SunDancer II H-alpha-Filter - erste Eindrücke

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Kerste

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Hallo allerseits,

ich habe das zwar auch schon in meinem Blog, aber zur Markteinführung finden das hier vielleicht mehr:)

Ich hatte das Glück, mit einem der ersten SunDancer II H-alpha-Filter von Baader „spielen“ zu können und ihn auf Herz und Nieren testen zu dürfen. Auch wenn ich nicht zu den erfahrensten H-alpha-Beobachtern gehöre, konnte ich die Sonne mit den beiden H-alpha-Teleskopen der Heilbronner Sternwarte die Sonne seit über 20 Jahren immer wieder beobachten. Das sind ein 20/20-Ansatz von Wolfgang Lille mit 0,8Å am 150/2250-Refraktor (der einen klassischen Protuberanzenansatz ergänzt), und ein Lunt LS-60 Teleskop. Dabei gebe ich unumwunden zu, dass ich das Konzept des Lunt gerade für die Öffentlichkeitsarbeit überzeugend finde: Ein vollständiges Teleskop, bei dem nichts schief gehen kann. [zensiert]ensicher also, was gerade in einem Verein wichtig ist.

Das sind die beiden Vereinsteleskope, und in der Mitte mein neuer Setup:
01-Halpha-Geraete-1536x768.jpg

Das hatte ich auch Herrn Baader gegenüber erwähnt, als ich bei einem Besuch vor Ort zufällig einmal die Gelegenheit hatte, durch einen SolarSpectrum-Ansatz zu schauen, der gerade vor dem Verkauf getestet wurde: Sehr schönes Bild, aber mit Energieschutzfilter vor dem Objektiv und Stromanschluss für die Heizung für mich eher uninteressant.

Vielleicht verdanke ich nicht zuletzt dieser Bemerkung die Chance, mir den neuen SunDancer II einmal anzuschauen. Ein Danaer-Geschenk, wenn ich das mal so sagen darf – H-alpha macht eh schon süchtig…

Verwenden des SunDancer II​

Der SunDancer II hat nämlich mit meinen Vorbehalten gegenüber beheizten Filtern gründlich aufgeräumt. Er braucht zwar Strom, aber das hat sich in der Praxis als irrelevant erwiesen: Da ich bei der Sonnenbeobachtung ohnehin mit Nachführung arbeite, ist sowieso Strom vorhanden, und mein PowerTank hat ausreichend Ampere, um neben dem Teleskop auch noch die Heizung des H-alpha-Filters zu betreiben. Der Aufwand für den beheizten Filter beschränkt sich also darauf, ein Y-Kabel zwischenzuschalten und die Stromkabel zu verbinden. Den Rest übernimmt die Elektronik, die den Filter auf die Betriebstemperatur hochheizt; die H-alpha-Linie muss also nicht wie bei den anderen Geräten über ein Drehrad eingestellt werden. Das ist vor allem bei längeren Beobachtungssessions interessant, wenn sich durch Temperaturschwankungen das Durchlassfenster des Filters verschieben kann. Gerade bei einer öffentlichen Führung schaut man nicht nach jedem Gast selbst durch das Teleskop um zu sehen, ob das Objekt noch zentriert und optimal dargestellt wird; da ist es Gold wert, wenn man sich um nichts weiter kümmern muss.

Der SunDancer II besteht aus zwei mit dem üblichen T-2-Gewinde verbundenen Teilen, die am Stück bleiben können: Das eine ist die 3x-Telezentrik mit integriertem Blockfilter, das andere ist das Etalon (also der eigentliche H-alpha-Filter) mit seinem „Ofen“. Dazu kommen noch die kleine Elektronikbox, die Temperatur regelt, und Netzteil bzw. optionales Akkupack.
02-SunDancerII.jpg
Kurz zur Funktionsweiße von H-alpha-Filtern: Das Etalon ist ein Interferenzfilter, der die H-alpha-Linie bei 656nm durchlässt, ebenso wie Vielfache davon. Die exakte Wellenlänge, die durchgelassen wird, hängt dabei von der Filterdicke ab, und die Heizung regelt die Filterdicke – Wärme dehnt ja bekanntlich aus. Bei unserem alten Filter von Wolfgang Lille wird die Durchlasslinie durch Verkippen des Filters geregelt: Wenn der Filter schräg steht, legt das Licht einen längeren Weg durch den Filter zurück, und andere Wellenlängen werden durch Interferenz ausgelöscht. Das erklärt auch die hohen Ansprüche an die Oberflächengenauigkeit und den stolzen Preis.

Damit der Interferenzfilter funktioniert, muss das Lichtbündel zwingend aus parallelen Lichtstrahlen bestehen und idealerweise ein Öffnungsverhältnis von etwa f/30 erzeugen – dafür sorgt die Telezentrik, die anders als eine Barlow nicht nur das Öffnungsverhältnis verändert, indem sie den Brennpunkt verschiebt, sondern auch für ein parallelen Strahlengang sorgt. (Deshalb kann ich den Filter auch nicht ohne Telezentrik an meinem 125/3500 f/28 Schiefspiegler verwenden – das Öffnungsverhältnis würde passen, aber das Licht ist trotzdem in einem Brennpunkt gebündelt statt parallel. Außerdem bräuchte ich immer noch einene Blockfilter und müsste mir überlegen, wo ich einen Energieschutzfilter platzieren könnte.)

Der hartvergütete Blockfilter des SunDancer II sitzt vor dem Etalon und sogar noch vor der Telezentrik. Er blockiert nicht nur die unerwünschten Nebenlinien, sondern auch fast alles andere, was den H-alpha-Filter an Sonnenstrahlung erreicht. Dadurch sieht er aus wie ein Spiegel und schützt das empfindliche Etalon davor, dass die Sonnenstrahlung eingebaute Polarisatoren oder seine Ölfügung einfach verdampft. Bis 80mm Öffnung langt beim SunDancer II dieser Blockfilter als Schutz, für größere Geräte ist ein zusätzlicher Energieschutzfilter vor dem Teleskop zwingend notwendig. Der einziger Nachteil bei der Arbeit ohne Blockfilter am kleinen Teleskop: Man darf nicht von vorne in das Teleskop schauen, da die am Blockfilter reflektierte, gebündelte Sonnenstrahlung durch das Objektiv hindurch zurückgeworfen wird. Darauf muss geachtet werden, wenn Teleskop und Sonne recht niedrig stehen und man zum Beispiel Öffentlichkeitsarbeit macht, wo doch immer wieder jemand neugierig in das Teleskop blicken kann. Auf einer hohen Montierung oder beim Blick vom Balkon spielt das keine Rolle. Natürlich kann auch bei kleineren Teleskopen ein Energieschutzfilter sinnvoll verwendet werden.
03-SunDancer-am-Teleskop.jpg

An meinem ED80/600 habe ich es daher so einfach wie es nur geht: Ich muss lediglich den SunDancer II an den Strom anschließen, in den Zenitspiegel stecken und ein Okular hineinstecken. Nach vielleicht zwei Minuten zeigt das Display keine Temperaturänderung mehr an, und er ist vollständig einsatzbereit.

Für das Finetuning der H-alpha-Linie kann man den Filter über eine Mikrometerschraube leicht verkippen und so den Dopplereffekt ausgleichen: Wenn sich eine Materiewolke auf der Sonne in unsere Richtung bewegt, verschiebt sich die H-alpha-Linie in den blauen Flügel des Spektrums. Mit der Mikrometerschraube kann man schnell überprüfen, ob es gerade Ereignisse gibt, die eine Verschiebung der H-alpha-Linie erforderlich machen. So lässt sich die Durchlasslinie schnell und einfach verschieben, wenn der voreingestellte Wert nicht passt.

Über die Temperaturregelung der Steuerbox kann die H-alpha-Linie ebenfalls verschoben werden. So vermeidet man die Filterkippung, was für höchste Ansprüche interessant sein mag, und kann den Filter bei Bedarf auf das eigene System finetunen, falls die Werkseinstellung der Temperatur nicht optimal ist.
04-Mikrometerschraube.jpg

Optimal arbeitet der Etalon ab f/30, die eingebaute Telezentrik hat den Faktor drei. Perfekt ist er daher an Teleskopen mit f/10; bei schnelleren Teleskopen kann eine Temperaturanpassung für das Finetuning sinnvoll sein. Mein ED80/600 mit f/7,5 ist eigentlich zu schnell (der Filter arbeitet so bei f/22,5), aber das Bild war trotzdem hervorragend – das ist eindeutig ein Vorteil des von der Telezentrik parallelisierten Strahlenbündels. Eine 4x Telezetrik hat Baader in Vorbereitung, aber aktuell kann niemand sagen, wann sie endgültig verfügbar ist. Corona sei Dank sind ja schon existierende Produkte nur schwer erhältlich…

Zuletzt noch wichtig für das Handling: Die Fokuslage unterscheidet sich mit der 2″-Steckhülse kaum von der eines üblichen Okulars, wenn die Sonne im Weißlicht mit Astrosolar-Folie beobachtet wird. Er sollte also (entweder mit 1,25″ oder 2″ Steckhülse, beides ist vorhanden) an praktisch jedem Teleskop in den Fokus kommen, auch an Newtons.

Beobachten​

Der SunDancer II ist ein vollständiger H-alpha-Filter mit rund 0,6 Å Durchlassbreite, der kaum größer ist als ein Okular und auch nicht aufwändiger zu bedienen: An Teleskopen bis 80mm ist kein Energieschutzfilter nötig, damit passt er ohne Aufwand an meinen ED80/600. Als Zenitspiegel habe ich einen alten dielektrischen Baader MaxBright 2“ Zenitspiegel.

Allerdings habe ich ein kleines Problem: Durch die Telezentrik arbeite ich bei 1800mm Brennweite, und mein Standard-Okularpark macht einen Sprung vom 36mm 2″ Hyperion Aspheric zum 9mm Morpheus. Also in diesem Fall von 50x auf 200x. Da sind 80mm Öffnung natürlich überfordert. Aber im Schrank habe ich noch einen Satz Baader Classic Orthos; mit dem 32mm Plössl (56x) und dem 18er Ortho (100x) kann ich gut arbeiten.

05-Hyperion.jpg

Sehr schön: Ich sehe mit 600mm Teleskopbrennweite die ganze Sonne! Und was für ein Bild: Mit 0,6Å zeigt er Protuberanzen und Scheibe gleichzeitig mit schön ausgewogenem Kontrast. Mein erster Eindruck: Der SunDancer II raucht die beiden H-alpha-Filter auf der Sternwarte in der Pfeife. Aber ohne Probleme. Sehr, sehr chic.

Die H-alpha-Linie wurde auf Anhieb getroffen, ich habe noch nichts nachgeregelt. Ganz wichtig bei der Sonnenbeobachtung: Schatten! Seitliches Streulicht ruiniert den Kontrast, schon eine gute Augenmuschel bringt mehr als ein besseres Okular. Die beste Kontraststeigerung erziele ich durch das Astrogarten Beobachtungstuch, das ich mir vor einiger Zeit geleistet hatte. Das ist wohl das wichtigste Zubehörteil für die H-alpha-Beobachtung, falls man dabei nicht im Schatten sitzen kann. (Prinzipiell funktioniert auch eine Jacke – aber unter der wird es sehr schnell sehr stickig).

Nach dem ersten Wow-Effekt müssen natürlich ein paar Dinge ausprobiert werden, um zu sehen, was alles geht. Kriege ich mein 36mm-Hyperion an den SunDancer? Ja – entweder mit einer 2″/T-2-Okularklemme (die ich nicht in meinem Fundus habe), oder dem Gewindering M48 auf T-2 (T-2 Bauteil #29) # 2458110, den ich für irgendein anderes Projekt noch rumfahren hatte. Damit kann ich das Okular direkt auf den H-alpha-Filter schrauben: Sehr chic. Das Bildfeld scheint sogar etwas größer zu sein als im 32er Classic Plössl, und der Einblick ist auf jeden Fall entspannter als im 1,25“-Okular. Die Kombination entwickelt sich später zu meiner Standard-Kombi am SunDancer II – mit einem T-2-Schnellwechsler kann ich zwischen dem 36er Hyperion und der 1,25″-Okularklemme aus dem Lieferumfang wechseln und spare mir die Schrauberei bzw. eine 2″ Okularklemme.

Ebenfalls zum ständigen Begleiter ist ein normaler Sonnenfilter geworden: Wenn die Sonne nicht perfekt zentriert ist, ist sie auch mit einem einfachen Sonnensucher kaum zu finden. Also vorher kurz einen Blick auf die Sonne im Weißlicht, bevor der Herschelkeil durch den SunDancer ersetzt wird.

Bino​

Und dann mache ich einen großen Fehler: Ich schließe ein Bino an – das Großfeldbino von unserem Verein, mit einem Satz Eudiaskopischen Okularen. Das haut mich wirklich von den Socken. So beeindruckend habe ich die Sonne wirklich noch nicht gesehen, auch nicht im kleinen Lunt, an dem ich das Bino schon ein paar mal verwendet hatte. Fokus ist auch kein Problem: Durch die Telezentrik ist der Strahlengang ja schon perfekt parallel, und alle Fokussierprobleme lösen sich auf einmal in Luft auf. Sogar der Glaswegkorrektor kann entfallen, und ich muss trotzdem nur rund drei Zentimeter näher ans Teleskop als ohne Bino. Das macht deutlich mehr Spaß als am Lunt mit 1,6x Glaswegkorrektor. 06-SunDancer-ED80-Bino.jpg

Und warum war das ein Fehler, das Bino anzuschließen? Weil das der Moment war, als klar war, dass der SunDancer II bei mir bleiben muss. Zum Glück waren letztes Jahr fast alle Urlaube ins Wasser gefallen, und es war noch etwas Geld in meinem Portemonnaie. Aber das heißt auch, dass ein Bino her muss, sobald das MaxBright II wieder lieferbar ist. Und passende Okulare. Diese Leihgabe wurde wirklich zum Danaer-Geschenk – aber wie ich immer zu sagen pflege: Solange es nur einmal weh tut – beim Bezahlen – und danach nicht mehr, ist es das wert. Und dank freiberuflichem Schaffen im Homeoffice ist der schnelle Blick auf die Sonne für mich kein Problem, da wird er noch öfter benutzt werden. Kein billiger Spaß, aber ein großer (und der Filter soll alterungsbeständig sein, über die Jahre rechnet sich das).

Einige Zeit später konnte ich dann auf unserer Sternwarte noch ein paar Vergleiche anstellen. Ich betreibe ihn ja eigentlich an einem viel zu schnellen Teleskop, also blendete ich meinen ED80/600 auf 60mm ab. Der Effekt war vernachlässigbar: Auf den ersten Blick ist da kein großer Unterschied zu sehen, wahrscheinlich gleicht der Auflösungsverlust den Kontrastgewinn aus – der Sprung von 80 auf 60mm ist zumindest bei der Deep-Sky-Beobachtung schon spürbar, schließlich sagt die Faustregel, dass man sich mindestens um die halbe Öffnung verbessern sollte, um den Unterschied zwischen zwei Teleskopen zu merken. Das Abblenden hat mir jedenfalls keinen für mich ersichtlichen spürbaren Vorteil gebracht.

Nächstes Teleskop: Ein alter Vixen 90/1000 mit Baader Clicklock-Zenitspiegel. Hier arbeitet der Filter bei f/33 etwa mit dem optimalen Öffnungsverhältnis, und der Kontrast ist noch ein gutes Stück besser. Bei 90mm und fehlendem Energieschutzfilter mache ich das aber nur kurz, auch wenn die Energiebelastung aus dem Bauch heraus kaum größer sein dürfte als am lichtstärkeren ED80. Bei nur einem Zentimeter mehr Öffnung geht das bessere Bild wohl eindeutig auf das optimalere Öffnungsverhältnis zurück.

Was mir bei 1000mm Brennweite negativ auffällt: Der Filter hat intern eine 19mm-Blende, bei effektiv 3m Brennweite passt die Sonne also nicht mehr vollständig ins Bild. Die 600mm sind ziemlich genau der Sweet Spot, bei dem die Sonne noch ganz durch den Filter passt. Das passt wunderbar zu den vielen kleinen, feinen APOs, die grad auf dem Markt sind, und größere Filter kosten natürlich mehr Geld. Aber das ist nur ein kleiner Wermutstropfen: Die Zunahme der Bildqualität mach das eingeschränkte Bildfeld mehr als wett. Wenn ich höher vergrößere, um Details zu beobachten, passt die ganze Sonne ohnehin nicht mehr ins Okular.

Wetterbedingt konnte ich auf der Sternwarte nur einen weiteren Test machen: Wie war denn das Bild im kleinen Lunt? Zugegeben, die komplette Sonnenscheibe erschien gar nicht so viel schlechter, und das Bild war heller. Nur mit Vergrößern ist nicht viel: Da geht den 60mm des Lunt doch rasch die Luft aus. Damit ist es immer noch nett, aber – ja, eben nur nett. Vor allem im Bino fehlt der Wow-Effekt, der mich beim SunDancer II von den Socken gehauen hat (abgesehen davon, dass das Lunt dafür einen Glaswegkorrektor braucht).

Nur zum Vergleich mit dem Ansatz von Lille bin ich noch nicht gekommen. Aber: Hier hängt ein ähnlich großer Filter mit 0,8Å an einem auf 10cm abgeblendeten 150/2250-Refraktor, bei 4,5m Brennweite. Also ist nur ein noch kleinerer Ausschnitt der Sonnenscheibe zu erkennen, in einem Filter mit größerem Durchlass und okularbedingt (1,25″) bei 140x Minimalvergrößerung – den Test kann ich mir eigentlich schenken.

Fotografie​

Dann gibt’s natürlich noch den Wunsch nach dem perfekten Foto… bei 1800mm Brennweite würde die Sonne noch auf eine Vollformatkamera passen; in meinem Fundus ist aber nur eine DSLR mit APS-C: Da fehlt der Sonnenrand. Spaßeshalber probiere ich einmal aus, ein Kameraobjektiv an das Okular anzuschließen: Prinzipiell bekomme ich so die gesamte Sonne sogar mit einer Micro-Fourthirds-Kamera aufs Bild, aber durch einen noch größeren Linsenstapel und immer noch nur mit einer Farbkamera – also eine für die Sonnenfotografie denkbar ungeeignete Kombination.

08-SunDancer-MFT.jpg
Was dagegen wunderbar funktioniert, nachdem die Adaptionsfrage einmal geklärt ist: Der SolarSpectrum Research Grade H-alpha 0.4x Telekompressor 2″ # 2459260. Er hat bei der starken Kompression zwar nur noch ein Bildfeld von 16mm, aber da der Filter selbst nur 19mm hat, ist das kein Problem, und ich bekomme die komplette Sonnenscheibe sogar auf meiner MFT-Kamera formatfüllend auf den Sensor. Chic. Auch der Kompressor muss also bei mir bleiben. Mein erster Schnappschuss mit etwas Nachbearbeitung in Lightroom und Photoshop ist zwar weit von dem entfernt, was der Filter kann, aber ich mache ja schließlich Astrofotografie für Anfänger (So viel Eigenwerbung muss sein, wenn Sie schon bis hierher durchgehalten haben: Das Buch gibt‘s jetzt schon in zweiter Auflage!). Und wenn ich mir die Youtube-Tutorials anschaue, die eine Dreiviertelstunde Bildbearbeitung zeigen, bleibe ich wohl auch erstmal dabei.

Als Schwarz-Weiß-Kamera habe ich ohnehin nur die kleine ZWO ASI Mini, die ich als Guider einsetze. Prinzipiell funktioniert sie wunderbar, aber sie zeigt die Streifen, die bei vielen H-alpha-Setups zu sehen sind und wohl auf die Kamera zurückgehen. Zumindest ist das die gängige Erklärung, vor allem weil nicht jede Kamera am selben Gerät den Effekt zeigt. Eventuell ist es durch Kippen von Kamera oder Filter zu beseitigen – oder durch ein Flatframe, aber mach mal ein Flatframe für H-alpha…

Im Fall meiner ASI Mini hilft Kippen aber nicht: Die Streifen sind von der Verkippung unabhängig und ändern sich auch weder in Position noch Form, wenn ich den Filter vor der Kamera drehe oder kippe – es muss also an der Kamera liegen. Aber: Wenn ich mit nicht perfekter Nachführung auf Protuberanzenjagd gehe und die Bilder stacke, mitteln die Streifen sich wohl auch raus. Zumindest bin ich mit meiner ersten Aufnahme einer Protuberanz ganz zufrieden – 10 Sekunden Aufnahmesequenz, gemittelt und bearbeitet in Registax, mit dem ED80/600 und der integrierten Telezentrik bei effektiv 1800mm Brennweite. Für den Erstling passt das schon ganz gut:
10-Protuberanz_2021-09-02.jpg

Fazit​

Das Fazit ist einfach: Der Filter muss bleiben, obwohl ich das gar nicht wollte. Einfach zu geil, salopp gesagt. Für das Geld eines Lunt H-alpha-Teleskops kriege ich zwar nur den Filter, aber an einem kleinen 80er-Refraktor schlägt er das vertraute 60er Lunt von unserem Verein um Längen, und ein Teleskop habe ich ja eh schon. Jetzt hat sich seine Nutzungszeit auch vervielfacht – ich hätte nicht gedacht, dass ein Filter mit Elektronik so leicht zu bedienen ist und so viel Spaß macht. Vor allem binokular…
 
Hallo Alex,

erst mal vielen Dank für den Bericht.

Als ich den Preis gesehen habe - 3345,-€ - mußte ich erst mal schlucken. Wo ist den der Mehrwert, abgesehen von der Mikrometerschraube zum Schnelltuning , gegenüber dem Daystar Quark für 1345,-€ ?

Beide Systeme sehen sich sehr ähnlich. Beide wollen f/30 und haben auch ähnlich große Blockfilter. Ich beobachte mit dem f/5,5 Apo, ergibt mit der 4,3x Telezentrik f/23,6 ; Du mit f/7,5 und 3x Telezentrik -> f/22,5. Heizung haben auch beide, wobei der Daystar 5V 1,5A braucht, das kann meine Powerbank . Wie sieht's da mit dem Baader aus?

Gruß Uwe
 
Hallo Uwe,

ich kenne den Quark nicht aus eigener Anschauung – dem Netz zufolge hat er eine ziemliche Serienstreuung, und ich soll mich zwischen Chromosphere und Photosphere entscheiden. Ganz von der Hand zu weisen scheint das nicht zu sein, wenn ich mir den Thread anschaue. Baader testet soweit ich weiß die SolarSpectrum Filter vor dem Verkauf, und der SunDancer II zeigt Protuberanzen und Chromosphäre gleichermaßen schön. Vom Verein her kenne ich wie gesagt nur Lunt und Lille; Quark hat hier soweit ich weiß keiner.

Dem SunDancer liegt ein 12V 1,5A Netzteil bei, daher kann ich die Stromversorgung meiner 12V-Montierung mit einem einfachen Y-Kabel anzapfen und brauche keine eigene Stromversorgung für den SunDancer. Das läuft bei mir beides über denselben PowerTank bzw. Netzteil. Wie viel Ampere er wirklich braucht, weiß ich nicht.

Wenn ich mir den Thread zu den Quark-Okularen anschaue, scheint die Mechanik vom Quark schwächer oder unpraktischer zu sein – wenn es da schon Bedenken gibt, ein Morpheus mit 300-35g anzusetzen. Über das T-2-Gewinde kann ich die Ringschwalbe vom Bino direkt anschrauben (ohne die 1,25"-Okularklemme) und habe keine Bedenken, das Großfeldbino vom Verein mit zwei Morpheus oder Hyperion dranzusetzen. Erst recht nicht, wenn ich die 2"-Steckhülse verwende. Faszinierenderweise muss ich dann auch nur 3cm weiter rein als ohne Bino und brauche keinen Glaswegkorrektor. Das war für mich auch der Killermoment: Die Sonne binokular. Umwerfend. Monokular war es "nur" sehr gut, hat den Haben-Will-Reflex aber noch nicht ausgelöst. (Der Haken ist, dass ich jetzt noch einen eigenen Bino-Ansatz brauche).

Gegenüber dem reinen Bino-Ansatz ist da nicht viel mehr Hebel. Nochmal das Bild von oben in groß:
06-SunDancer-ED80-Bino.jpg

A propos: Heute hatte ich nur eine kleine Wolkenlücke, aber mit dem 17,5er Morpheus habe ich die Sonne wirklich bildfüllend (Presspassung). Leider sind die Protuberanzen dann schon so am Bildrand, dass das keinen großen Spaß macht, so die ganze Sonne beobachten zu wollen (bei 100x...). Für Details scheint das aber schön zu funktionieren,soweit ich das bei dem kurzen Blick beurteilen konnte.

Der SunDancer ist modular aufgebaut, ich kann also später – wenn es sie denn gibt – die 3x Telezentrik durch eine 4x Telezentrik austauschen. Ich weiß nur noch nicht, ob mich das reizt – dann passt bei mir nicht mehr die ganze Sonne ins Bildfeld. Da kann ich dann für die Details evtl. auch gleich ein langsameres Teleskop nehmen... keine Ahnung, was letztlich ökonomischer ist: Eine Telezentrik, ein 80mm f/10 oder gleich was größeres mit Energieschutzfilter.

Der 0,4x Telekompressor ist ein nettes Zubehör, auch wenn er ein paar Adapter benötigt, da er nur SC-Gewinde hat. Damit kriege ich wieder die ganze Sonne auf den relativ kleinen MFT-Sensor. Es gibt noch einen 0,7x, der würde mir vielleicht für APS-C langen, den habe ich aber nicht getestet. [zensiert]ischerweise ist die Panasonic MFT-Kamera mit Klappdisplay und Softwarefeatures ohnehin praktischer als meine große Nikon:mad: Und meine Spiegelreflex/Systemkameras sind eh beide normale Farbkameras – nachdem mir eingefallen war, dass meine Guidingkamera ja monochrom ist, habe ich erst mal mit der weiter experimentiert. Ich weiß nicht, ob es für den Quark einen passenden Reducer gibt.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Alex,
Danke für den ausführlichen Bericht. Leider hatte mich der Preis auch abgeschreckt und ich bleibe wohl beim Quark ;-)
H-Alpha macht wirklich süchtig!
Viele Grüße
Andreas
 
Ja, der Preis ist "Ja uff erst mal..."

Aber es tut nur beim Bezahlen weh, danach nicht mehr :cool: Wobei ich jetzt natürlich noch ein Bino kaufen muss, und meinen Okularpark verdoppeln, und vielleicht noch eine größere monochrome Kamera brauche...

Beste Grüße,
Alex
 
Ja...wenn man erstmal im Sog drin ist, kann man nicht mehr aufhören ;-)
Allerdings muss ich sagen, dass der Preis nun doch ok ist, wenn das Teil evtl. länger hält wie ein Quark. Bis jetzt habe ich mit dem Quark noch keine Probleme gehabt, aber sollte das der Fall sein, überlege ich mir mal doch umzusteigen. Tatsächlich hab ich die Sonne mit Bino auch noch nie beobachtet...
Ich habe tatsächlich grade mal die Preise der anderen Filter gecheckt und da ist dieser hier ja einer der preiswerteren.
 
Hallo Alex,

vielen Dank für den ausführlichen Bericht.

Ist der SunDancer II von Solar Spectrum oder von Baader? Die Bezeichnung Solar Spectrum fehlt auf der Baader Webseite. Für mich sieht das eher so aus, dass Baader den SunDancer II unter eigenem Namen vertreibt.

Gruß
Jan
 
Hi!

Ja, ich hoffe auch, dass er so alterungsbeständig ist wie angepriesen. Über ein paar Jahrzehnte rechnet sich der Preis dann wieder :) Für ein SolarSpectrum-Filter ist das ein Schnäppchen... Gut, dass es die ganze Bandbreite vom PST als Einstiegsdroge bis zu den High-End-Geräte gibt.

Der SunDancer II ist ein Baader-Produkt, wobei Etalon und wenn ich das richtig weiß auch die Heizung von SolarSpectrum sind und Mechanik plus Optik-Design von Baader. Baader und SolarSpectrum arbeiten ja schon lange zusammen (die Kombi SolarSpectrum Filter plus Baader Telezentrik und D-ERF ist ja gängig, und bei unserem Lille-Ansatz steht auch auf der Hälfte der Teile Baader); hier hat Baader noch mehr in das Design investiert, sodass das jetzt ein Baader-Produkt mit SolarSpectrum-Filter ist (statt einem SolarSpectrum-Filter mit Baader-Optik).

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Alex,

vielen Dank für den Bericht, aus dem man deutlich deine Begeisterung herauslesen kann. Das kann ich nachvollziehen und gerade die binokulare Beobachtung, in die ich auch gerade eingestiegen bin, ist noch mal so eine Art Turbo für die Wahrnehmung.
Der Preis ist für mich erst einmal heftig, aber auch der SunDancer II wird seine Kunden finden. Es hätte auch keiner gedacht, das bockschwere Elektrofahrräder für tausende Euro weggehen wie geschnitten Brot.
Ich finde es gut, das wieder eines H alpha System gibt und der Mark etwas reichhaltiger. Letztendlich ist die Beobachtung der Sonne in H alpha eine teure Geschichte und das wird wohl auch so bleiben.
Das muss jeder für sich entscheiden, ob es das hochgrüstete PST ist oder die Fertiglösung für das schon vorhandene Teleskop. Ich habe mich für die PST Bastellösung entschieden, weil der Bau/ Umbau und die Optimierung der Astroausrüstung bei mir mit zum Hobby gehört und jedes mal, wenn ich die komplette Sonne im H alpha licht sehe habe ich ein lächeln auf den Lippen, so wie bei dir jetzt. Also haben wir alles richtig gemacht!

Gruß Thomas
 
Hi!

Ja, das Ding macht mir Spaß.

Gegen eine Bastellösung spricht auch nichts, wenn man Zeit und Werkzeug dafür hat, und es einem Spaß macht. Mir langt es, wenn ich an meiner alten Montierung rumschrauben muss. Und ich habe immer noch die Pläne für ein Spektrohelioskop nach Veio hier in der Schublade – nach 25 Jahren kann ich sicher sagen, dass da nichts mehr draus wird. Aber ich habe dabei viel gelernt.

Viel Spaß – grad ist wieder einiges los auf der Sonne :)

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Alex,
der SunDancer II zeigt Protuberanzen und Chromosphäre gleichermaßen
kannst du mal ein Bild zeigen auf dem man beides zusammen sieht?
Dem SunDancer liegt ein 12V 1,5A Netzteil bei
Das ist für mich ein k.o. Kriterium. Solange ich auf meiner Terrasse bin ist es egal, welches Netzteil ich in die Steckdose stecke. Aber außerhalb ist die 5V Powerbank für mich optimal, da ich sonst keinerlei Strom brauche und auch keine anderen Akkus habe.
Ja, ich hoffe auch, dass er so alterungsbeständig ist wie angepriesen.
Das weis man leider erst in 5 Jahren.
Ich weiß nicht, ob es für den Quark einen passenden Reducer gibt.
Nein.

Gruß Uwe
 
Hi!

Bild mit beidem ist knifflig. Die Kamera hat leider nicht den Dynamikumfang vom Auge, da muss ich für Oberfläche und Protuberanzen anders belichten. Sonst habe ich entweder eine weiße Oberfläche oder keine Protuberanzen mehr.

AM ehesten hat's mit der Panasonic G70 und einem Einzelbild geklappt. Unter http://kerste.de/hurtig/P1270381-RW2.zip liegt die RAW-Datei von dem Foto, das ich mit 0,4x Telekompressor und der G70 gemacht habe, vielleicht kannst du da mehr rausholen. Im JPG kann man nicht wirklich was erkennen, in Lightroom war rechts eine Protuberanz zu erkennen:
20210423-08h-25m-P1270381.jpg

Hier ist ein eingefärbtes, gestacktes Bild der Sonnenoberfläche mit der monochromen ZWO Mini bei 1800mm:
2021-09-13-0917_2-CapObj Oberfläche.jpg

Eine Protuberanz habe ich im ersten Beitrag, zusammenkopiert habe ich noch nichts. Ich bin mehr visuell unterwegs, daher habe ich noch nicht viele Fotos - ich muss die Montierung erst noch vernünftig einnorden, aktuell bin ich durch die Zeit begrenzt, in der die Sonne durch's Bild wandert. Deshalb habe ich auch noch keine zusammengesetzten Bilder von Oberfläche und Rand - ich finde den selben Bildausschnitt nicht.

Was hast du eigentlich für eine Montierung? Alles, was ich so kenne, läuft mit 12V oder mehr. Da passt der SunDancer ganz gut zu, und bei den Brennweiten wollte ich nicht manuell nachführen.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Alex,

mit deiner Erlaubnis poste ich hier mal, was ich aus deiner RAW Datei rausholen konnte. Wenn's nicht o.k. ist, bitte entfernen.

Was schon bei deinem unbearbeiteten Photo auffällt - und erst recht wenn man den Kontrast aufzieht- ist, daß die Randabschattung nicht symmetrisch ist. Der Sonnenfleck, der bei dir auf 6h zu sehen ist, ist durch meine Bearbeitung verloren gegangen.
Kerste:Sonne.jpg


Was hast du eigentlich für eine Montierung?
Ich bin alt/az unterwegs, völlig stromlos mit einer AYO digi II.

Gruß Uwe
 
Hi!

Bild kann bleiben, kein Thema – was Ausleuchtung etc. angeht, warte ich mal auf die Ergebnisse von Leuten, die einen erprobteren Setup haben als ich. Keine Ahnung, ob es evtl. an der Kamera liegt, und eine monochrome besser reagiert. Meine ZWO zeigt wie gesagt üble Interferenzmuster, und die G70 ist auch keine gängige Astrokamera. Keine Ahnung, was da alles Probleme machen kann.

Mit einer Ayo und den Effektivbrennweiten, Respekt. Da wollte ich nicht ohne Nachführung unterwegs sein.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo allerseits,

noch kurz hinterher, warum ich bei der Fotobeurteilung vorsichtig bin: Das ist ein Rohbild der monochromen ZWO ASI:
2021-09-02-0856_2-CapObj_0000.jpg

Nur als JPG für's Web konvertiert, sonst unbearbeitet. Keine Ahnung, was da der MFT-Sensor der Panasonic reinbringt, oder ob der 0,4x Telekompressor einen Effekt hat.

Die Streifen gehen soweit ich das verstanden habe auf Interferenz zurück und sind Kameraintern - zumindest bleiben sie auch dann, wenn ich die Kamera hinter dem SunDancer verkippe, den SunDancer mitsamt Kamera verkippe, oder den Abstand der Kamera zum SunDancer ändere. Auf dem Oberflächenbild waren sie weg, weil die Sonne während der Aufnahme durch's Bid lief, ich hatte also unfreiwillig gedithert :)

Beste Grüße,
Alex
 
Sieht mir nicht aus wie kamerainterne Streifen, sonst wären sie oben links in der Ecke auch, oder?
Die sollten aber mit einem Flat wegzubekommen sein.
 
Hallo Klaus,

zumindest drehen sie sich mit, wenn ich die Kamera drehe, und haben immer die selbe Position relativ zum Sensor. Ich könnte mit vorstellen, dass da ein Glas nicht hundertprozent plan aufliegt – zumindest habe ich von den Leuten, die die Fotografie bei f/2 auf die Spitze getrieben haben, schon gehört, dass die Kamerasensoren nicht immer zu 100% perfekt eingebaut sind.

Was ich getestet hatte war:
  • Kamera verdrehen (hat auch gleichzeitig den Abstand zum Filter verändert)
  • Einen Tilter zwischen Kamera und Filter einsetzen
  • Einen Tilter vor der Einheit aus Zenitspiegel, Filter und Kamera einsetzen
Ein Flat hatte ich auch schon probiert, mit der Aurora-Folie von Neumann. Aber dann sind die Belichtungszeiten jenseits von gut und böse; so viel Zeit hatte ich noch nicht. Und ohne den H-alpha-Filter macht es keinen Sinn, weil dann im Weißlicht das Muster nicht zu sehen ist. Thierry Legault empfiehlt in seinem Astrofoto-Buch, das Teleskop für die Flats sehr unscharf zu stellen. Vielleicht probiere ich das mal aus, wenn meine Montierung besser eingenordet ist und sauber nachführt - im Augenblick langt das Stacking. Das Bild oben sieht ja sauber aus, und der Dreck auf dem Sensor ist auch weg.

Ich könnte noch die Filterkippung ändern, aber visuell sind auch keine Streifen zu sehen. Da blelibt eigentlich nur noch die Kamera als Quelle übrig.

Aktuell bin ich zufrieden, dass sie beim Stacking verschwinden, wenn die Nachführung nicht perfekt ist. Und langfristig wäre eine Kamera mit etwas größerem Chip interessant. Ich weiß bei uns im Verein leider keinen, der eine SW-Kamera hat. Das mag sich während Corona geändert haben, aber man sieht die Leute ja grad so selten...

Beste Grüße,
Alex
 
Guten Morgen Alex,
interessant, dass die Streifen beim Stacken verschwinden. Die Ursache könnte dann evtl. der 0,4x Telekompressor sein? Je mehr Linsen, desto mehr Probleme.
Ich weiß grade gar nicht mehr welche Auswirkungen das Verdrehen der Kamera bei mir hatte...
Die Flats sind wirklich einfach und schnell gemacht. Thierry Legaults Buch kenne ich zwar nicht, aber der Hinweis ist richtig. Du musst aber nur ein wenig unscharf stellen (sodass nur noch der Dreck zu sehen ist) auf die Sonnenmitte wo möglichst wenig "los" ist und dann brauchst Du nur ca. 100 Frames. Das geht dann auch bei einer nicht ganz so genau ausgerichteten Montierung, weil die Zeit der Aufnahme ja total gering ist.

Zufrieden kannste aber allemal sein!

Viele Grüße

Andreas (Klaus-Dorf ist der Ort, wo ich wohne ;-) )
 
Hallo Andreas,

mit der ZWO arbeite ich ohne Telekompressor, da gehe ich auf die Details. Ich hatte es einmal mit Telekompressor versucht, aber auch nur einen Teil der Sonne gesehen, von daher gehe ich lieber gleich auf volle Auflösung.

Der Telekompressor kommt bislang nur zum Einsatz, um die ganze Sonne zu fotografieren. Als ich den geholt hatte, war mir die Idee noch nicht gekommen, dass meine Guidingkamera ja monochrom ist. Und prinzipiell ist die Sonne mit der MFT nicht sooo schlecht, sodass er da geblieben ist. Billiger wird das Zeug ja nicht. Aber jetzt perfektioniere ich erst mal eine Kombination, bevor ich mich an der ganzen Sonne versuche.

Und zufrieden bin ich :)

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Uwe,

ich kenne den Quark nicht aus eigener Anschauung – dem Netz zufolge hat er eine ziemliche Serienstreuung, und ich soll mich zwischen Chromosphere und Photosphere entscheiden. Ganz von der Hand zu weisen scheint das nicht zu sein, wenn ich mir den Thread anschaue. Baader testet soweit ich weiß die SolarSpectrum Filter vor dem Verkauf, und der SunDancer II zeigt Protuberanzen und Chromosphäre gleichermaßen schön. Vom Verein her kenne ich wie gesagt nur Lunt und Lille; Quark hat hier soweit ich weiß keiner.
Die Serienstreuung scheint tatsächlich ein gewisses Problem darzustellen, ich selbst habe eine Reklamation hinter mir.
Protuberanzen und Oberfläche sind gleichermaßen hell und kontrastreich, beides besser als in einem SM90SS, jedenfalls in meinem Exemplar (Quark Chromosphere) und dem einen SM90 das mir zugänglich ist.

Wenn ich mir den Thread zu den Quark-Okularen anschaue, scheint die Mechanik vom Quark schwächer oder unpraktischer zu sein – wenn es da schon Bedenken gibt, ein Morpheus mit 300-35g anzusetzen.
Das liegt ganz und gar nicht an der Mechanik vom Quark, und auch nicht an 300 g Gewicht. Mechanisch ist das Quark absolut stabil, ich hätte ebenso kein Problem damit ein Bino hineinzustecken (wenn Baader das verdammte Ding denn endlich mal liefern könnte) vor allem da unter der 1,25" Aufnahme ein Gewinde lauert, das nur darauf wartet auf T2 adaptiert zu werden. Es ist vielmehr die Gesamtlänge aus der Kombination mit Morpheus oder anderen langen Okularen, die die Einblickposition (auf dem Balkon, und auch nur für mein persönliches Empfinden) oft doof macht, vor allem im Doppelaufbau mit dem Großen für Continuum.
 
Hi!

Freut mich – das hatte sich nach Plastik-Okularaufnahme mit einfacher Klemmschraube statt Spannring gelesen;)

Der SunDancer ragt vielleicht drei Fingerbreit aus dem Zenitspiegel, wenn ich ihn mit der 2"-Steckhülse betreibe, und mit Bino am T-2-Gewinde muss der Okularauszug drei Zentimeter weiter rein als monokular – da macht das kaum einen Unterschied gegenüber dem Bino am Nachthimmel.

Ja, die Lieferzeit vom Maxbright-Bino... zumindest mein Konto freut sich, dass es das gerade nicht gibt und erst mal die Vorbesteller beliefert werden dürften...

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Alex!

Tipptopp Bericht zum Sundancer II, sehr informativ !!!

Frage: Arbeitest du beim 80/600 nach wie vor mit den orginal Einstellungen (Temp..), oder hast du schon Erfahrungen bez Temperatur oder Finetuning machen können?

lg
Markus
 
Das Fine Tuning MUSS man ohnehin individuell bei JEDER Teleskop-Filter Kombination individuell vornehmen.
Je kürzer das Öffnungsverhältnis des Teleskopes umso blauverschobener der Durchlass desto röter muss man tunen und umgekehrt.
Auch braucht jedes Filter eine leicht andere Temperatur um bei selben Bedingungen On-Band zu sein.

LG
Olli
 
Hi!

Ich habe mal mit der Temperatur rumgespielt (wichtig dabei ist, ihm genug Zeit zum Durcherhitzen zu geben), aber der Originalwert (also die voreingestelllte "0") passt bei mir. Zum rumspielen gibt's ja noch die Mikrometerschraube, um die Transmission in eine Richtung zu verschieben.

Beste Grüße,
Alex
 
Danke Alex und Olli!

Noch eine Frage: Ich möchte mir den Sundancer II zulegen, benützern würde ich einen Tak 76/570 dafür. Alex, verwendest du für deinen 80/600 nach wie vor keinen D-ERF-Filter, oder "sicherheitshalber" mittlerweile schon?
Und da ich auch größere Apos besitze und dadurch ein D-ERF notwendig wäre, gibt es eine Alternative zu den "teuren" Filterfassungen von Baader?

LG
Markus
 
Moin,

wenn man Ahnung davon hat kann das jeder Dreher - aber es hängen die eigenen Augen dran - insofern relativiert sich m.E. der Preis. Und wenn so ein D-ERF beschädigt wird ist mit der preiswerten Filterfassung auch nix gewonnen.

CS
Jörg
 
Hi!

Am ED80/600 und am Vixen Mf 80/910 arbeite ich weiterhin ohne D-ERF, und der Filter zeigt noch keine Alterungserscheinungen. Bislang erfüllt er das Werbeversprechen :cool: Vielleicht hole ich mir irgendwann noch einen, damit ich den SunDancer auch an den Geräten in unserem Verein nutzen kann, ab er aktuell arbeite ich ohne, und habe auch keine Bedenken deshalb mehr.

Eigenbau einer ERF-Fassung ist eigentlich kein Problem, wenn man Werkzeug hat oder jemanden kennt. Die kleinen Fassungen von Baader sind ja auch nur 3D-gedruckt, nur die großen sind aus Alu. Muss halt ein wärmebeständiger Kunststoff sein, oder Metall. Was bei den Fassungen ins Geld geht, ist vor allem die Arbeitszeit.

Wo ich mittlerweile investiert habe sind Motorfokussierer für beide Geräte sowie eine QHY 163M, mit der ich auch keine Newton-Ringe mehr habe. Der Motorfokussierer ist für Fotografie Gold wert – den Kopf ins Laptopzelt stecken, um was auf dem Monitor erkennen zu können, hat was. Den am ED80 kann ich auch leicht abbauen, um visuell unterwegs zu sein. Und ein Alpine Spot Bandit als bessere Augenmuschel kam noch dazu – gibt's immer wieder bei Ebay oder auf Amazon.

Beste Grüße,
Alex
 
Hi,

wegen der Fassung des D-ERF: ich habe einen Baader Filter in einer TS Fassung. Diese ist etwas günstiger als die von Baader und funktioniert tadellos.
Und die Lieferzeit war ca. 2 Wochen gegenüber den von Baader angekündigten 10 Wochen. Vielleicht ist das bei Baader aber mittlerweile auch wieder besser geworden. Bei mir werkelt der Sundancer an einem AOM FLT 105/1000, visuell mit Zeiss Bino und Galaxy Plössl Okularen ab 25mm.

cs Alex
 
Hallo Alex,

interessant, dass du die QHY 163M verwendest, das ist doch eine gekühlte DS-Kamera, oder?
Welche Kameras hast du noch probiert?

und mich würde auch interessieren, welchen Motorfokussierer du verwendest?

lg
Markus
 
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