nicht alle die Welt mit gleichen Augen sehen; das erweitert in der Kommunikation immer wieder meinen Horizont.
 
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