Jan_Fremerey (verstorben)
Aktives Mitglied
Seit längerer Zeit bin ich auf der Suche nach den Gründen für die recht unterschiedliche Farbdifferenzierung in meinen Jupiter-Aufnahmen. Aufgrund einer Reihe von Vergleichen bin ich inzwischen einigermaßen sicher, dass hierfür im wesentlichen das Seeing verantwortlich ist.
Als Beispiel möchte ich hier den Vergleich zweier Jupiteraufnahmen zeigen, die ich unter Verwendung derselben technischen Ausrüstung und bei exakt übereinstimmender Bildbearbeitung gewonnen habe.
Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/Jupiter-Vergleich_140201.jpg
Die linke Aufnahme - siehe auch hier - entstand am 14.11.2013 in der Zeit von 0144-0147 MEZ mit einer ASI120MM und RGB-Filtersatz Astronomik Typ II an meinem 10“ Schüsselteleskop mit der Belichtungsfolge 30s Grün, 60s Rot, 30s Blau bei jeweils 93 Bildern pro Sekunde (fps) und die rechte Aufnahme am 28.01.2014 in der Zeit von 2318-2320 MEZ mit derselben Ausrüstung, nur diesmal bei jeweils 105 fps.
Als Aufnahmesoftware diente in beiden Fällen FireCapture, gestackt wurde mit AutoStakkert2! (AS2!) bei jeweils einem zentral platzierten Referenzfeld. Als Summenbilder wurden die von AS2! bereits mit 1,5x Drizzle und „Convolution“ vorbehandelten Dateien gewählt. In Fitswork wurde zunächst aus den drei Farbauszügen ein RGB-Composit erstellt. Zusätzlich wurde der Rotkanal in Fitswork mittels des Wavelet-Tools (Regler 1 und 2 auf 1,56) sowie in Picture Publisher mit selektiver Schärfung (Radius 5) unter Ausschluss des Planetenrands kontrastverstärkt und anschließend in Fitswork mit der RGB-Datei zu einem RRGB-Composit zusammengesetzt.
Obwohl ich die Qualität der Aufnahmevideos im ersten Fall als deutlich geringer wahrnehme, kommt ausgerechnet hier ein differenzierteres Bildergebnis heraus. Insbesondere zeigt das linke Bild eine bessere Farbdifferenzierung und zugleich auch eine feinere Detailzeichnung gegenüber der Vergleichsaufname. Die Tatsache, dass die „flachere“ Farbwiedergabe des Vergleichsbildes (rechts) mit einer weniger feinen Durchzeichnung einhergeht, veranlasst mich, beide Befunde als Folge des schlechteren Seeings zum Zeitpunkt der zweiten Aufnahme zu deuten. Darüber hinaus wird mir klar, dass ich die Qualität des Seeings nicht unmittelbar aus dem Livebild am Aufnahmemonitor beurteilen kann, sondern erst aus einem fertig „entwickelten“ Farbbild.
Wenn man versucht, das zweite Bild mit verstärktem Einsatz des Wavelet-Tools (beide Regler bei 2,85) aufzuwerten, sieht es zunehmend grob und gequält aus, und in den Randbereichen tritt das Kamera-Raster in Erscheinung. Man kommt aber mit dieser Maßnahme insbesondere nicht zu einer besseren Farbwiedergabe, wie diese Ausarbeitung zeigt:
Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/conv_Drizzle15_Jup_231927_g3_ap1_p40lumi_wD12852285_0-50Kg090_mask220ss5_mitRGBfs150_g115__cr.jpg
Vielleicht kann der eine oder andere Leser die geschilderten Phänomene bestätigen oder ist aufgrund eigener Erfahrung zu ganz anderen Erkenntnissen gelangt?
Gruß, Jan
Als Beispiel möchte ich hier den Vergleich zweier Jupiteraufnahmen zeigen, die ich unter Verwendung derselben technischen Ausrüstung und bei exakt übereinstimmender Bildbearbeitung gewonnen habe.
Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/Jupiter-Vergleich_140201.jpg
Die linke Aufnahme - siehe auch hier - entstand am 14.11.2013 in der Zeit von 0144-0147 MEZ mit einer ASI120MM und RGB-Filtersatz Astronomik Typ II an meinem 10“ Schüsselteleskop mit der Belichtungsfolge 30s Grün, 60s Rot, 30s Blau bei jeweils 93 Bildern pro Sekunde (fps) und die rechte Aufnahme am 28.01.2014 in der Zeit von 2318-2320 MEZ mit derselben Ausrüstung, nur diesmal bei jeweils 105 fps.
Als Aufnahmesoftware diente in beiden Fällen FireCapture, gestackt wurde mit AutoStakkert2! (AS2!) bei jeweils einem zentral platzierten Referenzfeld. Als Summenbilder wurden die von AS2! bereits mit 1,5x Drizzle und „Convolution“ vorbehandelten Dateien gewählt. In Fitswork wurde zunächst aus den drei Farbauszügen ein RGB-Composit erstellt. Zusätzlich wurde der Rotkanal in Fitswork mittels des Wavelet-Tools (Regler 1 und 2 auf 1,56) sowie in Picture Publisher mit selektiver Schärfung (Radius 5) unter Ausschluss des Planetenrands kontrastverstärkt und anschließend in Fitswork mit der RGB-Datei zu einem RRGB-Composit zusammengesetzt.
Obwohl ich die Qualität der Aufnahmevideos im ersten Fall als deutlich geringer wahrnehme, kommt ausgerechnet hier ein differenzierteres Bildergebnis heraus. Insbesondere zeigt das linke Bild eine bessere Farbdifferenzierung und zugleich auch eine feinere Detailzeichnung gegenüber der Vergleichsaufname. Die Tatsache, dass die „flachere“ Farbwiedergabe des Vergleichsbildes (rechts) mit einer weniger feinen Durchzeichnung einhergeht, veranlasst mich, beide Befunde als Folge des schlechteren Seeings zum Zeitpunkt der zweiten Aufnahme zu deuten. Darüber hinaus wird mir klar, dass ich die Qualität des Seeings nicht unmittelbar aus dem Livebild am Aufnahmemonitor beurteilen kann, sondern erst aus einem fertig „entwickelten“ Farbbild.
Wenn man versucht, das zweite Bild mit verstärktem Einsatz des Wavelet-Tools (beide Regler bei 2,85) aufzuwerten, sieht es zunehmend grob und gequält aus, und in den Randbereichen tritt das Kamera-Raster in Erscheinung. Man kommt aber mit dieser Maßnahme insbesondere nicht zu einer besseren Farbwiedergabe, wie diese Ausarbeitung zeigt:
Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/conv_Drizzle15_Jup_231927_g3_ap1_p40lumi_wD12852285_0-50Kg090_mask220ss5_mitRGBfs150_g115__cr.jpg
Vielleicht kann der eine oder andere Leser die geschilderten Phänomene bestätigen oder ist aufgrund eigener Erfahrung zu ganz anderen Erkenntnissen gelangt?
Gruß, Jan