Woher kommt das Rauschen?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Hallo Norbert,

wie auch immer, wir meinen das selbe. Darauf kommt es an. Bei gekühlten Kameras (jedenfalls bei meinen) findest Du das ja nicht. Deshalb habe ich das als "warm pixel" bezeichnet.

Warum man es trotzdem auch bei "hellen" Flächen im Bild sieht:
Weil die Werte bei der EBV nichtlinear gestretcht werden und die zarten Nebel gar nicht so hell sind...
Das stimmt.

Gruß,
Peter
 
Hallo zusammen,
auch auf die Gefahr hin, die Verwirrung noch zu vergrößern, würde ich gern versuchen, die Hot- und Warmpixel-Thematik etwas aufzuhellen. Ich habe mir einige Canons wie die 600D genauer angesehen und da findet man typischerweise folgendes:

- Etwa. 20 bis 100 Pixel sind schon nach 60s sehr hell oder gesättigt. Zu diesen 'Hotpixeln' kommen nochmal so ein- bis zweitausend Geschwisterchen, die schon von der Kamera wegretuschiert werden, bei Canon aber - anders als bei Sony- ohne große Nebenwirkungen.

- Der "warm pixel bump", den schon Greg Stark vor vielen Jahren beschrieben hat, ist auch für die aktuellen Canons noch da. Er besteht aus einigen hundert bis zu zig-tausenden Pixeln, die sich bei längeren Belichtungen (ab ca. 5 min bei 20°C) von der Hauptgruppe lösen und einen eigenen Peak bilden.
Mit zunehmender Belichtungszeit entfernt sich dieser Peak immer weiter vom Rest, es ist also wirklich eine Gruppe von Pixeln mit erhöhtem Dunkelstrom und nicht mit abweichender Verstärkung.
Die Zahl dieser Pixel kann auch innerhalb eines Kameramodells sehr stark schwanken.
Diese Pixel erscheinen in Peters zweitem Bild aufgrund der hohen Verstärkung als 'Hotpixel'. (Die Unterscheidung warm/hot ist eh etwas willkürlich.)

- Das was Peter als Warmpixel klassifiziert sind noch 'kühlere' (Warm-)Pixel mit erhöhtem Dunkelstrom. Gerade viele 600D (und neuere Modelle) haben hier im Histogramm gern eine 'Warmpixel'-Schulter, die meiner Einschätzung nach Quelle von moving pattern noise ist. Hier hilft nur eine sehr sorgfältige Dark-Korrektur. Bei den Bildern von Norbert passt z.B. die Temperatur der Darks nicht, deshalb muss man sie etwa um den Faktor 2 'intensivieren' um das Muster weitgehend wegzukriegen.

Gruß, Erwin
 
Hallo Erwin,

sehr interessant, Danke.
Da ich es nicht schaffe, die Darks und Lights mit konstanter Temperatur aufzunehmen, kommt wirklich nur Dithern als Lösung in Frage.
Nun, die andere Lösung ist ein Tausch der Kamera, ja, aber mein Bestreben ist jetzt schon, das Maximum aus diesem Equipment rauszuholen. Gerade das macht auch etwas den Reiz aus.
(zumal ich nun meinen Laptop mit APT, PHD2 usw. soweit habe, das Dithern gehen müsste)

Gruß Norbert
 
Ich habe den Median nun fertig. Das, was das Dithern im Orts-raum ist, ist der Median im Zeit-Raum. Die gleichen Pixel aus allen Einzelkarten werden beim Medianverfahren nach ihrer Intensität sortiert. Dann wird der mittlere Wert aus dieser Sortierung genommen. Letztlich springt man für unterschiedliche Pixel auch zu unterschiedlichen Einzelbildern.

Wem das zu komliziert scheint, kann sich das Resulat anschauen:

M45_median.png

Meines Erachrens sieht das schon viel besser aus, als das Original. Der Nachteil allgemein beim Medianfiltern ist ein etwas höheres Rauschen gegenüber dem arithmetischen Mitteln. Jedenfalls wenn reines normalverteiltes Rauschen vorliegt. Da in diesem Fall aber das "walking noise" dominant ist, kann man damit leben, meine ich.

Ich bastele aber noch an anderen Methoden herum. Die brauchen aber Zeit zum rechnen...

Gruß,
Peter
 
Hallo Norbert,

ich habe mein Resultat hier als FITS File hinterlegt.

Beim median-filtern muß man allerdings aufpassen. Die Bilder müssen alle gleich skaliert sein und auch den gleichen Offset haben im Einzelbild. Die Skalierung sollte kein Problem sein, weil Du immer mit der gleichen Zeit belichtet hast. Den Offset habe ich angepasst, indem ich das erste Bild als Referenz benutzt habe und allen anderen Einzelbilder auf den gleichen Mittelwert geschoben habe, den ich aus dem Referenzbild ermittelt habe.

Allerdings gibt es bei Deinen Bilder noch ein Problem: Du hast kein Flat abgezogen. Damit verschiebt sich die Vignette nach dem Alignen durch die Bilder. Das ist fürs Medianmitteln problematisch.

Normalerweise, wenn alle Bilder gleich gut sind, kannst Du nach dem Medianmitteln mit eine Rauschen rechnen, das dem von 2/3 aller arithmetisch gemittlten Bildern entspricht. Hast Du viel Schrott in den Bildern, verbessert sich das Rauschen im Median.

Es gibt auch noch die Möglichkeit, einen MittelMedian anzuwenden. Dieser Filter schmeißt nur die Outliers weg. Damit gewinnt man an SNR. Das ist in Deinem Fall aber nicht sinnvoll, weil Du zu viele Outliers hast durch das "walking noise".

Gruß,
Peter
 
Ich hatte gestern Abend noch ein andere(s) Experiment(e) gemacht. Ich habe meinen Hotpixel-Filter auf ein ganz niederes Niveau gesetzt. Damit ist das SNR natürlich besser als mit dem Median gefiltert. Ob das Endresultat auch den Erwartungen entspricht, kann Du entscheinde. Das Bild liegt wieder hier.

M45_warmpixelfilter.png


Gruß,
Peter
 
Das solltest Du auf jeden Fall machen. Wie sieht denn Dein Ergebnis aus im Vergleich zu Alten?
Das Medianfiltern kannst Du auf Deine alten Daten anwenden, um das "walking noise" damit zu entfernen. Zumindest kosmetsch siehts dann besser aus.

In meinem letzten geposten sind die Hotpixel und so noch drin, weil ich die erstmal nicht gefilter habe. Es war nur ein Test, ob das "walking noise" damit in den Griff zu bekommen ist.

Es gibt immer und für alles eine Lösung. ;)

Ach ja: Wenn Du wirklich ein Verbesserung des SNR bekommen willst, mußt Du unbedingt auch ein MasterFlat machen.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Norbert, Peter,

das Median-Stacking scheint ja schon einiges zu bringen.

Als ich nochmal etwas genauer auf die Bilder geschaut habe, ist mir etwas aufgefallen, das ich beim ersten Blick übersehen hatte: Beim Abzug des Master-Darks ist das Ergebnis für viele Pixel negativ (weil der Himmel sehr dunkel ist - etwas, das ich hier bei Stuttgart nur mit Schmalbandfiltern kenne). Ich habe die Bilder jetzt nochmal gestackt ohne dabei die negativen Werte bei null abzuschneiden und siehe da, das Rauschmuster ist merklich schwächer geworden.
Dann habe ich noch versucht, die Dark-Skalierung zu optimieren. Dabei ist dann etwas Erstaunliches passiert, das ich noch nicht recht verstanden habe: Wenn ich die Darks hochdrehe, bis die hellen Hot/Warm-Pixel verschwinden, tritt das Bewegungsmuster stärker hervor. Umgekehrt verschwindet es fast ganz, wenn ich die Darks nicht skaliere. Ich habe dazu mal Bildausschnitte herausgezoomt:

stackvergleich.png


Von links nach rechts:
- Negative Werte abgeschnitten, Dark x 2
- Negative Werte erhalten, Dark x 2
- Negative Werte erhalten, Dark x 1
- Negative Werte erhalten, Dark x 1, Ausreißer-Clipping

Mit dem Ausreißer-Clipping (eine vereinfachte Version des Sigma-Clipping, die hier nur sehr wenige Pixel wegnimmt und das SNR praktisch nicht verschlechtert) sieht das Ergebnis doch schon recht ordentlich aus.
 
Hallo Erwin,

ich hatte Dein erstes Posten bis jetzt übersehen. Sehr interessanter Beitrag.
Das da negative Werte auftreten ist nur der Subtraktion geschuldet, die das "Nullniveau" (den Mittelwert des Bildes) absenkt. Das "Nullniveau" spielt aber bei der Division durch das Flat eine Rolle, deshalb sollte man das nicht vor der Flatkorrektur verändern. Wenn man 2xDark abzieht, verändern man das "Nullniveau", was sich somit bemerkbar macht.

Wenn man die negativen Werte abschneidet, greift man in die Rauschstatistik ein. Das ist eher nicht so gut.

Was heißt denn "Darks hochziehen"?

Wie genau bist Du denn zu den gezeigten Ergebnissen gekommen? Insbesondere die letzten beiden Ausschnitte sehen sehr gut aus. Hast den Median dazu benutzt?

Wichtig beim Erstellen der Darks bei ungekühlten Kameras ist natürlich, daß die Temeraturen absolut gleich sein müssen. Die Darks müssen bei der gleichen Temperatur aufgenommen werden, wie die Lights auch. Sonst vergleicht man Äpfel mit Birnen. Bzw zieht Birnen von Äpfeln ab.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Beim Abzug des Master-Darks ist das Ergebnis für viele Pixel negativ (weil der Himmel sehr dunkel ist - etwas, das ich hier bei Stuttgart nur mit Schmalbandfiltern kenne).
Ja, der Himmel ist relativ dunkel. M31 ist mit blosem Auge erkennbar, das Milchstrassenband ist auch deutlich sichtbar.
Freilich ist es kein Alpenhimmel, aber ich bin damit erst mal zufrieden.
Höhe über 0 ist 430m.
Man erreicht mit "günstigster" Ausrüstung eine Tiefe, von der Stadtrandbewohner nur träumen können.

Zu den Darks:
Ja, die Temperatur war wohl nicht gleich, das ist aber auch schwierig, wenn es Nachts zunehmend kälter wird.
Wie schon geschrieben, wäre es schade, wenn ich den "Standortvorteil" durch fehlendes "Dithering" verschenke.

Gruß Norbert
 
Ja, die Temperatur war wohl nicht gleich, das ist aber auch schwierig, wenn es Nachts zunehmend kälter wird.
Wie schon geschrieben, wäre es schade, wenn ich den "Standortvorteil" durch fehlendes "Dithering" verschenke.

Hallo Norbert,

den Standortvorteil kann man sich durch das Rauschen einer ungekühlen Kamera aber schnell wieder kaputt machen. Bei Deinem Himmel lohnt sich eine gekühlte Kamera auf jeden Fall. Die gibts doch auch gebraucht?

Das hohe Grundrauschen bekommt man mit Dithering nicht weg. Du kannst nur die "warm pixel" über das Summenbild verteilen und damit über noch höheres Rauschen unsichtbar machen.

Gruß,
Peter
 
[Off Topic]
Hallo Peter,

mein persönliches Budget fürs Hobby habe ich dieses Jahr überschritten.
Auch braucht man was, auf das man sich freuen kann!

...gebraucht kommt eher nicht in Frage, es wird eine gekühlte Farb-CMOS mit APS-C Format und neuester Technik.
Keine Kompromisse!

Für die "Weiterentwicklung" meiner "Fähigkeiten" im Bezug auf Astrofotografie spielt es aber erst mal keine Rolle mit was ich fotografiere. Geschätzt 2/3 eines gelungenen Bildes machen die Beherschung des Equipments und dann die richtige EBV aus.

Wenn man einem Anfänger einen RASA8 schenkt kommt auch nix raus...

Gruß Norbert
[/Off Topic]
 
Ich versuch's mal der Reihe nach und hoffe nichts zu übersehen:

Das Null-Niveau bei DSLRs wird künstlich festgehalten, bei der 600D immer bei ca. 2048.
Wenn ich Darks skaliere ziehe ich vorher ein Bias ab oder, wenn ich keins habe wie hier, das Nullniveau und addiere es zum Schluss wieder. Es bleibt also alles wie es sein sollte.

Das Abschneiden der negativen Werte beim ersten Stack war ein Versehen, weil ich nicht richtig auf das Histogramm geschaut habe. Ich weiss aber nicht, was z.B. DSS da macht (ich verwende meinen eigenen Stacker).

Mit "Darks hochziehen" meine ich auf eine höhere Temperatur skalieren (ca. 2x je 4 bis 5 Grad), um den Temperaturunterschied auszugleichen. In den EXIF-Daten der CR2's steht die Tempertur ja drin.

Alle 4 Beispiele sind rein gemittelt (nach 1x oder 2x Dark-Abzug). Nur beim letzten sind die (hellen) Hotpixel geclippt, die schwachen, die in den ersten beiden die Streifen machen, sind noch drin, allerdings durch die Darks gut korrigiert.

Ich glaube auch, Dithering bringt gegen dieses Rauschmuster nicht viel, eine passende Dark-Korrektur ist wichtiger.

Was die Kühlung angeht: Die Darks haben ein Rauschen von etwa 12.7 ADU. Davon geht das meiste auf's Ausleserauschen. Die beste 600D, die ich bisher in Händen hatte, hat 11.4 ADU Ausleserauschen (alles bei ISO 800). Bei diesen Temperaturen (ich schätze mal, draußen waren es so 5°C) würde Kühlung also noch nicht so viel bringen.

CS, Erwin
 
Hallo Erwin,

verstehe. Canon gibt schon 11bit als Offset drauf, damit bleiben noch 11bit für den Consumer. Da ist ordentlich Raum für image processing. Schadet auch nix, da ja ohnehin nur 8bit rauskommen für die "Normaluser".

Wenn ich mit "rawkit" den Header auslese, bekomme ich nur diese Information:
Metadata(aperture=0.0, timestamp=1567548538L, shutter=30.0, flash=True, focal_length=50.0, height=3465, iso=800.0, make='Canon', model='EOS 600D', orientation=1, width=5202)
Wenigstens ist der Zeitstempel in Unixzeit (Sekunden ab dem 1.1.1970). Es gibt aber keine Information zur Temperatur. Haben die Canon DSLR denn einen Temperaturfühler?

Das macht auch Sinn, den Offset von 11bit abzuziehen und dann zu skalieren mit der Temperaturdifferenz. Hast Du das MasterDark auch mit Temperaturinfo erstellt? Ich finde eine stetig wachsende Rauschzunahme von 19.5 bis 21.0
Das MasterDark hat ein Rauschen von 15.5, was für 33 Einzeldarks schon recht hoch ist. Also nicht normalverteilt? Ich habe die Standardabweichnung über das gesamte Dark genommen (nicht debayert). Der Mittelwert ist tatsächlich bei 2048.

Du hast also ohne korregierten Darkabzug die Bilder so sauber hin bekommen? Das finde ich erstaulich, wie glatt der Hintergrund ist. Wie ist den die Temperatur des Darks und des ersten und letzten Bildes? Ich habe den Temperaturgradienten aus dem Mittelwert abgeleitet. Am Anfang war der Temperatursprung von einem Bild zum anderen Größer als gegen Ende.

Was das Dither angeht, denke ich auch, das wird total überbewertet. Das verstreut eigentlich nur die Fehler auf die Gesamtkarte und erhöht das Rauschen im Summenbild.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Was das Dither angeht, denke ich auch, das wird total überbewertet. Das verstreut eigentlich nur die Fehler auf die Gesamtkarte und erhöht das Rauschen im Summenbild.
Versuch macht klug!
Wenn's schön macht!
Schlimmer wie jetzt kann's nicht werden...
Jetzt werden die Fehler mit "System" verstreut, was ein systematisches Muster erzeugt.

Gruß Norbert
 
Ganz so schlimm ist es mit den Bits nicht: Die 2048 gehen vom 14-Bit Wertebereich (16384) ab, den die 600D aber nur bis ca. 15400 nutzt. Bleiben also etwa 13300 alias 13.7 Bit. Neuere Canons nutzen noch etwas mehr.

Ich glaube Irfanview für Unix gibt's nicht, aber war da nicht 'ExitTools' oder so? Das müsste auch die Temperatur sehen, die auf dem Sensor gemessen wird.
Die Lights haben T = 26 23 24 24 24 23 23 23 23 23 23 23 22 22 22 22 22 22 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 20 21 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 19 19 19 20 19 19 19 19 19°C,
die Darks T = 14 15 15 15 15 16 16 16 16 16 17 17 17 17 17 17 17 17 17 18 17 17 18 18 18 18 18 18 18 18 18 18 18°C.

Das Rauschen der Darks lässt sich nicht gut aus einem Einzelbild bestimmen, weil der Dunkelstrom von Pixel zu Pixel unterschiedlich ist. Der Dunkelstrom selbst ist aber noch kein Rauschen, erst die Änderung zwischen zwei Bildern gibt diese Info her.

Gruß, Erwin
 
Die Lights haben T = 26 23 24 24 24 23 23 23 23 23 23 23 22 22 22 22 22 22 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 21 20 21 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 20 19 19 19 20 19 19 19 19 19°C,
die Darks T = 14 15 15 15 15 16 16 16 16 16 17 17 17 17 17 17 17 17 17 18 17 17 18 18 18 18 18 18 18 18 18 18 18°C.
Die Kamera war vor Beginn der Belichtung im "Liveview" zum Fokussieren und zentrieren des Bildes.
Da wird sie sich aufgeheizt haben. Danach müsste man wohl etwas länger warten...

Zu den Darks:
OK, ich habe abgebaut und dann die Darks gemacht.
Da kühlte die Kamera kurz aus, um dann sich wieder aufzuheizen.

Nun, würde man so eine DSLR auf konstante Temp halten können, wäre die ganze Problematik wohl auch nicht so in dem Ausmass da.

Gruß Norbert
 
Ich hatte mir die Mittelwerte der Einzellights angeschaut. Der nimmt kontinuirlich ab. Das musste ich wegen der Medianbildung korregieren.

darks.png

Das Verhalten korreliert mit der Temperatur denke ich. Muß ich nochmal dagagen fitten. Ich habe außerdem etwas gemacht, was sonst nur Klimaforschern vorbehalten ist ;), nämlich die Daten zu extrapolieren (hier mit einem Polynom 2. Ordnung), weil ich mal sehen wollte, wo der dunkle Himmel anfängt. Das ist aber reine Spekulation. Normalerweise sind Extrapolationen über lange Zeiten unsinnig. Das sieht man an den Wettervorhersagen. So auch hier, in diesem Beispiel.

Ich habe ein python-pyexiv2 gefunden, dass ich in mein Programm einbauen kann.

@ Erwin: Du hast mir aber noch nicht verraten, warum Deine beiden rechten Bilder so glatt aussehen.

Gruß,
Peter
 
Danke, Jörg.
@norbert: Ja LiveView heizt heftig. Kurz ausschalten oder warten, aber nicht zu lange, sonst muss sich der Sensor erst wieder auf.wärmen (so wie bei den Darks): Er landet irgendwann so zwischen 10 und 15 Grad über der Außentemperatur.
Man muss es aber auch nicht übertreiben, eine gewisse Temperaturspanne kann man tolerieren.
Ich habe im Lauf der Zeit eine Sammlung von Masterdarks für verschiedene Temperaturen aufgebaut. Die kann man oft Monate und Jahre ohne große Effekte weiterverwenden (anders als Flats, die für deine Aufnahmen sogar noch wichtiger sind).
Gruß, Erwin
 
Hallo Peter,

ja die Mittelwerte gehen durch den Dunkelstrom hoch, aber viel weniger als der Tempertur entspräche. Die DSLRs ziehen den Dunkelstrom (größtenteils) ab, damit ihre Farbkalibrieung nicht durch einen Offset durcheinander kommt. Sie haben dazu häufig abgedeckte Pixel, um den DC zu bestimmen.
Um den 'echten' Dunkelstrom zu bestimmen, muss man ihn aus seinem Rauschen rekonstruieren, wofür man zwei Darks bei gleicher Temperatur braucht.

Die beiden rechten Bilder sind mit nur einfachem, also nicht temperaturkorrigiertem Dark gestackt, wobei negative Werte nach dem Dark-Abzug erhalten wurden. Sonst ist alles gleich geblieben.

Gruß, Erwin
 
Es kommt darauf an, was man alles zum Rauschen mit hinzu nimmt. Man kann auch die Offsetunterschiede aus Rauschen bezeichen. Jedenfalls macht sich das ja als solches in den Lights unangenehm bemerkbar.

Ich habe allerdings die Farbenfilter zu einem Rauchwert hinzugenommen. Das müßte ich auf jeden Fall separieren und einen Rauschwert für jede Farbne angeben.

Die beiden rechten Bilder sind mit nur einfachem, also nicht temperaturkorrigiertem Dark gestackt, wobei negative Werte nach dem Dark-Abzug erhalten wurden. Sonst ist alles gleich geblieben.

Unterscheidet sich Dein kleiner Bildausschnitt also nicht von dem, den Norbert gepostet hat? Oder anders gefragt, ist der Hintergrund nach Deiner Kalibration im gesamten Bild so glatt, wie es im Ausschnitt suggeriert wird?

Gruß,
Peter
 
Der Bildausschnitt ist zufällig gewählt. Ganz am Rand, wo es durch die Vignettierung noch dunkler ist, tritt das Rauschen noch etwas stärker hervor, das Streifenmuster ist aber komplett weg. Ich hab den vierten Stack mal in meine Dropbox gestellt, ist sicher auch für Norbert interessant. Er ist bis auf etwas Untergrundabzug unbearbeitet, vor allem auch ohne jede Farbkalibrierung.

Apropos Farbkalibrierung: Die führt dazu, dass auch Darks bunt werden können und es ist u.U. nicht möglich sie beim Import von RAWs abzustellen. Dann muss das Rauschen farb-separiert berechnet werden. Manche Canon-Kameras (die von Norbert aber eher nicht) haben auch noch Unterschiede zwischen geraden und ungeraden Spalten, also zwischen (R,G1) und (G2,B).

Obwohl das Pixelmuster wie Rauschen rüberkommt, würde ich es nicht unbedingt mit dem statistischen Rauschen in einen Topf werfen, vor allem auch deswegen, weil es im Gegensatz zu diesem korrigiert werden kann.

Gruß, Erwin
 
Hallo Erwin,

danke. Ich habe mir das Histogramm zu Deinen Daten angesehen. Es gibt Löcher in den Intensitätsstufen. Sind die Daten als Integer abgespeichert und mit einer Skalierung auf 16bit versehen?

Erwins_M54_histo.png

Eine Farbkalibrierung hat doch stattgefunden, sonst sähe das Histogramm och anders aus. Jedenfalls, wenn ich meine Kalibration mache. Deshalb wende ich einen Farbneutralisierung an, in dem ich das rauschen analysiere, den Schwerpunkt für jede Farbe aus dem Rauschen bestimme (also die Kurven wie oben) und dann die Schwerpunkte synchronisiere.

Trotzdem sieht Dein Ergebnis viel besser aus, als alles was Norbert gezeigt hat. Auch meine normale Kalibration zeigt noch das typische "walink noise", wenn ich kein Medianfiltern machen.

Ich beschreibe mal meinen Weg:
1) Darks in der Bayerversion arithmetisch mittlen -> MasterDark (float)
2) Flats in der Bayerversion arithmetisch mittlen -> MasterFlat (float)
3) Einzelbild (float) mit (Light - MasterDark) / (MasterFlat-MasterBias) kalibrieren.
4) Debayern
5) Nullniveaus angeleichen
5) Alignen mit dem ersten Light als Ref.
6) RunningMean
7) Summenbild farbneutralisieren.
8) RGB Farblayer adjustment.

Da schreibst ja auch, dass Du das Dark nicht weiter manipuliert hast. MasterFlat gibt es nicht. Warum sieht Dein Ergebnis besser aus? Was läuft bei Dir anders als bei mir?

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Richtig, das Ergebnis ist von 14 auf 16 Bit skaliert, aber ohne Farbkorrektur.
Bei mir fehlen die Flats (wo hast du die her?), Punkt 5), weil ich statt 6) das arithmetische Mittel bilde, und 7).
Sonst ist alles gleich.
 
Ach so: Mein Stacker hat knapp die Hälfte der Lights verworfen, meist wegen Sterndeformation, aber das sollte auf das Rauschmuster keinen Einfluss haben. War auch bei allen 4 Variationen gleich.
 
Ich habe auch kein Flat, das habe ich ja geschrieben. Das ist nur die allgemeine Definition meines Algorithmus. Wenn bei Dir die Hälfte fehlt, sollte das Rauschen höher sein, als bei meinem Median. Sieht aber nicht danach aus.

Bei diesen Versuche hatte ich das Debayern vereinfacht, indem RGB nicht interpoliert habe mit einem Debayer-Verfahren, sondern die Farbpixel zu Bildern zusammengesetzt habe. Deshalb ist mein Bild auch nur halb so groß in der Kantenlänge. Das sollte aber auf das Rauschen auch keinen Einfluß nehmen.

Neben dem RinningMean gebe ich auch das arithmetische Mittel aus. Das sieht aber genauso aus.
Das "RunningMean" vergleicht fortlaufend je zwei Bilder (als Ringpuffer) und nimmt jeweils das niedrigste Pixel aus beiden Bildern. Damit bekomme die die Satelliten und teilweise Hotpixel raus. Das geht eben schön "on the fly".

Vielleicht besteht die Kunst ja im Weglassen von schlechten Bildern. Wenn das statistisch auftritt und nicht nacheinander, wird das Streifen muster auch unterbrochen und es tritt ein Dithereffekt ein.

Das probiere ich mal. Ist ja egal, welche ich weglassen. Danke für die Infos. Das war sehr hilfreich für mich.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hab' mal noch auf die Schnelle 131 Lights gestackt und dann noch ohne Interpolation auf halbe Größe, aber außer dass das Rauschen zurückgeht ändert sich nix.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben