Mario_II
Aktives Mitglied
Re: Schärfe
Hi Frank,
hab' den Artikel kurz überflogen.
Also den Sinn der FWHM-Messungen der Pointspread-Function der Okulare in
der Form habe ich nicht ganz verstanden. Wenn der Versuchsaufbau so aussah,
wie dort beschrieben, dann wäre diese Breite theoretisch rein vom Durchmesser
des Objektivs bestimmt und nicht vom Okular. Dementsprechend kam auch für beide
Okulartypen dann das selbe raus. Der Unterschied zum prime-focus ist recht seltsam, aber
da waren die Jungs ja mit Sicherheit schon verdammt nah an der Auflösung der CCD.
Also vermutlich alles noch im Rahmen des Messfehlers.
> Eine weitere interessante Frage hätte ich noch, nämlich die, ob denn das an einer
> Glas-(Vergütung)-Luft Oberfläche gestreute Licht eine Phasenänderung erfährt? Das wäre
> dann möglicherweise ein Fall für den Phasenkontrast.
Ja, das Streulicht welches durch das optische System geht und tatsächlich
dann auch in der Fokalebene landet hat eine andere Phase (~PI/2) verglichen mit dem "direkten"
Licht. Diese Erkenntnis und die daraus resultierenden Anwendungen haben Zernike einen
Nobelpreis eingebracht. War' ein Fuchs der Mann <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .
Der Phasenkontrast könnte das qualitativ sicher sehr gut sichtbar machen, aber rein praktisch
wäre der Versuchsaufbau schon nicht mehr ganz einfach. Man müßte wohl die Punktlichtquelle
über einen Strahlteiler ins Okular einspiegeln, daß man hinten mit einem Spiegel abschließt.
Dann die Phasenkontrast-Platte in den anderen ausgespiegelten Strahlengang - sollte also gehen,
allerdings ein Justieralptraum und der Fehler vom Strahlteiler ginge voll mit ein. Der würde
dann von der Qualität her auch nicht ganz billig werden...
Trotzdem, um das Streulicht vergleichbar zu quantifizieren, würde ich beim Okular eher in
die Richtung deines Links tendieren, eine einfache Messung des Streulichts bei Okularprojektion.
Sollte einigermaßen praktikabel sein. Dazu muß man bei der verwendeten CCD allerdings das
Rauschen schon gut im Griff haben und wie sich die Hintergrundbeleuchtung bei verschiedenen
Brennweiten skaliert sollte man sich auch mal in Ruhe überlegt haben. Aber Du hast Recht, das
wäre eine interessante Bereicherung der derzeitigen Faktenlage.
Gut dazu würde es passen, ein Strichtarget mit verschiedenen Strichabständen in Okularprojektion
über ein Referenzobjektiv zu fotografieren und da dann Kontrast und Auflösung auszuwerten.
Der Wolfgang hatte mal erwähnt, daß er sich irgendwann mal Okulare vornehmen möchte und die
Barlow Geschichte war ja schon eine Auftragsarbeit vom Markus L. Wenn der Wolfi sich jetzt auch
anfängt dafür zu interessieren, vielleicht reicht das Interesse dann für die kritische Masse
und es tut sich was.
Lustig wär's schon.
Mario
Hi Frank,
hab' den Artikel kurz überflogen.
Also den Sinn der FWHM-Messungen der Pointspread-Function der Okulare in
der Form habe ich nicht ganz verstanden. Wenn der Versuchsaufbau so aussah,
wie dort beschrieben, dann wäre diese Breite theoretisch rein vom Durchmesser
des Objektivs bestimmt und nicht vom Okular. Dementsprechend kam auch für beide
Okulartypen dann das selbe raus. Der Unterschied zum prime-focus ist recht seltsam, aber
da waren die Jungs ja mit Sicherheit schon verdammt nah an der Auflösung der CCD.
Also vermutlich alles noch im Rahmen des Messfehlers.
> Eine weitere interessante Frage hätte ich noch, nämlich die, ob denn das an einer
> Glas-(Vergütung)-Luft Oberfläche gestreute Licht eine Phasenänderung erfährt? Das wäre
> dann möglicherweise ein Fall für den Phasenkontrast.
Ja, das Streulicht welches durch das optische System geht und tatsächlich
dann auch in der Fokalebene landet hat eine andere Phase (~PI/2) verglichen mit dem "direkten"
Licht. Diese Erkenntnis und die daraus resultierenden Anwendungen haben Zernike einen
Nobelpreis eingebracht. War' ein Fuchs der Mann <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .
Der Phasenkontrast könnte das qualitativ sicher sehr gut sichtbar machen, aber rein praktisch
wäre der Versuchsaufbau schon nicht mehr ganz einfach. Man müßte wohl die Punktlichtquelle
über einen Strahlteiler ins Okular einspiegeln, daß man hinten mit einem Spiegel abschließt.
Dann die Phasenkontrast-Platte in den anderen ausgespiegelten Strahlengang - sollte also gehen,
allerdings ein Justieralptraum und der Fehler vom Strahlteiler ginge voll mit ein. Der würde
dann von der Qualität her auch nicht ganz billig werden...
Trotzdem, um das Streulicht vergleichbar zu quantifizieren, würde ich beim Okular eher in
die Richtung deines Links tendieren, eine einfache Messung des Streulichts bei Okularprojektion.
Sollte einigermaßen praktikabel sein. Dazu muß man bei der verwendeten CCD allerdings das
Rauschen schon gut im Griff haben und wie sich die Hintergrundbeleuchtung bei verschiedenen
Brennweiten skaliert sollte man sich auch mal in Ruhe überlegt haben. Aber Du hast Recht, das
wäre eine interessante Bereicherung der derzeitigen Faktenlage.
Gut dazu würde es passen, ein Strichtarget mit verschiedenen Strichabständen in Okularprojektion
über ein Referenzobjektiv zu fotografieren und da dann Kontrast und Auflösung auszuwerten.
Der Wolfgang hatte mal erwähnt, daß er sich irgendwann mal Okulare vornehmen möchte und die
Barlow Geschichte war ja schon eine Auftragsarbeit vom Markus L. Wenn der Wolfi sich jetzt auch
anfängt dafür zu interessieren, vielleicht reicht das Interesse dann für die kritische Masse
und es tut sich was.
Lustig wär's schon.
Mario