Die Geldmengenvermehrung – und somit die Inflation – „geschieht“ aber nicht einfach wie das Wetter, sondern sie wird betrieben.
Na du bist ja drollig. Du zitierst mich mit der Aussage das die Geldmenge mit der EZB in Verbindung steht und meinst mir daraufhin erklären zu müssen das sie nicht wie das Wetter entsteht.
Ja was glaubst du denn was ich wenn ich die Geldmenge mit der EZB in Verbindung bringe meine?
Unter der Ägide einer reinen Papierwährung sind diese Betreiber 1.) der Staat, der seine Haushaltsdefizite endlos ausdehnen und seine Verschuldung in astronomische Höhen treiben kann, 2.) die Zentralbanken, die den hierfür notwendigen Geldvermehrungsprozess einleiten und betreiben (müssen), und 3.) das Bruchteilsreserven-System der Geschäftsbanken, das in seiner Wirkung zu einer Aufblähung der Einlage eines Sparers zu einem Vielfachen des Betrages an Kreditgeld führen kann.
Hier ist vieles unzulässig vereinfacht und oft zu kurz gedacht und einiges ist auch schlicht und ergreifend falsch.
So ist zb. die Aussage das die Zentralbanken den „
Geldvermehrungsprozess einleiten und betreiben (müssen)“ falsch.
Die Zentralbanken sind in Ihrer Geldpolitik unabhängig und
müssen sich da von niemanden auch nicht vom Staat etwas vorschreiben lassen.
Die Vorstellung der Staat könnte seine Verschuldung endlos ausdehnen ist ebenfalls falsch.
Der Staat muss seine Schulden wie jeder andere am Kapitalmarkt aufnehmen.
Es ist eben nicht so wie es sich der Laie vorstellt das er nur die Notenpresse anwerfen muss.
Der Staat gibt das Geld nicht aus, das das machen die Zentralbanken und die sind unabhängig.
Ein Blick auf einen Geldschein kann da helfen.
Da steht beim Euro EZB und nicht etwa BRD oder EU.
Ist der Staat überschuldet fällt es ihn immer schwerer frisches Geld am Kapitalmarkt zu bekommen.
Die Zinsen steigen dann stark an und irgendwann kann der Staat seine Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen und ist pleite.
Ja auch der Staat kann pleite gegen, auch wenn der Laie aufgrund der falschen Vorstellung das der Staat die Hoheit über das Geld hätte und nur die Notenpresse anwerfen müsste oft im Glauben lebt das dies nicht möglich wäre.
Staatspleiten hat es schon einigen gegeben.
In Argentinien zb. sogar schon mehrere.
Trotz Milliardenhilfen vom IWF steht Argentinien erneut vor dem Staatsbankrott. Auch die künftige EZB-Chefin machte dabei keine gute Figur.
www.tagesspiegel.de
So ist es nicht verwunderlich, dass beispielsweise der Dollar seit Gründung der amerikanischen Zentralbank (FED) im Jahr 1913 über 95% seiner Kaufkraft verloren hat. Aber auch die angeblich so stabile D-Mark war bei ihrer Beerdigung durch den Euro gerade noch fünf Pfennige wert.
Inflation ist nicht per se etwas Schlechtes.
Die Höhe ist der springende Punkt.
Eine gesunde Inflation im Bereich von um die 2% ist wünschenswert und für eine gesunde Wirtschaft notwendig.
Nichts ist schädlicher wie eine Deflation, die Japaner können da ein Lied von singen.
Auch dem Sparer wird bei 2% Inflation nichts weggenommen wenn er im Gegenzug auch 2% Zinsen auf seine Spareinlagen bekommt und der Angestellte hat auch nicht weniger wenn er im Gegenzug 2% Lohnerhöhung bekommt.
So würde es in einer rundum gesunden Wirtschaft laufen.
Nur wenn wie aktuell der Sparer nur wenn überhaupt 0,5% bekommt und die Inflation liegt bei fast 4% besteht eine Schiefläge die unbedingt korrigiert werden muss.
Dazu müsste die EZB den Leitzins erhöhen.
Das würde die Inflation dämpfen und die Zinsen auf Spareinlagen steigen lassen so das sich irgendwann wieder die wünschenswerte Parität zwischen Inflation und Zinsen auf Spareinlagen einstellen würde.
Grüße Gerd