Wellmann
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Link zur Grafik: http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/galerie/Bilder/Ptolemaeus4.jpg
Bild 15 der "grünen :super: Serie. Das Bild wurde am 13.04.08 aufgenommen. Aufnahmeoptik war eine Meade 12“ SC mit einer apochromatischen Celestron 2fach-Barlow auf eine Brennweite von sieben Metern gebracht. Die Kamera war eine DMK 41 von Imaging Source, mit der ein Video bestehend aus 850 Frames aufgenommen wurde. Die Bearbeitung erfolgte mit den Programmen Registax und Giotto. Die Bildbearbeitung war nicht sehr einfach, weil der Bildausschnitt genau am Terminator lag, und daher sehr dunkel war. Am Ende wurden zwei Bilder zu einem Mosaik überlagert, das etwa 150% der Fläche eines Einzelbildes der DMK 41 zeigt.
Der große Krater links oben ist Ptolemaeus, rechts daneben Albategnius, nach unten folgen Alphonsus und Arzachel. Im Inneren von Ptolemaeus zeigt die Aufnahme bei genauem Hinschauen hunderte von kleinen Kratern und Strukturen, der größte dieser Krater ist der auffällige runde Krater Ammonius mit einem Durchmesser von grob neun Kilometern, die kleinsten noch erkennbaren Strukturen sind auf dem Mond unter einem Kilometer groß, und entsprechen einer Winkelauflösung unter 0,5 Bogensekunden. Sie liegen damit an der theoretischen Auflösungsgrenze einer 12“ – Optik und zeigen, dass es sehr gute Exemplare der Meade 12“ R-Optik gibt, und dass die DMK 41 für hoch auflösende Mondaufnahmen eine der momentan besten Kameras auf dem Markt ist!
Und nun die Fortsetzung des „Tutorials“. Gedacht ist diese Information für Anfänger in Sachen hoch auflösende Mondfotografie, für Profis ist das Lesen Zeitverschwendung.
Teil 2: Anpassung der Kamera an die Optik, maximal erreichbare Auflösung.
Kamerawahl und Anpassung: Da ich hier auch aus lizenzrechtlichen Gründen keine „Kopie“ des Kameratests in „Sterne und Weltraum“ Heft 6/08 liefern kann, bitte ich, diesen Test zu lesen. Was wichtig ist, wird dort auf 10 Seiten ausführlich besprochen. Der Artikel steht auch auf der Homepage der Zeitschrift zum Download zur Verfügung. Ideale Kameras für die Mondfotografie sind wegen ihrer kleinen Pixel und großen Pixelzahl die DMK31 und DMK41, die beide mit einem Öffnungsverhältnis von mindesten 17 betrieben werden müssen. Alle noch größeren Öffnungsverhältnisse sind bei den oben erwähnten Kameras „leere“ Vergrößerung, und führen zu längerer Belichtungszeit ohne Gewinn an Bildschärfe. Das bei leerer Vergrößerung die Bildkonturen gegenüber dem Rauschen vergröbert werden, ermöglicht bei der späteren Bildverarbeitung eine bessere Trennung von Rauschen und Bildsignal, eine Zugabe von 4 – 5 Stufen zum berechneten Öffnungsverhältnis kann also nicht schaden. Das gilt allerdings nur, wenn genügend Licht zur Verfügung steht, weil sonst die verlängerte Belichtungszeit zusätzliches Rauschen generiert. Bei Kameras mit noch größeren Chips als der der DMK 41 wird es problematisch, weil die Bildfeldwölbung fast aller Optiken minimale Unschärfe am Bildrand erzeugen kann. Nun noch einige ergänzende Hinweise zum Kameratest:
Zum System der Kamera gehört bei hoch auflösender Fotografie immer eine Brennweitenverlängerung der Optik. Da normale Okulare für parallelen Strahlenaustritt berechnet sind, ist Okularprojektion nur mit speziellen Projektionsokularen optimal, oder einem sehr teuren Konverter, wie er z.B. von der Firma Baader in perfekter Form angeboten wird. Normalerweise reicht jedoch eine gute Barlow völlig aus. Definitiv hervorragend ist die apochromatische zweifach-Barlow von Celestron, mit der sich je nach Abstand zum CCD-Chip Verlängerungen von 2 bis 3-fach erzeugen lassen. Selbst bei umgekehrtem Einfügen des demontierten Unterteils in den Strahlengang (um dichter an die Kamera zu kommen) funktioniert sie noch problemlos. Es gibt andere untadelige Barlows auf dem Markt, wie z.B. die Televue Powermate, aber auch preiswerte Teile können durchaus optimal funktionieren. Eine schlechte Barlow bedeutet allerdings das Ende aller Träume, man sollte nicht an der falschen Stelle sparen.
Die maximale Auflösung: Zur Überprüfung der maximal erreichbaren Auflösung haben wir Vergleiche mit den extrem guten Apollo-Bildern durchgeführt, deren eindeutiges Ergebnis ich hier kurz mitteilen möchte. Man muss dazu kurz auf den Begriff „Auflösung“ eingehen. Eigentlich beschreibt dieser Begriff, bis zu welchem Winkelabstand ein Gitter aus parallelen Linien noch getrennt gesehen wird. Es gibt hier leicht verschiedene Kriterien zur Berechnung, die ich hier nicht erläutern möchte. Wir können aber von der Faustformel ausgehen, dass eine Optik mit 10cm Öffnung eine Auflösung von 1,2 Bogensekunden hat. Die Auflösung ist nun umgekehrt proportional zum Durchmesser, also sollte ein 30cm SC eine Auflösung von etwa 1,2 Dritteln = 0,4 Bogensekunden haben. Diese Rechnung hat sich perfekt bestätigt. Unsere Optik zeigt Mondkrater bis 0,5 Bogensekunden (ungefähr 1 km auf dem Mond und 1 mm auf einem 19“ Monitor) problemlos. Da weder das Seeing perfekt war, noch unsere Optik ganz ideal, könnte diese Grenze wohl bei absolut perfekten Voraussetzungen noch auf 0,4 Sekunden verbessert werden. Interessant ist die Feststellung, dass bei Unterschreiten dieser Grenze die Strukturen fast schlagartig und übergangslos völlig aus dem Bild verschwinden!
Etwas anders liegt der Fall bei Strukturen mit länglichem Verlauf, also Rillen und lang gestreckten Brüchen. Diese können auch dann noch sichtbar sein, wenn sie in der Breite die Auflösungsgrenze unterschreiten. Sie werden dann allerdings nicht mehr im geometrischen Sinne abgebildet, man sieht also z.B. beim Alpental nicht mehr beide Ränder klar getrennt, aber das Tal als solches ist auf dem Foto noch als Linie zu sehen. Wir kennen das ja auch von Cassini und Encke am Saturn, die auch mit Optiken sichtbar sind, die eigentlich von der Auflösung her dafür zu klein sind. Jeder kann also nun recht genau überschlagen, was mit seiner Optik (so sie technisch gut ist) machbar ist. Eine 20cm Optik wird Krater bis zu 0,6 Bogensekunden zeigen, also nur 0,2 Bogensekunden größer als eine 30cm Optik. Aber Vorsicht! Zwischen diesen Werten liegen beim Mond ganze Welten! Eine Verdopplung der Auflösung führt nicht zu einer Verdopplung, sondern mindestens zu einer Verzehnfachung der sichtbaren Strukturen, weil auf dem Mond die Zahl der Objekte mit abnehmender Größe rasant ansteigt! Man kann das leicht an einem Apollo-Bild von Ptolemaeus oder einer anderen kraterreichen Region nachprüfen. Der Mond bekommt dadurch ein völlig neues Bild, und es lohnt sich, von 20cm auf 30cm Optikdurchmesser umzusteigen. 35 – 40 cm Optiken sind dann schon wieder eine ganze Klasse besser, und die 30cm Optik wird chancenlos, für hoch auflösende Bilder reicht dann aber das Seeing nur an wenigen Tagen im Jahr…..
Nächstes Thema: Vorbereitung und Durchführung einer Aufnahme.
1. Hadley-Rille - Apollo 15 im Anflug.....
2. Alpental - sogar mit Rille.....
3. Clavius - der Klassiker.....
4. Apenninen - ein ganz böses Bild.....
5. Aristoteles/Eudoxus - zwei sonnige Gesellen.....
6. Archimedes - drei zwielichtige Gestalten im Morgengrauen.....
7. Messier - Kaffeebohne mit Kometenschweif.....
8. Petavius - leider nur 5/10.....
9. Janssen - Lunar Orbiter kann einpacken.....
10. Deslandres – Vergleich mit Lunar Orbiter…..
11. Mare Frigoris - weichgespült.....
12. Terminator – interessant ist, was man nicht sieht.....
13. Terminator 2 – mal ohne Schwarzenegger...
14. Hyginusrille – Tutorial Teil 1....
Gruß, Peter
Bild 15 der "grünen :super: Serie. Das Bild wurde am 13.04.08 aufgenommen. Aufnahmeoptik war eine Meade 12“ SC mit einer apochromatischen Celestron 2fach-Barlow auf eine Brennweite von sieben Metern gebracht. Die Kamera war eine DMK 41 von Imaging Source, mit der ein Video bestehend aus 850 Frames aufgenommen wurde. Die Bearbeitung erfolgte mit den Programmen Registax und Giotto. Die Bildbearbeitung war nicht sehr einfach, weil der Bildausschnitt genau am Terminator lag, und daher sehr dunkel war. Am Ende wurden zwei Bilder zu einem Mosaik überlagert, das etwa 150% der Fläche eines Einzelbildes der DMK 41 zeigt.
Der große Krater links oben ist Ptolemaeus, rechts daneben Albategnius, nach unten folgen Alphonsus und Arzachel. Im Inneren von Ptolemaeus zeigt die Aufnahme bei genauem Hinschauen hunderte von kleinen Kratern und Strukturen, der größte dieser Krater ist der auffällige runde Krater Ammonius mit einem Durchmesser von grob neun Kilometern, die kleinsten noch erkennbaren Strukturen sind auf dem Mond unter einem Kilometer groß, und entsprechen einer Winkelauflösung unter 0,5 Bogensekunden. Sie liegen damit an der theoretischen Auflösungsgrenze einer 12“ – Optik und zeigen, dass es sehr gute Exemplare der Meade 12“ R-Optik gibt, und dass die DMK 41 für hoch auflösende Mondaufnahmen eine der momentan besten Kameras auf dem Markt ist!
Und nun die Fortsetzung des „Tutorials“. Gedacht ist diese Information für Anfänger in Sachen hoch auflösende Mondfotografie, für Profis ist das Lesen Zeitverschwendung.
Teil 2: Anpassung der Kamera an die Optik, maximal erreichbare Auflösung.
Kamerawahl und Anpassung: Da ich hier auch aus lizenzrechtlichen Gründen keine „Kopie“ des Kameratests in „Sterne und Weltraum“ Heft 6/08 liefern kann, bitte ich, diesen Test zu lesen. Was wichtig ist, wird dort auf 10 Seiten ausführlich besprochen. Der Artikel steht auch auf der Homepage der Zeitschrift zum Download zur Verfügung. Ideale Kameras für die Mondfotografie sind wegen ihrer kleinen Pixel und großen Pixelzahl die DMK31 und DMK41, die beide mit einem Öffnungsverhältnis von mindesten 17 betrieben werden müssen. Alle noch größeren Öffnungsverhältnisse sind bei den oben erwähnten Kameras „leere“ Vergrößerung, und führen zu längerer Belichtungszeit ohne Gewinn an Bildschärfe. Das bei leerer Vergrößerung die Bildkonturen gegenüber dem Rauschen vergröbert werden, ermöglicht bei der späteren Bildverarbeitung eine bessere Trennung von Rauschen und Bildsignal, eine Zugabe von 4 – 5 Stufen zum berechneten Öffnungsverhältnis kann also nicht schaden. Das gilt allerdings nur, wenn genügend Licht zur Verfügung steht, weil sonst die verlängerte Belichtungszeit zusätzliches Rauschen generiert. Bei Kameras mit noch größeren Chips als der der DMK 41 wird es problematisch, weil die Bildfeldwölbung fast aller Optiken minimale Unschärfe am Bildrand erzeugen kann. Nun noch einige ergänzende Hinweise zum Kameratest:
Zum System der Kamera gehört bei hoch auflösender Fotografie immer eine Brennweitenverlängerung der Optik. Da normale Okulare für parallelen Strahlenaustritt berechnet sind, ist Okularprojektion nur mit speziellen Projektionsokularen optimal, oder einem sehr teuren Konverter, wie er z.B. von der Firma Baader in perfekter Form angeboten wird. Normalerweise reicht jedoch eine gute Barlow völlig aus. Definitiv hervorragend ist die apochromatische zweifach-Barlow von Celestron, mit der sich je nach Abstand zum CCD-Chip Verlängerungen von 2 bis 3-fach erzeugen lassen. Selbst bei umgekehrtem Einfügen des demontierten Unterteils in den Strahlengang (um dichter an die Kamera zu kommen) funktioniert sie noch problemlos. Es gibt andere untadelige Barlows auf dem Markt, wie z.B. die Televue Powermate, aber auch preiswerte Teile können durchaus optimal funktionieren. Eine schlechte Barlow bedeutet allerdings das Ende aller Träume, man sollte nicht an der falschen Stelle sparen.
Die maximale Auflösung: Zur Überprüfung der maximal erreichbaren Auflösung haben wir Vergleiche mit den extrem guten Apollo-Bildern durchgeführt, deren eindeutiges Ergebnis ich hier kurz mitteilen möchte. Man muss dazu kurz auf den Begriff „Auflösung“ eingehen. Eigentlich beschreibt dieser Begriff, bis zu welchem Winkelabstand ein Gitter aus parallelen Linien noch getrennt gesehen wird. Es gibt hier leicht verschiedene Kriterien zur Berechnung, die ich hier nicht erläutern möchte. Wir können aber von der Faustformel ausgehen, dass eine Optik mit 10cm Öffnung eine Auflösung von 1,2 Bogensekunden hat. Die Auflösung ist nun umgekehrt proportional zum Durchmesser, also sollte ein 30cm SC eine Auflösung von etwa 1,2 Dritteln = 0,4 Bogensekunden haben. Diese Rechnung hat sich perfekt bestätigt. Unsere Optik zeigt Mondkrater bis 0,5 Bogensekunden (ungefähr 1 km auf dem Mond und 1 mm auf einem 19“ Monitor) problemlos. Da weder das Seeing perfekt war, noch unsere Optik ganz ideal, könnte diese Grenze wohl bei absolut perfekten Voraussetzungen noch auf 0,4 Sekunden verbessert werden. Interessant ist die Feststellung, dass bei Unterschreiten dieser Grenze die Strukturen fast schlagartig und übergangslos völlig aus dem Bild verschwinden!
Etwas anders liegt der Fall bei Strukturen mit länglichem Verlauf, also Rillen und lang gestreckten Brüchen. Diese können auch dann noch sichtbar sein, wenn sie in der Breite die Auflösungsgrenze unterschreiten. Sie werden dann allerdings nicht mehr im geometrischen Sinne abgebildet, man sieht also z.B. beim Alpental nicht mehr beide Ränder klar getrennt, aber das Tal als solches ist auf dem Foto noch als Linie zu sehen. Wir kennen das ja auch von Cassini und Encke am Saturn, die auch mit Optiken sichtbar sind, die eigentlich von der Auflösung her dafür zu klein sind. Jeder kann also nun recht genau überschlagen, was mit seiner Optik (so sie technisch gut ist) machbar ist. Eine 20cm Optik wird Krater bis zu 0,6 Bogensekunden zeigen, also nur 0,2 Bogensekunden größer als eine 30cm Optik. Aber Vorsicht! Zwischen diesen Werten liegen beim Mond ganze Welten! Eine Verdopplung der Auflösung führt nicht zu einer Verdopplung, sondern mindestens zu einer Verzehnfachung der sichtbaren Strukturen, weil auf dem Mond die Zahl der Objekte mit abnehmender Größe rasant ansteigt! Man kann das leicht an einem Apollo-Bild von Ptolemaeus oder einer anderen kraterreichen Region nachprüfen. Der Mond bekommt dadurch ein völlig neues Bild, und es lohnt sich, von 20cm auf 30cm Optikdurchmesser umzusteigen. 35 – 40 cm Optiken sind dann schon wieder eine ganze Klasse besser, und die 30cm Optik wird chancenlos, für hoch auflösende Bilder reicht dann aber das Seeing nur an wenigen Tagen im Jahr…..
Nächstes Thema: Vorbereitung und Durchführung einer Aufnahme.
1. Hadley-Rille - Apollo 15 im Anflug.....
2. Alpental - sogar mit Rille.....
3. Clavius - der Klassiker.....
4. Apenninen - ein ganz böses Bild.....
5. Aristoteles/Eudoxus - zwei sonnige Gesellen.....
6. Archimedes - drei zwielichtige Gestalten im Morgengrauen.....
7. Messier - Kaffeebohne mit Kometenschweif.....
8. Petavius - leider nur 5/10.....
9. Janssen - Lunar Orbiter kann einpacken.....
10. Deslandres – Vergleich mit Lunar Orbiter…..
11. Mare Frigoris - weichgespült.....
12. Terminator – interessant ist, was man nicht sieht.....
13. Terminator 2 – mal ohne Schwarzenegger...
14. Hyginusrille – Tutorial Teil 1....
Gruß, Peter