Teleskope mit Prüfprotokoll oder ohne? | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Teleskope mit Prüfprotokoll oder ohne?

SK100

Mitglied
Servus,

(vll. neu?) heute ist mir bei meiner Suche ein Shop mit den üblichen (ggf. bei Sharpstar/Konsorten gefertigten/lackierten) Apochromaten aufgefallen. Da wird neben der Standardausführung auch eine "mit Prüf-Protokollvariante" angeboten (mit Aufpreis....). Denn Sinn verstehe ich nun nicht so ganz. Klar, es gibt einige Händler welche die Werksauslieferung prüfen und ggf. optimieren, kostet aber zumindest meiner Kenntnis nach nix extra...
Hat da jemand schon Erfahrungen? Sind die dann auch im Rahmen der Möglichkeiten (eines Prüfers) optimiert?
Wird das der neue Standard (mit/ohne ABE/TÜV)?

CS
Silvio
 

Ehemaliges Mitglied 28770

Lieber Silvio
In der Regel hast du mit einem Protokoll ein garantiert gutes System bzw. Teleskop. Ohne Protokoll hast du "nur" ein gutes System bzw. Teleskop. Beide Teleskope können und werden sicherlich gleichwertig sein, doch hast du mit einer zusätzlichen Auswertung, die übrigens auch Arbeitszeit und Aufwand kostet, eine gewisse Grundsicherheit. Du kannst eine Optik kurz auf die optische Bank schmeißen und am künstl. Stern testen, oder diese Optik interferometrisch vermessen/auswerten. Letzteres natürlich aufwendiger und teuer. Oder du vertraust darauf, dass der Hersteller alles richtig gemacht hat. Gruß *entfernt*

Ein Beispiel: ich würde mir jederzeit wieder einen Haupt- und Fangspiegel in Premium-Qualität bei ICS kaufen. Nun wird man sich fragen, warum. Gibt es doch diese Spiegel auch deutlich günstiger. Vollkommen richtig, nur weiß ich, dass ich bei Premium auch Premium bekomme.
 
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Ehemaliges Mitglieder [6370]

Also Jacke wie Hose, Hinz wie Kunz....Achja, du hast einfach nur mehr bezahlt. Schön!
Garantiert? Was?
Bitte prüfen!
Und warum sollte ich dem Verkäufer einer Sache etwas glauben?
Wieviel kostet Vertrauen?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

matthisk

Mitglied
Ich hatte mir mir einen neuen FSQ106 mit Prüfprotokoll bestellt. Aussage des Händlers: "Das ist bei einem FSQ eigentlich nicht nötig, die sind alle gut". Nach dem Test dann die Mail: "Stern liess sich gar nicht richtig fokussieren, ich habe den bereits an den Importeuer zurück gesendet - ich bestelle dir einen neuen".

Ich habe mir dadurch viel Zeit, Testen und, Diskussion mit dem Händler erspart. Der dann gelieferte FSQ war aber dann verdammt gut.
 
Zuletzt bearbeitet:

Ehemaliges Mitglied 28770

Garantierte Qualität, nochmals, unabhängig und auch samt Auswertung geprüft. Das gilt sowohl für die Fang- und Hauptspiegel. Keine Ausreißer.
 

matthisk

Mitglied
Naja, der Händler war schon sehr genau und der Fokus sollte schon einrasten. Das Gerät wäre schon beugungsbegrenzt gewesen, aber wenn schon FSQ, dann bitte besser. Er hatte mich vor die Wahl gestellt, ob das Gerät oder ein neues, ich hatte dann eine neues bestellt. Dauerte knapp eine WIoche bis der Neue kam, also kann von "Lieferzeit strecken" auch keine Rede sein.
 

SK100

Mitglied
Ok, kann die pro-Argumente schon nachvollziehen. Dennoch, gerade bei "Premiumgeräten" wie einem TAK erwarte ich diese Prüfung im Preis kalkuliert.
Aber gut, beim gefunden Angebot handelt es sich ja mehr oder weniger um Massenware, da kann schon mal eine Serie "Aschenbecher" dabei sein.
Hoffe das der Händler meines Vertrauens da auch weiterhin die Augen aufhat und offensichtlichen Schrott schon vorher aussortiert.

Und *entfernt*s Einwände (Preisfrage /gute Geräte gerade nicht verfügbar/nur wenige) war auch mein erster Gedanke. Und naja, gefühlt ist es bei "Großserienmodellen" (geprüft...) kein Pluspunkt -> Wo gehen die Gurken dann hin??? In 2 Monaten bewirbt dann die Mehrheit unserer Händler "mit Zertifikat" ; "geprüfte Premiumqualität"; "selektierte Optik"; "handverlesenes Einzelstück"...
An Glas und Mechanik hat sich aber zwischenzeitlich vermutlich nichts geändert - nur im Lager gereift;)

Aber was solls. Ich will die Fragestellung auch nicht weiter aufbauschen. Im Grunde ist ja das Pro und Kontra wie ich es erwartet habe.
Insofern: Bleibt wachsam :)

CS
Silvio
 

Ehemaliges Mitglied 28770

Aber um nochmal drauf zurück zu kommen, Silvio. Einfach mal beim Shop deines Vertrauens nachfragen, ob das Teleskop noch vor dem Versand geprüft werden kann. In der Regel kostet fragen nichts. Gruß *entfernt*
 

MeisterDee

Mitglied
Hallo Silvio,
nicht jeder Händler prüft verkaufte Teleskope auf Herz und Nieren. Gerade bei in großen Stückzahlen werden Kartons aus dem Regal genommen oder direkt von der Palette. Da kannst Du Glück haben, und ein Sahneteil erwischen, aber genauso auch Pech haben, und das Teleskop leistet nicht das, was es aufgrund seiner Komponenten leisten könnte. Gerade bei Teleskopen, die etwas mehr kosten, und vor Allem bei Solchen, die man kaum selbst justieren kann (z.B. dreilinsige Refraktoren) ist es meines Erachtens wichtig, dass die Leistung des Teleskops überprüft, und bei Bedarf justiert wird. Dokumentation in Form von entsprechenden Protokollen versteht sich dabei von selbst. Aussagen, wie „handverlesen“ oder „ausgezeichnet“ sind für mich bedeutungslos, denn es sind keine überprüfbaren Eigenschaften. Ein Protokoll dagegen schon. Da werden Werte genannt, wie z.B. der Strehlwert, die dann verbindlich zugesagte / vereinbarte Eigenschaften darstellen. Das ist etwas ganz anderes.

Daher empfehle ich bei etwas wertvolleren Teleskopen (für mich ab knapp unter 1000 €) grundsätzlich eine dokumentierte Justage mit zu bestellen. Auch wenn’s dann etwas mehr kostet. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es lohnt sich.

CS

Dietmar
 

MLudes

Mitglied
Silvio

die Sache ist relativ einfach: Hersteller, anbieten schreiben entweder wischiwaschi oder Sie geben einen Minimumqualität an, auf die man uns fest Nageln kann.
Wird ein Prüfprotokoll mit geliefert, garantiert dies eine zugesicherte Eigenschaft welcher einer Nachprüfung standhalten muss, denn solch ein Prüfprotokoll ist eine Urkunde. Wir diese Qualität nachweissbar nicht eingehalten , besteht Reklamationsrecht.
Bsp. Teleskop wird mit minimum Qualität von 80 % Strehl garantiert. Das gelieferte wird mit einem Protokoll von 95 % geliefert , dann muss es diese 95 % auch nachprüfbar halten oder es ist ein Reklamationsfall.
 

MLudes

Mitglied
Nochwas : Ich kenne 3 Hersteller die vollmundig 98 % Strehl garantieren, aber ohne jeden Nachweiss. Das ist eine Qualität die selbst das Zeiss APQ nur seltenst erreicht hat. Da keine Doku mitgeliefert wird, glaubens die Kunden aufgrund des guten Rufes, auch wenn die meistens doch nicht erreicht wird. Hier werden Kunden für Dumm verkauft, denn 98 % Strehl bei jeder Optik zu Garantieren , ist nur möglich wenn sehr viel teureres Glas gekauft wird und ein Irrsinns Aufwand getrieben wird, wodurch diese Optiken dann ein vielfaches kosten würden. 98 % bleiben deswegen ein Zufallsprodukt.
 

Ehemaliges Mitglied 28770

Strehl-Diskussionen ufern ja wohlbekanntlich immer aus. Wenn ich mir irgendwann mal einen Matthias Wirth Apo (eher doch einen Maksutov) leisten kann, erwarte ich ein Produkt ohne Fehl und Tadel. Werde ich sicherlich auch bekommen, keine Frage.
Aber! Mir tun die Neueinsteiger leid, die Monate, wenn nicht gar Jahre, ihr hart verdientes Geld für einen schönen 1500 Euro Apo zur Seite gelegt haben und dann eine "Gurke" erwischen. Das vermutet natürlich niemand, aber wenn man sich erstmal ein wenig mit der Thematik auseinander setzt, scheint es durchaus "normal" zu sein. Leidvolle Erfahrung, wohlgemerkt. Gruß *entfernt*
 

Quanten

Mitglied
Hallo Silvio

Ohne jetzt genau zu wissen um was für einen Test bzw. Protokoll es sich dabei handelt, sollte man aufpassen um was es sich dabei genau handelt bzw. was wurde wie getestet, welche Fehler wurden ermittelt?!

Zum Beispiel, handelt es sich um einen quantitativen Interferometrischen Test, bei dem anhand der Wellenfrontdeformation der Strehl ermitelt wurde?

Oder um einen qualitativen Test bei dem evtl nur ein Justagezustand, oder eine grobe Klassifizierung vorgenommen wurde.

Der Vorteil einer bestimmten garantierten optischen Qualität (meist der rms/Strehl) ist, dass man dan eine Fehlerquelle auschließen kann.
Dann können es bei einer schlechten Abbildung nur noch thermische/Seeing, oder Justageprobleme sein, oder das Zubehör.

Manche wollen einfach auch diese Gewissheit haben und kaufen gleich getestete Optik, oder lassen Nachprüfen.

CS
 

SK100

Mitglied
Hallo Quanten,

danke für die Tipps. Es ging eigentlich primär um die Tatsache, dass auf einer Website Apochromaten einmal mit und einmal ohne "Prüfdingens" angeboten wurden/werden. Aussagen im Sinne "Parameter" / was wurde/wird "testiert" gab es keine. Auch keine Aussage ob die geprüften Exemplare jetzt über, auf oder unter dem Durchschnitt der Fertigungsqualität des Herstellers (Großserienfertigung) liegen fand ich jetzt nicht.
Ich bin in dem Thema (testen lassen) auch nicht ganz jungfräulich ;) - war auch schon mal in der Einfamilienhaussiedlung in Haßfurt :)
Ich wollte hier nur das Pro und Kontra mal abholen...
Wie schon oben erwähnt, meine Frage zum Meinungsbild ist geklärt.

CS
Silvio
 

Papa Brummbär

Mitglied
Hallo Leute, ich habe in letzter Zeit auch viel bei den Händlern gelesen und es wird sicherlich auf eine Verunsicherungstaktig gesetzt, als ich einen Händler angeschrieben habe ob der Hersteller die Textlich versprochenen Qualitäten auch mit Zahlenwerte unterfüttert, erhielt ich die Antwort, dass der Hersteller keine Angaben machen würde. Also einerseits Verkaufen die Händler Top Teleskope und Werfen mit Qualitätsinformationen nur so um sich (Messprotokolle usw.) und wenn man Konkret wird erhält man keine Antwort. Die Sachlage ist ganz einfach Qualität kostet Geld und es geht nicht billiger! Ein guter APO oder Newton muss bezahlt werden. Ein Prüfprotokoll macht die Sache nicht besser und die Einstellung die da vorgenommen werden sollte man selbst auch machen können, denn es bleibt nichts so wie es ist.

LG, CS und vor allem bleibt Gesund
Hampo
 

MeisterDee

Mitglied
Ein Prüfprotokoll macht die Sache nicht besser ............

Hallo Hampo,
das sehe ich, wie ich schon mehrfach schrieb, etwas anders.
Ein Prüfprotokoll macht die Sache schon besser. Allein wegen des Protokolls, das schließlich ganz bestimmte Eigenschaften überprüfbar zusichert, werden manche Geräte überhaupt erst ausgepackt, bevor sie versendet werden.
Ein gutes Teleskop zu bekommen ist damit nicht mehr von Zufällen abhängig, sondern wird kontrollierbar.

Manche Händler überprüfen sowieso, aber Standard ist das leider nicht. Im Niedrigpreisbereich schon gar nicht.

Gerade bei Teleskoptypen, die für eine gewisse Serienstreuung bekannt sind, würde ich nie ohne Protokoll kaufen.
Ich möchte aus einer Menge, die sowohl sehr gute, aber auch weniger gute Exemplare enthält, nicht irgendeins.
Wenn, dann möchte ich schon eins von den Guten haben, für mein Geld.
Aber wie kann ich mir dessen sicher sein, wenn nicht mit Prüfung, Protokoll, und ggf. Justage?

Und das bringt noch ein weiteres Problem. Wenn aus der besagten Menge die guten Geräte mit Protokoll entnommen werden, was bleibt dann übrig? Wer bekommt das Übriggebliebene? Wie hoch ist dann noch die Wahrscheinlichkeit, zufällig etwas wirklich Gutes zu bekommen?

.......und die Einstellung die da vorgenommen werden sollte man selbst auch machen können........

Das selbst in die Hand zu nehmen ist in den meisten Fällen gar nicht möglich.
Einen Newton zu justieren, das ist schon zu schaffen. Muss auch. Aber was, wenn der Spiegel nix taugt?
Oder wenn bei einem schönen Triplet die Linsen einfach nicht da sind, wo sie eigentlich sein sollten?
Da trennen bereits sehr kleine Abweichungen die Spreu vom Weizen.

Nur die absolut Wenigsten hier wären in der Lage, einen APO selbst zu justieren, oder schwere Fehler zu erkennen.
Ich gehöre nicht dazu.

CS

Dietmar
 

Papa Brummbär

Mitglied
Hallo,
in den Verkaufstexten steht, es wird ein "Testprotokoll" mitgeliefert
liest man diesen Satz genau bedeutet das nicht, dass es von dem gekauften Teleskop ist und
Ihr glaub doch nicht dass der Händler her geht 20 Teleskope auspackt und alle testet und sortiert oder ?
Er nimmt das nächste aus dem Regal Packt aus schaut das nicht kaputt ist und alle funktioniert und sendet es dann weg
und wenn einer ein Protokoll möchte dann wird eben eins erstellt fertig, damit bekommst du auch nur ein Teleskop nach
Zufall und nicht nach Zusicherung. Als ich einen 12"er Spiegel kaufen wollte und die Eigenschaften zugesichert bekommen wollte
hat der Händler einen Rückzieher gemacht ??? Dazu muss man jetzt nicht mehr viel sagen oder?

Ich denke das ganze ist eine Glückssache und die einzige Möglichkeit die man hat ist bei Onlinekäufen die 14Tägige Rückgabe, das
kann einen retten. Da ich das gleich Problem habe und nicht weis wie ich damit umgehen soll habe ich jetzt aus Polen (war natürlich auch
ein Risiko ob die Ware kommt und was da kommt) einfach einen gebrauchten super günstigen 8"er Newton gekauft. Die 200Euro tun mir
und dafür habe ich jetzt eigentlich mit ein paar Änderungen ein super Teleskop bekommen.

Sorry die Situation ist so wie Sie ist, in Asien wird produziert und alle Händler unterliegen einem Verkaufsdruck, sonst müssen wir Teleskope
wieder selber Bauen.

Ach übrigens, ich habe auch mit Justieren nicht gemeint, dass man einen sündhaft teuren APO auseinander nimmt und die Linsen nachschleift.
Mal saubermachen OAZ nachstellen oder nacharbeiten ggf. mal Teile austauschen usw. oder beim Newton Spiegel einstellen. Bei einem ED könnte
man noch ggf. die Linsenpositionen zueinander wagen.

Ich denke eine eindeutige Aussage gibt es da nicht, je nach Wunsch und eigenen Bedürfnissen muss man eben einmal eine Entscheidung treffen. Wenn
ich mein nächstes Teleskop kaufe wird wahrscheinlich ein 10"er Newton von lacerta sein, da werde ich die Spiegel nach Wunsch schleifen lassen und möchte
dann auch bei der Prüfung dabei sein. Nur so kann man sicher gehen. Oder man muss das Teleskop zu einem Anderen senden und eine Vergleichsmessung
machen lassen und dann fängt der Ärger schon an.

Also bis bald
LG, CS und viel Gesundheit
Hampo
 

Gerd_Duering

Mitglied
Hallo Silvio,

heute ist mir bei meiner Suche ein Shop mit den üblichen (ggf. bei Sharpstar/Konsorten gefertigten/lackierten) Apochromaten aufgefallen. Da wird neben der Standardausführung auch eine "mit Prüf-Protokollvariante" angeboten (mit Aufpreis....). Denn Sinn verstehe ich nun nicht so ganz.

also mir ist der Sinn sonnenklar.
Der Händler reagiert auf Kundenwünsche und bietet als zusätzlichen Service ein Prüfprotokoll (Test am I-Meter) an weil das Kunden öfter gewünscht hatten.
Und der zusätzliche Aufwand kostet nun mal auch Geld und das muss der Kunde natürlich auch bezahlen wenn er diesen zusätzlichen Service mit bestellt.
Kunden die dieses Geld nicht ausgeben möchten bekommen diesen Service nicht und ihr Teleskop kommt dann natürlich auch nicht vor das I-Meter.

Als Anmerkung Prüfprotokoll ist natürlich ein schwammiger Begriff, das kann vieles sein.
Aber wenn der Händler ein Prüfprotokoll als zusätzlichen Service mit Aufpreis anbietet gehe ich davon aus das es sich dann um einen Quantitativen Test am I-Meter handelt und nicht nur um eine Notiz eines Mitarbeiters nach dem Motto in Augenschein genommen und für gut befunden.
In der Regel schreibt der Händler aber auch gleich dazu Test am I-Meter und nicht nur den schwammigen Begriff Prüfprotokoll. Im Zweifelsfall muss man eben nachfragen.

Klar, es gibt einige Händler welche die Werksauslieferung prüfen und ggf. optimieren, kostet aber zumindest meiner Kenntnis nach nix extra...

Ja das wird in der Regel gemacht und kostet meist auch nix extra aber eben nur qualitativ und nicht quantitativ am I-Meter denn das ist sehr aufwendig und damit teuer.
Nur der Quantitative Test am I-Meter kostet in der Regel extra, das ist verständlich und auch richtig so.

Hat da jemand schon Erfahrungen? Sind die dann auch im Rahmen der Möglichkeiten (eines Prüfers) optimiert?

Das wird unterschiedlich sein, ich denke mal man wird es in der Regel zumindest versuchen, inwieweit das immer gelingt liegt an den Fähigkeiten des Prüfers und natürlich auch an der Zeit die ihm zur Optimierung zugestanden wird bzw. die er sich nimmt.
Beim APO kann das auch mal sehr knifflig und langwierig sein und dann kommt man mit der Pauschale für den Test nicht mehr hin.
Meist nimmt man sich dann aber trotzdem die Zeit die Optik in einen möglichst optimalen Zustand zu versetzen, auch wenn es im Einzelfall dann ein Minusgeschäft ist und man das Geld für den hohen Zeitaufwand nicht wieder reinbekommt.
Zumindest macht das ein Prüfer den ich kenne so.

Wird das der neue Standard (mit/ohne ABE/TÜV)?

Bestimmt nicht weil die Meisten die zusätzlichen Kosten für den Test am I-Meter nicht bezahlen wollen.

Grüße Gerd
 

Quanten

Mitglied
in den Verkaufstexten steht, es wird ein "Testprotokoll" mitgeliefert
liest man diesen Satz genau bedeutet das nicht, dass es von dem gekauften Teleskop ist
Kannst du dazu mal einen Link einstellen wo das so behauptet wird?
Als ich einen 12"er Spiegel kaufen wollte und die Eigenschaften zugesichert bekommen wollte
hat der Händler einen Rückzieher gemacht ??? Dazu muss man jetzt nicht mehr viel sagen oder?
Dazu sollte man genauer wissen welche Eigenschaften vom Händler wirklich zugesichert werden?!
Häufig steht ja nur "deutlich besser als beugungsbegrenzt".
Das kann bedeuten, Strehl 0.85, aber auch Strehl 0.95.
Damit garantiert er dir jedoch indirekt eine beugungsbegrenzte Optik.

Will man das jedoch schwarz auf weiß, also auf Papier und fordert zudem evtl. noch mehr?
So geht das nur über einen Interferometrischen Test, welcher zudem definiert sein möchte, Stichwort "Astigmatismus Kompensationsmessung" usw.

Möchte man so etwas und der Hersteller bietet das nicht von sich aus an, so ist klar, das der Händler das bezahlt haben möchte, weil hier eine Zusatzleistung gefordert wird.

Denn man kann sich ja genau so gut eine Zertifizierte Optik von einem Hersteller kaufen der das von sich aus anbietet bzw. garantiert.
Meist sind solche Optiken jedoch von vornherein deutlich teurer.

Es ist also eine etwas schwammige "Mindestqualitätsdefinition" von Seiten der Händler, wenn sie nur "besser als beugungsbegrenzt" anbieten, weil das ihr eigener Erfahrungswert ist, welchen sie mit den Herstellern im laufe der Zeit gemacht haben.

Gelegentlich kollidieren dann Qualitätsvorstellungen von Kunden mit dem Preis bzw. Angebot der Händler.

CS
 

cajserdakel

Mitglied
Wenn APO drauf steht, dann muss auch APO drin sein. Ich erwarte dann ein farbreines und auch schon deshalb justiertes System - von der Linse bis zum Auszug. Ich kaufe auch kein Motorrad, bei dem das Motormanagement nicht richtig funktioniert und ich vor der ersten Fahrt noch das Lagerspiel einstellen ggf. die Wellen auf gleichlauf überprüfen muss. Sorry, aber ich erwarte für mein gutes Geld auch ein gut funktionierendes Produkt. Und wenn der Lieferant/Hersteller es lt. Vertrag dem Händler gegenüber dafür nicht einstehen muss, dann ist halt der Händler in der Pflicht. Keiner von Euch würde eine Aussage wie "Ihr Motorrad hat wahrscheilich 80 kW. Es könnten aber auch 95 kW sein. Sie bezahlen aber trotzdem den vollen Preis. Allerdings wenn Sie es genau wissen wollen, müssen Sie den Test am Leistungsprüfstand bezahlen und bekommen im Gegenzug ein Prüfprotokoll, dass Ihnen die 95 kW bescheinigt. Auch das müssen Sie aber uns glauben, es sei denn Sie haben einen Leistungsprüfstand zuhause und können diese Prüfung überprüfen."
Ich kann dem Unsinn von "handverlesen" oder "mit Prüfprotokoll" nichts positives abgewinnen. Selbstverständlich gibt es im Herstellungsprozess eine gewisse Streuung. Diese darf sich aber nicht zwischen "Gurke" und "Topgerät" bewegen. Wenn ein Händler diesen Mangel an Qualität kennt und trotzdem die Kartons weiter an den Kunden schiebt, dann ist er nicht seriös und ihm seine Kunden gleichgültig ("Kunde merkt es nicht und wenn dann zu spät"). Oder er prüft die gesamte Lieferung auf deren Qualität und verkauft die guten Geräte "mit Prüfprotokoll" und den Rest ohne. D.h. die Aufgabe der Qualitätssicherung bezahl der geneigte Kunde und die geprüften nicht so guten Geräte werden trotztdem unters Volk gebracht ("Der Kunde merk..."). Ich habe auch schon bei Discountern durch mehrere Ferngläser durchgesehn und das bessere mitgenommen. Bei einem APO vom FACH-Händler erwarte ich eine progressiv konstante (1) Qualität und das seine interne QS das Spreu vom Weizen trennt.

(1) mit der Zeit und dem Fortschritt besser werdend
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Über das Thema gab (und gibt es wohl noch) hunderte posts, denn "APO" ist nicht wirklich eindeutig definiert, und die Messungen sind es auch nicht, auch wenn im Grunde "die üblichen" Protokolle erstellt werden. Aber nicht vom TÜV oder innerhalb einer DIN-Norm o.ä. - insofern dulden wir die übliche Unsicherheit über die tatsächlichen Produkteigenschaften. Es ist tatsächlich so, dass es quasi heißt: kauf das mal und guck durch, wenn Du denkst, es entspricht nicht, dann beweis es oder gib es halt zurück. ;)

Bei einem APO vom FACH-Händler erwarte ich eine progressiv konstante (1) Qualität und das seine interne QS das Spreu vom Weizen trennt.
WENN der Händler nur dieselbe Zusage von seinen Lieferanten bekäme... :coffee:

Teilweise machen die das aber natürlich tatsächlich, um eventuellen Reklamationen vorzubeugen. Auch Tommy von TA misst schon mal 20 Refraktoren durch. Erstaunlicher Weise lagen die damals ich einem recht engen und überaus guten Bereich über 92 - zumindest bei den 72ern...

Ihr Motorrad hat wahrscheilich 80 kW. Es könnten aber auch 95 kW sein. Sie bezahlen aber trotzdem den vollen Preis. Allerdings wenn Sie es genau wissen wollen, müssen Sie den Test am Leistungsprüfstand bezahlen und bekommen im Gegenzug ein Prüfprotokoll, dass Ihnen die 95 kW bescheinigt. Auch das müssen Sie aber uns glauben, es sei denn Sie haben einen Leistungsprüfstand zuhause und können diese Prüfung überprüfen.
Thats the way we acccept the whole thing... der Markt ist gewohnt, dass wir das so hinnehmen. Raunzend, aber ohne weitere Konsequenzen... :coffee:

lg
Niki
 

Gerd_Duering

Mitglied
Wenn APO drauf steht, dann muss auch APO drin sein. Ich erwarte dann ein farbreines und auch schon deshalb justiertes System - von der Linse bis zum Auszug.

die Farbkorrektur hat nicht zwingend etwas mit der Justage zu tun.
Ein wenig Asti wegen leichter Verspannung wirkt sich zb. nicht auf die Farbkorrektur aus aber sehr wohl auf den Strehl.
Garantieret wird in der Regel Beugungsbegrenzt also Strehl 0,8.
Das ist das wofür du bezahlt hast, alles was darüber hinausgeht ist eine Mehrleistung die über das Versprochene hinausgeht und die der Hersteller/ Händler dem Kunden eigentlich extra in Rechnung stellen müsste.
In der Regel tun sie das aber nicht und du bekommst in den meisten Fällen mehr als zugesichert wurde und das sogar für lau.
Also kein Grund zur Aufregung sondern im Gegenteil.

Erwartest du aber das dir mehr als Strehl 0,8 garantiert wird musst du für diese garantierte Mehrleistung selbstverständlich auch bezahlen.
Orion UK macht das zb. bei ihren Spiegeln.
Und wer da meint er müsse unbedingt Labda 10 garantiert haben muss dann selbstverständlich wesentlich tiefer in die Tasche greifen.
Bei GSO gibt man keine solche Garantie sondern garantiert nur Beugungsbegrenzt.
Die meisten sind aber wesentlich besser und es ist gar nicht mal so unwahrscheinlich das man auch bei GSO einen mit Lambda 10 bekommt und das obwohl man nur für einen Lambda 4 Spiegel bezahlt hat.:)
Also ich hab da nichts zu meckern.

Ich kaufe auch kein Motorrad, bei dem das Motormanagement nicht richtig funktioniert und ich vor der ersten Fahrt noch das Lagerspiel einstellen ggf. die Wellen auf gleichlauf überprüfen muss.

Alles hat Toleranzen und auch dein Motorrad wird nur mit den Toleranzen ausgeliefert die zugesichert wurden. Nicht anders wie ein Teleskop mit Strehl 0,8.

Sorry, aber ich erwarte für mein gutes Geld auch ein gut funktionierendes Produkt.

Das bekommst du selbstverständlich auch aber eben nur mit garantierten Strehl 0,8 denn das ist völlig ausreichend damit die Funktionsfähigkeit voll und ganz gewährleistet ist.

Keiner von Euch würde eine Aussage wie "Ihr Motorrad hat wahrscheilich 80 kW. Es könnten aber auch 95 kW sein. Sie bezahlen aber trotzdem den vollen Preis. Allerdings wenn Sie es genau wissen wollen, müssen Sie den Test am Leistungsprüfstand bezahlen und bekommen im Gegenzug ein Prüfprotokoll, dass Ihnen die 95 kW bescheinigt.

Ach so du weist also ganz genau wieviel kw dein Motorrad tatsächlich hat.
Na ich fürchte du hast auch nur in das Detenblatt geschaut und da stand etwas von 95 aber ob du die 95 tatsächlich hast oder ob es am Ende doch nur 80 sind weist du nicht. Jedenfalls nicht wenn du keinen Leistungstest gemacht hast und der dürfte wohl kaum kostenlos und für die Spitzfindigen dann auch noch Notariell beglaubigt einfach so mitgeliefert werden.

Selbstverständlich gibt es im Herstellungsprozess eine gewisse Streuung. Diese darf sich aber nicht zwischen "Gurke" und "Topgerät" bewegen. Wenn ein Händler diesen Mangel an Qualität kennt und trotzdem die Kartons weiter an den Kunden schiebt, dann ist er nicht seriös und ihm seine Kunden gleichgültig ("Kunde merkt es nicht und wenn dann zu spät").

Der Spielraum bewegt sich ja auch nicht zwischen Gurke und Top Gerät sondern nur zwischen dem zugesicherten ausreichend und dem möglichen sehr gut.
Und solange der Händler das zugesicherte ausreichend und damit ein voll und ganz funktions und gebrauchsfähiges Teleskop auch mindestens liefert ist alles in bester Ordnung.
Denn für mehr hast du auch nicht bezahlt.
Wer den Anspruch hat ein garantiertes Top Gerät zu bekommen muss mindestens das Doppelte bezahlen.
Aber da scheitert es dann meistens denn Geizt ist ja geil.
Bei einigen gilt ja offenbar die Deviese bezahlen wie ein Bettler aber Ansprüche wie ein König.

Grüße Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:

Spunti

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Ich denke, wenn jemand mit Prüfprotokoll bestellt, dann kriegt er dasselbe Gerät wie ohne Protokoll. Nur dass er eben ein Prüfprotokoll hat - manch einer erfreut sich dran oder erhofft sich einen besseren Wiederverkaufspreis.
In jedem Fall führt messen nicht zu einem besseren Gerät.

Im Biete-Forum wird aktuell übrigens ein "vom Händler ausgesuchtes Gerät" verkauft. Das ist auch witzig. Mir wäre ein vom Kunden ausgesuchtes Gerät wohl lieber.

CS
Spunti
 

Gerd_Duering

Mitglied
Ich denke, wenn jemand mit Prüfprotokoll bestellt, dann kriegt er dasselbe Gerät wie ohne Protokoll. Nur dass er eben ein Prüfprotokoll hat - manch einer erfreut sich dran oder erhofft sich einen besseren Wiederverkaufspreis.
In jedem Fall führt messen nicht zu einem besseren Gerät.

das kommt drauf an.
An einem einzelnen Spiegel ist natürlich nichts zu optimieren, der ist halt so wie er ist und da hast du Recht , mit Messprotokoll weiß man dann zwar genau woran man ist aber der Spiegel ist dann nicht anders wie vorher.

Etwas ganz Anderes ist es aber beim APO denn da gibt es einiges zu optimieren.
Wenn da der Händler ein Exemplar mit sagen wir mal Strehl 0,85 aus dem Regal zieht kann man guter Hoffnung sein das nachdem ein fähiger Prüfer das gute Stück vor dem I-Meter hatte und dort mit Geduld und Sachkenntnis optimiert hat das man hinterher dann vielleicht etwas um die Strehl 0,95 hat.
Natürlich nicht mit Garantie aber durchaus mit einiger Wahrscheinlichkeit.

Grüße Gerd
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Nur dass er eben ein Prüfprotokoll hat - manch einer erfreut sich dran oder erhofft sich einen besseren Wiederverkaufspreis.
Ähh... kommt drauf an, was das Messprotokoll dann so hergibt... ;)
Es könnte auch schlimmer kommen... dann sinkt der Wiederverkaufspreis oder man verbrennt das Protokoll :whistle:
... was allerdings dem Käufer gegenüber ein wenig - hm - unredlich wäre...

und schon ist man in der Rolle des Händlers, der vielleicht ebenso wie der Kunde nicht gaaaaanz genau wissen will, was da so drin steckt in einem Gerät. Mein Tak hatte zB ein weeeenig weniger Strehl als sein Zwillingsbruder, der kurz zuvor vermessen wurde. Wollte ich das jetzt wissen? Ich meine, 0.97 ist nicht übel, aber nun weiß ich, der andere hatte einen Tick mehr.

Aber Spaß beiseite: mal kann es tröstlich sein, mal ärgerlich, nur denke ich die meisten Optiken sind heute auf einem Niveau, da hätte Galilei nach einem Ohnmachtsanfall drei Fässer aufgemacht. Ohne Interferometrie. :coffee:

lg
Niki
 

cajserdakel

Mitglied
@Cpt.Boiler: Das Aushebeln der Abgasnorm geschah in betrügerischer Absicht. Diese wiederum will ich keinem der Astrohändler unterstellen.

@Gerd: Warum wird sofort einem die "Geiz-ist-geil" Mentalität unterstellt? Ich will doch mein gutes Geld gegen ein gutes Teleskop tauschen. Was ist daran verwerflich dabei gute Qualität erwarten zu dürfen? Mein 5" Zweilinser hat um die 1700 Euro gekostet. Ist das noch Geiz oder darf ich trotzdem für den Betrag ein gutes Teleskop erwarten? Sind Eure kleinsten Geldscheine rot?
Zum Krad: Weder mein Händler noch der Hersteller würde eine so breite QS Streuung bei einem Produkt akzeptieren.

Ich finde es traurig erheiternd, dass es für die Hobby-Astronomen akzeptabel geworden ist bei Teleskopkauf an einer Art von QS-Lotterie teilzunehmen. Ich verfüge weder über die Ausrüstung noch über die erforderliche Fachkenntniss um einen einfachen Frauenhofer zu justieren. Und dass will ich auch garnicht. Ich kaufe doch keinen Teleskop-Bausatz, sondern ein fertiges Gerät. Da erwarte ich auch dass dieses im einwandfreien Zustand geliefert wird. Wenn das so wäre, müsste keiner der Händler mit "überprüft, justiert und für sehr gut befunden" werben. Und wenn das bei uns Usus ist, dann haben wird es auch nicht anders verdient.

Bei meinem ersten ED war eine der Linsen nicht nur verkehrt herum eingebaut sondern auch hübsch verspannt. Auf den Fotos sahen die Sterne wie kleine Malteser-Kreuze aus. Folglich keine QS beim Hersteller und auch nicht beim Händler.
 

cajserdakel

Mitglied
@Niki: Galilei in allen Ehren. Aber er lebte in einer guten alten Zeit in der zumindest ich nur
widerwillig genötigt und unter lautstarken Protest leben würde.
 
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