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[Projekt: 21cm Wasserstoff-Linie]

Fritz Lensch

Mitglied
Hallo Wasserstoffler, :)
Zunächst einmal Danke an Michael die Rechnung stimmt genau ich hab das mit Blumendraht und einem TV LNC überprüft. Passt genau. Dann hab ich einige Aluminiumrohre besorgt und eine Halterung für meine Dosen gebaut was nun so ausschaut wie auf dem ersten Bild. Auch eine Prüfung mit dem Licht der Sonne war erfolgreich wie man auf dem 2. Bild erkennen kann. den Brennpunkt muss ich noch um 2 cm nach innen verschieben wo ich an der Gulaschdose neue Löcher bohren muss.
Morgen gibt es dann die ersten Messungen auf der Wasserstofflinie.
Michael@
Danke auch für die Aufklärung der Berechnung. So naiv wie ich bin glaubte ich das man mit den Minimum und Maximum Werten auch den Logarithmus ausrechnen kann. Aber der NF Ausgang de Empfängers hat an meinem Millivoltmeter etwas mehr wie 10 db angezeigt und das genügt mir fürs Erste.
Reinhard@
Hallo auch bei dir geht ja allerhand weiter und was ich da sehe ist Super. Und natürlich alles Perfekt nicht so Provisorisch wie bei mir mit Blechdosen und alles ein wenig wackelig. Ich hoffe aber es Funktioniert trotzdem.
 

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Fritz Lensch

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Hallo, es geht weiter die ersten Bilder hab ich irgendwo im Orion gemacht. Leider ohne Internet daher keine Zeitangaben. Und noch keine Skalierung. Also keine Messung mit Qualitätsansprüchen aber schön :);):confused::love: mit einem 80 cm TV-Satspiegel. Leider ist nun gerade Gewitter und Regen. Da geht halt doch nichts mehr weiter.
Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag und bei euren Versuchen viel Erfolg.
LG Fritz aus dem Bregenzerwald in Vorarlberg
 

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Michael_Haardt

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Es freut mich, dass die Rechnung half. Die ersten Bilder sind wirklich schön und das mit nur 80 cm, Gulasch und Sauerkraut. :)

@Reinhard_Lauterbach Vieles lernte ich nur, weil irgendwas nicht ging, und ehe man sich versieht, hängt man armtief drin und denkt: Was habe ich da nur wieder angefangen? Wenn's nach mir gegangen wäre, hätte das Öffnungsverhältnis einfach in der Produktbeschreibung gestanden. Hat es aber nicht, auch bei anderen Anbietern nicht, und ich dachte: Wieso bin ich der einzige Mensch, der Öffnungsverhältnis seines Spiegels nicht kennt? Das ist doch wichtig! Das kann man bestimmt mal eben irgendwo nachlesen. Ich fand irgendwann die Seite im Web und lernte, wie man das rechnet. Eigentlich dachte ich auch, ich kaufe den Leistungsmesser und die Speiseweiche, schließe das an und dann geht das. Tut's natürlich nicht so einfach. Ich baute mir für Kameratests eine Ulbrichtkugel, wie viele vor mir, verstand bei den ersten Versuchen dann nicht wie man damit misst, musste die Mathematik dahinter lernen und erkannte, dass viele Kugeln falsch gebaut sind, was wegen fehlender Kalibrierung nicht auffällt. So geht das immer. Ich bastele gerne was und von mir aus könnten die Dinge auch mal einfach so funktionieren.

Michael
 
Hallo miteinander,

es geht langsam weiter und ich kann mal wieder ein paar Bildchen zeigen:

02.jpg

Das Feed ist jetzt an der hoffentlich richtigen Position und mit den Haltestangen verstrebt, das macht es erstaunlich stabil.

Apropos "richtige Position", das war gar nicht so einfach. Als Hilfsmittel diente ein Fotostativ, auf das ich einen kleinen runden Tisch geschraubt habe (normalerweise ist da ein etwas größerer eckiger Tisch drauf, da thront immer mein Notebook wenn ich mit der Planetenkamera Aufnahmen mache, sehr prak-Tisch!). Der Tisch wurde auf die richtige Höhe eingestellt und in der Mitte der Schüssel positioniert, so konnte ich ganz bequem das Feed ausrichten und verschrauben:

01.jpg


Dem LNA habe ich aus den Resten des Ofenrohrs noch ein Häubchen spendiert:

03.jpg

Die unvermeidlichen Löcher an den Ecken und die Kanten habe ich mit selbstklebender Alu-Folie abgedichtet (sorry für die Farbe der Tischdecke, ich habe sie nicht ausgesucht...).

Dann kam die Elektronik-Outdoor-Unit dran:

04.jpg

Zu dem Gehäuse gibt es noch einen Deckel mit umlaufender Dichtung und passende Kabeldurchführungen sind bestellt.

Jetzt dauerts nicht mehr lange bis zu einem ersten Test mit noch liegender Schüssel. Stellarium sagt mir, dass die Milchstraße zwischen Schwan und Kepheus gegen 23:00 Uhr durch den Zenit läuft, also ganz gutes Timing ;).

Nun bin ich ganz guter Hoffnung, dass ich bald meine ersten Milchstraßen-Spektren posten kann.

Viele Grüße & CS,
Reinhard
 

Fritz Lensch

Mitglied
Gratuliere Reinhard. Schaut alles perfekt aus da bin ich schon sehr gespannt auf deine ersten Spektren. Du machst es aber auch sehr spannend. ;)
Auch bei dem 3m Spiegel auf der Sternwarte geht nun endlich etwas weiter heute habe ich vom Spenglermeister den Feed bekommen. Ich habe mich an den Rat vom Wolfgang gehalten und den Durchmesser des Holleiters auf 14 cm gewählt. Nun muss ich noch die Probe montieren und den Abstand des Kragens austesten. Dann sollte auch noch das Wetter für die Montage mitspielen.
 

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Hall zusammen,

@Fritz: Schickes Teil, frisches Kupfer sieht immer sehr edel aus.
Apropos "spannend machen": Naja, ich habe zur Zeit leider nicht unbegrenzt Kapazität und meine anderen Interessen möchte ich auch nicht vernachlässigen. Außerdem möchte ich nicht Alles immer auf- und abbauen, also muss ich langsam die wetterfeste Version fertig bekommen.
Aber ich kann berichten, dass ich letzte Nacht das Ganze schon mal mit dem Raspberry und der Astropeiler-Software in Betrieb hatte. Dazu später mehr, ich werde grade abkommandiert ;-).

LG & CS,
Reinhard

So, bin zurück.
Letzte Nacht habe ich so ab 23:00 Uhr einige Aufnahmen mit etwa 15 Minuten Abstand gemacht. Dazu habe ich das Batch-File genutzt, das bei Wolfgangs Image dabei war. Allerdings habe ich im Config-File die Integrationszeit auf 60s hoch gesetzt um das Rauschen zu verringern. Bei einigen Durchläufen hatte ich eine markante "Glockenkurve" auf der immer vorhandenen Hintergrundkurve drauf. In deren Mitte lag der schmale Peak des Local-Oscillators. Ich hoffe die "Glocke" stammte von detektiertem Wasserstoff. Was mich aber etwas wundert ist, dass dieses Signal innerhalb von nur einer viertel Stunde fast vollständig verschwinden kann... das hätte ich aufgrund der Beamweite nicht erwartet.
Als nächstes muss ich mal den shift-Parameter einfügen um den Störpeak raus zu schieben und mich mit Class befassen um den Grundpegel raus zu fitten. Dann gibt es auch die ersten screenshoots, "scrot" ist schon installiert und ausprobiert.

Viele Grüße & CS
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo in die Runde,

aaalso... wie hat Fritz in einem der weiter zurück liegenden Post sinngemäß so schön geschrieben: "wenn etwas auf Anhieb funktioniert, dann stimmt was nicht". Wie wahr, wie wahr! Wobei - eigentlich funktionierte es ja gar nicht. Ich will hier nicht ins Detail gehen, aber mein LNA-Board hat am Ein- und Ausgang die gleichen SMA-Buchsen... ;).
Heute über Tag habe ich alles nochmal kontrolliert und es in Ordnung gebracht, dann war natürlich am Abend Testen angesagt. Hier mal eines meiner ersten Ergebnisse:

mit-smartphone.jpg

Da sind Massen an starken Störungen drauf, aber das "Gebirge zwischen -100 und 0 km/s" sieht meiner Meinung nach tatsächlich nach einem Wasserstoff-Signal aus. Die Schüssel schaut zum Zenit und die Testaufnahmen habe ich zwischen 22:00 Uhr und 23:00 Uhr gemacht, da stand die Milchstraße zwischen Schwan und Kassiopeia da oben.

Einen guten Teil der Störungen konnte ich verhindern, indem ich während der Aufnahme mein Smartphone weiter weg vom Aufbau deponierte:

ohne-smartphone.jpg

Das sieht zwar nicht gut aus, aber schon deutlich besser.

Ich nehme an, dass ich mir einen guten Teil der noch vorhandenen Störungen selber einbrocke, denn mein Empfänger mit Raspberry steht nur etwa 3 Meter neben der am Boden liegenden Schüssel. Morgen sollen die Kabeldurchführungen für meine Filter- / Preamp-Elektronikbox kommen, dann kann ich die fertig machen und mit mehr Abstand testen. Wenn das nicht hilft, dann muss ich mich schon mal nach einem eigenen Hügel in der Eifel umschauen ;).

Soweit mein kleiner Bericht für heute.

Viele Grüße und ein gutes SNR,
Reinhard
 

Fritz Lensch

Mitglied
Gratulation Reinhard, zu deiner ersten Wasserstoffkurve. Ja diese Störungen sind lästig und das Wasserstoff- Signal ist ja so schwach im Vergleich. Lass mal den Pik weg und nimm nur von -100 bis +100 auf dadurch wird dann die die Kurve wesentlich höher. Allerdings auch die Störungen und das Rauschen. Ich würde mal dem Vorverstärker und dem Verstärker nach dem Filter ein Gehäuse aus Blech verordnen um Störungen aus dem Umfeld zu Dämpfen. Was nutzt das schöne Filter wenn nach dem Filter wieder andere Frequenzen direkt in die Verstärker einstreuen. Aber der Ansatz ist recht ordentlich und der Hügel unter 0 km/sec ist eindeutig für die Gegend. Weiter so und viel Erfolg.
 
Hallo Fritz,

ja den Bereich hatte ich schon mal auf - 150 bis +100 eingegrenzt und das hatte den von Dir beschriebenen Effekt, aber leider natürlich auch auf die Störungen.
Die Idee mit dem Gehäuse um den Verstärker nach dem Filter werde ich aufgreifen, Danke für die Anregung. Der LNA an der Antenne hat ja mittlerweile schon ein Blechgehäuse.
Das Meiste verspreche ich mir aber von der Vergrößerung des Abstandes der Outdoor-Einheit zu den potentiellen Störquellen.
Noch eine Frage zu "Class":
Hast Du die nötigen Eingaben irgendwie automatisieren können (und wenn ja, wie? ) oder tippst Du das immer wieder ein?

Viele Grüße und gute N8,
Reinhard

PS: Die spectrometer-Software erzeugt ja schonmal das File "latest.fits", somit braucht man nicht jedes mal einen andere Input-File anzugeben. Gibt es da eine Art Batch-Mode in Class?
 

Fritz Lensch

Mitglied
Hallo Reinhard,
So lange du mit Class arbeitet kannst du einfach mit der Taste Pfeil-Oben die letzten Befehle auf den Bildschirm zurück holen und brauchst nur die Nummer ändern. Sonst habe ich noch keine andere Lösung gefunden.
 

astropeiler

Mitglied
Hallo Reinhard,
ja, dass kann durchaus die Wasserstofflinie sein, die Du da siehst. Was allerdings ein wenig bedenklich stimmt, ist das Verschwinden nach kurzer Zeit. Wie Du zu recht schreibst, ist das bei der Beambreite nicht zu erwarten.
Mit allem digitalem Gezumpels sollte man in der Tat einen guten Abstand halten. Aber natürlich wird man in einer städtischen Umgebung immer einiges an Störungen haben. Ein Umzug auf einen Eifel-Hügel empfiehlt sich nicht unbedingt: Wir haben von uns aus eine schöne Aussicht auf Köln mit seinem Fernsehturm etc, auf die Radaranlagen von Köln/Bonn und Nörvenich, auf das Weltraum Radar in Wachtberg, auf diverse Windkraftanlagen mit ihrer Elektronik, auf die Dörfer mit ihren Sat-Empfangsanlagen mit undichten Kabeln ...... Also besser in ein lauschiges Tal wo man nur ein Bächlein murmeln hört :) .
Class Kommandos kan man in eine Datei schreiben. In Class ruft man das auf mit @Datei, oder auch direkt beim Aufruf von Class mit: class @datei
Viel Erfolg weiterhin,
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

mit so einem lauschigen Tal mit Bächlein könnte ich mich durchaus anfreunden :).
Das mit dem schnellen Verschwinden des Signals bezog sich auf meinen Versuch vor wenigen Tagen, da hatte ich noch den "Knoten" in der Hardware und das vermeintliche "Signal" war wohl ein Artefakt, verursacht vom Localocillator. Letzte Nacht war alles so wie man es erwarten würde, moderate Änderungen in der Kurvenform von Messung zu Messung im Abstand von 15 Minuten.
Danke für den Tipp bezüglich Class, das spart eine Menge Tipperei :).

Viele Grüße in die Runde,
Reinhard
 

Fritz Lensch

Mitglied
Hallo Alle,
Diese Woche habe ich den neuern Feed Installiert. Die Brennweite nach den neuen Erkenntnissen eingestellt und den Kragen 5 mm zurückgesetzt. Vorverstärker montiert und erste Versuche gemacht. Ich war sehr überrascht über den Unterschied zum alten Feed. Die Milchstraße vom Schützen bis zum Schild war mein Ziel. Probleme gab es noch mit der Steuerung die sich aber lösen ließen. Fehlen noch einige Einstellungen um Objekte genauer anfahren zu können. LG Fritz
 

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Hallo Fritz,

sehr schön rauscharme Diagramme, klasse. Was mich etwas wundert, ist der geringe Abstand des Feeds zur Schüssel im letzten Foto. Hat der Reflektor wirklich ein so kleines Öffnungsverhältnis, sieht eigentlich nicht danach aus.
Bei mir geht's auch langsam weiter:
IMG_20201010_135102.jpg

Ich habe mir aus Restholz eine "temporäre Montierung" zusammen gezimmert. Für die grobere Metallverarbeitung habe ich leider nicht das Werkzeug und so ginge das langsam und ich bin ungeduldig... ;).

Viele Grüße in die Runde,
Reinhard
 

Michael_Haardt

Mitglied
Herzlichen Glückwunsch, das sieht nach exzellenter Arbeit aus, alle beide!

Ich bin leider noch keinen Schritt weiter, alles liegt noch so im Keller, wie ich es beim letzten Mal abbaute - keine Zeit. Zwischendurch lese ich im schlauen Buch weiter, um das alles mal besser zu verstehen.

Michael
 

astropeiler

Mitglied
Hallo Fritz,
ich will hoffen, dass die Überraschung positiv war. Jedenfalls sehen die Spektren gut aus. Mit welcher Integratinoszeit sind die gemacht?
Gruß
Wolfgang
 
Hallo nochmal,

@Michael: Aber hallo! Du brauchst Dich auch nicht zu verstecken mit Deinen Sonnen-Aktivitäten. Besonders wie Du auch mathematisch an die Sache ran gehst, da habe ich großen Respekt vor. Jedenfalls hoch interessant, was hier gezeigt wird.

Viele Grüße,
Reinhard
 
Hallo in die Runde,

gestern Abend habe ich, in der Hoffnung auf weniger Störsignale, versucht meinen Aufbau mit mehr Abstand zwischen Antenne / Filter-Einheit und SDR / Raspberry in Betrieb zu nehmen. Dazu hatte ich mir im Netz ein 10m SMA-Kabel bestellt, welches nun eingesetzt wurde.
Leider konnte man die ersten Ergebnisse nicht wirklich als solche bezeichnen, da das Nutzsignal, wenn es tatsächlich eines gewesen sein sollte, winzig war. Mein Verdacht fiel natürlich sofort auf die Dämpfung des langen Kabels. Bei dem Angebot war der Koax-Typ nicht angegeben, allerdings wurde es für WLAN-Anwendungen angeboten, weswegen ich es erst mal als geeignet ansah. Nach erneuten Recherchen im Netz musste ich aber feststellen, dass wohl keine so gute Annahme war.
Nun hatte ich leider keine Alternative in der Schublade. Allerdings hatte ich noch eines der Module, die ich als zweiten LNA hinter dem Filter eingesetzt hatte, da. Also kurz entschlossen ein weiteres Modul hinter die Outdoor-Einheit ins Kabel eingeschleift, mit Alu-Folie abgeschirmt und 12 Volt ran. Das sah nun schon mal nicht mehr so aussichtslos aus, allerdings waren die Störungen immer noch heftig :-/. Trotzdem habe ich zwischen etwa 18:00 Uhr und 20:00 Uhr mal einen Driftscan auf ca. 45° Elevation in Richtung Süden aufgenommen, da müsste die Milchstraße im Sternbild Adler durchs "Gesichtsfeld" gewandert sein. Es wurde mit 15 Minuten Abstand jeweils 30 Sekunden integriert. Hier eine kleine Animation des Durchlaufs:

2020-10-13_Adler_18h-20h.gif


Der Aufbau scheint so zu funktionieren, wenn man mal von den Störsignalen absieht. Ich hatte befürchtet, dass das Ganze wegen der zusätzlichen Verstärkung oszillieren könnte, aber das schein nicht der Fall zu sein. Trotzdem werde ich mir natürlich noch ein hochwertigeres Kabel besorgen.
Im nächsten Schritt werde ich mal ausprobieren, ob ein "zylindrischer Tubus" aus Küken-Draht vor der Schüssel Besserung bringt. Diesen Gedanken hat ja auch schon Michael zur Diskussion gestellt:
https://forum.astronomie.de/threads/drift-scan-der-sonne.293710/post-1514883
Sowas Ähnliches gibt es auch bei den Profis:
https://www2.physics.ox.ac.uk/blog/...ing/2013/03/01/31st-january-2013-introduction
bzw.:
https://cbass.web.ox.ac.uk/article/instrumentation#collapse407091
hier unter "The Antennas" der zweite Abschnitt.

So, das wars dann erst mal von meiner Seite.

Viele Grüße und ein besseres SNR als bei mir ;-)
Reinhard
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo nochmal,

heute Nachmittag habe ich mal den Versuch mit dem "zylindrischen Tubus aus Küken-Draht" gemacht:

mesh-1.jpg


Ich hatte noch kuststoffbeschichteten Kükendraht in 12,5mm Maschenweite und 0,5m Breite im Fundus. Leider reichte die Länge nicht da ein Teil der 5m-Rolle schon verbraucht war, also musste ich oben ein Stück offen lassen. Im nächsten Bild sieht man Details der temporären Befestigung:

mesh-2.jpg


Dann habe ich unter ansonsten gleichen Bedingungen wie gestern Abend eine Messung gemacht, hier der Vergleich:

Gestern Abend ohne "Tubus":
00_ohne-shield-30s.png


und heute Abend mit "Tubus":
01_mit-shield-30s.png


Durch die Störspitze auf dem rechten Buckel im ersten Bild ist natürlich die Skalierung der Y-Achse nicht identisch, deshalb sieht die heutige Messung verrauschter aus, was aber nur dem Maßstab geschuldet ist. Ansonsten sieht man eine deutliche Verringerung der Störspitzen :).

Zur Zeit habe ich in Class noch Probleme beim Anfitten der Baseline, um das Wasserstoffsignal vom Untergrund zu trennen, das gelingt mir nicht wirklich gut und reproduzierbar. Ok, mein Know How ist da noch sehr dürftig und ich muss mich weiter ins Manual und die Hilfe-Funktion versenken. Allerdings steht mein Raspberry-Kram, damit er näher an der Schüssel ist, im Moment auf unserer überdachten Terrasse und da ist es mittlerweile nicht mehr so richtig gemütlich, deshalb kurz hier die Frage:
Gibt es in Class die Möglichkeit ein Spektrum mit verschlossener Hohlleiterantenne aufzunehmen und dieses bei der realen Messung zu subtrahieren, analog zum "Darkframe" bei der Astrofotografie?

Viele Grüße und schöne Signale,
Reinhard
 

Michael_Haardt

Mitglied
Das funktioniert ja wunderbar, gut zu wissen! Es wäre also ganz hilfreich, wenn man spillover messen könnte, damit man merkt, wenn der Feed nicht so arbeitet wie man denkt. Und spillover abzuschirmen ist Klasse, weil man dann mehr vom Spiegel verwenden kann.

Michael
 
Hallo Michael,

hm... ich bin ja auch ganz angetan davon, dass ich anscheinend einen guten Teil der Störung abschirmen kann, aber der "Tubus" schirmt ja nicht nur ab, er ist im Inneren auch ein Reflektor. Soll heißen, das Feed sieht nicht nur die Strahlung, die quasi parallel auf die Schüssel fällt und im Fokus konzentriert wird, sondern auch Strahlung, die aus anderen Richtungen über Spiegel und Tubus-Innenwand zum Feed reflektiert wird. Dieser Effekt wird hoffentlich mehr oder weniger vernachlässigbar sein, da es sich um keine kontrolliert gerichtete Strahlung handelt und diese zum Großteil aus Richtung Himmel kommen dürfte. Aber ein starker Störstrahler, z. B. von einem Flugzeug oder Satellit, könnte bei ungünstigen Bedingungen schon Einfluss nehmen, meiner Vorstellung nach. Trotzdem ist das natürlich eine wesentliche Verbesserung unter HF-verseuchter Umgebung. Jedenfalls werde ich mir eine neue Rolle Kükendraht besorgen und überlegen wie ich das Ganze solide aufgebaut bekomme.

Apropos "CLASS", hier werden Sie geholfen:
https://www.iram.fr/IRAMFR/GILDAS/doc/html/class-html/class.html
(Viel Stoff für lange Abende ;).)

Viele Grüße und gute N8,
Reinhard
 

Michael_Haardt

Mitglied
@Reinhard_Lauterbach Ich sehe keinen Strahlengang, dessen Fokus im Feed liegt. Vielleicht sehe ich es auch nur nicht. Der Spiegel reflektiert natürlich Wellen, die vom Rand reflektiert werden, aber nur was senkrecht einfällt, landet im Fokus (ok, side lobes außen vor). Der Fokus einer runden Struktur ist ihr Mittelpunkt, aber der Feed hat keine 180 Grad Gesichtsfeld.

Michael
 

astropeiler

Mitglied
Hallo Reinhard,
schon erstaunlich wie gut das mit dem Kragen um den Spiegel geht. Was ich mir vorstellen könnte ist dass dadurch mehr Nebenkeulen entstehen. Das könnte man durch einen Transitscan der Sonne gut feststellen.
Was Du bei Class machen könntest ist folgendes:
Du nimmst ein Spektrum ohne Wasserstofflinie auf. Das liest Du in Class ein und sagst:
multiply -1
modify doppler 0
Dann liest Du dein anderes Spektrum mit dem Wasserstoff ein und sagst:
modify doppler 0
accumulate

Dann werden die Spektren subtrahiert.
Noch besser ist es, das Spektrum "ohne Wasserstoff" durch ein Polynom nachzubilden und dieses dann als Basislinie abzuziehen. Das ist dann ein wenig komplizierter, ich schreibe das bei Gelegenheit mal auf.
Gruß
Wolfgang
 

Michael_Haardt

Mitglied
Ich sehe vor meinem geistigen Auge schon Wolfgang mit Seilgeschirr, einer Tausenderpackung bunter Papierklammern und 80 m Kaninchendraht am Astropeiler hängen. :)

Mit dem Polynom hast Du im Prinzip einen low pass Filter. Das erzeugt keine Artefakte durch Korrektur von Rauschen, aber es korrigiert auch nicht kleine Basissignale weg. Wäre es nicht besser, als "dark frame" mal richtig viel Integrationszeit zu benutzen?

Michael
 

astropeiler

Mitglied
Hallo Michael,
das Klettern in unserem großen Spiegel überlasse ich den Leuten die a): deutlich jünger sind und b:) eine entsprechende Ausbildung und Erfahrung haben. Das ist nichts für alte Leute mit wenich Haare aufm Kopp ;-)
Mit Deinem Kommentar zu dem Polynom liegst Du durchaus richtig. Man kann aber durch den Grad des Polynoms beeinflussen, welche Strukturen man noch korrigiert. Was natürlich nicht geht, sind irgendwelche schmalen Störlinien rauszuwerfen. Das besagte Verfahren wenden wir typischerweise bei der Beobachtung des Spektrums von anderen Galaxien an. Die haben ein breites Spektrum, und da funktioniert das mit einem reinen Baselinefit nicht.
Gruß
Wolfgang
 

eberhard_ehret

Mitglied
Hallo...von einem älteren Herrn mit wenich Haaren auf'm Kopp an die anderen älteren Herren mit genauso viel Haaren...
Das ist ja echt beachtlich, was ihre da so "zusammenlötet".... Ich habe das Thema 21 cm erst mal weit zurück geschoben...ist nicht so meine Welt ... Jetzt wird es wieder früh dunkel....und da tobe ich mich mit 50 m Langdraht auf 160 m aus....
Ist zwar nicht unbedingt die ideale Antenne...aber es funzt so leidlich....
Liebe Grüße aus der Meteörsfraktion.... Eberhard
 

Michael_Haardt

Mitglied
Hallo Wolfgang,

aus welchem Grund ist das Polynom besser? Diese Problemstellung gibt es ja vielerorts und offenbar sehe ich da etwas nicht, was ich vielleicht auch woanders sehen sollte.

Muss man eigentlich auch den Frequenzgang kompensieren oder ist der linear genug?

Michael
 

astropeiler

Mitglied
Hallo Michael,
der Frequenzgang ist bei weitem nicht glatt genug um schwächere Signale zu erkennen. Die Variation im Spektrum durch die astronomische Quelle ist kleiner als die Welligkeit des Spektrums, wenn man mal von den starken Signalen durch den Wasserstoff in unserer Milchstraße absieht. Am Besten sieht man das an einem Beispiel. Das ist eine Messung des Wasserstoff-Spektrums von NGC5055. Das erste Bild zeigt die Spektren in "On-Target" Position und in "Off-Target" Position (also etwas neben der Quelle). Man sieht, dass der Unterschied halt recht schwach ist.
Es gibt nun zwei Möglichkeiten, das Spektrum der interessierenden Galaxie "herauszuarbeiten". Erste Möglichkeit: Man zieht die beiden Spektren voneinander ab. Die zweite Möglichkeit ist, an das Off-Target Spektrum ein Polynom anzufitten (rote Linie in dem Plot) und diesen Fit dann als Baseline-Korrektur zu verwenden. Die zweite Möglichkeit hat ein besseres SNR weil das Rauschen der Off-Target Messung dadurch nicht so zum Tragen kommt.
 

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