Guten Morgen,
Einer astronomischen Zeitschrift wird es heute nur ganz gelegentlich gelingen, dem Leser etwas Neues, Frappierendes zu präsentieren und so den Drang zu verursachen, möglichst rasch ein Instrument im Dunkeln aufzubauen.
Da gebe ich dir zu 100% Recht, weswegen ich die Daseinsberechtigung einer solchen Zeitschrift auch nicht über unbedingte Aktualität oder bahnbrechende Innovation definieren würde - da spielen meines Erachtens ganz andere Faktoren eine Rolle, allen voran natürlich die Bündelung und Aufbereitung von Wissen, was jedermann auch ohne sie zugänglich wäre, aber eben weniger komfortabel und weniger ansprechend über viele Links und heterogene Seiten verteilt.
Falls jemand en Konzept aus dem Ärmel ziehen kann, dies zumindest für einen Abschnitt des Heftes ganz anders machen zu können, renn er glaube bei Ronald offen Türen ein, wenn er sich als Autor anbietet.
Und da kommt die Kuh aufs Eis: Ich habe die letzten Tage intensiv nachgedacht, was so viele zu Kritik hinreisst (Kopf) obwohl sie im gleichen Atemzug die Zeitschrift durchaus loben und sie nicht untergehen sehen wollen (Herz), auch habe ich mich darüber mit vielen Leuten in meinem Umfeld unterhalten. Unbestreitbar ist unser Hobby ein sehr vielseitiges mit einer fast unüberschaubaren Zahl an Spezialisierungen und Interessengebieten. Vielleicht ist es einfach illusorisch eine Zeitschrift am Markt zu halten, die versucht
allen gerecht zu werden. Heraus kommt dann eben eine Zeitschrift die mal in die eine mal in die andere Richtung ihr Gewicht legt (legen muss aufgrund der eingesendeten Artikel). Schaut man mal über den Tellerrand der Amateurastronomie sieht man schnell - in anderen Hobbybereichen gibt es auf dem Zeitschriftenmarkt eine
Unzahl an Magazinen zu Spezialthemen, egal ob das jetzt Angeln, Radsport oder Modellbau ist, da gibt es für etliche Zeitungen für Flugzeugmodellbauer, Helibauer, Eisenbahnbrettbauer, Rennradler, Mountainbiker, Radtrekker usw usf...
Mit ist klar, dass das für einen doch eher beschränkten Leserkreis unseres "Nischenhobbys" praktisch nicht umsetzbar ist, es sei denn man würde Spartenzeitschriften mit einem sehr sehr großen Verlag im Hintergrund anbieten, oder aber das ganze (wie die Interstellarum in ihren Anfängen) als Liebhaberprojekt mit Herzblut und ohne Gehalt als Nullsummenspiel betreiben. Die alte Weisheit bleibt wahr: Wenn du dir dein Hobby kaputt machen willst, dann mach es zu deinem Beruf :krank:
Bringt diese Erkenntnis nun etwas im konkreten Fall? Wohl eher nicht, die Katze beisst sich in den Schwanz, aber ich sehe das Problem genau an dieser Stelle. Mit ihren Umfragen im Rücken könnte sich die Zeitschrift nur dazu entschließen sich auf das Themengebiet zu konzentrieren, dass derzeit den höchsten Zuspruch erfährt - es klingt durch, dass dies die Fotografie ist, wenngleich natürlich eine große Zahl an Fotografen "auch mal visuell" unterwegs ist. Aber die Entscheidung zu einem dauerhaften Abonnement fiele bei dieser mutmaßlich großen Gruppe sicher klarer aus würde man sich darauf konzentrieren. Mir
selbst wäre die umgekehrte Ausrichtung natürlich lieber, aber da bin ich Realist genug...
Viele Grüße
Benny