Sol'Ex - wer kennt es?

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Gestern Abend hat Douglas Smith im monatlichen Solarchat Zoom Meeting über Bau und Benutzung eines Spektroheliographen berichtet.
Der Vortrag ist bereits in Youtube zu sehen, die Folien sind im Solarchat veröffentlicht. Eineinhalb Stunden vom Feinsten, mit wertvollen Hintergrundinformationen zu Hardware und Software!

CS
Arnold
 
Nach längerer Zeit hat es heute wieder Sonne gegeben, für ein Halfa und ein CaH Bild hat es gerade gereicht. Dann waren wieder die Wolken vor.

Den Fokus habe ich wieder nicht getroffen, in der Sonne ist das Arbeiten mit PC, Fokussierung und Handkontroller einfach nervig.
Ein wichtiger Spruch zu leichten Fernrohren am Stativ: Never touch a running telescope! :devilish:
Die ganze Bedienung muss einfach über den Rechner erfolgen!

Halfa Oberfläche und Protuberanzen:
15_26_38_shift=0_clahe.jpg
15_26_38_shift=0_protus.jpg

Weisslicht zur Orientierung:
15_26_38_shift=30_clahe.jpg


CaH Oberfläche und Protuberanzen:
15_33_59_shift=0_clahe.jpg
15_33_59_shift=0_protus.jpg


Die Protuberanzen sind in CaH und CaK auch sichtbar, aber deutlich schwächer als in Halfa. CaK ist sich leider vor den Wolken nicht mehr ausgegangen.

Im Moment schreibe ich ein kleines Python Programm, um den Fokus bei der Aufnahme beurteilen zu können. Es soll am PC unter Windows und am Raspberry unter Bullseye 64 bit laufen. Also Video Input von der Kamera und sofortige Auswertung der kritischen Teile auf den Fokus von Teleskop und Kamera. Oberflächenprogrammierung mit Foto / Video in Tkinter nervt, eventuell muss ich auf eine andere Gui Bibliothek umsteigen. Ein erster Entwurf ist bereits vorhanden, aber welche Kurven und welche Kennzahlen was bringen ist noch völlig offen.
Screenshot 2023-05-21 170436.jpg

Wichtig ist vor allem, dass die Schärfe der Linien (vertikal ausgewertet) für den Fokus des Spektrographen maßgeblich ist, die Schärfe horizontal (Sonnenrand und Oberflächendetails, nicht aber Transversalium!) für den Teleskop Fokus. Zusätzlich müssen aller Bilder immer automatisch auf optimale Helligkeit eingestellt werden, sonst sind sie bereits bei leichter Sonneneinstrahlung am Notebook Bildschirm kaum mehr zu beurteilen.

Eine zweite Seite wird helfen, bei der Gittereinstellung nd Verschiebung der ROI das Spektrum mit den gewünschten Linien und einem Referenz Spektrum zu vergleichen. Für Halfa, D und Ca Linien ist das nicht nötig, die sieht man auf den ersten Blick. Aber bei den schwächeren Linien, etwa Fe oder CN, fehlt sonst die Orientierung.

Ausserdem liegen schon die 3 Motore und die Treiber für die Fokussierung und Gitterverstellung bereit. Motor wird von unipolar auf bipolar umgebaut, dann kann man jederzeit einen stärkeren Motor einsetzen. Wird aber noch ein wenig dauern. Rechnersteuerung der Montierung ist dann das nächste Ziel.

CS
Arnold
 
Hallo Arnold, ich bin beeindruckt was du in so kurzer Zeit schon erreicht hast. So gut werden meine Aufnahmen leider nicht. Hast du die Bilder bearbeitet? Ich bin erstaunt wie gut die Protuberanzen in dem Clahe zu sehen sind. Das Fokusproblem kenne ich leider auch zu gut. Bei mir kommt leider dazu das mein Seeing immer sehr durch die Dächer der Nachbarhäuser beeinträchtigt wird. Ein weiteres Problem ist für mich immer das finden der richtigen Belichtungszeit. Hast Du da Tipps? Vielleicht kannst du da auch was in der SW implementieren?

CS
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

im Moment bin ich mit meinen Bildern noch gar nicht zufrieden, da ist noch viel mehr drin.

Die Bilder sind, bis auf runterskalieren auf 25% und abspeichern als jpg nicht bearbeitet, sie sehen am Bildschirm gleich aus wie die originalen, etwa "15_26_38_shift=0_clahe.png", das von "Solex_ser_recon_EN-3.7_Windows" ausgegeben wird. Ich drehe auch an keiner Einstellung, solange meine Originaldaten noch nicht die Qualität haben, die ich mir vorstelle. Derzeit fehlt mir in der Schärfe noch ein Faktor 4, weil ich einfach in der Sonne den Fokus nicht beurteilen kann. Am Bildschirmfoto oben sieht man, wie weich der Sonnenrand im Original an der linken Seite ist (rechts war ja der Schlitz zu Ende). 5 bis 6 Pixel von 20% bis 70%, das kann ja nicht gut gehen.

Die guten Protuberanzen sind eine andere Sache. Sobald die spektrale Auflösung gut ist, sind Filamente und Protuberanzen mit einem SHG einfach super! Und das Spektrum ist viel einfacher scharf zu stellen als die Sonnenscheibe. Die Hauptlinien muss man vergessen, die sind viel zu breit und haben Details durch die Sonnenphysik! Die schwachen Linien daneben sind schmal und gut definiert, auch die Linien unserer Atmosphäre. Wenn die scharf kommen, passt es! Gegenüber einem üblichen Sonnenfilter ist die spektrale Auflösung um den Faktor 2 bis 4 besser, dadurch kommen in H-alfa die Protuberanzen so gut heraus. Man sieht sie ja auch gut im Spektrum am Sonnenrand, wie ich etwas weiter oben im Thread gezeigt habe.

Belichtung halte ich für kein Problem, solange keine Überbelichtung vorliegt. Die würde das Bild im Kontinuum oder an den Seiten der Spektrallinie beschneiden. 12 bis 14 Bit Auflösung im Ser File reichen selbst dann, wenn stark unterbelichtet wird. Ein 8 bit Avi ist natürlich ein No-Go, da war vor einigen Jahren Standard.

Es könnte höchsten sein, dass in der Auswertekette noch irgendwo eine 8-Bit Umsetzung vorliegt, muss ich mal durchsehen/austesten. Douglas Smith hat allerdings in seinem Vortrag ein Überbelichten des Kontinuums empfohlen, das könnte auf so ein Problem in der Auswertung hinweisen. Bildverarbeitung war ja traditionell auf 8 bit beschränkt, und da sind noch manche Leichen in den Bibliotheken versteckt.

Ich stelle derzeit einfach 3ms ein, damit die Framerate von ca. 300 Fps zu 16x Scangeschwindigkeit passt und drehe nur am Gain. 100 für H-alfa, 200 für CaH und CaK, vermutlich etwa 50 in der Mitte des Spektrums, wo die Kamera empfindlicher ist.

Fokusprobleme haben zwei Ursachen: Bildschirm ansehen und Fokusrad drehen funktioniert nicht, ich sehe da einfach nicht genug. Tuch oder Abdeckung helfen, aber dann greife ich wieder falsch zum Teleskop. In der Nacht ist das viel einfacher. Daneben schwingt das Teleskop natürlich bei jeder Berührung und die Turbulenz tut ein Übriges.

Daher werde ich mich jetzt mal auf die Automatisierung der Schafstellung konzentrieren und die Beurteilung der Schärfe im Originalbild. Bildaufnahme in Python läuft ja gut. Leider komme ich auf keine ausreichend hohen Frameraten, brauche also nach dem Einstellen Sharpcap oder Firecapture für die Aufnahme. Eventuell Asicap, aber da fehlen mir Einstellungen, muss ich noch näher ansehen. Ich möchte aber den Konfigurationsfile mit Gain und ROI von meinem Programm her schreiben, so dass die Aufnahme nur mehr zu starten ist.

CS
Arnold
 
Gestern hat sich bei Einstellarbeiten um 14:17 der großen Ausbruch am Sonnenrand gezeigt. Leider nicht in der vollen Größe, der Scan Bereich war zu klein! Ist aber trotzdem beeindruckend:
P0.jpg

Die Geschwindikeiten sind +/- 80 km/s viel höher als in den ruhenden Protuberanzen / Filamenten, die bereits bei +/-20km/s schwächer werden. Als Film abgespielt, fasziniert die Veränderung mit dem Offset / der Radialgeschwindigkeit:

P-17.jpg
P-9.jpg
P0.jpg

P+7.jpg
P+14.jpg
P+25.jpg
 
Hallo Arnold,

beeindruckend was du da eingefangen hast. Ich habe das leider verpasst. Ich hatte mein Setup am Vormittag aufgebaut. Ich komme an die Qualität deiner Aufnahmen leider nicht heran. Bei mir sieht man in den zusammengesetzten clahe Bildern immer wieder wie die einzelnen Streifen des Bildes gegeneinader versetzt sind. In Norddeutschland gibt es anscheinend kein gutes Seeing.
10_58_52_shift=0_clahe.png

Das Original auf 25% verkleinert.
10_58_52_imppg.png

mit imppg bearbeitet
2023-05-27_solex_10_58.png

Oder mal mit gimp eingefärbt.
SSM.PNG

und das waren die Seeing Bedingungen.

CS
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

zumindest die von dir gerade gezeigten Aufnahmen sind meinen zumindest ebenbürtig! Und der Ausbruch war ein reiner Glückstreffer weil ich mit meiner Montierung gekämpft habe. Nie wieder ein zu schwaches Netzteil!

Aber der Kampf mit Scharfstellung, USB Traffic und Verwackeln geht weiter. Hoffentlich schaffe ich morgen eine erste Version von meinem Programm zur Einstellung. Gestern hab ich mal die Wellenlängen abgegrast und Halfa, Hbeta, Magnesium und Natrium aufgenommen. Bei CaH und CaK war dann die Sonne schon zu tief und eine Wolke hat genervt.

Ich hätte gerne gleichzeitig Halfa, Hbeta und Kalzium gehabt. Halfa zeigt etwa 7 Pixel offband das Coronale Netzwerk fast gleich wie Hbeta in Linienmitte, also ohne Radialgeschwindigkeit. Keine Ahnung warum. Und Kalzium zeigt das Netzwerk negativ. Da muss ich mir die Seite von Astrosurf und das Buch von Fulvio Mete nochmals zu gemüte führen, sobald ich den handwerklichen Teil erledigt habe. Bin in der Physik der Sonne und auch in der Terminologie derzeit noch recht blank!

Hbeta, Halfa -6pixel, Halfa zum Vergleich:
Hbeta.jpg
Halfa-6.jpg
Halfa.jpg

Die automatische Erstellung und Beschriftung der Videos funktioniert jetzt zufriedenstellend, leider lassen sie sich nicht auf Astronomie.de hochladen. Aber das sollte auch noch zu lösen sein. Offband wird für mich in nächster Zeit ein zentrales Thema, ich werte derzeit +/-30 Pixel Verschiebung aus.

CS
Arnold
 
Moin!

Am Wochenende hatte meiner First light.
Ich habe mich stur an die Acutervariante gehalten. Auch weil ich das ziemlich cool finde sowas mit einem Kinderteleskop durch zu ziehen.
Für der ersten Versuch bin ich zufrieden mit mir.
Ha, Hb, Ca
IMG-20230528-WA0009.jpg


IMG-20230528-WA0010.jpg
IMG-20230528-WA0005.jpg

Und den Fleck mit dem Breser Messer 127\1200mm und Herschelkeil.
IMG-20230528-WA0008.jpg

CS

Sabine
 
Hallo Sabine,

willkommen im Club! Für ein first Light sind die Bilder einfach super :y::y::y:.

Ein Spiegelteleskop hat den geringeren Farbfehler im Violetten, das hilft stark bei CaH, CaK und CN. Da werde ich vermutlich auf 1:9 abblenden müssen wie auch andere Kollegen im Sol'Ex Forum. Ein ED APO ist halt doch nur die halbe Miete.

Wie schaut deine Konfiguration aus? ND Filter und 178MM Kamera? Bin vor allem neugierig, weil ich noch viel zu optimieren habe und für die Magnetogramme vom Herschelkeil auf den ND Filter umsteigen muß. Oder gleich auf den Chrom Spalt von Smith?

Aber Vorsicht: Sol'Ex hat Suchtpotential! Nach jeder Beobachtung schau ich mal im Netz oder im Buch von Fulvio Mete nach, was ich da gesehen habe. Und da sind noch viele Fragen offen!

CS
Arnold
 
Moin!

Ja, schlimm mit dem Teil. Eigentlich wollte ich nach der Schule nie wieder französisch sprechen oder lesen. Nun beiß ich mich durch. Ich habe den Hoya Nd4 drauf. Zunächst einen billig ND aus der Bucht, der allerdings ein echter Nepp war. Ich habe noch nie einen Filter mir Folienüberzug anstatt Bedampfung gesehen. Sachen gibts.

Ich wollte den SolEx an den Besser Messier 127 mit einem Herschelkeil anschließen. Hast Du alle ND Filter aus dem Keil genommen? Ich habe den Baader. Der hat f9.9 und sollte gehen. Im Weißlich ist der sehr gut. Zur Not kommt was in die Filter Schublade.
Kamera ist hier die Lacerta 178 MM Planet pro. Ich werde die aber gegen ASI tauschen, weil ich auch die Asiair hab und so kann ich die dann auch für PNs einsetzten. Da wollte ich mal Luckyimagine an PNs versuchen.
Hab meine Seele an ASI, Google und Amazon verkauft. ;o)

CS

Sabine
 
Hallo Sabine,

Französisch in der Schule ist schon mal eine gute Voraussetztung für Spektroskopie :cool:. Die Franzosen sind wahnsinnig aktiv und die YouTube Videos sind ohne Sprachkenntnis nur schwer zu verdauen. Ich habs leider nicht gelernt, da bleiben mir eher nur die Webseiten und Foren mit dem Translator.

Ja, ich setze den Herschelkeil ohne Filter ein. Für Halfa reicht die Lichtmenge bei 3ms, im Violetten wird es knapp. Mit Abblenden von 70 auf 50mm werde ich wohl auf die doppelte Belichtungszeit und langsameres Scannen (8x statt 16x) wechseln müssen. Binning kommt nicht in Frage, das kostet spektrale Auflösung. Und ich sehe beim Durchklicke der Videos den Unterschied von einem Pixel Offset zum nächsten.

Der Spalt von Smith ist da vielleicht die beste Alternative, werde aber erst Umsteigen wenn ich die ersten Sterne im Kasten habe. Oder wenn der nächste Optik Kit eintrifft und damit Sol'Ex und Star'Ex getrennt sind :). Der Umbau ist sowieso keine Dauerlösung.

Die Planet Pro hab ich mir auch überlegt, USB3 und so kompakt. Habe aber dann die ASI genommen, nachdem ich mir angesehen habe wie bei den anderen die Unterstützung für Raspberry und für Python aussieht. Fernziel ist ja Integration von Einstellen und Auswerten in ein Programm.

CS
Arnold
 
Hi!

Nun habe ich eine ASI178mm an den Sol'ex mit dem Acuter angeschlossen und mit SharpCap aufgenommen. Eine Verbesserung war es nicht. Im Gegenteil.
Entweder ist die ASI defekt oder ist nicht mit mir kompatibel. Firecapture gab eine Anwendungswarnung heraus, dass man bei Ruckeln mit ASI Kameras die USB Framerate anpassen muss. Ich fand keine akzeptable Einstellung. Mag sein, dass das Notebook zu alt ist.
Was meint ihr zurückschicken oder zuerst ein schelleres Notebook testen. Allerdings bekommt es die LacertaPlanetPro hin.....

_2023-06-04-1050_7-U-L-Sun_Halpha_clahe.jpg


So bin ich wieder auf Lacerta und FireCapture umgestiegen.

sonne20230604-ha-s.jpg


Am 127/1200 Messier komme ich mit einer Barlow in den Fokus. Dann folgten andere Probleme. Ausrichtung. Wohin wird er gedreht. Dafür dass Baader auf dem Keil steht wackelt und kibbelt das der Herschelkeil wie ein Lämmerschwanz. Bin ich zu anspruchsvoll oder lässt überall die Qualität nach?


messier.jpg


Es ist noch etwas finetuning angesagt in allen Bereichen...


CS

Sabine
 
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Reaktion: M13
Hallo Sabine,

wenn die Lacerta Kamera funktioniert und die ASI auch nach eingehender Fehlersuche nicht, wäre meine Entscheidung pragmatisch: vorerst Lacerta lassen. Schau aber mal die Sharpcap CameraSettings.txt Files an, ob da nennenswerte Unterschiede sind.

Ich erreiche an meinem Notebook mit der ASI etwa 280 fps (bei 3ms, Capture Area=3096x160, Colour Space=MONO16, ohne Binning), wobei auch einmal knapp über 300 fps drinnen waren. Ob Turbo USB Auto, 80 oder 90% hat wenig geändert, ebenso der High Speed Mode. Hin und wieder hat es mich aber gefuchst, da gabs massenweise dropped Frames. Keine Ahnung, warum. Leider werden die nicht im log angezeigt, nur am Bildschirm. Im Python Programm hab ich sie auch noch nicht erkannt, da scheint sie der Treiber oder das Python Interface nicht weiterzugeben.

Der Rechner ist einigermassen aktuell, aber nichts Besonderes. Ein HP Notebook vom Hofer (= ALDI Süd), AMD Ryzen 5 5500U with Radeon Graphics 2.10 GHz, 16GB Ram, 1TB SSD. Also kein High End Gamer Notebook.

Mit Wackeln des Baader Herschelkeils hab ich keine Probleme, der ist gut verschraubt. Aber er bringt zusammen mit SolEx ein starkes Drehmoment auf den Okularauszug! Könnte es sein, das das Wackeln vom Auszug oder der 2" Adaption kommt? Ich musste die drei Schrauben der 2" Adaption fest anknallen und habe das SolEx über 2" T2 Adapter am Herschelkeil angeschlossen. Die gerade Adaption ohne Herschelkeil ist sicher einfacher für den Okularauszug.

1200mm Brennweite und Barlow ist zu lang, das bringt nichts! Ich musste wie weiter oben beschrieben, am 2.5" RP Auszug eine kurze Adaption ohne Rotation verwenden, vorher hab ich keinen Fokus erreicht. Eventuell ist der kleine Lacerta Herschelkeil eine Lösung, den wollte ich mir holen, wenn sonst nicht hilft.

Viel Glück beim weiteren Tuning!

CS
Arnold
 

Anhänge

Hi!

Danke für den Input. Experimente mit dem Langen und Barlow lasse ich vorerst mal sein. Den Tubus kürzen mag ich nicht.

Das Notebook löste am Flughafen bei Sicherheitscheck Mitleid beim Personal aus. Der ist 10 Jahre alt. :)

Ich versuche es mit dem neueren. Der ist flott. Mit deinen Werten habe ich dann einen guten Anhaltspunkt.

CS

Sabinr
 
Hi!

Der nächste Versuch mit der ASI178. Das Zockerlabtop ist auch schon 4 Jahre alt. Bei 3096x160 ROI gings in die Knie. Bei 3096x120 ROI passte es gut. Ich komme auf eine Framerate von 35fps.
High Speed Mode=Off
Turbo USB=60
Da versuche ich noch mal zu drehen.
Arnold hat da
High Speed Mode=On
Turbo USB=80

Blöde Frage: Bei der Skywatcher Handsteuerung habe ich die Stufen 1-6 als Bewegungssteuerung. Wie sind die Tasten belegt?
1 = 2fach, 2 = 4fach?, 3 = 8fach? Ich finde da nichts.

Ich werde die Kamera und den Sol'Ex noch genauer ausrichten müssen. Der ASI Fokussierer wackelt leider, so dass er sich bei Fokussieren verkippt. Wie ich das einstellen kann ist mir nicht so ganz klar. Wenn es im Bild Balken gibt, geht das mit Wind einher. Zuerst dachte ich es läge an der Aufnahme. Man muss tatsächlich warten bis es nicht mehr wackelt beim Wind. Das ist grundsätzlich eine gute Idee weil man dann auch ein gutes Seeing hat. H-Beta gefällt mir noch nicht so recht. Das hatte ich schon mal besser hingekriegt.

Hier jetzt die Ergebnisse von heute:

20230610-ha-color-i.jpg


20230610-ca.jpg20230610-ca-color-7.jpg20230610-ha.jpg20230610-ha-color.jpg20230610-hb.jpg20230610-hb-color.jpg

CS

Sabine
 
Hallo Sabine,

35 fps mit 3096x120 ROI klingt nicht berauschend. Ist da noch USB 2 im Spiel, bei USB 3 sollten ja ca. 300 fps erreicht werden?
Spätestens wenn du stacken willst, wird es dann unlustig. Ein USB 3 Anschluss und eine SSD zur Speicherung wäre da schon anzuraten ;)

Die Geschwindigkeiten der Skywatcher SyncScan Steuerung findest du im Manual des Handcontrollers:

Screenshot 2023-06-10 231828.jpg


Bin mit der Steuerung selbst nicht so vertraut, für visuell hat es gereicht, aber jetzt muß ich mich mal damit beschäftigen.

Ein Verkippen des ZWO Fokusierers ist mir noch nicht aufgefallen. Oder meinst du das Verdrehen? Da hat er ein wenig Totgang, blöd weil dann die Spektrallinien schief zum Bild liegen. Da hilft nur: immer von der selben Seite scharf stellen. Mit ein Grund für den Motor.

CS
Arnold
 
Hi!

Danke für die Antwort. Der Himmelblaue Nippel am USB bedeutet doch 3.0 oder? SSD habe ich auch drin.

Gerätename Marvin
Prozessor Intel(R) Core(TM) i7-9750H CPU @ 2.60GHz 2.59 GHz
Installierter RAM 16,0 GB (15,8 GB verwendbar)
Geräte-ID B9329B43-FA4D-4D90-8E4A-952258CA1CF1
Produkt-ID 00326-00016-28022-AAOEM
Systemtyp 64-Bit-Betriebssystem, x64-basierter Prozessor

Ich meine, das sind keine schlechten Voraussetzungen. Vielleicht geht es mit dem Maximum USB Speed noch was.

Ich meine den Heliofokalfokkussierer. Verdrehen passt eher. Wenn ich fokussiere dreht er sich "leer" mit, was zum verkippen des Spektrums führt. Inbusse und Messingschraube brachte keine Lösung. Der muss wohl ganz runter und wieder drauf.

CS

Sabine
 
Hallo Sabine,

wenn der Durchsatz am USB Port um einen Faktor 10 zu gering ist, muß was Gröberes dahinterstecken. Der Rechner ist nach den genannten Daten sicher ausreichend. Da hilft nur die übiche Vorgangsweise: Schauen, ob im Geräte-Manager unter USB-Controller und USB-Geräte eine Warnung auftaucht, alle verfügbaren USB Buchsen ausprobieren, Kabel ... :mad: . Ich hab selbst erst ausprobieren müssen, wie ich im neuen Windows zum Geräte-Manager komme, bin da nicht mehr so fix, Generation Windows Uralt.

Bei mir ist auch bisher so zwei oder drei mal die Framerate auf 2 Bilder für das volle Frame und etwa 20fps für das Spektrum zusammengebrochen. Ich habe aber in der Sonne leider nicht nachgesehen, was der Rechner im Log oder der Systemanzeige dazu gesagt hat. Umgesteckt, reboot und der Fehler war weg.

Aber für eine so geringe Framerate sind deine Bilder unwahrscheinlich gut, wie scannst du? Bei 35fps müsstest du ja mit 2x scannen, um die Sonne vor der Geometrie Korrektur rund zu haben. Wie sieht deine Datei ...ellipse_fit.png aus?

15_21_58_shift=10_ellipse_fit.jpg


Zum Helical Auszug:
Die Führung hat etwas Spiel, da gibt es keine Einstellmöglichkeit. Sollte aber nur knapp ein Grad sein, gerade so viel dass die Spektren im Bild schief stehen.
Eine größere Verdrehung hab ich nur im T2 Gewinde, wenn ich den Auszug zu grob angreife. Ich habe die Feststell Rändelschraube entfernt, nachdem sie einmal irrtümlich ein wenig angezogen war und ich mich gewundert habe, dass der Auszug sich so schwer verstellen lässt.

CS
Arnold
 
Hallo Arnold!

Ja, das war ein klarer Fall von menschlichem Versagen. Es reicht nicht eine SSD Festplatte zu haben, man muss sie auch benutzen. _jungeschlagen:
Ich habe heute etwas umgeräumt und Sharpcap Zugriff gegeben und schon gehts ab wie Schmitz's Katze. Es hat den Bildern gut getan.
Nachher zeige ich noch mal was her. Auch die aktuellen Daten.

CS
Sabine
 
Hi!

Ich habe nun diese Werte erreicht:
Duration=17,534s
FrameCount=2939
ActualFrameRate=167,6146fps
Viel besser.

Die Datei ellipse_fit.png finde ich nicht aber ich scanne jetzt und vorher mit 2 was da 8x entsprechen müsste.
Diesmal habe ich 3x Runden gemacht. Je 5x Oben, Mitte und Unten. Für jeden Bereich habe ich mit PS gestackt (Skripen) und Median angewählt. Danach habe ich die Bilder zugeschnitten. Die verbleibenden Bilder ebenfalls mit PS zusammen (Automatisieren -> Photomerge) gesetzt.
Gradation, Geschärft, eingefärbt oder nicht.

20230611a.jpg

20230611af.jpg20230611b.jpg20230611bf.jpg

CS

Sabine
 
Hallo Sabine,

freut mich, dass es bei dir jetzt so gut funktioniert!

Ich werte mit dem Programm von Douglas Smith aus, das war mir im Source Code sympathischer. Das Windows Exe lasse ich links liegen, mir ist die Arbeit mit Python lieber. Meist direkt aus Spyder (Python Programmierumgebung) heraus, ich generiere in einem Schritt die Dateien für Offset -30 bis +30 Pixel, mache daraus mit einem kleinen Script ein beschriftetes Mpeg Video und lösche die png Dateien wieder. Die Bilddateien bleiben nur für Offset 0 erhalten, damit die Platte nicht zu schnell voll läuft. Auf ...spectral_line_data.png sehe ich dann, ob die Spektrallinie richtig erkannt wurde oder wie hier bei Magnesium zum Teil die Nachbarlinie. Gibt durch die blaue Polynom Approximation der Linie recht künstlerische Streifen auf der Sonne, die sieht dann fast aus wie Jupiter :ROFLMAO:
15_38_35_spectral_line_data.jpg

Beim ersten Mal hab ich gedacht, dass mir das Terassengeländer vor die Sonne gekommen ist, erst eine Stunde später hab ich den Fehler verstanden.
Für H alfa ist diese Kontrolle nicht notwendig, aber wenn man schwache Linien versucht oder Doppellinien.

Und der zweite Kontrollplot ist für mich dann ...ellipse_fit.png. Wenn der Spalt schief steht, kommt dann so was raus:
15_15_47_shift=10_ellipse_fit.jpg

Das Programm macht daraus mit der Korrektur noch immer ein schönes Sonnenbild, aber ich will ja die Korrekturen nicht überstrapazieren ;)

CS
Arnold
 
Hallo Arnold!

Das Program werde ich auch mal testen. Das kannte ich noch nicht.
Ich werde mein Setup noch irgendwie stabilisieren müssen. Das ist noch sehr Windafällig.

CS

Sabine
 
Ja, der Wind ist durch das langsame Scannen ein Hauptproblem. Über die Scanzeit geht jede Vibration in das Bild ein. Vor allem für mobile Aufstellung mit leichter Montierung. Da denke ich schon über einen kleinen Windschutz aus dem Campingbereich nach. Ist aber wieder ein Trumm mehr, das im Garten auf und abgebaut werden muss.

CS
Arnold
 
Moin Arnold!

So Mr. Smith wurde aufgespielt und getestet. Smiths Program runs like smiths cat.;)
Hier nun die Bilder von der aktuellen Konfiguration:

Das ist die Mitte. Ich könnte speed=3 bzw. 16x wagen, oder?
12_56_27_spectral_line_data.png

12_56_27_shift=10_ellipse_fit.png


Als stolzer Besitzer eines 3D Druckers hatte ich als Windschutz ein festes Verbinden Acuter und Sol'Ex im Sinn. Das ist ja wirklich echt dünn.

CS

Sabine
 
Hallo Sabine,

vorerst: die Verbindung zum Acuter stärker machen schadet sicher nicht! Eventuell eine gemeinsame Schiene für Acuter und Sol'Ex?

Bei mir ist bis zum T2 Gewinde am Sol'Ex alles 2" und gut geklemmt. Aber ich merke den Wind auch, die Schwachstelle ist die Montierung. Das Stativ hab ich durch ein kurzes Berlebach mit doppelten Klemmschellen ersetzt, passt gut für den Newton und der Refraktor ist so schön sportlich tiefergelegt :cool:. Ist jetzt viel praktischer als das Stahlstativ und weit weniger wackelig wie das Alu Stativ. Aber die EQ5 will ich nicht durch was schwereres ersetzen, man wird ja nicht jünger.

Die Verbindung vom T2 Gewinde bis zum Hauptgehäuse ist auch ein wenig weich, es hängt alles an dem dünnen Rohr "Tube collimateur #4". Da habe ich die Platte "Raidisseur #14" nochmals gespiegelt ausgedruckt und auf der anderen Seite angeschraubt. Eine Halteklammer von der Kamera bis zum "Block collimateur" wie bei Star'Ex wäre vielleicht auch ganz hilfreich und würde auch den ZWO Helical Auszug entlasten.

Eigentlich ist die Grundkonstruktion eine leichte Fehlkonstruktion, die nur funktioniert weil Alles relativ leicht ist. Zu viel Kraft und Drehmoment wirkt auf verstellbare Teile (Okularauszug, Kollimator). Nicht umsonst haben die Nachbauten von Douglas Smith und anderen die schweren Teile zusammengeschraubt und an Okularauszug oder Helical nur leichte Teile befestigt. Wenn alles läuft, drehe ich vielleicht die Konstruktion um. Ist ja mit dem Drucker schnell gemacht. Aber solange es läuft: "Never change a running system!" hab ich vor über 40 Jahren im EDV Studium gelernt.

Zur Scanrate:
Eigentlich sollten die Pixel etwa quadratisch sein. Bei dir ist die Sonne bei 8x in Scan Richtung schon um den Faktor 2 zusammengedrückt, bei 16x wäre es ein Faktor 4. Die genaue Zahl siehts du in ...log.txt als "Y/X ratio". Da sollte etwa 1 stehen. Bei der langen Brennweite bleibt also mehr Pixel horizontal, also langsamer scannen. Oder mit Binning 2 arbeiten, das kostet aber spektrale Auflösung. 8x ist vielleicht ein guter Kompromiss, Puristen würden wohl mit 4x scannen.

Bei deiner Brennweite sollte es auch möglich sein, die Sonne in zwei Durchgängen zu scannen. Spart Zeit und Speicherplatz.

Noch ein link zu den Konstruktionen von Douglas Smith und zum Folded SHG von Rainer.
CS
Arnold
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

ich finde das Thema sehr spannend, zumal eine Montierung, eine ASI178mmc sowie ein einfacher 60mm Refraktor bereits vorhanden sind. Auch ein 3D Drucker ist im Haus, von daher hätte ich eigentlich nur noch eine Frage.

Nämlich die, welchen Filter ich am besten vor einem 60mm Refraktor setze, damit nichts verdampft. Reicht ein ND 1.8 Filter? Oder ist die fotografische Baader Folie besser? Abblenden möchte ich den Refraktor eigentlich nicht.

Für Tipps wäre ich sehr dankbar :)
Viele Grüße
Michael
 
Hallo Michael,

beim Filter würde ich mich and die Empfehlung von Christan Buil halten und den Hoya PROND16 Filter nehmen. Wenn die Brennweite lang genug ist, könnte auch der ND8 gut passen. Der angegebene Hoya PROND12 scheint nicht zu existieren, ich finde nur ND4, ND8 und ND16.

Auf der Seite finden sich Erfahrungen mit Filtern anderer Hersteller und auch Hoya anderer Dichte, die zu Streifen führen. Es wird auch über leichte Unschärfe berichtet, die fotographischen Filter sind eher nicht so gut, wie wir sie am Teleskop haben möchten. Eventuell passt bei dir auch der gedruckte Filterhalter auf dieser Seite.

Ich hab keine Erfahrung damit, weil ich einen Herschelkeil (ohne jede weitere Filterung) verwende. Ein ND 1.8 lässt nur 1/64 des Sonnenlichtes durch, also 1.5%, da wird es schon sehr finster. Für einen ersten Test ja, wenn der Filter vorhanden ist, sonst nein.

Die Sonnenfilter Folie ist auf jeden Fall viel zu dunkel, da wird die Belichtungszeit sehr klein. Der Filter soll ja nur den Spalt vor der thermischen Belastung schützen, der Rest des SHG funktioniert ja auch ohne Filter und wird von einigen Kollegen mit dem Quarz Spalt auch so verwendet. Das bringt dann weit kürzere Belichtungszeiten und damit ein schnelleres Scannen.

CS
Arnold
 
Hallo Freunde,

ich komme einfach nicht dazu den SolEx ordentlich in Betrieb zu nehmen, ich habe soviel Möglichkeiten mit Ha und im WL, dass der Sommer wieder an mir vorbeigehen wird ohne, dass der SolEx zur Anwendung kommt. Und außerdem bin ich wohl zu faul mich eingehend damit zu beschäftigen..........
Er steht gleich im Marktplatz, vielleicht hat jemand Interesse.

CS
Frank
 
Hallo Arnold,

das sind für mich wertvolle Tipps, danke. Das die Hoya Filter in Bezug auf die auftretenden Streifen besser sind, habe ich schon gelesen. Ich werde es Mal mit ND 8 oder ND 16 versuchen, wenn ich das Sol'Ex aufgebaut habe. Ob ich mich traue den Test mit der Handfläche zu machen, weiß ich aber noch nicht o_O Vielleicht versuche ich es erst Mal mit einem Thermometer.

Vielen Grüße
Michael
 
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