Hallo Fabian,
welche Montierung und welches Stativ hast du für deine Teleskope verwendet
und soll das Stativ und die Montierung auch für das zukünftige Teleskop
verwendet werden, oder soll beides neu gekauft werden und falls ja,
welche Montierung und welches Stativ?
Du schreibst daß du einen 80mm ED und einen 90mm Mak hast,
beide von Synta / Skywatcher. Du hast sowohl Deep Sky
als auch Planeten damit beobachtet.
Wie stark macht sich die enorme Obstruktion beider Systeme visuell a.) bei Planeten und b.) bei Deep Sky bemerkbar?
Du kannst deinen Mak und deinen ED vergleichen, dann bekommst du
zumindestens eine Ahnung davon. Da man bei deinen beiden Teleskopen
aber nicht nur verschiedene Obstruktion vergleicht, sondern auch
verschiedene Öffnung, verschiedene thermische Verhältnisse,
verschiedene Justagezustände, spiegelnde Blendrohre.
Außerdem können sich die sehr verschiedenen Öffnungsverhältnisse
auf die Abbildungseigenschaften der Okulare auswirken.
Deshalb ist so ein Vergleich mit großer Vorsicht zu genießen.
Aber es gibt da eine totsichere Methode die Kurt schon oft
in Foren Fragestellern vorgeschlagen hat, die aber fast niemand,
sei es aus Faulheit oder weil er gar nicht so genau wissen wollte
wie sich Obstruktion wirklich auswirkt, angewendet hat:
Man nehme deinen ED, verpasse ihm verschiedene Obstruktionen.
Eine schwarze Pappscheibe, sauber rund usgeschnitten /ausgestanzt,
und pappe die mittig auf die Linse. Der ED hat 80mm freie Öffnung,
also schlage ich 16mm (20%), 24mm (30%) 28mm (35%) und 32mm (40%) vor.
Vergleiche am Objekt und du siehst die Auswirkung der zentralen Obstruktion.
-Ist ein SC eurer Erfahrung nach deutlich justageanfälliger als ein Mak, und ist der Schwierigkeitsgrad der Justage ...
Justage
anfälligkeit ist weitgehend eine Frage der mechanischen Ausführung
eines Teleskopes.
Justierbarkeit ist eine Frage der Justiermöglichkeiten.
Du hast einen Mak, schau mal nach ob und falls ja wie du
Hauptspiegel
Sekundärspiegel
Korrektorplatte
justieren kannst. Desgleichen beim SC.
Frag mal Christian_P wie er den Hauptspiegel seines SC justieren kann.
Wie fokussierst du bei deinem Mak?
Wie fokussierst du beim SC?
Durch verschieben des Hauptspiegels auf einem zentralen Rohr.
Da die Fokusiermechanik nicht zentrisch sondern exzentrisch
auf den Spiegel wirkt muß der spielfrei auf seiner Führung sitzen,
sonst verkippt er etwa. Verkippen bedeutet Dejustage.
Die Russen-MAks haben eine bessere Mechanik, deshalb gibt es
bei denen deutlich weniger Probleme. Aber völlig problemfrei
sind auch Russenmaks nicht immer:
http://www.pteng.de/astro/im715/im715.htm
Eine aufwändigere Mechanik bedeutet im Normalfall, wenn nicht
exotische Materialien verwendet werden, höheres Gewicht.
Wobei hohes Gewicht auch nicht per se mit guter Mechanik
gleichgesetzt werden kann.
Wenn ich nach Zmek bspw. beim SC6 35% Obstruktion abziehe, komme ich ja gerade mal auf 97,5mm effektive Öffnung, sodass mir der nominelle Sechszöller gegenüber meinem 80mm-ED mit wohl 77 oder 78mm effektiver Öffnung gar keinen wirklich signifikanten Zugewinn an Lichtsammelfähigkeit bringen würde.
Die Formel von Zmek ist eine empirisch gewonnene Formel,
die sich auf die
Kontrastübertragungsfähigkeit eines Teleskopes
mit Obstruktion Bezug auf
schwachkonstrastige Planetendetails
im Vergleich zu einem Teleskop ohne Obstruktion bezieht.
Die Lichtsammelfähigkeit erechnet sich aus der Fläche der Apertur
minus der Fläche der Obstruktion, die dann noch mit der Reflektivität
der Spiegel (von 0.88 bis 0.96 gibt es fast alles) multipliziert werden muß.
Eher der Bereich etwa 200x und ab und an mal bis 250x bei guten Bedingungen. Mir macht Planetenbeobachtung momentan schon bei 100x oder 120x viel Spaß, ...
Da du am 80mm ED 100x (= 0.8mm AP) bis 120x (= 0,66mm AP) gut findest
bewegst du dich im Bereich der auch von langjährigen Planetenbeobachtern
die einen normalem Visus haben bevorzugt wird.
Für 200x bis 225x würden also 150mm Öffnung gebraucht werden.
Hat jemand Erfahrungen, wie sich ein SC6 im Vergleich zu einem guten 6"-Newton schlägt?
Ja. Ein guter 200mm f/6 , abgeblendet auf 150mm f/8 mit dann 26% Obstruktion
ließ das C6 im direkten Vergleich an Jupiter sehr flau erscheinen.
In Bezug auf die Bildhelligkeit bei gleicher AP habe ich keinen
signifikanten Unterschied gesehen. Aber schau selbst durch.
Sehr viel weiter unten im Thread schreibst du:
Oft hört man ja, dass bei sehr langsamen Systemen die Bildhelligkeit deutlich abnehme, ...
Man liest viel in Foren wenn der Tag lang ist.
Da schreiben auch Leute die Null Ahnung von Physik haben.
Wie du bemerkst ja selbst völlig zutreffend:
aber meinem physikalischen Verständnis nach müsste ein langsames System bei gleicher Vergrößerung auch dieselbe Bildhelligkeit aufweise als ein schnelleres System und der Unterschied nur darin liegen, dass es mit langsamerem Öffnungsverhältnis immer schwerer wird, mit handelsüblichen Okularen niedrige Übersichtsvergrößerungen und weite Gesichtsfelder zu erreichen
Letztendlich must du selbst die Balance zwischen Transportmaß,
Transportgewicht, Öffnung und Teleskop-Qualität finden.
Bevor du kaufst solltest du dich im Buch Telecope Optics der Autoren
Rutten/van Venrooij darüber informieren wie es um die Abbildungsgüte
von SC, ACF-SC, Gregory-Mak, Rumak auf der optischen Achse
und abseits der Achse bestellt ist.
Den da gibt es recht gravierende Unterschiede...
Da du Wien als Wohnort im Profil führst würde ich dir empfehlen
dort hin zu gehen und dir die von dir in Betracht gezogenen Telekope
in Natura anzuschauen:
www.teleskop-austria.at/contact.php
CS,Karsten