Teleskop und Okulare Neueinstieg

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Hallo Ludowica,

meine Pupillen öffnen sich bei Dunkelheit auf maximal drei Millimeter. Das beruht teilweise auf Veranlagung und ist teilweise altersbedingt. Gegenüber Normalsichtigen fühle ich mich in keiner Weise beeinträchtigt. Ich bin Mitarbeiter einer Sternwarte und führe ohne Probleme Sternführungen durch, nachdem mein grauer Star operativ beseitigt worden ist. Mit keinem Teleskop hatte ich jemals Schwierigkeiten. Viele Beobachtungen werden mit Vergrößerungen durchgeführt, bei denen die Austrittspupille des Teleskops ohnehin nur drei Millimeter oder weniger Durchmesser hat. In allen diesen Fällen geht sämtliches Licht, das aus dem Okular kommt, auch in mein Auge und ich unterscheide mich dann in nichts von einem "Normalo".

Viele Grüße

Kurt
 
Hallo Ludowica,

OK, noch ein paar wichtige Gedanken:

1. Augenklappe und rein gehen: Funktioniert bzw. bringt zumindest etwas, habe ich selbst bei Balkonbeobachtungen ab und an gemacht. Es mag sein, dass die Adaption leidet, aber es ist auf jedenfall Sinnvoll, wenn man denn nunmal ins Licht muss.

2. Wegen der 1mm Iris. Wir haben ja über ein Spiegelteleskop nachgedacht und das wird damit zum Problem werden. Da habe ich heute morgen nicht ganz geschaltet. Problem beim Spiegelteleskopen ist der Fangspiegel. Das solltest Du wissen. Also das Lichtbündel eines Sterns ist da, wo es aus dem Okular kommt, eine Art gerader Schlauch. Durch Dein Auge wird der Schlauch wie ein Bleistift angespitzt und die Bleistiftspitze gibt auf der Netzhaut den scharfen Sternpunkt. Die Iris ist aber an der Stelle, wo der Schlauch noch Schlauch ist. Dieser Schlauch ist ein verkleinerter Querschnitt durch die Teleskopöffnung, das heißt der Fangspiegel samt Halterung ist ein kleiner Schatten darin. Der Durchmesser ist eben die AP. Wenn nun ein wirkliches Übersichtsokular drin steckt, hat das Ding 5mm bis 7mm Durchmesser, je nachdem. Und dann kann es gut hinkommen, dass der Fangspiegelschatten darin mal eben 1mm groß ist und dass Du bei exakt getroffener Augenposition vor dem Okular die Iris genau im abgeschatteten Bereich hast. Dann ist die Bildmitte pechschwarz und zum Rand kommt wieder langsam Bild durch - weil der Fangspiegelschatten nicht die Spiegelmitte trifft, wenn ein Stern eben nicht genau senkrecht über dem Hauptspiegel steht.
Bei hoher Vergrößerung schrumpfen die Lichtbündel dann zusammen, der Fangspiegelschatten schrumpft mit und ist bald kleiner als die Iris - aus dem schwarzen Fleck in der Bildmitte wird eine Abschattung oder wenn die AP ganz durch die Iris geht, ist das ganz weg - Übergänge mit zunehmender Vergrößerung fließend. Aber: Das kann Dich an einem Spiegelteleskop ganz gewaltig nerven! Denn zum Aufsuchen und zur Beobachtung großer Objekte, würdest Du ein Okular mit großer AP brauchen. Übrigens, wenn Du von 3mm AP nur 1mm nutzen kannst wegen der Irisgröße, nutzt Du nur 1/3 des Optikdurchmessers. Eigentlich egal, wenn man dafür den größeren Himmelsausschnitt bekommt. Beim Spiegelteleskop aber ein Problem durch den beschriebenen Effekt.

Vielleicht nicht so groß, wie ich es beschreibe - man trifft ja nie so ganz exakt die exakteste Einblickposition. Aber das würde ich mir mal berichten lassen von jemand, der genauso extrem wie Du von einer kleinen Irisöffnung betroffen ist. 1mm ist nochmals krasser als 3mm meine ich. Wieder ein Grund, Kontakt zu anderen zu suchen, um mal vor einem Kauf probieren zu können.

Clear Skies
Sven
 
Ok - also kurzum:

Kurt sagt aus eigener Erfahrung, dass das mit der Pupillenweite noch bei keinem Teleskop je ein Problem war und Sven meint, dass es beim Spiegelteleskop Probleme geben könnte.
Das bringt mich jetzt natürlich insofern in die Bredoullie, dass ich Zweifel hab, ob ich mir das Dobson jetzt wirklich kaufen soll - für das ich mich eigentlich schon fest entschieden hatte und das ich mir die Tage bestellen wollte. Ich hab die Pupillen heut mal beobachtet, wenn die Einnahme etwas weiter zurückliegt, werden sie in der Dunkelheit schon etwas größer - 3mm warn das bestimmt, nach ner halben Stunde vielleicht noch etwas mehr - die komplette Öffnung wie bei Dunkelheit eigentlich normal werden sie aber vermutlich nicht erreichen. Das mit der Medikation soll halt auch kein Dauerzustand werden.

Ich werd bei den Teleskop-Spezialisten nochmal nachfragen - hoffe aber inständig, dass dem nicht all zuviel im Wege steht. Hab extra mehr gearbeitet, damit ich mir das schöne Teil leisten kann, solangs noch mild ist.

Wer also noch etwas gegen diese Verbindung vorzubringen hat, der spreche jetzt! ;)
 
Hallo,

ich bin mir des Problems mit dem "Fangspiegelschatten" wohl bewusst. Es handelt sich dabei um die unscharfe Abbildung des Fangspiegels durch das Okular in der Ebene der Ausgangspupille. In größerem Abstand zum Okular wird diese Abbildung scharf.
Für einen Test nahm ich gerade her, was greifbar war. Es handelte sich um einen 150/750 Newton und ein 42 mm 1,25" Okular, was eine unvernünftig große Austrittspupille ergab. In der Ebene der Austrittspupille war die Fangspiegelabbildung sehr diffus und unscharf. Ich habe mir unbewusst eine Augenpupillenposition hinter dem Okular ausgesucht, bei der ich praktisch durch den diffusen Fleck "durchschauen" konnte. Ich konnte die weit entfernten Objekte über das gesamte Bildfeld klar sehen. Ging ich mit dem Auge weiter weg, wurde die Fangspiegelabbildung schärfer und "undurchsichtiger". So war es mir möglich, dass das eigentliche Bild völlig zugedeckt wurde. Da ich aus Gewohnheit automatisch mit der Augenposition spiele, umging ich unbewusst das Problem des schwebenden Schattens. Wer in Unkenntnis des Problems sein Auge "irgendwo" hinter dem Okular platziert, kann mit der Abdunklung des Bildfelds Bekanntschaft machen. Vielleicht hätte ich darauf hinweisen sollen, dass speziell meine Sehgewohnheiten zu einem positiven Ergebnis führten.
Mit im Durchmesser abgestuften Spiralbohrern, die ich dicht vor das beobachtende Auge hielt, bestimmte ich den Pupillendurchmesser wie angegeben auf 3 mm.

Viele Grüße

Kurt
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Danke Kurt - somit hätte ich ja jemanden, der Erfahrung mit Spiegelteleskop und kleinen Pupillen hat.

Wie ist das mit den Teleskop-Spezialisten? Sind die ehrlich oder wollen die nur verkaufen? Hab mit denen geschrieben und mir wurde geantwortet, dass gerade das 8" Dobson super geeignet wäre für kleine Pupillen.

Das Dobson mit 2 Okularen kostet 379 plus Versand. Mir wurde das Set für 507 empfohlen, das hat noch eine Barlow, ein Zoom-Okular und einen Mondfilter dabei - ist das ein Deal? Oder bin ich besser dran, wenn ich die Sachen einzeln dazukaufe - das wären ja durchaus auch 2 Sachen, die Ihr mir zum Einstieg empfohlen habt. Kann ich davon ausgehen, dass das Zubehör des Sets ne einigermaßen passable Qualität hat? Den Mondfilter würde er mir allerdings auch so kostenlos dazulegen, ab 500 Euro würde allerdings auch der Versand von ca. 14 Euro wegfallen.

Ich seh aber gerade, dass beim Set die normal mitgelieferten Okulare dann nicht dabei sind, stattdessen Zoom und Barlow, das Zoom ist allerdings von Seben - Ihr meintet ja mal, dass dass Schrott sei.

Ihr könnt mir ja vielleicht mal ne gute Barlow und ein gutes Zoom (vom Preis-Leistungsverhältnis her gesehen) verlinken, dann kann ich vergleichen. Ich finde viele in diversen Preisklassen, weiß aber natürlich nicht, was da jetzt besser oder schlechter ist als das im Set.

Beste Grüße
L.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ludowica,

zuerst muss ich Dich also um Entschuldigung bitten, da ich Dir unhaltbare Hoffnungen gemacht habe.

Die Pupillenangelegenheit hat mich nicht losgelassen. Um Klarheit zu bekommen, untersuchte ich zwei Reihen von Okularen. Zum einen 12 mm, 20 mm, 25 mm jeweils Plössl, 42 mm Celestron Ultima. Zum anderen 8mm, 13 mm und 21 mm jeweils Hyperion, 32 mm 2" Erfle. Das Ergebnis hat mich überrascht. Das 42 mm Okular, das ich bereits beschrieben hatte, scheint ein gutmütigeres Teil zu sein, das man überlisten kann. Bei den anderen sah ich teilweise für mich unerwartet schwebende Schatten, die ich zuvor nie so gesehen hatte. Für die Untersuchungen nahm ich meinen 150/750 Newton.

Eine Erklärung wäre, dass sich meine Pupillen bis vor kurzem weiter geöffnet haben, als 3 mm, worauf meine Erfahrungen beruhen. Bisher kümmerte ich mich nie um die Größe meiner Pupillen und sah bei der Beobachtung mit dem Newton nie unliebsame Schatten. Die maximale Pupillenöffnung von 3 mmm teilte mir erstmals mein Optiker vor einigen Wochen mit. Ein Besuch dort wurde notwendig, da ich zuvor einige Augenoperationen machen lassen musste. So wurde zum Beispiel teilweise der gesamte Augeninhalt ausgeräumt (Entfernung des Glaskörpers) und es erfolgten weitere Eingriffe in anderen Augenbereichen. Ich muss daher annehmen, dass sich die Pupillenöffnung durch die Operationen verkleinert hat und ich zuvor keine schwebenden Schatten bemerken konnte.

Eine andere Erklärung für die bei mir erstmals störend auftretende Schattenbildung habe ich nicht. Wer rechnet schon mit solchen Veränderungen der Augen?

Viele Grüße

Kurt
 
Hallo Kurt,

danke fürs Testen. Klingt ziemlich krass, was da mit Deinen Augen gemacht wurde.

Bei mir ist es ja zumindest nur ne temporäre Nebenwirkung und nicht irreversibel.
Hab heut Nacht auch mal geschaut, ein Bisschen aufgegangen sind meine Pupillen schon im Dunkeln, 3mm könnten etwa hinkommen.

Der Herr von den Teleskop Spezialisten meinte eben, dass die 200mm Öffnung kein Problem mehr für kleine Pupillen wäre - aber mir kann man wie gesagt noch viel erzählen und die wollen ja auch kaufen.

Ich werd mir das Teil jetzt trotzdem kaufen. Ich kann die Einnahme wie gesagt etwas steuern und will das Zeug eh in näherer Zukunft absetzen. So hab ich noch nen weiteren Motivator.

Muss meine Frage von vorhin noch etwas modifizieren: bei dem Dobson Set sind die beiden Standard Okulare doch dabei, plus Seben Zoom, Barlow und variablem Mondfilter für 507 ohne Versand statt nur 2 Okulare und Dobson für 379 plus Versand.

Set kaufen oder Einzelteleskop und gebraucht zum selben Preis noch bessere Sachen kaufen? Das Zubehör würde im gleichen Shop einzeln etwa gleich viel kosten wie der Aufpreis zum Set. Wär halt einfach bequem gleich alles dabei. Wenn Ihr sagt, dass ein Seben Zoom Schrott ist, nehm ich lieber nicht das Set und geb bissle mehr für ein extra Zoom Okular aus.

Liebe Grüße
Ludovica
 
Hallo Ludovica,

Zitat von Ludowica:
Wie ist das mit den Teleskop-Spezialisten? Sind die ehrlich oder wollen die nur verkaufen?

Ohne Werbung betreiben zu wollen meine persönliche Meinung: Du bist bei einer sehr guten Adresse gelandet. Zufälligerweise erwerbe ich nach langer, untätiger Zeit auch dort neues Equipment und bin mit der Beratung höchst zufrieden!

Beste Grüße und klaren Himmel!

Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ok danke, dann werd ich da einkaufen.
Braucht man denn nen Mondfilter unbedingt? Hab den Mond ja jetzt mit dem Refraktor auch ohne Filter direkt angeschaut und hatte nicht das Gefühl, dass das meinen Augen schadet. Fands auch schön, den so leuchtend zu sehen.

Ich persönlich würde jetzt statt in nen Mondfilter lieber in nen Peilsucher oder nen Sonnenfilter investieren. Will den Mond aber auf jeden Fall oft anschauen, daher frag ich Euch, was vernünftiger ist.

Werd heute bestellen <3

Clear Skies
Ludovica
 
Hallo Ludovica,
Zitat von Ludowica:
...Braucht man denn nen Mondfilter unbedingt?...
nein, natürlich nicht. Durch die evtl. so empfundene Blendwirkung beim Betrachten des Mondes werden Dir keine Augenschäden entstehen, musst also keine Angst haben.
Sollte der Anblick dir gefühlsmässig zu hell erscheinen, kannst ja immer noch einen Filter kaufen. Dann aber keinen (grünen) Mondfilter sondern einen Neutralfilter, je nach Teleskopgrösse, zum Beispiel einen ND09.
Aber wie gesagt, nötig ist das nicht.

Da würde ich mir viel, viel eher einen Peilsucher (Riegel oder Telrad) zulegen.

Nachtrag! Für Sonnenbeobachtung nur Objektivfilter (Glas) oder genau so sicher eine Sonnenfolie (Baader, ICS), welche im DIN A4 Bogen so um die 25,-€ kostet, verwenden.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ok danke, dann lass ich den Filter weg und nehm was anderes dazu, stell mir mein Set selber zusammen.

Die Sonnenfolien hab ich gesehen, aber wie verarbeite ich die?

Liebe Grüße
Ludovica
 
Hallo Ludovica,

ich meine eigentlich auch immer, dass selbst zusammenstellen besser ist. Der Händler ist auch OK, aber die Sache mit der Pupille wird Dir wohl doch auffallen. Da es aber offenbar nicht auf ewig ist: Umso besser!

Mondfilter: Schau, wie Du auf Blendung reagierst. Jupiter ist da auch ein Kandidat. Dessen Pastelltöne leiden durch Blendgefühl - kann man aber auch mit Licht in der Umgebung deutlich vermindern. Wer niemanden damit stört (alleine beobachtet) kann sein Teleskop mit einer Taschenlampe beleuchten, um den Effekt zu mindern. Schädlich ist es nicht. Ansonsten ist so ein 4x Graufilter immer mal für ganz kleines Geld gebraucht zu haben.

Sofi-Folie: Hm... haben wir nicht allein in diesem Forum schon die "umpfte" Anleitung? Nicht strecken/spannen, locker fassen. Oder mit Fassung kaufen, gibt neuerdings bezahlbare Halterungen auch von Baader. Wichtig ist: Das DARF NICHT herunterfallen, auch bei Wind nicht. Im Brennpunkt eines 8-Zöllers ohne Filter schmilzt Du Blei oder Lötzinn, mit 12" auch Alu...
http://www.svenwienstein.de/HTML/sonnenfilter.html

Zoom Okular:
Hm... hmhm... hmhmhmhm. Also das Seben Zoom ist für das kleine Geld OK. Wenn man ein Zoom-Okular einsetzen will oder muss. Das nächst brauchbare darüber scheint mir ein Hyperion Zoom zu sein. Was diese Zooms alle nicht können, ist einen guten Himmelsausschnitt zu zeigen. Zum Suchen und finden und um eben auch größere Objekte angenehm beobachten zu können. Halte ich mich an den 3mm AP fest, komme ich beim 200/1200 Dobson auf 18mm. In der Gegend sollte ein Weitwinkel-Okular her. Das Zoom ist da nicht mehr weitwinklig. Dazu ein paar Gedanken:
- Explore Scientific 18mm 82° - müsste gebraucht um 100,- gehen, muss man gucken, ob man eines gebraucht bekommt.
- Explore Scientific 16mm 67° - neu bei 130,-
- Wenn man eines gebraucht findet, kommt auch ein 20mm XWA mit 100° in Frage. Verschiedene Labels, Lunt HDC ist eines mit Gummiaugenmuschel, was ich gut finde. XWA 20mm heißt es bei TS. Liegt neu und Liste bei 270 Euro, käme ggf. gebraucht in Frage. Nenne ich hier nur, weil das als einziges hier genanntes Okular mit 3mm AP wirklich einen Himmelsausschnitt anbietet, der über den 1,25 Zoll Einsteckdurchmesser deutlich hinaus geht. Vielleicht auch mal gebraucht zu haben.
http://www.svenwienstein.de/HTML/lunt_hdc_20mm_100o.html

Dazu mal zum Vergleich: Das Hyperion Zoom hat 48° bei 24mm Brennweite. Es dürfte ca. 20mm vom Bildfeld ausnutzen. Das 20mm mit 100° nutzt 34mm, zeigt also 1,7x mehr Bilddurchmesser und somit 2,9x soviel Himmelsfläche. Das 18mm mit 82° nutzt ca. 31mm.
Ein LVW 17mm mit 65° würde hingegen grob denselben Himmelsausschnitt wie ein Hyperion Zoom bei 24mm zeigen - nur eben stärker vergrößert. Daher ist das beim Suchen kein großer Vorteil - nur von der Bildästhetik her.

Bitte versteh das nicht als Drängeln zu einem teuren Okular. Der Punkt ist nur, dass die Sache mit der Objekt-Suche einfach aussteht.

Übrigens: Wenn die Sache mit der Irisgröße nicht wäre, würde man erstmal ein normales 2" Weitwinkel um 30mm für bis zu 100 Euro und um 70° scheinbares Gesichtsfeld empfehlen. Die Dinger sind ganz OK, nur am Rand nicht ganz scharf. Bei f/6 kommt da aber eine AP um 5mm heraus. Daher meine Gedanken, wie aus dem 200/1200 maximales Gesichtsfeld herauszuholen ist.

Clear Skies
Sven
 
Salü Sven,

hmm ok, es bleibt schwierig.

Die von Dir genannten Okulare kommen preislich erstmal nicht in Frage.

Das Seben Zoom hat auf Amazon glaube ich über 200 Bewertungen, fast alle 5 Sterne, teilweise 4 aber darunter gibts keine. Da mir hier im Schreibverlauf ja auch schon ein Zoom-Okular und auch ne Barlow empfohlen wurde, dachte ich, dass das ganz gut passen könnte. Würde die zwei Teile vermutlich auch dazukaufen, nur den Mondfilter eben nicht, für das Geld könnte ich dann eher nen Sucher nehmen oder eins von den günstigen Weitwinkelokularen.

Hat jemand Erfahrung mit denen? Da gibts diese TSWA Okulare mit 70° Gesichtsfeld für um die 50 Euro. Das Seben Zoom hat bei 8mm 60° - ist das zu wenig?

Liebe Grüße und klare Sicht
Ludowica
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ludowica

Ich habe mir mal dieses Angebot angesehen.

Das Dobson geht in Ortnung!

Zum Seben-Zoom:

Dem Zoom wird im allgemeinen eine gute Abbbildung bescheinigt. Der Pferdefuß ist hierbei wie der Sven schon richtig bemerkt das magere wahre Gesichtfeld bei den längeren Brennweiten. Je länger die Okularbrennweite... desto kleiner das scheinbare Gesichtfeld. Der Bildkreis ( Feldblende ) den dieses Okular bei 24MM Brennweite /40° scheinbares Gesichtsfeld noch erfassen kann liegt bei etwa 17MM, was zu einem wahren Gesichtsfeld von gerade mal 48 Bogenminuten reicht. Das ist zur Übersicht schon sehr, sehr wenig. Simmulieren kannst du das mit einem Okularrechner. "Tante" Google - Okularrechner. Hier gibst Du mal Kellner ( Okular )und 24MM Brennweite ein. Dann hast Du mal einen Größenvergleich zum Mond.

Zum Variablen Mondfilter:

Das ist bei diesem Angebot kein Neutralfilter oder gar Farbfilter sondern ein doppelter Polfilter mit dem Du die Bildhelligkeit in einem sehr weitem Bereich einstellen kanst. Ist der in 2 Zoll so ist das gut ist er nur in 1 1/4 Zoll eher schlecht da dieser nur für 1 1/4"- Okulare zu gebrauchen ist. Bitte vor dem Kauf abklären welcher es denn ist!

Anmerkung:

Bei 1 1/4" Okularen verwendet man in der Regel einen einfachen 2"-Polfilter in der Reduzierbuchse und einen einfachen 1 1/4"-Polfilter am Okular. Dreht man nun das Okular in der Reduzierbuchse ändert sich die Helligkeit da nun der 1 1/4"-Filter gegen den 2"-Filter verdreht wird! Ein doppelter Polfilter lässt sich auch gut in Verbindung mit einer Sonnenfilterfolie nutzen zur weiteren Helligkeitsminderung wenn nötig!

Zur Barlowlinse:

An sich ist eine Barlowlinse nichts verkehrtes, hier jedoch fehl am Platz. Der Linsenstapel in Verbindung mit dem Zoom dürfte eher in der Abbildung leiden da im Zoom bereits ein Barlowelement verbaut ist. Zwei Barlowlinsenen hintereinander das harmoniert in der Regel nicht besonders. Ein Planetenokular im Bereich 5-6MM währe hier als Ergänzung sinnvoller. Noch kürzere Brennweiten unter 5MM würde ich mir abschminken. Ich habe noch keinen 8" Dobson erlebt der da noch eine sinnvolle Steigerung bringt und ich habe schon durch einige durchgeguckt!

Zum Übersichtsokular:

Das ist genau "D a s" , wie der Swen schon richtig bemerkte, was bei diesem Angebot noch fehlt!
In der Regel empfehle ich hier ein 38 MM Okular welches den Maximalen Bildkreis von 46MM ( Feldblende ) der mit 2" noch zu erreichen ist erfassen kann. Das 36MM-Hyperion währe auch eine gute Wahl erreicht es doch eine Bildkreis von 45MM mit einer guten Randabbildung. Das schlägt dann allerdings schon ein mächtiges Loch in die Geldbörse. Bei kürzeren Okularbrennweiten wird das wahre Gesichtfeld dann Zug um Zug immer kleiner

Über die Austrittspupille und der persönlichen Pupillengröße ist hier schon so einiges geschrieben worden. Dazu empfehle ich mal darüber nachzudenken was eigendlich bei einem normalsichtigen mit seiner Pupille passiert wenn er bei 5MM Austritspupille/Okular den Mond betrachtet! Jede Wette die Pupille im Auge wird dann schlagartig deutlich kleiner als die Austrittspupille am Okular! Wenn dann die Pupille im Auge kleiner ist als die Austrittspupille so heist das noch lange nicht das man das gesammte Gesichtfeld nicht mehr überblicken kann! Es kommt nur nicht mehr die ganze Lichtfülle ins Auge. Ein normales, durchschnittliches Fernglas etwa 10X50 oder 8X40 hat auch eine 5MM Austrittspupille! und wer hat schon am helligsten Tag am Auge eine Pupillenöffnung von 5MM! Wenn Du am Tage bei Helligkeit an einem Fernglas mit 5MM Austrittspupille keine Probleme hast dann sollte das Nachts im Dunkeln erst recht klappen. Hier heist es erstmal nach Möglichkeit ausprobieren. Dazu reicht bereits ein einfaches, normales Fernglas.

Auch kommt hier in Forum oft der Einwand das eine 6MM Austrittpupille je nach Himmel schon viel zu groß ist da der Himmelshintergrund schon zu stark aufhellt und den Kontrast auffrisst. Dem kann man mit einem Polfilter entgegen wirken in dem man die Bildhelligkeit zu der einer kleineren Austrittpupille angleicht! Auf ein möglichst großes Gesichtfeld möchte ich jedenfalls beim Übersichtsokular nur ungern verzichten denn je größer das Gesichtsfeld desto leichter lässt sich am Dobson was finden! Mit einem großen Gesichtfeld muß man nicht unbedingt als erstes mit einem Telrad oder Leuchtpunktsucher aufrüsten! Das Gesichtfeld im Übersichtsokular kannst Du auch am Okularrechner simmulieren. Gib dazu Okulartyp Erfle und 38MM ein. Dann siehst Du sofort den riesigen Feldunterschied gegnüber dem Zoom. Der Bildkreis ist dann rund 2,7 mal größer im Durchmesser!

Gruß Peter
 
Hallo Peter,

es geht hier nicht um die geringere Helligkeit des Bildes an sich, welche durch eine kleine Augenpupille verursacht wird. Es geht vielmehr um den dunkleren oder dunklen Bereich im Zentrum der Austrittspupille, der auf den im Lichtstrom befindlichen Fangspiegel zurüchzuführen ist. Wenn die kleine Augenpupille in diesen dunklen Bereich zu liegen kommt, sieht man im Zweifelsfall nichts. Eine größere Augenpupille würde dann noch etwas vom äußeren, hellen Teil der Austrittspupille mitbekommen, so dass daraus ein Bild entstehen kann.

Viele Grüße

Kurt
 
Supi vielen Dank für die Infos.
Ich hab heut mit dem Herrn Kloß von den Teleskop-Spezialisten ne Weile telefoniert und dann tatsächlich das Set genommen, hab noch nen Leuchtpunktsucher dazubekommen ohne Aufpreis.

Da die ja nicht gleich verschicken kann ich wegen der Barlow nochmals nachhaken, da sind aber ja noch zwei Okulare dabei, die ein geringfügig besseres Bild zeigen als das Zoom - vielleicht lässt sich die Barlow damit nutzen? Ich frag aber nochmals nach. Musste mich jetzt einfach für irgendwas entscheiden und der Filter schien mir dann doch sinnig, da der auch die Kontraste bei Planetenbeobachtungen verbessern soll.

Weitwinkel Okular kauf ich mir demnächst einfach noch dazu, budgetmäßig geht gerade ein Bisschen mehr als sonst.

Danke für die ausführlichen Infos! Ich halte Euch aufm Laufenden und berichte wenns da ist.

Viele liebe Grüße
Ludovica
 
Hallo Kurt

Wenn dem so währe dürfte ich tagsüber im Newton auch nichts mehr sehen denn meine Pupillen werden bei hoher Helligkeit deutlich kleiner als 2MM. Bei einem Okular mit großer Austrittspupille sehe ich aus etwa einem halben Meter Entfernung deutlich wie sich das Strahlenbünder als Ring in der Okularlinse abzeichnet. Ich habe das Auge allerdings nicht direkt an der Linse sondern in der Regel ca. 20-30MM dahinter (Augenabstand). In dem Bereich wo ich mein Auge paltziere also 20-30MM hinter der Linse dürfte das Strahlenbündel doch etwas anders aussehen. Ich sehe dann bei Okularen mit großer Austritspupille zur Mitte hin einen merklichen Helligkeitsabfall. Gehe ich dagegen zu nahe ans Okular zeigen sich dann erst Blackouts. Bei Okularen mit kleineren Feldblenden sehe ich den Helligkeitsabfall nicht mehr. Das Bild ist dann homogener. Der Fangsspiegelschatten zeigt sich ja auch beim defokusieren sowohl intra- als auch extravokal. Im Brennpunkt überschneider sich das alles und der Schattenbereich wird dann wohl überlagert und dort genau in der Fokalebene nichtmehr oder wenn überhaupt stark abgeschwächt sichtbar. Wie gesagt wenn man sich nicht sicher ist sollte man das vorher alles einmal ausprobieren. In der Regel passt das bei den meisten in seltenen Fällen aber auch mal nicht. Für so etwas gibt es Teleskoptreffen oder es finden sich Gleichgesinnte in der Nachbarschaft.

Gruß Peter
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sternfreunde!

Hab wegen Barlow und Seben Zoom gefragt, er versicherte mir, dass im Seben Zoom keine Barlow eingebaut ist und die beiden Teile deshalb so gut miteinander funktionieren. Den Filter wollte ich dann doch, weil sich damit wohl auch Kontraste bei Planetenbeobachtungen verbessern lassen.

Bin aufgeregt.....es kann losgehen.

Viele Grüße
Ludovica
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Peter,

dem ist so. "Schwebender Schatten" wird die Vorstufe genannt, bzw. man mag das Auge so positionieren, dass der aus der Mitte kommt. Ludovica meinte zuerst, dass nur 1mm möglich sei, nun relativiert sie, dass 3mm schon hinkommen. Man sieht das jedenfalls und es stört. Ein teures Okular wird dadurch verleidet und ich finde es ärgerlich, wie hier allgemein nachvollziehbare und erklärte Praxiserfahrungen dann gegenüber einem Einsteiger erstmal negiert werden, wie um für Verwirrung zu sorgen, Das mit Iris und Fangspiegelschatten ist geometrisch furchtbar einfach, so Simpel wie nen Groschen in den Kaugummiautomaten stecken!

Clear Skies
Sven
 
Hallo Ludovica,

hm... Händlerberatung. Wenn Der Filter da ist, mach mal folgendes: Beide Hälften auseinander schrauben, das ist so gedacht. Es kommen zwei Polfilter dabei heraus. Jeden der Filter mit etwas Abstand vor's gesicht halten, auf etwas entferntes schauen (paar Meter reichen), dann die Hand bewegen oder Kreisen, den Blick aber auf das entfernte Ziel fixieren.
Soll: Außer dass beim Wackeln der Filterrand durch's Bild geht, und der Filter etwas abdunkelt, sollte sich nichts am Bild ändern (Ausnahme: Reflexe auf spiegelnden Oberflächen könnten verschwinden, liegt an der Polfilter-Wirkung).
Fehler: Das Ding was Du durch den Filter ansiehst, scheint zu "schwabbeln" -> Ursache: Unebene Filterfläche -> Folge: Unscharfes Bild im Teleskop, das Ding umtauschen.
Da wenn, meist nur eine Hälfte betroffen ist (glücklicherweise) kannst Du auch jede Hälfte mal einzeln ins Okular schrauben und schauen, ob Du bei einer auffälligen (wabbelnden) Hälfte die Bildverschlechterung bemerkst, gegenüber der anderen Hälfte.
Hinweis: Je nach Filtertyp gibt es Polfilter, die nur "in einer Richtung" die 50% Abdunkelung zeigen. Das ist normal. Gemeint ist hier nur dieser Test auf schwabbelige Oberfläche. Naja, wie bei einer bewegten Wasseroberfläche, nur weniger deutlich.

Mit Barlow und eingebauter Barlow... ach, Quark. Jede Linse bringt ihre Fehler mit ein, d.h. ein hochwertiges Okular mit einer hochwertigen negativ-Gruppe (hier gemeint mit "Barlow") verträgt sich auch mit einer hochwertigen Barlow. Manchmal gibt es Abschattungen zum Rand hin, häufiger wenn die Barlow ein kurzes Gehäuse hat. Das ist aber selten. Aber ein mieses Okular mit einer Billigbarlow kombiniert... fällt auch nicht jedem Sternfreund auf. Naja.

Jedenfalls, OK, das Seben Zoom habe ich auch schon hinter einer Televue 3x Barlow verwendet, tat dem Okular gut, die Televue Barlow ist als gut bekannt.

Ändert nur nichts daran, dass Dir ein Übersichtsokular fehlt. Ich will den Händler nicht ärgern, aber... äh... frag vorher hier.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Werner,

bzgl. Dunkeladaption, man könnte es Googlen (Abschnitt Reflexkette):
Adaption_Auge

Aber erlaubt ist was hilft...

Bezüglich Beratung kann ich die Teleskop-Spezialisten ebenfalls empfehlen.

MfG Stefan
 
Hallo Stefan,
Zitat von StReiter1309:
...bzgl. Dunkeladaption, man könnte es Googlen...
ist ja prima wenn Du Alles glaubst was bei Wikipedia so steht.
Allerdings solltest mal bei "Dunkeladaption" genauer lesen, oder einfach mal die Geschichte testen wie ich hier schon vorgeschlagen hatte.
Dann wirst Du sehen, dass das abgedeckte also dunkeladaptierte Auge im verdunkeltem Raum wesentlich empfindlicher ist als das andere Auge welches dem hellen Sonnelicht ausgesetzt war. Deshalb hast ja auch bei längerer Vollmondbeobachtung für einige Minuten einen "dunklen Donat" im Beobachterauge.

Das dürfte ja nach deiner pauschalen Aussage gegenüber Ludovica dann nicht sein oder?

Zitat von StReiter1309:
...Bezüglich Beratung kann ich die Teleskop-Spezialisten ebenfalls empfehlen...
Wüsste nicht, was gegen "Charly Kloss" aus Stockdorf spräche. Gut, die Nähe zu TS ist schon erkennbar, aber das sind ja auch keine ganz Ahnungslosen in der Szene.
 
Hallo Ludovica,

ich habe vor 2 Jahren mit dem gleichen Setup von den Teleskop-Spezialisten begonnen und war sehr zufrieden mit dem Einstieg. Herr Kloß hat die gute Eigenschaft, nicht gleich das teuerste zu empfehlen. Alles sehr pragmatisch.

Das Seben-Zoom ist für den Preis ok, gerade als Anfänger kann man da seine Erfahrungen mit der Wirkung der Brennweite machen. Aber die 60° Gesichtsfeld gelten nur für die 8mm. Bei 24mm hat das Okular nur 40° Gesichtsfeld!! Da wird es wirklich super eng. Ein Übersichtsokular brauchst Du daher unbedingt. Warum nicht eines von TSWA mit 70°. Ich hatte das mit 32mm und war zufrieden bei meinem Himmel von 5,5mag. Die hochwertigen Okulare kommen dann später :).

Die Barlowlinse ist zwar kein Brüller, aber damit kann man am Mond zwischen 12mm und 4mm hin und her zoomen. Das macht Spaß und man kann die Brennweiten-Grenzen austesten. Den Polfilter habe ich nie genutzt. Mir waren Mond und Planeten nicht zu hell.

Das erste, was ich damals ergänzt habe, war allerdings ein seitenrichtiger Winkelsucher. Das Suchen in gebeugter Haltung mit Blick von unten nach oben hat mein Rücken nicht gut vertragen. Der Winkelsucher ist da sehr angenehm. Später habe ich sogar zwei Sucher parallel betrieben (Winkelsucher und Leuchtpunktsucher). Damit ging das Finden wirklich sehr schnell.

Viel Spaß und Grüße
Antero
 
Hallo Ludovica,

jetzt habe ich eben noch etwas gefunden. Es gibt bei Intercon ein Paket für 545 EUR, dass mir sehr vernünftig erscheint:
8" Dobson, Winkelsucher, drei Okulare (30mm/2", 15mm, 9mm), Justierokular, Okularauszug mit 1:10 Übersetzung (für Planeten sehr hiflreich). Ich kenne den Dobson nicht, aber das Paket klingt gut.

Grüße
Antero
 
Hallo Leute,

danke nochmals für die ganzen neuen Infos. Das mit dem Weitwinkel Okular ist mir bewusst, werd mir auch demnächst eins dazukaufen. Ihr könnt mir ja noch ein gutes empfehlen, das mit dem Dobson gut harmoniert und nicht all zu teuer ist.

Ich hatte ja vorher hier gefragt und die Infos dann noch mit den Aussagen von Herrn Kloß abgeglichen - musste mich dann einfach für irgendwas entscheiden und hab schlussendlich dieses Set genommen. Das von Antero vorgeschlagene klingt tatsächlich noch etwas besser, kostet halt aber auch nochmal 40 Tacken mehr. Hab ja nen Sucher auch noch draufbekommen. Herr Kloß meinte, dass ein Peilsucher erst sinnvoll wäre, wenn man sich am Himmel schon etwas besser auskennt und die meisten sowas erst nach 5 Jahren anschaffen.

Ihr seht also - die Vorschläge divergieren ein Bisschen, auch hier im Forum. Musste mich jetzt einfach für irgendwas entscheiden.

Zu meinen Pupillen nochmals: abends im Haus bei künstlichem Licht haben sie wirklich nur 1mm, geh ich ins Dunkle, werden sie etwas weiter - etwa 3mm - je länger die Einnahme zurückliegt desto größer werden sie dann. Ich meine auch, dass ich diese Schatten, von denen Ihr gesprochen habt, schonmal gesehen habe, sie dann aber verschwunden sind, wenn ich etwas mit dem Augenabstand experimentiert hab.

Ist so ein TSWA Okular besser als ein Super Plössl? (Bezüglich Weitwinkel)

Liebe Grüße
Ludi
 
Bzw. meine konkrete Frage wäre:
Was ist genau der Unterschied zw. einen Weitwinkel Okular mit 5mm Brennweite und einem mit 32mm? Seh ich beim 5mm wirklich den gleichgroßen Ausschnitt wie beim 32mm aber in viel größer? Dann wäre ein 5mm (bzw. eins mit ner kleineren Zahl als 32) ja besser? Trotzdem wurde mir hier meist eins um die 30mm empfohlen. Was genau hat es damit auf sich?
 
Die Brennweite von Teleskop und Okular bestimmen zusammen die Vergrößerung, d.h. wie gross Dinge zu sehen sind. Der Winkel bestimmt, wieviel Himmelsausschnitt man sieht.

Wenn Du zwei Okulare mit verschiedenem Winkel und gleicher Brennweite vergleichst, dann zeigt das mit dem kleineren Winkel für das Auge einen kleinen Kreis und das Andere einen Großen. Die sichtbaren Details sind aber gleich groß.

Ein Übersichtsokular soll bei niedriger Vergrößerung so viel Himmel zeigen, wie das Teleskop hergibt, denn das begrenzt die Sache. Das tut ein 32 mm Plössl bei 1,25" Steckmaß. Mehr geht nur mit einem 2" Okular, was aber deutlich teurer ist.

Lass Dich nicht verrückt machen. Mit einem Leuchtpunktsucher bist Du schon gut ausgestattet. Du schwenkst das Teleskop, bis der rote Punkt da ist, wo Du in der Karte hin willst, und dann findest Du viele Objekte mit ein wenig Suchen. Danach kannst Du am Himmel schauen, wo das Objekt nun wirklich ist. So findest Du es beim nächsten Mal einfacher. Das Zoomokular ist ganz nett. Klar, man könnte mehr Gesichtsfeld haben, aber die Vergrößerung mal eben so hin und her zu schieben ist wirklich angenehm.

Mehr Vergnügen für mehr Geld geht immer, keine Frage. Für das nun investierte Geld kriegst Du aber bei dem Set wirklich viel und wirst begeistert sein, wie der Ringnebel und Planeten im Vergleich zum alten 70er Teleskop aussehen.

Michael
 
Hallo Ludovica,
Zitat von Ludowica:
...Was ist genau der Unterschied zw. einen Weitwinkel Okular mit...
guck Dir mal in diesem Katalog die Beschreibungen ab Seite 211 an. Diese Abhandlungen, obwohl aus dem Jahr 2006 von Martin Birkmeier (ICS) herausgegeben, erklären Vieles darüber.
Auch die entsprechenden Seiten von Sven Wienstein könnten hier eine Hilfe für Dich sein.
 
Ich schleich schon ne ganze Weile auf Svens Seiten rum und hab mir vorher auch was zu den Weitwinkelokularen Durchgelesen, muss aber sagen, dass ich vieles von dem Fachchinesisch noch nicht ganz verstehe, drum frag ich lieber nochmals nach.

Ich seh mich gerade nach Weitwinkelokularen um und finde eben sowohl 32mm als auch 10mm Okulare mit 60-70° Gesichtsfeld und hab nicht ganz kapiert, wie die sich unterscheiden. Dass 10mm mehr Vergrößerung bringen, ist mir klar, erscheint mir bei nem Gesichtsfeld von 70° dann aber wieder unlogisch, weils ja ne kleinere Vergrößerung mit viel Ausschnitt sein soll - 10mm mit 70° müsste dann ja stark vergrößert UND weitwinklig sein. Aber vermutlich ist das so gemeint, dass da dann zwar die Umschau groß ist, aber weniger Sterne draufpassen.

Ich schau mir den Katalog Link grade mal an. Danke schonmal!

Das Teleskop soll morgen bzw. HEUTE schon ankommen. Werd wahrscheinlich ziemlich beschäftigt sein :). Ich hoffe, der erste Aufbau ist nicht zu kompliziert.

Gute klare Nacht
Ludo
 
Moin Ludowica!

> erscheint mir bei nem Gesichtsfeld von 70° dann aber wieder unlogisch, weils ja ne kleinere Vergrößerung mit viel Ausschnitt sein soll

Des Rätsels Lösung ist das sogenannte "scheinbare Gesichtsfeld" (sGF), das auf den Okularen aufgedruckt ist. Um nun das tatsächliche (reale) GF (tGF) am Himmel bei der entsprechenden Vergrößerung (V) herauszubekommen, muß man rechnen: tGF = sGF / V.

Beispiel:
Teleskop hat 1200 mm Brennweite. Im Einsatz ein 32er Oku mit 70° sGF und ein 10 mm Oku mit 70° sGF.
Ergebnisse:
V = 1200 mm / 32 mm = 37,5
tGF = 70° / 37,5 = 1,8°

V = 1200 mm / 10 mm = 120
tGF = 70° / 120 = 0,58°

Fazit: Bei gleichem sGF hat die geringere Okularbrennweite die höhere Vergrößerung und das kleinere tGF.

Klar soweit?
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben