Schmidt Newtons

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GoOrNoGo

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Hallo an die "Gemeinde",

was haltet ihr von den auslaufenden Meade Schmidt Newton für die Astrofotografie mit einer DSLR?

Könnte einen 8 Zoll günstig erwerben, mir fehlen leider Testberichte dazu....

Viele Grüße
 
Hallo Gehenoderstehenbleiben,

im Buch Best of Amateur Telescope Making Journal Volume 1
finden sich auf Seite 5 Spotdiagramme von jeweils 200mm f/4
Newton, Schmidt-Newton, Maksutov-Newton, Wright-Newton und Houghton-Newton.


Damit kannst du die zu erwartenden Spots eines 8"f/4 Schmidt
-Newtons recht gut einordnen.
Was Astrophotographie betrifft kann ich dir leider nicht weiterhelfen.

MfG,Karsten
 
Hallo GoOrNoGo,

im Buch Telescope Optics von Rutten & van Venrooij sind die Spotdiagramme für 200mm F4 Newton und Schmidt-Newton auch abgebildet, ich habe mal das Lineal zu Hilfe genommen, immer noch sehr große Spotdurchmesser (Koma !)außerhalb des Fokus, ca. um Faktor 1,5 mal nur kleiner als im normalen F4 Newton bei ca. 10mm Off axis.
Das ist zu viel zum Fotografieren ohne Korrektor (keine Ahnung ob ein normaler Koma Korrektor funktioniert bei diesem System). Viele Grüße Olaf.
 
Hi!

Mal ein paar Eindrücke, die nicht im Rutten & van Venrooij stehen (bevor das Forum nochmal durch Google Books o.ä. ersetzt wird): Im Verein haben wir den 10"-Schmidt-Newton von ca. 2003. Sehr schönes Gerät, das sehr selten eingesetzt wird. Dafür gibt's zwei Gründe: Die LXD55, mit der er verkauft wurde, war viel zu schwach für 15 kg Teleskop, sogar für visuell. Mit einer EQ6 oder CGEM dürfte er gehen, der 8"er ist leichter - vielleicht langt eine EQ6 fotografisch für den 8"er. Die wäre mir persönlich aber auch schon zu schwer für den mobilen Einsatz. Wichtig ist auch eine Taukappe wegen der Schmidtplatte.

Die Optik hab ich visuell als toll in Erinnerung, die Mechanik weniger. Der Sucher war mehr eine Alibi-Konstruktion, bei dem Gesichtsfeld aber auch nicht wirklich nötig. Übler ist der Okularauszug - für Fotografie muss da was besseres her, der wirkt schon visuell nicht sehr vertrauenserweckend. Mechanik und Gewicht sind der zweite Grund, warum er seltenst zum Einsatz kommt.

Aber den Okularauszug kann man ja austauschen, und dann noch einen Telrad draufkleben (und vielleicht noch eine 3"-Prismenschiene montieren). Dann ist's ein nettes Gerät.

Bilder hab ich leider keine (die Montierung...), aber die Testaufnahmen in Sky & Telescope sahen seinerzeit nicht so schlecht aus und hatten uns letztlich zum Kauf verleitet. Als mobiles Gerät, als dass der 10"er gedacht war, war's leider ein Fehlkauf, aber auf einer Giro-III macht er visuell Spaß. Der 8"er dürfte deutlich häufiger zum Einsatz kommen, da kleiner und handlicher.

Gruß,
Alex
 
Hallo Olaf,

Stimmt, die restierende Koma ist S/2F-ter Teil der Koma eines normalen Newtons wobei S der Abstand ist von der Schmidtplatte bis zum Hauptspiegel und F die Brennweite des Spiegels ist.

Gruß,
Harrie Rutten

PS
Merkwürdig das es Leute gibt die nicht mehr Höflichkeit haben mit ihren Namen zu unterschreiben (no go)
 
Hallo Harrie,

PS
Merkwürdig das es Leute gibt die nicht mehr Höflichkeit haben mit ihren Namen zu unterschreiben (no go)

deshalb bekommt er von mir auch nur eine knappe Antwort und nicht etwa eine ausführliche Antwort :biggrin:

Der Artikel im Best of Amateur Telescope Making Journal Vol 1
ist übrigens von einem gewissen Harrie Rutten zusammen mit
Martin van Venrooij geschrieben worden :)

Viele Grüße, Karsten
 
Hallo Zusammen.

Merkwürdig das es Leute gibt die nicht mehr Höflichkeit haben mit ihren Namen zu unterschreiben (no go)

Das ist auch der Grund warum ich kaum noch etwas schreibe,
wenn nichts im Profil steht.

Warum soll ich mehr tun als der Fragesteller gewillt ist.

Viele Grüße
Alois
 
Damit die Hoefflichkeit hier gewart wird:

Erstmal Danke fuer die Antworten, Alexander.


Wenn ich zusammenfassen darf,

- Restkoma vorhanden
- etwas zu schwer fuer seine Groesse( wahrscheinlich ist die Schmidtplatte schuld?)
- Okularauszug nicht geeignet fuer schwerere Kameras

Viele Gruesse, Alxander


 
Hallo Alois,

Bei mir ist das auch so.
Ich habe mich vorgenommen nicht mehr zu antworten auf anonyme Fragesteller.

Gruß,

Harrie
 
Hallo Alexander,

ein 200 f/4 Schmidt-Newton zeigt deutlich zu viel Koma im Feld als das ,man da mit APS-C Format was sinnvolles mit anstellen könnte.
Der ist rein visuell gut zu gebrauchen, hier macht die Version mit Schmidtplatte die Koma im Feld die auch visuell bei einem klassischen f/4 Newton schon problematisch ist erträglicher.

Aber mach Dir selbst mal ein Bild.
Ich hab gerade extra mal einen 200 f/4 gerechnet, die Spots findest Du im Anhang.
Zum Vergleich stelle ich natürlich auch einen klassischen Newton 200 f/4 dazu.
Da die Spots des klassischen Newton bereits bei 0,3° Feldwinkel so groß sind bin ich nicht weiter ins Feld gegangen.
Die 0,3° sind gerade mal 4,18mm Achsanstand!

Für die die so einen Schmidt-Newton selbst mal in Oslo, Zemax und co untersuchen möchten ist auch das Design dabei.
Zu ergänzen sind noch die Deformationskoeffizienten für die Schmidtplatte.

4. Ordnung…………….1,175e-10
6.Ordnung……………..3e-17
 

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Das es auch anders geht soll das folgende Beispiel zeigen.
Die Koma lässt sich nämlich auch vollständig im Feld korrigieren, es bleibt dann lediglich ein Asti im Feld übrig.

Hierfür ist es aber nötig den HS zu retuschieren, damit geht ein großer Vorteil des Schmidt-Newton nämlich dessen leicht herzustellender sphärischer HS verloren.
Im Gegenzug erhält man aber eine hervorragende Feldkorrektur.
Die Deformation der Schmidtplatte muss natürlich entsprechend angepasst werden.
Ein solches System nennt sich dann Wright-Newton.
Auch so einen hab ich mal gerechnet und der soll ebenfalls vorgestellt werden.
Design und Spots im Anhang.
Zu ergänzen sind
Konische Konstante des HS…………….1,36
Deformationskoeffizienten für die Schmidtplatte

4. Ordnung………………………………2,8e-10
6. Ordnung………………………………2,4e-16

Ich finde die Mühe der HS Retusche loht doch sehr, schade das es sowas nicht zu kaufen gibt.

Grüße Gerd
 

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Hallo Gerd,

Stimmt alles was Du schreibst, aber beachte, wenn einer anfängt zu polieren, die asphärische Form ist ein Ellipsoid Oblate, die hat die beiden Brennpunkte je an einer seite der optischen Achse. Oblate Ellipsoide sind sehr schwierig herstelbar weil die Form entgegen die natürliche Entstehungsweise ist so wie eine Ellipsoid Oblong, eine Parable oder eine Hyperbel.

Gruß, Harrie
 
Hallo Harrie,

Oblate Ellipsoide sind sehr schwierig herstelbar weil die Form entgegen die natürliche Entstehungsweise ist so wie eine Ellipsoid Oblong, eine Parable oder eine Hyperbel.

ja leider, das ist der große Haken an so einem Wright-Newton

Interessant finde ich solche System rein für den visuellen Beobachter auch etwas entspannter.
Der hadert ja beim Newton doch etwas mit der Koma im Feld.
Es werden da komakorrigierende Okulare gefordert oder zumindest will man der Koma zb. mit der Klee Barlow begegnen oder eben den auch für visuelle Zwecke geeigneten Komakorrektor.
Na ja das wird sicher dann auch die preiswerteste Lösung sein.

Trotzdem so ein Wright-Newton hat für mich seinen Reiz.
Ich hab deshalb mal den Klassiker schlechthin einen 200 f/6 als Wright-Newton gerechnet.
Der hat ja eine ganz hervorragende Feldkorrektur.

Zum Design zu ergänzen.

Konische Konstante des HS…………….1,24
Deformationskoeffizienten für die Schmidtplatte

4. Ordnung………………………………7,79e-11
6. Ordnung………………………………3e-17

Für das breite Publikum stelle ich mal einen klassischen 200 f/6 Newton zum Vergleich dazu.
Neben der hervorragenden Feldkorrektur fallen ja auch die hässlichen Spikes weg.
Ein Punkt der mich doch arg am Newton stört, bin Planetenbeobachter.

Letztlich stellt sich die Frage was kostet es mehr dem HS cc +1,24 anstatt cc -1 zu verpassen.
Eventuell wagt sich ja mal ein Selbstschleifer an diese Herausforderung.
Auch die Schmidtplatte lässt sich ja durchaus im Selbstschliff fertigen.

Grüße Gerd
 

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Hallo Harrie.

"Bei mir ist das auch so."

Ja wen man Zeit genug hätte, könnte man das ein wenig lockerer nehmen.
Komme gerade noch nach, jene Leute zu betreuen die gute Arbeit leisten.
So ein Wright-Newton wäre noch ein interessantes Objekt das mich reizen würde
aber leider auch die nötige Zeit fehlt.

Vielen Dank an Gerd für die Berechnung und deine Bestätigung.
Das wäre wirklich eine gute Abbildung im Feld.

Frage an Gerd.
Würde das bei 300 f/5 oder 300 f/4 auch noch gut gehen und würde die chromatische Aberration
der Schmidtplatte da noch erträglich sein ?

Viele Grüße
Alois
 
Zitat von Telescopia:
Stimmt alles was Du schreibst, aber beachte, wenn einer anfängt zu polieren, die asphärische Form ist ein Ellipsoid Oblate, die hat die beiden Brennpunkte je an einer seite der optischen Achse. Oblate Ellipsoide sind sehr schwierig herstelbar weil die Form entgegen die natürliche Entstehungsweise ist so wie eine Ellipsoid Oblong, eine Parable oder eine Hyperbel.
Zitat von Gerd_Duering:
ja leider, das ist der große Haken an so einem Wright-Newton. Trotzdem so ein Wright-Newton hat für mich seinen Reiz. Ich hab deshalb mal den Klassiker schlechthin einen 200 f/6 als Wright-Newton gerechnet.
Der hat ja eine ganz hervorragende Feldkorrektur.
Hallo Gerd,
hübsches Brainstorming, aber bevor Du vor Begeisterung ganz abhebst, sollte Du Dich fragen, warum sich das Wright Design nicht einmal eine Nische erobern konnte. Ein wesentlicher Grund ist natürlich die Schwierigkeit der HS-Herstellung. Darauf hat Harrie ja schon hingewiesen. Aber selbst, wenn man das beherrschen könnte, was für objektive Vorteile hätte so ein System?

Es steht ja in Konkurrenz zur Schmidt-Kamera, also der klassischen komafreien Weitwinkelkamera schlechthin mit ihrer phänomenalen Feldleistung. Die Wright-Optik ist kürzer und sie hat ein flaches Feld, aber die Abbildungsqualität kommt nicht an die einer klassischen Schmidt-Kamera mit ihrem gewölbtem Filmhalter heran. Aus diesem Grund hat sich das Wright-Design auch nie gegenüber dem klassischen Schmidt durchsetzen können, nicht einmal heutzutage, wo Film praktisch keine Rolle mehr spielt. Schau mal, was für eine Optik im Kepler Raumteleskop steckt, das ist eine klassische Schmidt-Kamera, wenngleich mit einem modernen Sensor Array.

Das Konzept der kurzen Bauform beim Wright war allerdings wegweisend für den außerordentlich populären Schmidt-Cassegrain, der im Cassegrain-Modus zwar nur ein kleines Feld hat, der aber bekanntlich mit einer Korrekturlinse als FastStar oder HyperStar Option auch sehenswerte photographische Ergebnisse im Primärfokus ermöglicht.

Wenngleich die HyperStar Option nicht annähernd die Performance einer echten Schmidt-Kamera erreicht, so ist das immerhin eine realistische Möglichkeit für den heutigen Amateur, wenigstens etwas in dieser Richtung zu erreichen.

Angesichts der bescheidenen Leistung eines Schmidt-Newton wäre das jedenfalls für rein photographische Ambitionen eine vernünftige Alternative.

Aber vermutlich spornt Dich das jetzt an, eine Korrekturlinse für den Schmidt-Newton zu konzipieren ...

Wünsche jedenfalls weiterhin viel Spaß beim Tüfteln!

Mit freundlichen Grüßen,
Peter



 
Hallo Alois,

wenn du etwas in der Art bauen möchtest dann würde ich mir
an deiner Stelle die von mir angegebene Literatur anschauen.
Wenn du willst schicke ich dir eine Kopie davon zu.

Das Problem beim Wright Newton ist die Form des Hauptspiegels.
Als bessere ALternative für Photo sehe ich die Schmidt Kamera.
Für visuelle Zwecke würde ich mir den Houghton Newton anschauen.
Der hat rein sphärische Flächen, ist also wesentlich leichter
in brauchbarer Qualität selbst herzustellen als der Wright Newton.
Ich meine mich erinnern zu können daß es beim Astrotreff
dazu sogar mal einen Baubericht gab.

Viele Grüße, Karsten
 
Hallo Alois,

Vielen Dank an Gerd für die Berechnung und deine Bestätigung.
Das wäre wirklich eine gute Abbildung im Feld.

na ja sowas mach ich ja gerne, weist Du ja.
Zur Feldabbildung will ich aber noch sagen das ich hier „nur“ 0,3° Feldwinkel gezeigt habe.
Einfach weil der Newton zum Vergleich dienen sollte und dort bei größerem Feldwinkel die Spots einfach zu groß werden.

Im größeren Feld macht sich dann doch ein Asti bemerkbar.
Das ist aber beim RC auch nicht anders und das wird ja als Fotooptik gepriesen.
Wobei beim RC je nach Design eine erhebliche Bildfeldwölbung hinzukommt, während der Wright-Newton ein praktisch ebenes Bildfeld hat.

Im Anhang mal ein Vergleich eines 200 f/4 Wright-Newton bei einem Feldwinkel von 0,8° mit einem 200 f/8 RC bei einem Feldwinkel von 0,4°
Der Achsabstand ist also der gleiche, der Maßstab für die Spots ist ebenfalls gleich.
Der RC hat also einen rund doppelt so großen Spot und bildet nur das halbe Feld bei gleichem Chip ab.



 

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Frage an Gerd.
Würde das bei 300 f/5 oder 300 f/4 auch noch gut gehen und würde die chromatische Aberration
der Schmidtplatte da noch erträglich sein ?

Na da hab ich doch gleich mal einen 300 f/4 gerechnet.
Das Design ist im Anhang.

Zum Design zu ergänzen.

Konische Konstante des HS…………….1,35

Deformationskoeffizienten für die Schmidtplatte

4. Ordnung………………………………8,157e-11
6. Ordnung………………………………3e-17

Um die chromatische Aberration musst Du Dir keine Sorgen machen.
Der obige 300 f/4 Wright hat das Niveau eines Super APOs und ist bezüglich der Farbkorrektur zb. einem Takahashi TSA 102 leicht überlegen.

Frage
Was sagst Du denn eigentlich als alter Hase unter den Spiegelschleifern bezüglich der Oblaten Ellipse die hier nötig ist?

Grüße Gerd
 

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Hallo Gerd,

sehr schöne Darstellungen, deine Diagramme und Berechnungen!
Wie würde denn ein 8" MN F6 oder etwas kürzer im Vergleich hierzu dastehen...Natürlich nur wenn's nicht zuviel Mühe macht. Das ist ja auch etwas für Planetenbeobachter.

Gruß
Werner

 
Hallo Peter,

hübsches Brainstorming, aber bevor Du vor Begeisterung ganz abhebst, sollte Du Dich fragen, warum sich das Wright Design nicht einmal eine Nische erobern konnte. Ein wesentlicher Grund ist natürlich die Schwierigkeit der HS-Herstellung. Darauf hat Harrie ja schon hingewiesen. Aber selbst, wenn man das beherrschen könnte, was für objektive Vorteile hätte so ein System?

na ja abheben tu ich jetzt nicht gleich aber seinen Reiz hat der Wright-Newton nun mal für mich.
Zur Schwierigkeit der HS Herstellung kann und will ich keine Einschätzung abgeben, das überlasse ich der Spiegelschleifer-Fraktion.
Objektive Vorteile wären.

kompakte Bauweise.
ebenes Bildfeld
unkritische FS Justage da ein weites Feld gut abgebildet wird, der HS muss allerdings zur Schmidplatte vernünftig justiert sein.
keine Spikes (auch auf Fotos gefallen die mir nicht)
kein zusätzlicher Korrektor vor dem Fokus nötig.

Es steht ja in Konkurrenz zur Schmidt-Kamera, also der klassischen komafreien Weitwinkelkamera schlechthin mit ihrer phänomenalen Feldleistung.

Letztlich geht es hier ausschließlich um die Kompakte Bauweise und da man nun mal nicht alles gleichzeitig haben kann sind Kompromisse zu machen.

Ein Kompromiss ist der Schmidt-Newton der ja nichts anderes ist wie eine Schmidt-Kamera mit „falsch“ positionierter Schmidtplatte was mit einer Koma im Feld quittiert wird.
Die Tatsache das ein FS im Strahlengang sitzt und damit ein Newtonfokus realisiert wird ist aus optischer sich irrelevant.
Die an der Bilderzeugung beteiligten Elemente sind Schmidtplatte und HS sonst nichts.
Selbstverständlich lässt sich auch ein Komafreier Schmidt-Newton realisieren.
Dazu gehört die Schmidtplatte aber in den ROC und das Ding baut entsprechend lang.
Wenn Dich das nicht stört dann ist selbstverständlich das die beste Lösung.

Hier ein 200 f/4 bei 0,3° Feldwinkel da ich ja alle Systeme hier mit 0,3° gezeigt habe.

Zum Design zu ergänzen.

Deformationskoeffizienten für die Schmidtplatte

4. Ordnung………………………………1,17e-10
6. Ordnung………………………………7e-17




Schau mal, was für eine Optik im Kepler Raumteleskop steckt, das ist eine klassische Schmidt-Kamera, wenngleich mit einem modernen Sensor Array.

Na ja Du denkst hier gleich an den Profibereich.
Ich hingegen eher an den kleinen Amateur und hier vor allem auch ans Visuelle.
Bei kleinen Spiegeln sollte die Ellipse weit weniger Schwierigkeiten machen wie bei Kepler und ein so riesiges Feld braucht der kleine Amateur auch nicht, hat normalerweise nicht gleich ein Sensor Arry

Was dem Amateur der ein transportables und leicht zu montierendes Teleskop sucht am wichtigsten ist (kompakte Bauweise) muss nicht dem Profi bei stationärer Aufstellung oder gar im Weltraum am wichtigsten sein.

Das Konzept der kurzen Bauform beim Wright war allerdings wegweisend für den außerordentlich populären Schmidt-Cassegrain, der im Cassegrain-Modus zwar nur ein kleines Feld hat, der aber bekanntlich mit einer Korrekturlinse als FastStar oder HyperStar Option auch sehenswerte photographische Ergebnisse im Primärfokus ermöglicht.
Ja das Konzept der kurzen Bauweise mit „falsch“ positionierter Schmidtplatte gibt es natürlich auch bei SCTs hab ich ja hier vorgestellt.

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=119141

Aber auch die langen Versionen mit optimal positionierter Schmidtplatte.
Auch hier gilt Kompaktheit ist nicht zum Nulltarif zu haben.

Das HyperStar Konzept kenne ich, es ist aus optischer Sicht eine Schmidt-Kamera mit „falsch“ positionierter Schmidplatte und falscher Deformation der selben weil ja für das SCT gerechnet.
Der HyperStar Korrektor muss daher neben der Koma auch eine erhebliche SA korrigieren.

Angesichts der bescheidenen Leistung eines Schmidt-Newton wäre das jedenfalls für rein photographische Ambitionen eine vernünftige Alternative.

Rein Fotografisch wäre mein Favorit ein Medial.
Hans-Jürgen hat hier was sehr schönes entwickelt.

http://www.busack-medial.de/index.htm

Aber es ist halt überall ein Haken, hier ist es der Manginspiegel.


Grüße Gerd

 

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Hallo Werner,

Wie würde denn ein 8" MN F6 oder etwas kürzer im Vergleich hierzu dastehen...Natürlich nur wenn's nicht zuviel Mühe macht. Das ist ja auch etwas für Planetenbeobachter.
ein MN hat gegenüber dem Schmidt-Newton deutlich weniger Koma, bei 8“ f/6 sollte man visuell sehr gut damit klarkommen.
Eine leichte SA höherer Ordnung beim MN sollte kein Problem sein.

Ich verweise jetzt einfach mal hierauf.

http://www.telescope-optics.net/Mak-Newton.htm

Mit einem Wright-Newton kann der MN aber im Feld nicht mithalten, auch nicht ganz bei der Farbkorrektur.
Hier zum Vergleich ein 200 f/4 bei 0,5° Feldwinkel so wie im Link und gleichem Maßstab wie dort.

Grüße Gerd

 

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Hallo Karsten.

Zum Bauen werde ich nicht dazu kommen aber die Literatur würde mich auf jeden Fall interessieren
und mich freuen wenn du sie mir zusenden könntest. Achtung habe eine neue E-Mail Adresse.
Den Houghton Newton von Birki im Astrotreff kenne ich.
Da habe ich intensiv mit Birki beim Linsen polieren über Skype fast täglich
zu tun gehabt. Es ist ein tolles lichtstarkes Teleskop geworden.

Viele Grüße
Alois
 
Hallo Peter,

Das Konzept der kurzen Bauform beim Wright war allerdings wegweisend für den außerordentlich populären Schmidt-Cassegrain, der im Cassegrain-Modus zwar nur ein kleines Feld hat, der aber bekanntlich mit einer Korrekturlinse als FastStar oder HyperStar Option auch sehenswerte photographische Ergebnisse im Primärfokus ermöglicht.

Da bin ich sehr gespannt wo Du das her hast, ih bitte um die Referenz.

Gruß,
Harrie
 
Hallo Gerd.

„Na ja sowas mach ich ja gerne, weist Du ja.
Zur Feldabbildung will ich aber noch sagen das ich hier „nur“ 0,3° Feldwinkel gezeigt habe“.
Vielen Dank !
Die Ergebnisse sind sehr interessant und die 0,3° reichen gerade auch für den Vollmond
oder den Orion Nebel, Kometen usw.
Sogar der 300 f/4 hat bis 0,3° noch eine super gute apomesige Abbildung.
Das zuckt schon ein wenig in den Muskeln und signalisiert dass sie möchten.

„Frage
2Was sagst Du denn eigentlich als alter Hase unter den Spiegelschleifern bezüglich der Oblaten Ellipse die hier nötig ist? „

Ja die Kurve nimmt am Rand sehr stark zu und müsste mit der Minitoolmethode auch gut machbar sein.
Für mich ohne weiteres. Weil eine Parabel mit Dm 220mm f/0,75 war auch machbar.
Braucht aber seine Zeit die gerne unterschätzt wird. Weil da ist nicht die Größe des Spiegels das Problem
sondern der Schwierigkeitsgrat der so nicht sichtbar ist und in viel kleinen Schritten gemacht werden muss.
Dank der guten Auswertprogramme wie( Figure XP )_( Fringe XP) und jetzt noch das Openfringe mit der FFT Analyse,
haben wir eine sehr gute Unterstützung die uns sogar eine sichere Auswertung auch ohne Planspiegel ermöglicht.
Diesen Programmherstellern haben wir viel zu verdanken. Weil das hat den Spiegelschleifern Tür und Tor
zu einer schnellen und sicheren Auswertung geöffnet.
Vielleicht juckt es doch noch jemanden.

Viele Grüße
Alois
 
Zitat von P_E_T_E_R:
Das Konzept der kurzen Bauform beim Wright war allerdings wegweisend für den außerordentlich populären Schmidt-Cassegrain ...
Zitat von Telescopia:
Da bin ich sehr gespannt wo Du das her hast, ih bitte um die Referenz.

Hallo Harrie,

das vermute ich schlicht und einfach aus der historischen Abfolge:

1930 - Bernhard Schmidt Schmidt Camera

1935 - Franklin Wright Wright Camera

1940 - James Gilbert Baker Schmidt-Cassegrain Telescope

Ich gehe davon aus, dass Baker und viele andere das Wright-Camera Design und die Motive dafür kannten. Sowohl Wright als auch Baker wiesen damals explizit auf die lange Bauweise der Schmidt-Camera hin, und das wurde natürlich als Nachteil und als Ansporn bei der Suche nach kurzen Alternativen verstanden. Aber das war in optischen Zirkeln sowieso in aller Munde. Schließlich hatte ja die bahnbrechende Erfindung von Bernhard Schmidt eine regelrechte Lawine von optischen Untersuchungen aller möglichen und unmöglichen Variationen ausgelöst.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

Die folgenden Extrakte aus 'Amateur Telescope Making' reflektieren diese historische Einschätzung:

Franklin B. Wright: Theory and Design of Aplanatic Reflectors Employing a Correcting Lens
Amateur Telescope Making, Book 2, p. 401-409


"In the Schmidt telescope the distance between mirror and correcting lens equals approximately twice the focal length, the mirror being figured spherical. This combination is free from astigmatismand, and, incidentally, from distortion of field also. The focal surface of best definition is spherical, convex towards the mirror, with a radius of curvature approximately equal to the focal length ... Photographic film must be sprung to conform to this surface, in order to realize the remarkable perfection of this instrument ...

In the "short" telescope the distance between mirror and correcting lens equals approximately the focal length ... The mirror is figured to a curve which is nearly an oblate spheroid whose outer zones have their centers of curvature closer to the mirror than the central zone by approximately the amount y²/2R_0 about the same variation numerically as in the case of an paraboloid but in the opposite direction. This system is free from curvature of field; that is, the focal surface of best definition is a plane, which permits the use of ordinary flat photographic plates and plate holders ... Astigmatism rather than chromatic aberration limits the desirable f ratio of the "short" telescope ... The "short" telescope has less astigmatism in a flat field than any other aplanat having but two optical components ... At the time of this writing no telescope of the "short" type has been made ..."

James G. Baker: Optical Systems for Astronomical Photography
Amateur Telescope Making, Book 3, p. 5


"Without detracting from the remarkable and successful performance of the Schmidt telescopes, we can mention that the optical system has two pronounced inconveniences that lead to enhanced costs and hence fewer and smaller Schmidt telescopes. The first difficulty is that the length of telescope tube is approximately twice the focal length ... On the other hand, the star images with a Schmidt telescope are so sharp that remarkable penetration can be obtained even with short exposures. The second inconvenience occasioned by the Schmidt telescope is that of curvature of field. The photosensitive emulsion must be caused to lie in a spherical focal surface whose radius of curvature is very acurately equal to the focal length. The curved field causes no insuperable trouble except for the smaller Schmidt telescopes, and glass plates can be made to moderate curvatures without breaking. In the case of the Palomar Schmidt telescope, glass plates measurung 14" by 14" are used successfully by the expedient of coating the sensitive emulsion on an unusually thin and hence flexible glass base. Many small Schmidt cameras employ cut film."

 
Hallo Alois,

Die Ergebnisse sind sehr interessant und die 0,3° reichen gerade auch für den Vollmond
oder den Orion Nebel, Kometen usw.

wobei die 0,3° natürlich weit unter dem maximal sinnvollen mit dem Wright-Newton liegen.
Da geht schon ne ganze Ecke mehr bei DS Fotografie.

Vergleichen wir ihn doch einfach mal mit der Konkurrenz.
Das Naheliegenste wäre ein klassischer Newton mit Komakorrektor.
Natürlich nehmen wir hier nicht irgendeine Billigvariante sondern einen hochwertigen
ASA Quattro x 1,175 also mit Verlängerungsfaktor
Die Datent gibt’s hier.

http://www.astrosysteme.at/images/Corr_2Zoll_ComaCorr.pdf

Zum Vergleich will ich mal die Spots auf Seite 4 im pdf mit 0,035mm Box, maximal 15,09mm Achsabstand und einem Spektrum von 450 bis 650nm heranziehen.

Deshalb zeige ich im Anhang den Spot für den 300 f/4 Wright bei genau diesen Parametern.
Besonders interessant für den Fotografen ist der polychromatische RMS Spot Radius.
Dieser kann ja direkt in Relation zur Pixelgröße des CCDs gesetzt werden.
Der Wright hätte hier 0,0051mm
Der Newton mit ASA Quattro x 1,175 hätte hier 0,0057mm

Der Wright-Newton ist also dem klassischem Newton mit ASA Quattro x 1,175 Komakorrektor überlegen und dieser Korrektor kostet immerhin 600 Euro!

Das reizvolle an dem Wright ist für mich
keine Spikes
kein Korrektor in Fokusnähe und damit keine Probleme mit dem richtigen Fokusabstand des Selben.

Grüße Gerd
 

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Hallo Alois,

bitte schicke mir deine neue Emailadresse per PN zu!

Viele Grüße, Karsten
 
Hallo Peter und eventuell andere interessierte,

Ich habe die Originalpublikation von James G. Baker "A Famely of flat-field cameras, equivalent in performance to the Schmidt Camera"

Es wurde publiziert in Proceedings of the American Philosophical Society Vol. 82, No. 3 (Apr. 10, 1940)

Wer interessiert ist bitte eine PN met seiner Heim-E-Maiadresse.

Gruß, Harrie
 
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