Prinzip drei gerade Stangen wie bei Joachim, die mit nicht-elastischen Fasern (Aramid) verspannt werden. Die Stangen sind dann nur auf Druck belastet und müssen nicht so massiv sein.
Hallo Erik,
sehr interessant. Sind die Aramid Rohre dann sowas wie die Kevlar Carbon Rohre, die ich erwähnt hatte? Kevlar ist ja auch ein Aramid.
Die Kamera (OSC) soll wie beim Einarm direkt in den Fokus, da es nur um Fotografie geht.
Das hatte ich für mein Konzept auch erst in Betracht gezogen. Die Kamera sollte inklusive Komakorrektor statt dem Fangspiegelhalter in die Mitte der dreiarmigen Spinne platziert werden. Allerdings bin ich dann doch wieder zum klassischen Newton zurück, obwohl die Konstruktion eigentlich überlegen ist, was Transmission, Ausleuchtung, Gewicht und Justage angeht. So hätte ich sogar einen 12" f/4 mit ca. 10kg hinbekommen.
Der erste Grund war, dass ich damit auf OSC Astrokameras festgenagelt wäre. Mono kann man nur über eine Filterschublade realisieren, was sehr nervig wäre. Eine OSC APS-C oder Vollformat hätte ich erst kaufen müssen.
Die Obstruktion hängt von den Maßen von Kamera und Korrektoren ab, nicht von der Blende und der Höhe Brennpunkt über Tubus. Mit gekühlten Kameras mit einem großen Sensor ist man mit einem 8"er bei >40% festgenagelt. Mit 10" kommt man knapp unter 40%. Eigentlich lohnt sich das also erst ab 12", wo man eine Obstruktion von um die 30% hinbekommt. Zum Vergleich kann ich APS-C bei einem 8" f/4,5 und einem 75mm Fangspiegel fast bis in die Ecken voll ausleuchten. Selbst ein 63mm würde genug ausleuchten, um mit einem Flat korrigieren zu können.
Für das Guiding hätte ich entweder zwingend eine ASI2600MC Duo nehmen müssen oder über Guiderohr guiden müssen. Bei letzterem habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass das anfällig für Differenzialdrift wird. Das wäre ein Risiko gewesen.
Letzten Endes ist mir auch keine gute Lösung für das Fokussieren eingefallen. Zumindest meine Konstruktion hätte ich über den Hauptspiegel fokussieren müssen. Das so genau zu bauen, dass die Kamera prinzipiell im Brennpunkt sitzt, wird meiner Meinung nicht so einfach gehen, außer man legt sich auf einen bestimmten Korrektor fest. Die legen den Brennpunkt nämlich alle irgendwo anders hin. Selbst ein Filter verlegt den Brennpunkt spürbar. Ein Helikalauszug an der Kamera halte ich für nicht praktikabel. Ich kenne keinen nicht-rotierenden, der das Gewicht trägt. Nachfokussieren über eine Bathinovmaske wäre auch ziemlich fummelig. Autofokus ginge damit gar nicht.
Im aktuellen SuW ist ein Artikel über ein selbstgebautes Sonnenteleskop. Das ist auch eine Einarmkonstruktion. Wenn man sowas bauen will, ist das sicher ein Fundus an Informationen. Da ist sehr detailiert beschrieben, wie alles gemacht wurde. Dieses Einarmteleskop wird über einen Schlitten fokussiert. Die Kamera fährt mit dem Schlitten auf Linearlagern den Rahmen hoch und runter. Getrieben wird das über eine Gewindespindel. Sowas ähnliches habe ich bei meinem Dobson gemacht. Dort habe ich den Fangspiegel aber nicht über einen Arm sondern über zwei Arme, also V aus zwei Alublechen, am Schlitten befestigt. Mit Linearlagern wollte ich auch zuerst die Hauptspiegelfokussierung machen. Mir war das aber zu aufwendig und zu riskant. War mir nicht sicher, ob ich das shiftingfrei hinkriege. Das sollte halt schon der Fall sein, wenn ich z.B. mit einem Starizona Nexus bei f/3 lande. Da ist ein mm Toleranz schon zu viel.
Die Stangen sind aus Glasfaser
Geht das? Ich hätte rein von den Materialdaten gedacht, dass GFK Rohre nicht steif genug sind.
Grüße,
Joachim