Schwastian Beinsteiger
Aktives Mitglied
Hallo Astrogemeinde,
ich möchte heute mal einen kleinen Bericht zum sehr oft in der Kritik stehenden 150/1200 Fraunhofer Refraktor alias Farbwerfer.
soetwas in die Richtung hab ich noch nicht gemacht, werde ich aber wahrscheinlich öfter mal machen, auch mal Vergleiche (z.b. C8 VS 150er achro)
entschuldigt also wenns nicht gut gegliedert ist oder nicht präzise genug bzw. zu viele einzelheiten, Tipps nehme ich gerne an.
Ich würde zunächst auf die Mechanik und das erscheinen an sich eingehen, danach mein Hauptanwendungsgebiet und wie es sich dort so macht, danach weiterführende Beobachtung.
Zum Schluss ein Fazit mit eventueller Empfehlung.
Mechanik und Erscheinen:
zunächst sei gesagt das ich ein Modell von Skywatcher habe, Gebraucht hier im Forum gekauft, es wurde Weiß lackiert (war wahrscheinlich mal eines dieser älteren hellblauen) und innen mit Velours ausgekleidet.
die 2 Veränderungen spielen mir für meinen zweck sehr gut in die karten, mehr dazu später.
Der Okularauszug ist ein 2" Zahnstangen OAZ, lässt sich weder feinfühlig noch wackelfrei Einstellen, zum Beobachten ist es verschmerzbar wenn auch nicht grade sonderlich toll.
Hier hat skywatcher natürlich den vorteil von einem öfters vorkommenden anschlussflansch, ich denke es waren 98mm, steht aber auch bei den okularauszügen bei die man alternativ kaufen kann welche Passen.
an der Stelle konnte mir mein Bruder aushelfen sodass ich nun den Crayford vom ED120 dran habe der von Auszuglänge identisch ist.
Die Objektivfassung hat keine offensichtlichen justierschrauben, habe da auch nicht weiter rumgefuhrwerkt und es so gelassen bevor ich es bereue, das Objektiv wird aber sehr sicher Gehalten, ich schätze mal es ist aus Metall.
Ansonsten ist der Tubus recht massiv und das gesamte Teleskop recht schwer (etwa 13kg, je nach Zubehör mehr)
unter EQ6 sollte man definitiv nicht kaufen, selbst bei der EQ6 hat man schon Probleme mit dem Hebel.
Zum Abschluss sei gesagt das das Teleskop recht frontlastig ist, man muss es in den Rohrschellen weit nach hinten schieben damit es in waage ist, also nicht vom Anblick täuschen lassen.
kleiner Nachtrag, der Backfokus ist mit etwa 20cm enorm und lässt für allerlei dinge einen riesigen Spielraum, allerdings vignettiert der Durchmesser von nur 2" etwas, hier würde sich ein größerer Durchmesser lohnen, aber keine sorge, er nutzt seine volle Öffnung auch so, nur nicht ganz so effektiv.
Mein Hauptanwendungsgebiet und wie es sich dort macht:
Ich habe mir das Teleskop ausschließlich für die Sonnenbeobachtung mit dem Baader Herschelkeil zugelegt.
Mit einem zugesichertem Strehl im Grünen von ich glaube es waren 0,98 ist es perfekt in dieser Kombination mit dem Baader Herschelkeil da ein Solar Continuum Filter fest zum System gehört.
(Für die, die es nicht wissen, der Solar Continuum Filter lässt nur einen gewissen Farbspektrumsbereich im grünen durch, hat die Vorteile das das menschliche Auge besonders empfindlich im Grünen ist, aber auch das seeing deutlich weniger zum Vorschein kommt als würde man die ganze Breite des sichtbaren Lichtes nutzen.)
weitere Vorteile sind der weiße Tubus da weniger gegen Thermische Einflüsse empfindlich als andere farben insbesondere schwarz, aber auch die Auskleidung mit Velours gegen Streulicht.
Und wie macht es sich nun?
Es ist perfekt, ich nutze ja quasi den am besten korrigierten bereich des Refraktors, hier könnte mir kein Apo selber Größe irgendwie mehr zeigen, das Bild ist sehr scharf, sehr detailliert, es gibt keine kontrasteinbußen oder sonst dergleichen.
einziges Problem ist das bei 150mm das seeing trotzdem schon früher durchgreift als bei z.b. einem 120er (hatte mal diesen Vergleich) und der 120er zu diesem Zeitpunkt etwas höher vergrößern konnte, es war zu diesem Tag aber auch etwas schlechter.
Eine Vergrößerung von 150x ist eigentlich immer drin, an guten Tagen auch mal bis zu 200x bis wieder der allseits bekannte begrenzende Faktor zuschlägt.
Ein Bild das den visuellen Eindruck wiedergibt hab ich aufgrund fehlender Fotografie Erfahrung sowie Technik leider nicht.
Wenn man also vorhat die Sonne im "Weißlicht" zu beobachten mit der Kombination aus Herschelkeil und Solar Continuum dann geht an dieser Stelle meine volle Empfehlung raus, das Teleskop ist dafür uneingeschränkt nutzbar und braucht sich nicht unter gleichgroßen apos verstecken.
Im Gegenteil, im Vergleich zu einem 3 Linser hat der Achro sogar noch thermische Vorteile, für 700€ Neupreis spart man sogar noch einiges an Geld.
meinen habe ich übrigens für unter 400€ bekommen, genau weiß ich das nicht mehr, ist schon etwas her als ich ihn kaufte.
Weiterführende Beobachtungen:
da dieses Gerät oft als Allrounder angegeben ist, es aber meist auch als der Farbwerfer schlechthin verspottet wird wollte ich es natürlich selber mal herausfinden und habe etwas Deep Sky, aber auch Planet Jupiter und vor kurzem auch endlich mal den Mond im visier gehabt.
Ich fang mit Deep Sky an,
hier liegt definitiv eine weitere stärke des Achros, egal ob Sternhaufen oder Nebel das Bild war extrem scharf bis zum Rand (hängt natürlich auch von den Okularen ab)
Es war extrem klar, fein definiert und sehr ästhetisch, typisches linsenteleskop Bild eben.
Hatte selten so einen Anblick auf die objekte, hier war nichts weich oder verzogen.
Der farbfehler während der Beobachtung komplett in Vergessenheit geraten, solang man keine hellen Sterne dazwischen hat bekommt man dahingehend überhaupt nichts von mit.
so konnte ich auch mal bis 300x gehen und hatte nach wie vor ein scharfes Bild,
viele andere Teleskope in meiner Sammlung wären bei 2xD längst nicht mehr Scharf.
Besonders der Orion-Nebel hat mir sehr gefallen, die Details waren klar und deutlich zu erkennen, so ein Bild war ich nichmal von meinem 8" newton gewohnt, aber hier fehlt mir der aktuelle Vergleich einfach.
Durch die deepsky Beobachtung hat sich dieses teleskop mit zu meinen lieblingen hoch erkämpft.
aber es kann auch mal nicht ganz so gut ausgehen.
Planet Jupiter
grade bei Planeten hat sich das Teleskop ja so eine schlechten ruf gemacht,
ich bin neutral an die sache rangegangen um das zu sehen was man sieht, nicht mehr und nicht weniger, um den Eindruck nicht zu verfälschen.
es stimmt schon das Jupiter quasi eine bunte Kugel war, aber nicht ganz so schlimm wie es bei manchen berichten rüberkommt.
Es muss gesagt sein das jeder selbst seine Chromatische-Abberation-Grenze hat, manche schauen bei einem 150er f5 mit 300x glücklich Planeten, andere haben bei einem 80mm f15 noch zu meckern.
ich selber bin irgendwie dazwischen und akzeptiere die grenzen des Systems, wenns nicht geht, dan hol ich einfach ein anderes
Ne das Teleskop hier hat schon eine Grenze: 100x ohne Filter, höher ist schluss. im bereich bis 100x konnte man gut Details auf der Oberfläche aus machen, man erkannte was man sehen wollte, wenn auch farblich gefaceliftet ^^
Die beiden Hauptbänder konnte man gut erkennen, hier und da noch ein paar details auf der Oberfläche, einen Schattenwurf eines Mondes hätte man auch erkannt.
wenn man dann langsam über 100x kam nahmen die Farbfehler weiter zu und haben immer mehr die aussichten überstrahlt und verzogen bis es bei etwa 150 nichts weiter als ein farblicher ball war auf den man höchstens die Bänder erahnen konnte.
Habe dann den fringe killer filter ins okular geschraubt und den Bereich von 100-150 wiederholt, das Bild war deutlich besser, auch das der filter etwas an Helligkeit herausgenommen hat war gut.
man konnte nun in diesem Bereich mehr Sehen als ohne Filter bei 100x
mehr als 150x konnte ich an diesem Abend nicht gehen, darüber waberte das Bild deutlich, das seeing hat leider malwieder zugeschlagen.
hier würde ich sagen ist die Planetenbeobachtung zwar möglich, aber mit klaren Einschränkungen, Filter wie der fringekiller helfen hier deutlich, wenn auch damit nur bis zu einem gewissen Grad, ich schätze mal auch mit diesem wäre bei 200x spätestens schluss gewesen, was andere Filter wie contrast booster, Semi apo ect. rausgeholt hätten kann ich nicht sagen.
Wenn Interesse in einem ernsten Filtervergleich besteht bitte sagen, dann würde ich mir die noch besorgen.
nach dieser Beobachtung folgten viele wochen der verfinsterung in Form von Wolken.
vor kurzem konnte ich den Mond betrachten.
Beim Mond fing der Farbfehler bereits bei geringer Vergrößerung an deutlich aufzutreten, das Bild war aber trotzdem schön Scharf.
Ich hab das Schauspiel Stück für Stück mit höherer Vergrößerung betrachtet, der farbfehler selbst war schnell sehr belastend und hat sich auch in allen kontrasten vom Mond eingeschlichten, das Bild selbst war dennoch irgendwie scharf und detailiert sodass man auf Detailsuche gehen konnte.
das ganze hab ich bis zu 300x vorrangetrieben, eigentlich war der gesamte Mond zu diesem Zeitpunkt ein einziger Farbfehler, trotzdem irgendwie scharf, wahrscheinlich weil der mond selbst genug kontrastreserven bietet keine Ahnung.
das ganze hab ich mit dem fringekiller wiederholt, auch hier wurde recht schnell der Farbfehler zum deutlichen Problem.
zusammentragend kann man sagen das Mond irgendwie immer beobachtbar ist, wenn auch farbfehlertechnisch ein Graus.
Der Solar Continuum Filter kann hier Abhilfe schaffen, der Mond ist dann zwar komplett Grün, durch seine extreme Helligkeit spielt das aber keine Rolle und ist sogar angenehm.
Mond also mit Solar Continuum wenn man kein Bock auf chromatische abberation hat, das funktioniert sehr gut bis zur höchst Vergrößerung.
Fazit mit eventueller emphehlung:
zusammentragend würde ich sagen das das Teleskop als Allrounder bezeichnet werden kann, allerdings mit Abstrichen bei Mond und Planeten, hier heißt es geeignete Filter parat haben oder die Vergrößerung gering halten.
Besonders gut ist das Teleskop in der Sonnenbeobachtung mit Solar Continuum und Herschelkeil im verbund sowie in der Deepsky Beobachtung bei der man quasi nichts vom Farbfehler mitbekommt.
Meine Empfehlung geht soweit raus das man es als Allrounder anwenden kann, aber mehr in Richtung deepsky, möchte man ein Teleskop das Mond und Planeten genauso gut meistert wie Deep Sky ist man mit einem Newton der Größenklasse 8" f6 besser aufgehoben, beide sind etwa gleich schwer und benötigen eine eq6
und haben eine freie Kontrastöffnung von 150mm.
meine besondere Empfehlung für dieses Teleskop geht raus für die Sonnenbeobachtung, zusammen mit dem Baader Herschelkeil braucht man keine nachteile zu fürchten und braucht sich auch nicht hinter teuren apos zu verstecken solange der strehl im Grünen passt.
und zum Thema Farbwerfer: man kann es so nennen, aber bitte mit deepsky distanzieren!
Passende Filter lassen auch Mond und Planeten wieder eine feste rolle spielen.
Abschließende Fragen an euch:
- hat euch der Bericht gefallen? ich bitte um Feedback
-soll ich den oben angesprochenen Filtervergleich mal angehen, falls ja welche filter würden euch interessieren?
-was haltet ihr allgemein von diesem Gerät, andere Erfahrungen oder Bestätigung zum oben genannten?
mit freundlichen Grüßen
Florian
ich möchte heute mal einen kleinen Bericht zum sehr oft in der Kritik stehenden 150/1200 Fraunhofer Refraktor alias Farbwerfer.
soetwas in die Richtung hab ich noch nicht gemacht, werde ich aber wahrscheinlich öfter mal machen, auch mal Vergleiche (z.b. C8 VS 150er achro)
entschuldigt also wenns nicht gut gegliedert ist oder nicht präzise genug bzw. zu viele einzelheiten, Tipps nehme ich gerne an.
Ich würde zunächst auf die Mechanik und das erscheinen an sich eingehen, danach mein Hauptanwendungsgebiet und wie es sich dort so macht, danach weiterführende Beobachtung.
Zum Schluss ein Fazit mit eventueller Empfehlung.
Mechanik und Erscheinen:
zunächst sei gesagt das ich ein Modell von Skywatcher habe, Gebraucht hier im Forum gekauft, es wurde Weiß lackiert (war wahrscheinlich mal eines dieser älteren hellblauen) und innen mit Velours ausgekleidet.
die 2 Veränderungen spielen mir für meinen zweck sehr gut in die karten, mehr dazu später.
Der Okularauszug ist ein 2" Zahnstangen OAZ, lässt sich weder feinfühlig noch wackelfrei Einstellen, zum Beobachten ist es verschmerzbar wenn auch nicht grade sonderlich toll.
Hier hat skywatcher natürlich den vorteil von einem öfters vorkommenden anschlussflansch, ich denke es waren 98mm, steht aber auch bei den okularauszügen bei die man alternativ kaufen kann welche Passen.
an der Stelle konnte mir mein Bruder aushelfen sodass ich nun den Crayford vom ED120 dran habe der von Auszuglänge identisch ist.
Die Objektivfassung hat keine offensichtlichen justierschrauben, habe da auch nicht weiter rumgefuhrwerkt und es so gelassen bevor ich es bereue, das Objektiv wird aber sehr sicher Gehalten, ich schätze mal es ist aus Metall.
Ansonsten ist der Tubus recht massiv und das gesamte Teleskop recht schwer (etwa 13kg, je nach Zubehör mehr)
unter EQ6 sollte man definitiv nicht kaufen, selbst bei der EQ6 hat man schon Probleme mit dem Hebel.
Zum Abschluss sei gesagt das das Teleskop recht frontlastig ist, man muss es in den Rohrschellen weit nach hinten schieben damit es in waage ist, also nicht vom Anblick täuschen lassen.
kleiner Nachtrag, der Backfokus ist mit etwa 20cm enorm und lässt für allerlei dinge einen riesigen Spielraum, allerdings vignettiert der Durchmesser von nur 2" etwas, hier würde sich ein größerer Durchmesser lohnen, aber keine sorge, er nutzt seine volle Öffnung auch so, nur nicht ganz so effektiv.
Mein Hauptanwendungsgebiet und wie es sich dort macht:
Ich habe mir das Teleskop ausschließlich für die Sonnenbeobachtung mit dem Baader Herschelkeil zugelegt.
Mit einem zugesichertem Strehl im Grünen von ich glaube es waren 0,98 ist es perfekt in dieser Kombination mit dem Baader Herschelkeil da ein Solar Continuum Filter fest zum System gehört.
(Für die, die es nicht wissen, der Solar Continuum Filter lässt nur einen gewissen Farbspektrumsbereich im grünen durch, hat die Vorteile das das menschliche Auge besonders empfindlich im Grünen ist, aber auch das seeing deutlich weniger zum Vorschein kommt als würde man die ganze Breite des sichtbaren Lichtes nutzen.)
weitere Vorteile sind der weiße Tubus da weniger gegen Thermische Einflüsse empfindlich als andere farben insbesondere schwarz, aber auch die Auskleidung mit Velours gegen Streulicht.
Und wie macht es sich nun?
Es ist perfekt, ich nutze ja quasi den am besten korrigierten bereich des Refraktors, hier könnte mir kein Apo selber Größe irgendwie mehr zeigen, das Bild ist sehr scharf, sehr detailliert, es gibt keine kontrasteinbußen oder sonst dergleichen.
einziges Problem ist das bei 150mm das seeing trotzdem schon früher durchgreift als bei z.b. einem 120er (hatte mal diesen Vergleich) und der 120er zu diesem Zeitpunkt etwas höher vergrößern konnte, es war zu diesem Tag aber auch etwas schlechter.
Eine Vergrößerung von 150x ist eigentlich immer drin, an guten Tagen auch mal bis zu 200x bis wieder der allseits bekannte begrenzende Faktor zuschlägt.
Ein Bild das den visuellen Eindruck wiedergibt hab ich aufgrund fehlender Fotografie Erfahrung sowie Technik leider nicht.
Wenn man also vorhat die Sonne im "Weißlicht" zu beobachten mit der Kombination aus Herschelkeil und Solar Continuum dann geht an dieser Stelle meine volle Empfehlung raus, das Teleskop ist dafür uneingeschränkt nutzbar und braucht sich nicht unter gleichgroßen apos verstecken.
Im Gegenteil, im Vergleich zu einem 3 Linser hat der Achro sogar noch thermische Vorteile, für 700€ Neupreis spart man sogar noch einiges an Geld.
meinen habe ich übrigens für unter 400€ bekommen, genau weiß ich das nicht mehr, ist schon etwas her als ich ihn kaufte.
Weiterführende Beobachtungen:
da dieses Gerät oft als Allrounder angegeben ist, es aber meist auch als der Farbwerfer schlechthin verspottet wird wollte ich es natürlich selber mal herausfinden und habe etwas Deep Sky, aber auch Planet Jupiter und vor kurzem auch endlich mal den Mond im visier gehabt.
Ich fang mit Deep Sky an,
hier liegt definitiv eine weitere stärke des Achros, egal ob Sternhaufen oder Nebel das Bild war extrem scharf bis zum Rand (hängt natürlich auch von den Okularen ab)
Es war extrem klar, fein definiert und sehr ästhetisch, typisches linsenteleskop Bild eben.
Hatte selten so einen Anblick auf die objekte, hier war nichts weich oder verzogen.
Der farbfehler während der Beobachtung komplett in Vergessenheit geraten, solang man keine hellen Sterne dazwischen hat bekommt man dahingehend überhaupt nichts von mit.
so konnte ich auch mal bis 300x gehen und hatte nach wie vor ein scharfes Bild,
viele andere Teleskope in meiner Sammlung wären bei 2xD längst nicht mehr Scharf.
Besonders der Orion-Nebel hat mir sehr gefallen, die Details waren klar und deutlich zu erkennen, so ein Bild war ich nichmal von meinem 8" newton gewohnt, aber hier fehlt mir der aktuelle Vergleich einfach.
Durch die deepsky Beobachtung hat sich dieses teleskop mit zu meinen lieblingen hoch erkämpft.
aber es kann auch mal nicht ganz so gut ausgehen.
Planet Jupiter
grade bei Planeten hat sich das Teleskop ja so eine schlechten ruf gemacht,
ich bin neutral an die sache rangegangen um das zu sehen was man sieht, nicht mehr und nicht weniger, um den Eindruck nicht zu verfälschen.
es stimmt schon das Jupiter quasi eine bunte Kugel war, aber nicht ganz so schlimm wie es bei manchen berichten rüberkommt.
Es muss gesagt sein das jeder selbst seine Chromatische-Abberation-Grenze hat, manche schauen bei einem 150er f5 mit 300x glücklich Planeten, andere haben bei einem 80mm f15 noch zu meckern.
ich selber bin irgendwie dazwischen und akzeptiere die grenzen des Systems, wenns nicht geht, dan hol ich einfach ein anderes
Ne das Teleskop hier hat schon eine Grenze: 100x ohne Filter, höher ist schluss. im bereich bis 100x konnte man gut Details auf der Oberfläche aus machen, man erkannte was man sehen wollte, wenn auch farblich gefaceliftet ^^
Die beiden Hauptbänder konnte man gut erkennen, hier und da noch ein paar details auf der Oberfläche, einen Schattenwurf eines Mondes hätte man auch erkannt.
wenn man dann langsam über 100x kam nahmen die Farbfehler weiter zu und haben immer mehr die aussichten überstrahlt und verzogen bis es bei etwa 150 nichts weiter als ein farblicher ball war auf den man höchstens die Bänder erahnen konnte.
Habe dann den fringe killer filter ins okular geschraubt und den Bereich von 100-150 wiederholt, das Bild war deutlich besser, auch das der filter etwas an Helligkeit herausgenommen hat war gut.
man konnte nun in diesem Bereich mehr Sehen als ohne Filter bei 100x
mehr als 150x konnte ich an diesem Abend nicht gehen, darüber waberte das Bild deutlich, das seeing hat leider malwieder zugeschlagen.
hier würde ich sagen ist die Planetenbeobachtung zwar möglich, aber mit klaren Einschränkungen, Filter wie der fringekiller helfen hier deutlich, wenn auch damit nur bis zu einem gewissen Grad, ich schätze mal auch mit diesem wäre bei 200x spätestens schluss gewesen, was andere Filter wie contrast booster, Semi apo ect. rausgeholt hätten kann ich nicht sagen.
Wenn Interesse in einem ernsten Filtervergleich besteht bitte sagen, dann würde ich mir die noch besorgen.
nach dieser Beobachtung folgten viele wochen der verfinsterung in Form von Wolken.
vor kurzem konnte ich den Mond betrachten.
Beim Mond fing der Farbfehler bereits bei geringer Vergrößerung an deutlich aufzutreten, das Bild war aber trotzdem schön Scharf.
Ich hab das Schauspiel Stück für Stück mit höherer Vergrößerung betrachtet, der farbfehler selbst war schnell sehr belastend und hat sich auch in allen kontrasten vom Mond eingeschlichten, das Bild selbst war dennoch irgendwie scharf und detailiert sodass man auf Detailsuche gehen konnte.
das ganze hab ich bis zu 300x vorrangetrieben, eigentlich war der gesamte Mond zu diesem Zeitpunkt ein einziger Farbfehler, trotzdem irgendwie scharf, wahrscheinlich weil der mond selbst genug kontrastreserven bietet keine Ahnung.
das ganze hab ich mit dem fringekiller wiederholt, auch hier wurde recht schnell der Farbfehler zum deutlichen Problem.
zusammentragend kann man sagen das Mond irgendwie immer beobachtbar ist, wenn auch farbfehlertechnisch ein Graus.
Der Solar Continuum Filter kann hier Abhilfe schaffen, der Mond ist dann zwar komplett Grün, durch seine extreme Helligkeit spielt das aber keine Rolle und ist sogar angenehm.
Mond also mit Solar Continuum wenn man kein Bock auf chromatische abberation hat, das funktioniert sehr gut bis zur höchst Vergrößerung.
Fazit mit eventueller emphehlung:
zusammentragend würde ich sagen das das Teleskop als Allrounder bezeichnet werden kann, allerdings mit Abstrichen bei Mond und Planeten, hier heißt es geeignete Filter parat haben oder die Vergrößerung gering halten.
Besonders gut ist das Teleskop in der Sonnenbeobachtung mit Solar Continuum und Herschelkeil im verbund sowie in der Deepsky Beobachtung bei der man quasi nichts vom Farbfehler mitbekommt.
Meine Empfehlung geht soweit raus das man es als Allrounder anwenden kann, aber mehr in Richtung deepsky, möchte man ein Teleskop das Mond und Planeten genauso gut meistert wie Deep Sky ist man mit einem Newton der Größenklasse 8" f6 besser aufgehoben, beide sind etwa gleich schwer und benötigen eine eq6
und haben eine freie Kontrastöffnung von 150mm.
meine besondere Empfehlung für dieses Teleskop geht raus für die Sonnenbeobachtung, zusammen mit dem Baader Herschelkeil braucht man keine nachteile zu fürchten und braucht sich auch nicht hinter teuren apos zu verstecken solange der strehl im Grünen passt.
und zum Thema Farbwerfer: man kann es so nennen, aber bitte mit deepsky distanzieren!
Passende Filter lassen auch Mond und Planeten wieder eine feste rolle spielen.
Abschließende Fragen an euch:
- hat euch der Bericht gefallen? ich bitte um Feedback
-soll ich den oben angesprochenen Filtervergleich mal angehen, falls ja welche filter würden euch interessieren?
-was haltet ihr allgemein von diesem Gerät, andere Erfahrungen oder Bestätigung zum oben genannten?
mit freundlichen Grüßen
Florian
