SpaceX zum Mars

Vor ein paar Minuten wurde mit der Betankung begonnen. Die dauert zwar nur noch 45 Minuten, aber das schiebt den Starttermin in Richtung 14:30 Uhr MEZ.
 
Starship fliegt perfekt, der Booster ist im Ozean eingeschlagen weil seine Triebwerke nicht mehr zum Bremsen gezündet haben. Zum Glück haben sie nicht auf den Startturm gezielt...
 
Dass jetzt mit so vielen Außenkameras geflogen wird, ist ja mal richtig cool, die Aussicht ist da wirklich nicht schlecht :D
Neben den fehlenden Triebwerken bei der Landung schien der Booster vorher auch in eine sich aufschaukelnde Drehbewegung gekommen zu sein. Kann aber auch sein, dass ersteres das Zweite hervorgerufen hat, Scott Manley wirds uns wohl bald erklären :D
 
Das Starship treibt jetzt noch weitere 20 Minuten um die Erde. Der „Briefkastenschlitz“, durch den später hunderte von Starlinksatelliten ausgesetzt werden sollen, ließ sich auch öffnen und schliessen. Leider gibt es mangels Datenverbindung keine durchgehenden Bilder vom Flug, dafür läuft auf dem Space-X Feed KI-generierte Aufzugsmusik von der übelsten Sorte. Warum können sie nicht einfach Trieberksdonner in Dauerschleife abspielen :p
 
In fünf Minuten soll das Starhip in die Erdatmosphäre eintreten. Auf den Bildern der Aussenkameras kann man Flecken sehen, die wie fehlende Hitzekacheln aussehen. Auf die Zündung der Raptors in Schwerelosigkeit wurde offenbar verzichtet.
 
Die Videos laufen sogar während des Wiedereintritts und werden übertragen :eek: Was für klasse Bilder, wie sich das Plasma langsam aufbaut ... 70km Höhe und immer noch Telemetrie :y:
 
Die Videos laufen sogar während des Wiedereintritts und werden übertragen :eek: Was für klasse Bilder, wie sich das Plasma langsam aufbaut ... 70km Höhe und immer noch Telemetrie :y:
Die Telemetrie ist vor einigen Minuten bei 65km stehen geblieben. Ich glaube nicht, dass wir von diesem Starship nochmal was sehen werden. Aber ich kann mich natürlich täuschen.
 
Nichts desto trotz klasse Show! :D Bin gespannt, was sie mit den Daten machen und wie es dann beim vierten Testflug aussieht :cool:
 
Nichts desto trotz klasse Show! :D Bin gespannt, was sie mit den Daten machen und wie es dann beim vierten Testflug aussieht :cool:
Wenn sie noch genug Daten über die Ursache des mißglückten Wiedereintritts bekommen haben. In ihrem eigenen feed haben die SpaceXler gesagt, dass die Telemetrie über alle Kanäle gleichzeitig abgebrochen ist.
Es ist jedenfalls noch ein weiter Weg für SpaceX.
 
Immerhin, das liegt doch deutlich näher an den gesteckten Zielen als alles vorher.

Zwar wie immer mit teilweisen ausfällen, aber Orbit erreicht, Trennung hat diesmal richtig funktioniert, "Auswurfschlitz" hat funktioniert, das waren die KPI's dabei, denke ich.

CS
Jörg
 
Es ist jedenfalls noch ein weiter Weg für SpaceX.
Ja, schade. Das Gekippe der Starshiplageanzeige beim Eintritt wirkte sehr unkontrolliert. Da schien mir nicht nur die Seite mit den Kacheln im Plasma zu glühen. Ich hätte auch gedacht, dass wenigstens bei der Boosterlandung ein paar Teleskope im Landegebiet wären.
Die Triebwerke des Boosters scheinen überhaupt nicht wieder gezündet zu haben (beim letzten mal waren wenigsten einige kurz nach der Trennung an).
Gruß
thomas314
 
Hallo!
... das waren die KPI's dabei, denke ich.
Nein, nicht ganz. „In orbit propellent transfer“ und „in orbit engine relight“ waren zwei sehr wichtige Punkte die gefehlt haben. Und der Booster sollte eigentlich auch kontrolliert auf der Wasseroberfläche aufsetzen.
Insgesamt natürlich trotzdem ein großer Fortschritt gegenüber den ersten zwei Flügen.

Wie Thomas auch schreibt sah es nicht danach aus, als ob sie viel Kontrolle über die Fluglage des Starship gehabt hätten. Das hat sich um alle Achsen gleichzeitig gedreht, selbst dann noch, als das Plasma in der hohen Atmosphäre schon rot geleuchtet hat. Eine Weile sah es dann einigermassen stabil aus aber nicht wirklich kontrolliert. Die Grundidee, derzufolge sich das Starship durch seine Form und die Flossen automatisch (bzw. rein durch aerodynamische Kräfte) in die richtige Lage für den Wiedereintritt bringen soll, hat diesmal nicht so funktioniert wie geplant.

Im Juni oder Juli werden wir vielleicht den nächsten Versuch sehen.

Grüße
Maximilian
 
Wow,
jetzt bin ich auf die Auswertung gespannt. PEZ-Tür ja/nein, was ging beim Booster am Ende schief, was beim Starship? Aber die ganze Show war schon irre anzusehen mit den ganzen Ansichten, sogar innen im Starship.
CS,
Henning
 
Hallo!
...Aber die ganze Show war schon irre anzusehen mit den ganzen Ansichten, sogar innen im Starship.
Ja, das war schon sehr gut gemacht. Tut mir ein bisschen leid für die ganzen anderen YouTuber (Everyday Astronaut, NASA Spaceflight, Lab Padre, ...), die in den vergangenen Jahren enorm in Technik und Personal inverstiert haben, um Livestreams von den Starts liefern zu können. Von denen zappt man in Zukunft 30 Sekunden nach der Triebwerkszündung zu SpaceX weg, denn ab da haben sie nicht mehr viel zu bieten. Vielleicht in ferner Zukunft wieder, wenn Bosster und Starships am Startplatz wieder landen.

Grüße
Maximilian
 
Hi,
Naja, da wird nur über die explodierte japanische Kleinrakete berichtet...
oooochh, also ich fand die japanische Rakete gestern klasse !! Das war so richtig f*rztrocken auf den Punkt: Pfffffftt ... und Bummmm!! :ROFLMAO:

Die ewig gleiche Elon Musk Show habe ich mir dagegen nicht angetan, wird m.E. mal Zeit, die Raumfahrt global etwas zu kontrollieren. Die Welt ist schliesslich kein Spielplatz für durchgeknallte Milliardäre, die mit ihren unausgegorenen Versuchsraketen wild in der Gegend rumballern. Da wundert es eine nicht, wenn viele Länder der Welt, v.a. im globalen Süden, die sogenannte "westliche Welt" nicht mehr allzu glaubwürdig finden, um es mal vorsichtig auszudrücken...
VG Cpt.B.
 
Hallo allerseits!

Einmal im Jahr darf ich für zwei Tage an der hiesigen Universität für einen Master unterrichten. Das ist natürlich ausgerechnet heute und morgen. Da die Zeit zwischen 9h und 14:30 ist, kam mir die Verschiebung perfekt gelegen. Ich habe den Start dann zusammen mit den etwa 15 Studenten am Ende des Kurses anschauen können. :)

Heute Nachmittag habe ich mir die SpaceX Übertragung nochmal genau angeschaut, und ja, war ziemlich gut gemacht. Schon die 30 Minuten vor dem Start waren in keinem Moment langweilig.

Hier meine Arm-Chair Analyse, soweit das auf die Entfernung überhaupt möglich ist.

Countdown:
Lief wie am Schnürchen und ohne jegliches Problem. Die Möglichkeit, bei T-40sec eine Pause einzulegen (wurde heute nicht gebraucht) dürfte für die Zukunft ein sehr cleverer Schachzug sein.

Start:
Lief perfekt, alle 33 Raptors liefen voll durch. Es scheint dass sie die ewigen Schwierigkeiten mit den Motoren inzwischen tatsächlich sehr gut im Griff haben und die Klempner alle Schrauben gut dicht angezogen haben. Die Startrampe blieb wie schon beim 2. Flug offenbar unbeschädigt.

Stufentrennung:
Die lief dieses Mal auch perfekt. Und die Sicht vom Ship aus nach hinten war schon klasse. Mich beeindruckt mit welcher Geschwindigkeit der Booster wegrotiert ist.

Booster Rückflug und Landung:
Der Rückflug verlief offenbar wie geplant, bis in etwa 10km Höhe. Da fing das Ding (noch in Überschall) an zu taumeln und die Gridfins waren nicht in der Lage, diese Schwingungen wieder einzufangen. Statt 13 Triebwerken zündeten nur drei, von denen dann die "richtigen" zwei wieder ausgingen. Der Schub war natürlich viel zu schwach, und deshalb ist das Dingens mit über 1000km/h ins Meer geknallt.

Angetriebener Flug der Oberstufe:
Der verlief offensichtlich auch problemlos, interessant ist dass man bei Methan keinen Raketenstrahl mehr sieht. Das ganze sah also weit weniger dramatisch aus als es vermutlich wäre wenn man drinsitzen würde. Hier sind sie auch weiter gekommen als beim Flug Nr. 2.
Der (Quasi-) Orbit wurde erreicht, ich denke das ist die wichtigste Leistung heute. Für jede andere Rakete wäre das das 100%-Erfolg Kriterium. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH SpaceX!

Antriebsloser Flug im Orbit:
- Der Test der Tür hat anscheinend geklappt. Da ich in dieser Phase manche Stellen übersprungen habe, bin ich nicht sicher ob das mehr als nur einmal mit der Kamera im Innern zu sehen war.
- Der Treibstoff-Transfer wurde zumindest "initiated". Ob er tatsächlich geklappt hat ist nicht klar geworden. Auch gibt es einen TwiX von Gwynne Shotwell (ja, von der richtigen! :p) der dazu "to be confirmed" sagt.
- Der Test der Zündung eines Triebwerks im Orbit wurde nicht durchgeführt, ich weiss aber nicht warum. Auch nicht ob abgeblasen oder ob irgedwas nicht funktioniert hat.
- Das Ship hat die ganze Zeit rotiert, am Ende war das für meinen Geschmack etwas zu stark. Keine Ahnung ob das Absicht war oder ob es da irgendein Problem gab.

Wiedereintritt in die Erdatmosphäre:
Die Aufnahmen waren schon extraklasse! Allerdings schien mir die räumliche Ausrichtung des Starship etwas erratisch. Auch hier kann ich nicht sagen ob das Absicht war. Die Kommunikation erfolgte über zwei Kanäle, einmal Starlink und einmal TDRS, das sind Relay Satelliten die schon vom Space Shuttle genutzt wurden (und von denen u.a. einer mit der Challenger nicht ins All kam). Das funktioniert (wie beim Shuttle), wenn man die Satelliten exakt hinter dem Raumschiff hat, denn bei großen Objekten (wie Shuttle oder Starship) bleibt in dieser Richtung der Plasmaschweif offen. Offenbar riss der Kontakt in etwa 65km Höhe zu beiden exakt gleichzeitig ab. Das kann als Grund haben dass sich da der Plasmaschweif geschlossen hat, oder (eher wahrscheinlich) dass da das Starship auseinandergebrochen ist. Auf jeden Fall hat man danach nix mehr von ihm gehört.

Fazit:
- Der Flug war ein großer Erfolg, vor allem wenn man die Philosophie von SpaceX in Betracht zieht. "Fail forward", d.h. bei jedem Flug ein Stückchen weiter. Man kann sagen, dass sie die Triebwerke sowie den kompletten Start jetzt im Griff haben.
- Die Rückkehr des Boosters erfordert eine Verbesserung der Kontrollalgorithmen im transsonischen Bereich. Das ist nicht wirklich verwunderlich, denn wenn so eine unförmige Riesentonne in wenigen Kilometern Höhe mit Überschall durch die Atmosphäre donnert, dann dürfte das nur extrem schwer genau genug zu simulieren sein. Da erwarte ich, dass das beim nächsten Flug dank der heute gewonnenen Daten besser klappt.
- Treibstoff-Transfer und In-Orbit Zündung: Kann ich wenig dazu sagen, klingt aber nicht nach Show-Stopper.
- Der Wiedereintritt dürfte die härteste Nuss sein die sie noch zu knacken haben. Wenn sie nur Daten bis 65km Höhe haben, dann dürfte es noch einige Tests brauchen bis das klappt.

tl;dr: Excitement weiterhin guaranteed!

Gruss
Thorsten
 
Da wundert es eine nicht, wenn viele Länder der Welt, v.a. im globalen Süden, die sogenannte "westliche Welt" nicht mehr allzu glaubwürdig finden
Also genau diesen Eindruck endlich mal abzuwenden verdanken wir Elon. Ohne ihn würde die NASA immer noch mit der Sojus/R7 zur ISS fliegen, oder die ISS wäre aufgegeben worden. So eine Parallellandung von 2 Falcon Boostern und 50% Preissturz bei den Transportkosten dürfte auch "im Süden" so manchen die Kinnlade herunter geklappt haben, zumal man dort mal Elon abgewiesen hatte, als er einst für Starlink Raketen einkaufen wollte.
Dennoch bin ich von diesem Test etwas enttäuscht und mir scheint auch Elon hat im Kontrollzentrum gefehlt. Ich kann den Eindruck nicht abwenden, dass die beiden Landungen nicht geplant waren, weil der gesamte Treibstoff für die Strecke gebraucht wurde, die zudem nicht mal in den Atlantik führte und das ohne Nutzlast.
Wo sind da noch Reserven für einen Flug mit Nutzlast?
Ein Erfolg wäre in meinen Augen ein erster kontrollierter Aufsetzer des Boosters im Meer gewesen. Die Rückgewinnung des Boosters mit 33 Triebwerken wäre ein größerer Gewinn, als die des Starships mit 6.
CS
thomas314
 
Hallo!
Fazit:
- Der Flug war ein großer Erfolg, vor allem wenn man die Philosophie von SpaceX in Betracht zieht. "Fail forward", d.h. bei jedem Flug ein Stückchen weiter. Man kann sagen, dass sie die Triebwerke sowie den kompletten Start jetzt im Griff haben.
Ich persönlich würde, wenn ich bei SpaceX arbeiten würde, jetzt damit beginnen, Bewerbungen zu schreiben... Ich habe ein bisschen über das Gesehene nachgedacht und sehe einen virklich großen Berg voller Probleme, die sie lösen müssen. Mit „bei jedem Flug ein Stückchen weiter“ wird man, bei einem Flug alle drei Monate, eine halbe Ewigkeit brauchen bis das alles gelöst ist.
- Die Rückkehr des Boosters erfordert eine Verbesserung der Kontrollalgorithmen im transsonischen Bereich. Das ist nicht wirklich verwunderlich, denn wenn so eine unförmige Riesentonne in wenigen Kilometern Höhe mit Überschall durch die Atmosphäre donnert, dann dürfte das nur extrem schwer genau genug zu simulieren sein. Da erwarte ich, dass das beim nächsten Flug dank der heute gewonnenen Daten besser klappt.
Das wilde Gerudere von den Gridfins können sie vielleicht verbessern. Das ganz große Problem war aber in meinen Augen, das sich die Trieberke nicht zünden liessen. Weil das dieselben sind wie im Starship und sie dort bei jeder Mission dutzende Male gezündet werden müssen ist das ein Riesenproblem. Vielleicht ist das auch der Grund, dass sie es beim Starship gar nicht erst probiert haben.
Ich wiederhole mich zum X-ten Mal und schreibe trotzdem, dass sie die Zeit bis zum nächsten großen Start nutzen sollten, um das mit Starship Testflügen vom Boden aus zu lösen. Da stehen doch genug von den Dingern rum.
- Treibstoff-Transfer und In-Orbit Zündung: Kann ich wenig dazu sagen, klingt aber nicht nach Show-Stopper.
Das wäre wohl deswegen wichtig gewesen, weil das einer der Punkte ist, die sie im Rahmen ihres Vertrags mit der NASA demonstrieren müssen. Weil es essentielle Manöver für den becrewten Flug zum Mond sind.
- Der Wiedereintritt dürfte die härteste Nuss sein die sie noch zu knacken haben. Wenn sie nur Daten bis 65km Höhe haben, dann dürfte es noch einige Tests brauchen bis das klappt.
Allerdings. Und auch die Lageregelung des Starships im Vakuum. Von der Idee, das nur mit Methan und Sauerstoff über die großen Triebwerke zu machen können sie sich sofort verabschieden. Da brauchen sie ein zusätzliches System wie beim Space Shuttle sonst wird das nichts. Und auch dann weiß man natürlich nicht, was in Flugphasen passiert, in denen die aerdynamischen Kräfte größer sind als die Kräfte der Steuerdüsen. Vielleicht brauchen sie noch ein paar mehr Flossen und Flügelchen an ihrem Starship.
Das auf alle Fälle :sonnig:

Grüße
Maximilian
 
Hat es eigentlich die erste kosmische Geschwindigkeit von 28.500 km/h erreicht? Ansonsten wäre es ein ballistischer Flug.
VG Frank
 
D.h. die fehlende Nutzlast wurde durch Ablassen von Treibstoff ersetzt und für die Boosterlandung war doch noch was im Tank, wurde aber wegen anderer Probleme nicht genutzt. Dann bin ich optimistisch für den 4. Versuch, denn bei der Falcon haben sie die Lageregelung ja auch geschafft.
CS
thomas314
 
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