Delyon
Aktives Mitglied
Hallo,
nachdem ich mich von meinen anfänglichen Ideen eines Universalteleskops verabschiedet und mich für die Anschaffung von zwei sich gegenseitig ergänzenden Kompaktteleskopen entschieden habe, war mein erster Kauf der Skywatcher 80/600 ED für Richfield und als sehr portables Kompaktteleskop für Reisen und Schnellspechteln in allen Bereichen, mit dem ich für diese Anwendungsbereiche auch sehr zufrieden bin. Als zweiter, den ED ergänzender Spezialist schwebt mir nun ein weiteres Kompaktgerät mit deutlich größerer Öffnung für Planetenbeobachtung bei hohen Vergrößerungen sowie kompakte Deep Sky-Objekte vor (Vor allem Kugelsternhaufen und Planetarische Nebel - hellere Galaxien natürlich auch ab und zu, aber Galaxienbeobachtung ist nicht der Schwerpunkt). Irgendwann, wenn ich ein Auto oder einen astrotauglicheren Wohnort habe, wird es wohl auf einen wirklich großen Gitterrohrdobson hinauslaufen, aber da das in absehbarer Zeit nicht der Fall sein wird, favorisiere ich als Zwischenlösung für einige Jahre einen Mak oder SC von 6-8 Zoll.
Für das System Mak bin ich von den sehr guten Erfahrungen mit meinem kleinen 90/1250-Mak eingenommen: Wenn der 90er an Mond und Planeten schon eine wirklich sehr gute und an helleren Deep Sky-Objekten eine immerhin brauchbare Leistung erbringt, muss ein 127- oder gar 150mm Mak für den Anwendungsbereich Mond/Planeten/kompakte Deep Sky-Objekte wohl ein fabelhaftes Gerät sein. Das Problem des sehr engen Gesichtsfeldes ist mir natürlich schon von meinem kleinen Mak bekannt, aber für Richfield und ausgedehnte DS-Objekte habe ich ja ohnehin schon einen sehr guten Spezialisten in Form des 80/600 ED. Wirklich in Frage kommen würde allerdings eigentlich nur der 150mm-Mak: Der 127er würde, wenn man seine extreme Obstruktion abzieht, wohl in keinem Bereich einen so großen Leistungszuwachs gegenüber dem ED darstellen, dass es die Anschaffung eines weiteren Teleskops lohnt, und der 180er Mak ist mit deutlich über 7 Kilo Gewicht so schwer, dass er aus Transportgründen in Frage kommt.
Nachteil wäre nun beim Mak die doch sehr extreme Brennweite mit einem Öffnungsverhältnis von f/12 und die damit einhergehende geringe Deep Sky-Eignung sowie die durch die sehr dicke Meniskuslinse extreme Auskühlzeit, die für mich ein gravierendes Problem darstellen würde, da ich in einer Großstadtwohnung ohne Balkon oder Garten wohne und somit keine Möglichkeit hätte, das Teleskop bereits vor der Anreise an den Beobachtungsort auskühlen zu lassen. Am Beobachtungsplatz erst einmal zwei Stunden untätig neben dem Teleskop stehen und auf die Auskühlung warten zu müssen stelle ich mir nicht so toll vor.
Ein SC schiene mir da unproblematischer: Mit f/10 ein etwas DS-tauglicheres Öffnungsverhältnis, dank dünnerer Korrekturplatte wesentlich kürzere Auskühlzeiten und außerdem erheblich leichter und transportabler als der Mak: Während der 150/1800-Mak stolze 5,6 Kilo auf die Waage bringt, sind es beim Celestron C6 lediglich 3,7 Kilo, die sich mühelos im Rucksack transportieren und auf meiner schon vorhandenen AZ4 montieren ließen. Sogar ein C8 wäre denkbar, das mit 5,7 Kilo auch noch halbwegs transportabel ist und dank der sehr kurzen Bauweise und der folglich geringen Hebelwirkung auch nur moderate Montierungsanforderungen stellen dürfte - scheint mir die einzige Möglichkeit zu sein, mit einem Rucksackgerät die magische Achtzollgrenze zu erreichen (Naja, nach Abzug der enormen Obstruktion sind es ja bei weitem nicht wirklich acht Zoll effektive Öffnung, aber sei´s drum).
Da der Kauf des ergänzenden zweiten Teleskops wohl ohnehin erst nächstes Jahr anstehen wird, habe ich genug Zeit, die Pro und Kontras beider Systeme zu überdenken, neige allerdings eher zum SC - aber vielleicht hat ja doch jemand starke Argumente für den Mak vorzubringen?
Was mich nun interessieren würde:
-Wie verhalten sich 6"-Mak einerseits und C6 sowie C8 andererseits in Sachen Auskühlzeit, kann ich davon ausgehen, dass ein SC tatsächlich deutlich schneller einsatzbereit ist als der Mak?
-Ist ein SC eurer Erfahrung nach deutlich justageanfälliger als ein Mak, und ist der Schwierigkeitsgrad der Justage vergleichbar mit der eines Newton (Wenn das Gerät in gutem Zustand ausgeliefert wird, sollte ja ohnehin nur gelegentliche Fangspiegeljustage nötig sein?)?
-Wie stark macht sich die enorme Obstruktion beider Systeme visuell a.) bei Planeten und b.) bei Deep Sky bemerkbar? Wenn ich nach Zmek bspw. beim SC6 35% Obstruktion abziehe, komme ich ja gerade mal auf 97,5mm effektive Öffnung, sodass mir der nominelle Sechszöller gegenüber meinem 80mm-ED mit wohl 77 oder 78mm effektiver Öffnung gar keinen wirklich signifikanten Zugewinn an Lichtsammelfähigkeit bringen würde. Hat jemand Erfahrungen, wie sich ein SC6 im Vergleich zu einem guten 6"-Newton schlägt?
CS,
Fabian
nachdem ich mich von meinen anfänglichen Ideen eines Universalteleskops verabschiedet und mich für die Anschaffung von zwei sich gegenseitig ergänzenden Kompaktteleskopen entschieden habe, war mein erster Kauf der Skywatcher 80/600 ED für Richfield und als sehr portables Kompaktteleskop für Reisen und Schnellspechteln in allen Bereichen, mit dem ich für diese Anwendungsbereiche auch sehr zufrieden bin. Als zweiter, den ED ergänzender Spezialist schwebt mir nun ein weiteres Kompaktgerät mit deutlich größerer Öffnung für Planetenbeobachtung bei hohen Vergrößerungen sowie kompakte Deep Sky-Objekte vor (Vor allem Kugelsternhaufen und Planetarische Nebel - hellere Galaxien natürlich auch ab und zu, aber Galaxienbeobachtung ist nicht der Schwerpunkt). Irgendwann, wenn ich ein Auto oder einen astrotauglicheren Wohnort habe, wird es wohl auf einen wirklich großen Gitterrohrdobson hinauslaufen, aber da das in absehbarer Zeit nicht der Fall sein wird, favorisiere ich als Zwischenlösung für einige Jahre einen Mak oder SC von 6-8 Zoll.
Für das System Mak bin ich von den sehr guten Erfahrungen mit meinem kleinen 90/1250-Mak eingenommen: Wenn der 90er an Mond und Planeten schon eine wirklich sehr gute und an helleren Deep Sky-Objekten eine immerhin brauchbare Leistung erbringt, muss ein 127- oder gar 150mm Mak für den Anwendungsbereich Mond/Planeten/kompakte Deep Sky-Objekte wohl ein fabelhaftes Gerät sein. Das Problem des sehr engen Gesichtsfeldes ist mir natürlich schon von meinem kleinen Mak bekannt, aber für Richfield und ausgedehnte DS-Objekte habe ich ja ohnehin schon einen sehr guten Spezialisten in Form des 80/600 ED. Wirklich in Frage kommen würde allerdings eigentlich nur der 150mm-Mak: Der 127er würde, wenn man seine extreme Obstruktion abzieht, wohl in keinem Bereich einen so großen Leistungszuwachs gegenüber dem ED darstellen, dass es die Anschaffung eines weiteren Teleskops lohnt, und der 180er Mak ist mit deutlich über 7 Kilo Gewicht so schwer, dass er aus Transportgründen in Frage kommt.
Nachteil wäre nun beim Mak die doch sehr extreme Brennweite mit einem Öffnungsverhältnis von f/12 und die damit einhergehende geringe Deep Sky-Eignung sowie die durch die sehr dicke Meniskuslinse extreme Auskühlzeit, die für mich ein gravierendes Problem darstellen würde, da ich in einer Großstadtwohnung ohne Balkon oder Garten wohne und somit keine Möglichkeit hätte, das Teleskop bereits vor der Anreise an den Beobachtungsort auskühlen zu lassen. Am Beobachtungsplatz erst einmal zwei Stunden untätig neben dem Teleskop stehen und auf die Auskühlung warten zu müssen stelle ich mir nicht so toll vor.
Ein SC schiene mir da unproblematischer: Mit f/10 ein etwas DS-tauglicheres Öffnungsverhältnis, dank dünnerer Korrekturplatte wesentlich kürzere Auskühlzeiten und außerdem erheblich leichter und transportabler als der Mak: Während der 150/1800-Mak stolze 5,6 Kilo auf die Waage bringt, sind es beim Celestron C6 lediglich 3,7 Kilo, die sich mühelos im Rucksack transportieren und auf meiner schon vorhandenen AZ4 montieren ließen. Sogar ein C8 wäre denkbar, das mit 5,7 Kilo auch noch halbwegs transportabel ist und dank der sehr kurzen Bauweise und der folglich geringen Hebelwirkung auch nur moderate Montierungsanforderungen stellen dürfte - scheint mir die einzige Möglichkeit zu sein, mit einem Rucksackgerät die magische Achtzollgrenze zu erreichen (Naja, nach Abzug der enormen Obstruktion sind es ja bei weitem nicht wirklich acht Zoll effektive Öffnung, aber sei´s drum).
Da der Kauf des ergänzenden zweiten Teleskops wohl ohnehin erst nächstes Jahr anstehen wird, habe ich genug Zeit, die Pro und Kontras beider Systeme zu überdenken, neige allerdings eher zum SC - aber vielleicht hat ja doch jemand starke Argumente für den Mak vorzubringen?
Was mich nun interessieren würde:
-Wie verhalten sich 6"-Mak einerseits und C6 sowie C8 andererseits in Sachen Auskühlzeit, kann ich davon ausgehen, dass ein SC tatsächlich deutlich schneller einsatzbereit ist als der Mak?
-Ist ein SC eurer Erfahrung nach deutlich justageanfälliger als ein Mak, und ist der Schwierigkeitsgrad der Justage vergleichbar mit der eines Newton (Wenn das Gerät in gutem Zustand ausgeliefert wird, sollte ja ohnehin nur gelegentliche Fangspiegeljustage nötig sein?)?
-Wie stark macht sich die enorme Obstruktion beider Systeme visuell a.) bei Planeten und b.) bei Deep Sky bemerkbar? Wenn ich nach Zmek bspw. beim SC6 35% Obstruktion abziehe, komme ich ja gerade mal auf 97,5mm effektive Öffnung, sodass mir der nominelle Sechszöller gegenüber meinem 80mm-ED mit wohl 77 oder 78mm effektiver Öffnung gar keinen wirklich signifikanten Zugewinn an Lichtsammelfähigkeit bringen würde. Hat jemand Erfahrungen, wie sich ein SC6 im Vergleich zu einem guten 6"-Newton schlägt?
CS,
Fabian