Wiedereinsteiger sucht Rat | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Wiedereinsteiger sucht Rat

renga84

Mitglied
Hallo alle miteinander, ich grüße euch ganz herzlich.

Ich bin quasi Wiedereisteiger im Thema Astro.

Damals, in meiner Jugend, hatte ich einen Reflektor (Newton) mit 910mm Brennweite inkl. Montierung und zwei Okularen. Das war damals ein Komplettangebot von ca. 750DM. Erste Mondbeobachtungen und die Tiefe des Alls konnte ich damit machen. Mir machte es damals richtig Spaß, aber dieses Hobby ging dann leider mit der Zeit verloren.

Wie auch immer, ganz plötzlich überkam mich wieder mein Interesse am Nachthimmel bzw. die Anschaffung von brauchbaren Geräten.

Ich komme direkt mal zu meiner Vorstellung:

Ich habe gleichermaßen Interesse an Deep Sky sowie an Planeten u. Mond. Da mir die Vor- und Nachteile zwischen Reflektor u. Refraktor noch einigermaßen bekannt sind, würde ich mir gerne ein brauchbares Teleskop zulegen. Wünscheswert wäre, wenn ich eine mir eine separate, parallaktische Montierung dazu holen könnte. Nachführen würde ich manuell, kein GoTo. Wenn es finanziell geht, wäre GoTo aber auch erwünscht. Größe der Rohre wäre mir gleich (wir reden hier vom Gängigen), nur der Komfort sollte gut sein (z.B. Guckhöhe gleich Stehhöhe, so in etwa). Montierung sollte ein Stativ sein. Ich möchte aus irgendeinen Grund kein Dobson, wobei das wohl preislich am relevantesten wäre. Also wenn die Möglichkeit besteht, würde ich dies umgehen. Ich würde mich erstmal auf Deep Sky beschränken, jedoch sollte es auch möglich sein mit dem neuen Teleskop auch Planeten zu beobachten, wo ja die Refraktoren einen kleinen Vorteil haben sollen, jedoch bei höherem Budget. Investieren würde ich ca. 1000€

Erstmal die Frage, ist das überhaupt möglich, zweitens, auch bei meiner Preisvorstellung?

Beobachtungsorte wären von Garten/Balkon bis freiem Feld oder Anhöhen alles dabei. Mobilität würde keine Rolle spielen, selbst wenn es jedes Mal aufsändig sein sollte das Teil ins Auto zu schleppen usw., Hauptsache gute Beobachtung

Ich würde mich über Hilfe bzw. konkrete Tipps sehr freuen!

Schöne Grüße René
 

christian79

Mitglied
Hallo Rene,

wilkommen zurück!

Deine Vorstellungern lassen sich wohl am besten mit einem mittleren Newton als Allrounder abdecken. Die klassischen Planeten-Spezialisten (Maksutovs und langbrennweitige Newtons) ermöglichen kaum die für DS benötigten großen Austrittspupillen.

Die meisten Montierungern arbeiten mit GoTo, meist lässt es sich, zumindest bei deutschen Montierungen, auch abstellen und nur klassisch in RA und Dec nachführen. Ich habe mir die LX85 bestellt und kann hoffentlich in einer Woche berichten:


Ich werde sie auch ohne GoTo nutzen.

Beim Teleskop würde ich dir zu einem f/5-Newton raten, es sind Allrounder mit Schwerpunkt Deep Sky. Konkret halte ich einen 150/750 bzw. 200/1000 für geeignet. Letzterer erfordert allerdings wahrscheinlich eine stärkere Montierung als die LX85. Wenn ich sie mit meinem 150/750er getestet habe, kann ich die Stabilität einschätzen.
 

renga84

Mitglied
Hey Leute, danke für eure Bemühungen :)

Ich habe nun umgedacht und werde mir wohl ein Dobson 8 oder 10 Zoll anschaffen.
Wie ich so erfahren habe, ist mein Vorhaben wohl eher schwierig zu dem Budget. Eine gute Montierung kostet schon eine Menge, dann kommt noch das Rohr und natürlich das Zubehör. Das wird wohl den Rahmen sprengen. Ich versuche es für den Wiederreinstieg mit einem Dobson, nachrüsten kann ich ja immer noch, wenn mich die Lust überkommt.

Gibt es denn Dinge, die ich beim Kauf beachten sollte oder gar Empfehlungen? Es gibt ja doch schon unterschiedliche "Pakete" zu unterschiedlichen Preisen. Natürlich sollen es auch noch Okulare sein, die für den Anfang ausreichend sind, was man halt alles so braucht sage ich mal.

Habt ihr vllt aus Erfahrung konkrete Tipps/Kaufvorschläge?

Schönen Gruß
René
 

VisuSCor

Mitglied
Hallo René,

willkomen im Forum!

Wenn möglich geh in ein Fachgeschäft und schau Dir die Sachen an. Wenn Du online kaufen musst, dann auch hier im Fachhandel und nicht beim großen A*.

Lieber Skywatcher als Bresser. Achte auf einen 2" Auszug, damit Du nachher alle Möglichkeiten in puncto Zubehör hast.

Es gibt auch gute gebrauchte Geräte!

CS.Oli
 

christian79

Mitglied
Hallo Rene,

bei den Achtzöllern würde ich die Standard-Version von GSO empfehlen. Er hat eine sehr gute Optik und brauchbare Mechanik. Insgesamt bekommt man hier sehr gute Qualität fürs Geld.

Bezüglich der Okulare muss gesagt werden, dass die f/6-Dobsons hier noch nicht sehr kritisch sind. Mit Plössls hat man bereits einen sehr soliden Einstieg. Gute, langbrennweitige Plössls tragen auch gewichtsmäßig nicht auf und können später als Reserveokulare aufgehoben werden, wenn man doch bessere, z.B. Weitwinkel-Okulare, kauft.

Auch wenn du dich für einen 10'' f/5 entscheidest, ermöglichen Plössls bereits sehr schöne Beobachtungen.

Ansonsten habe ich mit den Vixen SLV-Okularen sehr gute Erfahrungen gemacht. Zwar nur 50° Eigengesichtsfeld, aber Bildqualität und Einblickverhalten sind unübertroffen.

Auch die Planetarys von TS sind sehr gut. Sie haben bereits ein größeres Gesichtsfeld von 60°, eine sehr gute Bildqualität und ein angenehmes Einblickverhalten.

Die letzten beiden Serien sind absolut f/5-tauglich.
 
...Ich habe nun umgedacht und werde mir wohl ein Dobson 8 oder 10 Zoll anschaffen.
... Ich versuche es für den Wiederreinstieg mit einem Dobson, nachrüsten kann ich ja immer noch, wenn mich die Lust überkommt. ...
Hallo René

das ist sicher eine gute Entscheidung. Meine Frau und ich standen vor einer ähnlichen Entscheidung Anfang August. Damals haben wir uns zunächst für einen Skywatcher 8" entschieden. In der Grundausstattung kam ein 24mm und ein 10mm Plössl mit. Mit diesen Okularen kam wir schon gut zu recht. Es hat sich herausgestellt, dass das Gerät leider ein paar Probleme hatte und wir konnten es zurückgeben. Es gibt Astro-Vertriebe die speziell angeben, dass Sie vor Versand das Instrument überprüfen und einstellen. Wir hatten den Skywatcher bei einem Online-Händler bestellt der diese "Vorab-Wartung" offensichtlich nicht ausführt. Ich vermute wäre das Gerät vorab geprüft und vom Verkäufer eingestellt worden, wären die Probleme an dem Skywatcher vorab aufgefallen und schon vor Versand behoben worden. Ich will gar nicht klagen, der Händler hat das Gerät zurückgenommen.

Wir sind dann auf Grund einer Empfehlung aus dem Forum zu ICS gegangen. Hier der Link zum 8" Dobson Kofigurator und zum 10" Dobson Konfigurator. Ruf aber dort einfach an. Das sind total nette Leute, sehr service-orientiert und hilfsbereit. Mich hat Herr Thurner sehr gut und umfassend am Telefon beraten. Zu ICS sollte man wissen, dass der ursprüngliche, inzwischen verstorbende Firmeninhaber in der Branche als der Tüflter und Spezialist für Dobson bekannt war. Es wurden und werden bei ICS eigene Dobsons entwickelt, die so liest man ganz besondere Geräte sind. Die Expertise und das Know-How ist in der Firma herausragen und die jetzt gelieferten "Taiwan" Galaxy Dobson erhalten vor dem Verkauf entsprechende Verbesserungen die auf den früheren Entwicklungen basieren.

Ich kenne also mehrere Seiten der Medaille.
  • 8" und 10" Dobson
  • Skywatcher Dobson und ICS Galaxy Dobson
  • Kauf mit Teleskop Vorab Service - Kauf ohne Teleskop Vorab Service
Ich habe inzwischen gut 15 Astro-Nächte hinter mir und bin froh im zweiten Anlauf den 10" ICS Galaxy Dobson genommen zu haben. Bei uns bleibt der Newton Tubus und der Dobson in unserem Transporter. Obwohl der 10" Galaxy Dobson nur 5 cm länger und 5 cm breiter ist als der 8" Skywatcher, das ist schon ein Riesen-Teil. Vom Gewicht ist es kein Problem, aber Platz braucht es halt. Es muss die Aufbewahrung, Lagerung, Transport und Aufstellung für den Abend wohl überlegt sein. Es ist nichts was man so einfach Mal ins Auto legt.

Falls Du Dich für einen ICS Galaxy entscheidest hier noch ein paar Tipps dazu.

Gleitlager
Egal ob Du Dich für einen 8" oder 10" Galaxy entscheidest, nimm in jeden Fall das Gelitlager Set für Azimut mit. Ein Traum wie smooth man damit dann den Dobson drehen kann.

Okulare
Die mitgelieferten Okulare sind für den Einstieg ausreichend. Nimm aber in jeden Fall gegen kleinen Aufpreis eines der folgenden Sets:
  • Erfle: 42 mm Plössl: 15 mm + 9 mm
  • Erfle: 30 mm Plössl: 15 mm + 9 mm
Das Erfle ist dann das Weitwinkel - Überblick - Such Okular. Ich würde das 42mm nehmen.

Sucher
Meine Empfehlung zum Sucher ist das 8x50 Sucherfernrohr mit rechtwinkeligen Einblick. Es gibt zu der Art des Suchers unzählige Meinungen, Ansichten und Überzeugungen. Ich möchte nichts anderes haben.

OAZ -Okularauszug
Nimm in jeden Fall einen OAZ mit Mikrofokussierung. Beim Skywatcher hatten wir keinen und das Stand bei uns schon ganz oben auf der "Muss man unbedingt noch kaufen-Liste"

Teleskop Vorab Service
Ich kenne natürlich nicht alle Anbieter und für eine eigene Entscheidung mag auch die örtliche Nähe eine Rolle spielen. Neben ICS mit so einem persönlichen und vorab-Prüf Service weiß ich noch von der Firma Telekop-Spezialisten, Herrn Kloss. Die Firma von Herrn Kloss wurde hier im Forum auch schon oft sehr gut und als empfehlenswert beschrieben. Auch dort würde ich anrufen.

Viel Erfolg beim Aussuchen - MünchenBeiNacht - Ewald
 

christian79

Mitglied
Hallo Ewald,

das klingt wirklich nach einem guten Tipp.

Ich frage mich nur, warum die Galaxys dann im Vergleich zu Original-GSO und SkyWatcher von der Verbreitung her eher ein Schattendasein führen. Qualität und guter Service sprechen sich doch normalerweise schnell rum.
 

casati

Mitglied
Hallo René,

Du hattest glaube ich, auch schon im Nachbarforum angefragt - deshalb: Lies bitte einmal Ulrikes Bericht hier quer:


1. Die große, sicherlich erst mal attraktive Öffnung löst nicht die Seeing und Lichtverschmutzungsprobleme bei DeepSky
2. Du wirst sehr schnell größere Instrumente nicht mehr nach draußen schaffen, wenn Deine letzten Erfahrungen nur von wenigen Erfolgserlebnissen beim Aufsuchen von Objekten geprägt sind.

Ich bleibe deshalb auch hier bei meiner dort geäußerten Empfehlung:

Beginne mit einer Grab 'n Go Lösung mit GOTO und Nachführung, packe einen preisgünstigen 80/560 ED Refraktor und eine IMX290 basierende CMOS Kamera dazu - und Du hast für ca. 850 EUR ein Gesamtpaket, dass auch bei Erweiterung Deines Teleskopparks auf z.B. einmal 20" im Garten Observatorium immer noch in seinen Bestandteilen als

- Kameraplattform für eine DSLR
- Guidingscope
- Planetenkamera

weiter verwendbar ist.

Deine Verhandlungsbasis bei Händlern, die nur Kisten schieben, sollte sich an den Preisen von FLO, UK orientieren.

Das gilt ausdrücklich NICHT für echte Fachhändler, wie z.B. Teleskop Spezialisten oder Teleskop Austria (und sicher noch andere, deren Namen Du in den Astroclubs in Deiner Nähe erfährst), die nicht nur eine Prüfung/Justage aller Artikel vor Auslieferung machen, sondern auch hervorragenden after-sales Service anbieten.

Im angehängten Foto siehst Du von Links nach Rechts M42 mit der SV 305 mit IMX290 (150 EUR) 20x6sek aufgenommen mit SVBONY SV503 80/560 Doublet ED (350 EUR), BRESSER Polaris 102/460 Achromat (250 EUR), Vixen Short Tube 80/400 Achromat (120 EUR), jeweils auf Skywatcher Discovery Mount (350 EUR).

Meine 2 cts.

Gruß,
Peter
 

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lacrimosa

Mitglied
Hallo erstmal,

Okulare
Die mitgelieferten Okulare sind für den Einstieg ausreichend. Nimm aber in jeden Fall gegen kleinen Aufpreis eines der folgenden Sets:
  • Erfle: 42 mm Plössl: 15 mm + 9 mm
  • Erfle: 30 mm Plössl: 15 mm + 9 mm
Das Erfle ist dann das Weitwinkel - Überblick - Such Okular. Ich würde das 42mm nehmen.
ich würde kein Okularset kaufen. Früher (TM) war ein Okular sowieso dabei. Am besten kaufst Du sie lieber einzeln.
Beim 42er wäre mir die Austrittspupille zu groß. Ich würde eher ein 32er Erfle, z.B. das TSWA32 kaufen.
Im Falle eines 200/1200er Dobson ist für die Wahl der Okulare diese Seite hilfreich.

Gruß
Ronald
 

lacrimosa

Mitglied
Hallo erstmal,

2. Du wirst sehr schnell größere Instrumente nicht mehr nach draußen schaffen, wenn Deine letzten Erfahrungen nur von wenigen Erfolgserlebnissen beim Aufsuchen von Objekten geprägt sind.
warum sollte er beim Aufsuchen wenig Erfolgserlebnisse haben? Er hat doch bereits Beobachtungserfahrungen gesammelt und nach eigener Aussage hat es ihm sogar Spaß gemacht.

Beginne mit einer Grab 'n Go Lösung mit GOTO und Nachführung, packe einen preisgünstigen 80/560 ED Refraktor und eine IMX290 basierende CMOS Kamera dazu - und Du hast für ca. 850 EUR ein Gesamtpaket, dass auch bei Erweiterung Deines Teleskopparks auf z.B. einmal 20" im Garten Observatorium immer noch in seinen Bestandteilen als

- Kameraplattform für eine DSLR
- Guidingscope
- Planetenkamera

weiter verwendbar ist.
So weit ich Rene verstanden habe, will er beobachten, aber keinen Teleskoppark eröffnen. Den Vorschlag halte ich für einen Wiedereinsteiger, der vor allem beobachten will, nicht nachvollziehbar.

Gruß
Ronald
 

christian79

Mitglied
Hallo Peter,

...
1. Die große, sicherlich erst mal attraktive Öffnung löst nicht die Seeing und Lichtverschmutzungsprobleme bei DeepSky
...
das Seeingproblem wächst tendenziell sogar mit der Öffnung, genauer: Durch das Seeing wird es mit wachsender Öffnung immer schwerer, sie bezogen auf das Auflösungsvermögen auch auszureizen.

Mit der Lichtverschmutzung hast du prinzipiell Recht, aber:

Ich beobachte außerhalb der Stadtzentren von Berlin mit einer typischen Grenzgröße von ca. 4,5 bis 4,8 mag. Unter genauer Kenntnis ihres Verlaufs kann ich bei überdurchschnittlich klarem Himmel (Grenzgröße dann ca. 5 mag) die Milchstraße an der Wahrnehmungsgrenze gerade eben noch erahnen.

Unter diesen Bedingungen bemerke ich mit zunehmender Öffnung sehr wohl eine Steigerung der Deep Sky-Leistung, insbesondere bei Sternhaufen:

M13 ist beispielsweise im 150/750 Newton zwar nicht in Einzelsterne aufgelöst, aber eindeutig "körnig". Man erkennt keine einzelnen Sterne (nur blickweise werden sie im indirekten Sehen nicht eindeutig erahnt), aber man sieht schon, dass es sich um keinen homogenen Nebel, wie z.B. M42, handelt. Im Gegensatz dazu ist der Sternhaufen mit einem 8'' SC fast bis ins Zentrum aufgelöst. Die Sterne sind dann zwar extrem schwach, aber bis nahezu ins Zentrum eindeutig im direkten Sehen sichtbar.

M42 ist im Achtzöller ebenfalls heller und detaillierter als mit sechs Zoll.

Mit größerer Öffnung kann man die Lichtverschmutzung zwar nicht ausschalten, aber auch in lichtverschmutzten Gegenden bringt eine größere Öffnung dennoch eine gewisse Steigerung an Deep Sky-Beobachtungsqualität, die man sich nicht entgehen lasen sollte.
 

Zehnzöller

Mitglied
...und dann klemmst an einem 10" nen UHC Filter vorne dran und gehst Sternezählen.

René schreibt, die Transportabilität sei nicht ein Problem. Zudem möchte er möglicht aufrecht beobachten können und hat sich zu einem Dobson durchgerungen. Wenn die transportabilität kein Problem darstellt, dann würde ich ihm zu einem 8 oder 10" Dobson raten. Da reicht ein Dreibeinhocker mit 60cm Sitzhöhe aus dem Jagd- und Wanderzubehör um sich hinhocken zu können und zu beobachten, egal wie die Büx grad ausgerichtet ist.

Das "mühsame" an diesen Dobsons ist nicht die Rockerbox zu transoprtieren sondern der grosse Tubus. Aber in jede halbwegs grosse Fliesshecklimousine passen die mit abgeklappten Rücksitzen problemlos rein mitsamt Zubehör und Thermoskanne. Bei vielen passt ein 10" Rohr sogar auf die Rückbank.
Ich schleppe in nem Chevy Volt (Opel Ampera) 10" Tubus, Rockerbox, Klapptisch, Okular- und Zubehörkoffer, Verpflegung und eine zusätzliche Person vorne mit.

René schreibt vorerst nichts von Forografie, folgedessen kann ich ihm -im Falle dass es ein Dobson werden darf- nur raten, nicht Angst vor Grösse zu haben. Dafür macht das mit den Dingern echt Laune visuell und tragbar ind montierbar ist das nicht schlechter als wenn man ne HEQ5 oder noch grösser mitschleift. Der Tubus ist da mühsamer.

Das ein oder andere gute Okular und ein Laserkollimator. Bei Skywatcher rate ich zur zusätzlichen Rollenlagerung im Azimut (das Nylon-Gleitsystem der Rockerboxen ist nix wert zum manuell nachführen), die Rockerbox sonst aber gut, bei mir auch die Höhenachse tiptop. Für Planeten eine 2x Barlow in der Qualitätsstufe guter Okulare und einen drehbaren Polarisationsfilter (sonst gibts bei f/5 Augenschmerzen bei Mond- und Jupiterbeobachtung) und los kann der Spass fürs erste gehen.

Liebe Grüsse,
Oli
 

Martin_B

Mitglied
Hallo Oli,

kurzer Einspruch; die Rollenlager sind leichtgängig; ja.
Aber meiner Meinung nach viel zu leichtgängig.
Das passt nicht zusammen mit der Gängigkeit der Höhenlager.

Es wurde da schon viel versucht von den Herstellern und ich frage mich, warum man nicht die 1000-fach bewährte Teflon - Ebony nimmt ...

Gruß Martin
 

Zehnzöller

Mitglied
@christian79 Ähm nein der war keineswegs spöttisch gemeint. Sorry wenn das so rüberkam. o_O Ich wollt' eigentlich zum Ausdruck bringen, dass es am selben Sternhaufen mit zwei Zoll mehr als den deinen erwähnten 8" bereits eine merkliche Steigerung der Auflösung gibt und eine Vielzahl an Sternen mit der Absoption des Streulichts durch einen UHC Filter ausgeblendet werden kann, so dass man da effektiv viele, viele Sterne im Haufen bereitd gut aufgelöst bekommt.

@Martin_B Das Rollenlager welches ich habe, ist ne Stahlplattenkonstruktion. Mittels der Lafettenschraube kann der Widerstand wunderbar wingestellt werden... Das ist kein Vergleich mehr zum Slip-Stick Verhalten dieser müssigen nylongleiter...
 
Zuletzt bearbeitet:

christian79

Mitglied
Hallo Martin,

...
kurzer Einspruch; die Rollenlager sind leichtgängig; ja.
Aber meiner Meinung nach viel zu leichtgängig.
Das passt nicht zusammen mit der Gängigkeit der Höhenlager.
...
dem kann ich nur zustimmen. Die angeblichen High-Tech-Rollenlager sind so leichtgängig, dass sie die Stabilität negativ beeinflussen. Ohne Rollenlager zittert es beim Scharfstellen merklich weniger.
 

christian79

Mitglied
Hallo Oli,

nichte für ungut. Jetzt verstehe ich, wie du es meintest. Im Bereich der typischen Amateurteleskop-Größen bringt jedes zusätzliche Zoll einen enormen Gewinn an Deep Sky-Beobachtungsqualität. Bei Mond, Planeten und Doppelsternen aufgrund des Seeings ab einer gewissen Größe (abhängig vom lokalen Seeing) meiner Erfahrung nach nicht unbedingt.
 

Zehnzöller

Mitglied
Da hast Du natürlich recht @christian79. Aber nen f/4.9 Newton ist punkto Seeing ohnehin mehrfach anfälliger als ein SC oder zumindest einem weniger lichtstarken Newton. Da brauchts nicht viel bis es störend flimmert. Es gibt ja auch zahlreiche Gründe sich für ausgiebige Planetenexkursionen Gedanken über ein besser geeignetes Gerät zu machen. Alleine die Tatsache dass man bei f/5 bereits für Jupiter ND Filter braucht um überhaupt was gescheits im Detail sehen zu können ausser nen Lichtfleck der wabert ohne andere Hilfsmittel.
 

christian79

Mitglied
Hallo Oli,

meiner Erfahrung nach sind offene Tuben unabhängig vom Öffnungsverhältnis weniger Seeing-anfällig als ein SC oder Mak, da ein schnellerer Luftaustausch gewährleistet ist.

Die Helligkeit von Jupiter und Planeten allgemein nimmt mit steigender Vergrößerung ab. Der ideale Wert liegt bei etwas über V = D in mm, unabhängig von der Öffnung des Teleskops. Bei f/5 braucht man hierfür natürlich kürzer brennweitige Okulare.

Mit f/5-Teleskopen hat man bei Mond und Planeten eher mit dem Kontrastverlust durch die größere Obstruktion zu kämpfen: Bei V = 2D bricht der Komtrast im Vergleich zu V = D in mm enorm ein. Daher denke ich über die Anschaffung eines 5'' Apo für Mond und Planeten nach.
 

Antares

Mitglied
Hi Leute
kann es sein, dass Ihr Euch eben ein wenig verrent?

@ zehnzöller: Deine Ausführen sind gar nicht zutreffend!

f/4,9 allein sagt nichts über die Seeinganfälligkeit aus.
Seeing ist eine scheinbare Bewegung eines Objektes. Diese Bewegung läßt sich nur sehen, wenn Sie aufgelöst werden kann. Es ist also eine Frage des Auflösungsvermögens des Teleskops und damit eine Frage der Größe der Primäröffnung. HieVariante 1 - das rein atmosphärische Seeing.

Das ein Newton mehrfach anfälliger als ein SC dafür sei, paßt auch nicht. Das Gegenteil ist der Fall.
Temperaturuntershiede in der Luft bewirken doch die Bewegung. Und da sind geschlossenen Systeme im Nachteil, weil der Luftaustausch und die Temperaturanpassung im Tubus langsamer ist, als es ist offenen Systemen möglich ist. Hier ist Tubusseeing das Thema.

Wieso soll man für Jupiter Filter brauchen? Das passiert nur wenn man mit zu großer Pupille ran geht. Man ist gut beraten, die Adaption zu vermeiden. Dann kann man auch mit 20 oder 30 Zoll ohne Filter schauen. Ich könnte davon aus eigener Erfahrung berichten.

@ christian 79 - f/5 muss nicht hoch obstruiert sein. Der befürchtete Kontrastverlust durch die hohe Obstruktion betrifft nur die Massengeräte, die visuell und fotografisch verwendbar sein sollen und deswegen mit visuell unnötig hoher Obstruktion ausgestattet werden (müssen).
Mein 32 cm f/5 hatte 18% Obstruktion, mein 30 cm Reisedob mit f/4,6 rd 20%. Mein 8" Reisedob f/5 hat ca 23%. Mit allen Geräten kann /konnte ich am Mond bis auf 0,5 AP rauf.
Mehr Details sind ne Frage der Lichtmenge (Kontrast) und des Auflösungsvermögens (Öffnung). Das gilt bei jedem optischen System.
CS
 

Zehnzöller

Mitglied
Du hast natürlich Recht, ich hätte 10" Öffnung schreiben sollen nicht f/5 da habe ich mich vertan und alles durcheinander gebracht _affeaugen:
War und werde nie der theoretische funktionierende Mensch. Ich muss mich da nach 5 Jahren Astropause nochmal wieder mit befassen.

Ich komm derzeit auf eine kleinste AP von 1. kürzere Okulare sind noch unterwegs, daher hatte ich keine andere Möglichkeit als nen ND Filter einzusetzen. Der Planet hat komplett überstrahlt (oder mein Auge war wohl nach reichlich Spechteln zu müde und empfindlich als ich zum Schluss vor dem Packen drauf hielt)

Entschuldigt also fürs Durcheinander.
 

christian79

Mitglied
Hallo Oli,

da für Planeten eine AP um die 0,7 mm als ideal gilt, das entspricht auch meiner Erfahrung, kann ich mir gut vorstellen, dass du mit deiner bisherigen Ausrüstung für einen optimalen Planeten-Anblick einen Neutralgraufilter benötigst.
 

christian79

Mitglied
Hallo Antares,

...
@ christian 79 - f/5 muss nicht hoch obstruiert sein. Der befürchtete Kontrastverlust durch die hohe Obstruktion betrifft nur die Massengeräte, die visuell und fotografisch verwendbar sein sollen und deswegen mit visuell unnötig hoher Obstruktion ausgestattet werden (müssen).
...
mein 150/750 Newton hat genau 33,3% Obstruktion (Fangspiegel 50 mm kleine Achse). Das entspricht in etwa der Obstruktion meines früheren 8'' SC plus/minus ein Prozent. Bei letzterem war der Kontrastverlust bdei V = 2*D im Vergleich zu V = D bei Weitem nicht so stark wie beim (korrekt justierten) Newton. Ist das normal?
 

Antares

Mitglied
Hi Christian,

das liegt daran dass es einer von der Stange ist, der auch fotografisch funktionieren soll, vermute ich.
Beim fotografieren, hat man viel mehr ausgeleuchtetes Feld, passend zum Chip der Kamera. So wird das Licht vom HS kommend früher durch den FS ausgeleitet - das Strahlenbündel ist dicker als es visuell sein müßte. Rein visuell müßten diese Geräte allesamt einige cm längere Tuben (mehr Abstand HS zu FS) und niedrigere OAZs haben. Dann sind sie visuell ausgelegt mit viel kleineren FS auszustatten.
So kann man z.B: 12" f/5 mit 18% Obstruktion bauen und trotzdem bemerkt man keinen Helligkeitsabfall zum Rand hin wenn man mit 31iger Nagler oder 30 mm ES schaut.

Je kleiner die Öffnung ist, umso höher muss die Obstruktion beim Newton sein. Baust Du einen 114/450 mm so hat für 2" Auslegung visuell einen 40mm FS und damit gewaltige Obstrukttrion.
Einen 6" f/5 kann man wie folgt kalkulieren:

f/5 heißt, dass das vom HS kommende Licht alle 5 cm Wegstrecke 1 cm weniger Durchmesser hat.

Also brauchen wir den Weg von der FS Mitte zum Fokus.
Tubusdurchmesser/2 + Tubusdicke + Höhe OAZüber Tubus + 2,5 cm (da ist etwas Puffer drin, weil es Okulare mit intrafokalem Weg gibt) und erhalten den Teil der 750 mm Brennweite den wir nicht als Abstand HS zu FS (daraus ergibt sich quasi die Tubuslänge) brauchen.

Im Kopf 18/2 cm + 0,3 cm + 5 + 2,5 cm = 16,8 cm
Ergo ist das Strahlenbündel am FS 16,8 * 1/5 (f/5 ist ein Bruch) = 33,6 mm.
Das ist das FS Minimum bei punktförmiger Ausleuchtung zu 100 %.
Wieviel Ausleuchtung brauchen wir visuell?
Größte sinnvolle Feldblende bei f/5 dürfte das 30mm ES 80 Grad haben. Sind ca 40 mm, meine ich.
Ich nehme immer 1/5 der Feldblende als Ausleuchtung, hier also 8 mm dazu.
Ergo brauchen wir einen FS von 33,6 + 8 mm = 41,6 mm. Das sind 27,7 %

Nehmen wir nun einen Helical-OAZ wie Kineoptics HC2 der nur 2 cm hoch ist sparen wir bereits 3 cm am OAZ Turm, was bei f/5 direkt einen 6 mm kleineren FS ermöglicht. Machst die 0,6 mm noch weg, so hättest 35 mm FS also 23 % Obstruktion für einen 6" f/5.

CS
 

renga84

Mitglied
Liebe Leute,

ich sehe, dass hier jeder so seine persönlichen Vorlieben gefunden hat und finde es sehr interessant, wie jeder für sich persönlich seine "Taktik" gefunden hat, Objekte bestmöglich zu beobachten/abzulichten. Es existieren unterschiedliche Meinungen, einige wiederrum sind sich ähnlich. Das finde ich gut, da ich es so aus vielen Perspektiven betrachten kann. Ich finde es toll, wie schön ihr euer Hobbie findet, da steckt Leidenschaft hinter. Vieles kann ich schon nachvollziehen, einiges wird mir dann wohl durch die Praxis und Zeit klar werden.

Mein Dobson ist unterwegs und ich freue mich wie damals als Teenager, als ich mein erstes Teleskop erhielt.

Ihr helft hier wirklich toll.
Danke an jeden einzelnen von Euch!

Gruß
René
 

christian79

Mitglied
Hallo Antares,

vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen.

Ja, es ist ein Newton von der Stange, und zwar der Skywatcher Explorer 150P (Ohne PDS). Insgesamt bin ich mit ihm absolut zufrieden. Das mit dem Kontrastverlust im Hochvergrößerungs-Bereich ist natürlich ein kleiner Nachteil, den ich als erklärter Nicht-Bastler aber in Kauf nehme. Alles Gute ist halt nie beisammen und jedes Serienprodukt ist irgendwo ein Kompromiss.
 

renga84

Mitglied
Nabend,

es ist das Galaxy Dobson D10 mit Quarzspiegel, 2" Crayford Linear Bearing 1:10, Galaxy 8x50 Sucher 90°, Erfle 42 mm und Plössl 15 + 9 mm geworden. (per Dobson Konfigurator)

Bezüglich der Erweiterung von Okularen bin ich jetzt schon ganz gespannt. Da wird sicher noch eine Menge zu kommen. Ich schau erstmal so durch, weil ich auch weiß, dass ich danach sowieso Bock auf mehr bekomme :)

Und ich denke, wenn ich mich so wie momentan mit der Materie weiter beschäftige und lese, lerne ich mal etwas über diese ganzen Bezeichnungen verschiedenster Optiken kennen. Manchmal weiß ich nämlich nicht, wie es sich in der Praxis verhält und kann es lediglich nur erahnen.

Ich bin jedenfalls gespannt!
 
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