Mini Newton Selbstbau - Erfahrungsbericht

komposer

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Hallo,

als ich im Internet auf diesen Hauptspiegel für 29 Euro gestoßen bin: GSO Parabolic Primary Mirror 4.5" / 114 mm f/4, musste ich meinen 2. Selbstbau angehen. Der erste war sehr dürftig und primitiv: Mini Teleskop 76/300mm - viele Baustellen

Dazu war nur ein 31mm Fangspiegel vorrätig und der ist schon sehr knapp bemessen. Ein richtiger Okularauszug war nicht denkbar aber ich wollte den eh aus einem HT Rohr basteln.
Außerdem wollte ich den F4 Spiegel mit einer 90mm Blende auf F5 abblenden. Ca. 125mm hatte ich vom Fangspiegel bis zum Fokus eingeplant.

Materialien sollten alle aus dem Baumarkt vor Ort kommen und so blieb als Tubus ein KG Rohr DN160 mit 500mm Länge übrig.
Also 80mm Radius und so blieben noch 45mm Für OAZ und Auflagemaß der Asi662mc / Asi462mm übrig.
kg-rohr-oben-oaz.jpg


Für den OAZ wollte ich ein Stück DN40 HT Rohr und Muffe verwenden. Für das 1,25" Steckmaß reichten ein paar Stücke Filzgleiter.
Das Auszugsrohr habe ich an 2 Seiten an Gewindestangen befestigt und mit Flügelmuttern versehen. Die Gewindestangen sind am Tubus verschraubt

Die Hauptspiegelzelle sieht so aus:
hs-zelle.jpg


Kopfzerbrechen bereitete mir die Fangspiegelspinne und die Befestigung der Streben.
Material: 0,75mm dickes Stahlblech, 25mm und 12mm Buche Rundstab
Ich habe mich schließlich entschieden die 4 Streben in Schlitze am Mittelstück zu kleben. Genauso die Enden an kleine 12mm Holzstücke, die ich dann an den Tubus schrauben konnte.
Der Fangspiegelhalter ging recht schnell und unproblematisch. Gleich im ersten Anlauf hatte ich ein schönes Stück im 45° Winkel zurechtgesägt.
In das 25mm Mittelstück passten keine M4 Einschraubmuttern, so dass ich hier einfache Schrauben für die Justage verwende habe.
Die 4 Schlitze exakt gegenüberliegend zu sägen brauchte mehrere Anläufe und richtig perfekt ist es leider nicht geworden.
So sieht das dann aus:
fs-spinne.jpg


Das ganze Projekt hat recht lange gedauert. Dies lag auch am dürftigen Werkzeug und mangelnder Erfahrung aber hier nun der fertige Selbstbau auf meiner alten EQ2:
tubus-hinten.jpg

tubus-schräg.jpg

tubus-vorne.jpg


Die Justage am Abend war nicht einfach. Ich wollte die 3 übliche Schritte durchgehen aber das war bei dem kleinen Fangspiegel mit 25mm Mittelstück nicht leicht.
Den Hauptspiegel konnte ich aber recht gut auf den FS ausrichten.

Zum Glück spielte das Wetter mit und ich konnte einen ersten kurzen Test machen.

1. 25mm Okular

HT Rohr etwas rausgeschraubt und gleich der erste Erfolg: Fokus gefunden !
Aber schon eine fummelige Angelegenheit. Da ist schnell eine Verkippung zu sehen und ich muss an beiden Seiten die Schrauben passend verstellen bis die Sterne über einen größeren Bereich punktförmig bleiben.
Der Mond war anschließend aber schon ein schöner scharfer Anblick.

2. Asi662mc
Beim Okular war der OAZ knapp über 15mm ausgezogen und aus Erfahrung am Dobson wusste ich, dass ich bei der Kamera ca. 15mm rein muss.
Und das passte dann zum Glück auch gerade so.

Auch hier wieder nicht leicht den Fokus gleichmäßig einzustellen aber mit etwas Übung wird das in Zukunft schon schneller gehen.
Im Prinzip muss ich mich links und rechts separat herantasten bis das Bild auf beiden Seiten möglichst gleichmäßig scharf ist.

Hier meine ersten Ergebnisse:

1. Mond (recht tiefstehend bei lausigen Bedingungen als 2 Teile Mosaik)
Moon_220926_223315_RGB_450mm.jpg


2. Sternabbildung (nur 3 x 5 Sek. Summenbild)
Zielbild_2.jpg

Gar nicht so schlecht wie es das erste Livebild vermuten ließ. Die Verkippung war zuerst stark sichtbar und die Sterne nur in Zentrum scharf.
Aber mit viel Geduld an den Schräubchen hat mich die Sternabbildung doch zufrieden gestellt.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger ...
Ein Teleskop selber bauen ist immer etwas schönes. Es ist etwas " eigenes ".
Der Weg ist das Ziel. Genau dieses " zählt " !
Dein gesamter Eigenbau bildet z.B den Mond auch für mich " brauchbar " ab.

Gruss
Marco
 
Moinsen Holger,
einfach klasse! MIt so einfachen Mitteln ein durchaus wertiges Teleskop zu bauen - prima- Und wenn Du vorn dann den passenden Muffenstopfen findest und hinten einen Deckel (beide ca 2-3€ / Ostendorf), kannst Du den Newton beim fiesesten Wetter draussen lassen. Jeder andere k*ckt da ab; Deiner lächelt nur drüber.

Grüßles Hannes
 
Danke für die netten Worte.

Man ist natürlich neugierig und nutzt jede Gelegenheit um das kleine Röhrchen auszuprobieren.
Heute, trotz dünner Wolken, musste die Sonne herhalten:
newton-einsatz-sonne1.jpg

newton-einsatz-sonne2.jpg

Sonne_230926_102609_G_450mmc.jpg

Die alte EQ2 trägt den leichten Zuwachs ziemlich gut.:D

Das gleichmäßige Fokussieren ging jetzt auch schon flüssiger von der Hand, alles Übungssache.
Das M4 Gewinde erlaubt da aber eine sehr feinfühlige Einstellung.

Gruß,
Holger
 
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