US Rückkehr zum Mond

Ist halt schon merkwürdig. Bei einem früheren Test gab es ein Leck. Beim letzten Startversuch gab es ein "unkritischen" Leck (und wohl einen defekten Sensor) . Jetzt wieder ein Leck...

Klar: Ein "explosiver Start" wäre vermutlich noch schädlicher für's Image (und die Kassenbücher), aber so langsam Gerät die NASA unter Druck. Warum klappt heute etwas nicht was vor 50 Jahren fast schon Routine war. Mit damals weit schlechteren technischen Möglichkeiten...
Klar: Heute ist es vermutlich deutlich "sicherer" als damals, aber eben auch mit deutlich höheren Aufwand und es klappt trotzdem nicht. Schon etwas blamabel bei dem verfügbaren Budget und der ja doch Recht langen Vorbereitungszeit.

Ciao, Udo
 
Hallo!
Ist halt schon merkwürdig. Bei einem früheren Test gab es ein Leck. Beim letzten Startversuch gab es ein "unkritischen" Leck (und wohl einen defekten Sensor) . Jetzt wieder ein Leck...
Ich weiß nicht wie alt Du bist, aber wer die Space Shuttle Missionen (Erstflug 1981 mit fast einem halben Jahr Verzögerung nach Anlieferung aller Komponenten mit ihrerseits drei Jahren Verspätung zur ursprünglichen Planung) seinerzeit verfolgt hat, für den sind drei Monate Wasserstofflecksuche eher die Regel als die Ausnahme...

Wasserstoff ist nur eine tolle Sache solange er an Sauerstoff gebunden ist.

Grüße
Maximilian
 
rubber seal - mit welchem Dichtungsmaterial arbeitet man denn da genau? unsere Kryostaten hatten wir mit Indium gedichtet
das hat soweit eigentlich gut funktioniert, setzt man das im Kryogenen Bereich bei Raketen auch ein?
 
Natürlich ist der Umgang mit Wasserstoff nicht einfach. Aber die NASA investiert ja nun wirklich horrende Summen in das Projekt. Und - zumindest sollte man das annehmen - hat über 50 Jahre Erfahrung mit Raketentechnik. Verzögerungen hat es bei Artemis auch schon im Vorfeld des ersten Startversuchs gegeben. Insofern: Ich würde - wenn ich amerikanischer Steuerzahler wäre - da ähnlich verstimmt reagieren wie ich als deutscher Steuerzahler die unzähligen Projekte hierzulande nicht nachvollziehen kann bei denen es immer wieder zu Verzögerungen und Kostenexplosionen kommt. Natürlich sind große, komplexe Projekte nicht einfach - aber ganz im Ernst: Ich hätte da wirklich mehr erwartet - und noch ist das Teil ja nicht oben. Falls es jemals zu einem Start kommt kann ja auch danach noch eine Menge schief gehen.
Andere "Vereine" lassen auch gelegentlich mal eine Rakete explodieren - und transportieren aber mittlerweile auch erfolgreich Menschen ins All - und das zu deutlich geringeren Kosten. Was die NASA da abliefert ist zumindest bisher nicht wirklich beeindruckend. Wobei ich verstehen kann, dass möglichst Alles perfekt sein muss bevor man da irgendwann mal Menschen rein setzt, aber ich hätte erwartet - und gewünscht - das es etwas runder läuft.

Ciao, Udo
 
Fuel leak on Artemis 1 moon rocket may take weeks to repair, NASA says

Mission team members also successfully troubleshot a hydrogen leak during Monday's try, but the one they saw on Saturday was different: it was a lot bigger. The Saturday leak occurred near the base of the SLS rocket in what NASA calls a "quick disconnect," a fitting that connects a liquid hydrogen fuel line to the core booster to fuel it for launch. The leak occurred after a brief "inadvertent" overpressurization of the fuel line that was three times the acceptable pressure, said Mike Sarafin, NASA's Artemis 1 mission manager.

"This was not a manageable leak," Sarafin said. The leak led to levels of flammable hydrogen gas near the rocket that were several times higher than the acceptable range, he added. It's too early to tell if the leak was caused by the overpressurization event (which was triggered by an errant manual command from the Launch Control Center) or not, Sarafin said.

"We want to be deliberate and careful about drawing conclusions here, because correlation does not equal causation," he said.

One thing is clear, however: The quick disconnect's soft seal gasket will likely have to be replaced. NASA engineers will meet next week to decide if that can be done at Launch Pad 39B (which would require a special enclosure to be built around the site) or if the 322-foot-tall (98 meters) rocket must be rolled back inside the VAB for easier access.


Es ist ja auch nicht neu, dass die NASA sich Gedanken über die Zuverlässigkeit von kryogenen Dichtungen macht:

Lesson No. 701 - Static Cryogenic Seals for Launch Vehicle Applications

Lesson No. 812 - Leak Testing of Liquid Hydrogen and Liquid Oxygen Propellant Systems


Aber so wie es ausschaut, müssen dazu wohl noch weitere Kapitel geschrieben werden ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin,

das klingt nicht gut, auch wenn das nicht die Rakete selbst sondern die äußere Infrastruktur betrifft. Ärgerlich wenn das durch ein fehlerhaftes Verhalten der Startcrew ausgelöst wurde.

CS Jörg
 
Es ist ja auch nicht neu, dass die NASA sich Gedanken über die Zuverlässigkeit von kryogenen Dichtungen macht:

Lesson No. 701 - Static Cryogenic Seals for Launch Vehicle Applications

Lesson No. 812 - Leak Testing of Liquid Hydrogen and Liquid Oxygen Propellant Systems


Aber so wie es ausschaut, müssen dazu wohl noch weitere Kapitel geschrieben werden ...
da bekommt an die Antwort wie auf dem Tablett Serviert !

Extra Dank
RoRo
 
Mit Methanol geht mehr als gemenhin bekannt:
[/OT]
Sorry für OT, aber das kann nicht so stehen bleiben.
Die Frage von weiter oben, "wo das C nachhaltig herkommt", wird nicht schlüssig beantwortet.

Bei 5:02 wird klar gezeigt, dass in dem Auto CO2 entsteht, was wir ja eigentlich vermeiden wollen (müssen).
7:15 "fährt stattdessen mit grünem Methanol, also einem Treibstoff der klimaneutral ist".
Das ist der Knackpunkt. Letztlich handelt es sich ja um ein Elektroauto mit einem sogenannten Range Extender, also einem zusätzlichen Aggregat das die Batterie aufladen kann aber dafür eben irgendwas anderes verbraucht. Man könnte im Prinzip einen Mofamotor mit Generator in den Kofferraum stellen und ununterbrochen laufen lassen, würde auch funktionieren. Das ist im Prinzip nix neues. Man muss halt abwägen ob einem die zusätzlichen (erheblichen) Kosten und der zusätzliche Platzverbrauch mehr wert sind als der höhere (Zeit-)Aufwand für das Laden. Und wie gesagt, der Kraftstoff woher?
7:37 "bei deren Herstellung man Erdöl durch Biomasse ersetzt".
Also doch Pflanzen verheizen statt essen.
7:49 "Klimaneutrales Methanol lässt sich in beliebiger Menge herstellen, wenn man es dort macht, wo es regenerative Energie im Überfluss gibt [...] also beispielsweise in Nordafrika."
Eben nicht! In der Wüste gibt es eben nicht die ebenfalls benötigte Biomasse.
Und so weiter.

Am Ende wird noch diskutiert ob Brennstoffzelle billiger ist als die durch sie eingesparte Batteriekapazität (meine Meinung: wird sie nicht. Auch die Batterie kann Massenproduktion, und weil viel simpler kann sie das viel besser.), aber das Fundament der ganzen Sache, wo das C im Methanol herkommt, wird nicht weiter hinterfragt.
Wo evtl. Kostenpotenzial ist, wäre ein Vergleich mit den Kosten neu zu schaffender Ladeinfrastruktur.

Dafür können viele Elektroautos der Zukunft sogar weniger Zeit des Nutzers zum "Betanken" brauchen, nämlich wenn sie während des Parkens z.B. tagsüber beim Arbeitgeber oder nachts in der Garage geladen werden.
Für Nischenanwendungen, wie z.B. Rally Paris-Dakkar wo es keine Ladeinfrastruktur gibt, könnte es interessant sein. Aber auch besser und billiger als der herkömmliche Verbrenner der ja auch im Prinzip mit Methanol betrieben werden könnte?

tl;dr;
Das Video überzeugt nicht, argumentiert mit Belanglosigkeiten und spart die Knackpunkte weitgehend aus.

Ok, ende offtopic
Gruss
Thorsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht wäre es klüger gewesen, alle Versuche als "Generalprobe" zu "verkaufen", bis man tatsächlich bis T-0 kommt. Und erst dann den Startversuch wagen.

Gruss
Thorsten
 
Moin,

na ja, das wird am Ende eine politische Entscheidung gewesen sein, dann das Projekt hängt wie immer bei der Nasa schon so lange in den Seilen dass man irgendwann liefern muss.

Wenn SpaceX seine Version früher hoch kriegt und es nicht "Bumm" macht, was bei SpaceX die Sache ja immer wieder mal etwas spektakulär macht, dann wäre die Frage ob das ganze Mond-Thema nicht besser bei SpaceX läge.
Und dann wäre das SLS in meinen Augen mausetot. Letztlich ist das ein Saturn V Aufguss V2.0 mit Shuttle-Komponenten, aber nicht wiederverwendbar und jetzt schon so teuer dass man sich fragen muss wie teuer es wird wenn die noch verwendeten Shuttle-Komponenten (Triebwerke) aufgebraucht sind, denn hier fallen sie ins Meer und sind verloren.

Da steht für das Programm schon einiges auf dem Spiel. Ich denke auch deswegen wäre ein Start mit Verlust der Rakete das AUS für SLS und Artemis.

CS
Jörg
 
Hallo!
Andere "Vereine" lassen auch gelegentlich mal eine Rakete explodieren - und transportieren aber mittlerweile auch erfolgreich Menschen ins All - und das zu deutlich geringeren Kosten.
Wenn Du damit SpaceX meinst und nicht Russen und Chinesen: Die transportieren Menschen bisher nur in eine niedrige Erdumlaufbahn und das mit vergleichsweise primitiver (im Sinne von bewährter oder einfach zu handhabender) Technik. Zwar haben die auch eine große Mondrakete mit kryogenen Treibstoffen am Start, aber die hat ihre Bewährungsprobe noch genauso vor sich wie Artemis. Deren letzter (kleiner) Test auf der Startrampe vor fast zwei Monaten endete übrigens mit einem lauten Knall. Alle kochen diesbezüglich nur mit Wasser.

Grüße
Maximilian
 
Moin,

das "Problem" ist nur, dass SpaceX mit rel. betrachtet wesentlich kleinerem Budget deutlich mehr sichtbare Aktivität entfaltet, dass er seine Riesenzigarre zum Fliegen bringt bezweifle ich nicht ernsthaft, die Frage ist eher, wie viele einen kompletten Zyklus aus Start - Flug - Landung nicht schaffen und vorher in die Luft fliegen, aber er wird es mit seiner Methode try & error schaffen.

NASA kann sich auf Grund der viel tieferen Entwicklung sowas nicht leisten und sitzt damit in einer Falle, aus der sie sich nur schwer befreien können, zumal sie unstrittig einen "veralteten" Pfad der Wegwerfrakete beschreiten, wie ESA auch mit ihrer Ariane, während die SpaceX-Raketen so planmäßig fliegen, dass ein "1. unten, 2. oben" eigentlich schon alles Relevante beschreibt. Dass die Falcon 9 eine ganz andere Liga ist als dass was man mit Artemis und Spaceship vorhat ist dann eher weniger "publikumsrelevant", oder soll man besser sagen "wählerrelevant"?

CS
Jörg
 
Hallo!
das "Problem" ist nur, dass SpaceX mit rel. betrachtet wesentlich kleinerem Budget deutlich mehr sichtbare Aktivität entfaltet, dass er seine Riesenzigarre zum Fliegen bringt bezweifle ich nicht ernsthaft, die Frage ist eher, wie viele einen kompletten Zyklus aus Start - Flug - Landung nicht schaffen und vorher in die Luft fliegen, aber er wird es mit seiner Methode try & error schaffen.
Das mit dem „kleinen Budget“ ist bei SpaceX auch vorbei. Eine kryogene Riesenrakete mit 33 Triebwerken in der ersten und 9 in der zweiten Stufe ist auch sehr, sehr teuer - sogar dann noch, wenn man keinen ganz so aufgeblähten Verwaltungsapparat mitfüttern muß wie die NASA. Und zwar so teuer, dass eine Entwicklung per „trial&error“ nicht mehr möglich ist. Nicht umsonst ist SpaceX inzwischen von dem ursprünglichen Plan abgerückt, die Trägerrakete beim ersten Flug zu opfern.

Und weil das Teil ebenfalls „man rated“, also für den Transport von Personen zugelassen, sein muß, sind spektakuläre Explosionen nicht mehr drin. Auch keine kleinen, eigentlich ab jetzt gar keine mehr. Die werden wie schon geschrieben dieselben Probleme haben wie die NASA auch, wenn es darum geht, Treibstofflecks zu finden und abzudichten. Nur dass der Superheavy Booster viel, viel, viel mehr Treibstoffleitungen hat als die SLS Unterstufe.

Nochmal zur Veranschaulichung: Von seiner Mondrakete hat SpaceX bisher nur die Oberstufe „Starship“ gestestet und auch die nur mit 3 anstelle von 9 Triebwerken und nichtmal halbvollen Tanks und ohne Lebenserhaltungssystem (*). Bis auf eines sind dabei alle getesteten Starships (von den fliegenden Tanks SN5 und 6 abgesehen) Totalverluste gewesen. Was sie jetzt vor sich haben, nämlich ein orbitaler Testflug des Gesamtsystems, ist ungefähr so ein großer technischer Sprung wie vom Silversterfeuerwerk zur Saturn V. Vielleicht vollbringen sie ja das Wunder und es funktioniert auf Anhieb. Aber irgendwie konnte ich an Wunder noch nie glauben.

Grüße
Maximilian

(*) Artemis 1 ist im Gegensatz dazu ein komplettes System bei dem alle Komponenten bereits ihre volle Funktion haben.
 
Hi Maximilian,

da gehe ich ja mit, die Frage ist wie die Geldgeber in den staatlichen Institutionen das sehen, und das ist in den USA, nun nennen wir es "originell". Ich würde mir wünschen, beide Wege würden beschritten, ich habe aber das Gefühl, dass wenn bei der NASA nur das Geringste schief geht, alle sofort umschwenken. Das wäre für uns Europäer mehr als schade, sind wir doch mit dem "Service-Modul" mit auf dem Weg.

CS
Jörg
 
Hallo!
da gehe ich ja mit, die Frage ist wie die Geldgeber in den staatlichen Institutionen das sehen...
Die Geldgeber sind dort wie bei uns die Steuerzahler. Und die wissen dort wie bei uns, dass das Raumfahrtbudget vor allem der Technologieförderung dient. Nicht das Endprodukt „Mondrakete“ zählt. Und schon gar nicht das Ziel, wieder Menschen auf den Mond zu bringen, denn dort gibt es heute auch nichts was da nicht schon vor 50 Jahren war und schon damals hat es nach einer Woche keinen mehr interessiert.
Die Steuerzahler wissen, dass sie mit diesem Budget die Forschung an Universitäten finanzieren, die von der NASA mit Entwicklungsaufträgen bedacht werden. Sie wissen, dass sie damit die Forschung in großen Unternehmen wie Boeing finanzieren, die dieses Geld brauchen, um auch auf anderen Gebieten konkurrenzfähig zu bleiben. Der NASA Geldsegen sorgt auch dafür, dass an Universitäten und in der Industrie weiterhin Spezialisten ausgebildet werden und im Land bleiben, weil sie dort Arbeit finden. Ob die Mondrakete jemals fertig wird ist überhaupt nicht wichtig, die braucht sowieso niemand!

Grüße
Maximilian
 
Hm,

seit in den USA eine Persiflage auf einen IKEA-Zaunpfosten mit Wischmopp, "Trömp", Präsident werden konnte sehe ich das leider nicht mehr so, früher hätte ich Dir da Recht gegeben, inzwischen bin ich da skeptisch.

CS
Jörg
 
Nicht umsonst ist SpaceX inzwischen von dem ursprünglichen Plan abgerückt, die Trägerrakete beim ersten Flug zu opfern.
Stimmt das?
Bisher war der Plan, die Rakete im Wasser vor der Küste "landen" zu lassen. Für eine Landung am Startplatz gibt es meines Wissens keine Genehmigung weil zu gefährlich wenn das Dingens vom Kurs abkommt.
Hat sich da was geändert?

Aus meiner Sicht ist für SpaceX das "Opfern" von Raketen nicht soo kritisch, aus zwei Gründen.
Zum einen haben sie von vornherein die Massenfertigung im Konzept, insbesondere auch der Triebwerke. (Die aktuelle Version 2 funzt hoffentlich besser als die Version 1.) Das ist mit der Hauptgrund warum sie billiger sein können als andere. Zum andern iterieren sie ständig, d.h. selbst wenn eine Rakete überlebt wird sie eher nicht nochmal geflogen weil es inzwischen einen verbesserten Nachfolger gibt.

Die Achillesferse (auch aus meiner Sicht) ist der Startturm. Wenn der zerstört wird ist der Aufwand des Wiederaufbaus erheblich.

Die Frage des "human-rated" dürfte sich meiner Meinung nach schneller lösen als die meisten denken. Vorausgesetzt die Frachtversion erreicht eine hohe Flug- und Erfolgsquote. Wenn das Ding wegen mir 200x fliegt in 2 Jahren ohne Crash, dann dürfte es zur Zertifizierung nicht mehr weit sein.

Wenn...

Gruss
Thorsten
 
Hallo!
Stimmt das?
Bisher war der Plan, die Rakete im Wasser vor der Küste "landen" zu lassen. Für eine Landung am Startplatz gibt es meines Wissens keine Genehmigung weil zu gefährlich wenn das Dingens vom Kurs abkommt.
Hat sich da was geändert?
Das ist eines von vielen Google Ergebnissen wenn man nach „spacex super heavy catch on first flight“ sucht: SpaceX Confirms Booster Tower Catch Attempt on Return from First Orbital Flight | NextBigFuture.com
Ich hab das damals irgendwo gelesen, vielleicht haben sie es sich inzwischen auch wieder anders überlegt.

Aus meiner Sicht ist für SpaceX das "Opfern" von Raketen nicht soo kritisch, aus zwei Gründen.
Zum einen haben sie von vornherein die Massenfertigung im Konzept, insbesondere auch der Triebwerke.
An meinem Arbeitsgerät muss demnächst auch ein Triebwerk überholt werden. Das wurde ebenfalls massengefertigt (zumindest in deutlich größeren Stückzahlen als alles was SpaceX jemals hergestellt hat), doch die Überholung dauert 180 Tage und kostet nicht unter 1,2 Millionen Euro. Dabei ist es voll funktionsfähig und nicht ins Salzwasser des Atlantischen Ozeans gefallen.
Niemand erzählt mir dass es ein Raptor Triebwerk, egal welche Stückzahlen gefertigt werden, weniger als 10 Millionen Dollar in der Herstellung kostet. Das heisst dass jeder versenkte Superheavy Booster alleine 1/3 Milliarde Dollar an Triebwerken vernichtet.
Und was die „Massenfertigung“ der eigentlichen Rakete angeht, naja. Ein Ding dieser Größe lässt sich aus Prinzip schon nicht in Massen anfertigen weil nur eines auf einmal die die Endmontagehalle passt...

Die Achillesferse (auch aus meiner Sicht) ist der Startturm. Wenn der zerstört wird ist der Aufwand des Wiederaufbaus erheblich.
Noch viel schlimmer als ein zerstörter Startturm wären Personenschäden von Unbeteiligen. Meines Erachtens ist Boca Chica viel zu nahe an besiedeltem Gebiet, und das gleich in mehrere Richtungen.

Grüße
Maximilian
 
Und dann wäre das SLS in meinen Augen mausetot.
Hallo zusammen,

wenn das Artemis Projekt scheitern würde, wäre das wirklich eine Blamage für die NASA, auch deshalb, weil dieses Projekt so stark politisiert worden ist. Bill Nelson hat immer wieder die "China threat" Karte gespielt, um Geld zu bekommen.
Vor dem House Appropriations Committe (da kommt das NASA Budget her), sagte er, wenn die NASA jetzt nicht gut finanziert werde, dann werde die "militärische Vorherrschaft im All" ab 2045 von den USA an China übergehen.
Weiterhin erinnern wir uns noch an seine Aussage von vor wenigen Monaten, daß China den Mond "besetzen" wolle, und - falls sie die ersten wären - dann niemand anderen mehr dort landen lassen würden. Also müssten die USA umbedingt die ersten auf dem Mond sein.
Sehr kritisch aufgenommen wurde auch die Äußerung eines NASA Mitarbeiters (soweit ich mich erinnere, war das aber nicht Nelson), daß das Artemis Programm dazu diene, amerikanische Werte wie "Demokratie" und "freie Marktwirtschaft" im Weltall zur Geltung zu bringen. Die Chinesen interpretieren das als Hegemoniestreben.
Falls Artemis scheitern sollte, wäre das also auch vor diesem politischen Hintergrund sehr peinlich. Denn dann wären die Chinesen im 21. Jh. tatsächlich als erste auf dem Mond. Natürlich müssen sie zuvor ihre LM 9 Rakete zum Fliegen bringen, bzw. die bewährte, aber für diesen Zweck zu modifizierende LM 5B.

Viele Grüße
Johannes
 
Ein Problem ist wohl auch, dass nicht nur die Lebensdauer der Batterien für die Notstartabbruchsprengladungen nicht ewig halten, sondern auch dass die ganze Rakete nur für eine begrenzte Zahl von Fahrten vom und zum Assembly-Building zertifiziert ist.
Zwei konkurrierende Anforderungen (die Batterien können nicht am Startplatz ersetzt werden)... :unsure:

Gruss
Thorsten
 
Hallo!
... sondern auch dass die ganze Rakete nur für eine begrenzte Zahl von Fahrten vom und zum Assembly-Building zertifiziert ist.
Die Lebensdauer von Batterien ist eine meßbare Größe, aber diese Zertifizierung beruht nur auf Annahmen. Nachdem die Rakete jetzt einige Male spzieren gefahren wurde konnte man dabei sicher die tatsächlich auftretenden Belastungen ermitteln. Ich halte es durchaus für wahrscheinlich, dass sich die erlaubte Zahl der Fahrten dadurch noch ändern lässt.
Ist auch ein bisschen albern: Im Vergleich zu den Belastungen, die beim Start auf die Rakete wirken (*) wäre selbt eine Erdumkreisung auf Kopfsteinpflaster nur ein sanftes Streicheln.

Grüße
Maximilian

(*) Die Apollo Astronauten, fast alle erfahrene Militärjetpiloten, haben übereinstimmend gesagt, dass sie nie zuvor vergleichbaren Vibrationen und Beschleunigungen ausgesetzt waren wie beim Flug mit der Saturn V, inklusive Start und Landung auf dem Flugzeugträger!
 
Wobei die Saturn V mit dem Pogo-Problem wohl schon etwas extrem war.

Aber klar, dass die Zahl der Fahrten auf dem Transporter begrenzt ist finde ich auch etwas strange.
Stand in irgendeinem Tweet von irgendeiner verlässlichen Person, bin jetzt zu faul zum Suchen.
Ging schneller als gedacht. Hier, von Eric Berger:

In einer der Antworten dazu steht, dass die Begrenzung daher kommt, dass der Fahrer von dem Transporter immer zu schnell fährt, und die NASA sich keine weiteren Knöllchen leisten kann. :LOL:

Gruss
Thorsten
 
Außer der Dichtung an der primären 8" LH2 Versorgungsleitung wird noch eine weitere Dichtung an einer 4" Leitung ersetzt. Ob das erfolgreich ist, wird sich dann am 17. September zeigen, wenn wieder mit flüssigem Wasserstoff getestet wird.

Repair Work Underway, Preparations Continue for Next Launch Opportunity

Wenn das gut geht, hofft man auf einen Start am 23. oder alternativ am 27. September. Vorbereitungen werden aber auch für mögliche spätere Startfenster getroffen. Dabei kommen dann allerdings der Start von Crew-5 zur ISS und andere Aktivitäten vom Deep Space Network der NASA im Zusammenhang mit der DART Mission in die Quere.

Wie bereits oben erwähnt, braucht man auch noch eine weitere Verlängerung für die zugelassene Betriebsgenehmigung der Batterien, die im Fall eines Fehlstarts die Selbstzerstörung der Rakete auslösen sollen. Die Betriebsgenehmigung reichte zunächst für 20 Tage, wurde dann um 5 Tage bis zum 5. September verlängert, ist also nominell jetzt abgelaufen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Kryotest wurde jetzt auf frühestens Mittwoch, den 21. September verschoben.
Wenn erfolgreich gibt es dann ein Startfenster am 27. September, oder eventuell auch am 2. Oktober:

NASA Adjusts Dates for Artemis I Cryogenic Demonstration Test and Launch; Progress at Pad Continues

The agency will conduct the cryogenic demonstration test no earlier than Wednesday, Sept. 21, and has updated its request for a launch opportunity Sept. 27, with a potential backup opportunity of Oct. 2 under review.
 
Hallo!
Nach vielen Dokus über die Mondmissionen muss ich schon sagen, dass da neben Genialität auch immer viel Glück und unfassbarer Mut im Spiel waren. Speziell Armstrong würde ich als den mutigsten, mir bekannten Menschen bezeichnen. Er hatte auch echt was auf dem Kasten (da stehen ihm andere Astronauten des Apollo-Programms bestimmt in nichts nach, aber über ihn gibt es halt besonders viel Material). Ich habe mich immer gewundert, dass von diesen gefährlichen Missionen immer alle wieder heil zurück zur Erde kamen.
Bei den jetzt geplanten Missionen habe ich ein total schlechtes Gefühl. Ich bin natürlich in die Einzelheiten nicht eingeweiht und über das Projekt schlechter informiert als die Meisten von euch, aber mir ist bei dem Gedanken, dass heute so ein Unternehmen gestartet wird total unwohl und ich sehe so halb schon die LRO-Bilder von Leichen auf dem Mond, was wirklich grauenhaft wäre.
Sicherlich wissen die Beteiligten um die Gefahren und sind mit den Konsequenzen bestimmt einverstanden, aber denkt ihr, dass das alles so eine gute Idee und der Risiken Wert ist?
Gruß
Sebastian
 
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