Guten Morgen Leute,
nach Sichtung von Borrelly 19P und Nichtsichtung von G2 MASTER
wurde es langsam Zeit(5h30MEZ Gaberl/Plankogel) um nach einer Woche Pause endlich wieder einmal den interessanten Catalina in Augenschein zu nehmen.
Der Anblick hat sich innerhalb einer Woche sehr stark verändert!
Der Gasschweif ist nun viel auffälliger und mit 20 Bogenminuten viel ausgedehnter zu sehen. Der Staubschweif erscheint deutlich gekrümmt und scheint im Comabereich zunächst auf die andere Seite zu gehen, bevor er sich dann zurückkrümmt. Die Coma ist vom Durchmesser her größer geworden. Aber am meisten beeindruckt hat mich die Farbe: Der Komet sieht bei größer Öffnung nun aus wie ein hellblauer Vogel! Das Grün der Coma von letzter Woche ist nun ein deutliches zartes hellblau geworden, sogar die Schweife zeigen etwas Farbe, sehr schön.
Von der gewaltigen Ausdehnung des Schweiffächers sowie von Syndynamen wie in Uwes Zeichnung konnte ich allerdings nichts erkennen.Die Grenzgröße im Bereich des Kometen betrug 5.0mag, der an sich klare Himmel war leider mit Nebeltröpfchen und oder Eiskristallen durchsetzt, was der Beobachtung nicht zuträglich war.
Die Helligkeit des Kometen bestimmte ich diesmal mit dem 8x50 Sucher zu 6.3mag, das wird wohl nix mit der Freisichtigkeit.
Kondensation DC=7
Comadurchmesser innerer Bereich d=3´, Richtung zwischen den Schweifen aber deutlich mehr etwa 6´
Der Komet ist nun so groß, dass er nicht mehr ins 50 Bogenmintuen große Gesichtsfeld meines 26mm Naglers.
Hier eine Skizze vom "Blauen Vogel"
Link zur Grafik: http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/011cata7ypm0vol1e.jpg
Kurz vor Beginn der wundervollen Morgendämmerung am Berg versuchte ich mich an einer Bestimmung der Helligkeit des Staubschweifes. Dazu verglich ich die Flächenhelligkeit des Staubschweifes mit dem absichtlich unscharf eingestellten Stern TYC 320-103-1. Ich mußte den 9.9m hellen Stern auf ca. 3 Bogenminuten Durchmesser aufblasen um eine Übereinstimmung der Helligkeit zu erreichen. Das ergibt eine Fläche von ca. 7 Quadratbogenminuten auf die das Licht des 9.9m hellen Sternen verteilt ist um gleich hell zu erscheinen.
Ich denke um diesen doch recht eigentümliche Kometen optimal zu sehen ist ein richtig dunkler Himmel und eine kontrastreiche Optik die beste Wahl. Wer also kann, sollte raus aus der Stadt und ins wirklich Finstere fahren, lohnt sich.
CS Mike
PS: Süden ist oben, der Staubschweif auch :/