Hallo,
@Kurt.
4. Nach eigenen Test und Messungen an zahlreichen (auch sehr teuren) Refraktoren hab ich nur wenige gefunden die wirklich perfekt kollimiert waren. Typischerweise neigen diese Dinger zu mehr oder weniger ausgeprägter Achskoma, die sich im Gegensatz zu einem Newton nur sehr mühselig bis gar nicht korrigieren lässt.
Ich bin ja nun kein versierter Optikkenner, aber bei der visuellen Benutzung fand ich die Abbildung des ED im Vergleich zu allen anderen bisher von mir benutzten Teleskopen so ausgezeichnet, dass ich jetzt nicht wüsste, was man da für den visuellen Gebrauch noch verbessern sollte: Punktfeine Sterne mit absolut scharfer Trennung von Epsilon Lyrae, extrem scharfes Bild am Mond, feine Details innerhalb der Jupiterwolkenbänder, am Rand von M13 und M92 mehr aufgelöste, feine Einzelsterne, als ich sie jemals im 114/900 Newton gesehen habe. Kann ja sein, dass es noch irgendwelche winzigen Fehler gibt, aber ich sehe deren praktische Relevanz nicht, wenn sie außer für eine Handvoll Optikprofis, die akribischst danach fahnden, überhaupt nicht wahrnehmbar sind. Meinen alten Vixen 114/900er habe ich ja kürzlich mal wieder reaktivieren können und habe festgestellt, dass der 80er ED ihn in jeder Disziplin schlägt - an Mond und Planeten sehr deutlich, bei Deep Sky etwas (Mehr aufgelöste Randsterne bei Kugelsternhaufen, die Ringform von M57 schon bei niedrigerer Vergrößerung sichtbar, mehr Feinheiten am Hantelnebel, M51 und NGC5195 deutlicher voneinander getrennt).
Ich hatte anfangs zwischen mehreren EDs geschwankt und mich dann für den Skywatcher entschieden, weil ich hier, beim Astrotreff, bei Cloudynights und einem französischen Astronomieforum mehrere Dutzend begeisterte Tests des Skywatcher ED und keinen einzigen negativen Erfahrungsbericht gefunden haben. Wenn diese immerhin mehreren Dutzend Erfahrungsberichte und die tollen Erfahrungen mit meinem eigenen ED repräsentativ sein sollten, dann scheint es inzwischen bei den Skywatcher EDs tatsächlich so gut wie keine Qualitätsstreuung mehr zu geben und praktisch nur sehr gut kollimierte Optiken ausgeliefert zu werden. Von den Newtons von Skywatcher hingegen liest man ja desöfteren Berichte gravierender Qualitätsmängel, wohingegen ich sowohl vom 80/600 als auch vom 100/900 ED tatsächlich null negative Erfahrungsberichte finden konnte - offensichtlich gibt Synta sich für seine EDs wirklich sehr viel mehr Mühe als für seine Newtons.
@Hermann. Der 5"-Mak wäre natürlich toll, was seine Transportierbarkeit angeht, aber ich fürchte halt, dass er angesichts seiner enormen Obstruktion gegenüber meinem 80mm-Halbapo in keinem Beobachtungsbereich einen wirklich großen Leistungszugewinn bringen würde, der ein neues Teleskop rechtfertigen würde. Bei einem Sechszöller dürfte es bei kompakten Objekten dagegen wohl schon einen deutlichen Zugewinn geben, insofern tendiere ich auch am stärksten zu einem C6, das ja nur unwesentlich mehr wiegt als der 127mm-Mak.
@Guntram. Der kurzbrennweitige 6"-Newton wäre natürlich die mit Abstand billigste Option, aber den ziehe ich aus mehreren Gründen nicht wirklich in Erwägung. Zum einen, weil er mit etwa 5 Kilo Gewicht und über 70 Zentimetern Länge WEITAUS schwerer und unhandlicher als ein C6 ist, zum anderen, weil ich bei einem Öffnungsverhältnis von f/5 wohl noch einen Satz wirklich teurer Okulare bräuchte, um eine wirklich gute Abbildungsqualität zu bekommen, bezüglich derer ich ja jetzt vom f/7,5-Halbapo doch etwas verwöhnt bin. Zudem würde der 150/750er sich ja in seinen Anwendungsbereichen ziemlich mit dem ED überschneiden, mit dem ich ja schon einen sehr guten Richfielder habe. Als Ergänzung zum ED fände ich ja ein System wie Mak oder SC praktischer, mit dem ich leicht hohe Vergrößerungen an kompakten Objekten erreiche.
CS,
Fabian