Hallo Stephan,
also ich versuche mal alles geordnet zu beantworten. Das ist ja doch ne ganze Menge an Fragen. Hier kommt ganz viel Input:
Nanotecmotoren sind vollkommen ok. Habe ich ja auch benutzt für meine Steeltrackmotorisierung.
Ich benutze auch den ATMEGA 8, allerdings nicht die 16TQ Gehäusebauform, sondern die im DIP Gehäuse. Ist einfach eine andere Bauform des gleichen Mikrocontrollers. Ich sockele prinzipiell den ATMEGA und jeden anderen IC auch, zum einfacheren Austausch. So ein Sockel kostet ja nicht die Welt. Ich brauche auch keinen ISP-Anschluss auf der Platine, weil wenn die Firmware einmal auf dem ATMEGA ist muss man da eigentlich keine Parameter mehr ändern. Der ISP-Anschluss ist nur nötig, wenn ich im Nachhinein noch an der Firmware rumbasteln will, was ja keiner macht, weil wir den Sourcecode eh nicht haben. Auch der Bootloader ist doch überflüssig. Es gab und gibt nie ein Update der Firmware, welches man über USB einspielen müsste.
Schau mal bitte hier:
http://www.jdfoerster.de/astronomie/doku_steeldrive.pdf
Auf der ersten und der letzten Seite sieht man wie die Platine aussieht. Das ist nur eine leicht andere Version als die oben dargestellte. Das Manual ist nicht aktuell und auch nicht fertig, also bitte nur als Orientierung nutzen und nicht als absolute Wahrheit. Die RJ12 Verbinder gibts bei Reichelt, auch die Kabel. Meine Platine ist, bis auf das eine SMD-Element, den UART, den ich ggfs. auch schon auflöten kann, nur einseitig zu bestücken und daher ganz einfach zu löten, ohne SMD-Gefummel. Wenn sich das Interesse steigert mache ich natürlich auch eine neue umfassende Bedienungsanleitung.
Ich bin durchaus bereit auch komplett aufgebaute Platinen anzubieten. Wenn das mehrere sind und man einmal im Löten drin ist geht das ja relativ flott. Pro Interessenten müsste man dann natürlich noch die Lastwiderstände klären, oder man lässt die weg, sodass sich die jeder selber noch einlöten muss, passend zum indiviuellen Motor. Es gibt auch kostenreduzierende Optionen, z.B. wird sicherlich nicht jeder einen Temperatursensor benötigen (Bei Newtons ist die Fokusdrift bspw. kaum vorhanden) und auch die LED kann man sich eigentlich einsparen.
Ich lasse meine Platinen, egal für welches Projekt, bei http://pcb-center.de/ (M&V Leiterplatten) herstellen. Natürlich hat meine Platine dann auch Lötstopplack. Die Qualität ist bei M&V sehr gut. Der Preis hängt von der Menge natürlich stark ab. Ich habe momentan drei Platinen hier liegen, die ich abgeben könnte, die haben mich 13 Euro pro Stück gekostet und für den Selbstkostenpreis gebe ich die auch her. Bei solchen Kleinmengen ist der eben so hoch. Wenn mehr bestellt werden reduziert sich natürlich auch der Preis drastisch. Bei 25 Stück lande ich wohl auch so bei 7 Euro. Müsste ich durchrechnen.
Eine Stückliste habe ich hier:
https://secure.reichelt.de/index.html?;ACTION=20;AWKID=171210;PROVID=2084
Die ist für die obige Version nicht ganz vollständig, sondern noch für den Vorgänger. Sollte es zu verstärktem Interesse kommen werde ich die aktualisieren.
Was da noch nicht beinhaltet ist, sind die Stromversorgungsbuchse, die gibts bei Conrad, ein 5V Netzteil und Bauteile für eine Handsteuerbox (wenn man die will) im Wesentlichen ein Kippschalter, zwei Taster und ein kleines Gehäuse, ein zweites Kabel und eine RJ12 Buchse waren in obigem Warenkorb schon drin.
Man kann sehr wohl als Privatperson bei Nanotec bestellen. Habe ich bereits mehrfach gemacht. Ich wüsste jetzt nicht wo das Problem liegt.
Also wie gesagt, Controller-Bespielen kein Problem, mach ich gerne, aber ich habe keinen passenden Adapter zum Bespielen der TQ Bauform, sondern nur eben für meine großen Käfer.
Bzgl. Endlagenschalter: Du siehst auf meiner Platine sehr wohl zwei Anschlüsse für je einen Endlagenschalter. Die kann man auch beide nutzen. Ich meine nur, dass auf dem Motorkabel (RJ12), da es 6 Pins hat, eine Leitung frei ist für einen ELS + Masse, logischerweise nimmt man da den Inneren ELS. so spart man sich ein zusätzliches Kabel von der Platine zum ELS. Der zweite ELS ist meiner Ansicht nach sowieso nicht nötig und dient z.B. nur bei Zahntriebauszügen zur Verhinderung von Schäden am Motor, wenn der Anschlag überschritten wird. Im Idealfall stellt man aber die maximale Schrittzahl gleich so ein, dass dieser Fall gar nicht eintritt. Bei Crayfords o.ä. ist das sowieso total egal, weil dann einfach nur die Welle durchdreht, wenn der äußerste Punkt erreicht ist und der Motor weiterdrehen will. Also kurz und knapp: Nur der innere ELS ist wirklich wichtig zur exakten Positionierung.
Ich habe meine Platine und meine Motorisierung für den Steeltrack sowohl an meinem Privatteleskop, als auch in meiner Vereinssternwarte in Betrieb. Sie funktioniert zuverlässig. Gerne könnt ihr vorbeikommen und euch das anschauen. Vllt mache ich mal ein Demovideo. ;-)
Als ich hoffe ich konnte einige Fragen klären. Gerne stehe ich für weitere Fragen zu Verfügung.
Viele Grüße,
Jan-David
PS:
Ich stelle die Platine nicht aus finanziellem Interesse her. Meine Entwicklung ist für jeden nicht-kommerziellen-Nutzer frei zugänglich. Es ist ein Selbstbauprojekt für uns Hobbastronomen und den Charakter soll es auch nicht verlieren. Für meine Anwendung mit dem Steeltrack habe ich die Steuerung hardwareseitig an mein Projekt angepasst und kleine Schwachpunkte, z.B. den für mich überflüssigen Schaltregler, oder den ISP-Anschluss, etc., abgeändert oder entfernt. An der Firmware habe ich keinerlei Änderungen vorgenommen, kann ich auch gar nicht. Die Programmierung des Mikrocontrollers geht gänzlich auf Thomas Westerhoff zurück. Ich stand bei der Entwicklung meiner Platine damals in regen Kontakt mit ihm. Auch möchte ich Thomas keine Konkurrenz machen. Er ist der Schöpfer des Stepperfocusers.