Der typische Vollformat-Chip einer hochwertigen Astrocam hat eine Pixelgröße von 3,8ym (ASI 2600), d.h. wir haben hier ein "undersampling" von einem Faktor 2. Damit wird diese theoretische Auflösung, die das optische System bietet, ja gar nicht genutzt, oder liege ich hier falsch?
Das theoretische Auflösungsvermögen wird sowieso bei der DS Fotografie bei weitem nicht genutzt und das ist hier auch gar nicht das Ziel.
Bei DS Fotografie steht die Belichtungszeit im Vordergrund.
Man ist bei DS Fotografie mit Bezug zum tatsächlichen theoretischen Auflösungsvermögen immer stark im Undersampling.
Das theoretische Auflösungsvermögen ist um Faktor 2,44 besser als der Durchmesser des Beugungsscheibchens!!!
Bei der DS Fotografie bezieht man das Sampling nicht auf das theoretische Auflösungsvermögen, sondern auf die Größe der Sternabbildung.
Also entweder auf den Durchmesser des BS oder das FWHM des Seeings, jee nach dem was größer ist.
Bei F4 und 260mm Brennweite ist aber das BS praktisch immer größer, daher ist hier das BS der Parameter welcher die Größe der Sternabbildung bestimmt.
Das BS hat bei F4 einen Durchmesser von 5,37ym
Nach der 2 Pixel Regel wären also 2,68ym Pixel optimal.
Du hast recht mit 3,8ym Pixeln wäre man hier etwas im Undersampling aber nicht um Faktor 2 sondern lediglich um Faktor 1,41
Kommen wir aber nun zum RMS Spotrardius.
Dieser ist hier mit 2ym etwas kleiner als der Radius des BS mit 2,68ym.
Dazu muss man aber wissen das der RMS Radius nicht der maximale Streukreis bzw. dessen Radius ist sondern das Quadratische Mittel.
Der maximale Streukreis ist also größer.
Zum 2. muss man wissen das auch ein geometrischer Spot der kleiner als das BS ist Wellenoptisch nicht völlig folgenlos bleibt.
Es wird dennoch Licht in den 1. Beugungsring gerückt.
Ein möglichst kleiner geometrischer Spot ist also auch dann noch von Vorteil, wenn dieser deutlich kleiner als das BS ist.
Die Sichtweise das der Spot nicht größer als das BS sein sollte ist lediglich die Mindestanforderung für eine vernünftige Optik.
Ich halte den ausgezeichneten RMS Spotradius von etwa 2ym bei dieser Optik daher trotzdem für erstrebenswert auch wenn man mit deutlich größeren Werten natürlich auch noch gut leben kann.
Besonders hervorheben möchte ich auch noch mal die gute Korrektur des lateralen Farbfehlers im Feld welche der Reducer des FCT-65D bietet.
Ein lateraler Farbfehler im Feld ist ein deutlich sichtbares Problem diverser anderer Optiken wie zb. dem FAR400 mit dem so manch einer schon gehadert hat.
Mit dem FCT-65D + Reducer oder Flattener gibt es dieses Problem definitiv nicht.
Grüße Gerd