**DONOTDELETE**
Re: wieso liefert C8SC schlechtes Bild in verg zu
Hallo Manfred,
dein Posting fordert eine Antwort heraus. Einige Punkte sehe
ich nämlich deutlich anders.
Ja. 35% zentrale Obstruktion hat deutlich negative Auswirkung
auf den Kontrast. Aber:
Wenn es nur das wäre dann hätte ein 8" SC immer und bei
jeder Ortsfrequenz einen Vorteil gegenüber einem 5" Apo.
Es muß also etwas anderes sein was das SC einbremst.
Das sehe ich ebenso.
Da ich nicht berufsmäßig strehle weis ich nicht ob das hinkommt,
aber die annähernd perfekten SC sind auch nach meiner persönlichen
Einschätzung, basierend auf visueller Beobachtung, eher rar.
Äh, Moment. So schlecht sind SC aufgrund ihrer Fertigungsqualität
nicht. Hauptspiegel und Fangspiegel sind sphärisch, sie lassen
sich deshalb auch in der Massenproduktion ausreichend genau
fertigen. Die Schmidtplatte ist asphärisch und deshalb eher
kritisch was die Fertigung betrifft. Ich bestreite nicht daß
es SC gibt die so schlecht sind wie du schreibst, aber die
sind es dann Aufgrund von Dejustage.
Das betrifft jedes Teleskop, selbst einen Apo. Ich sah mal einen
Apo eines Edelherstellers der transportbedingt dejustiert war,
das sah man dann auch sofort und heftig an der Abbildung.
Kommt auf die Größe des SC und des Apo sowie deren jeweilige
individuelle Qualität und deren Justage sowie Auskühlzustand an.
Das Problem des SC aus der Massenfertigung ist die fehlende
Justagemöglichkeit des Hauptspiegels durch des User. Wenn das
werksseitig nicht paßt, dann hat das SC und dessen Besitzer
Pech gehabt. Dann kann so ein 8" SC nicht mal mit einem 4" Apo
mithalten und ein 5" Apo läßt es total alt aussehen.
Nö, das ist bei einem guten Apo wirklich so, stört mich nicht,
sondern es freut mich beim durchschauen. Das betrifft allerdings
ebenfalls alle anderen guten Teleskope ...
Ja, ein SC aus der Massenfertigung hat off-axis starke Koma,
außerdem starke Bildfeldwölbung. Auch ein Newton hat off-axis Koma,
die Bildfeldwölbung ist aber eher moderat, beides ist bei
gegebener Öffnung abhängig von der f/ratio. Je lichtstärker
desto schlimmer.
Aber auch ein üblicher Apo mit 2 oder 3 Linsen vorne hat eine
starke Bildfeldwölbung. Bildfeldwölbung allein hat visuell
noch keine starke Auswirkung, da das Auge sie wegokkomodiert
wenn der User nicht zu alt ist und die Wölbung nicht zu stark ist.
(Beim Photographieren ist sie dagegen tödlich).
Die Koma ist aber ein Problem unter der die off-axis Abbildung
massiv leidet. Beim Newton kann man sie per Komakorrektor beheben,
beim SC könnte man an Haupt- oder Fangspiegel asphärsieren,
oder die Schmidtplatte in die richtige Position rücken
(etwa doppelt so weit wie beim serienmäßigen SC) um die Koma
zu beheben.
Ist also auch eine Frage des Aufwandes und des Willens.
Beim Apo gibt es bei einigen Modellen auch Koma, siehe den
Takahashi Sky 90:
http://www.optique-unterlinden.net/takahashi/SKY-90.php
Auf "Optiques" klicken, und dann auf "Spots diagrams" klicken.
Die obere Reihe zeigt die deutliche off-axis Koma des Sky 90
ohne Korrektor, die untere Reihe die auskorrigierte Kome bei
Verwendung des Sky 90 mit Korrektor/Reducer (!)
Stimmt. Das sieht man dann wenn man sich auf die Sterne am
Bildrand konzentriert und das Okular dann gut genug ist um
die Sterne nicht noch mit eigenen Okularfehlern, meist üblem
Astigmatismus, zu versehen.
Nein, das ist auch so ein alter Hut. Das nicht reflektierte Licht
treibt keineswegs als Streulicht im Tubus und in der Bildebene
sein Unwesen. Es geht weitehend durch die Spiegelschicht hindurch
und ist damit dann wech. Ein weiterer Teil wird absorbiert.
Das was reflektiert wird ist das Licht was das Bild formt.
Nur das Licht was reflektiert wird und wegen Imperfektionen
des Spiegeloberfläche (Mikrorauheit, "Hundekuchenoberfläche") und der Beschichtung
(ebenfalls Mikrorauheit)
reflektiert wird und in der Bildebene sein Unwesen treibt
ist tatsächlich böse.
Bei guten Spiegeln ohne abgefallene Kante und ohne erhebliche
Mikrorauheit tritt das Problem nicht auf.
Aber natürlich fehlt das bei sagen wir 88% Reflektivität
nicht reflektierte Licht und erfordert beim Spiegelteleskop
einen größere Öffnung als beim Apo mit hochreflektivem Zenithspiegel.
Man kann mit einem 7" Apo etwas das gleiche Licht wie bei
einem 8" Newton erhalten.
Wenn es ei guter Apo mit einem guten hochreflektivem Zenitspiegel ist.
Das würde ich nicht verallgemeinern. Von mir ernten Apo-Freaks
nur dann den verdienten Widerspruch wenn sie mal wieder meinen,
daß ein 4" Apo einem 8" Spiegelteleskop an Auflösung gleichkäme.
Solcherlei Lächerlichkeiten liest man von Zeit zu Zeit,
weil die Leutchen ein MtF Diagramm nicht richtig lesen können.
Und:
Nadelpunktfeine Sterne auf samtschwarzem Grund?
Frag mal bei Jürgen H an was er durch meinen Newton gesehen hat.
Es ist nicht eine Frage das Prinzips, Spiegel oder Linse,
sondern eine Frage der Herstellungsqualität der Teleskope.
Du würdest ja auch nicht einen 120/600er China-Chromat
mit einem 115/800er Apo vergleichen.
Wen du erstklassige Spiegelteleskope vor Augen hast dann fällt
es zuweilen schwer in der fokalen Abbildung einen Unterschied
zu einem Apo festzustellen.
Gruß und gute Nacht, Karsten
Hallo Manfred,
dein Posting fordert eine Antwort heraus. Einige Punkte sehe
ich nämlich deutlich anders.
2. Planeten:
Hier scheint die deutlich größere Öffnung zunächst auch klar im Vorteil zu sein. Aber, das Spiegelteleskop hat ca. 35% Obstruktion, was auf den Kontrast erhebliche negative Auswirkungen hat.
Ja. 35% zentrale Obstruktion hat deutlich negative Auswirkung
auf den Kontrast. Aber:
Wenn es nur das wäre dann hätte ein 8" SC immer und bei
jeder Ortsfrequenz einen Vorteil gegenüber einem 5" Apo.
Es muß also etwas anderes sein was das SC einbremst.
Dazu kommt, dass die üblichen Massen-SC`s keineswgs optisch in der obersten Liga spielen.
Das sehe ich ebenso.
Wenn das Gerät gerade mal beugungsbegrenzt ist, hat man ein Ausnahmeexemplar erwischt.
Da ich nicht berufsmäßig strehle weis ich nicht ob das hinkommt,
aber die annähernd perfekten SC sind auch nach meiner persönlichen
Einschätzung, basierend auf visueller Beobachtung, eher rar.
bei gerade mal 1/2 bis 1/3 Lambda, das bedeutet, dass man von beugungsbegrenzter Abbildung selbst auf der Achse nicht mehr sprechen kann.
Äh, Moment. So schlecht sind SC aufgrund ihrer Fertigungsqualität
nicht. Hauptspiegel und Fangspiegel sind sphärisch, sie lassen
sich deshalb auch in der Massenproduktion ausreichend genau
fertigen. Die Schmidtplatte ist asphärisch und deshalb eher
kritisch was die Fertigung betrifft. Ich bestreite nicht daß
es SC gibt die so schlecht sind wie du schreibst, aber die
sind es dann Aufgrund von Dejustage.
Und selbst diese eher mäßige Leistung bringt der SC nur, wenn er perfekt kollimiert und optimal ausgekühlt ist,
Das betrifft jedes Teleskop, selbst einen Apo. Ich sah mal einen
Apo eines Edelherstellers der transportbedingt dejustiert war,
das sah man dann auch sofort und heftig an der Abbildung.
Kurz und gut, ein 8"-SC wird im Regelfall dem Apo nicht überlegen sein.
Kommt auf die Größe des SC und des Apo sowie deren jeweilige
individuelle Qualität und deren Justage sowie Auskühlzustand an.
Das Problem des SC aus der Massenfertigung ist die fehlende
Justagemöglichkeit des Hauptspiegels durch des User. Wenn das
werksseitig nicht paßt, dann hat das SC und dessen Besitzer
Pech gehabt. Dann kann so ein 8" SC nicht mal mit einem 4" Apo
mithalten und ein 5" Apo läßt es total alt aussehen.
Beim Apo wird oft von den "nadelpunktfeinen Sternen vor pechschwarzem Himmel" geschrieben. Das mag zwar den Spiegelfreund ärgern, aber da ist etwas Wahres dran, wie ich aus eigener praktischer Erfahrung weiß.
Nö, das ist bei einem guten Apo wirklich so, stört mich nicht,
sondern es freut mich beim durchschauen. Das betrifft allerdings
ebenfalls alle anderen guten Teleskope ...
Außerdem hat ein SC ( oder auch ein halbwegs kompakter Newton ) abseits der Achse neben der Bildfeldwölbung massive Koma, vergleichbar mit der eines f5-Newtons.
Ja, ein SC aus der Massenfertigung hat off-axis starke Koma,
außerdem starke Bildfeldwölbung. Auch ein Newton hat off-axis Koma,
die Bildfeldwölbung ist aber eher moderat, beides ist bei
gegebener Öffnung abhängig von der f/ratio. Je lichtstärker
desto schlimmer.
Aber auch ein üblicher Apo mit 2 oder 3 Linsen vorne hat eine
starke Bildfeldwölbung. Bildfeldwölbung allein hat visuell
noch keine starke Auswirkung, da das Auge sie wegokkomodiert
wenn der User nicht zu alt ist und die Wölbung nicht zu stark ist.
(Beim Photographieren ist sie dagegen tödlich).
Die Koma ist aber ein Problem unter der die off-axis Abbildung
massiv leidet. Beim Newton kann man sie per Komakorrektor beheben,
beim SC könnte man an Haupt- oder Fangspiegel asphärsieren,
oder die Schmidtplatte in die richtige Position rücken
(etwa doppelt so weit wie beim serienmäßigen SC) um die Koma
zu beheben.
Ist also auch eine Frage des Aufwandes und des Willens.
Beim Apo gibt es bei einigen Modellen auch Koma, siehe den
Takahashi Sky 90:
http://www.optique-unterlinden.net/takahashi/SKY-90.php
Auf "Optiques" klicken, und dann auf "Spots diagrams" klicken.
Die obere Reihe zeigt die deutliche off-axis Koma des Sky 90
ohne Korrektor, die untere Reihe die auskorrigierte Kome bei
Verwendung des Sky 90 mit Korrektor/Reducer (!)
Wenn ich also einen großflächigen Sternhaufen anschaue, sind nur Sterne nahe der Achse feine Punkte, weiter nach außen nimmt die Bildschärfe schon merklich ab.
Stimmt. Das sieht man dann wenn man sich auf die Sterne am
Bildrand konzentriert und das Okular dann gut genug ist um
die Sterne nicht noch mit eigenen Okularfehlern, meist üblem
Astigmatismus, zu versehen.
Schließlich kommt dazu, dass beim Spiegelteleskop nur etwa 85% - 90% des Lichts pro Spiegelfläche reflektiert werden, der Rest treibt als Streulicht im Tubus sein Unwesen und verringert den Kontrast erheblich.
Nein, das ist auch so ein alter Hut. Das nicht reflektierte Licht
treibt keineswegs als Streulicht im Tubus und in der Bildebene
sein Unwesen. Es geht weitehend durch die Spiegelschicht hindurch
und ist damit dann wech. Ein weiterer Teil wird absorbiert.
Das was reflektiert wird ist das Licht was das Bild formt.
Nur das Licht was reflektiert wird und wegen Imperfektionen
des Spiegeloberfläche (Mikrorauheit, "Hundekuchenoberfläche") und der Beschichtung
(ebenfalls Mikrorauheit)
reflektiert wird und in der Bildebene sein Unwesen treibt
ist tatsächlich böse.
Bei guten Spiegeln ohne abgefallene Kante und ohne erhebliche
Mikrorauheit tritt das Problem nicht auf.
Aber natürlich fehlt das bei sagen wir 88% Reflektivität
nicht reflektierte Licht und erfordert beim Spiegelteleskop
einen größere Öffnung als beim Apo mit hochreflektivem Zenithspiegel.
Man kann mit einem 7" Apo etwas das gleiche Licht wie bei
einem 8" Newton erhalten.
Beim Apo gelangen ca. 95% des vom Objektiv eingefangenen Lichts auch ins Okular.
Wenn es ei guter Apo mit einem guten hochreflektivem Zenitspiegel ist.
In diesem Forum - da meine ich auch Dich, Sven - wird man als Apo-Freund ( der ich gar nicht bin, ich mag Spiegelteleskope genauso gern ) oft als jemand hingestellt, der völlig blödsinnigerweise (zu)viel Geld für wenig Öffnung ausgibt.
Das würde ich nicht verallgemeinern. Von mir ernten Apo-Freaks
nur dann den verdienten Widerspruch wenn sie mal wieder meinen,
daß ein 4" Apo einem 8" Spiegelteleskop an Auflösung gleichkäme.
Solcherlei Lächerlichkeiten liest man von Zeit zu Zeit,
weil die Leutchen ein MtF Diagramm nicht richtig lesen können.
Und:
Nadelpunktfeine Sterne auf samtschwarzem Grund?
Frag mal bei Jürgen H an was er durch meinen Newton gesehen hat.
Es ist nicht eine Frage das Prinzips, Spiegel oder Linse,
sondern eine Frage der Herstellungsqualität der Teleskope.
Du würdest ja auch nicht einen 120/600er China-Chromat
mit einem 115/800er Apo vergleichen.
Wen du erstklassige Spiegelteleskope vor Augen hast dann fällt
es zuweilen schwer in der fokalen Abbildung einen Unterschied
zu einem Apo festzustellen.
Gruß und gute Nacht, Karsten