Zweitteleskop: 90/1000, 102/500, 120/600

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Hallo Christian,

interessant und lehrreich ist vor allem die Herangehensweise, nach einer guten Erklärung für die Beobachtung zu suchen. Das kann man gemeinsam tun und zwar auf eine Weise, die es erlaubt, selbst nachzuprüfen, ob die Erklärung zutreffend ist. Das lehnt konfokal recht wortgewaltig ab. Ich glaube nicht, dass persönliche Eitelkeit dabei sein Hintergrund ist. Dazu schlägt er doch viel zu wahllos um sich. Bei wirklichem Interesse, würde er selbst die Kontrollbeobachtung anstreben, also die Chance, selbst Beweis oder Gegenbeweis zu führen.

Ob nun gezielt oder ungezielt, dies ist ein nachdrücklich geführter Angriff auf die Einsteigerberatung dieses Forums. Die Wirkung des Angriffs ist vielschichtig und zum Schaden der Sternfreunde allgemein und auch forenübergreifend.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

genau deine letzte Aussage bestätigt mich in meiner Aussage etwas weiter oben, dass der Thread allmählich geschlossen und ins Archiv verschoben werden sollte.

CS und VG Christian
 
Nochmal an Christian (Christian_S2)!

Ich hatte tatsächlich übersehen, dass Du alles da hast, was Du brauchst. :cool:

Solltest Du nach dem was ich Dir geschrieben habe und nach Deinem Test Zweifel haben, ob nicht doch irgendeine Verbesserung des Farbfehlers durch die Barlow eingetreten ist, so kannst Du diesen Verdacht selbst überprüfen. Ich würde das auch ohne Zweifel tun, denn wissen ist m.E. besser als glauben.

Du hast, wie Du schreibst, einen farbreinen Newton zur Hand.
Wenn die Barlow irgendeinen Einfluss auf den Farbfehler deines f/5 Refraktors hat, dann muss sie ihn zwangsläufig auch auf den Newtonspiegel haben und da dann einen Farbfehler einführen der im Quervergleich ohne die Barlow am Newton nicht zu sehen ist.
Die Linsen in einer Barlow unterscheiden nicht zwischen Refraktorstrahlengang und Newtonstrahlengang. Sie tun in jedem Fall immeer das Gleiche, egal was da wie ankommt.

Weil das so ist, machen Hersteller solche Spielchen nicht. Sieht man Farbe wo keine sein sollte, dann ist das ein großer Mangel der Barlow, kommt bei Billigteilen schon mal vor, hilft aber dann dem Refraktor erst recht nicht.
Wenn man mit solchen Elementen Farbkorrektur betreiben will, dann nennt man sie Korrektoren und muss sie sehr genau und passend auf das jeweils vorliegende Objektiv abstimmen/rechnen.

Du siehst, man kann sich Gewissheit recht einfach verschaffen, man muss es nur wollen und Du hast alle Möglichkeiten dazu. :super:

Gruß
*entfernt*

PS: Christian (Copernicus) - im Grunde hast Du Recht, aber nun sind wir hier schon so weit wie es m.E. niemals hätte kommen dürfen.
Gerade haben wir aber jemanden, der den Klamauk zum Anlass nimmt, das beobachtend zu überprüfen und für sich zu klären.
Das stimmt wieder ein wenig hoffnungsvoll.
Allerdings habe ich vor vielen Jahren genau so auf die Darbietungen in Foren reagiert. Rate mal um was es ging, Du hast einen Versuch. :/
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen
Zitat von copernicus:
(...)
ich denke, im Interesse aller ernsthaften Einsteiger, die wirklich durch Mitlesen etwas lernen möchten, sollte das Thema an dieser Stelle allmählich beendet und ggf. archiviert werden. Neueinsteiger werden mit immer längerem Fortschritt des Threads immer mehr irritiert und prägen sich ggf. falsche Sachverhalte ein .(...)
Schließen/Archivieren fände ich verfrüht. Der Thread und die Informationen sind spannend und gerade im Blick auf Einsteiger auch noch ausbaufähig.
Als Einsteiger kann man doch nur 2 Informationen abgreifen, eingebettet in viel Text:
1. 'Pimpen by Barlow' funktioniert nicht bzw. man müsste ein System mit Korrektor durchrechnen und innerhalb recht enger Toleranzen fertigen können - preislich weit über Farbwerfern oder EDs zzgl. 'gutem' Barlowelement aus dem Katalog.
2. 'Pimpen by Abblenden' kann funktionieren; aber weshalb sollte man sich nen 120mm Richfielder auf 50mm Öffnung "runteroptimieren".
3. Wer etwas möglichst mobiles zur Mond/Planetenbeobachtung kaufen möchte, kann fast alles nehmen, aber keinesfalls einen Richfielder.

Insofern wäre ich eher dafür, das ins Optikforum auszulagern und hier nur zu verlinken. Für Einsteiger vielleicht noch einzwei Bilder dazu, das überzeugt auf deutlich einfachere Weise.

cs
Jürgen
 
Hallo Günther,

vielen Dank für Deine Aufklärungsversuche! Das Verständnis bei mir wächst, aber manches wirkt auf mich noch widersprüchlich.

wenn Du mit einem f/5 Teleskop eine gute bis einigermaßen brauchbare Abbildung erzielen willst, dann nimm Okulare mit eingebauter "Barlow" oder eine zusätzliche Barlow.
Das ist völlig unstrittig.
Einfache Okulare sind gut für f/10 oder f/8, aber an f/5 sieht man die Fehler brennweitenunabhängig deutlich.

Meinst Du hier mit Abbildungsfehlern auch den Farbfehler?

Du gehst ihm damit auf den Leim, denn du glaubst, dass eine Barlow letztlich das Öffnungsverhältnis ändert und damit kann man die Nachteile z.B. eines f/5 Achromaten beheben und ihn z.B. auf ein besser farbkorrigiertes Niveau heben. also nicht gleich f/15, aber eventuell f/10 oder f/8!?!?

Tatsächlich dachte ich, dass die Barlow das Öffnungsverhältnis (durch „Quasi-Verlängerung“ der Teleskopbrennweite) ändert und nicht die Brennweite des Okulars verkürzt. Ändert sich beim Fotografieren nicht die Blende durch Verwenden einer Barlow??

NEIN! der Achromat bleibt f/5 und er bleibt genau so wie er ist. Brennweite, Farbfehler, sonstige Fehler, alles bleibt wie es ist.
Die Barlow rettet die Leistung der Okulare, denn ohne Barlow kommen DIE OKULARE mit dem stumpfen f/5 Strahlenkegel nicht zurecht. Für die Okulare macht die Barlow den Strahlenkegel schlanker, nicht für den Refraktor. Es kommen im günstigsten Fall keine Okularfehler mehr zu den Fehlern des Refraktors HINZU!
Deshalb hat man mit dem gleichen Okular (Plössl, Ortho pp) + Barlow viel weniger Abbildungsfehler an f/5. Nimmt man f/10 hat man zur Kompensation solcher Abbildungsfehler der Okulare keine Barlow nötig, da die Okulare diese Fehler dann in viel geringerem Maße zeigen, da sie in ihrem optimalen Leistungsbereich betrieben werden.

Also verbessert die Barlow nicht den Refraktor, aber das Gesamtsystem (Refri + Okular)?

Der flachere Strahlenkegel hat aber trotzdem keinen Einfluss auf den Farbfehler des Gesamtsystems?

So kann man, wenn man denn will, verstehen, dass die Barlow dem Okular hilft und nichts am Refraktor ändert. Wenn man so will, gibt die Barlow dem Okular f/15 vor. Was aber vor der Barlow schon im Nirvana des Farbfehlers (egal ob quer oder längs) verloren ging holt sie KEINESFALLS wieder so zurück, dass es zu einer definierten Detailabbildung auch nur im Entferntesten beitragen könnte.
Ein f/15 Refraktor lässt deutlich weniger Licht ins Nirvana entfleuchen und ist daher unausweichlich, unübersehbar, theoretisch wie praktisch die deutlich bessere Wahl.

Das hatte ich mir auch vorher schon gedacht, dass das den Unterschied ausmacht.

Solltest Du nach dem was ich Dir geschrieben habe und nach Deinem Test Zweifel haben, ob nicht doch irgendeine Verbesserung des Farbfehlers durch die Barlow eingetreten ist, so kannst Du diesen Verdacht selbst überprüfen. Ich würde das auch ohne Zweifel tun, denn wissen ist m.E. besser als glauben.

Du hast, wie Du schreibst, einen farbreinen Newton zur Hand.
Wenn die Barlow irgendeinen Einfluss auf den Farbfehler deines f/5 Refraktors hat, dann muss sie ihn zwangsläufig auch auf den Newtonspiegel haben und da dann einen Farbfehler einführen der im Quervergleich ohne die Barlow am Newton nicht zu sehen ist.
Die Linsen in einer Barlow unterscheiden nicht zwischen Refraktorstrahlengang und Newtonstrahlengang. Sie tun in jedem Fall immeer das Gleiche, egal was da wie ankommt.

Das heißt es gibt doch keine Verbesserung des Gesamtsystems??


Du siehst, man kann sich Gewissheit recht einfach verschaffen, man muss es nur wollen und Du hast alle Möglichkeiten dazu.

Ich wird’s versuchen.

Freundliche Grüße
Christian

 
Hallo Chraistian,

Meinst Du hier mit Abbildungsfehlern auch den Farbfehler?

Nur wenn der Farbfehler vom Okular eingeführt wird, was durchaus passieren kann.

Tatsächlich dachte ich, dass die Barlow das Öffnungsverhältnis (durch „Quasi-Verlängerung“ der Teleskopbrennweite) ändert und nicht die Brennweite des Okulars verkürzt. Ändert sich beim Fotografieren nicht die Blende durch Verwenden einer Barlow??
Also verbessert die Barlow nicht den Refraktor, aber das Gesamtsystem (Refri + Okular)?

Der flachere Strahlenkegel hat aber trotzdem keinen Einfluss auf den Farbfehler des Gesamtsystems?


Du musst Dich entscheiden, ob Du die Barlow dem Okular oder dem Refraktor zuschlägst.
Bei Refraktoren wie z.B. Petzval, die Korrektoren im Tubus eingebaut haben, schlage ich sie dem Refraktor zu, alles was man zusätzlich kauft und in den Okularauszug steckt, was also nicht in der Optikrechnung enthalten ist, schlage ich dem Okular zu.
Ein Televue Nagler ist ohne das eingebaute Negativelement zwar immer noch ein Okular, aber ein ziemlich schlechtes. Bei den Hyperions kann man das auch ausprobieren, da traut man sich sogar, das zu bewerben. :o
Ganz allgemein gesprochen hilft eine gute Barlow immer und wird sehr häufig bei Okularen eingesetzt, spätestens seit Öffnungsverhältnisse größer als f/8, also f/6, f/5, f/4 immer üblicher wurden. Bei einem 4" f/5 Achromaten, der von vorne herein überhaupt nicht für höhere Vergrößerungen gedacht ist, sind dieser Hilfe allerdings viel engere Grenzen gesetzt als bei einem 4" f/10 FH.

Das heißt es gibt doch keine Verbesserung des Gesamtsystems??
Nicht, was das zuvor für den Fokus verloren gegangenes Licht angeht, aber es gibt noch mehr Abbildungsprobleme bei den verschiedensten Teleskopbauarten und Okulardesigns.
Siehe z.B. diesen Link:

Aberations


Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Christian,

ich will es mal anders angehen. Mal ohne Okular. Eine Optik mit Farblängsfehler wie der 80 f/5 Achromat hat ja unterschiedliche Brennweiten, also unterschiedliche Schärfeebenen je nach Lichtfarbe. Immerhin, es fallen zwei zusammen. Wenn Du nun ein Foto mit der Optik allein machst, kommt der Chip in die beste Schärfeebene und daher werden dann einige Bereiche des Regenbogens unscharf abgebildet. Das heißt um einen recht scharfen Sternpunkt aus mindestens zwei Farben wächst dann der entstehende Spot je nachdem, wie unscharf die jeweilige Farbe ist, aus dem Beugungsscheibchen heraus. Normalerweise also bei recht entspannten FHs wie 80mm f/15 ein dunkler, tiefvioletter Saum, bei richtig schnellen Achromaten wie 100/600 schon ein recht blauer, auf dem Foto gern innen pinkfarbener Saum.
Eine Barlow Linse wird nun ein Stück für der Schärfeebene (in Richtung Objektiv) platziert. Sie macht die Strahlenbündel schlanker, so dass sie mehr Strecke bis zur neuen Schärfeebene brauchen. Dabei laufen die Strahlenbündel der einzelnen Sterne weiter auseinander, das Bild wird "weiter aufgespannt", also nachvergrößert und somit kommt eine größere Effektivbrennweite heraus. Aber: Der in dem Bild enthaltene Farbfehler wird mit Vergrößert, wenn die Barlow richtig gerechnet ist, also so, dass sie das Bild nicht verändert. Würde sie hier das Bild so verändern, dass die Barlow hier an den Effektivbrennweiten je nach Farbe etwas ändert, dann würde ein Teleskop ohne Farblängsfehler durch dieselbe Barlow dieselbe Änderung des Bildes erfahren und es würde ein Farbfehler umgekehrt eingeführt. Grob könnte man sagen, dass ein blauvioletter Saum durch einen grüngelben ersetzt würde - aber das kann man nicht so genau vorhersagen, weil man intuitiv immer so fokussiert, wie die Sternabbildung am besten aussieht. Der Punkt ist halt: Man baut eine Barlow so nicht, jedenfalls keine allgemein verwendbare, denn man müsste diese Barlow schon exakt auf den Farbfehler des jeweiligen Gerätes oder der Gerätefamilie abstimmen. Übrigens gibt es sowas. Einige Reducer (keine Barlows sondern Shapley-Linsen, also Brennweitenverkürzer) sind als Foto-Zubehör zu älteren Vixen (ED-) Apos zwischen meist zwei Geräten austauschbar. Der Aries Chromakorr hingegen, der ein gezielter Korrektor für den Farbfehler einiger Achromaten war, musste so exakt auf das Gerät abgestimmt sein, dass man aus der Serienstreuung Geräte selektieren musste, die dann wieder möglichst gut zu einer der mindestens drei Versionen des Korrektors passten. Also gab es selbst bei einer einzelnen Geräte-Serie noch soviel Streuung, dass man nicht einfach einen Korrektor kaufen und einsetzen konnte, sondern der Korrektor war hochgenau auf ein bestimmtes Maß an Farb- und Bildfehler eingestellt und man musste aus der Serie schon ein passendes Teil herausfischen. Und dann musste es noch super genau justiert werden, was der Chromakorr-Idee wohl letztendlich den Markterfolg kostete: In den Labber-Tuben dieser Geräte ließ sich die Justage kaum hinbringen und die teuer gekauften Korrektoren zogen dann noch Tubus-Umbauten nach sich. Wenn es dann am Ende zuviel Geld und Nerven kostet, scheint ein richtiger Apo auf einmal gar nicht mehr so teuer...

Noch zu Öffnungsverhältnis und Okularen:
1. Ein Farblängsfehler ist ja ein unterschiedlicher Schärfepunkt je nach Lichtfarbe, mal salopp erklärt. Wenn eine Barlow einen entsprechenden Farbfehler einführt, dann tut sie das bezüglich des Fokus-Unterschiedes in Prozent der Brennweite immer gleich, egal welches Öffnungsverhältnis das Objektiv vor der Barlow hat. Eine Barlow mit Korrektorwirkung für einen f/5 Achromaten würde also auch einen f/8 Newton ziemlich bunt machen.

2. Am Okular werden hauptsächlich zwei Dinge besser. Einmal der Okularastigmatismus, der Sterne am Rand zu "Bananen", Asti-Schwalben, Kreuzchen oder auch Schweifchen ähnlich Koma verformt. Außerdem wird die Bildfeldwölbung, also die Krümmung der Schärfeebene zum Rand hin verändert. Das tun auch die sogenannten Flattener. Die meisten Sternfreunde halten Unschärfe am Rand des Okulars ja automatisch für Koma. Aber Koma hat die Eigenschaft, dass man diese nicht nachfokussieren kann. Asti und Bildfeldwölbung hingegen sind nachfokussierbar, bzw. der schärfste Punkt ist eben jener, in dem sich der beste Ausgleich zwischen Okularastigmatismus, Teleskopastigmatismus (zum Rand hin, muss kein falscher Optikschliff sein) und Bildfeldwölbung ergibt. Das kann man mal sehr schön an einem schnellen Teleskop ausprobieren und wer ein gutes Okular hat, was am schnellen Newton keinen oder wenig Okularastigmatismus zeigt, der kann durch nachfokussieren auf den Rand mal echte Koma sehen. Können die wenigsten Okulare. Selbst beim 26mm Typ 5 Nagler dominiert am f/4 Newton noch eher der Okularastigmatismus.

Clear Skies
Sven
 
> Das kann man mal sehr schön an einem schnellen Teleskop ausprobieren und wer ein gutes Okular hat, was am schnellen Newton keinen oder wenig Okularastigmatismus zeigt,

Schön sieht man auch des Okularastigmatismus, wenn man eine komakompensierende Barlow benutzt. Es bleibt dann eben der Okularastigmatismus übrig. Wenn man da seine Okularpalette durchprobiert, wird man zu erheblichen Aha-Effekten kommen. Ohne die Komakompensation sieht man das ma Newton nicht klar, sie Fehler werden vermatscht.
 
Hallo Günther,

Du musst Dich entscheiden, ob Du die Barlow dem Okular oder dem Refraktor zuschlägst.

Ich wusste nicht, dass es hier eine Wahlmöglichkeit gibt… Ich dachte, die Barlow wird immer dem Teleskop zugerechnet. Auf der anderen Seite wird man wohl kaum das Barlowelement in einem gebarlowten Okular dem Teleskop zurechnen können. Da muss ich wohl umdenken.

Das heißt es gibt doch keine Verbesserung des Gesamtsystems??
Nicht, was das zuvor für den Fokus verloren gegangenes Licht angeht, aber es gibt noch mehr Abbildungsprobleme bei den verschiedensten Teleskopbauarten und Okulardesigns.

Ich hoffe, ich kann es nächste Woche bei Halbmond für mich testen. Aber keine Sorge: Egal, wie mein Eindruck sein wird, werde ich keine Theorieänderungen fordern!

Letztlich ist fast alles subjektiv und meine Okulare haben auch nicht alle dasselbe Design bzw. dieselbe Qualittät.

Siehe z.B. diesen Link:

Aberations
<<<<<<<<<<<<<<

Danke. Der Anfang liest sich interessant. Werde das in Ruhe durchlesen.

Freindliche Grüße
Christian

Edit: soll heißen "Freundliche Grüße" (nicht feindliche)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sven,

Danke für Deine Hinweise!

Eine Barlow Linse wird nun ein Stück für der Schärfeebene (in Richtung Objektiv) platziert. Sie macht die Strahlenbündel schlanker, so dass sie mehr Strecke bis zur neuen Schärfeebene brauchen. Dabei laufen die Strahlenbündel der einzelnen Sterne weiter auseinander, das Bild wird "weiter aufgespannt", also nachvergrößert und somit kommt eine größere Effektivbrennweite heraus.

Hierzu würde ich gerne mehr „Basics“ erfahren. Kennst Du eine Internetseite mit einfachen (auch grafischen) Darstellungen dieser Zusammenhänge (Strahlenbündel, Brennebene, Brennpunkt, Schärfentiefe)? Da fehlt mir noch das richtige Verständnis. Ohne dieses Basiswissen reimt man sich sonst vieles selbst (und falsch) zusammen.

Die von Dir gepostete CA-Ratio-Tabelle entspricht in etwa meinen Erfahrungen mit unterschiedlichen Refraktoren ohne Barlow. Kann sich die Tabelle durch Barlow-Verwendung ändern? Ändern sich dadurch CA-Ratios?

Freundliche Grüße von
Christian
 
Hallo Christian,

zwei Links mit den gewünschten Designs und Schnitten

Entwicklung der Okulare
(zur Barlow gibts auf Seite 15 auch was)

Barlow

Deine Schlussfrage, die Du (dem Sinn nach) vorher schon mehrfach gestellt hast wundert mich aufgrund der letzten Beiträge etwas, denn sie ist aufgrund der gegebenen Antworten sinnlos. :augenrubbel:

1. CA ist Chromatische Abberation, also Farbfehler.
2. Eine Allroundbarlow (die nicht ein spezieller Korrektor ist) kann/sollte/darf am Farbfehler nichts ändern sie lässt ihn völlig unberührt und überträgt alles wie es ist in einen größeren Abbildsungsmaßstab.

Rational betrachtet laufen sich Barlow und CA-RATIO nie über den Weg und können sich somit nicht beeinflussen.
Die Frage bekommt erst einen (zumindest argumentativen oder rhetorischen) Sinn, wenn man das bestreiten will.

Wie gesagt, die "CA-Ratio" ist längst nicht alles und Barlows sind daher bei guten Okularen für große Öffnungsverhältnisse (und große Gesichtsfelder) immer im Spiel, egal ob Linse oder Spiegel. Wie schon mal angedeutet gibt es bei ein und dem selben Okulardesign, also auch bei FHs sehr deutliche Qualitätsunterschiede. Die kann auch keine Tabelle erfassen und das kann viel deutlichere Auswirkungen auf die Abbildungsleistung haben als der Unterschied zwischen f/5 und f/6.
Vermeiden wir doch mal ein wenig die leidige Fehlerdebatte. Wenn gleich mehrere Refraktoren unterschiedlicher Öfnungsverhältnisse bei Dir im Spiel sind, dann hast Du doch noch viel bessere Voraussetzungen für Tests mit und ohne Barlow als bisher bekannt gegeben.
Vergiss aber vor lauter Testerei das Beobachten nicht und lass Dir von der Fehlersuche die schönen Eindrücke der Objekte nicht vermiesen.
:)

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Christian,

Du musst Dich entscheiden, ob Du die Barlow dem Okular oder dem Refraktor zuschlägst.


Ich wusste nicht, dass es hier eine Wahlmöglichkeit gibt… Ich dachte, die Barlow wird immer dem Teleskop zugerechnet. Auf der anderen Seite wird man wohl kaum das Barlowelement in einem gebarlowten Okular dem Teleskop zurechnen können. Da muss ich wohl umdenken.

eine Wahlmöglichkeit gibt es auch nicht.
Auch das Okular zählt schließlich zum Teleskop also in unserem Fall zum Refraktor.
Das war schon bei Galilei so.
Das Galilei Teleskop besteht aus einer Sammellinse als Objektiv und einer Zerstreuungslinse als Okular.
Erst diese Kombination macht aus den 2 Linsen ein Teleskop.
Heutzutage bevorzugt man das Kepler Teleskop welches eine Sammellinse als Okular hat.

https://de.wikipedia.org/wiki/Fernrohr

Heutige Okulare bestehen natürlich nicht mehr nur aus einer Linse aber es bleibt das Prinzip des Kepler Teleskops.
Verwende ich eine Barlow so zählt diese natürlich dann auch zum Teleskop.

Sie zählt aber nicht zum Objektiv und auch nicht zum Okular sondern sie ist eine eigenständige Baugruppe.

Für den Farbfehler sind aber die Eckdaten des Objektivs relevant.
Ein f/5 Objektiv bleibt immer ein f/5 Objektiv, auch dann wenn ich eine Barlow dahinter schalte und das System Objektiv + Barlow dann auf zb. f/15 kommt wenn ich eine 3 fach Barlow verwende.
Die Brennweitenverlängerung allein kann den Farbfehler nicht verändern.
Du musst beim CA also immer den Wert nehmen der für das Objektiv gilt, egal ob du mit oder ohne Barlow beobachtest.

Grüße Gerd
 
Hallo Gerd,

danke für die Klarstellung der Begrifflichkeiten.
Ich versuche, mir das hinter die Ohren zu schreiben.
:)
Gruß
*entfernt*
 
Hallo Günther,

zwei Links mit den gewünschten Designs und Schnitten

Entwicklung der Okulare
(zur Barlow gibts auf Seite 15 auch was)

Barlow

Super, vielen Dank! Das sieht doch wirklich geeignet für mich aus. Werde das nach und nach durchschmökern.

Deine Schlussfrage, die Du (dem Sinn nach) vorher schon mehrfach gestellt hast wundert mich aufgrund der letzten Beiträge etwas, denn sie ist aufgrund der gegebenen Antworten sinnlos.



Die Frage bekommt erst einen (zumindest argumentativen oder rhetorischen) Sinn, wenn man das bestreiten will.

Zugegeben, dass Eure Antworten den Schluss nahe legen, dass die Barlow keinen Einfluss hat, war mir schon klar. Ich wollte mit dieser Frage quasi durch die Hintertür nochmals explizit hören, dass die Barlow auf diese Tabelle keinen Einfluss hat. :blush:

Warum? Weil bei mir immer noch Zweifel waren, ob die Barlow entsprechend der Tabelle nicht doch einen Einfluss haben MUSS. :smiley56:

Die Tabelle entspricht ja meinen bisherigen Farberfahrungen mit FHs. Die CA-Ratios sind eine Funktion in Abhängigkeit von Brennweite und Öffnung. Nach Umformung: f(x) = f / d² (jeweils in inch). Bei gleicher Öffnung steigt die CA-Ratio somit linear mit der Brennweite. Es gibt somit laut Tabelle keinen andern Einflussfaktor als die Brennweite (bei gleicher Öffnung).

Daher mein Verständnisproblem: Warum zum Teufel hat also die Barlow keinen Einfluss, obwohl sie die Brennweite verlängert !!?? :mauer:

Die Erleuchtung kam nun aber durch Gerd’s Antwort!!
Danke, Gerd! :knuddel:

Auch das Okular zählt schließlich zum Teleskop also in unserem Fall zum Refraktor.

Vielleicht ist ja dieser im ersten Moment haarspalterisch erscheinende Hinweis von Gerd der entscheidende Hinweis zum Verständnis für mich gewesen.. Ich interpretiere das nun wie folgt:

1. Beim Teleskop (= Gesamtsystem) verändert sich durch die Barlow das Öffnungsverhältnis.

2. Die CA-Ratio-Tabelle gibt nicht den Farbfehler des Teleskops (Gesamtsystem) an, sondern nur den des Objektivs.

Somit würde durch den Einsatz einer Barlow der Farbfehler des Objektivs unverändert bleiben. Und auf den Farbfehler des Teleskops/Gesamtsystems hat sie (trotz Änderung des Öffnungsverhältnisses) keinen Einfluss (da der Farbfehler bereits vor der Barlow entstanden ist).

Der Logik folgend müsste die Barlow den Farbfehler sogar vergrößern?

Wenn gleich mehrere Refraktoren unterschiedlicher Öfnungsverhältnisse bei Dir im Spiel sind, dann hast Du doch noch viel bessere Voraussetzungen für Tests mit und ohne Barlow als bisher bekannt gegeben.

Die meisten meiner kleinen Refraktoren sind für die Barlow nicht geeignet, da sie einen 24,5 mm-Auszug haben und ich mit dem Adapter auf 31,5mm dann Schwierigkeiten habe, in den Fokus zu kommen oder die Barlow ist zu schwer für die kleinen Auszüge. Außerdem scheint mir der f5-FH am besten geeignet zu sein, da er laut CA-Ratio-Tabelle von all meinen FH-Objektiven den rechnerisch größten Farbfehler hat.

Vergiss aber vor lauter Testerei das Beobachten nicht und lass Dir von der Fehlersuche die schönen Eindrücke der Objekte nicht vermiesen.

Wichtiger Hinweis! Aber ich bin da sehr positiv: Mir gefällt sogar der Mond im 80/400er!! :cool:

Danke nochmals für Deine/Eure Geduld!

Freundliche Grüße
Christian


 
Hallo Christian,

Deiner Logik kann ich auf die Sprünge helfen. Hier geht es um Begriffe. Die Barlow vergrößert den Farbfehler mit. Jemand der Optiken rechnet, misst den Farbfehler (also den Farblängsfehler) jedoch in % Abweichung der Brennweite. Und in Prozent der Brennweite gemessen tut sich nichts, wenn die Barlow Brennweite und Abweichung davon gleichermaßen um ihren Faktor, z.B. 2x, vergrößert.
Und falls Du als Beobachter eher mit AP als mit reiner Vergrößerung rechnest, dann ist es genauso. Bei gleicher Teleskopöffnung bedeutet die gleiche AP immer die gleiche Nachvergrößerung. Wenn ich als Beobachter einen Farbfehler bewerten will, dann sicher stets bei gleicher Öffnung und gleicher AP. So kann man den Farbfehler eines 80/1200 ja erst gegen den eines 80/400 abschätzen. Und sollte ich dann dem 80/400 statt eines 10mm Okulars ein 20mm Okular mit einer 2x Barlow geben.
Spannend wird es in dem Vergleich jedoch, wenn ich feststelle, dass ein 20mm Okular mit 2x Barlow besser abbildet, als ein 10mm Okular. Das Ergebnis steht erstmal da und wenn beide Okulare gleicher Bauart sind, das Teleskop unverändert ist, dann wird's ja wohl die Barlow gewesen sein. War sie auch! Aber nicht, weil die Barlow so gut war, sondern weil das Okular nicht für das Öffnungsverhältnis des Teleskops geeignet war. Um das herauszufinden, braucht man halt ein besser passendes Okular - was gar nicht so einfach zu haben ist. Am Farblängsfehler kann sich da aber nur dann etwas tun, wenn Okulare oder Barlow selbst einen Farblängsfehler einführen - und dann ist die jeweilige Komponente eigentlich schlecht.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Christian,

Somit würde durch den Einsatz einer Barlow der Farbfehler des Objektivs unverändert bleiben. Und auf den Farbfehler des Teleskops/Gesamtsystems hat sie (trotz Änderung des Öffnungsverhältnisses) keinen Einfluss (da der Farbfehler bereits vor der Barlow entstanden ist).

exakt so ist es.
Man kann sich hier grundsätzlich merken, alles was vor der Barlow passiert ist das ist nun mal schon passiert und kann durch eine nachträgliche Brennweitenverlängerung allein nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Nur durch eine aktive Korrektur also einem optischen Element mit entgegengesetztem Fehler ist hier eine Kompensation möglich.
Aber alles was nach der Barlow passiert profitiert von der Brennweitenverlängerung und dem damit einhergehenden schlankeren Lichtkegel.

Deshalb bringt es etwas eine Barlow vor Okularen zu verwenden die mit einem schnellen Öffnungsverhältnis nicht klar kommen.
Voraussetzung ist aber das die Barlow selbst mit dem schnellen Öffnungsverhältnis klar kommt an dem sie eingesetzt wird.

Grüße Gerd
 
Hallo Sven, hallo Gerd,

danke für Eure hilfreichen Antworten!

Sven hat geschrieben:
Deiner Logik kann ich auf die Sprünge helfen. Hier geht es um Begriffe. Die Barlow vergrößert den Farbfehler mit. Jemand der Optiken rechnet, misst den Farbfehler (also den Farblängsfehler) jedoch in % Abweichung der Brennweite. Und in Prozent der Brennweite gemessen tut sich nichts, wenn die Barlow Brennweite und Abweichung davon gleichermaßen um ihren Faktor, z.B. 2x, vergrößert.

Gerd hat geschrieben:

Man kann sich hier grundsätzlich merken, alles was vor der Barlow passiert ist das ist nun mal schon passiert und kann durch eine nachträgliche Brennweitenverlängerung allein nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Nur durch eine aktive Korrektur also einem optischen Element mit entgegengesetztem Fehler ist hier eine Kompensation möglich.
Aber alles was nach der Barlow passiert profitiert von der Brennweitenverlängerung und dem damit einhergehenden schlankeren Lichtkegel.

Mein derzeitiges Verständnis nach Euren Posts:

1. Der absolute Farbfehler ist bei FHs gleicher Öffnung gleich groß (?)

2. Der relative Farbfehler sinkt linear mit der Brennweite.

3. Für die Wahrnehmung ist der relative Farbfehler entscheidend.

Eine 2fach Barlow verringert somit den relativen Farbfehler um die Hälfte, verdoppelt aber den absoluten Farbfehler -> kein Effekt!

Liege ich da richtig?

Spannend wird es in dem Vergleich jedoch, wenn ich feststelle, dass ein 20mm Okular mit 2x Barlow besser abbildet, als ein 10mm Okular. Das Ergebnis steht erstmal da und wenn beide Okulare gleicher Bauart sind, das Teleskop unverändert ist, dann wird's ja wohl die Barlow gewesen sein. War sie auch! Aber nicht, weil die Barlow so gut war, sondern weil das Okular nicht für das Öffnungsverhältnis des Teleskops geeignet war. Um das herauszufinden, braucht man halt ein besser passendes Okular - was gar nicht so einfach zu haben ist.

Sind solche besseren Okulare nicht auch immer solche mit einem Barlowelement?

Freundliche Grüße
Christian

 
Hallo Christian,

neee, haut leider nicht hin. Bei FHs wächst der Farbfehler mit der Öffnung und nochmal zusätzlich mit dem Öffnungsverhältnis, wodurch die Öffnung zwei mal eingeht.
Würde der Farbfehler ausschließlich mit der Öffnung wachsen, müsste man einfach nur die Brennweite linear mit wachsen lassen und das würde bedeuten, dass das Öffnungsverhältnis bei größer werdender Öffnung gleich bliebe (zum Beispiel von 50/500 auf 100/1000). Es muss aber zusätzlich nochmal das Öffnungsverhältnis mit der Öffnung wachsen. Also grob gesagt von 80 f/15 auf 160 f/30 (oder 60mm f/7 auf 120mm f/14, um mal was in der Tabelle ablesbares zu bringen).

Für die Wahrnehmung ist entscheidend, wie groß Du das Beugungsscheibchen betrachtest. Dein Auge kann durchschnittlich etwa eine Bogenminute auflösen (je nach Mensch und Visus deutliche Unterschiede). Bei einem Gerät mit einer Bogensekunde Auflösung ist somit ab der Vergrößerung 60x (60" = 1') damit zu rechnen, dass das Beugungsscheibchen als flächig erkannt wird. Das heißt sobald man 2mm AP unterschreitet, geht's los. Die praktische Angabe, dass das je nach Mensch zwischen 1,5mm (Super-Visus) und 0,5mm AP (halbblind) passiert, scheint mir absolut gerechtfertigt.
Um den Farbfehler von 80mm f/15 und 160mm f/30 zu vergleichen, muss für gleiche Betrachtung des Beugungsscheibchens gesorgt werden. Das Beugungsscheibchen ist bei f/30 in der Brennebene doppelt so groß, daher benötigt ein fairer Vergleich zu f/15 dann doppelte Okularbrennweite beim f/30 Gerät. (Gegenrechnung: 80mm f/15 verglichen mit 80mm f/7,5 würde zu gleicher Vergrößerung bei unterschiedlichen Okularbrennweiten führen.) Das ist ein fairer Vergleich des Farbfehlers (und anderer Abbildungsfehler, die ggf. auch dem unterschiedlichen Okularverhalten zugestanden werden müssen).

Eine subjektive Bewertung, die einen Comet Catcher 80 f/5 für eine Vergrößerung von 15x als arm an Farbfehler bezeichnet, kennzeichnet eher den Verwendungszweck "Comet Catcher", als die optische Leistung.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

neee, haut leider nicht hin. Bei FHs wächst der Farbfehler mit der Öffnung und nochmal zusätzlich mit dem Öffnungsverhältnis, wodurch die Öffnung zwei mal eingeht.
Würde der Farbfehler ausschließlich mit der Öffnung wachsen, müsste man einfach nur die Brennweite linear mit wachsen lassen und das würde bedeuten, dass das Öffnungsverhältnis bei größer werdender Öffnung gleich bliebe (zum Beispiel von 50/500 auf 100/1000). Es muss aber zusätzlich nochmal das Öffnungsverhältnis mit der Öffnung wachsen. Also grob gesagt von 80 f/15 auf 160 f/30 (oder 60mm f/7 auf 120mm f/14, um mal was in der Tabelle ablesbares zu bringen).

Da hast Du mich missverstanden. Ich bezog mich mit linear auf die Brennweite und nicht auf die Öffnung.

Dass die Öffnung quadratisch in die Berechnung des Farbfehlers eingeht hatt ich weiter oben mit der Umformung der CA-Ratio gezeigt: CA-Ratio = f / d²

Die Brennweite verringert demnach den Farbfehler linear bei GLEICHER Öffnung.

Freundliche Grüße
Christian



&#61672;
 
Hallo Christian,

ja, dann habe ich Dich falsch verstanden. Bei gleicher Öffnung bzw. generell linear. Das Verständnis mag sich vertiefen, wenn man die praktischen Grenzen der Aussage betrachtet. Der Farbfehler verringert sich linear und verschwindet irgendwann im Beugungsscheibchen. Wird die Öffnung bei gleicher Brennweite größer, wird das (ideale) Beugungsscheibchen kleiner und das Öffnungsverhältnis größer. Der Farbfehler wird relativ zum Beugungsscheibchen wieder größer, die AP wird es ja auch. Passt man die AP wiederum an, sieht man den Farbfehler auch größer, was der Tatsache Rechnung trägt, dass man mit mehr Öffnung auch mehr vergrößern möchte/kann.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Cristian,

1. Der absolute Farbfehler ist bei FHs gleicher Öffnung gleich groß (?)

hier muss erst mal klar sein was man unter Absolut verstehst.
Absolut ist die Quer oder Längsaberration in Millimetern
Diese ist ausschließlich von der Brennweite und dem Sekundärem Spektrum der Glaspaarung angängig das wir bei einem Achromaten aber immer mit 1/1800 der Brennweite annehmen können.

Diese Angabe allein erlaubt aber noch keine Aussage zum Ausmaß des Farbfehlers.
Hier muss erst ein Relativbezug zur Wellenoptischen Schärfentiefe hergestellt werden.

Das ist dann der RC Wert.
Der RC ist also das Verhältnis von Längsaberration des Farbfehlers zur Wellenoptischen Schärfentiefe.

Eine 2fach Barlow verringert somit den relativen Farbfehler um die Hälfte, verdoppelt aber den absoluten Farbfehler -> kein Effekt!

Gehen wir das am besten mal an einem Beispiel durch.

FH 100/500
absoluter Farbfehler = f/1800
= 500mm / 1800
=0,278mm
Relativbezug zur Wellenoptischen Schärfentiefe T08

T08 = 2*lambda * N^2
T08 = 2* 0,000546mm * (5^2)
T08 = 0,0273mm

RC = Längsaberration absoluter Farbfehler / Wellenoptische Schärfentiefe
RC = 0,278mm/0,0273mm
RC = 10,18


Verwende ich eine Barlow verändert sich der Abbildungsmaßstab um den Barlowfaktor.
Alles erscheint also dementsprechend größer also auch der absolute Farbfehler.

Aber Achtung hier geht es um die Queraberration!!!!
Also den Durchmesser des Scheibchens welches durch den Defokus des Farbfehlers entsteht nicht um die Längsaberration also den Defokus selbst.


Das Verhältnis zwischen Längs und Queraberration ist das Öffnungsverhältnis.

Die Queraberration ist also
Längsaberration / N
Dann haben wir beim FH 100/500 eine Queraberration von
0,278mm / 5 = 0,0556mm
Dieses 0,0556mm Scheibchen wind nun bei Verwendung einer Barlow um den Barlowfaktor vergrößert.
Nehmen wir mal Barlowfaktor 2 an dann kommen wir mit Barlow also auf ein Scheibchendurchmesser von
2* 0,0556mm = 0,111mm
Für die Längsaberration müssen wir aber diese Queraberration erst wieder umrechnen.
Längsaberration = Queraberration * N

Aber Achtung hinter der Barlow haben wir jetzt f/10 und nicht mehr f/5!!!

Also ergibt sich jetzt eine Längsaberration von
0,111mm *10 = 1,11mm
Hier stellen wir also fest sich die Längsaberration gegenüber dem FH ohne Barlow um Faktor 1,11mm/ 0,278mm = 4 vergrößert hat.
Da wir aber jetzt f/10 haben hat sich die Wellenoptische Schärfentiefe ebenfalls um Faktor 4 erhöht denn diese hängst am Quadrat der Öffnungszahl.

T08 = 2* 0,000546mm * (10^2)
T08 = 0,109mm

Damit ergibt sich hier wieder ein RC von.
RC = Längsaberration absoluter Farbfehler / Wellenoptische Schärfentiefe
RC = 0,111mm / 0,109mm
RC = 10,18

Wir sehen es hat sich am RC Wert und damit am Farbfehler nichts geändert.

Um den Unterschied deutlich zu machen jetzt das Ganze für ein FH 100/1000 Objektiv

absoluter Farbfehler = f/1800
= 1000mm/1800
= 0,556mm
wir sehen hier schon das dieser nur halb so groß ist wie bei der Variante mit Barlow wo wir auf 0,111mm gekommen sind.

Der Vollständigkeit halber aber noch der RC Wert
RC = Längsaberration absoluter Farbfehler / Wellenoptische Schärfentiefe
RC = 0,556mm / 0,109mm
RC = 5,1

Also wie gerade vorgerechnet.
Der RC ist mit und ohne Barlow identisch im Beispiel hier sind es jeweils RC 10,18
Rechne ich aber das 100mm Objektiv auf die doppelte Brennweite dann halbiert sich der Farbfehler von RC 10,18 auf RC 5,1 die 0,02 sind der Rundung geschuldet.

Grüße Gerd
 
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Hallo Gerd,

vielen Dank für die einfache und beispielhafte Darstellung der Zusammenhänge! Das machst Du sehr gut! :super:

Allerdings hatte ich Probleme, Deinen Rechenweg mit Excel nachzustellen.

Das Verhältnis zwischen Längs und Queraberration ist das Öffnungsverhältnis.

Das Verhältnis müsste doch der Blendenwert (f/d) und nicht das Öffnungsverhältnis (d/f) sein? Zumindest komme ich nur dann zu Deinen Ergebnisssen.

Im Grunde gibt es bei Deiner Rechnung nur zwei Variablen (d+f). Das schafft mit Excel dann Probleme wegen Selbstzirkulation. Zumindest wenn ich die Barlow mit einrechnen will.

Meine Frage: Wenn Längsaberration = f/1800, dann ist die Queraberration = d/1800 ?
Falls ja, würden sich die Probleme der Selbstzirkulation lösen lassen.

Noch zwei kleine Fragen:
- Wofür steht die Konstante Lambda?
- Wofür steht „T08“ (Wellenoptische Schärfentiefe)

Nochmals vielen Dank!

Freundliche Grüße von
Christian

 
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Hallo Christian,

ich finde es super, wie Du hier nun einsteigst und mitrechnest. Aber... pssst... https://de.wikipedia.org/wiki/Lambda gleich die erste Erklärung, wofür Lambda in der Physik steht. Schnell nachlesen, bevor Gerd sich erschreckt! Bei mir ist's schon zu spät ;)

Dann schon anspruchsvoller: https://de.wikipedia.org/wiki/Schärfentiefe#Wellenoptische_Sch.C3.A4rfentiefe
Hier http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/958159/Definition_Apochromat in Beitrag #958832 von Gerd selbst erklärt. Leicht zu googlen...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Christian,

Das Verhältnis müsste doch der Blendenwert (f/d) und nicht das Öffnungsverhältnis (d/f) sein? Zumindest komme ich nur dann zu Deinen Ergebnisssen.

ja ich habe erst Öffnungsverhältnis geschrieben und dann mit dem Blendewert also der Öffnungszahl N gerechnet.
Wohl etwas missverständlich aber man kann mit beidem rechnen, muss dann natürlich bei der Umrechnung dementsprechend verfahren.
Es ist ja nur der Kehrwert.

Also wenn ich mit f/D rechne dann ist
Queraberration = Längsaberration / (f/D)
Wenn ich mit D/f rechne dann gilt natürlich
Queraberration = Längsaberration * (D/f)

Traditionell wird hier immer vom Öffnungsverhältnis F bzw. /f gesprochen.
Das ist eigentlich ungünstig da in den meisten Formeln die Öffnungszahl N benötigt wird.
Es ist ja aber nur der Kehrwert und eine Umrechnung simpel.

Meine Frage: Wenn Längsaberration = f/1800, dann ist die Queraberration = d/1800 ?

Ja so ist es.

Noch zwei kleine Fragen:
- Wofür steht die Konstante Lambda?

Lambda steht für die Wellenlänge.
Üblicherweise verwendet man hier Grün, die Fraunhofer Linie e ( 546nm) oder das Maximum der phototischen Empfindlichkeit unserer Augen (555nm).
Ich habe wie du siehst mit der FH Linie e gerechnet.
Da ich die Schärfentiefe nicht in nm sondern in mm haben will hab ich mir angewöhnt die Wellenlänge gleich in mm umzurechnen.
546nm = 0,000546mm

- Wofür steht „T08“ (Wellenoptische Schärfentiefe)

Die wellenoptische Schärfentiefe fußt auf dem Durchmesser des Beugungsscheibchens also einer Queraberration.

Beugungsscheibchen = 2,44 * Lambda *N

Da wir aber die Längsaberration benötigen müssen wir noch umrechnen also mit N multiplizieren.

Dann erhalten wir

T = 2,44*Lambda*N*N
T= 2,44* Lambda * N^2
Das wäre geometrisch betrachtet.
Wellenoptisch müssen wir da aber etwas drunter bleiben denn der Strehl wird schon auf die Beugungsgrenze gedrückt wenn die Queraberration des Farblängsfehlers 80% des Durchmessers des Beugungsscheibchens erreicht.
Daher das etwas strengere Kriterium T08
T08 = 0,8*2,44* Lambda * N^2
T08 = 2* Lambda * N^2

Grüße Gerd

Edit

Ich sehe grade das mir im Beitrag weiter oben bei der Schnittweite für den 100/500 mit Barlow Das Komma um eine Stelle verrutsch ist. :blush:

Damit ergibt sich hier wieder ein RC von.
RC = Längsaberration absoluter Farbfehler / Wellenoptische Schärfentiefe
RC = 0,111mm / 0,109mm
RC = 10,18

Korrektur
RC = 1,11mm / 0,109mm
RC = 10,18

absoluter Farbfehler = f/1800
= 1000mm/1800
= 0,556mm
wir sehen hier schon das dieser nur halb so groß ist wie bei der Variante mit Barlow wo wir auf 0,111mm gekommen sind.

wir sehen hier schon das dieser nur halb so groß ist wie bei der Variante mit Barlow wo wir auf 1,11mm gekommen sind.

 
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Hallo Sven,

ich finde es super, wie Du hier nun einsteigst und mitrechnest. Aber... pssst... https://de.wikipedia.org/wiki/Lambda gleich die erste Erklärung, wofür Lambda in der Physik steht. Schnell nachlesen, bevor Gerd sich erschreckt! Bei mir ist's schon zu spät

Tut mir leid, dass ich Dich erschreckt habe, war nicht meine Absicht!

Mit dem Nachlesen war ich nicht so schnell, da Gerd schon geantwortet hat. Ich vermute, dass Gerd auch nicht so schreckhaft ist, wie Du glaubst. Die Frage nach dem Lambda darf man ohne zu erröten stellen. Nicht nur, weil ich auf fehlendes Basiswissen in der Optik schon hingewiesen hatte und weil Lambda nicht nur in jeder Disziplin etwas anderes bedeutet, sondern i. d. R. auch innerhalb einer Disziplin Mehrfachbedeutungen hat, wie z. B. in der Physik.



Bei der Wellenoptischen Schärfentiefe hatte mich nur die Bedeutung der von Gerd verwendete Abkürzung „T08“ interessiert. Und die lässt ich eben nicht so leicht googlen.

Zum Glück hat mir Gerd unerschrocken meine Fragen beantwortet. Auch Dir danke für die interessanten Links!

Feundliche Grüße
Christian
 
Hallo Gerd,

ja ich habe erst Öffnungsverhältnis geschrieben und dann mit dem Blendewert also der Öffnungszahl N gerechnet.

Das hatte ich mir schon gedacht. Ich wollte nur sicher gehen, dass der Rechenweg eben doch richtig war.

Antwort auf:
Meine Frage: Wenn Längsaberration = f/1800, dann ist die Queraberration = d/1800 ?


Ja so ist es.

Prima! Da bin ich auch nur durchs Umformen und Einsetzen drauf gekommen.

Lambda steht für die Wellenlänge.
Üblicherweise verwendet man hier Grün, die Fraunhofer Linie e ( 546nm) oder das Maximum der phototischen Empfindlichkeit unserer Augen (555nm).
Ich habe wie du siehst mit der FH Linie e gerechnet.
Da ich die Schärfentiefe nicht in nm sondern in mm haben will hab ich mir angewöhnt die Wellenlänge gleich in mm umzurechnen.
546nm = 0,000546mm

Danke!

Die wellenoptische Schärfentiefe fußt auf dem Durchmesser des Beugungsscheibchens also einer Queraberration.

Beugungsscheibchen = 2,44 * Lambda *N

Da wir aber die Längsaberration benötigen müssen wir noch umrechnen also mit N multiplizieren.

Dann erhalten wir

T = 2,44*Lambda*N*N
T= 2,44* Lambda * N^2
Das wäre geometrisch betrachtet.
Wellenoptisch müssen wir da aber etwas drunter bleiben denn der Strehl wird schon auf die Beugungsgrenze gedrückt wenn die Queraberration des Farblängsfehlers 80% des Durchmessers des Beugungsscheibchens erreicht.
Daher das etwas strengere Kriterium T08
T08 = 0,8*2,44* Lambda * N^2
T08 = 2* Lambda * N^2

Nochmals danke, wieder sehr gut erklärt! :respekt2:

Freundliche Grüße von
Christian
 
Hallo Christian,

ich denke Du hast mich nicht wirklich verstanden. Was ich eher indirekt zum Ausdruck bringen wollte, war schlicht, dass ich meine, dass Du auf die nicht gerade kurzen Beiträge von Gerd ruhig mit etwas mehr Eigeninitivative reagieren könntest. Ich finde, dass es sich immer viel sympathischer liest, wenn da nicht steht "was heißt bitte Lambda" sondern "ist mit Lambda gemeint, was unter Wikipedia...".
Auch was Google angeht fand ich es nun nicht so schwer "Schärfentiefe t08" einzuhacken.
Das mag nun mein Empfinden sein, aber ich meine, dass Du Dir mein Flaxen dahingehend ruhig gefallen lassen kannst. Was Gerd angeht, hat es ihm sicher auch eine gewisse Freude bereitet, das alles für Dich nochmal aufzuschreiben.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

ich denke Du hast mich nicht wirklich verstanden.

Wie Deine Antwort zeigt, habe ich Dich sehr wohl verstanden.

Was ich eher indirekt zum Ausdruck bringen wollte, war schlicht, dass ich meine, dass Du auf die nicht gerade kurzen Beiträge von Gerd ruhig mit etwas mehr Eigeninitivative reagieren könntest.

Ich habe anhand seiner Antwort über eine Stunde an einer Excel-Tabelle gearbeitet, bei der ich wegen der schon beschriebenen Probleme nicht weiter gekommen bin.

Wo fehlt hier bitte die Eigeninitiative?
Warum darf ich nicht auf diese Probleme hinweisen?

Ich finde, dass es sich immer viel sympathischer liest, wenn da nicht steht "was heißt bitte Lambda" sondern "ist mit Lambda gemeint, was unter Wikipedia...".

Ich hielt es in diesem Fall für sinnvoll, eine kurze Frage zu stellen, weil das Googeln eben nichts gebracht hat. Vor jeder Frage umständlich auf erfolglose Google-Suchen zu verweisen, halte ich auch nicht für zielführend. Auch wenn meine Fragen dadurch unsympathischer wirken (was ich bedauere), so möchte ich mir doch keine Vorschriften machen lassen, wie ich Fragen zu stellen habe.

Auch was Google angeht fand ich es nun nicht so schwer "Schärfentiefe t08" einzuhacken.

Das Eintippen ist nicht schwer, die richtige Antwort zu finden eben schon. Hier ging es nur um die Abkürzung. Verweise auf Formeln haben keine Erklärung gebracht. Bei „t08“ kommt quasi nichts. Bei „Schärfentiefe t08“ kommen auch nur Formeln und keine Erklärungen. Was passiert also? Man sucht stundenlang und reimt sich dann etwas Falsches zusammen. Das war eben das Problem.

Das mag nun mein Empfinden sein, aber ich meine, dass Du Dir mein Flaxen dahingehend ruhig gefallen lassen kannst.

Deine „Flaxen“ find ich nach wie vor unangebracht. Dein Beitrag hatte m. E. sogar etwas trolliges! Denn Du wolltest meine Fragen nicht beantworten, sondern offenbar nur eine Antwort von Gerd verhindern.

Was Gerd angeht, hat es ihm sicher auch eine gewisse Freude bereitet, das alles für Dich nochmal aufzuschreiben.

Schon wieder Ironie?

Ich habe Verständnis wenn jemand nicht antworten möchte, das sollte man aber demjenigen überlassen und nicht als Sheriff auftreten!

Gerd kann mir auch mitteilen, wenn ihm meine Fragen nicht gefallen, aber ein Dritter sollte das nicht tun!

Wenn Antworten Fragen offen lassen sollte man nachfragen dürfen, sonst bleiben die Dinge unverständlich und man reimt es sich falsch zusammen. Bei komplexern Themen werden im Forum oft unvollständige bzw. widersprüchliche Antworten - auch von den Erfahrenen - gegeben. Gerds Antworten (soweit ich es gelesen habe) sind immer klar strukturiert und er weicht den Fragen auch nicht aus.

Man sollte die Einsteiger oder Unwissenden eher dazu animieren, Fragen zu stellen und vor allem nachzufragen, wenn etwas nicht verstanden wurde. Auf keinen Fall sollten aber ihre Fragen als lächerlich hingestellt werden!

Ich habe auch schon umfangreicher auf Fragen geantwortet. Das ist ärgerlich, wenn man dann keine Reaktion vom Fragesteller bekommt. Wenn aber jemand freundlich nachfragt, und ich dann wieder umfangreich antworte, möchte ich als Antwortender nicht, dass sich ein unbeteiligter Dritter einmischt und dem Fragesteller das Wort verbietet.

Mit freundlichen Grüßen
Christian
 
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