Mein Tipp für die weniger riskofreudigen Astrofreunde wäre ein Blick nach Österreich.
Tatsächlich ist hier die Ausübung des Hobbys "Astronomie" auch in Corona-Ausgangssperr-Zeiten erlaubt, wie ich in einem mail-Wechsel mit dem Bundesministerium erfahren durfte (ich fragte wegen Hobby, Sternwartenutzung und Missachtung des Ausgangssperre). Sie scheinen verstanden zu haben, dass Astronomie vorwiegend in der Nacht stattfinden muss und da gilt der Paragraph der Zulässigkeit eines Aufenthalts im Freien wenn es der persönlichen Entspannung dient.
Natürlich sind "Versammlungen" dadurch auch nicht zulässig, aber es genügt ja schon mal, dass man das derzeit allein oder zu zweit darf.
Sonst habe ich keine schlechte Erfahrung hier gemacht, einmal kam die Polizei, weil ich irgendwo auf einem privaten Feld stand und die guckte dann mit mir durch das Fernrohr, auf Parkplätzen bin ich bislang jedenfalls nie verjagt worden. Allerdings stand ich mal auf einem Feld, was mir vom Eigentümer erlaubt worden war, doch kam ein anderer Grundstücksbesitzer und zickte rum, weil die ZUFAHRT zu dem Grundstück eine Privatstraße war und ich als Nicht-Grundstücksbesitzer die nicht benutzen darf. Ist so, auch hier in Ö scheuen manche genau hin. Ich mache also die Straße kaputt, wenn ich einmal im Monat dort rauf fahre, etwa 200m. Er wollte auch kein Geld, um Schotter für "seine" Straße zu besorgen, wenn ich sie ruiniere. Also Hubschrauber kaufen und abseilen. Das ginge.
Einmal dachte ich, es wäre eine gute Idee, auf meinen Bus "Landvermessung" oder "Astronomisches Institut für Atmosphärenforschung" oder sonstwas Sinn- oder Unsinniges draufzuschreiben, das man irgendwie schwer versteht aber wichtig klingt, und wenn jemand kommt und fragt, was ich hier mache, zeige ich auf mein Fernrohr und sage, ich vermesse die Atmosphäre im Zuge der Pandemieforschung (oder was auch immer) - wäre interessant, ob da jemand dagegenhält...
However. Ich finde es schade, dass hier keine Ausnahmen gemacht werden. Hobby-Astronomen haben keine Lobby im Staat, und so werden wir zusammen mit Wegelagerern und Wildcampern nachts gleich mitverboten, obgleich wir nicht campen, nur weil wir ein Teleskop samt Sessel stehen haben. Hier konnten sich in D (oder auch hier) mal alle zusammentun und die Gesetzgeber aufklären.
ABER: was dann kommt, ist auch klar: jeder Wildcamper kauft beim Wolfi ein Fernrohr um 300 Euro und legt ein Kabel in sein Wohnmobil, und wenn jemand kommt, sagen sie, sie sind ja Astronomen und gut is. Also? Eine Prüfung machen? Astro-Schein statt Jagdschein? Hilft das dann? Wenig, denn auch die größten Pappnasen haben ihr Küstenpatent, ihren Führerschein und sind in zig Vereinen.
Die Lösung: wahrscheinlich keine. Weil die Leute immer ihren Vorteil suchen, und somit muss immer gleich alles für alle verboten werden. Man gönnt doch dem Nachbarn nicht, was man nicht selber dürfte. Entweder dürfen alle, oder keiner.
lg
Niki