Hallo Roland,
alles Gut, ich habe keine Ambitionen speziell dieses Produkt oder diesen Hersteller zu verteidigen. Welche Qualitäten das Gerät hat, werden wir sehen, sobald es da ist.
Man sollte nur verstehen, daß die Maßnahmen im Schaltungsdesign, von denen Du sprichst, keine Frage der Herstellungskosten sind, denn Schutzdioden, sofern vorhanden, kosten für die Produzenten den Bruchteil eines Cents. Die Qualität solch eines Produkts ist also eine Frage des Schaltungsdesigns, und ob sich der im Preis niederschlägt ist m.A.n. eine Frage der Geschäftsführung.
Es gibt ein paar einfache Gründe, warum so eine Powerbox, egal von welchem Hersteller, für unsere Zwecke geeignet ist:
- Entkopplung von Energieversorgung und Datenverkehr
- Sternpunktförmige Energieversorgung der Komponenten
- Vermeiden von Erdschleifen
Die Aussage des genannten Herstellers bezüglich der Empfehlung, die Stromversorgung einzeln zu führen - am besten sogar mit getrennten Spannungsquellen, halte ich für problematisch, wenn nicht sogar gefährlich bis hin zu lebensgefährlich. Ich verstehe, warum man das empfiehlt: man verhindert auf diese Weise, daß durch einen Verbraucher aufgebrachte Oberwellen oder gar Spannungseinbrüche in der Stromversorgung auf andere Geräte auswirkt, und benötigt keine dicken Stecker/Kabel.
Man sollte aber, wenn man unterschiedliche Spannungsquellen verwendet, verstehen, daß man durch den Verbund dieser Geräte per USB einen Kurzschluss über das GND-Potential herstellt. Dies ist besonders gefährlich, wenn man Schaltnetzteile verwendet, was ja heute der Standard ist, da man sich selbst und die Geräte der Gefahr von Erdschleifen aussetzt. Ich hatte bei schlechten Netzteilen schon ein Potential von über 100 Volt gemessen - wer so einen Test machen will, kann einfach mal die Ausgänge diverser Netzteile mit einem Stromprüfer-Schraubenzieher testen. Es gibt genügend Geräte, wo das Lämpchen auf der Niedervolt-Seite anfängt zu leuchten!
Und deshalb gibt es eine sinnvolle Regel, wie man diese Erdschleifen von vornherein vermeiden kann: durch sternpunktförmige Versorgung, durch die Verwendung von Batterien oder Linearnetzteilen, oder durch die Verwendung nur einer einigen Quelle. Batterien und Linearnetzteile kann man zusammenschalten wie man möchte (das GND-Potential natürlich). Ich verwende ein 12V Linearnetzteil zusammen mit
einem 5V Schaltnetzteil, weil ich weiß, was ich tue.
Ich verwende den Raspberry Pi (RPi) als Mini-Computer, der hat zwar genügend USB-Ports dabei, aber er belastet durch den hohen Eigenverbrauch die Stromversorgung der USB-Buchsen mit Oberwellen. Da ist also eine Entkopplung des Datennetzes und Stromnetzes von Vorteil. Ein ebenfalls sternpunktförmiger Zusammenschluß des Datennetzes ist auch hier von Vorteil.
Und wenn man beide Sternpunkte zusammenbringt, die der Stromversorgung und die des Datennetzes, dann hat man das Maximum getan, und das kann mit so einer Powerbox leichter erreicht werden. Wer das noch etwas verbessern möchte, kann noch Ferrit-Ringe in die USB-Kabel einsetzen, oder besser welche kaufen, die diese schon eingebaut haben.
CS/Gruß
Andreas