Hallo Peter,
hübsches Brainstorming, aber bevor Du vor Begeisterung ganz abhebst, sollte Du Dich fragen, warum sich das Wright Design nicht einmal eine Nische erobern konnte. Ein wesentlicher Grund ist natürlich die Schwierigkeit der HS-Herstellung. Darauf hat Harrie ja schon hingewiesen. Aber selbst, wenn man das beherrschen könnte, was für objektive Vorteile hätte so ein System?
na ja abheben tu ich jetzt nicht gleich aber seinen Reiz hat der Wright-Newton nun mal für mich.
Zur Schwierigkeit der HS Herstellung kann und will ich keine Einschätzung abgeben, das überlasse ich der Spiegelschleifer-Fraktion.
Objektive Vorteile wären.
kompakte Bauweise.
ebenes Bildfeld
unkritische FS Justage da ein weites Feld gut abgebildet wird, der HS muss allerdings zur Schmidplatte vernünftig justiert sein.
keine Spikes (auch auf Fotos gefallen die mir nicht)
kein zusätzlicher Korrektor vor dem Fokus nötig.
Es steht ja in Konkurrenz zur Schmidt-Kamera, also der klassischen komafreien Weitwinkelkamera schlechthin mit ihrer phänomenalen Feldleistung.
Letztlich geht es hier ausschließlich um die Kompakte Bauweise und da man nun mal nicht alles gleichzeitig haben kann sind Kompromisse zu machen.
Ein Kompromiss ist der Schmidt-Newton der ja nichts anderes ist wie eine Schmidt-Kamera mit „falsch“ positionierter Schmidtplatte was mit einer Koma im Feld quittiert wird.
Die Tatsache das ein FS im Strahlengang sitzt und damit ein Newtonfokus realisiert wird ist aus optischer sich irrelevant.
Die an der Bilderzeugung beteiligten Elemente sind Schmidtplatte und HS sonst nichts.
Selbstverständlich lässt sich auch ein Komafreier Schmidt-Newton realisieren.
Dazu gehört die Schmidtplatte aber in den ROC und das Ding baut entsprechend lang.
Wenn Dich das nicht stört dann ist selbstverständlich das die beste Lösung.
Hier ein 200 f/4 bei 0,3° Feldwinkel da ich ja alle Systeme hier mit 0,3° gezeigt habe.
Zum Design zu ergänzen.
Deformationskoeffizienten für die Schmidtplatte
4. Ordnung………………………………1,17e-10
6. Ordnung………………………………7e-17
Schau mal, was für eine Optik im Kepler Raumteleskop steckt, das ist eine klassische Schmidt-Kamera, wenngleich mit einem modernen Sensor Array.
Na ja Du denkst hier gleich an den Profibereich.
Ich hingegen eher an den kleinen Amateur und hier vor allem auch ans Visuelle.
Bei kleinen Spiegeln sollte die Ellipse weit weniger Schwierigkeiten machen wie bei Kepler und ein so riesiges Feld braucht der kleine Amateur auch nicht, hat normalerweise nicht gleich ein Sensor Arry
Was dem Amateur der ein transportables und leicht zu montierendes Teleskop sucht am wichtigsten ist (kompakte Bauweise) muss nicht dem Profi bei stationärer Aufstellung oder gar im Weltraum am wichtigsten sein.
Das Konzept der kurzen Bauform beim Wright war allerdings wegweisend für den außerordentlich populären Schmidt-Cassegrain, der im Cassegrain-Modus zwar nur ein kleines Feld hat, der aber bekanntlich mit einer Korrekturlinse als FastStar oder HyperStar Option auch sehenswerte photographische Ergebnisse im Primärfokus ermöglicht.
Ja das Konzept der kurzen Bauweise mit „falsch“ positionierter Schmidtplatte gibt es natürlich auch bei SCTs hab ich ja hier vorgestellt.
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=119141
Aber auch die langen Versionen mit optimal positionierter Schmidtplatte.
Auch hier gilt Kompaktheit ist nicht zum Nulltarif zu haben.
Das HyperStar Konzept kenne ich, es ist aus optischer Sicht eine Schmidt-Kamera mit „falsch“ positionierter Schmidplatte und falscher Deformation der selben weil ja für das SCT gerechnet.
Der HyperStar Korrektor muss daher neben der Koma auch eine erhebliche SA korrigieren.
Angesichts der bescheidenen Leistung eines Schmidt-Newton wäre das jedenfalls für rein photographische Ambitionen eine vernünftige Alternative.
Rein Fotografisch wäre mein Favorit ein Medial.
Hans-Jürgen hat hier was sehr schönes entwickelt.
http://www.busack-medial.de/index.htm
Aber es ist halt überall ein Haken, hier ist es der Manginspiegel.
Grüße Gerd