Kaufempfehlung Equipment für Schmalbandfotografie

Marty_McFly

Mitglied
Hallo Zusammen,

so langsam habe ich mein Budget (max 2000€) zusammen, um mir eine mono Cam sowie Filter und Filterrad oder Schublade zu kaufen. Ich fotografiere aus der Großstadt heraus (Bortle 6-7) so dass ich in die Schmalbandfotografie einsteigen will.

Mein ausgesuchtes Equipment:
- 183mm pro (1196€)
- 1.25" Baader-Filter (335€)
- Filterrad oder Schublade

Die 183mm pro würde ich nehmen, weil es von der Pixelgröße her zu meinem Apo laut Rechnern perfekt passt, es nicht so viel kostet wie die 1600mm, es relativ neue Technik ist und weil man keine größeren damit teureren 36mm-Filter braucht. Ich könnte mir auch vorstellen, die Cam mal an ein Objektiv mit geringer Brennweite dranzuschrauben.

Baader-Filter weil sie vom Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut sein sollen.

Ich besitze bereits eine 2"-Schublade mit Fach. Aber die 2"-Filter sind viel teurer und sowieso überdimensioniert. Ich finde auch, dass das Schubladensystem etwas umständlich ist. Würdet ihr ein manuelles Filterrad empfehlen? Oder wenn dann direkt motorisiert trotz höherem Gewicht? Eigentlich bediene ich bereits alles per Remote (Gartensäule, NUC, Motorfokus, ..) so dass ich nur das Teleskop raustrage, alle Kabel anstecke und von der Couch aus loslege. Eigentlich denke ich mir, dass ich ja bei Filterwechsel das Rädchen auch per Hand schnell bei Bedarf drehen kann. Reicht doch erst mal. Oder wenn dann doch direkt "Couch Potatoe"-Astrofotografie - also motorisiert -, wenn man schon eine Säule usw hat?

Grund für die Cam ist auch Möglichkeit für Kurzzeitbelichtungen. Auch wenn es andere Nachteile wie Rauschen hat, auf Autoguiding zu verzichten wäre toll. Und vor allem weniger Gewicht auf meiner NEQ-5.

Passt der Einkaufswagen, die Gedanken oder übersehe ich etwas? Bestimmt werden mir manche die 1600mm empfehlen. Die braucht dann aber 36mm-Filter und so ein Filterrad dafür gibt es nur motorisiert. Es wird also deutlich teurer.

Achja, um irgendwann auch an Galaxien heranzukommen, wäre mein nächster Teleskop wohl ein 6" RC, das auf meiner Montierung gerade noch gehen würde. Aber da bin ich wohl mit der 183mm hoffnungslos im Oversampling. Aber das ist erst mal Zukunftsmusik.
 

conehead

Mitglied
Hi,

ich finde das die Kamera einen recht kleinen Sensor hat. Dein Apo deckt sicherlich ein größeres Bildfeld ab. Das solltest Du meiner Meinung nach schon nutzen. Oder eventuell noch ein Reducer für Dein Apo zulegen.
Wenn Du Schmalband machen willst dann kommst Du eigentlich um längere Belichtungszeiten nicht herum. Ich würde daher noch den Mgen plus Sucher mit einkalkulieren oder eine andere Lösung z.B. mit PHD2 mit einplanen.
Ob das Filterrad motorisiert sein soll oder nicht ist eine Geschmacksfrage. Wenn Du aber eh alles Remote bedienen willst, dann wäre der Motor natürlich von Vorteil. Da Du aber bei Schmalband viel und lange Belichtungszeiten hast würde es wohl auch eines ohne Motor reichen. Mehr als 1 Objekt bekommst Du da pro Nacht eh nicht fertig. Eher mehrere Nächte.
Ein Freund von mir hat ein ein 6" Newton auf seiner EQ5, das funktioniert wunderbar. Ein 6" RC hat f=9, das ist für die Fotografie nicht so gut. Da mußt Du schon sehr lange belichten bis was auf dem Sensor ist. Bevor Du dann dafür ein Reducer kaufst kannst Du auch gleich ein Newton nehmen.

Gruß Markus
 

Optikus

Mitglied
Moin,

das Guiding wird Dich im Schmalbandbereich mit Sicherheit einholen, es muss nicht der MGEN sein, PHD2 und eine Guidecam mit einer kleinen Optik solltest Du einrechnen. Ansonsten denke ich sollte das hinhauen. In wie fern ein RC sinnig ist? Mit Reduver ok, ansonsten würde ich auch zu einer fotografisch schnelleren Lösung tendieren.

CS
Jörg
 

Marty_McFly

Mitglied
Hallo Markus,
Hallo Jörg,

ja, die Diskussion über die Größe des Sensors hatten wir ja schon glaube ich. Da es aber keine bezahlbare Alternative zu einer gekühlten Mono Cam in wenigstens APS-C-Format gibt, muss man sowieso Abstriche machen. Ich könnte mir vorstellen meine 1000D zu verkaufen und dafür die 183mm zu haben und dazu eine alte gebrauchte 6D (ohne Mark) zu beschaffen. Ich sehe das im Moment als brauchbare Kombi zu meinem APO. Die 6D wäre auch besser zur möglichen 6" RC.

Die 1600 kommt wenigstens in die Nähe von APS-C, aber kostet 1533€, also 337€ mehr. Dann noch 36mm Filter (392€), Schublade mit 3 Fächern (147€) oder Filterrad (gibt es nur motorisiert, 369€) und schwupps bin ich bei 2072€ bis 2294€. Mit der 183 mit kleineren Filtern und manuellem Filterrad sind es "nur" 1629€.

Ich weiß halt nur nicht, ob ich mit der 183 nur Matsch produzieren werde, weil die Pixel einfach zu klein sind. Es gibt sagenhafte schöne Bilder mit 183 im Internet. Da möchte ich hin. Aber da ich mitten aus Wohnblöcken auf der Terrasse heraus fotografiere, weiß ich nicht, ob ich die mögliche Auflösung erreichen werde.

Und das andere ist die NEQ-5. Ich nutze ja bereits immer schon PHD2 am 9x50-Sucher, und kriege 5min Subs trotz rumspringenden Kurven in PHD2 gut hin (wobei ich in letzter Zeit komische Striche produziert habe). Aber dieser Thread gibt mir die Hoffnung auf Autoguiding verzichten zu können und die womöglich auf die NEQ-5 zurückzuführende Ungenaugikeiten der Nachführung zu unterdrücken. Und damit auch Balast zu reduzieren. Gut, auch mit Leitrohr-Guiding und der möglichen Anschaffung eines motorisierten Filterrads wäre ich noch unter 6.7kg, die die NEQ-5 fotografisch halten sollen könnte.

Ohne mal ausprobiert zu haben, kann man es nicht wissen. Wenn ihr mal die Sensorgröße außen vor lässt, mache ich mit der 183 nichts falsch oder würdet ihr mir die 1600 empfehlen, die mit seinen 3.8mikro etwas toleranter wegen Seeing und Nachführfehler sein sollte? Aber wie gesagt, vielleicht klappt es mit wenigen Sekunden-Subs und der 183 auch gut genug.
 

Marty_McFly

Mitglied
Hallo zusammen,

Da ich wirklich kurz vor Anschaffung von Astrocam, Filter und Filterrad stehe und damit bis zu 2000€ ausgeben würde, hier jetzt nochmal die Frage: ich wohne mitten zwischen 4-5 stöckigen Gebäuden, mit abends und nachts selten befahrenen Straßen aber reichlich Laternen, und fotografiere eben aus einem Bortle 6-Gebiet. Himmel habe ich aber dennoch gut genug zu sehen, vor allem Osten und Süden. Schmalband scheint so der einzige Weg für qualitativ gute Bilder zu sein. Die Fotos aus meiner Canon gefallen mir einfach nicht. Diese Seite, obwohl es wohl Bortle 5 Gebiet ist, zeigt wie man unglaublich gute Bilder produzieren kann. Aber das Equipment ist eben nochmal 3 Stufen (Astrodon, EQ8) höher als mein Level.

Irgendwie zweifele ich gerade daran, ob ich mir die hohen Ausgaben antun oder dabei belassen soll. Gestern habe ich 2 Stunden M45 fotografiert und von den blauen Reflexionsnebel ist nichts zu sehen. Einfach nervig. Das Bild ist komplett verrauscht und die Bildbearbeitung ist grausam. Gut es waren ja auch 12°C und eben Bortle 6.

Ich hab ja jetzt einiges investiert und es macht ja auch Spaß. Aber ich will auch nicht so viel Geld ausgeben, wenn ich nicht merklich bessere Bilder produzieren würde als mit der DSRL. Was denkt ihr? Lohnt sich die Investition definitiv?
 

Sternenfee123

Mitglied
Hi Eichi,

Dir ist schon bewußt, daß gestern VOLLMOND war und daß da Deepskymäßig halt so gut wie nix geht? Die blauen Nebel bei M45 kriegst auch nicht mit Schmalband, für die mußt unter dunklen Himmel, oder es schaut nach viel Bildbearbeitung und 2-3 Stunden Belichtungszeit mit DSLR von der Stadt aus halt in etwa so aus:

Link zur Grafik: https://www.bilder-upload.eu/upload/454d1b-1553387895.png

Ob Deine Bilder "gut" oder "blöd" ausschaun, hängt net von der Kamera sondern von Deinem handwerklichen Können bei der Motivauswahl, der Gesamtbelichtungszeit, der Lichtverschmutzung und vor allem von der Bildbearbeitung ab. Und natürlich von sauber nachgeführten Rohdaten (= runden Sternen, also funktionierendem Autoguiding) und vernünftiger Kalibration mit Darks, Flats und Bias.

Ne gekühlte s/w Kamera und Schmalbandfilter erleichtern die Rohdatengewinnung, aber alles andere ist viel wichtiger. Und das lernt man blos durch Machen. Üben, üben, üben.

Die Rohdaten (nach jpg konvertiert und kleingeschrumpft) zu dem bearbeiteten Bild schaun bei mir übrigends so aus:

Link zur Grafik: https://www.bilder-upload.eu/upload/5e4e62-1553389055.jpg

Es ist nicht die schweineteure Ausrüßtung, es ist der Fotograf mit seinem Können, der das Bild "macht".
 

etalon

Mitglied
Hallo Eichi,

eines möchte ich noch zu bedenken geben:

Der Sensor hat aufgrund seiner sehr kleinen Pixel eine niedrige FWC, was den Dynamikbereich je nach gewähltem Gain ziemlich einschränkt. Da sehe ich gerade bei Schmalbandfotografie mit ihren langen, notwendigen Belichtungszeiten (hintergrundlimitiert!) nicht unerhebliche Nachteile, was den notwendigen Dynamikumfang angeht.

Weiters würde ich noch einen Gedanken an die Objekte, welche sinnvoll mittels Schamlbandfotografie darzustellen sind, verschwenden. Das sind meistens relativ ausgedehnte Gasnebel. Da wirst du dich über jede Bogenminute Bildfeld freuen, was der relativ kleine Sensor der 183 nicht liefern kann.

Zuletzt möchte ich dir noch ans Herz legen, gerade bei der Schmalbandfotografie ein möglichst schnelles Öffnungsverhältnis vorzuhalten, um überhaupt hintergrundlimitierte Bilder produzieren zu können. Sonst belichtest du dich zu Tode. Ein f/9 Teleskop mit deutlichem Oversampling hört sich da schon sehr nach fotografischem Suizid an...

Just my 2 cents.

Gruß Markus
 

Der_Peter

Mitglied
Sehr gute Hinweise hier.

Ich spielte bislang auch mit dem Gedanken an Schmalband-Fotografie mit dem 183er Sony Chip, aber insbesondere Markus' letzer Hinweis haben für mich diese Option beerdigt.

Auch wenn der Panasonic Chip der ASI 1600 MM pro auch so seine negativen Eigenschaften hat, wie einige bebilderte Threads hier und bei CN zeigen, gibt es offenbar aktuell und auch künftig so schnell keine Alternative in dieser CMOS Preisklasse.

Zu Eichis nachvollziehbaren Überlegungen zu den Kosten meine 50 ct:
Schmalband-Astrofotogafie mit bestücktem Filterrad, gekühlter Kamera und Guiding ist Luxus, den man ehrlicherweise nicht zum Leben braucht.
Wenn ich mir sowas gönne, dann muss das eine technisch sehr gute Lösung sein, denn ich selbst bringe schon genügend Fehlerquellen in den Workflow ein...
Vor dem Hintergrund werde ich lieber länger ansparen und kaufen, was funktioniert, z. B. Astronomik oder vielleicht sogar Astrodon Schmalband-Filter.
Man kann ja auch kleiner einsteigen und nur mit Luminanz und H alpha Bildern anfangen, O-III und S-II können dann später folgen.
 

Raumfisch

Mitglied
Hallo Eichi,

ich stand vor der gleichen Überlegung. Vielleicht hilft dir ja meine Geschichte die richtige Entscheidung zu treffen:

DSLR,APO und Null Plan von der Bildbearbeitung machten mir bei meiner Lichtverschmutzung vor der Tür auch keinen Spaß.
Ich hatte mich sehr schnell auf die ASI1600 Color eingeschossen, da Preis/Leistung, Bildfeld (Kannst du ja sehr schön in Stellarium simulieren) und die größtenteils positiven Berichte und Fotos (Man kann ja bekanntlich alles kaputt und schlecht reden) einfach passten.

ZUM GLÜCK gab es die Color Version nicht mehr und Astrolumina und Atik konnten zu der Zeit auch nicht liefern. Ich griff zur 1600 Mono inkl. motorisiertem 8fach 36mm FW + Baader LRGB Filtersatz. Die Linienfilter folgten wegen Geldmangel etwas später. Den L Filter kannst du gleich in die Tonne hauen, da muss ein Filter gegen Lichtverschmutzung her. Ich nutze den Baader UHC-L und bin zufriedener damit. RGB kann ich bei Gain 0 so um die 40sec laufen lassen wenn kein Mond in Sicht ist. Die Kamera ist so empfindlich, dass die Sterne bei höherem Gain schon fast ausbrennen.

Je weniger Belichtungszeit du fahren kannst, desto größer wird die Datenmenge die du verwalten musst: aussortieren, stacken, evtl. andere Methode neu stacken, archivieren....

Bei H-alpha und S2 verhält es sich sehr viel angenehmer. Trotz Mond gehen locker 180-240s bei Gain 139 (Unity).
Ohne Mond geht sehr viel mehr oder auch nochmal höherer Gain. So kurze Belichtungszeiten wie bei LRGB evtl. möglich sind gibt es hier nicht. Ich hoffe du erkennst, dass genau das was du machen möchtest nicht ohne Guiding funktionieren wird.
LRGB ist bei Lichtverschmutzung zwar möglich, aber richtig Spaß machen nur die Linienfilter.

Ach und noch was Wichtiges zum Thema Guiding. Mach nicht den gleichen Fehler und vergleiche deine Guiding Kurven mit den Vorzeige-Kurven von Leuten die besseren Himmel und damit auch besseres Seeing haben als bei so einer Bortle 6-7 Suppe.
Ich habe gute Nächte damit verschwendet mein Guiding zu optimieren, nur um festzustellen das mein Setup/Einstellungen bei 2 Klassen besserem Bortle auch deutlich besser funktionieren als unter "meinem" Himmel.
Seit kurzem habe ich eine AVX+ASIAIR neben meiner EQ6-R laufen mit eigenem Guiding-Rohr+Cam. Das Guiding läuft gleich bescheiden. Soviel zum Thema es liegt immer nur am Equip und den Einstellungen...

Lass deine Sterne doch ruhig dicker/größer werden! Solange es keine Eier sind kannst du in der Bildverarbeitung die Sterne auch kleiner machen (lassen). Sogar "dein Vorbild" nutzt diese Technik :)

Im Moment ist Galaxy-Season und schöne große Nebel sind Mangelware. Nutz die Zeit doch evtl. um dein Guiding anzugehen, deine Einnordung zu perfektionieren und weiter Geld zu sparen. Spare nicht am falschen Ende und kauf
dir eine Cam die nicht passt. Die Montierung und die richtige Kamera bedienen mehrere Optiken.

Gruß
Dennis
 

Marty_McFly

Mitglied
Hallo Zusammen,

erst mal vielen Dank für all Eure Hilfe und Ratschläge! Interessanterweise ist niemand auf meine Kommentare bzgl. Wohnblock und Bortle 6 so richtig eingegangen, so dass ich mich ermutigt fühle weiterzumachen. Ich möchte auf alle Antworten eingehen:

@Fee: Ja gut, da muss ich dir Recht geben. Der Mond war zwar zu dem Zeitpunkt für mich nicht zu sehen, aber hatte sicher seinen Einfluss. Aber der Mond ist ja auch ein Grund um Schmalband zu machen. Eigentlich war ich die Session auch anders angegangen. Ich wollte eher Autoguiding testen, weil es die letzten Male davor nicht reibungslos ging. Und diesmal hatte ich einfach nur einen einzigen sehr hellen Punkt auf dem Bildschirm (kein Stern), keine Ahnung warum, wahrscheinlich nicht im Fokus gewesen. Gestern Abend getestet, Kamera funktioniert einwandfrei. Also dann ohne Autoguiding und zu dem Zeitpunkt stand M45 gut, also drauf gehalten. Und ich wollte ISO200 testen (siehe hier), weil das eine höheren dynamic range verspricht. Aber da wollte ich auch noch ein Nebel anvisieren und nicht M45, und danach hatte ich vergessen auf ISO800 hochzugehen. Mit dem Rest hast Du ja recht. Aber ich möchte halt durchgehend bei Mond und im Sommer knipsen können. Das sonstige angesprochene Können kann ich mir ja dann auch noch damit aneignen bzw. ich meine dass ich nicht mehr komplett ahnunglos bin und habe einen gewissen Workflow. An dem Abend war ich einfach sehr genervt, weil Autoguiding nicht ging, ich damit keine 5min Subs machen konnte wie sonst immer und mit ISO200 quasi nichts rauszuholen war.

@Markus: Ich habe mal meine 3 Kandidaten zusammengestellt:
- 178mm-c: Read noise 1.4e-2.2 e, 1.4e @27db; 14 bit ADC, 15k FWC
- 183mmpro: Read noise 1.6e @30db gain; 12 or 10 bit ADC, 15k FWC
- 1600mmpro: Read noise 1.2e @30db gain; 12 or 10 bit ADC, 20k FWC
Rein von den nackten Daten her, hat die 1600mmpro das geringste Ausleserauschen und dazu noch 20k FWC. Wenn ich doch Kurzzeitbelichten probieren will, müsste ich die 1600mmpro nehmen :confused: Die Experten diskutieren hier ja noch. So ganz aus der Welt scheint mir das nicht.

@Peter: Das mit nur L und H-alpha ist ein sehr guter Tipp! Das werde ich beherzigen. Ich bin ja auch jemand, der ein mal gescheit statt unzufrieden mit dem günstiger Erworbenem ist. Astrodon wäre schön, aber mir einfach zu teuer im Moment, vielleicht gerade noch 1.25"-Filter. Ich steige mit Baader ein und schaue was in Zukunft geht.

@Dennis: Du weißt garnicht wie sehr Du mich erleichtert hast. Ich habe unzählige Nächte in Autoguiding und Einnorden gesteckt. "Erst mal das perfektionieren, dann weiter schauen" war die Devise. Aber wieso eigentlich?! Ich konnte ja bereits 5min belichten und die Sterne waren auch schön rund. Ob die Kurven hin- und herspringen hätte mir auch wurscht sein können! Die letzten Sessions ging Guiding irgendwie nicht aus unterschiedlichen Gründen. Und wie du schon sagst, gibt es gerade eh nichts zu knipsen. Da investiere nochmal rein und gut ist.

Ich sehe Du hast Dich für die 1600mmpro entschieden. Da braucht man halt leider mind. 36mm Filter. Das wird dann schnell teuer. Ich habe gestern mal mein aktuelles Setup gewogen und bin bereits bei 5.8kg. Ich weiß nicht, ob ich mir überhaupt ein Filterrad anschaffen sollte oder meine bereits vorhandene Schublade für 2"-Filter nutze. 2"-Filter sind natürlich wiederum teurer aber ein motorisiertes 8-fach (oder auch 5-fach) Filterrad ist das auch. Wie verhext :eek: Was hält ihr denn von diesem Filterrad? Die TS-Seite ist gerade down, aber da steht, dass aufgrund des Sensorabstands von nur 10mm man bei der 1600mmpro auch 1.25"-Filter verwenden kann. Würdet ihr dem da zustimmen?

Ich muss zugeben, ich überlege mir sogar für den Einstieg den 178mm-c zu nehmen. Ich bin mal alle Messier-Objekte auf astro.tools durchgegangen: Nur M16, M31, M42-45 sowie das Leo Triplet als Ganzes gehen nicht. Alle anderen sind viele Galaxien, Planetarische Nebel und Kugelsternhaufen und passen in das Bildfeld des 178 bei 480mm Brennweite. Ausgedehnte Nebel gehen natürlich nicht aber da würde ich wie gesagt irgendwann eine gebrauchte 6D (ältere Version) erwerben und vielleicht einen Reducer.

Oder falls das genannte Filterrad mit 1.25"-Filter mit der 1600mmpro geht, doch die 1600.

Ach ich weiß es doch auch nicht... :censored:
 

Raumfisch

Mitglied
Hallo Eichi,

also wenn du die Widefield Eigenschaften von 480mm über den Jordan werfen willst, bist du mit der 178 gut bedient. Wobei die 183 dann wieder besser wäre. Leo Triplet geht nicht bei 480mm.... Da muss dir doch schon auffallen das da was schief läuft.

Du sprichst von Schmalband und listest Objekte, welche dafür nicht so wirklich gut geeignet sind. Geh doch mal die Klassiker durch, wie z.B. Rosetten-, Nordamerika-, Kalifornien-, Elefanten-, Herz-, Schleier- oder Seelennebel. Diese Ziele sind richtig gut für Schmalband und 480mm Brennweite, wenn die Kamera das entsprechende Bildfeld liefern kann. Die 178 kann das leider nicht und die 183 etwas schlechter als die 1600.

Ich finde leider meine Quelle nicht mehr, welche dafür verantwortlich war, dass ich mich für 36mm entschieden habe.
Das Filterrad sollte natürlich direkt an die Kamera verschraubt werden und dann kommen die benötigten Abstandsringe bis zum Flattener/Reducer. Mit 36mm Filtern hab ich etwas Sicherheit aufbauen wollen, falls mal eine erschwingliche Mono CMOS im APS-C oder ein bischen größer auf den Markt kommt. Beim OAG war natürlich das Prisma IMMER auf der kurzen Seite des Sensors. Ich habe mir einen Rotationsadapter zwischen Kamera und Filterrad gebastelt, wodurch ich quasi nur den Sensor verdrehen kann. Dadurch bin ich etwas weiter weg von den Filtern, aber das Prisma ist auf der langen Sensorseite. Ob da die 1,25" Filter noch reichen würden, kann ich leider nicht be- oder wiederlegen.

31mm sollten aber definitiv auch reichen wenn du das Rad direkt auf die Kamera schraubst. 8 Positionen motorisiert sind zwar wieder etwas teuerer, aber du möchtest das nicht mehr missen. Du brauchst 7 Positionen für L (Lightpollution Filter verwenden!), RGB, Ha, S2, O3. Du wirst definitiv schreien wenn du da was umschrauben müsstest. Der 8te Slot ist brauchbar für ein Schwarzglas um Darks/Bias zu schießen. Oder halt 7 Positionen bei 36mm. Ich benutze für die Luminanzaufnahmen seit Kurzem diesen Filter. Statt nur 25s mit dem Standard-Luminanzglas, kann ich jetzt 40-60s belichten (Gain 50).

Wenn du mit einer gekühlten Astro-Cam unterwegs warst, kaufst du dir vorerst keine DSLR mehr.
Ich wollte meine Canon auch nicht verstauben lassen und sie bei 1000mm Brennweite für Galaxien nutzen. Tja ich überlege gerade, welche gekühlte 174er ich stattdessen nehmen soll: Mono oder OSC ? :ROFLMAO:

Es gibt von ZWO auch Komplett-Sets, welche aber einen Standard Luminanzfilter beinhalten.
Filter solltest du immer von einem Hersteller verwenden und drauf achten das sie homofokal sind.
Somit brauchst du nur einmal den Fokus suchen und kannst die Filter nach Belieben rotieren.
Es soll Leute geben bei denen es mit Baader-Filtern zwischen Schmal- und Breitband nicht funktioniert; ich habe da Glück und es klappt wunderbar.

Wenn du 5 Minuten mit der DSLR geschafft hast, würdest du demnach auch 5 Minuten mit der 1600 schaffen. 5 Minuten H-alpha bei Gain 139 und Bortle 6 könnte schon fast zu lange sein. Du wirst sicherlich bei 3-4 Minuten landen und brauchbares Material sammeln können. Es sei der Vollständigkeit wegen noch erwähnt, dass ich meine Angaben auf die bezahlbaren Filter von Baader stütze, sprich 7nm bei H-alpha. Hier gibt es noch eine schöne Übersicht, wie lange du belichten kannst in Bezug auf Himmel, Öffnung und Gain.

Du kannst ja auch mal diverse Händler anschreiben und fragen ob sie dir ein gutes Angebot machen können. Ein paar Prozent bei dieser Summe machen schon was aus.

In diesem Sinne viel Erfolg bei deiner Entscheidung!

Gruß
Dennis
 

Sternenfee123

Mitglied
Hi Eichi,

Interessanterweise ist niemand auf meine Kommentare bzgl. Wohnblock und Bortle 6 so richtig eingegangen, so dass ich mich ermutigt fühle weiterzumachen.
bei mir liegt das daran, daß ich nicht weiß, wie meine Situation in Bezug auf Bortle 6 ist. Ich kann an meiner lokalen Lichtverschmutzung nix ändern, also leb ich mit ihr.

Ich hab im Südosten, Süden und Südwesten Nachbarhäuser mit Glasbausteinen über 2 oder 3 Stockwerke im Treppenhaus. Fenster ohne Vorhänge, ohne Fensterläden, Rolläden. Vor Mitternacht ist das alles taghell erleuchtet. Im Winter blubbert aus 5 Schornsteinen Warmluft (Heizung, Warmwasser) raus. Seeing so ca. 6 Bogensekunden. Hinter der Häuserfront verglaste Wintergärten, geteerte Parkplätze, von denen sich im Sommer große Warmluftblasen ablösen und nach oben wabern. Dann ein bissy freies Feld und dahinter dann die Lichterglocke von Stuttgart, ich guck genau auf den Lichthof vom Knast in Stammheim. Halbwegs dunkel und besseres Seeing so ab 45 ° Höhe. Ab 60 Grad Höhe ein weiterer Balkon über mir. :mad:

Im Südwesten, Westen erstmal 30 bzw. 50 Meter Grasfläche mit ein paar Bäumen, dann auch Häuser. Allerdings haben dort die Mieter entweder Vorhänge oder ziehen die Rolläden runter. Da ist der Himmel (für meine Verhältnisse) schön dunkel und ich kann zwischen 60° und 30° Höhe recht gut fotografieren. :)

Im Nordwesten und Norden ein Industriegebiet. Taghell erleuchtet mit vielen Strahlern schräg nach oben gegen weiße oder metallene Fassaden. Und ein Autohaus mit 100.000 weißen Leuchtdioden in der Fassade. :poop:

Als ich gesundheitlich noch gut dran war, hab ich nach Studium der Wettervorhersage in jeder mondlosen, klaren Nacht 15 Minuten den Krempel durchs Treppenhaus zum Auto geschleppt, im Kofferraum verstaut, bin 1,5 Stunden ins Dunkle gefahren, hab dort dann alles zum Beobachtungsplatz getragen, 45 Minuten aufgebaut, 2-3 Stunden fotografiert und dann alles rückwärts... Also 5 Stunden Aufwand für 3 Stunden wirklich dunklen Himmel. Und oft mußte ich nach dem Aufbau und 15 Minuten Fotografieren wieder einpacken, weil die Wettervorhersage nicht mit der Realität übereinstimmte.

Jetzt krieg ich das Geraffel nimmer alleine über das Treppenhaus, also steht es dauerhaft auf dem Balkon unter bescheidenem Stadthimmel.

Für ein satt durchbelichtetes Motiv unter dunklem Himmel brauchte ich mit DSLR 6 Stunden, also 2 Nächte im Sommer. Zu Hause brauch ich wegen der Lichtverschmutzung für ein annähernd gleichwertiges Ergebnis 18 Stunden. Wegen der stark eingeschränkten Sicht sind das dann 9 Nächte. Aber ich erspare mir den Aufwand mit der Schlepperei/Auf- und Abbau und natürlich auch noch die Fahrerei. Aber ich kann auch kurze Zeitfenster nutzen. Wolkenlücken von 1 oder 2 Stunden.

Rückblickend fotografiere ich jetzt deutlich öfter. :love:

@Fee: Ja gut, da muss ich dir Recht geben. Der Mond war zwar zu dem Zeitpunkt für mich nicht zu sehen, aber hatte sicher seinen Einfluss.
Der Einfluß vom Vollmond ist etwa 2-3 mag weniger Grenzhelligkeit. Das merke ich sogar, wenn er noch nicht aufgegangen ist. Ist er dann 15 ° überm Horizont, kann ich nix mehr machen.

Aber der Mond ist ja auch ein Grund um Schmalband zu machen.
ja, bis Mond im ersten Viertel ist das ne gute Idee. Aber die Tage direkt um Vollmond bringen nicht mal mit 7 nm H-Alpha Filter so richtig was. Du kriegst immernoch etwas Signal, aber das S/N ist sauschlecht. 3 Stunden H-Alpha bei Vollmond bringt so viel wie 15 Minuten H-Alpha ohne Mond. Und den O-III Filter kannst bei Mondlicht total knicken. Das sind Erfahrungswerte. Die hab nicht nur ich gemacht...

Eigentlich war ich die Session auch anders angegangen. Ich wollte eher Autoguiding testen, weil es die letzten Male davor nicht reibungslos ging. Und diesmal hatte ich einfach nur einen einzigen sehr hellen Punkt auf dem Bildschirm (kein Stern), keine Ahnung warum, wahrscheinlich nicht im Fokus gewesen. Gestern Abend getestet, Kamera funktioniert einwandfrei. Also dann ohne Autoguiding und zu dem Zeitpunkt stand M45 gut, also drauf gehalten. Und ich wollte ISO200 testen (siehe hier), weil das eine höheren dynamic range verspricht. Aber da wollte ich auch noch ein Nebel anvisieren und nicht M45, und danach hatte ich vergessen auf ISO800 hochzugehen.
das ist völlig kopfloses rumgeeire. Total gaga.

Bei Vollmond kann man wunderbar und völlig ohne Druck das nicht funktionierende Autoguiding angehen. Wenn kein Stern sichtbar, Kappe vom Sucher runter? Linse vom Sucher aus Versehen verdreht? In Ruhe scharfstellen an ner Straßenlaterne, dann den Himmel anvisieren und am hellsten Stern auf Unendlich fokussieren...

Hast schon mal dran gedacht, ne To-Do Liste zu machen? Und die dann Punkt für Punkt abzuarbeiten?

- Mondalter
-> Motiv
-> ISO-Zahl
-> Filter
-> Einzelbelichtungszeit (Autoguiding)
-> Gesamtbelichtungszeit
-> Darks
-> Flats
-> Bias

Mit dem Rest hast Du ja recht. Aber ich möchte halt durchgehend bei Mond und im Sommer knipsen können.
ja, das kenne ich. Ich will Weltfrieden, saubere Luft, kein Plastik im Meer, Nachbarn, die ihre Rolläden runter lassen, Ein Einhorn, das mit seinen Fürzen die Bude im Winter heizt und dessen Kot beim Supermarkt als Zahlungsmittel akzeptiert wird. o_O

Deine Wünsche sind nicht realistisch. Mit solchen Wünschen setzt Du Dich selber massiv unter Druck und fällst aufs Gebiß. Komm mal wieder auf den Boden und formuliere Ziele, die auch erreichbar sind. :rolleyes:

Das sonstige angesprochene Können kann ich mir ja dann auch noch damit aneignen bzw. ich meine dass ich nicht mehr komplett ahnunglos bin und habe einen gewissen Workflow.
Workflow? Deine Beschreibung des Abends ist doch kein "Workflow". Das ist hilfloses, planloses rumgestocher im Nebel der Ahnungslosigkeit.

An dem Abend war ich einfach sehr genervt, weil Autoguiding nicht ging, ich damit keine 5min Subs machen konnte wie sonst immer und mit ISO200 quasi nichts rauszuholen war.
Ich verstehe, daß Du genervt warst. Wäre ich auch gewesen. Aber auch wenn Autoguiding funktioniert hätte, wäre an dem Abend weder ein Nebel (H-Alpha) noch der blaue Reflexionsnebel um die Plejaden gegangen. Weil Vollmond!!!

Für Astrofotografie mußt Du ein Minimum an Planung machen/berücksichtigen. Und nachdem Du gemerkt hast, daß das Autoguiding
nicht klappt, hättest das Autoguiding angehen sollen. Net alles über den Haufen werfen und Reflexionsnebel bei Vollmond erzwingen wollen.... Mit dem Kopf durch die Wand kriegt man keine Ergebnisse, sondern der Frust steigt ins Unendliche.

Der Workflow beginnt bei der Beachtung des Mondalters... Net erst mit oder nach der Bildkalibrierung....
 

Marty_McFly

Mitglied
Hallo Fee,

zunächst einmal ist es interessant zu lesen wie andere Astrofotografie betreiben bzw. unter welchen Umständen. Danke für den ausführlichen Bericht. Wie gesagt, nicht nur dass niemand auf meine Bedingungen eingegangen ist, ermuntert mich weiter zu machen, sondern auch deine Erzählungen. Hast Du denn keine Seite, in der man deine Bilder sehen kann? Sowas werde ich eines Tages für mich aufsetzen.

Aber nochmal: Ich wollte 1. aufgrund des Mondes und 2. weil Galaxie-Saison ist und Nebel nur für mich erreichbar im Südwesten liegen und schnell weg sind, mein Autoguiding verbessern! Sucher war sicher nicht zu, denn Licht kam ja rein, aber eben nur ein heller Punkt/Stern, der irgendwie außer Fokus war. Ja, ich hätte in dem Moment rausgehen können, um zu fokussieren, aber da ich im Hinterkopf hatte, dass ich mal ISO200 ausprobieren wollte, habe ich PHD2 ausgemacht. Achja, was mir noch einfällt da ja Autoguiding nicht ging: Ich wollte auch ausprobieren, ob man auch per Hand dithern kann. Also einfach über ASCOM. Ich kann natürlich nicht wissen, ob es ein Unterschied gemacht hätte ohne manuelles Dithern aufzunehmen, aber mein gestacktes Bild zeigt keinerlei Muster/Streifen.

Doch ich habe einen Workflow: Teleskop auf Montierung (steht auf Säule), Kabel dran, NUC an, Cdc/Phd2/APT an, mit Motorfokus ungefähr in den Fokus, Stern anfahren, solven, schwenken, solven, schwenken bis Stern im Bild, Fokussieren, Ziel anfahren, in Phd2 kalibrieren, Autoguiding anschmeißen, in APT vorgespeichert Lights-Session starten, Film schauen, Darks machen, Flat machen, schlafen oder weil man nicht warten kann doch noch zumindest stacken.

Ich habe dieses Bild über mehrere Nächte produziert. Klar geht immer besser, aber damit bin ich eigentlich ganz zufrieden. Also ganz ahnunglos und planlos bin ich meiner Meinung nach nicht. So, musste mich mal kurz verteidigen :D

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Hallo Dennis,

ja ich glaub Du und die anderen haben mich doch umgestimmt. Mit dem kleinen Sensor der 183 werde ich nicht glücklich. Ich glaube ich werde mir doch die 1600mm pro holen. Größerer Sensor, nicht so Mini-Pixel wie die 183 und insgesamt scheint in CN die positiven Kommentare der 1600 zu überwiegen.

So .. die 1600mm pro wird also! Jetzt habe ich mir Gedanken gemacht wie ich die Familienrätin (ihr wisst was ich meine!) mit dem besprochenen Anfangsbudget überzeuge. Ich werde für den Anfang(!) einfach nur durch mein CLS-CCD-Clip-Filter knipsen und in S/W aufnehmen. Und mit diesem Adapter kann den Clip-Filter an eine 2"-Gewinde anschrauben, da ich ja noch eine Filterschublade für 2"-Filter habe. Der dürfte dann mit etwa 17,5mm vor dem Sensor der 1600 sein. Ich hoffe jemand kann das bestätigen: Ein Clip-Filter ist ungefähr 36mm vor z.B. dem Canon 1000D-Sensor eingebaut, richtig? Also Sensor kleiner, Sensor-Filter-Abstand kleiner, da darf es keine Vignettierung geben!

Filter und Filterrad sind dann Anschaffungen für die nächsten Monate/Jahre. Ich kann ja H-alpha als nächstes anschaffen, nochmal später S-II usw. Vielleicht mag ich mir dann auch Astrodon's leisten, weil solch eine Anschaffung nur ein Mal im Jahr ansteht.

Jetzt fehlen mir noch nach Einbau von Filterschublade und vorhandenen Hülsen noch 30mm, damit der Flattener im richtigen Abstand zum Sensor ist. Daher überlege ich mir noch diesen OAG noch zu kaufen und nur noch einen 3mm-Ring.

Ist das Vorhaben in Ordnung oder übersehe ich etwas?

Dein Kommentar übrigens über "Nie wieder DSLR" finde ich sehr interessant. Mal sehen, ob es bei mir dazu kommt!
 

Raumfisch

Mitglied
Hallo Eichi,

das freut mich, dass wir dich überzeugen konnten.
Erst einmal den Clip-Filter zu nutzen und nur Luminanz zu sammeln ist auf jeden Fall eine Idee.
RGB + Ha kannst du später immer noch beimischen; Fotos werden ja nicht schlecht.

Ich persönlich würde das nicht machen, sondern sparen bis Filterrad + RGBHa mit drin ist.
Oder RGB mit der DSLR sammeln und nur Ha mit der 1600. Wobei dann der Ha Filter schon zum späteren Filterrad passen muss. Ob man das vernünftig adaptieren kann weiss ich nicht.

1533 + 369 + 155 = 2097 € für Cam+FW36mm + Baader 7nm Ha 36mm
2097 + 285 = 2342 € für das RGB Set oben drauf.

97 € bzw. 342 € über deinem Budget. Ein evtl. angefragter Rabatt noch nicht berücksichtigt.
31mm Filter nochmal etwas günstiger.

Adapter brauchst du nicht, da ZWO alles mitliefert um z.B. auf 56mm zu kommen (55m + 1mm für die Filter).
Falls dein Flattener einen anderen Abstand benötigt, musst du das natürlich mit berücksichtigen.

Alles andere ist übers Knie gebrochen und das wird dir nur Frust bringen; vermutlich.
Alternativ auf dem Gebrauchtmarkt schauen und/oder ATT Essen.

Da du ja schon aktiv guidest, hast du ja bereits ein Sucherrohr + Kamera. Dabei würde ich vorerst bleiben.
Eine Astro-Cam ist schon gewaltiges Neuland und bis du den Zusammenhang zwischen Über-, Unterbelichtung, Himmelshintergrund und Gain verinnerlicht hast, werden noch einige Nächte ins Land streichen.

Der OAG ist definitiv eine Baustelle zuviel und bei kleinem Setup auch nicht wirklich notwendig mMn.

Gruß
Dennis
 

Marty_McFly

Mitglied
Hallo Dennis,

danke für deine Tipps!

Die Rechnung geht bei mir erst mal anders:
1533 (Cam) + 23 (Adapter M48 -> T2) + 25 (Adapter Clip -> M48) + 29 (30mm Hülse) = 1610

Das soll erst mal reichen. OAG lass ich weg. Wie Du schreibst werde ich erst mal viele Nächte brauchen bis ich alles verstanden habe. Und S/W-Aufnahmen haben auch ihren Reiz. In der Zeit mache ich mir Gedanken über Filter und Filterrad. Wenn ich mir wieder etwas Budget aufgebaut habe, habe ich auch mehr Auswahl statt etwas zu kaufen womit ich dann nicht ganz zufrieden bin. Wenn ich merke, dass alles funktioniert und es Spass macht, bin ich bereit mehr für Qualität auszugeben. Wobei ich eigentlich nur noch 900g für Filter und Rad zur Verfügung habe (2/3 von 10kg der NEQ-5 - 5.8kg aktuelles Gewicht = 900g). Weiß generell nicht, ob ich dem System noch ein Filterrad antun sollte.

TS hat mir jetzt per Email bestätigt, dass mit dem EFWmini auch 1.25"-Filter ausreichen. Aber es sind halt nur 5 Plätze.

Baader hat ja jetzt für alle 3 Schmalbandfilter eine Ultra-NB-Version, die von den Halbwertsbreiten her in Richtung Astrodon gehen, aber nicht so teuer sind. Wobei Astrodon für H-alpha 5nm und S-II und O-III 3nm empflieht. Die Baader UNB sind genau anders rum. Oder Astronomik. Schau ma mal.

Danke nochmals für die Empfehlungen!!
 

wynnie

Mitglied
Hallo Eichi,

was klar sein sollte ist, dass die Motivauswahl bei Schmalbandaufnahmen sehr eingeschränkt ist. Ich weiß nicht ob Dir das wirklich klar ist. Galaxien und Plejaden (Reflexionsnebel) sind damit außen vor. Wenn Du also kein RGB machen kannst reicht ja eigentlich ein 5 Pos. Filterrad (3x Schmalband + evtl. noch 1x L(ightpolution) Filter).

Bei z.B. TS bekommst Du ein Set mit 31mm Filtern und 5Pos. Rad für 1850€. Frag doch mal, ob er Dir das Set aufschnürt und die LRGB Filter herausnimmt um Dir dafür einen 7nm OIII Filter rein zu packten. Teurer wird es dadurch sicher nicht und Du kannst ggf. noch die noch notwendigen Adapter reinverhandeln.

Damit kannst Du dann zumindest schon mal Bicolor Bilder machen (Ha & OIII). Den SII Filter kannst Du später dazukaufen.
Du bleibst im Budget und hast eine ASI1600mmc incl. kleinem Schmalbandsatz.

Nur mal so ein Gedanke ....

Viele Grüße
Michael
 

Marty_McFly

Mitglied
Hallo Michael,

danke für den Hinweis!

Bzgl. Filterrad und Filtern bin ich mir noch nicht ganz klar, was ich wann kaufen sollte. Da ich mich kenne und versuche direkt das bestmögliche und komfortabelste zu nehmen, werde ich wohl irgendwann einen motorisierten 8er-FW für 36mm kaufen. Und die dann mit LRGB- und NB-Filtern bestücken. Dass ich LRGB nicht machen will, habe ich nicht sagen wollen.

Ich bin doch aber im Moment mit einem CLS freier bzgl. Motivauswahl, oder nicht? Nur dass alles s/w ist. Wenn ich mir jetzt ein FW für 36mm zulege, kann ich wiederum meinen Clip-Filter nicht verwenden oder meint ihr der ist adaptierbar? Wenn nicht, dann habe ich nur Ha und O3 und bin tatsächlich eingeschränkt.

Im Verlauf der Diskussion ist das Thema Schmalband bisschen in den Hintergrund geraten, weil es eine teurere Kamera wurde. Ich weiss ja nicht, ich sehe nicht so viele Nachteile einfach mal mit mono und cls loszulegen.

PS: 8x36mm gibt es glaub ich garnicht. 8x1.25" oder 7x36mm...
 
Zuletzt bearbeitet:

wynnie

Mitglied
Hallo Eichi,

ja, sicher bist Du frei in Deiner Motivwahl. Ist ja nicht verboten unter lichtverschmutztem Himmel zu fotografieren :D
ClipFilter passen sicher nicht in das Filterrad. Aber diese Art Filter ist ja nicht allzu teuer. Davon würde ich meine Entscheidung nicht abhängig machen. Günstig gibt es z.B. einen CLS oder UHC.

Das bestmögliche hat leider oft den Nachteil nicht das billigere zu sein. Ein 8 oder 7 Pos. Filterrad bietet sicherlich viel mehr Möglichkeiten, aber wenn es nicht ins Budget passt, kann man entweder noch weiter sparen oder mit dem loslegen was man sich leisten will. Das ganz dicke Set ist von Deinen 2000€ auch 'nur' noch 350€ entfernt. Zumindest wenn man bei den ZWO Filtern bleibt. Mit 3nm Filtern lässt sich der Preis fast beliebig in die höhe treiben (ein 3nm Astrodon H-Alpha Filter kostet in 36mm >800€).

Schmalband macht an Emissionsnebeln schon Spaß. Selbst mit einem UHC Filter kriegt man die nicht so gut rein wie in Schmalband. Und bei Lichtverschmutzem Himmel geht damit noch am meisten. Man ist dabei natürlich in der Wahl der Motive eingeschränkt. Ein Kompromiss könnte könnte das Set mit Kamera, kleinem Filterrad, LRGB + Ha Filtern sein. Liegt auch in Deinem Budget. Solltest Du irgendwann doch mal mehr als 5 Positionen im Filterrad brauchen kannst Du das kleine verkaufen und auf das große umsteigen.

Das große Filterrad von ZWO kann in der Tat entweder 8 x 31mm Filter oder 7 x 36mm Filter aufnehmen. Bei einem Öffnungsverhältnis von >=4 sollten die 31mm Filter aber nicht vignettieren.

Wenn Du Deine 2000€ Budget ausschöpfen möchtest spricht eigentlich nichts dagegen auch den Einstieg in Schmalband mitzunehmen. Wenn Du merkst das ist nix für mich, verkauf den Filter halt wieder.
Durch die Sets von ZWO kann man gegenüber dem Einzelkauf schon einiges Sparen. Bei oben erwähnten großen Set sind es ca. 270€ gegenüber dem Einzelkauf.

Die vielen Optionen machen die Entscheidung sicher nicht einfacher. o_O

Viele Grüße
Michael
 

Marty_McFly

Mitglied
Hallo Michael,

das dicke Set habe ich bisher nicht bemerkt und mir mal genau angeschaut. Tatsächlich genau das, was ich haben will. Bis auf die Filter, aber wie Du schon sagst, wenn sie nicht gefallen, kann man sie ja verkaufen oder Stück für Stück ersetzen. Da gibts wohl viele die damit zufrieden und auch unzufrieden sind. Hmm könnte sein, dass ich doch das komplette Set kaufe. Ich mache mich mal bei den Händlern schmackhaft und melde mich.
 

kingpin

Mitglied
Hallo,

um dich noch ein wenig zu verwirren ;) ich persönlich würde wohl zur ASI183 greifen.
Ja, hat einen kleinen Sensor, denke aber das könnte gerade bei Lichtverschmutzungen von vorteil sein da ich vermute das es dann weniger Problem mit Gradienten geben könnte.
Weiterhin wirst du weniger Probleme mit Vignettierung, Verkippung und der Justage haben.
Außerdem reichen dann die 1,25" Filtern und das ganze wird somit günstiger.
Und wenn wirklich mal ein grösseres Feld abgedeckt werden soll, dazu noch ein 135mm Samyang zulegen,
das gibt dann mit der ASI183 auch ein ordentliches Feld.

Hab hier noch einen link wo man sieht das mit der ASI138 Schmalband doch ganz ordenlich geht.
Alejandro Pertuz

Gruß
Carsten
 

Marty_McFly

Mitglied
Hallo Peter,

sehr interessante Diskussion! Der O-3 Filter scheint noch ein Kritikpunkt zu sein. Wobei noch der Orientierungstest aussteht. Aber die neuen ZWO-Filter scheinen gut genug für den Einstieg zu sein. Ich würde auf das nicht ganz so dicke Set setzen, da fragt sich nur, ob im Set die neuen oder alten ZWO-Filter verkauft werden?! Da werde ich nachhaken.

Hallo Carsten,

ja, die Bilder eines 183 sind definitv der Hammer! Deswegen wollte ich es ja auch erst haben! Das Ding ist jetzt aber: Das Set mit der 1600 kostet nur 65€ mehr als wenn ich alles einzeln mit der 183 kaufen. Ich würde dann direkt auf 31mm setzen, damit ich zumindest die Option auf eine 1600 ohne neue Filter kaufen zu müssen.

Aber kann noch jemand bestätigen, dass ich aufgrund der Lichtverschmutzung besser mit 183 dran wäre? Mir erschließt sich nicht ganz wieso. Auch wegen Verkippung und Justage.

Noch eine doofe Frage: Wofür ist eigentlich die 8. Position? Hier hieß es, da kann man ein Schwarzglas einbauen für Darks und Bias. Aber nichts ist doch dunkler als wenn man die Kappe vorne draufmacht. Und meine angesprochenen Händler scheinen das auch nicht so zu kennen.

Ach ja noch etwas: Platesolving ist sehr wichtig für mich. Werde ich da aufgrund kleinerem Sensor Probleme bekommen? Ich weiß, ich brauche in ASPS dann andere Indices. Aber klappt das generell auch mit kleinen Sensoren ohne Probleme?
 

wynnie

Mitglied
Hallo !

Na ja, das Feld der ASI183 ist schon deutlich kleiner als das der ASI1600 (1.57° x 1.05 zu 2.11° x 1.59° bei 480mm). Die Gradienten bekommt man mit der EBV normalerweise ganz gut in den Griff. Bei der ASI183 hast Du dann vermutlich mehr mit dem AmpGlow zu kämpfen. Gerade die Objekte für Schmalband sind ziemlich groß. Zudem ist liegt die Auflösung der ASI183 mit 70/480mm bei 1,03". Ob das jetzt so Sinnvoll ist bei 70mm Öffnung? Da liegt das Limit bei ca. 1,6".

Bei den Filtern sollte es auch jeden Fall die neue Version der ZWO Filter sein. Die alten fand selbst ZWO nicht so dolle. Es gibt sicher bessere Filter aber in Sachen Preis/Leistung sind die ZWO Filter, meiner Meinung nach, ziemlich ok. Wenn man die 8. Pos mit einem Schwarzglas bestückt, muss man nicht aufstehen um den Deckel drauf zu machen ;) Man kann aber auch einen IDAS P2 Filter als Ergänzung zum L-Filter einbauen. Wer gar nicht aufs Geld schauen muss kauft evtl. 3nm Filter und kann dann noch einen NII Filter einsetzen.

Platesolving sollte auch mit einer ASI183 kein Problem sein. Soo klein ist der Filter und das FOV ja nun auch nicht.
Selbst mit einer QHY5 am Sucher geht Platesolving prima.

Viele Grüße
Michael

PS.: Du kannst hier auch nachlesen wie man die alten und die neuen Filter unterscheidet (ganz runter scrollen).
 

etalon

Mitglied
Hallo Eichi,

also wenn deine Optik das größere Bildfeld sauber bedienen kann, dann würde ich nicht weniger nehmen. Gradienten kannst du bei jeder Sensorgröße haben, damit wirst du dich also sowieso beschäftigen müssen.
In den 8. Filterradplatz würde ich sinnvollerweise einen Kontinuumsfilter setzen, dann kann man die Bildkalibration noch auf die Spitze treiben...

Grüße Markus
 

Flo2910

Mitglied
Moin Eichi,
Ich habe mir deinen Thread mal durch gelesen. Hier kurz meine persönliche Meinung da ich vor 2 Jahren auch von DSLR auf Momo cmos umgestiegen bin.
1. Spare lieber noch etwas und erspare dir das hin und her gewechsel verschiedener Kameras und Filter ect.! Hole dir dann gleich das ganze Set! Filter ständig ein und ausbauen nervt. Ich weiß ja nicht wie nervlich resistent du bist, wenn es darum geht, ständig für eine Zeit lang am Set up rum zufummeln und umzubauen.
(Das würde ich bei dem ganzen neuen Krempel weglassen)
Die Nebel laufen nicht weg und sehen nächstes Jahr auch noch so aus.
Also bleib geduldig und belohnen dich dann mit allem ;)
2. Hole dir die Kamera mit dem größeren Sensor. (zb die ASI 1600)
3. 31mm decken den Sensor der 1600 ausreichend ab. (bei mir, 8"f4 Newton, 85er APO, Samyang 135 ist das kein Problem)
4. Verkaufe einfach deinen vorhandenen Filter und steck das Geld in die neuen.
5. Setze gleich auf ein motorisiertes Filterrad.
6. Gradienten hast du so oder so im Bild. Egal welche Größe dein Sensor letztendlich hat.


Ich hatte gleich noch länger gespart und gewartet und bin gleich auf den Astrodon Zug gesprungen den ich absolut nicht bereue. Aber das ist je mein Ding.
Der Artikel bei Cloudy Night zeigt ja, daß ZWO Filter gut aufgeholt haben.

So, und nun lass ich dich weiter überlegen ;)

Lg und CS
Flo
 

Marty_McFly

Mitglied
Hallo,

die Astrodon's werden es vielleicht mal, aber die neuen ZWO-Filter sollen erst mal ausreichen. Gut zu hören, dass Platesolving klappen sollte. Die 1600 ist sowieso nicht viel kleiner als APS-C. Der Link ist super, wenn ich die Filter vor mir habe, schaue ich mir das genau an.

Dass ein Schwarzglas abdunkeln soll, verstehe ich ja. Ich frage mich halt nur ob es wirklich 100% dicht ist, wenn der Deckel noch offen ist. Ausprobieren.

Kontinuumsfilter?

Ich habe mich ja schon für das Set entschieden. Man kommt einfach preislich viel besser raus und hat direkt von Anfang an den Spass.

Mal noch eine Frage: Was für Zubehör brauche ich für die 1600 noch bzw. ist sinnvoll?
- Heizmanschette?
- Schutzglas gegen Staub?
- Trocknungstabletten?

Ich nehme mal an ich sollte die Filter auch nur mit Plastikhandschuhen anfassen.
 
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