Kaufempfehlung für einen Neuling | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Kaufempfehlung für einen Neuling

holgimetal

Mitglied
Hallo!

Trotz meiner schon immerwährenden Begeisterung für unser Sonnensystem und den Kosmos blieb es lange Jahre nur dabei, bei einem Blick in den Nachthimmel, sich zu fragen, wie toll es wohl wäre, ein Teleskop zu haben… gekauft habe ich aber nie eins.
Letztes Jahr allerdings, habe ich dann zugeschlagen und ganz klein angefangen. In den wenigen Monaten bis heute hat sich meine Begeisterung vervielfacht und ich musste schnell lernen, wie bei so vielen Dingen, wer günstig kauft, kauft zweimal.
Zum Ausprobieren habe ich mit einem echt kleinen TELMU Teleskop, gab‘s gerade im Sonderangebot, angefangen. Für den Mond okay, für den Rest nicht. Das habe ich schon nach ein paar Tage festgestellt und konnte es zurückgeben. Dann habe ich mir ein Celestron 21036 PowerSeeker 70AZ geholt. Das war schon besser. Für den Mond sehr schön, aber, und damit kommen wir zu den Punkten, die mich gestört haben, für mehr aber auch nicht. Es gibt kaum frustrierenderes, als wenn man sich in Ruhe den Nachthimmel ansehen will, und das eigene Teleskop einem das versaut.

- das Suchfernrohr viel zu ungenau
- das Stativ viel zu wackelig. So sehr man sich auch bemüht, ferne Objekte verschwimmen weil kleinste Vibrationen den Tubus zum Schwingen bringen.
- jedes Objekt verschwindet sehr schnell aus dem Okular und das nachführen musste händisch erledigt werden. Sprich, Schraube lösen, Tubus ausrichten, Schraube anziehen. Alles zu wackelig und ungenau.

Das soll nun besser werden. Ich habe hier als Gast schon gerne mitgelesen und würde mich daher über euren Rat freuen. Mir ist klar, dass es auch hier keine eierlegende Wollmichsau gibt und vieles von externen Faktoren abhängt, also sind Abstriche nicht zu umgehen.

Zu den heimischen Gegebenheiten:
- Ich habe ein Regal in einem Schuppen, darin wird das Teleskop aufbewahrt. Es wäre schön, wenn es nicht so empfindlich wäre, dass es nicht auch einen kalten Winter im Schuppen überstehen würde.
- Den Nachthimmel beobachte ich von meinem Garten aus, eine Kleinstadt am Niederrhein. Um der Lichtverschmutzung zu entgehen, möchte ich auch mal rausfahren ins ländliche. Transport und Aufbau sollten daher ohne gigantischen Aufwand durchführbar sein.
- Das Budget: Gerne so zwischen 500 und 800 Euro. An 50 oder 100 Euro soll es nicht scheitern, aber so begeistert ich auch bin, es wird ein Hobby bleiben. Als Laie möchte ich nicht direkt mehrere Tausend Euro investieren. Außerdem denke ich, wird das ein oder andere an Zubehör im Laufe der Zeit hinzukommen :)
- Hin und wieder ein Foto von einem beobachteten Objekt möchte ich gerne machen. Aber mehr so für Social Media, nicht professionell.

Was möchte ich sehen:
Nun, natürlich so weit wie es geht und was mein Budget in dem Fall zulässt. Weiterhin den Mond. Die Sonne wäre toll, wenn mit entsprechenden Filtern und Objektiven zu realisieren und ansonsten die Planeten des Sonnensystems. Wenn mein Budget Deep Sky hergibt, dann gerne, allerdings glaube ich das nicht.

Wichtig ist mir:
Ein stabiler Stand. Das Teleskop wird im Garten auf dem Rasen aufgebaut. Das Stativ steht also auf dem Rasen, vielleicht mal auf der Einfahrt vor dem Haus, aber da sind die Straßenlaternen, die nerven total. Da soll nix wackeln oder schwingen… das hat für sehr viel Frust bei mir gesorgt, wie man sich denken kann :)
Eine einfache und exakte Ausrichtung des Teleskops sodass entweder bequem händisch nachgeführt werden kann, oder auch motorisch / automatisch.
Die Möglichkeit, entweder sein Handy für die Fotografie nutzen zu können oder eine Okularkamera. Auf eine teure Profi-Fotoausrüstung möchte ich gerne verzichten.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir Vorschläge unterbreiten könntet. Das Feld der Möglichkeiten ist weit und ich würde gerne auf erfahrene Meinungen zurückgreifen.

Vielen Dank schonmal!
 

VisuSCor

Mitglied
Hallo Holgi(?),

schön, dass Du hier dabei bist. Gleich vorweg: wir reden uns hier normal mit Klarnamen an.

Wenn Du Dich schon informiert hast und auch hier mitgegelesen, dann wird Dir klar sein, dass bei Deinem Budget und Deinen Anforderungen ein Dobson (das ist ein Newton-Teleskop auf einer so genannten Rockerbox) eine gute Möglichkeit wäre, denn der ist günstig und hat viel Öffnung (= Potential für DSO-Beobachtung). Da bleibt Dir aber dann die Schubserei erhalten, denn den Dobson muss man in zwei Richtungen nachführen, weil azimutal montiert.

Eine stabile parallaktische Montierung (die man eben einfacher nachführen kann), ist relativ teuer und in einem Set mit einem Teleskop kaum zu bekommen. Es sei denn Du verhandelst das speziell. Dazu käme dann noch das eigentliche Teleskop.

Wenn Du Dich nur auf Mond, Sonne (nur mit geeigneten Schutzfiltern!!!) und Planeten konzentrieren willst, dann wäre ein Maksutov-Cassegrain (kurz Mak) eine Möglichkeit, denn diese Teleskope sind sehr leicht und kommen deshalb mit etwas weniger schweren Montierungen aus. Allerdings muss man bei den langen Brennweiten dieser Geräte und den hohen Vergrößerungen bei der Planetenbeobachtung trotzem eine vergleichsweise stabile Montierung wählen - warum hast Du ja schon selbst erfahren und angesprochen. Das Wackeln ist da doppelt schlimm.

Wer bei der Astronomie bleibt, kauft übrigens immer mehr als einmal, denn es gibt immer noch tolleres Equipment, das man gerne haben möchte und hier sind fast keine Grenzen was man ausgeben kann.

Eine gute Idee wäre vielleicht, sich mal auf dem Gebrauchtsmarkt umzuschauen. Da gibt es manchmal günstige Angebote.

CS.Oli
 

AstroPZ

Mitglied
Hi,

Oli hat ja schon das richtige gesagt.
Ich wollte nur ergänzen, dass man das Wackeln bei manueller Bedienung des Teleskops nie ganz wegbekommt.
Aber trotzdem gibt es da natürlich Unterschiede in der Qualität der Montierung, wie immer entsprechend dem Preis (und Gewicht ;) ).
Man muss das auch ein bisschen lernen, das Teleskop richtig zu bedienen, so dass man zB trotz Wackeln gut in den Fokus kommt oder das Objekt zentriert.

Ansonsten wenn visuelles Deep Sky Beobachten im Vordergrund, Dobson mit möglichst grosser Öffnung (10Zoll besser 12) kaufen.
So einfach ist das. (Schau mal in meine Signatur) ;)

Gruß
Peter
 

mbba18

Mitglied
Hallo ??? (Name wäre nett ;)),

willkommen im Forum.

Da waren Oli und Peter schneller ;).
Dennoch bleibt mein Text :D .

- Ich habe ein Regal in einem Schuppen, darin wird das Teleskop aufbewahrt. Es wäre schön, wenn es nicht so empfindlich wäre, dass es nicht auch einen kalten Winter im Schuppen überstehen würde.
Wenn es dort trocken und staubfrei gelagert werden kann, warum nicht. Verkürzt sich Auskühlzeit.
Und ich nehme an, dass der Transport sich verkürzt. Kein unerheblicher Faktor.

- Den Nachthimmel beobachte ich von meinem Garten aus, eine Kleinstadt am Niederrhein. Um der Lichtverschmutzung zu entgehen, möchte ich auch mal rausfahren ins ländliche. Transport und Aufbau sollten daher ohne gigantischen Aufwand durchführbar sein.
Das mit dem Transport ist immer so ein Ding, der Eine hält das noch für transportabel, der Andere jenes ;).
Kannst nur Du entscheiden was Du "gern" schleppen möchtest.

- Das Budget: Gerne so zwischen 500 und 800 Euro. An 50 oder 100 Euro soll es nicht scheitern, aber so begeistert ich auch bin, es wird ein Hobby bleiben. Als Laie möchte ich nicht direkt mehrere Tausend Euro investieren. Außerdem denke ich, wird das ein oder andere an Zubehör im Laufe der Zeit hinzukommen
Da sind wir wieder beim Dobson 200/1200.
Der gesamte Dobson besteht aus:
- der RockerBox, eine stabile Alt/AZ Montierung, bestehend aus Holz in der
- der Newton eingehängt wird
- Alt/AZ = Alt = Altitude = Höhe = rauf/runter, AZ = Azimuth = Horizontale = links/rechts. Bedeutet das Du händisch/manuell in zwei Achsen aufsuchen musst und auch in zwei Achsen nachführen musst. Muss man mögen und erlernen, ist aber letztendlich kein Hexenwerk.
- der Newton muss mehr oder weniger regelmäßig justiert werden, zumal wenn er häufig transportiert wird. Das kann mit der allseits bekannten Filmdose mit Loch bis zur Laserjustage passieren.

Alternativ zum Dobson wäre ein Newton parallaktisch montiert.
Bei Deinem Budget ohne GoTo.
Der Newton würde auch kleiner ausfallen, 150/750-er, da parallaktische Montierungen halt ihr Geld kosten.
Parallaktische Montierungen müssen fürs visuelle Beobachten zumindest grob eingenordet werden.
Das Aufsuchen erfolgt auch über zwei Achsen, doch das Nachführen erfolgt nur noch in einer Achse, der RA-Achse.
In meinen Augen ist das entspannter als beim Dobson in beiden Achsen.
Parallaktisch bedingt aber auch, dass der Okularauszug (OAZ) teilweise in akrobatisch zu erreichende Positionen wandert.

Wichtig ist mir:
Ein stabiler Stand. Das Teleskop wird im Garten auf dem Rasen aufgebaut.
Das wird sowohl für den Dobson oder Stativ montiert ein Problem werden.
Beides muss schon im Wasser stehen.
Rasen gibt halt nach, Du wirst um eine feste Unterlage nicht drum herum kommen.
Entweder punktuell für Stativ oder flächig für den Dobson. Wobei ich flächig im Ganzen für sinnvoller halte.

Die Möglichkeit, entweder sein Handy für die Fotografie nutzen zu können oder eine Okularkamera
SmartPhone ist möglich, mit passender Halterung, artet m.E. aber meist in gefriemle aus.
Planeten-/Astrokamera ist da die sinnvollere Wahl.
Würde sowohl am Dobson, für Planeten gehen, als auch parallaktisch.
 

komposer

Mitglied
Hallo,

das ist doch mal eine konkrete Frage mit vernünftigen Infos dazu. Im ernst, das kommt eher selten vor.

Ich bin von 114/900mm Newton auf parallaktischer Wackelmontierung auf einen 8" F6 und inzwischen sogar 12" F5 Dobson umgestiegen.
Ich kannte einen Dobson nicht aus eigener Erfahrung und so mussten Berichte aus dem Internet herhalten.
Tja, und die spalten sich in 2 Lager. Dem einen gefällt´s dem anderen nicht. Nerviges Nachschubsen usw...

Irgendwann hat dann einfach das Preis-Leistungsverhältnis den Ausschlag gegeben. Und es war für mich die richtige Entscheidung.

1. Stabilität
Klasse, das kannte ich so gar nicht. Rockerbox in den Garten gestellt, Tubus eingehangen, fertig.
Perfekter Stand, Untergrund muss nicht super eben sein. Da sind doch kleiner Standfüße drunter, also ich stell den einfach hin, und unser Rasen ist alles andere als perfekt.
2. Beobachtung
Das Nachschubsen ist für mich völlig unproblematisch. Du musst auch keine Schrauben lösen. Wenn das Objekt rausgelaufen ist einfach den Tubus nachführen.
Vielleicht helfen da ein paar Einsatzvideos im Internet, um sich das besser vorstellen zu können.
3. Lagerung
Bei mir ist es die kühle Garage. Den Tubus einfach im Originalkarton auf einem halbhohen Schränkchen. Der Aufbau ist so ganz schnell erledigt.
Rockerbox raus, Tubus in Griffhöhe aufnehmen und draußen einhängen.
Dein Schuppen sollte da ähnlich gut funktionieren, wenn es da nicht zu feucht ist.
4. Transport
Habe ich noch nicht gemacht, aber bis 10" sollte das eigentlich gut gehen. Rockerbox in den Kofferraum und den Tubus auf die Rücksitze.
5. Fotos
Das geht, am besten mit einer EQ-Plattform (im Selbstbau sehr güntig zu machen)
Einfache Handyfotos vom Mond gehen auch so.

Ins Budget und auch zu deinem Einsatzort würde ein 8" bis 10" Dobson passen. Einfach die größte Optik für das Geld und stabil. Aber natürlich ohne automatischer Nachführung und anderen Konfort.
Jetzt muss jeder selbst wissen was einem da wichtiger ist und wie viel des Budgets in den Konfort fließen soll.
Je mehr, desto kleiner wird die Optik werden.

Gruß,
Holger
 

holgimetal

Mitglied
Hallo,
Holgi ist richtig. Eigentlich Holger, aber im Internet verkürze ich das gerne :)
Danke für die schnellen Antworten. Ich stelle fest, ich habe noch einiges nachzuholen, insbesondere was das technische Verständnis von Montierungen angeht.

Ich werde mir Eure Vorschläge mal ansehen und lesen, was ich dazu finde. Einige kurze Fragen noch: Wie verhält es sich denn mit Teleskop und Stativ / Montierung? Sind die immer speziell aufeinander abgestimmt oder ist das genormt, sodass ich annähernd jedes Teleskop mit jedem Stativ kombinieren kann? Ich denke ja eher nicht. Wenn ich beides getrennt voneinander kaufe, würde ich im Moment, so aus dem ersten Gedanken heraus, dazu tendieren, viel Geld in ein richtig gutes Stativ zu investieren und dann ein Teleskop mit Abstrichen zu kaufen. So erhalte ich mir die Option, im weiteren Verlauf das Teleskop zu verbessern und das Stativ ist quasi der solide Unterbau, der über lange Zeit erhalten bleibt. Kann man das so sehen, oder ist es so einfach nicht?

Wenn wir davon sprechen, sowohl Alt/AZ händisch nachzuführen, was habe ich darunter zu verstehen? Wenn es so ist wie bei meinem alten (Schraube lösen, nachführen, Schraube anziehen) dann bin ich davon nicht begeistert. Wenn die Nachführung aber über Stellräder geht, ich drehe also an einem Rad für Alt und an einem anderen für AZ und diese Justierung fein genug ist, geht das in Ordnung. Das es dann schwingt in dem Moment, in dem man stellt, kann ich mir denken. Aber wenn ich dann gute Sicht hab, nachdem es ausgeschwungen ist... alles gut.

Der Rase gibt nach, richtig? Aber doch nicht immer weiter. Oder verstehe ich hier etwas falsch. Einmal aufgestellt auf trockenem Rasen müsste es doch nach einer kurzen Weile mit dem Nachgeben gut sein, oder? Ich kann natürlich auch eine feste Platte auf den Rasen legen, wenn das sinnvoll ist.

Eure Vorschläge machen aber schon Lust auf mehr :cool:
 

komposer

Mitglied
Hallo Holger,

Ich kann natürlich auch eine feste Platte auf den Rasen legen, wenn das sinnvoll ist.
Mache ich nie, mit dem eingehangenen Tubus wiegt das ja auch schon ordentlich aber normaler Rasenboden ist doch kein Problem, selbst wenn der durch Regen aufgeweicht ist. Es muss auch nicht absolut eben sein. Einfach die Rockerbox in den Garten stellen, ich hatte da noch nie Probleme.

Wenn die Nachführung aber über Stellräder geht, ich drehe also an einem Rad für Alt und an einem anderen für AZ und diese Justierung fein genug ist, geht das in Ordnung.
Beim Dobson bewegst Du einfach den Tubus. Eine Drehachse ist unten die Bodenplatte in der Rockerbox. (waagerecht) und für die Höhe (senkrecht) die Höhenräder am Tubus. Ich verfolge mit dem Dobson ja z.B. auch die ISS Überflüge und nehme die mit Astrokamera auf. Das geht recht flüssig auch schräg, da man ja beide Achsen gleichzeitig bewegt.
Hier mal ein Bild meiner beiden Geräte:
8erund12er-dobsonklc.jpg

Links: 12" F5 Tubus Lagerung im Originalkarton.
Rechts: 8" F6 Dobson gerade mit Sonnenfilter im Einsatz auf meiner Selbstbauplattform

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:

_Basti

Mitglied
Von mir auch ein willkommen im forum und schön einen neuen Hobby Astronomen zu haben.

Ich werde mich meinen Vorrednern anschließen. Ich stehe auch noch am Anfang meiner Astronomie Karriere und habe mit einem 70/700 Refraktor auf Wackelmontierung. Dann kam ein 114/900 auf parallaktischer Montierung und ein 15x70 Celestron Feldstecher. Das neuste Teleskop bei mir ist ein 8 Zoll Dobson von Orion. Ich denke ein Dobson um die 400 Euro ist definitiv machbar und dann hast du noch ein bisschen Geld für Sucher und ein paar Okulare.

Ab 8 Zoll soll ja Deepsky anfangen und das stimmt auch. Auch Planeten sind beeindruckend finde ich jedenfalls. Ich habe auch schon ein paar Bilder durchs Okular geschossen und es klappt ganz gut.

Falls man ein bisschen mehr Fotografieren möchte kann man sich ja eine Eq Plattform bauen und kann automatisch nachführen.

Das ist alles meine Meinung aber ich bin mit dem 200/1200 Dobson sehr zufrieden.
Der Durst nach mehr Öffnung kommt sowieso irgendwann.

Also ich wünsche viel Erfolg und Spaß bei diesem fantastischen Hobby.

CS Basti
 

mbba18

Mitglied
Hallo Holger,

Wie verhält es sich denn mit Teleskop und Stativ / Montierung?
Mit Montierung ist im allgemeinen Stativ und Montierungskopf gemeint.
Die Montierung selbst ist nur der Kopf/Head.

Als Montierungskopf gibt es die Alt/AZ, quasi eine RockerBox auf Stativ ;).
Meist werden sie als Gabel oder Einarm Montierung ausgeführt. Da gilt aber auch, wie beim Dobson, rauf/runter, links/rechts.

Die zweite Variante ist parallaktische Montierung.
Die ist schon was komplexer aufgebaut.
Diese Montierung wird in einer Achse parallel zur Erdachse ausgerichtet, dem Breitengrad Deines Beobachtungsstandortes.
Somit braucht man nur in einer Achse, RA, nachführen.
Das ganze schlägt sich halt im Preis nieder.

Sind die immer speziell aufeinander abgestimmt oder ist das genormt, sodass ich annähernd jedes Teleskop mit jedem Stativ kombinieren kann?
Es gibt zwei "Normen".
Die Vixen-Prismenschiene und die Losmady-Schiene.
Die meisten Teleskope sind mit der Vixenschiene ausgerüstet und passen somit auf jede Montierung die diese Aufnahme haben. Sind die allermeisten.
Die Prismenschienen unterscheiden sich in der Breite. Die Maße habe ich jetzt nicht im Kopf.
Stative gibt es in Alu, Stahl oder Holz.
So ist auch der preis ansteigend. Von Alu = günstig bis Holz teurer.
Das Stativ trägt zur Stabilität des ganzen Systems bei.
Die Montierung hat eine gewisse Tragkraft, die vom Hersteller meist etwas zu optimistisch angegeben wird ;).
Die Tragkraftangabe ist auch auf das rein visuelle Beobachten bezogen. Fotografisch gilt die 2/3-Faustregel.
Aber nicht nur allein das Gewicht des Teleskopes ist zu beachten um eine passende Montierung zu finden. Auch die Baulänge ist ausschlaggebend.
Z.B. Refraktoren, Linsenteleskope, sind meist langbauend und üben, trotz geringem Gewicht, eine Hebel aus, der das System bei schwacher Montierung instabil macht.
Bei Newton, z.B. 200/1000, kommt auch noch die Dicke des Tubus dazu, der den Schwerpunkt verlagert.
Das mal so im Groben zu Stativ, Montierung und das Zusammenspiel mit dem Teleskop.

Wenn ich beides getrennt voneinander kaufe, würde ich im Moment, so aus dem ersten Gedanken heraus, dazu tendieren, viel Geld in ein richtig gutes Stativ zu investieren und dann ein Teleskop mit Abstrichen zu kaufen. So erhalte ich mir die Option, im weiteren Verlauf das Teleskop zu verbessern und das Stativ ist quasi der solide Unterbau, der über lange Zeit erhalten bleibt. Kann man das so sehen, oder ist es so einfach nicht?
Das ist vollkommen richtig.
Der Unterbau, also die Montierung (Stativ, Montierungskopf) sind das A&O.
Lieber beim Einstieg in eine stabile gute Montierung investieren und die Optik kleiner halten.
Es bleibt eh nicht bei einer Optik ;).
Alternativ halt der Dobson. Das Teil ist grundsolide und stabil. Da fliest das Geld in die Optik. Sprich mehr Öffnung, damit mehr Lichtsammelvermögen.

Wenn wir davon sprechen, sowohl Alt/AZ händisch nachzuführen, was habe ich darunter zu verstehen? Wenn es so ist wie bei meinem alten (Schraube lösen, nachführen, Schraube anziehen) dann bin ich davon nicht begeistert.
Alt/AZ auf Stativ wird meist über biegsame Wellen in beiden Achsen nachgeführt. Nur zum groben Anfahren/Aufsuchen musst Du die Achsklemmung lösen. Gilt aber auch für parallaktisch.
Zur Feinjustierung bleiben die Klemmen geschlossen, da die Montierungen Rutschkupplungen haben. Gilt auch für parallaktisch.
Bei parallaktisch wird dann aber nur in einer Achse nachgeführt, sprich über eine Welle nachgeführt. Ein einigermaßen durchgeführtes Einnorden vorausgesetzt.
Alt/AZ brauchst Du nicht Einnorden. Egal ob Rockerbox oder auf Stativ.

Der Rase gibt nach, richtig? Aber doch nicht immer weiter.
Beim Dobson mag es noch gehen.
Wenn die Beinchen im Rasen sind steht das Teil halt auf der Grundplatte, fertig. Da sackt dann nichts mehr nach.
Stativ bin ich schon bös auf die Nase gefallen. Da hat sich ein Bein gut in den Boden gebohrt.

Übereile nichts, die Sterne laufen nicht weg ;).
Lies Dich in die Materie ein, informiere Dich.
Treffen mit Erfahrenen ist im Moment ja nur bedingt möglich.
Aber würde halt helfen mal die verschiedenen Systeme zu sehen und auch durch zuschauen.
 

AstroPZ

Mitglied
Hi Holgi,

da du scheinbar nur das klassische (alte) Teleskop auf Stativ im Kopf hast und nicht die Dobson Bauform kennst, kann ich dir nur raten den Dobson bei deiner Auswahl zu berücksichtigen.

Ein Dobson ist extrem stabil, der Schwerpunkt ist sehr tief, du brauchst kein Stativ.
Das manuelle Nachführen oder Anfahren der Objekte ist absolut kein Problem.

Allerdings ist das Dobson ein Teleskop für visuelles Beobachten, darauf ist es optimiert (grösste Öffnung, Lichtsammelvermögen).
Klar du kannst mit dem Smartphone natürlich trotzdem fotografieren, aber anspruchsvolle Astrofotografie ist eher damit nicht möglich.
Aber Astrofotografie ist so wieso ein ganz andere Sparte und nicht mit dem visuellen Beobachten zu kombinieren.

Nur noch falls das nicht klar ist, die Brennweite eines Teleskops ist ziemlich unwichtig wird aber in der Werbung immer sehr betont!
Und wenn Brennweite dann nicht lang sondern eher kurz.
Das Wichtigste ist die Grösse der Öffnung/Optik, bei ernsthaftem Interesse (und Dobson) mindestens 8 Zoll/200mm nehmen.

Gruß
Peter
 

mbba18

Mitglied
Hallo Peter,

Das Wichtigste ist die Grösse der Öffnung/Optik, bei ernsthaftem Interesse (und Dobson) mindestens 8 Zoll/200mm nehmen.
nicht gleich in den Öffnungswahn schubsen ;).

Ich bin auch mit 120/1000 Refraktor für DeepSky zufrieden.
Ja, ich weiß, da geht halt "nur" Weitfeld.
Worauf ich hinaus will, Holger weiß doch noch gar nicht wohin die Reise gehen soll.
Das wird sich erst noch entwickeln.

Aber mit dem Dobson hast Du recht, den auf alle Fällte mit in die Überlegungen einbeziehen.
Da kann nicht wirklich was schief laufen.
 

Ehemaliges Mitglied 75764

Das manuelle Nachführen oder Anfahren der Objekte ist absolut kein Problem.
Und genau hier sehe ich doch ein Problem. Meiner bescheidenen Meinung nach ist der berühmte xx Zoll Dobson absolut nichts, womit man den Himmel wirklich kennenlernen kann. Das Aufsuchen von M42 oder M31 oder auch M13 mag vielleicht noch ganz gut klappen, aber ansonsten tun sich Anfänger auch mit Sternatlas und Telradsucher doch schon ein wenig schwer.

Um tatsächlich den Himmel kennenzulernen und sich orientieren zu können, würde ich - das ist aber jetzt allgemein gesagt und auch nur wieder meine persönliche Meinung - bevor man ein Teleskop kauft einfach erstmal mit den Augen oder einem einfachen Fernglas... ganz verrückt... die Sternbilder lernen und sich orientieren lernen.

Ich will dir nicht gänzlich widersprechen Peter, bitte nicht falsch verstehen oder als Angriff verstehen. Ich unterschreibe fast alles, was du sagst.
Aber "absolut kein Problem" finde ich ist es für den Erstkäufer nicht, sich mit einem Dobson am Himmel zurecht zu finden.

Nur meine zwei Senfs...
 

mbba18

Mitglied
Hallo,

das was Simon schreibt ist auch nicht ganz von der Hand zu weisen.
Deshalb hatte ich auch geschrieben, zwar mehr allgemein gemeint, das man das "Schubsen" mögen und lernen muss.

Grundsätzlich muss ich bei manueller Bedienung, egal welche Montierung, wissen wo was zu finden ist.
Für das grobe Anfahren muss ich auch bei einer parallaktischen Montierung beide Achsen lösen und mein Teleskop hinführen. Schwenks über die biegsamen Wellen durchführen... :eek:.

Selbst bei GoTo bin ich der Meinung, dass man wissen sollte wo was ist.
So kann ich schnell überprüfen ob bei der Dateneingabe, dem Alignment... ... ... was schief gelaufen ist.

Dennoch bin ich der Meinung das der Weg über eine manuelle Montierung gut ist.
Ich erlerne die Systematik der Montierung, egal welche, und eben auch den Himmel kennen.

Mir hat meine erste manuelle Montierung sehr zum Verständnis beim GoTo geholfen, warum es das macht, was es macht.
 

AstroPZ

Mitglied
Hi Simon,
Und genau hier sehe ich doch ein Problem. Meiner bescheidenen Meinung nach ist der berühmte xx Zoll Dobson absolut nichts, womit man den Himmel wirklich kennenlernen kann. Das Aufsuchen von M42 oder M31 oder auch M13 mag vielleicht noch ganz gut klappen, aber ansonsten tun sich Anfänger auch mit Sternatlas und Telradsucher doch schon ein wenig schwer.
ich hatte nur den mechanischen Vorgang des Positionieren gemeint, da Holger von Wackeln und Stabilität geredet hat.

Du hast Recht das manuelle/visuelle Suchen und Finden von Objekten ist eine Kunst, die erst gelernt werden muss.

Mein Haupt Instrument war/ist ein 12" (jetzt 20") Dobson und ich war natürlich auch Anfänger.
Ich habe damit alle Messier Objekte gefunden und auch einige nicht Messier.
Mit Telrad und Karte, ganz klassisch (ist ja auch Jahrzehnte her, gab es da schon das Internet?). Wobei ich eigentlich nie das klassische Star-Hopping gemacht habe, sondern die Objekte immer durch geometrischen Vergleich wichtiger Sterne/Figuren mit der Karte über den Telrad gefunden habe.

Gruß
Peter
 

lacrimosa

Mitglied
Und genau hier sehe ich doch ein Problem. Meiner bescheidenen Meinung nach ist der berühmte xx Zoll Dobson absolut nichts, womit man den Himmel wirklich kennenlernen kann. Das Aufsuchen von M42 oder M31 oder auch M13 mag vielleicht noch ganz gut klappen, aber ansonsten tun sich Anfänger auch mit Sternatlas und Telradsucher doch schon ein wenig schwer.
das würde ich nicht verallgemeinern. Mit dem Telrad und dem Deep Sky Reiseatlas habe ich mich bei der Objektsuche sofort zurecht gefunden. Allerdings habe ich es zunächst mit Sternhaufen (habe im Winter angefangen) versucht, weil die einfacher zu finden waren (der Tipp kam damals aus dem Forum). Hätte ich im Frühjahr sofort mit den Galaxien angefangen, wäre es wohl schwieriger gewesen.
Ob sich Holgi mit Telrad und Sternatlas zurecht finden würde, weiss nur Holgi.

Gruß
Ronald
 

mbba18

Mitglied
Hallo zusammen,

ich glaub da sollten wir, die schon länger/lang dabei sind, uns bei solch Beratungen öfter an unseren Anfang erinnern.
Jemand der seinen Dobson seit Jahren bedient, dem ist das in Fleisch und Blut übergegangen. Der "schubst" das Teil mehr oder weniger blind an die richtige Position.

Ich weiß mittlerweile aus dem FF wie ich meine GoTo's zu bedienen habe und wie akkurat ich mein Alignment durchführen muss, um gewisse Ergebnisse zu erzielen.

Ausbalancieren, aufstellen der Montierung/Stativ sind ähnliche Beispiele.
Meine Prismenschienen sind alle markiert, meine Stativposition ebenso... .... ...
 

AstroPZ

Mitglied
Hi Mathias, (warum eigentlich nur mit einem "t"?)
...
nicht gleich in den Öffnungswahn schubsen ;).
..
jetz muss ich doch noch was dazu sagen. ;)

Ich erzähl wieder was aus dem letzten Jahrhundert.
Ich hatte vor meinem 12" Dobson einen 8" SC auf parallaktischer Montierung (habe ich immer noch).
Ich bin wahrscheinlich kein guter Beobachter. Ich tat mich damit schon bei manchen Messier Objekten schwer die zu erkennen.
Dann habe ich mir den 12" gekauft, was für ein Unterschied! Auf einmal waren die Objekte leicht und es machte Spass.
Ein 12" ist mM die Öffnung mit der ein normaler Beobachter die Messier Objekte und andere NGCs wirklich gut erkennen kann.

Und die Dobson Montierung war klasse gegenüber der parallaktischen Montierung auf Stativ.
Super stabil, kein Stativ, niedriger Schwerpunkt, später als Gitterrohr-Dobson super transportabel, kein Gewürge mit der OAZ Stellung.
Schön bequem im Sitzen beobachtbar.

Goto hat aber auch was. ;)
Das merke ich jetzt bei meinen EAA Versuchen.

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:

Ehemaliges Mitglied 75764

Es ist auch nicht verallgemeinert.
Ronald findet mehr oder weniger sofort alle Sternhaufen und freut sich nen Ast, während *entfernt* 4 endlich klare Nächte hintereinander verzweifelt nach M42 sucht, weil er gar nicht weiß, dass der doch im Sommer nicht sichtbar ist...
Und dann am nächsten Tag den dämlichen Dobson auf eBay Kleinanzeigen stellt. Und sich nie wieder mit Astronomie beschäftigt.

Es ist meiner Meinung halt zielführender, wenn man erst mal weiß, was am Himmel so passiert. Meins auch nicht böse.
Jemand der seinen Dobson seit Jahren bedient, dem ist das in Fleisch und Blut übergegangen.
So ist es.

Weiß nicht, warum du mich ansprichst, aber ich hab das nicht geschrieben auf das du antwortest :D
 

mbba18

Mitglied
Hallo Peter,

Goto hat aber auch was. ;)
Das merke ich jetzt bei meinen EAA Versuchen.
jep hat es :y:.

So hat jeder seine Favoriten.
Bei mir sind es Refraktoren und C8 Alt/AZ GoTo montiert.
Das hat sich aber erst über die Jahre entwickelt.
Newton, egal wie montiert, ist nicht meines, obwohl zwei vorhanden sind.

Ich schreib jetzt mal, für den ein oder anderen vielleicht provokant, das es "wurscht" ist mit welchem Teleskop ich anfange.
Jedes Teleskop hat seinen Himmel.
Mit eine Weitfeldrefraktor beobachte ich eben Weitfeld.
Mit dem MC gehe ich auf Planeten und kompakte, helle DeepSky Objekte.
Ich beobachte dann die dazu passenden Objekte und lerne den Himmel kennen und das Beobachten.
... ... ...
Wenn das ganze System in sich stimmig ist, empfinde ich das nicht als problematisch.
Ein 127/1200 Refraktor passt halt nicht auf eine EQ3-2, obwohl das eine tolle Montierung ist.
Alles andere, Vorlieben, Erfahrung... ... kommt doch erst dann.
 

Beavis

Mitglied
Sehr interessanter Thread hier.
Wenn hier immer wieder über die Öffnung gesprochen wird... Wie kann man sich das vorstellen, dass alles deutlicher/offensichtlicher wird, wenn man mehr Öffnung hat. Hier wurde ja der Sprung von 10" auf 12" Dobson angesprochen . Aber selbst 10" ist ja schon eine recht dicke Kanone.
Ich tendiere aktuell zu einem 6". Und besitze aktuell mein 76mm Newton.
Ist alles im Moment schwierig, da man kaum/nicht testen kann.
Gruß
Steffen
 

Ehemaliges Mitglied 75764

Visuelles Beobachten ist etwas ganz Besonderes, aber irgendwie auch total "Doofes" in unserer heutigen Zeit.
Doof ist in dem Sinne so zu verstehen, dass das Teleskop und die Öffnung schon irgendwie was ausmacht, aber erst so richtig halt unter dunklem Himmel funktioniert. Und der ist in unserem dicht besiedelten Land eigentlich eher selten.
Besonders ist in dem Sinne so zu verstehen, dass eine ganz eigene Faszination davon ausgeht, diese Objekte mit seinen eigenen Augen zu sehen.

Wenn ich mich daran erinnere, dass während meiner Exkursion nach Marokko mitten in der übelsten Pampa die Wolken am Himmel nicht sichtbar waren, sondern die Sterne verdeckten und nur dadurch auszumachen waren... will sagen, man sieht einen ganz fantastischen Sternenhimmel, durch den sich plötzlich eine tiefschwarze Fläche hindurch bewegt... das war dann die Wolke.

DA hätte ich gerne nen großen Dobson gehabt. Leider konnte ich meine Socken und T-Shirts nicht gegen etwas solches tauschen - ganz komisch, wenn man in den Bergen dort unterwegs ist, und Geld... also bedrucktes Papier... ist NICHTS wert. Nichts. Nicht mal was zu Essen bekommt man dafür. Gegenstände sind wichtig, Kleidung, Bücher, Kompass, Fernglas. Hätte für ein Fernglas einen Esel oder eine Ziege kaufen können, zu vergleichen mit einem Auto hier in Deutschland.

Aber ich schweife ab...

Für mich - Achtung persönlicher Eindruck und persönliche Erfahrung - macht das visuelle Beobachten der lichtschwächeren Objekte nicht so sehr viel Spaß in Deutschland. Da muss man schon der Typ für sein.
 

mbba18

Mitglied
Öffnung macht schon was aus.
Ich habe aber erst durch meinen C8 gelernt, was beim Galaxien beobachten zu beachten ist.
Mit meinem 120/1000 Refraktor hab ich es nicht geschafft z.B. M81 oder M82 ins Okular zu bekommen.
Mit dem C8 gelang es.
Mittlerweile bekomme ich es auch im FH hin.
Vorher hab ich die im FH einfach übersehen, nicht wahrgenommen... ... ... schlicht aus dem Grund das ich nicht wusste auf was ich achten muss.
Klar das mir der C8 mehr liefert, aber es ist auch mit kleiner Öffnung machbar.
Erfahrung, Übung, Geduld... ... ...
 

mbba18

Mitglied
Hallo Steffen,

Hier wurde ja der Sprung von 10" auf 12" Dobson angesprochen . Aber selbst 10" ist ja schon eine recht dicke Kanone.
da hast Du recht.
Das muss jeder für sich selbst entscheiden was er gewillt ist zu transportieren und sei es nur in den Garten.
Natürlich ist auch der Beobachtungsort/-situation relevant. Auf einem Balkon geht halt nicht alles. Wenn ich kein passendes Fahrzeug habe, bin ich halt auch in der Größe eingeschränkt. Usw. usw..

Für mich persönlich ist bei 8" Schluß. Mehr sehen hin oder her.
Mein 200/1200 Newton, aus der RockerBox, auf meiner EQ-6 R, ja geht visuell.
Aber die Höhe des Einblicks, der wandernde OAZ... ... als Dobson OK, aber ich mag die einfach nicht ;).

Will sagen, eine gewisse Größe an Teleskop verlangt halt auch eine passende Montierung.
Da kann es dann nur noch stationär laufen.

Wie gesagt, dass muss jeder für sich selbst abwägen.
 

AstroPZ

Mitglied
Sehr interessanter Thread hier.
Wenn hier immer wieder über die Öffnung gesprochen wird... Wie kann man sich das vorstellen, dass alles deutlicher/offensichtlicher wird, wenn man mehr Öffnung hat. Hier wurde ja der Sprung von 10" auf 12" Dobson angesprochen . Aber selbst 10" ist ja schon eine recht dicke Kanone.
Ich tendiere aktuell zu einem 6". Und besitze aktuell mein 76mm Newton.
Ist alles im Moment schwierig, da man kaum/nicht testen kann.
Gruß
Steffen
Hi Steffen,

ist eine Sache der Relation.

Der Unterschied zwischen 10" und 12" wird nicht dramatisch sein, der zwischen 6" und 12" schon. ;)
Hatte ich ganz vergessen, bei 12" muss man mM unbedingt einen Gitterrohr Dobson und keinen mit Volltubus nehmen. Der Volltubus ist ein wahnsinniges Drum und dann noch die riesige und schwere Rockerbox. Bei guten Gitterrohr Dobsons ist das alles schön transportabel und kompakt.
Und ab der Grösse geht keine parallaktische Montierung mehr ausser in einer Profi-Sternwarte mit Kuppel. ;)

Du kannst das kostenlose Eye & Telescope nehmen und im Programm 2 verschiedene Teleskope zB 6" und 12" anlegen und entsprechende Okulare.
Deinen Himmel/Location eingeben, dann ein schwierigeres Objekt zB M108 aussuchen und auf der Perceptibility Tab/Okular Anzeige zwischen den 2 Teleskopen hin und her wechseln. Dann kannst du den Unterschied direkt begutachten.
E&T berechnet aus den Daten übrigens ziemlich gut den Kontrastunterschied des Objekts zum Himmelshintergrund und stellt ihn in einer simulierten Okular-Ansicht dar.

Gruß
Peter
 

SkyBob

Mitglied
Wie kann man sich das vorstellen, dass alles deutlicher/offensichtlicher wird, wenn man mehr Öffnung hat.
Ganz grob ausgedrückt, wie mit einem Fenster in einem Raum.
Je größer das Fenster, desto mehr Licht fällt in den Raum und man kann alles besser erkennen.

Auch entsteht durch mehr Öffnung ein größeres Auflösungvermögen.
Das kann man sich am besten mit digitalen Bildern vorstellen.
Ein 10megaPixel Bild kann man großformatiger ausdrucken wie ein 2megaPixel Bild (bei gleicher Aufnahmequalität).
Du kannst also kleinere Details besser sehen.

Diese Vergleiche sind aber immer nur bei optimalen Randbedingungen zu verstehen.
 

mbba18

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Schön wie Bob das beschrieben hat, nicht so sperrig wie Lichtsammelvermögen.

Jep, und die Randbedingungen, die einem immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen.
 

lacrimosa

Mitglied
ich glaub da sollten wir, die schon länger/lang dabei sind, uns bei solch Beratungen öfter an unseren Anfang erinnern.
Jemand der seinen Dobson seit Jahren bedient, dem ist das in Fleisch und Blut übergegangen. Der "schubst" das Teil mehr oder weniger blind an die richtige Position.
deshalb finde ich Beobachtungsberichte hilfreich. Da kann ich auch noch Jahre später nachvollziehen, nach welchen Objekten ich gesucht habe.
Gruß
Ronald
 
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