Wie 10" Newton erleichtern?

Neuge

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Hallo Leute.

Ich habe seit geraumer Zeit einen neu verspiegeltes 10" Spiegelset rumliegen.
Hatte ursprünglich vor es in einen "normalen" Stahlblechtubus zu bauen. Nun habe ich mir das alles noch einmal zur Brust genommen und muss sagen, das ist ganz schön schwer.
nun gibt es ja verschiedene Konzepte, einen Newton leichter zu machen. Carbon fällt wohl aufgrund des Preises flach.
So eine Gitterrohrkonstruktion ist sicher schwierig zu bauen. Und ein Hybrid wie das Skywatcher Flextube, bringt sicher nicht viel Gewichtsreduktion.
Habt ihr Vorschläge, wie ich das Material sinnvoll einsetzen kann? Werkzeug in jeglicher Form ist reichlich vorhanden. Einfache CNC Arbeiten in Alu wären evtl. auch machbar.
Wichtig ist, dass es am Ende spürbar leichter wird als die 16Kg mit dem Stahltubus und auf einer EQ zu montieren geht.

Tino
 
Hi Tino,

Schau mal bei Klaus Helmi, da ist gerade einen Abverkauf von Carbon-Tuben, vielleicht ist da was dabei. An sonsten kannst bei den Endringen (falls nötig), Spiegelzelle und Rohrschellen sparen. So ein 10" F4 ohne Ringe, mit dünnen Rohrschellen und Leichtbauzelle kommt auf 12-13 Kilo, der OTNC machts vor.

CS, Ralf
 
Hallo Ralf.

Leider hat er nur F4 Tuben in 10". Das Set ist aber F5. Naja, dann werde ich mir mal was anderes einfallen lassen müssen.
 
Wichtig ist, dass es am Ende spürbar leichter wird als die 16Kg mit dem Stahltubus und auf einer EQ zu montieren geht.
Hallo Tino,
es geht auch mit 8 kg, wenn man hauptsächlich fotografieren will, ein schwenkbarer Seiteneinblick für visuelle Beobachtung kann bei Bedarf via Ringschwalbe angekoppelt werden:

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CS Jan
 
Ein sehr interessanter Thread!

Ich habe mir auch schon hin und wieder die Frage gestellt, was ich an maximaler Öffnung fotografisch auf einer EQ6-R Pro betreiben könnte.

12" mit offener Bauweise wären natürlich klasse. Die fertigen Newtons in dieser Größe benötigen ja auf jeden Fall eine Montierung mit mehr Tragfähigkeit.

Könnte man dafür einen Skywatcher 300PDS als Teilespender nehmen, d.h. den Tubus durch die Einarmkonstruktion von Jan ersetzten? Oder wird das dann aufgrund der Hebel zu instabil?

Vielen Dank und viele Grüße,

Günther
 
Schau dir mal den Hauptspiegel an. Nur mit diesen Spiegeln mit Zentralbefestigung ist ein solcher Leichtbau realisierbar. Die "normalen" Hauptspiegel brauchen wieder Spiegelaufnahme mit Justiermöglichkeit etc. Das wiegt...

Ich hatte auch die Idee, meinen 12" F5 Dobson auf Einarm umzubauen. Ist leider zum Scheitern verurteilt.
 
Hi Tino,
kauf dir eine Oberfräse, hochwertiges Sperrholz, das Buch über Dobsonbau von Kriege und bau dir einen feinen Obsession Klon.( Hier mein alter 12" Dobs)

Fotografie funktioniert auch mit einer guten Plattform, es muß nicht immer eine Deutsche Montierung sein.
(Schau dir die Fotos von Holger/Komposer an)


IMG-20230808-WA0006.jpg

CS Mike
 
Sorry Mike, aber eine Mülltonne zum Rumschubsen hatte ich ganz am Anfang. Das hat mich fast dazu gebracht die ganze Astronomie aufzugeben.
Das mit dem Einarmsystem ist jedoch interessant. Da muss ich mal drüber nachdenken.

Tino
 
Hi,

schau mal hier:

Glasfaser und Carbon kann man auch mit Amateurmitteln bearbeiten. Ergebnis war noch unter 8 kg in 10"f5.
Die Stangen sind aus Glasfaser, die Ringe aus Carbonfasern in Harz getränkt und modelliert, dann in einem alten Backofen bei 200 Grad ausgehärtet und anschließend ausgeschäumt. Ich hatte das zwar nur fertig gebaut, aber die Herstellung erschien mir durchaus machbar.
War visuell auf Planeten optimiert, aber mit etwa 1 kg mehr Gewicht, wäre das auch fototauglich ausbaubar. Das mit dem Einarmsystem hatte ich mit einem 6 Zoll f8 mal versucht, das war mir aber zu instabil und ich hatte dann einen Hartpapiertubus gekauft. Der war am Ende trotzdem noch auf einer GP gut montiert.

cs Alex
 

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So eine Gitterrohrkonstruktion ist sicher schwierig zu bauen.
Eigentlich geht das ganz einfach. Du fräst dir einfach Ringe aus Sperrholz und schraubst die Alurohre mit Expanderverbindern frontal auf die Ringe. Das muss ja alles nicht auf den mm genau sein. Paar mm kann man über die Justage ausgleichen. Den Tubus kann man entweder offen lassen oder mit Biegesperrholz aus dem Architekturbedarf auskleiden. Ich hab das einfach mit Sekundenkleber Schritt für Schritt eingeklebt.

Wenn du die Ringe 90° aufschrauben willst, wirst du bei der Größe wahrscheinlich drei Segmente machen müssen. Das sieht dann ähnlich aus wie hier, nur halt mit einem Segment mehr. Das hier ist allerdings winzig. Bei dir hättest du viel mehr Platz und bräuchtest die Sonderkonstruktion um den OAZ nicht.
Minimat.jpg

Ich persönlich würde bei der Größe ein Gitter machen mit schrägen Alustangen. Das kannst du einfach mit einer Schablone und einem Forstnerbohrer realisieren, in dem du die Aufnahmen für die Stangen schräg einsenkst.

Ich wollte das eigentlich auch zwei Nummer größer als 10" f/4 oder 8" f/4,5 bauen und habe ausgerechnet, was das wiegt. Das Tubusgewicht hängt hier wenig von der Länge ab. Ob f/4 oder f/5 macht kaum was aus. Ich muss mal schauen, ob ich das noch irgendwo finde. Ich glaube mit 3" Okularauszug und inklusive Spiegel aber ohne Imagetrain waren das bei 10" so 10kg rum. Viel leichter geht es auch mit einem Gittertubus nicht. Da würde mir nur die Einarmkonstruktion von Jan einfallen. Das scheint in der Praxis ja auch ganz gut zu funktionieren. Eventlich wird der Einblick visuell etwas hoch, wenn man das parallaktisch montieren will.

Mit Carbonrohren wird es nicht allzu viel weniger. Der Vorteil ist hier eher, dass das Gerät über die ganze Nacht den Fokus hält. Selbst mit f/3. Mit Alu wird man alle 2-3h nachfokussieren müssen. Die Carbonrohre kann man sich auf Länge sägen lassen. Allerdings wird das mit den Expanderverbindern dann vermutlich nicht funktionieren. Da wird man dann vermutlich was drehen müssen, dass man einkleben kann. Außer vielleicht mit Kevlar-Carbon-Rohren. Habe ich aber nicht probiert. Da ich einen Motorfokus verwende, spielt die Fokusdrift eher eine untergeordnete Rolle.

Die Carbonrohre sind auch super teuer. Da kostet der Tubus schnell paar hundert € mehr. Der kleine Tubus oben hat praktisch nichts gekostet. Alles Abfall, Resterampe und Verschnitt.

Den Nachteil meiner Konstruktion will ich nicht verschweigen. Man kann sie nicht drehen. Dieter Martini hatte mal solche leichten Tuben im Angebot, die man drehen konnte. Der hat aber wohl mittlerweile aufgehört.

Grüße
Joachim
 
Schöner Thread. Ich plane auch gerade mit einem 10" f/4 Spiegel etwas Ähnliches. Ich habe dafür eine alte Spiegelfassung von ICS, die ich gerade fertigstelle. Die Kamera (OSC) soll wie beim Einarm direkt in den Fokus, da es nur um Fotografie geht. Die Einarmlösung ist sexy, aber hat auch ein Staubfängerthema und Aufbewahrungsproblem bei mir und die Fassung muss am Einarm abgestützt werden. Daher schaue ich ich mir auch eine Version als "String"-Teleskop an, also im Prinzip drei gerade Stangen wie bei Joachim, die mit nicht-elastischen Fasern (Aramid) verspannt werden. Die Stangen sind dann nur auf Druck belastet und müssen nicht so massiv sein.

CS Erik
 
Prinzip drei gerade Stangen wie bei Joachim, die mit nicht-elastischen Fasern (Aramid) verspannt werden. Die Stangen sind dann nur auf Druck belastet und müssen nicht so massiv sein.
Hallo Erik,

sehr interessant. Sind die Aramid Rohre dann sowas wie die Kevlar Carbon Rohre, die ich erwähnt hatte? Kevlar ist ja auch ein Aramid.

Die Kamera (OSC) soll wie beim Einarm direkt in den Fokus, da es nur um Fotografie geht.
Das hatte ich für mein Konzept auch erst in Betracht gezogen. Die Kamera sollte inklusive Komakorrektor statt dem Fangspiegelhalter in die Mitte der dreiarmigen Spinne platziert werden. Allerdings bin ich dann doch wieder zum klassischen Newton zurück, obwohl die Konstruktion eigentlich überlegen ist, was Transmission, Ausleuchtung, Gewicht und Justage angeht. So hätte ich sogar einen 12" f/4 mit ca. 10kg hinbekommen.

Der erste Grund war, dass ich damit auf OSC Astrokameras festgenagelt wäre. Mono kann man nur über eine Filterschublade realisieren, was sehr nervig wäre. Eine OSC APS-C oder Vollformat hätte ich erst kaufen müssen.

Die Obstruktion hängt von den Maßen von Kamera und Korrektoren ab, nicht von der Blende und der Höhe Brennpunkt über Tubus. Mit gekühlten Kameras mit einem großen Sensor ist man mit einem 8"er bei >40% festgenagelt. Mit 10" kommt man knapp unter 40%. Eigentlich lohnt sich das also erst ab 12", wo man eine Obstruktion von um die 30% hinbekommt. Zum Vergleich kann ich APS-C bei einem 8" f/4,5 und einem 75mm Fangspiegel fast bis in die Ecken voll ausleuchten. Selbst ein 63mm würde genug ausleuchten, um mit einem Flat korrigieren zu können.

Für das Guiding hätte ich entweder zwingend eine ASI2600MC Duo nehmen müssen oder über Guiderohr guiden müssen. Bei letzterem habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass das anfällig für Differenzialdrift wird. Das wäre ein Risiko gewesen.

Letzten Endes ist mir auch keine gute Lösung für das Fokussieren eingefallen. Zumindest meine Konstruktion hätte ich über den Hauptspiegel fokussieren müssen. Das so genau zu bauen, dass die Kamera prinzipiell im Brennpunkt sitzt, wird meiner Meinung nicht so einfach gehen, außer man legt sich auf einen bestimmten Korrektor fest. Die legen den Brennpunkt nämlich alle irgendwo anders hin. Selbst ein Filter verlegt den Brennpunkt spürbar. Ein Helikalauszug an der Kamera halte ich für nicht praktikabel. Ich kenne keinen nicht-rotierenden, der das Gewicht trägt. Nachfokussieren über eine Bathinovmaske wäre auch ziemlich fummelig. Autofokus ginge damit gar nicht.

Im aktuellen SuW ist ein Artikel über ein selbstgebautes Sonnenteleskop. Das ist auch eine Einarmkonstruktion. Wenn man sowas bauen will, ist das sicher ein Fundus an Informationen. Da ist sehr detailiert beschrieben, wie alles gemacht wurde. Dieses Einarmteleskop wird über einen Schlitten fokussiert. Die Kamera fährt mit dem Schlitten auf Linearlagern den Rahmen hoch und runter. Getrieben wird das über eine Gewindespindel. Sowas ähnliches habe ich bei meinem Dobson gemacht. Dort habe ich den Fangspiegel aber nicht über einen Arm sondern über zwei Arme, also V aus zwei Alublechen, am Schlitten befestigt. Mit Linearlagern wollte ich auch zuerst die Hauptspiegelfokussierung machen. Mir war das aber zu aufwendig und zu riskant. War mir nicht sicher, ob ich das shiftingfrei hinkriege. Das sollte halt schon der Fall sein, wenn ich z.B. mit einem Starizona Nexus bei f/3 lande. Da ist ein mm Toleranz schon zu viel.

Geht das? Ich hätte rein von den Materialdaten gedacht, dass GFK Rohre nicht steif genug sind.

Grüße,
Joachim
 
Hallo Joachim,

das hat sehr gut funktioniert, ich hab aber auch nicht in die Rohre reingeschaut.

cs Alex
 
Könnte man dafür einen Skywatcher 300PDS als Teilespender nehmen, d.h. den Tubus durch die Einarmkonstruktion von Jan ersetzten? Oder wird das dann aufgrund der Hebel zu instabil?

Hallo Günther,

die mechanische und thermische Stabilität verdankt mein offenes System ganz entschieden der konischen Form und spielfreien Einlochmontage des Spiegels. Man muss nur die Hebellängen und Materialquerschnitte zwischen der Montierung und dem Spiegel mit denen eines konventionellen Newton vergleichen. Da werden ja die Kräfte und Drehmomente über Rohrschellen, den Tubus und eine aus guten Gründen spielbehaftete Spiegellagerung übertragen. Die thermische Stabilität wird beim offenen System durch eine optimale Ankopplung des von "Einhüllungen" jeglicher Art befreiten Spiegels an die Umgebungsluft erreicht, so dass dessen Temperatur stets oberhalb des Taupunkts der Umgebungsluft beibt, und sich keine Niederschläge (Tau oder Reif) bilden können.

CS Jan
 
Hallo Jan,

Vielen Dank für die Information.

Wo bekommt man denn so einen konischen Spiegel her? Ich kenne bisher nur Newton Teleskpe mit parabolischen Spiegeln.

Viele Grüße,

Günther
 
Sind die Aramid Rohre dann sowas wie die Kevlar Carbon Rohre, die ich erwähnt hatte? Kevlar ist ja auch ein Aramid.
Ich meinte, dass die Zugfasern sind aus Aramid sind. Die sind äußert zäh, aber nicht so spröde wie Carbonfasern. Das gibt es als Bogensehne fertig zu kaufen und wurde schon oft für Dobsonkonstruktionen verbaut.
Mit 10" kommt man knapp unter 40%. Eigentlich lohnt sich das also erst ab 12", wo man eine Obstruktion von um die 30% hinbekommt.
Das sehe ich unkritisch für die Fotografie. Diverse Astrografen haben soviel Obstruktion und die würde ich nicht von der Bettkante stoßen... Ich hatte auch einen 12" f/5 in Betracht gezogen, aber das wird viel zu lang, zumal die volle, nicht ausgelenkte, Brennweite diese Konstruktion viel länger macht als beim Newton. Ich plane einen Korrektor mit 0,84x zu nehmen, dadurch wird das ca. f/3,4. Das ist dann natürlich eine Diva, die keine Fehler verzeiht, und die Struktur darf sich nicht verformen.
Der erste Grund war, dass ich damit auf OSC Astrokameras festgenagelt wäre. Mono kann man nur über eine Filterschublade realisieren, was sehr nervig wäre. Eine OSC APS-C oder Vollformat hätte ich erst kaufen müssen.
Genau dafür ist es gedacht. Eine Mono habe ich noch an einem schnellen Newton.
Letzten Endes ist mir auch keine gute Lösung für das Fokussieren eingefallen. Zumindest meine Konstruktion hätte ich über den Hauptspiegel fokussieren müssen. Das so genau zu bauen, dass die Kamera prinzipiell im Brennpunkt sitzt, wird meiner Meinung nicht so einfach gehen, außer man legt sich auf einen bestimmten Korrektor fest. Die legen den Brennpunkt nämlich alle irgendwo anders hin. Selbst ein Filter verlegt den Brennpunkt spürbar. Ein Helikalauszug an der Kamera halte ich für nicht praktikabel. Ich kenne keinen nicht-rotierenden, der das Gewicht trägt. Nachfokussieren über eine Bathinovmaske wäre auch ziemlich fummelig. Autofokus ginge damit gar nicht.
Daran kaue ich natürlich auch noch und bislang ist noch keine Lösung in Sicht. Vielleicht muss ich da etwas Kreatives finden, der notwendige Fokusweg ist ja winzig.

CS Erik
 
Wo bekommt man denn so einen konischen Spiegel her? Ich kenne bisher nur Newton Teleskpe mit parabolischen Spiegeln.

Hallo Günther,

Royce ist leider nicht mehr im Geschäft. TS hat konische Spiegel im Angebot, über deren optische Qualität ich keine unabhängige Information habe. "Konisch" bezieht sich nur auf die Form des Glaskörpers, die Spiegelfläche ist parabolisch.

CS Jan
 
Sorry Mike, aber eine Mülltonne zum Rumschubsen hatte ich ganz am Anfang. Das hat mich fast dazu gebracht die ganze Astronomie aufzugeben.
Das mit dem Einarmsystem ist jedoch interessant. Da muss ich mal drüber nachdenken.

Tino
Sorry Tino,
aber Dobson ist nicht gleich Dobson,,wenn du dir nicht irgendeinen Schrott kaufst, sondern selber baust oder etwas Vernünftiges anschaffst kannst du problemlos auch bei hoher Vergrösserung gleichmäßig nachführen.

Einarmsystem ist uralt(100 Jahre), das gibt's seit Porters Zeiten( Bügelbrettmontierung), hat aber viele Nachteile und konnte sich daher nicht durchsetzen. Entweder Rohr oder Gitterrohr.
CS Mike
 
Daran kaue ich natürlich auch noch und bislang ist noch keine Lösung in Sicht. Vielleicht muss ich da etwas Kreatives finden, der notwendige Fokusweg ist ja winzig.
Mein ursprünglicher Plan war, den von Jan verlinkten konischen Spiegel von TS zu nehmen, den über ein Holzgewinde in eine Multiplexplatte zu schrauben, die Platte dann über drei Linearlager zu führen und über eine metrische Gewindespindel zu verschieben. Die Gewindespindel hätte ich am liebsten in die Mitte gemacht. Aber da wäre ja das Loch für den Spiegel. Das ganze würde dann auf einer weiteren Multiplexplatte liegen über die justiert werden kann. Mittlerweile würde ich wieder eher zu einem der leichten Spiegel von Astroreflect neigen. Da ist das egal.

Bis auf die Hauptspiegelfokussierung ist mein kleines Modell eigentlich schon genauso aufgebaut. Dank der Handräder plus Rückstellfedern plus Konterschrauben ist super einfach zu justieren und die Justage hält auch bombenfest. Wenn ich es mir gerade recht überlege...ich glaube das probiere ich einfach mal an dem Mini Newton aus. Bei dem kleinen Teil reichen wahrscheinlich sogar Gleitlager, wenn man die bisschen auf Spannung bringt.

Auch so ein Problem bei meiner Kiste war die Kabelführung. Bei der Einarmkonstruktion ist das kein Thema, aber bei meiner dreiarmigen Spinne machen die Kabel mindestens zwei Speichen dicker. Die großen Modelle hätte ich Spinnenarme mit Doppelspeichen machen müssen. Das ist dann einfacher auf Zug zu verspannen. Da wird das nochmal verschärft, weil Speichen dünner sind.

Die thermische Stabilität wird beim offenen System durch eine optimale Ankopplung des von "Einhüllungen" jeglicher Art befreiten Spiegels an die Umgebungsluft erreicht, so dass dessen Temperatur stets oberhalb des Taupunkts der Umgebungsluft beibt, und sich keine Niederschläge (Tau oder Reif) bilden können.
Das würde mich etwas genauer interessieren. Denn normalerweise läuft das doch viel schneller an, wenn das einfach blank im Freien hängt?!? Bei meinem Mininewton habe ich das über einen saugenden Lüfter gelöst. Der sorgt dafür, dass die Spiegel nicht unter die Lufttemperatur gehen und durch den Luftzug Feuchtigkeit auch sofort verdampfen kann.

Noch interessanter als deinen Spiegel finde ich ja den Faltrefraktor. Das Teil ist genial. Als ich den gesehen habe, ist der sofort auf meine Bausliste gelandet. Ich hatte schon länger eins der größeren achromatischen Objektive im Auge. Aber das würde in klassischer Bauweise ja riesig. Und wo bekommt man denn so einen runden Planspiegel her? Klar, zur Not geht natürlich auch ein Newtonfangspiegel. Aber ein runder wäre eleganter.

Grüße,
Joachim
 
Hallo Tino,

die verschiedenen Vorschläge der Kollegen, teils in sehr unterschiedliche Richtung, sind gut.

relativ einfach, müsste man vorher mal ausrechnen, warum nicht bspw. Dreiecke aus dem Stahltubus schneiden/schleifen, so das die Stabilität gewahrt bleibt, aber das Gewicht sinkt. Wie so eine Art „Gitterrohr-Konstruktion aus dem Vollen“. Klaus Helmi hat sowas bspw auch mit dicken Carbon-Tuben gemacht.

Wenn gut gemacht auch optisch nicht unbedingt ein Defizit.

Grüße,
Alex
 
Dreiecke aus dem Stahltubus schneiden/schleifen,
Das wäre auch eine Idee. Allerdings frage ich mich gerade, wo bei der Konstruktion des TE das Gewicht herkommt.

Bei TS gibt es einen Stahltubus für 10" f/5 von GSO mit 0,75mm Wandstärke. Der würde etwas über 6kg wiegen. Mit Schneiden bekommt man den vielleicht auf 4kg runter.

Wesentlich unter die 4kg für den reinen Tubus kommt man auch mit den anderen genannten Konstruktionen nicht. Hat der TE einen anderen Stahltubus im Sinn oder wiegen Spiegel, Halterungen, Auszug und co alleine schon 10kg?

Edit: der GSO Newton komplett wiegt tatsächlich 15,5kg...
 
Den GSO Tubus hatte ich mir damals bei T-E gekauft, weil ich nur das Spiegelset liegen hatte.
Aber wie schon erwähnt, ist das schrecklich schwer. Ich habe es aber noch nicht gewogen. Der Stahltubus macht aber keinen besonders stabilen Eindruck auf mich.
Drehe ich den Tubus in den Rohrschellen, ist gleich die ganze Justierung fürn A.... So ein Gitterrohr könnte mir schon gefallen. Es geht auch weniger ums Geld oder um die Arbeit damit. Ich bin niemand der exsessiv und fanatisch Astronomie betreibt. Ich erfreue mich meist am Selberbauen und der gelegentlichen Nutzung danach. Vorausgesetzt alles funktioniert. Andernfalls kommt schnell Frust auf. Meine Beobachtungen beschränken sich seit einiger Zeit leider auch nur auf unseren Balkon. Dieser ist Richtung Süd Osten und es steht noch ein großes Haus im Weg. Aber das hat ja jetzt weniger etwas mit dem Netwton zu tun. Außer vielleicht, dass er ganz schön unhandlich ist. So als Familienvater hat man auch keine 15min Ruhe bei der Beobachtung. Da muss alles irgendwie handlich und schnell abgehandelt werden. Am liebsten schaue ich mit dem INTES MN56 ins All. Fotographisch nutze ich meine Teleskope eigentlich nur am Planeten. Für DeepSky nurtze ich den Seestar S50. Das ist genau mein Geschmack. Hier mitten aus der Stadt, ist alles andere auch völlig sinnlos.
Mit Holz würde ich allerdings nur ungern arbeiten. Das liegt mir als Elektroniker so gar nicht. Ich würde da wohl eher auf Carbon und Aluminium setzen.
Die Frage ist immer, ob mir der 10" am Planeten überhaupt große Vorteile bringt, gegenüber dem MN56 oder meinem MK66. Habe auch noch einen Zeiss 80/840 und ein Zeiss "Teleminor" 50/540 die ich aber so gut wie nie benutze.

Tino
 
Ich habe noch mal eine generelle Frage zu Gitterrohr Newtons.

Wenn ich mir so die Peise für die etwas größeren Gitterrohr RCs ansehe, stellt sich natürlich die Frage, ob man nicht einen großen Gitterrohr Newton auf einer EQ8 betreiben könnte. Gibt es dazu Informationsquellen oder Erfahrungen?

Ebenso hilfreich wäre zu wissen, ob man auch einen Gitterrohr RC selber bauen könnte. Stelle ich mir wegen der Beschaffung der Spiegel schwieriger vor. Auch hier sind mir weitere Informationen sehr willkommen.

Vielen Dank und viele Grüße,

Günther
 
ob man nicht einen großen Gitterrohr Newton auf einer EQ8 betreiben könnte. Gibt es dazu Informationsquellen oder Erfahrungen?
Erfahrung vom Bauen habe ich bei so großen Teilen nicht. Aber warum sollte das nicht gehen. Die ganzen Großteleskope sind Gitterrohrkonstruktionen. Die EQ8 trägt bis 50kg. D.h. bis 25kg sollten locker gehen. So bis 16" müsste man in der Gewichtsklasse mindestens hinbekommen. Man muss nur dafür sorgen, dass der Tubus steif genug ist, dass man das einfach an eine Prismenschiene hängen kann, ohne dass sich etwas verbiegt. Da kann man einfach mehr Gittersegmente nehmen. Das wird dann halt natürlich schwerer. Mit drei Segmenten sollte aber auch 16" möglich sein.

Schau mal auf der Homepage von Dieter Martini. Da ist sein 20" Truss Newton verlinkt. Der hat vier Segmente. Er ist zwar jetzt in Rente, hat aber auf der Website angekündigt Bauanleitungen für seinen Konstruktionen zur Verfügung zu stellen. Da freue ich mich jetzt schon drauf. Früher hat der einen Gittertubus für einen 12"er angeboten, der so leicht war, dass das sogar meine EQ6 getragen hätte.

ob man auch einen Gitterrohr RC selber bauen könnte. Stelle ich mir wegen der Beschaffung der Spiegel schwieriger vor.
Spiegelsätze gibt es bei TS zu kaufen. Ich stelle mir den Bau allerdings schwieriger vor als z.B. einen Newton. Mit den beiden hyperbolischen Spiegeln muss alles genau auf der Achse sein. Der Okularauszug muss genau zentriert zum Hauptspiegel sein, der Fangspiegel auch. Nur die Spiegel kippen bis es passt wie beim Newton, wird hier nicht funktionieren. Die müssen auch an der richtigen Stelle sein. Wie groß die Toleranzen hier sind, kann ich dir nicht sagen.
 
Hallo Tino,
mit einer leichten Tubuskonstruktion ist evtl. nichts gewonnen wenn die Konstruktion nach her die Justage nicht halten kann.
Die meisten Gitterkonstruktionen die ich bisher gesehen habe konnten mit etwas schwererem Zubehör nicht mithalten, was bei einem schnellen Newton verheerende Folgen hat, da das beugungsbegrenzte Feld sehr klein ist.

Daher würde ich eher in den sauren Apfel beißen und einen Carbontubus oder eine entsprechende Montierung kaufen, anstatt auf Kosten der Performance.

Oder halt ein kleineres Teleskop was zur Montierung passt?
LG
 
Die EQ8 trägt bis 50kg. D.h. bis 25kg sollten locker gehen. So bis 16" müsste man in der Gewichtsklasse mindestens hinbekommen.
Gitterrohr ist hier nochmal eine Spur toleranter aber man sollte neben reinem Gewicht, Windanfälligkeit und allen voran Hebel nicht unterschätzen. Von daher würde ich einer EQ8 trotz 50kg kaum einen 14“ noch weniger 16“ Newton zumuten.

Selbst eine GM2000 die nun tatsächlich 50kg trägt wird von 10m für max einen 12“ Newton empfohlen. Hingeben betreiben auch Leute 14“ CDKs damit 1A ohne Guiding.

Aber das soll ja nicht das Thema sein. Tatsächlich, habe nicht ausreichend nachgedacht wird es kaum der dünne Blechtubus sein, der für das Gewicht verantwortlich ist. Wahrscheinlich sind der Spiegel mit recht dickem Rand und die Spiegelzelle die Hauptursache.
 
Bei den China Tuben steckt viel Gewicht in den ALU Gusringen, welche als Endstücke und Spiegellagerung dienen.

Was bei den pseudo Serruier Fachwerk Tuben der RC, Cass, usw. häufig fehlkonstruiert wird, wenn Mittel- und Hinterteil mit dicken Platten und Prismenschienen verbunden werden.
Dann kann die Gitterkonstruktion die Durchbiegung natürlich nicht mehr kompensieren.
Letztlich muss dann der Vorderteil des Fachwerks so stabil sein, dass sich nichts verbiegen kann.


So gesehen sieht das dann zwar professionell aus, erfüllt jedoch nicht die angedachte Funktion.
Meist sind die Verbindungselemente von Stange zur Grundplatte die Schwachstellen wo nachgeben.
Aber auch die Rohre selbst biegen sich je nach Konstruktion durch.

Der einfachste Test ist wenn man das angedachte Zubehör in eine Stofftasche an den Laser hängt und denn Tubus hin und her schwenkt.
Wandert der Laserpunkt aus der Mittenmarkierung des Hauptspiegel ist die Sache klar.
LG
 
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