OMEGON Dobson PUSH+ Umbau auf Drehbeschlag für leichtere Azimuteinstellung | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

OMEGON Dobson PUSH+ Umbau auf Drehbeschlag für leichtere Azimuteinstellung

Hallo zusammen,

vermutlich sind hier wenige unterwegs mit einer Omegon Push+ Montierung. Dennoch hier ein Umbaubericht für die Azimutlagerung.

Bei meinen ersten beiden bescheidenen Beobachtungsnächten fiel mir direkt auf, dass die Teflonlagerung (3 Scheiben) eine viel zu hohen „anfangs“-reibung hat. Sobald ich diese überwunden habe, schoss die Drehplatte der Montierung immer 1-2cm über das Ziel hinaus. Damit war nichts präzise einzustellen.

Eine weitere Lagerung mit anderen Teflonscheiben wollte ich nicht riskieren und habe mir einen sogenannten „Drehbeschlag“ gekauft. Der besteht aus 2 Metallringen mit duzenden eingelegten Stahlrollen und läßt die Ringe sanft übereinandergleiten. Ich habe die 450mm Variante mit 300kg Tragkraft gewählt (ca. 40,-€).

Mithilfe eines 3D Druckers habe ich mir dann ein kleines Tool gedruckt, um den Mittelpunkt des Beschlags herauszufinden. Der Drehbeschlag wird auf die Grundplatte der Montierung gelegt und grob mittig ausgerichtet. Das Tool wird in das Schraubenloch der Basisplatte gelegt und im Kreis gedreht. Damit richtet sich der Beschlag mittig aus. Anschliessend habe ich diesen mit ein paar Holzschrauben fixiert.

Da der Abstand zwischen Basisplatte und Montierung (Drehplatte) nun ca. 6mm höher ist, war noch ein passender Ausgleichsring nötig, den ich ebenso gedruckt habe.

Dann kam der spannende Moment bzw. „Hochzeit“ zwischen den Platten und siehe da, die Montierung gleitet softig über die Basisplatte. Das war mir allerdings zu weich und so habe ich mir noch eine Friktionsbremse entworfen, diese aber nach der gestrigen Beobachtungsnacht noch mal komplett überarbeitet. Eine M10 Schraube, montiert in einem Kunststoffwinkel drückt gegen einen Gleitblock, in dem eine Kugelschreiberfeder steckt. Auf der der Montierung zugewandten Seite habe ich eine Filzplatte aufgeklebt. Über die Schraube läßt sich nun dere Anpressdruck super anpassen und auch kleine Unrundheiten der Platte werden so (über die Feder) ausgeglichen.

Wer tatsächlich so eine Montierung hat oder sich Details für einen eigenen Umbau an einem anderen Typ holen will, findet das ganze bei Thingiverse: https://www.thingiverse.com/thing:4633702

Grüße

Hartmut
 

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AstroPZ

Mitglied
Hi Hartmut,

danke für die Bauanleitung.

Ich hab' so eine Push+ Montierung.
Bei mir funktioniert alles einwandfrei.

Man kann doch den Druck auf die Teflonscheiben durch die Schraube in der Achse einstellen.
Ist die vielleicht zu stark angezogen?

Gruß
Peter
 
Hallo Peter,

konnte die Schraube anziehen, wie ich wollte, lose, fest, nix zu machen. Bei "zu lose" wurde die Encoderscheibe nicht mitgenommen und ich habe wirklich sehr feinfühlig justiert.
Ich habe es auch mit etwas Titanfett auf den Scheiben versucht. Die Wirkung war minimal. Hab irgendwo gelesen, dass man das mit dem Fett eigentlich nicht machen sollte.
Dann war ich das ganze leid und hab mich für den Umbau entschieden.

Letzte Nacht dann das erste mal mit dem Umbau draussen gewesen und ahhh, was für ein Unterschied, abgesehen von der Bremse. Die hab ich ja noch mal neu konstruiert. Jetzt gefällt mir das. :)
Allerdings ist auch die Höheneinstellung auch nicht so sanft, wie es sein sollte. Wenn ich die äußere Stoppmutter im "gefühlten" Hundertstel mm Bereich justiere, bekomme ich das schon einigermaßen hin, aber man sieht dann, wie sich dann zwischen Schwalbenschwanzaufnahme und der großen Teflonscheibe ein Lichtspalt auftut bzw. sich diese verkanten.
Vielleicht ist mein Skywatcher 200/1000PDS ja doch schwerer als das Original Newton, was auch im Bundle geliefert werden kann.
Werde heute Nacht noch mal probieren. Das Wetter scheint ja jetzt hier im Bergischen Land so einigermaßen günstig zu bleiben. Sind hier eher im Regenloch...

Grüße

Hartmut
 

AstroPZ

Mitglied
Hi Hartmut,

sehr seltsam so ein krasser Unterschied.
Ich habe allerdings den Omegon Newton 150mm/750mm/f5 auf der Montierung.
Der ist leichter und kleiner. Vielleicht macht das so viel aus.
Beim Azimuth Lager sollte mM die Schraube gerade so locker sein, dass die Box nur noch durch das eigene Gewicht auf den Teflon-Pads aufliegt. Fett braucht Teflon natürlich nicht. Beim Azimuth gibt es auch kein auftretendes Drehmoment, daher so locker wie möglich einstellen so dass nur noch die Reibung des Teflons wirkt (soweit die Theorie ;) ).

Also meine Kombination als Tischdobson ist wirklich brauchbar.
PushTo funktioniert. Ist natürlich keine Super Montierung.

Gruß
Peter
 
Hallo Peter,

jep, die liebe Theorie... oder ich als Anfänger hab was grundlegendes falsch gemacht. Möchte ich nicht ausschliessen. Soweit ich mich erinnere, war die Montierung ohne Belastung durch den Tubus recht leicht drehbar, aber ich hab da gar nicht so drauf geachtet. Das Entscheidende war ja die Überwindung der anfänglichen Reibung. Die macht sich dann erst bemerkbar, wenn man mal wirklich durchs Okular blickt und bei langen Brennweiten was zentrieren will. Jedesmal beim korrigieren des Azimut war das Objekt direkt verschwunden, da ich über das Ziel hinausgeschossen bin. grrrrrr....

Aber nu ist sowieso alles neu und ein Rückbau kommt nicht in Frage, obwohl möglich. :)

Grüße

Hartmut
 

AstroPZ

Mitglied
.... Soweit ich mich erinnere, war die Montierung ohne Belastung durch den Tubus recht leicht drehbar, aber ich hab da gar nicht so drauf geachtet. Das Entscheidende war ja die Überwindung der anfänglichen Reibung. Die macht sich dann erst bemerkbar, wenn man mal wirklich durchs Okular blickt und bei langen Brennweiten was zentrieren will. Jedesmal beim korrigieren des Azimut war das Objekt direkt verschwunden, da ich über das Ziel hinausgeschossen bin. grrrrrr....

Aber nu ist sowieso alles neu und ein Rückbau kommt nicht in Frage, obwohl möglich. :)
Ja, die Haftreibung muss überwunden werden, dass ist der prinzipielle Nachteil von Gleitlagern.

Ich weiss ja nicht welche "Riesenvergrösserungen" du benutzt. Dabei könnte es zu Problemen kommen.
Wenn du jetzt eine Verbesserung hast, ist das natürlich gut.
Die Teflon Gleitlager sind schon ein Problem.
Deswegen gibt es auch bessere und schlechtere Dobsons. Das muss gut "austariert" (Grösse der Fläche zu Gewicht) sein.

Vielleicht muss man das "Pushen" auch ein bisschen üben. ;)

Gruß
Peter
 
Hab schon versucht, das pushen feinfühlich zu starten, also ein Finger unten an der Basisplatte zur Abstützung, mit dem anderen dann die eigentliche Montierung "gepusht". Hoffe, Du verstehst, wie ich das meine...

Zur Vergrößerung... ich habe ausser dem meines Erachtens nach recht guten beigelegten 28mm 2'' Skywatcher mal die von einem LIDL Refraktor (Bj. 2003) noch vorhandenen "Plastikokulare" 20 / 12,5 / 9 und 4mm eingesetzt (übel, übel, aber kommt ja noch was neues...). Also grundsätzlich war das Problem des "rausschiessens" bei jedem Okular vorhanden.
Aber auch das gleiche Problem bei SkySafari 6.x auf dem Smartphone.

Und ja, üben muß ich eigentlich noch alles ;-) , aber das macht ja den Spass aus.

Grüße

Hartmut
 
Hallo Hartmut, @elythomaslumber ,

Klasse Arbeit! Danke für den Bericht und die Beschreibung. Klingt bei Dir nach MacGyver mit 3D-Drucker! Gratulation zu Deiner tollen Umsetzung!

Ich habe mit meinem Galaxy 10" Dobson ähnliche Reibungseffekte und will diese auch verbessern. Deshalb experimentiere ich gerade mit einem ähnlichen Beschlag wie Du schon fertig hast und baue mir eine neue Rockerbox auf. Ich werde ein Axial-Rillen-Kugellager mit Außen-Ø 200 mm verwenden. Das 2 kg Stahl Monstrum kommt für einen ähnlich kleinen Betrag von knapp€ 50 in die Werkstatt. Ich fräse mir dafür allerdings in die zwei Drehscheiben der Rockerbox eine Nut zur Aufnahme des Lagers. Damit verschwinden die 31 mm Höhe bis auf einen ca. 4mm Spalt zwischen den beiden Holzplatten.

kugellager.jpg


Das Kugellager habe ich von einem französischen Kugellager Spezialisten der ein riesiges Angebot an Gleit-, Nadel, Kugellager etc. hat. Ich konnte bei meiner Recherche aber nichts über 200 mm Durchmesser finden. Mit dem Stichwort "Drehbeschlag 300kg" aus Deinem Beitrag oben bin ich jetzt sofort in der Bucht gelandet und habe dort Beschläge finden können die dem aus deinem Bericht sehr nahe kommen: Außen-Ø 450 mm, Tragkraft 350 kg, Höhe 15 mm. Sehr interessant. Der Beschlag in der Bucht wird dort als Kugellager ( mit Kugeln ) beschrieben, Du hast aber von einem Nadellager mit Stahlrollen gesprochen. Deshalb bin ich nicht sicher ob es der Beschlag ist den Du verwendest? Woher hast Du den Beschlag? Mich interessiert das Gewicht Deines Beschlags? Du hast ihn nicht zufällig gewogen? Oder hast es irgendwo in der Beschreibung stehen?

Ich lese aus Deinem Bericht raus, dass Du Dich weiter mit ähnlichen Überlegungen zu Optimierungen an Deiner Rockerbox beschäftigst. Deine Anregung und Lösung zur Friktionsbremse, tolle Idee und Umsetzung. Ich denke ich muss mir endlich auch mal einen 3D Drucker gönnen. Aktuell löse ich solche Konstruktionen mit Hartschaum PVC Tafeln die ich mir passend zuschneide und für dickere Konstruktionen aus 2, 3, 5 und 10mm Schichten mit "Dachrinnen-Kleber" zusammen klebe. Der Kleber verflüssigt die PVC Oberfläche der einzelnen Schichten und nach dem verdunsten des Lösemittels sind diese so stark miteinander verklebt als wären sie aus dem 3D Druck. Ich habe mir damit eine ähnliche Bremse gebaut. Als Gewinde habe ich eine M8 Rampamuffe und einen Sterngriff mit M8 Schraube verwendet.

Noch eine Parallelität zwischen Deiner und meiner Konstruktion habe ich über den Link zu thingiverse bzw. in einem Deiner Fotos entdeckt. Du hast Dir wie ich zwei Höhen-einstellbare Füße gebaut bzw. umgebaut! Interessant! Meine noch verwendete Original-Rockerbox habe ich mit zwei absolute Drehgeber zur "PushTO" Box ergänzt und dabei festgestellt, dass nachdem man die Rockerbox ins "Wasser" gestellt hat, man viel genauere Drehergebnisse im Azimuth erzielen kann. Die ursprüngliche Rockerbox hatte keine Höhenverstellung nötig, da sie ja nicht als "PushTO" Box auf die Welt kam. Ich habe die Höhenverstellung jetzt mit Füßen mit M8-Schraube, 10 cm Ø gefrästen Multiplex-Holzscheiben zum Drehen und Einstellen und der Gewinde-in-Holz-Allzweck-Waffe Rampa-Muffe gelöst.

Gab es bei Deiner Box eine Höhenverstellung? Oder war es von Beginn an auch nur "feste" Füße?

Noch etwas würde mich interessieren. Das Drehlager in den beiden Holz-Kreisplatten, wie ist es bei Dir aufgebaut? Ich hatte ursprünglich eine M8-Schraube in einem Stahlröhrchen in einer eigentlich zu großen Bohrung. Platt ausgedrückt: Schraube in Loch. ;) Da gab es dringenden Verbesserdungsbedarf, da ich die beiden Platten gut 1 bis 2 mm gegeneinander verschieben konnte! Bei einer Nicht-PushTO-Box ist das kein wirkliches Problem, mit meinen Drehgeber sind das dann gut 2° Positionsverschiebung.

Für den Neuaufbau der Box habe ich mir deshalb für knapp € 2,50 entsprechende Kunststoff-Gleitlager besorgt, mangels 3D Drucker. Die Lager haben eine H7-Passung, wenn sie in Stahl eingepresst werden und eine "echte" 8mm, H7-Passung Achse verwendet wird und nicht eine im Durchmesser eher zu kleine M8-Schraube als Welle herhalten muss. Ein Freund dreht mir gerade eine passend, genaue Achse auf seiner Drehbank aus Messing!

Ich hatte zuerst als Ergänzung / Umbau zur PushTO Box Drehgeber von Geoptik, die per Bluetooth mit Skysafari kommuniziert haben. Ich habe gelesen du setzt Skysafari ein. Mit der Kombination mit Skysafari bin ich aber nicht klar gekommen. Teilweise waren es Software, Kommunikatonsprobleme und gepaart mit Toleranz ( Schraube in Loch ) und Einstellprobleme. Ich konnte die Geoptik Lösung zurückgeben und habe dann neu bei null mit absoluten Drehwinkel-Gebern angefangen. Trotzdem würde mich interessieren, wie geht es Dir mit Skysafari?

Ich wünsche Dir viel Spaß und Freude an Deiner Optimierung und immer klare Sicht in den Himmel! MünchenBeiNacht-Ewald
 
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Hallo Ewald,

besten Dank für Dein Feedback! Ich picke mir mal deine Fragen raus:
  • Das das Ding Drehbeschlag heißt, war mir bis dahin auch nicht bekannt. Meine erste Idee war der Einbau von Rollenlagern, also eine Stahl- oder Nylonkugel in einen offenen Käfig und dann 3 Stück davon montieren. Ich hab das dann aber fallengelassen, da diese ja frei auf der Respopaloberfläche der Unterseite der Drehplatte laufen. Da gibt sicherlich Laufrillen oder Laufwege. Bei der Recherche dann auf diesen Drehbeschlag gekommen. Den gibt’s über AMAZON in diversen Größen:
  • https://www.amazon.de/dp/B07YSM1JRZ...jbGlja1JlZGlyZWN0JmRvTm90TG9nQ2xpY2s9dHJ1ZQ==
  • Im Original und möglicherweise in besserer Qualität über einen Östreichischen Versender, hergestellt durch „Häfele“ (Kugellager): https://www.heimwerkertools.com/sch...le-drehbeschlag-3600-drehbar-tragkraft-300-kg
  • oder etwas preiswerter in den Auführung 320, 400, 600 und 800mm beim gleichen Versender, offensichtlich auch durch Häfele hergestellt: https://www.heimwerkertools.com/sch...ciak-aus-metall-3600-drehbar-tragkraft-300-kg
  • letztere ist meine Version. Nun sehe ich, dass dort Kugellager steht, aber ich meine in dem Schlitz zwischen den beiden Ringen Rollen gesehen zu haben, kann mich aber irren. Der Versand ging recht schnell, Verpackung war gut und Porto nur 4,50€.
  • Gewogen habe ich ihn nicht, aber er war gefühlt viel leichter als er aussieht. Ich vermute, dass es Alu-Druckguss ist. Eine Beschreibung und Gewichtsangabe waren nicht dabei.
  • Es gibt da noch andere Typen, die viel preiswerter sind, aber mir bzw. der Montierung nicht gepasst haben: https://www.heimwerkertools.com/sch...le-drehbeschlag-3600-drehbar-tragkraft-100-kg
  • Zu den Füßen: hier war mr der Abstand der mitgelieferten Füße zum Boden zu gering, auch wenn sie einstellbar waren.Die Einstellerei ist damit zu fummelig, da ich mit der Hand unter die Platte mußte. Also hab ich mal andere Füße kreiert mit mehr Bodenabstand und sie ragen aus der Bodenplatte heraus. Damit kann ich sie schon aufgrund ihres größeren Durchmessers besser einstellen. Ausserdem konnte ich bei der Konstruktion mich mit FUSION360 üben. Es macht halt Spass, zu konstruieren, zu drucken und dann das ganze in Funktion zu sehen. Wenns dann nicht passt, einfach neu machen oder verbessern.
  • SkySafari 6.x läuft auf meinem etwas älteren Huawei Androiden recht gut. Die Kontaktaufnahme über BlueTooth dauert aber 1-2min bis zur Kopplung; klappt aber immer, ist aber ungewöhnlich. Danach ist die Verbindung stabil. Ich werde mir aber noch ein Tablet holen, da mir der Bildschirm zu klein ist. Ansonsten geht das einstellen (PUSHTo) gut. Vermutlich bei weitem nicht so optimal wie ein GoTo. Mein Problem ist ein wenig, das Zielobjekt bei Dunkelheit ins dunkle Fadenkreuz des Suchers genau mittig zu positioniern. Je nachdem wie ich da gebeugt reinschaue, liegts mal ausserhalb der Mitte und mal zentriert. Aber das sind sicher Anfängerprobleme und ich bin eigentlich Brillenträger, setze das Ding aber beim durchschauen ab. Abhilfe könnte ein Sucher mit Beleuchtung schaffen. Generell finde ich das Objekt aber immer im Übersichtokular problemlos (28mm). Es hat halt nur Auswirkungen bei der Einstellung der Referenzobjekte.
  • Ich habs in der Wohnung mal mit Cartes du Ciel versucht. Die alte Version 4.0.x funktioniert zusammen mit den OMEGON Encodern relativ gut (Positionierung sehr gut). Negativ ist, dass dieses Programm schon mal einfriert bei gewissen Aktionen. Dann muß ich neu starten. Da bastel ich aber noch dran. Ganz schlecht ist die neue Version von Cartes du Ciel 4.2.x Hier ist das Problem, dass man einen zusätzlichen Treiber (Interface TCP/IP nach Bluetooth) installieren muß, der separiert wurde. Jetzt ins Detail zu gehen, was da alles nicht geht, würde zu weite führen. Ich hab erst mal wieder die alte SW installiert…
  • Zum ausrichten der Rockerbox: ich habe mir schon vor langer Zeit mithilfe eines Arduino und eines Beschleunigungssensors eine „Astro-Box“ gebaut. Die lege ich auf die Plattform der Rockerbox und kann auf einem OLED Display 100% genau Abweichungen aus der Waage ablesen und die mit meinen Füsschen ausgleichen. Die Astro-Box ist aber von der SW und vom Aufbau so komplex, dass sie nicht zum Nachbau geeignet ist.
  • 3D Drucker: ist ehrlich gesagt ein Hobby für sich. Ich drucke jetzt seit einem jahr fast täglich auf 2 Druckern; wenn Du nicht gerade eine 2000,- Euro Maschine hast, sondern einen China – Kracher wie ich und die meisten anderen, mußt Du Dich damit einigermassen intensiv befassen. Da ist immer was dran zu schrauben und zu tun und ich lerne permanent dazu. So ein Ding kann man dann aber wirklich für viele Hobbies einsetzen: Elektronik, Modellbau, Astro, Vogelfutterhäuser, Deko und ein paar Ersatzteile für Toaster, Dunstabzughaube usw. habe ich auch schon entworfen und gedruckt. Wenn man das aber wirklich mit viel Spass betreiben will, kommt man um das konstruieren mithilfe von CAD Programmen nicht drum rum. Ich nutze Fusion 360 als kostenlose Profi-SW. Da gibt’s so viele Tuts auf Youtube. Einfach ganz klein anfangen mit einem Würfel, dann Kanten abschrägen, Bohrungen setzen, Gewinde setzen,… usw. und immer ausdrucken und schauen, was rauskommt und sich verbessern…
  • So, dann hattest Du noch Probleme mit einer zu großen Bohrung in der Mitte der Platte. Die passt bei mir aber 100% (M10) Schrauben, die in eine Scheibe mit angeformtem Führungsrohr eingeschraubt wird. Es steckt also von oben eine Schraube als auch eine von unten drin. Beide Schrauben muß ich feste anziehen und das ganze Gebilde ist auch 100% mittig und eiert nicht. Wenn Das Loch bei Dir zu groß ist, würde ich mir mit meinem 3D Drucker eine Hülse drucken, die die zu große Bohrung ausgleicht 😊
So, das war ein langer Text. Hoffe ich hab nichts übersehen… Zurzeit bastele ich noch an einer kleinen LED Beleuchtung mit ein paar 650nm LED´s, dimmbar. Das Ding möchte ich an die Rockerbox schrauben, damit ich ein bischen was sehen kann, wenn ich z.B. die Okulare wechseln usw. Die Elektronik läuft schon sehr gut und das gehäuse ist gerade im Druck. Das ganze ist zum Nachbau geeignet, da recht simpel. Ich werde das hier mal im forum vorstellen und bei Thingiverse hochladen.

Bis dahin und viele Grüße nach München,

Hartmut
 
Hallo Hartmut,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Ich sehe schon Du hast Dich ähnlich intensiv mit dem Thema beschäftigt wie ich. Ich weiß jetzt, sollte ich mit meinem 200mm Kugellager nicht zu Recht kommen, was ich mir wo holen muss. Leider hatte ich diese Woche keine Zeit mich um den neuen Dobson zu kümmern. Ich baue mir in jeden Fall eine neue Rockerbox, nur so bekomme ich das Dreh-Achsenthema in den Griff. Außerdem brauche ich neue Seitenwangen, da ich größere Handräder an den Newton bauen will.

Die neue Rockerbox, bekommt in jeden Fall ähnlich Deiner Variante einstellbare Füße. Bei meiner ursprüngliche Box war das überhaupt nicht vorgesehen. Ohne eine manuelle oder motorische Nachführung war dies auch gar nicht notwendig. Mein Problem mit Skysafari war, abgesehen von der mechanischen Genauigkeit, dass ich es nie geschafft habe einen zweiten Stern anzulernen. Skysafari hat mich bei der Teleskop Kalibration mit Meldungen in der Art beglückt: Stern zu weit weg, Stern zu nah da, Stern zu hoch, Stern zu niedrig, mit diesem Stern kann keine Kalibrierung durchgeführt werden .... es war sicher eine Verkettung von allen möglichen Effekten und Problemen. Gut zu wissen, dass es aber mit Skysafari wie bei Dir doch klappen kann.

Dass 3D-Druck quasi ein eigenes, intensives Hobby und Projekt ist, ist mir völlig klar. Dazu fehlt mir im Moment die Motivation und die Zeit. Wenn ich jetzt frei Zeit habe und das Wetter mitspielt sind meine Frau und ich mit dem Dobson unterwegs. Dein Angebot mir eine passende Buchse zu drucken ist total freundlich. Danke. Aber ich habe es im Moment mit einer käuflichen Buchse von igus.eu gelöst. Stückpreis € 2,64 - IGUS ist eine Firma die auf Kunststoffverarbeitung und professionellen 3D-Druck spezialisiert ist. Die bieten auch spezielle Materialien für 3D-Drucker an und bieten darüber hinaus sogar einen 3D-Druck Service an. Schau mal rein, das könnte Dich interessieren. Bei mir stand nach meiner Bestellung prompt ein Berater auf der Matte und hat mir einen Musterkoffer da gelassen, der zeigt was IGUS alles kann und einen kurzen Überblick über das Portfolio gegeben. Sehr interessant.

Berichte wie es bei Dir weitergeht. Da interessiert sicher nicht nur mich.

Liebe Grüße und immer gesund bleiben.

MünchenBeiNacht - Ewald
 
Hallo Ewald,

Einstellbare Füße:
Ich habe mir zusätzlich noch ein paar Holzplatten (10x10cm) aus Restholz gesägt für eine grobe Ausrichtung. Die Verstellung per Gewinde ist dann die Feineinstellung. Geeignete Füße sollte es im Baumarkt geben oder per Internet, eventuell aus dem Bereich „Maschinen“. Wichtig ist für mich, dass man sie ohne Werkzeug und Fummelei unter der Rockerbox einstellen kann.

SkySafari:
Bei SkySafari ist es wichtig zu wissen, dass der zweite Kalibrierungsstern mindestens 10°, maximal 30° entfernt sein muß/darf. Man muß sich also in diesem Fenster bewegen, sonst kommen die benannten Fehlermeldungen. Als Anfänger habe ich mir da ein Hilfsmittel zur Ausrichtung konstruiert. Auf die (feststehende) Zentralschraube der Rockerbox habe ich eine kleine Kunststoffscheibe(50mm) gesteckt (3D Druck). Von der Zentralscheibe ausgehend habe ich mir dann auf die Rockerbox-Plattform eine Linie parallel zum Teleskoptubus gezeichnet. Die Linie dreht sich also mit und zeigt immer in die Richtung, in die der Tubus schaut. Die Schraube bzw. Scheibe bleibt bei der Drehung stehen. Auf diese Scheibe habe ich eine zweite bewegliche Scheibe (200mm) mit 360° Teilstrichen aufgesteckt. Mithilfe dieser „Winkelscheibe“ kann ich nun sehen, wie weit ich das Teleskop azimutal gedreht habe. Beispiel: ich stelle den Tubus auf Polaris ein. Der gezeichnete Strich zeigt nun auch in Richtung 0°. Ich stelle die Winkelscheibe auf 0° ein. Nun bewege ich das Teleskop azimutal in Richtung des Zielobjekts und sehe an der Winkelscheibe, wie weit ich gedreht habe. Die Überprüfung der Höheneinstellung kann ich per „Bevelbox“ ablesen (habe ich aber noch nicht). Das Ganze hilft mir, mich als Anfänger ein wenig besser am Himmel zurechtzufinden.

Grüße

Hartmut
 

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astroh

Mitglied
Hallo zusammen,

habe neulich diesen Betrag gelesen und mir gedacht, ich zeige mal meine Anwendung von der Push+.
Hatte sie mir vor längerer Zeit für mein Newton 200/1000 gekauft. Ist mir aber zum schnellen gucken zu unpraktisch.
Da mein Stativ von der HEQ5 nur rum steht habe ich diesen Umbau vorgenommen. Die Bilder sollen alles dokumentieren. Jetzt kann man bequem aufrecht stehen und auch ungeübte kommen damit gut zurecht.
Kleiner Nachteil: Der Aufbau ist nicht sehr stabil.
Vielleicht ist es für den einen oder anderen eine Anregung.

VG + CS
Horst
 

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