Re: Wertediskussion
Hallo Günther,
bei allem von dem Du da berichtest, fehlen aber die vergleichbaren Angaben wie und womit diese Test dann zu den Ergebnissen kamen.
keineswegs. Zum VMC 200 L waren die Bilder zu vile Monate hier
im Forum einzusehen, bevor oofenbar alle Bilder des "Testers"
gelöscht worden sind.
Zum (ersten), auf einer schmalen Linie ausgewerteten 6"f/8 FH
von User Lotz must du mal hier im Forum suchen. Die Bilder sind
ja hier ebenfalls wech, aber wenn du Lotz anschreibst wird er dir
möglicherweise eine Kopie dieses "Optiktests" zukommen lassen.
Nun zu meinem eigenen Newton und seinen "Test", dessen Auswertung
ich nach all den Jahren immer noch im Original mit Unterschrift
des "Testers" besitze. Das Interferogramm ist im Laufe der Zeit
mehrfach in verschiedenen Foren veröffentlicht worden.
Dieses I.Gramm zeigt aufgrund der auseinanderlaufenden Linien
klassischen Astigmatismus. Bei der
Auswertung dieses I-Grammes
hat der "Tester" den Punkt "Astigmatismus" aber
deaktiviert,
so daß dieser Fehler nicht in die Strehlberechnung einging.
Dazu sollte man wissen, daß ich den Tester (in gutem Glauben
an seine Fähigkeiten und Neutralität) aufgesucht hatte, eben
weil ich bei Beobachtungen mit hoher Vergrößerung das Gefühl
hatte, daß Astigmatismus die Abbildung beeinträchtigt.
Dies sagte ich den Tester auch. Der Dobson sei als 8"f/6 Pyrex
bei TS gekauft worden (es war statt Pyrex aber nur ein BK7 Spiegel
drin) mit der Zusage daß die Optik beugungsbegrenzt sei.
Die Abbildung nähre aber zweifel an der Beugungsbegreztheit.
Falls das so sei wolle ich das Teleskop zurückgeben.
Der Hautspiegel wurde dann in Autokollimation gegen einen Planspiegel getestet.
Der Tester stellte das I-Meter so ein, daß sich konzentrische Kreise
bildeten. Wenn diese rund seien bedeute dies, daß kein Astigmatismus
vorliege. Ich durfte selbst durchschauen. Die Kreise bewegten sich,
tanzten von hoch-oval über rund bis quer-oval und wieder zurück.
Der Tester machte mit seiner Kamera ein Bild als sie gerade mal
wieder rund waren. Naja, sie waren annähernd rund, nicht richtig.
Dieses Bildchen wurde zum Testprotokoll hizugefügt.
Das Interferogramm des Spiegels wurde ausgewertet, und zwar
mit beim Auswerteprogramm deaktiviertem Astigmatismus!
Begründung war, daß das Kringelbildchen "beweist", daß "kein Asti"
vorhanden sei, der im I-Gramm sichtbare Astigmatismus also auf
den Versuchsaufbau zurückzuführen sei. Damals hatte ich Null Ahnung
von Interferometrie und habe diese Erklärung geschluckt.
Ert später, als ich bei hohn Vergrößerungen am Stern immer noch
einen leichten Asti bemerkte wurde ich stutzig.
Das I-Gramm wurde von Roland Kern (Username Korn) schon recht bald
(etwa ein Jahr oder so) nachdem ich die Auswertung hatte mit
einem Freeware Auswerteprogramm nachträglich ausgewertet.
Sein Ergebnis:
Asti in einer Größenordnung der den Strehl des Hauptspiegels
auf etwa 0.91 drückte. Frag ihn einfach mal.
Sehr viel später wurde mein Spiegel einer ausführlichen Meßserie
unterworfen. Dabei wurde er in Autokollimation getestet.
Es wurden 3 Interferogramme angefertigt der Spiegel gedreht,
wieder 3 I-Gramme, und der Spiegel noch einmal gedreht und
wieder 3 I-Gramme angefertigt. Jeweils 3 damit man Zufälligkeiten
herausmitteln kann. 3 Positionen des Spiegels, damit man untersuchen kann
in wieweit Astigmatismus beim Spiegel eine Rolle spielt und
diesen Astigmatismus eindeutig von einem aus dem Versuchsaufbau
herrührenden Asti trennen kann. (Siehe dazu auch mehrere Beiträge
von Uswr Alois (Alois Ortner). Das Ergebnis derVersuchsreihe:
Strehl 0.90 bis 0.91 Aufgrund von Astigmatismus.
Der "Tester" hatte den Fehler im I-Gramm meines Spiegels also
schon erfaßt, bei der Auswertung aber schlicht nicht berücksichtigt.
Nun ist ein Hauptspiegel nicht das ganze Teleskop. Der Fangspiegel
wurde beim "Tester" ebenfalls untersucht, allerdings mit einer
Probeglas-ähnlichen Methode die kein Ergebnis in Zahlen lieferte.
Der Fangspiegel sei "in Ordnung".
Der Fangspiegel (es war schon ein Austauschspiegel, den original GSO FS
hatte ich bei TS moniert, da man meinen Worten von der miserablen Abbildung
aber keinen rechten Glauben schenken wollte {Anfänger, bestimmt dejustiert}
bin ich hingefahren, das Teleskop ist dann am künstlichen Stern
getestet worden und der Fangspiegel danach problemlos ausgetauscht worden)
ist dann später von Kurt Schreckling gegen eine Sphäre getestet worden.
Ergebnis: Irgendwas um 0.65 Strehl über die ganze Fläche.
Nun wir bei hoher VErgrößerung nicht die gesamte Fläche des FS
genutzt, aber es ist warscheinlich, daß die weiterhin suboptimale Abbildung
von diesem GSO-Austausch-Fangspiegel verursacht worden ist.
Wie auch immer. Die geschilderten Erlebnisse rund um meinen GSO Dobson
haben nicht dazu geführt, daß ich die Sternguckerei an den Nagel
gehängt habe (was manche Sternfreunde vielleicht getan hätten)
oder daß ich auf einen Refraktor umgestiegen bin (was viele Sternfreunde
sicher getan haben). Ich habe den Fangspiegel gegen einen sehr
hochwertigen US-Fangspiegel getauscht, habe das Teleskop umgebaut
so daß es nun die Kolimation hält, das Tubusseeing bekämpft,
das Streulicht weitestgehend verhindert und beobachte weiter.
Leider immer noch mit dem zwar guten 0.91 strehligen Spiegel
dessen Temperaturverhalten aber weit weniger günstig ist als
es bei einem Pyrex Spiegel (so einen hatte ich bestellt) der
Fall wäre.
Die beim Astrotreff veröffentlichten Interferogramme meines
Fangspiegels und meines Hauptspiegels finde ich nicht wieder.
Dort finde ich mit der Suchefunktion sowiso nie was ;(
Eiförmige Interferogramme sind aber keine guten Zeugen für ein besseres Messverfahren!
Die sind ein Ostergruß gewesen und als solcher eigentlich erkennbar.
Die nicht-eiförmigen Interferogramme im gleichen Thread sind
diejenigen auf die es meßtechnisch ankommt. Sag blos das wäre
dir nicht klar gewesen.
Ach ja, noch was:
Der Mirror Round Robin Versuch, bei welchem mehrere Leute
einen ihnen völlig unbekannten Spiegel mit ihrem Equipment
vermessen haben:
http://www.marty-atm.de/RoundRobin/RR.html
Die Diskussion über den Mirror Round Robin Versuch beim Astrotreff:
http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=42667&whichpage=8&SearchTerms=Robin
Mein Tip:
Sei kritisch. Glaube nicht unbesehen alles was man dir vorsetzt.
Verschaffe dir selbst das notwendige Wissen und prüfe I-Gramme
selbst mit geigneten Freeware-Programmen nach.
Und tschüß, Karsten