Live Beobachtungen GRAVES

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Hallo miteinander,

zur Interpretation von Meteorsignalen habe ich zu Anfang meiner "Karriere" mal mit der Sternenfee dieses Forums korrespondiert, vielen Dank nochmal für die Unterstützung bei meinem Einstieg.
Ich möchte hier mal einen Auszug daraus als Screenshot rein stellen:

Den Anhang 127689 betrachten

Zu beachten ist, dass ich damals noch nicht HDSDR eingesetzt habe, deshalb läuft die Zeit von unten nach oben (was ich recht gewöhnungsbedürftig finde) und die Frequenzshift war auch noch nicht kompensiert.
Das wäre doch mal ein Anfang für weitergehende Interpretationen.

Viele Grüße & CS (ich weiß, frommer Wunsch...),
Reinhard
Hallo,
die Spikes, die rechts und links geradlinig aus dem Zentrum heraus verlaufen kommen vom Sender aus Graves. Das Phänomen habe ich schon oft registriert. Sie Dir einmal die angehängten Bilder aus 2018/19 an. Die Spikes kommen mit exakt t=0.8s und die Umschaltung zwischen den Antennen in Graves kommen auch mit 0.8s. Diese werden aber nur bei sehr hellen Meteoren sichtbar.
 

Anhänge

  • 12082019-080945-mosaik.jpg
    12082019-080945-mosaik.jpg
    202,6 KB · Aufrufe: 281
  • 28112018-Ausschnitt.jpg
    28112018-Ausschnitt.jpg
    157,2 KB · Aufrufe: 290
Zuletzt bearbeitet:
Bild von gestern,
hier kommt der Meteor mit einer bestimmten Radialgeschwindigkeit Richtung Antenne. Auf der Tropoline (143.05 MHz) löst sich der Meteor auf. Es entsteht ein Ionisationkanal mit dt=8s. Ein Fragment entfernt sich von der Antenne. Das Signal ist stark und so entstehen alle 0.8s diese typischen Spikes.
 

Anhänge

  • 16022020-121755.jpg
    16022020-121755.jpg
    174,5 KB · Aufrufe: 306
Hallo zusammen,

@ Andreas:
Ja die Erklärung für die gegenläufigen Spikes ist einleuchtend. Ich hatte mich schon gewundert, dass man das so oft sieht. Danke für die Aufklärung!

Die anderen Dokumente muss ich mir mal in Ruhe anschauen.

Viele Grüße,
Reinhard
 
Moin Andreas,

dazu habe ich (eine Menge) Fragen: :unsure:

hier kommt der Meteor mit einer bestimmten Radialgeschwindigkeit Richtung Antenne
Das erkenne ich woran?

Auf der Tropoline (143.05 MHz) löst sich der Meteor auf.
Eigentlich die gleiche Frage wie vorher. Woran erkennt man das?

Es entsteht ein Ionisationkanal mit dt=8s.
Ok, das entspricht der Gesamthöhe der Spur, richtig?

Ein Fragment entfernt sich von der Antenne.
Kann ich ohne Hilfe leider auch nicht erkennen.

Bonusfrage: Die zwei kleinen Fenster auf der linken Seite geben mir noch Rätsel auf. Das obere stammt wahrscheinlich aus der SDR Console, aber das untere nicht. Welche Anwendung ist das?

PS: Von Vergleichen mit anderen (Sinnlos-) Fragern bitte ich abzusehen :p
 
In der Tat ein wenig viel - ich komme auf 4.19 Km/s ;)
Und das ist die Radialgeschwindigkeit.

Hmm, komisch. Kommafehler?

Über dem Bruchstrich: (143.050,0 – 143.050,4) * 300.000 = -0,4 * 300.000 = -120.000

Unter dem Bruchstrich: 2 * 143.050,4 = 286.100,8

Also: -120.000 / 286.100,8 = -0,419

Die Einheitengleichung lasse ich jetzt mal weg, weil es sich ja offensichtlich um km/s handeln muss.

Dann ergibt sich -0,419 km/s * 1000 = -419 m/s

Oder stehe ich da jetzt auf dem Schlauch?
 
Zuletzt bearbeitet:
...jetzt haben wir 3 Werte:
Meinen falschen von 419 km/s und 4,19 km/s und 419 m/s ? :unsure:

Wichtig wäre auch ein Feedback zu meiner Einschätzung über dieses Metoriten:

Da fo – f negativ ist: Der Meteorit ist auf meine Anlage zugeflogen.

Zum Typ des Meteorits „wahrsage“ ich:

Da eine kleine Reflektionswolke zu sehen ist, könnte es sich um einen kleinen „overdensed“ Meteoriten handeln, bei dem Teile nach dem „crash“ noch etwas weitergeflogen sind, bevor sie verdampften.


LG Eberhard
 
Moin Andreas,

dazu habe ich (eine Menge) Fragen: :unsure:


Das erkenne ich woran?


Eigentlich die gleiche Frage wie vorher. Woran erkennt man das?


Ok, das entspricht der Gesamthöhe der Spur, richtig?


Kann ich ohne Hilfe leider auch nicht erkennen.

Bonusfrage: Die zwei kleinen Fenster auf der linken Seite geben mir noch Rätsel auf. Das obere stammt wahrscheinlich aus der SDR Console, aber das untere nicht. Welche Anwendung ist das?

PS: Von Vergleichen mit anderen (Sinnlos-) Fragern bitte ich abzusehen :p

Hallo,
sieh Die einmal das Bild an, dass ich angehängt habe. Das erklärt (nicht alles) aber einiges. Was diese kleinen Fenster angeht: Oben siehst Du die Signal History - sprich Feldstärke. Unter läuft Radio Skypipe. Damit wird dass Audiosignal dargestellt und ich kann es zur Auszählung mit dem integrierten Eventcounter benutzen.
 

Anhänge

  • bsp.JPG
    bsp.JPG
    178,1 KB · Aufrufe: 338
Hallo Andreas-APM:
Herzlichen Dank für das Bild mit den Erläuterungen. Genau das habe ich gesucht...und ich denke, viele Andere auch.
Jetzt müssen wir uns nur noch über die Berechnung der Radialgeschwindigkeit einigen...dann hätten wir vieles geschultert. Den Wissenstransfer hier im Forum finde ich super.

Anbei ein Bild meiner gerade "schnell und dreckig" aufgestellten Doppel 4-Element Yagi, gestockt und auf horizontal und vertikale Polarisation versuchsweise eingestellt. Rechts daneben meine 4 Element, mit de ich die ganze Zeit hier empfange....Wenns mal wieder trocken und warm ist, muss ich das ordentlich befestigen....sonst gibts Ärger mit der Frau...
 

Anhänge

  • P1010220.JPG
    P1010220.JPG
    242,6 KB · Aufrufe: 312
Hallo,
sieh Die einmal das Bild an, dass ich angehängt habe. Das erklärt (nicht alles) aber einiges. Was diese kleinen Fenster angeht: Oben siehst Du die Signal History - sprich Feldstärke. Unter läuft Radio Skypipe. Damit wird dass Audiosignal dargestellt und ich kann es zur Auszählung mit dem integrierten Eventcounter benutzen.

Guten Abend,

ja, in dem Beispiel ist es erheblich besser sichtbar. In dem ersten Bild konnte ich es beim besten Willen nicht nachvollziehen.

Vielen Dank für die Erläuterungen (y)
 
Hallo miteinander,

dann möchte ich auch noch versuchen einen kleinen Beitrag zur Interpretation zu geben. Nehmen wir der Einfachheit halber gleich das Ereignis aus dem Post zuvor von Eberhard:

- Der Wasserfall läuft in dem Beispiel von unten nach oben, also kommt der Meteor hier von rechts unten und verläuft auf die Graves-Frequenz zu.
- Das bedeutet, dass das Signal am Anfang hochfrequenter war als die Graves-Frequenz (kommt von rechts, da liegen die höheren Frequenzen.
- Die Dopplerverschiebung ist also sozusagen "blauverschoben", was bedeutet, die Bewegung verläuft auf den Beobachter zu (… normalerweise).
- Nach meinem Verständnis müssen wir hier aber nicht den Beobachter als Bezugpunkt wählen, sondern die Auswirkung der Meteorbewegung auf den Signalpfad vom Sender, über die Meteorspur bis hin zum Empfänger. Das bedeutet nicht unbedingt, dass sich der Meteor auf den Beobachter zu bewegt haben muss.
- Wird dieser Signalpfad verkürzt, dann werden die Wellen unterwegs gestaucht und es kommt zur "Blauverschiebung" (höhere Frequenz).
- Es ist eine Pfadgeometrie denkbar, bei der sich der Signalpfad verkürzt, obwohl sich der Meteor vom Beobachter weg bewegt.
Beispiel:
Der Meteor bewegt sich genau über der Verbindungslinie Beobachter - Sender vom Beobachter weg, drückt dabei aber das Dreieck "Beobachter / Meteor / Sender" flacher. Somit verkürzt sich der Signalpfad, obwohl sich der Meteor vom Beobachter weg bewegt.
Das Ganze kann man sich auch im Optischen vorstellen, wenn wir den Sender durch eine Lichtquelle und den Meteor durch einen Spiegel ersetzen. Vielleicht ist es leichter, sich das so vorzustellen.

Noch kurz eine Bemerkung zur Nomenklatur:
[Klugscheiss ein] Von einem Meteoriten spricht man erst dann, wenn der Meteor den Boden erreicht. [Klugscheiss aus]

Viele Grüße & gute N8,
Reinhard
 
...
- Es ist eine Pfadgeometrie denkbar, bei der sich der Signalpfad verkürzt, obwohl sich der Meteor vom Beobachter weg bewegt.
Beispiel:
Der Meteor bewegt sich genau über der Verbindungslinie Beobachter - Sender vom Beobachter weg, drückt dabei aber das Dreieck "Beobachter / Meteor / Sender" flacher. Somit verkürzt sich der Signalpfad, obwohl sich der Meteor vom Beobachter weg bewegt.
Das Ganze kann man sich auch im Optischen vorstellen, wenn wir den Sender durch eine Lichtquelle und den Meteor durch einen Spiegel ersetzen. Vielleicht ist es leichter, sich das so vorzustellen.

Hallo Reinhard,,

das klingt schon plausibel so - bedeutet aber dann im Umkehrschluss, dass man die Richtung überhaupt nicht sicher bestimmen kann, oder?
 
Hallo zusammen,

ich hab da auch noch mal ein Beispiel von letzter Nacht verbunden mit einigen Fragen:

SDR-Console_030852_as_2.jpg


Was mir im Vergleich zu euren Aufnahmen immer wieder auffällt ist die geringere Auflösung bzw. der fehlende Detailreichtum. Ich habe z.b. fast nie waagerechte Linien im Bild wie in den Beispielen oben. Daher glaube ich, dass es noch reichlich Spielraum nach oben gibt.

Woran kann das liegen, bzw was ist am wahrscheinlichsten?

1. Programmeinstellungen
2. Antenne ist "nur" für 144 MHz optimiert
3. Keine Einspeisedrossel
4. Aufstellort der Antenne unter Dach
5. Entfernung zu GRAVES >700 km
6. Alles zusammen

Bin für jeden Hinweis dankbar.
 
Hallo nochmal,

das klingt schon plausibel so - bedeutet aber dann im Umkehrschluss, dass man die Richtung überhaupt nicht sicher bestimmen kann, oder?

Genau das möchte ich damit sagen. Man kann nur über die Verlängerung / Verkürzung des Signalpfads eine Aussage machen. Es wäre mal interessant zu erfahren ob, bei Beobachtung des gleichen Ereignisses von mehreren Stationen aus, eine Aussage über Position und Richtung möglich wäre, das überblicke ich aber auf Anhieb nicht, die Auswertung wäre bestimmt anspruchsvoll.
Es ist halt anders als bei Meteorbeobachtung im Optischen, da ergibt sich ein eindeutiger Vektor im Raum (Sichtlinie), auf dem sich bei mehreren Beobachtern ein Schnittpunkt ermitteln lässt.

Viele Grüße,
Reinhard
 

Das deutet für mich auf fehlende Empfindlichkeit hin. Was mir auffällt, dass Du in Relation zu meinen "Aufnahmen" das Rauschen recht stark unterdrückt hast, vielleicht liegt es also nur an der Einstellung der Dynamik des Wasserfalls (Intensität, Offset).
Ich glaube nicht, dass es eine Antennen-Sache ist. Bei starken Signalen solltest Du solche Details sehen, auch wenn die Antenne nicht optimal sein sollte. Meine Antenne steht auch unter Dach, allerdings bin ich näher dran.

LG, Reinhard
 
@ dune:
Ziehe mal rechts den "Farbbalken" auf 110 - 120 runter...und es sollte laufen... Du kappst mit dieser Einstellung die Empfindlichkeit... siehe Farbbalken in meinem Bild....
LG Eberhard
 
Hallo Reinhard und Eberhard,

ihr zielt ja beide in die gleiche Richtung. Wenn ich das so mache wie vorgeschlagen ist der Hintergrund aber nicht mehr so schön "glatt". Gibt es da auch noch eine Einstellmöglichkeit?



cv3.jpg
 
...so...von gestern Abend bis heute Morgen war wieder mächtig was los...wieder jede Menge Ereignisse auf den screenshots...hier die Schönsten:
 

Anhänge

  • screenshot 02-18-2020-221220.jpg
    screenshot 02-18-2020-221220.jpg
    96,4 KB · Aufrufe: 279
  • screenshot 02-18-2020-232900.jpg
    screenshot 02-18-2020-232900.jpg
    96,2 KB · Aufrufe: 251
  • screenshot 02-19-2020-021534.jpg
    screenshot 02-19-2020-021534.jpg
    97 KB · Aufrufe: 249
  • screenshot 02-19-2020-033912.jpg
    screenshot 02-19-2020-033912.jpg
    96,9 KB · Aufrufe: 266
Hallo Reinhard und Eberhard,

ihr zielt ja beide in die gleiche Richtung. Wenn ich das so mache wie vorgeschlagen ist der Hintergrund aber nicht mehr so schön "glatt". Gibt es da auch noch eine Einstellmöglichkeit?



Den Anhang 127872 betrachten
Das Hintergrundrauschen ist sehr stark. Ist das immer so? Bei mir liegt das im Schnitt bei -87dB. Es gibt aber immer wieder Zeiten, zu denen das Signalrauschen (über einige Stunden) stark zunimmt und danach plötzlich wieder runtergeht. Das sind externe Störquellen.
Etwas dunkler wird das Bild, wenn du den FarbRegler im roten auf -50 hochziehst.
 
Das Hintergrundrauschen ist sehr stark. Ist das immer so? Bei mir liegt das im Schnitt bei -87dB. Es gibt aber immer wieder Zeiten, zu denen das Signalrauschen (über einige Stunden) stark zunimmt und danach plötzlich wieder runtergeht. Das sind externe Störquellen.
Etwas dunkler wird das Bild, wenn du den FarbRegler im roten auf -50 hochziehst.
Das Hintergrundrauschen ist immer so ja. Das Verschieben der Regler rechts hat keinerlei Erfolg gebracht - egal in welcher Stellung.

Des Rätsels Lösung war der "Visual Gain" - Regler. Der stand nicht auf Null.
1000 Dank an Eberhard, der den entscheidenden Tipp gegeben hat (y)
 
...gerade eben...ein absoluter Prachtkerl...
1582128925942.png


Ich habe meine beiden Antennen jetzt so ausgerichtet, dass ich ca. 60 % der von GRAVES "beleuchteten" Fläche abhören kann....schaun mer mol...
Lg E.
 
Zuletzt bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben