Sternfreunde und Amateurastronomen...
Hi namenloser Amateurastronom,
Dass ein SCT nicht unerhebliche Abbildungsfehler hat,
wird jeder erkennen, der damit mal Sternfelder aufnimmt.
Wer,außer dir,nimmt Sternfelder mit einem f/10 Teleskop auf?!
Wer außer dir kauft sich für diesen Zweck ein solches Teleskop?
Nie was vom Newton + Komakorrektor gehört?
Und lese ich da nicht etwas von einer Schmidt-Kamera?Die wäre dafür doch besser geeignet als das SC...
Tatsache ist: Ein kommerzielles SCT ist ein ziemlicher
Kompromiss, wobei man die Kompaktheit der Konstruktion
als sehr wichtig erachtet hat. Das führt zwangsläufig
z.B. zu mehr Obstruktion (z.B. 39%)....
Ein "kommerzielles SCT" ist ein Kompromiß,wie jedes andere Teleskop auch,keines kann alles,irgend etwas liegt immer im argen,und sei es Gewicht,Preis oder benötigte Montierung....
Also macht sich jeder Sternfreund
vor dem Kauf über seine Anforderungen sowie zur Verfügung stehendes Budget Gedanken und kauft
dann das passende Teleskop.
Wenn er was in der Birne hat...
Nein,nicht die "Kompaktheit" führt zu der hohen Obstruktion,sondern die Beschränkung auf f/10 sowie die Forderung nach einem größeren voll ausgeleuchteten Bildfeld als für visuelle Nutzung nötig wäre.
Bei gleicher Hauptspiegelbrennweit aber f/20 im System und rein visueller Auslegeung wäre eine sehr geringe Obstruktion möglich.
Siehe dazu auch den lesenswerten Thread,in dem MarioII einen lesenswerten Überblick über die verschiedenen Maksutov-Typen geschrieben hat:
Leider kann ich den Thread nicht mehr finden,kann jemand helfen?
Mario hat da einen bebilderten Abriß über die verschiedenen aktuellen Mak-Cass Typen gegeben...
Wer mal ein Schwarzschild-Mikroskopobjektiv mit hoher Obstruktion benutzt hat, wird sich wundern, was für intensive Beugungsringe um helle Punkte dadurch entstehen und wie das den Kontrast mindert.
Laß das Mikroskop ruhig im Keller,ein Teleskop unter dem Sternenhimmel reicht da völlig aus.
Wie es der Zufall will hatte ich kürzlich mal wieder die Gelegenheit zwei Teleskop gleicher Öffnung und jeweils optischer Qualität von über 0.90 Strehl bei gutem Seeing zu vergleichen.
Das zu knapp 40% Obstruierte VMC konnte wie der zu knapp 20% obstruierte Newton weit oberhalb der sinnvollen Maximalvergrößerung bei 488x bzw 500x genutzt werden,ohne daß die Bildschärfe einbrach.
Merke:
1)Kollimation
2)Optische Qualität
3)Vermeidung von Tubusseeing
4)Gutes Seeing
Wenn das alles stimmt kann man anfangen sich Sorgen über die Obstruktion zu machen.
Das VMC zeichnete etwas weicher als der Newton,der vor allem am kleinen Kratern und Rillen noch excellent hohen Kontrast bieten konnte.
Beim Ritchey-Chretien geht man schliesslich mit der Deformation der Spiegel noch weiter als beim klassischen Cassegrain, um Koma zu beheben.
Beim RC kann
die Koma im Feld beseitigt werden.
Visuell nützt das leider wenig,weil die Sternabbildungen im Feld zwar rund sind,jedoch derat vergrößert,daß sie was die Fläche betrifft gegeüber den Komafiguren eines vergleichbaren classischen Cassegrains gleicher Eckdaten keinen Vorteil bieten.
Photographisch bietet der RC den Vorteil,daß runde Sternabbildungen Positionsbestimmungen erleichtern.
Und das hat triftige Gründe. Dragesco hat bei seinem C14 den Hauptspiegel optimal justiert festgesetzt und benutzt einen separaten Fokussierer, um bei feststehenden Spiegeln zu Fokussieren. Dies verhindert ein Verkippen des Hauptspiegels, welches mir vor 4-6 Wochen massiv Probleme bereitete und vermutlich alle Bilder gründlich verdarb.
Dragesco kann ich wegen dieser Maßnahme nur beglückwünschen,nicht nur daß sie eventuelle Probleme mit Spiegelshifting im Keime erstickt,er kann so auch den optimalen Abstand der Spiegel zueinander beim fokussieren einhalten.
Poste doch mal eines der Bilder,vielleicht gibt es noch Rettung?!
Nachts treten bei mir aber störende Tubusströmungen auch
auf und tragen ebenfalls massiv zur Verschlechterung der
Bildqualität im Vergleich zu Refraktor/Newton bei.
Ein alter Hut,Frank Schneider berichtete schon vor geraumer Zeit von der thermischen Optimierung seines SC,die zu einer wesentlichen Verbesserung des Zubusseeing geführt hat,die Suche-Funktion sollte das zutage fördern.
Diese Ergebnisse lassen sich 1:1 auf alle anderen nicht Werksseitig belüfteten Teleskope verwandter Bauweise übertragen,wie auch Maksutov-Cassegrains mit full-size-Korrektor,einige Sternfreunde haben das schon umgesetzt.
Ich behaupte nicht, dass SCTs generell schlecht sind.Sie haben jedoch aufgrund der Kompaktheit und Konstruktion (Fokussieren für 20 m Entfernung durch Spiegelverstellung möglich)Nachteile,die sich unter Umständen ziemlich negativ auswirken können.
Na klar haben sie auch Nachteile,diese muß man kennen und vermeiden.
Ist letzteres unmöglich wählt man selbstverständlich einen anderen Teleskoptyp.
Zum Beispiel für <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> Sonnenbeobachtung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Karsten(Sterngucker)