Extrem viele Beugungsringe Mak127?

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Marcel74

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Servus,

seit einigen Tagen bin ich Besitzer eines Mak127/1500. Der erste hatte leider ein mechanisches Problem, so dass er getauscht werden musste. Bin nun natürlich etwas verunsichert, was jetzt beim neuen Gerät vlt nicht stimmt. Zum Beispiel: Beim 17mm Okular habe ich im Fokus bereits drei sichtbare Beugungsringe. Einen hellen, inneren, zwei weitere abfallend in Helligkeit. Z.b. am Sirius oder auch bei Castor. Das ist ja erst eine 88fache Vergrößerung, was mich verwundert. Da lese ich, dass für so einen Sterntest ja mindestens 150x erforderlich werden, um soviele Beugungsringe sehen zu können. Ich bin wirklich verwundert, warum ich bereits bei 17mm soviele sehe. Bei Castor z.b. ist der erste Ring im Fokus (88x Vergrößerung) beinahe so hell, dass der Begleiter fast verdeckt wird von diesem ersten Beugungsring. Bei 150x sehe ich bereits 5-6 Ringe im Fokus. Kenne bislang nur meinen Newton, der stets nur einen Ring zeigte im Fokus. Natürlich auch viele andere wenn intra oder extrafokal, logisch. Geht mir nur um den Fokus selber. Deswegen bin ich verwundert, dass nun soviele zu sehen sind. Ist das ok so?

Lg Marcel
 
Hallo Marcel,

du musst unterscheiden: Beugungsringe, die im Fokus sichtbar sind und Fresnel-Ringe, die intra/extrafokal erscheinen.
Die Anzahl der Beugungsringe, die man sieht hängt auch von der Obstuktion ab.
Je mehr Obstruktion, desto mehr sieht man und desto fetter werden die auch.

Die Fresnel Ringe entstehen, wenn man defokussiert.
Zunächst unabhängig von der Vergrößerung, nur abhängig vom Weg, den man defokussiert, sind welche da (2, 3, 4, usw)
Um diese jetzt aber "groß" zu sehen und diese beurteilen zu können, muss man hoch vergrößern.
Will man zB nur 5 Stück "groß" sehen, muss man wenig defokussieren und sehr hoch vergrößern.
Will man 20 Stück "groß" sehen, muss man mehr defokussieren und nicht so hoch vergrößern.

Gruß Martin
 
Servus Martin,

danke erstmal. Find 3 Ringe (im Fokus) recht viel (und auch etwas störend)....aber vlt gewöhn ich mich daran. Der Unterschied zu den Fresnelringen ist klar, hab ich oben falsch geschrieben. Kenn wie gesagt nur einen Beugungsring im Fokus (Newton und vom Mak davor, die jeweils hohe Vergrößerungen brauchten, um diesen Ring bzw. weitere dann sichtbar zu machen), daher erschienen mir gleich drei davon bei nur 88x Vergrößerung schon recht viel.

Im Inet find ich aber ein Bild, was auf sphärische Aberation hindeuten könnte. Da scheint ein Bild so auf, wie bei mir....viele, viele Beugungsringe im Fokus (balanced primary 4th order). Auch intra (oder extrafokal? Kenn mich da beim Mak noch nicht aus, wo da welcher Fokus liegt) sehen die Fresnelscheiben ähnlich aus. Kann jetzt gut oder weniger gut sein. Schlecht gibt es nicht in meinem Wortschatz ;-)

Ist eben auch etwas nachteilig, dass ich keine Fotos davon machen kann. Gehe daher jetzt einfach mal davon aus, dass alles ok ist. Fresnelringe bzw. die intra/extrafokalen Scheiben sind rund, die Beugungsringe im Fokus rund, keinen Astigmatismus, keine Koma....Fokussieren geht und mechanisch auch bislang ok. Mal am Mond testen die Tage. Mars gestern war schon etwas undankbar und auch recht hell, hat überstrahlt, denk da brauch ich dann mal Filter.

Lg Marcel
 
Hallo Marcel,

sind die Fresnelring-Muster vor und hinter dem Fokus gleich oder zumindest nahezu gleich? Dann ist die Optik ok. Sind diese Muster sehr ungleich hat man sphärische Aberration.

Gruß, Gerd
 
Ich schau beim nächsten Einsatz genauer. Natürlich zieht es genau jetzt wieder zu. Vielleicht geht sich bis dahin auch ein fotografisches Festhalten der Geschehnisse aus. Hatte gestern nur kurz Zeit zum schnellen Testen der Optik, kam am Freitag. Ist denn das generell normal, dass man mit 88x Vergrößerung soviele Beugungsringe IM Fokus sieht? Wie gesagt, kenn da nur mein TAL (ok, völlig anderes System) und der zeigt einen und den auch nur bei exzellentem Seeing und höherer Vergrößerung (15er Kellner mit 3x Barlow=150x Vergrößerung, aber Obstruktion liegt da bei...öhm...vlt 25 oder so). Am Mak genügt eine Vergrößerung von 88fach (Obstruktion hier ist, denk ich mal, bei 30-35%) für sogar drei Ringe?

(hm...könnte auch sein, dass ich mit Maks einfach nicht grün werde....Der erste ist nach zwei Tagen defekt, der neue zeigt Dinge, die ich so nicht kenne oder erwartet hatte. Hiess es nicht, Maks seien Planetenkiller? Wenn soviel Lichtenergie in die Beugungsringe wandert, fehlt es doch dann im Kern, auf der Fläche? Ich glaub, ein Satz Rohrschellen und eine Prismenschiene für das Tal auf der EQ5...und fertig :-D)
 
Hier stimmt etwas nicht. An sehr hellen Sternen wie Sirius kann man zwei Ringe sehen, den dritten vielleicht erahnen. Die notwendige Vergrößerung hängt von der Sehschärfe ab, hoer würde ich nicht zu viel drauf geben.
Beim 5-Zöller ist der Radius der zentralen Beugungsscheibe ca. 1,1 Bogensekunden. Der erste Ring hat sein Helligkeitsmaximum bei 1,6", der zweite bei 2,7" und der dritte bei 3,7".
Castor liegt bei ca. 4". Der dritte Ring (normalerweise gar nicht sichtbar bei dieser Öffnung) ist bei dir also so hell, dass er die Beobachtung des Begleiters stört. Die einzig optische Erklärung wäre eine extrem große zentrale Obstruktion. Die ist beim Mak nicht klein und kann 40% erreichen. Das genügt aber nicht für solche Effekte.
Ich habe einmal mit Aberrator die Beugungsringe für 0 und 40% und 60% Obstruktion berechnet. Der erste Ring ist schon recht hell bei 40%. Aber die weiter außen leigenden sind praktisch ebenso schwach wie am Refraktor. Bei 60% Obstruktion schließlich entstehen Effekte, wie du sie beschreibst.
das Bild vlnr. 60% 40% 0% Obstruktion
 

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Servus Uwe,

das Bild sieht etwa so aus wie bei 60% Obstruktion. Fehlt noch etwas höhere Helligkeit, aber in die Richtung ging es. Ich denke, 60% Obstruktion können wir jedoch am Mak ausschliessen ;-) Was macht so ein Bild noch? Ist das sph. Aberation?

Ich muss Dich korrigieren, es ist nicht der dritte Beugungsring, der den Begleiter von Castor 'einschränkt', sondern der erste Ring und der ist schon der hellste von allen. Dieser erste, hellste Beugungsring lief durch den Begleiter Castors durch. Wenn die derzeit 4 Bogensekunden Abstand haben, haben wir schonmal den ersten Ring definiert. Weiter innerhalb dieses ersten Ringes habe ich da keinen gesehen, da kam schon Castor A selber als Sternscheibchen dann. Die beiden anderen Ringe, die, ja, man muss sagen, sogar sehr gut zu sehen waren, liegen noch weiter ausserhalb von dort an an. Vielleicht trifft aufgebläht das Wort? Hab jetzt keine Bogensekunden als Größe, aber die gingen schon deutlich ins Bild hinein. Deswegen wundert mich das ganze ja auch etwas. Soviele Ringe, so deutlich, so breitflächig im Fokus. Um den exakten Fokus zu testen habe ich dann umgeschwenkt, lichtschwächerer Stern, der Castor am nächsten war: Ziemlich scharf, Fokus stimmt.

Naja, bin schon etwas gefrustet, was solche Erscheinungen verursacht...dazu kein Bild, um es euch zu verdeutlichen. Vlt nehm ich das alles so hin, ist eben so bei 300€ und fertig. Dann wär ich auch an dem Punkt, wo ich auf Garantie verzichte, das Ding aufschraube und es in dem Zug gleich umbaue: Gummiring weg, 120Grad Schrauben von aussem an die "Spiegelzelle", Belüftung, Zug und Druckschrauben gegen gescheitere Lösung tauschen, also reinbohren, Material verändern und das Ding eben für schöne, viele, aufgeblähte Beugungsringe hernehmen. Und das macht ja auch schon was her, so ist es ja nicht ?
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, bin schon etwas gefrustet, was solche Erscheinungen verursacht...dazu kein Bild, um es euch zu verdeutlichen. Vlt nehm ich das alles so hin, ist eben so bei 300€ und fertig. Dann wär ich auch an dem Punkt, wo ich auf Garantie verzichte
Ich würde das nicht hinnehmen. An die Sternabbildung magst du dich vielleicht gewöhnen. Aber hier scheint etwas nicht zu stimmen und die Auswirkungen auf die Abbildung, vor allem bei Planeten, ist unklar. Für 300€ bekommt man vielleicht keine Spitzenoptik, aber deutlich sichtbare, optische Mängel sind auch hier nicht akzeptabel - zumindest für mich nicht. Kurz: Sprich mit dem Händler.
 
Hallo Marcel,
ich hatte schon viele Maks, u.a. von TEC, Intes Micro usw.. Auch einen sehr guten 127/1500 von Skywatcher. Der erste Ring ist immer recht hell;
siehe die Beiträge oben. Aber dass die weiteren Ringe, auch an den hellen Sternen, die Du zum Testen benutzt hast, so durchschlagen, ist ungewöhnlich.
Vergleich findest Du hier:


Meiner Meinung deutet das auf sphärische Aberration hin, wobei bei Sirius soviel Licht kommt, dass der immer mehrere schwächere Beugungsringe zeigt.
Wenn die in der Helligkeit entsprechend abfallen ist immer noch alles gut. Der erste ist durch die Obstruktion, die beim SW 127 Skymax um die 40 % liegt,
da man nach diversen Tests, die in den Foren beschrieben wurden, nur mit effektiv 120 mm Öffnung beobachtet, recht hell.
Versuche mal, an einem Stern 2. Größe (Polarstern) den Sterntest zu machen, vorher das Gerät richtig auskühlen zu lassen und dann mal zu gucken, ob es nicht deutlich besser wird. In der Auskühlphase stellen sich manchmal auch Effekte ein, die eine große SA vortäuschen können.

Gut wären auch Bilder, die man mit einer Webcam oder einer DSLR intra- und extrafokal machen kann und die dann mehr Aussagen ermöglichen.

Viele Grüße Michael
 
Servus Robert,

auch wenn Mars derzeit ungut dasteht, Vergleich: Am Tal gerade noch sichtbare Details, also eher ein dunkles Fleckchen auf der Scheibe, ich meine sogar etwas weiss von einer Polkappe gesehen zu haben, ansatzweise, mikrosekundelang, ohne gesicherte Kenntnis, ob der derzeit überhaupt eine zu sehende Polkappe hat. Aber ja, da war was, vlt aber auch nur ein Reflex. Hell/dunkel war auf jeden Fall noch auszumachen, wenn auch schon recht schwierig, zugegeben. Der Mak zeigte da eine sehr helle gleichmäßige, orangefarbene Scheibe. Keine dunklen Gebiete, keine Aufhellungen, ziemlich gleichmäßig alles. Würde das Bild da als unaufgeregt beschreiben...und ehestwahrschwinlich Wo ist jetzt der 'Planetenkiller'? nachlegen.

Unmittelbar danach kam eben Sirius und Castor und mir fielen diese vielen Beugungsringe im Fokus auf und dass ich mal gehört habe, dass der Kontrast sinken würde, wenn soviel Energie abfliesst in die Ringe. Wenn mich da jemand gefragt hätte, womit willst Du jetzt weiterbeobachten, wär es ehrlich gesagt der ältere Newton gewesen.

Ich schau aber beim nächsten guten Wetter nochmal genauer hin und werd versuchen, das Gesehene irgendwie bildlich festzuhalten. Meld mich da nochmal.

Achso....ich muss da jetzt nicht die perfekte Optik haben für schlappe 300€, die machen mich da auch nicht arm, ist eh alles 'testweise', mal was anderes ausprobieren nach dem Tal mit allen seinen ganz klar nervenden Grenzen, nichtmals optischer Natur....Die EQ5, die mit dem Set bestellt wurde, wird aber weiter eine super Basis bieten für alles andere, was noch kommt (Rohrschellen und Prismenschiene fürs Tal auf jeden Fall, so wie es jetzt derzeit ausschaut :-D) Bin da recht entspannt - ist Chinaware und das wusste ich.

Vielen Dank auf jeden Fall für eure Zeit und die Meinungen, die ihr postet für mich.
 
Servus Gerd und Michael,

vielen Dank für die Hinweise. Das Ronchi Okular klingt sehr gut (brauchte ich ja nie, kannte ich nicht) und auch die Abbildungen werden helfen, falls es fotografisch nicht so hinhaut. Sirius war vielleicht dann wirklich etwas sehr hell für einen ersten Check. Mak war aber ausgekühlt, 2 Stunden vorher rausgelegt worden, war kein ausgeprägter Wärmekeil zu sehen und es war ein sehr gutes Seeing, wenn nicht sogar das beste jemals. Selbst Sirius war wenig bis garnicht am Flackern, ganz ganz selten. Also exorbitant gutes Seeing würd ich schon sagen. Kann es vielleicht auch einfach nur daran gelegen haben? Seitdem leider bewölkt, sonst könnt ich das selber ausschliessen oder einplanen. Ich meine, wir dürfen nicht vergessen, dass solche Wetterlagen extrem selten sind und sehr gutes bzw. sehr schlechtes Seeing ebenfalls sich entsprechend auswirkt optisch. Will hier ja auch keinen Fehler herbeiproduzieren, wenn ihr versteht. Vlt passt sogar so alles? Ehrlich alles ziemlich blöd mit dem Corona und Kontaktverbot derzeit, sonst würde ich sofort zur Sternwarte, schaut doch mal bitte kurz oder zum nächsten Astroverein :-/

Werd das mit Polaris auf jeden Fall nachholen und auch da berichten. Erstmal so ein Ronchi Okular besorgen, das klingt spannend und ich hab direkt vor Ort ein Hilfsmittel!
 
Hi,

Du kannst das aber tagsüber mit einem kümstlichen Stern testen, in ausreichendem Abstand. Da sind die Seeing-Effekte nicht so stark.

Gruß, Gerd
 
ich meine sogar etwas weiss von einer Polkappe gesehen zu haben, ansatzweise,
Mars zeigt aktuell noch eine sehr dünne helle Dunstschicht im Norden ('Polhaube'), mit 6" Öffnung noch zu sehen, bei gutem Seeing. Bei 5" u.U. schon grenzwertig. Ausserdem sind aktuell die südl. 2/5 des Scheibchens dunkel, der nördliche Teil hell. Letzteres müsste man auch mit 127 mm Öffnung auf jeden Fall noch gut sehen, so ab Seeing 4/10 aufwärts. (Bei ganz schlechtem Seeing zappelt es dagegen nicht nur, sondern auch die Helligkeitsunterscheide verschwimmen).
Evlt. auch mal mit einem Rotfilter testen, wenn du damit auf Mars keine Helligkeitsunterschiede siehst, stimmt 'was nicht. Richtig ausgekühltes Teleskop etc. natürlich vorrausgesetzt.
-cb

Zum Vergleich/Check: Mars 7.3. mit 6"
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Servus Nik, anbei zwei Fotos ;-) Habe versucht zentrisch zu fotografieren. Ich denk, evtl. ist das Teil leicht dekollimiert, aber könnte auch aussermittig fotografiert sein, hab versucht zentrisch zu bleiben, siehe Spiegelbild vom Objektiv (ist eine Nikon W300) Koma war jedoch nicht feststellbar am Stern, alles ganz ok, kreisrund, nix verspannt, wie ich das beurteile, Ränder auch allesamt rund.

Servus Cap. Boiler: Jep, hatte eine punktförmige Aufhellung, weisslich, also war da was. Wirklich nur winzigst, wirklich winzigst bei 110mm und glaub 15mm Kellner und Barlow 3x, daher danke für die Bestätigung der Sichtung mit einer größeren Optik. Deswegen wundert mich das ja an dem Mak. Die vielen Beugungsringe, dadurch auch weniger am Mars zu sehen als mit einem Kugelspiegel und dort sogar eigentlich auch nur mit 90mm Öffnung wegen der 20-25% Obstruktion. (Mein Tal ist eben eine Wucht. Vielleicht ist die Schnapsidee mit den Rohrschellen garnicht mal so blöd :-D)
 

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Hallo Marcel,

diese Lektüre ist sehr hilfreich, wenn es um Interpretationen beim Sterntest geht. Würde ich dir wärmstens empfehlen. ;)

1615290358978.png


Viele Grüße
Werner
 
Dank Zusendung eines Forenteilnehmers hab ich die Lösung. Es ist ganz einfach: Es ist alles bestens :-)

Im Grunde genommen steht die Lösung auch eh schon hier bzw. war ich auf der richtigen Spur, Stichwort Polkappe weiter oben, Stichwort Obstruktion und dessen Auswirkung auf den Beugungsring am Tal bzw. den Ringen am Mak. Was ist ein Beugungsring? Wieso fliesst Energie ab? Was heisst das letztlich fürs Airy Disk? Was für den ersten, zweiten, usw Beugungsring?

Da kommt man dann genau dabei heraus, was ich beschrieben habe: Viele Beugungsringe vor allem an helleren Sternen, vor allem am Mak. Denn der kann auch nur so wie alle anderen Systeme: Im Rahmen seiner optischen Bedingungen arbeiten.

Und zu seiner Verteidigung: Das tut er! Er konnte Castor trennen, zeigte (filterlos) den Mars als eine orangene Scheibe, den Sirius strahlend schön, das Trapez mit dem Stern, der da einen Begleiter hat, glaub E sogar auch. Als Vorteil liefert er noch hohe Transportabilität. Diese hat eben auch einen Preis. Und so sind wir wieder oben im Thread ;-)
 
Hi,
d.h., du hattest vorn noch den Deckel halb drauf oder warst doch nicht im Fokus oder woran lag es?
Vielleicht war ja dein erster Mak auch nicht kaputt. Was hatte der denn genau?

Viele Grüße
Spunti
 
Hallo,

aha, Deckel noch druff. Kommt in den besten Familien vor. Hätte ich mich bloß getraut zu fragen...

VG Klaus
 
Hallo Marcel,

wenn du meinst, dass alles gut ist, dann freut mich das für dich. Es ist nicht immer einfach, die Dinge korrekt zu interpretieren. Wenn du kannst, vergleiche deine Anblicke im Mak mit denen eines Teleskops, von dem du mit Sicherheit weißt, dass die Performance sehr gut ist. Auf S. 194 im obig zitierten Buch habe ich mal verschiedene Ansichten abfotografiert. Hier geht es um die Abbildungsfehler durch sphärische Aberration. Oben 1/6 Wellenlänge unten 1/2 Wellenlänge. Links ohne Obstruktion rechts mit 33% Obstruktion, was in etwa deinem Gerät entsprechen könnte.

Wie du deutlich erkennen kannst, nimmt die Helligkeit der Beugungsringe mit zunehmendem Fehler zu, die Helligkeit des Beugungsscheibchens ab.

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Vielleicht hilft dir das weiter. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Servus,

das ganze ist in der Obstruktion begründet. Der Mak hat etwa 30-40% Obstruktion. Der Sekundärspiegel ist über den Daumen gepeilt bei knapp 40mm? Wenn nicht der, dann sollte das Blendrohr etwa ähnliche Dimension haben? Gehen wir von 35% Obstruktion aus und das ist ganz einfach viel, da dadurch auch viel Energie in die Beugungsringe fliesst. Heisst: Ich muss einfach viele Beugungsringe im Fokus sehen. Vor allem am hellen Stern, vor allem am Mak. So wie ich im Tal Spikes sehen muss bspw. Sonst wär es ja auch kein Newton ;-)

Die Lösung der Beugungsringe ist eben die Obstruktion: Man sieht das auch bei den Anschauungsbildern der Beugungsringe an völlig unobstruierten Bildern, also der perfekten Optik und wenn man diese mit 33% vergleicht. Der Mak dürfte nochmal 2-5% mehr haben, also ist dort nochmal mehr Energie in den Beugungsringen, welche aber im Airy Disk dann fehlt...oder am Planeten, bei dem das eben bedeutet, es werden weniger Kontraste auf der Oberfläche dargestellt. Deckt soch auch damit, dass ich am Tal die Polkappe sehen konnte und am Mak nicht. Ist also alles okay :)

Naja, und anzunehmen, ich hätte den Schutzdeckel vorne nicht abgenommen und hätte so 100% Obstruktion, ist schon reichlich deplatziert als Kommentar und dient überhaupt nicht der Frage, warum ich am Mak mehr Beugungsringe sehe als am Tal bspw. bzw. warum dies so ist. Die Lösung steht nun oben (Obstruktion) und ich bin trotzdem mit dem Mak eigentlich zufrieden: Er macht genau das, wozu er gebaut wurde im Rahmen seiner optischen Bedingungen. Und ist deutlich transportabler als mein Tal ;-)

Danke nochmal an alle hilfreichen Antworten. Das ein oder andere ist abgespeichert, im Warenkorb oder im Hinterkopf.

Lg Marcel
 
Hallo Marcel,

dein Statement klingt mir schon noch nach ein wenig Zweifel, welche du offensichtlich noch hast. ;) Wenn du sichergehen möchtest, dass alles mit deinem Mak im Rahmen seiner Möglichkeiten funktioniert, dann vergleiche wenn möglich mit ähnlichen Geräten, bzw. ähnlicher Öffnung.

Du könntest bzgl. sphärischer Aberration oder anderer optischer Unzulänglichkeiten (z.B. Kantenfehler, Zonen oder Asti) die Extra- und Intrafokalen Bilder vergleichen. Sollten sich hierbei größere Unterschiede ergeben, hast du natürlich Einbußen an Bilddefintion und Kontrast im Fokus, je nach Größe des Fehlers, welche nicht bauart bedingt sind.

Mehr dazu findest du u.a. in der Lektüre, welche ich dir empfohlen habe.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Marcel,

die Deckelsache - das läuft bei uns in Köln unter der Rubrik 'Humor'. Nimm's locker, wir alle sind auch nur Menschen; auch ich habe schon zwei 'Deckelerlebnisse' hinter mir. ;)

EDIT: Was ich vergaß - ich habe vergangene Woche meinen SW MN-190 Maksutov.Newton getestet. Der hat 34% Obstruktion und dennoch habe ich im Fokus nur einen gut sichtbaren und einen kaum sichtbaren Ring weiter außen gehabt. Vor und hinter dem Fokus waren die Fresnelringe nahezu identisch. Das sollte bei einer Cassegrain-Konfiguration mit ähnlicher Obstruktion nicht viel anders sein.

Gruß, Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn man schon einen zweiteiligen Deckel draufmacht, kann man bei obstruierten Geräten die kleine Öffnung ja wenigstens Off-Axis machen.
So wie es bei meinem SW Dobson war. Das macht dann sogar ein bisschen Sinn.
 
Aber wenn der erste Beugungsring auf der Entfernung des Castor-Begleiters auftritt, sollte wirklich was nicht in Ordnung sein. Oder?
 
Servus Werner,

das passt schon so. Bin damit zufrieden, war eben nur verwundert, wieso der Mak soviele Ringe zeigt im direkten Vergleich zum Tal und was Obstruktion nun eigentlich bedeutet für Oberflächendetails und Energieverteilung vom Airy disc zum Beugungsring. Von daher passt das jetzt alles. War alles schön konzentrisch, keinen Astigmatismus, nix, wo ich jetzt etwas bemängeln könnte. Der Mak bleibt allerdings höchsttransportabel, ohne Frage....knappe 40cm zu tragen in der Länge ist schon etwas anderes als das Tal Rohr mit 80cm Länge. Von demher passt auch alles. Die Zeit für nun zeigen, ob der Mak das Tal ersetzen kann....bei 300€ Investition ist das für mich keine große Geschichte falls nicht. Ist was Neues, viel dazulernen, Grenzen testen, Erfahrungen sammeln. Das Tal wird aber zukünftig in Wolle gewickelt: Es ist wohl sehr gut mit Verhältnis Öffnung zu Brennweite, Fangspiegelgröße obstruktionsbezogen usw. Auch hier wieder durch die 300€ für den Mak viel gelernt - ohne wären mir die Sachen am Tal ja garnicht so aufgefallen ;-)

Gerd: Okidoki ;-) Vlt hat mein Mak etwas SA, da muss ich genauer nochmal schauen mit den Bildern, aber generell genügt mir die Erklärung der Beugungsringe aufgrund der Obstruktion. Bin ich einverstanden damit, werd aber mechanisch sicher ans Gerät rangehen (Gewinde als Gegenlager für die Zugschrauben z.b. ist eine sehr zweifelhafte Idee von Skywatcher mmn, u.a.)

*entfernt*: Das mag sein. Castor A/b wurde gut getrennt und das genügt mir so. Ob da was besser geht, steht eh immer ausser Frage bei lediglich 300€ für eine Öffnung mit 127mm, mit Meniskuslinse, mit Zenitspiegel, mit Sucher, mit 2 Okularen, und sogar mit zwei Staubschutzdeckeln....;-) ach so...die Batterie für den Sucher wird auch noch mitgeliefert ;-D Also hoffe Du verstehst meinen Ansatz: 300€ sind der Verkaufspreis, alles sollte also bei 100% Kalkulation vielleicht gerade mal 150€ Herstellungskosten sein. Was soll man da erwarten? :-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Tut mir leid. Ich habe auch solche 127mm Maks (zwei) und die haben nicht solch' fette Beugungserscheinungen.
 
Ich meine leider auch, dass es bei 100-fach noch nadelpunktförmige Sterne sein sollten und erst bei hoher Vergrößerung ein Ring. (Ich bin aber nur in der Stadt, vielleicht ist da der Himmel zu hell für den zweiten schwachen Ring.)
Vielleicht schaffe ich es heute Abend mal zu gucken.

CS
Spunti
 
Hi Marcel,
wenn ich nochmals meinen Senf dazu geben darf, was noch nicht erwähnt wurde,: Diese Überlegungen gelten bei perfektem Seeing. Gerade im Winter kann warme Luft vom Beobachter oder vom Gerät in den Strahlengang geraten, das ist fast nicht vermeidbar und wirkt sich in erster Näherung als zusätzlicher optischer Fehler des Gesamtsystems aus und macht, na was wohl: Energie in die Beugungsringe verschieben, wenn auch zeitabhängig variierend. Das zu 100% von den Eigenschaften der Optik zu separieren trau ich mir ehrlich gesagt nicht zu. In einer lauen Frühsommernacht mit diesigem Himmel und ganz ruhiger Luft, Windstille und Tau, wo die Beugungsringe fast still stehen, kann man vielleicht mehr zum Thema sagen. Epsilon Lyrae als Testobjekt steht dann auch zur Verfügung.

Viel Glück beim Ausloten der Effekte und dieses Jahr steht uns ja auch Jupiter wieder gnädiger... :cool:
CS Nik
 
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